Archivradio – Geschichte im Original

SWR
1013
16.10.2026
Beschreibung
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

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Episoden
  1. Vier Jahre nach den Anschlägen veröffentlichte die New Yorker Feuerwehr im August 2005 Mitschnitte des Funkverkehrs vom 11. September 2001. Die New York Times hatte gemeinsam mit Angehörigen der Opfer auf die Veröffentlichung von rund 15 Stunden Funkverkehr und mehr als 500 Gesprächen geklagt. 14.46 Uhr MEZ: Feuerwehrfunk – Einschlag in den Nordturm des WTC Die Aufnahme beginnt mit einem dokumentarischen Vorspann, mit der exakten Uhrzeit und dem Ort des Geschehens. Dann der Sprechfunkverkehr: "Wir haben gerade ein Flugzeug in den World Trade Center-Turm fliegen sehen. Alarmiert die anderen in dem Gebiet." Der nächste Feuerwehrmann ruft: "Turm 1 des World Trade Centers brennt! Gebt sofort eine 2. Alarmmeldung raus!" – "Alles in der Nähe, ausrücken, Richtung World Trade Center. Jetzt!" Nun hört man die Sirenen der Feuerwehrautos. Ein weiterer Fire Fighter spricht von einem Flugzeug, das "absichtlich" in den Turm gesteuert wurde und fordert die 3. Alarmstufe. Nach drei Minuten spricht einer von einem terroristischen Anschlag. Er ist mit einem Feuerwehrzug aus vier Fahrzeugen schon in der West Street, also ganz in der Nähe. "Das Feuer ist bestätigt." – "Bestätigt, OK." – "Schicke alle Notarztwägen hier her." – "Gab es einen 3. Alarm?" – "Ja, der dritte Alarm ist bestätigt. Das World Trade Center brennt." Menschen sind in den Türmen eingeschlossen: "They are jumping!" Einsatzleiter 055 ruft die Zentrale mehrmals. Als er sie erreicht, bittet er um Sanitäter in der West Street, es gäbe mehrere Verletzte. "Wir nähern uns dem Gebäude von der Seite und holen das Löschwasser aus dem Fluss." Ein Feuerwehrmann an der Unfallstelle vermutet, dass das Feuer im 97. Stock ausgebrochen ist. Der Operator sagt: "Mehrere Menschen eingeschlossen in Stockwerk 1-0-6, 1-0-6, mehrere Menschen eingeschlossen." Einer vermutet den Brand im 78. Stockwerk. "Feuerwehrwagen 3 und Wagen 4 fahren zusammen. Mach uns eine Einsatzstelle irgendwo auf West Street bereit." Nach 12 Minuten sagt ein anderer Feuerwehrmann, dass Menschen aus dem Turm springen, "They’re jumping, they’re jumping!" Einer will einen Überblick bekommen: "Wie viele Leute gibt es hier zu retten?" – "Es kommt Feuer aus der Nordseite des Turms, jetzt auch aus der Westseite." – "Aus der Nordseite und der Westseite des World Trade Centers." – "Positiv, das Feuer geht mittendurch." Beim Einsatz in den Zwillingstürmen waren 343 Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Wie viele Menschen gerettet wurden, ist nicht bekannt. 15.59 Uhr MEZ: Feuerwehfunk – Einsturz des Südturms Die New Yorker Feuerwehr meldet den Einsturz des Südturms des World Trade Centers. Die gesamte New Yorker Feuerwehr ist an der Südspitze von Manhattan im Einsatz. Zu hören ist der im Jahr 2004 veröffentlichte Mitschnitt des Funkverkehrs. Der Dispatcher, der die Funksprüche der Einsatzwagen aufnimmt und koordiniert, sagt: "Gebäude 1, Raum 861, sieben Menschen eingeschlossen. In Gebäude 2, 97. Stock, sechs Menschen eingeschlossen." Meldung aus dem Einsatzwagen: "201 für Manhattan. Haben Sie was für uns?" "201, nehmen Sie den Brooklyn Battery Tunnel." Ein anderer: "Ich habe 13 Maschinen zur Verfügung, sechs Einsatzwagen und drei Einsatzgruppen. Ich gebe Ihnen jetzt die Nummern durch, haben Sie was zum Schreiben?" "Feuer hoch in den 90. Stock, in den 90. Stock!" "Verstanden." "93. Stock, Nordwestliche Ecke. Und auch im ersten Gebäude, 93. Stock, Südwestliche Ecke. Auf dem 105. Stock haben wir 60 Menschen." Ein anderer Einsatzwagen meldet sich: "Wir sind jetzt in Manhattan, nur ein paar Blöcke entfernt. Wir betreiben die Einsatzmaschine 6." "Einer der Türme stürzt ein!" Nach knapp 4 Minuten ruft ein Einsatzleiter: "Es ist jetzt dringend. Eins der Gebäude fällt gerade in sich zusammen!" "Was ist passiert?" "Einer der Türme stürzt ein!" "Ah, einer der Türme stürzt ein." "Marine 6 für Manhattan, dringend." "Eine große Explosion, und jetzt scheint der eine Turm komplett in sich zusammenzufallen." Der Dispatcher, nach langer Pause: "Fahren Sie über die Westside Highway zum Einsatzort. Die Straße wurde für Sondereinsatzkräfte freigemacht." Dann melden sich mehrere Einsatzleiter, eine Frau ruft ins Sprechfunkgerät: "Mich hat etwas getroffen, ich bin eine Zivilistin, ich kann nicht atmen, ich bin verschüttet. Ich war bei der Brücke, das ganze Gebäude über mir ist auf die Brücke gestürzt. Holt jemanden, ich kann nicht atmen." "Sie müssen ruhig bleiben und sich entspannen. Es ist schon jemand unterwegs. Geben Sie jetzt das Funkgerät frei, man hilft Ihnen gleich."

