"Hörbild" der deutschen Mobilmachung | August 1914 | Erster Weltkrieg
Archivradio – Geschichte im Original
02.08.2022
7 min
Beschreibung
Das sogenannte Hörbild diente zur Einstimmung auf den Krieg. Solche Hörbilder gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Sie wurden auf Tonwalzen oder Wachsplatten festgehalten.

Die Original-Aufnahme entstand zu Beginn des Ersten Weltkriegs unter dem Titel "Vaterländische Aufnahme der Deutschen Grammophon zum Besten deutscher Krieger und deren Angehörigen". Sie enthält neben Musik auch militärische Kommandos. Am Schluss hört man das Regiment singen: "Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus." Damit sollte die Aufbruchsstimmung vermittelt werden. Lieder
  • Die Wacht am Rhein
  • Heil dir im Siegerkranz
  • Die Russen sind alle Verbrecher
  • Muss i denn zum Städtele hinaus
[Musik und Jubel] Bataillon! Halt! Gewehr ab! Rührt euch! Herr Oberst, ich kann es mir in dieser schweren Stunde nicht versagen im Namen der Stadt und ihrer Einwohner unserem geliebten Regiment Lebewohl zu sagen. Schwere Zeiten sind über uns hereingebrochen, Feinde ringsum. Nach vierundvierzig Jahren zwingt man uns die Waffen in die Hand um nach segensreichen Jahren des Friedens unser Hab und Gut und unsere Stellung als Großmacht zu verteidigen. Wie ein Mann hat sich Deutschland erhoben und freudig ziehen die Söhne unseres Volkes hinaus. Um in blutigen Schlachten deutsche Ehre und deutsches Eigentum zu schützen. Wir müssen siegen. Denn wir kämpfen für eine gerechte Sache. Die besten Segenswünsche begleiten unser geliebtes Regiment und wir alle wünschen in dieser weihevollen Abschiedsstunde ein frohes Wiedersehen nach siegreichem Kampf. Wir aber wollen einstimmen in den Ruf: Unser geliebtes Regiment, Hurra - Hurra / Hurra - Hurra / Hurra - Hurra [Lied: Die Wacht am Rhein] [Jubel] Mein lieber Herr Bürgermeister! Im Namen des Regiments herzlichen Dank für die freundlichen Abschiedsworte. Freudigen Herzens folgen wir dem Rufe unseres Kaisers um für das Vaterland zu kämpfen. Jeder von uns ist stolz, sein Leben für das Vaterland einzusetzen. Der langen segensreichen Friedensjahre, die wir in den Mauern der uns lieb gewordenen Stadt in inniger Harmonie mit der gesamten Bürgerschaft verbracht haben, werden wir uns stets dankbar erinnern. Jetzt ist keine Zeit für Worte, sondern durch die Tat muss bewiesen werden, dass wir für das Vaterland und den Kaiser zu kämpfen bereit sind. Mit den besten Segenswünschen für die Zukunft unserer Garnison und ihrer Einwohner ziehen wir hinaus, dem Feinde entgegen. Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: Unser oberster Kriegsherr, seine Majestät Kaiser Wilhelm der Zweite, Hurra - Hurra / Hurra - Hurra / Hurra - Hurra [Lied: Heil dir im Siegerkranz] [Zuggeräusche] [Lied: Die Russen sind alle Verbrecher] [Gelächter] Also bitte, wo soll ich das denn nun hinschreiben? Ach was, am besten Hauptlageramt Paris, wir sind ja doch bald da! [Fanfare] [Lied: Muss i denn zum Städele hinaus]