  2. Am 1. Januar 2002 wird in Deutschland die D-Mark durch den Euro ersetzt. Damit bald alle ihr Bargeld umtauschen können, müssen Banken im ganzen Land mit Banknoten und Münzen versorgt werden. So fahren vier Monate – genauer: 120 Tage – vor dem Stichtag Geldtransporter durchs ganze Land. Mehr als 60 Milliarden Euro sind auf den Straßen unterwegs. Die Bevölkerung wird über die Sicherheitsmerkmale der neuen Währung informiert. Und darüber, dass es das Geld wirklich erst ab dem neuen Jahr gibt, nicht schon vorher.

  3. Adenauer-Regierung beantragt Verbot 1951 beantragte die Bundesregierung unter Konrad Adenauer, zwei Parteien zu verbieten. Zum einen die sogenannte Sozialistische Reichspartei, sie war offen rechtsextremistisch. Das Verbot kommt schnell – im Folgejahr 1952 war die Partei verboten. Gründe: Kontakte zur SED und Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung Der zweite Verbotsantrag zieht sich länger hin. Er richtet sich gegen die kommunistische KPD. Das Bundesverfassungsgericht lässt sich mit der Befassung viel Zeit, wohl auch deshalb, weil die Richter mehrheitlich zunächst nicht überzeugt sind. Die KPD unterhielt enge Kontakte zur SED in der DDR. Und sie organisierte eine Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung – was damals verboten war. Aber reicht das für ein Parteienverbot? 1952 ruft die KPD zum "revolutionären Sturz des Regimes Adenauer" auf. Das ist dann schon eher ein Argument. Die Verhandlung über das KPD-Verbot beginnt in Karlsruhe jedoch erst im November 1954. Die KPD ist da schon nur noch eine Kleinstpartei ohne Sitz im Bundestag und nur noch in wenigen Landtagen vertreten. Bundesverfassungsgericht verkündet das Urteil Am 17. August 1956 verkündet das Bundesverfassungsgericht das Urteil, über das der Bayerische Rundfunk einen Tag später berichtet. https://archivradio.de/

  4. Michail Gorbatschow wird auf der Krim festgehalten Mit seinen demokratischen und marktwirtschaftlichen Reformen in der Sowjetunion macht sich Präsident Michail Gorbatschow viele Gegner auch in der eigenen Kommunistischen Partei, der KPdSU. Gorbatschow will die Sowjetunion zusammenhalten, aber den nicht-russischen Republiken dabei mehr Eigenständigkeit erlauben. Dies soll in einem Vertrag am 20. August 1991 besiegelt werden. Doch dazu kommt es nicht. Gorbatschow, der in den Tagen zuvor Urlaub auf der Krim macht, wird am 19. August 1991 festgehalten, ein selbsternanntes Staatskomitee erklärt in Moskau den Ausnahmezustand. Bei den Putschisten handelt es sich um hochrangige Parteimitglieder, unter ihnen Gorbatschows Vize Gennadi Janajew. Putsch gegen Gorbatschow scheitert, aber Boris Jelzin gewinnt an Macht Es ist der Beginn einer turbulenten Woche, an deren Ende der Putsch zwar beendet ist und Gorbatschow wieder im Amt, doch das Machtzentrum wird sich zum russischen Präsidenten Boris Jelzin verlagern und die baltischen Staaten sowie die Ukraine werden ihre Unabhängigkeit erklären. Chronik der Ereignisse Unsere Chronik beginnt mit den Nachrichten am 19. August 1991, die sowohl auf den Putsch eingehen als auch auf die Sorgen in den baltischen Republiken und auf die noch immer in Ostdeutschland stationierten Truppen der sowjetischen Streitkräfte. Neben den Nachrichten produzieren die ARD-Korrespondenten in Moskau zahlreiche Berichte und Reportagen. Aktuelle Berichte aus den Auslandsstudios waren damals nur telefonisch möglich. Zwei Tage später, 21. August 1991. Der Putsch schwächelt, die Putschisten verlieren an Rückhalt, auch in der Armee. Der Präsident der Russischen Republik, Boris Jelzin, fordert die Rückkehr Gorbatschows an die Staatsspitze und ruft die Bürger zu Demonstrationen und zum Generalstreik auf. Mit Erfolg. Der Putsch hatte das Ziel, Gorbatschows Politik rückgängig zu machen und zu verhindern, dass die Republiken am Rand zu eigenständig und selbstbewusst werden. Erreicht hat er das Gegenteil. Unabhängigkeit der baltischen Staaten anerkennen? – Deutschland diskutiert Aufgeschreckt durch den Putsch erklärt die baltische Republik Estland ihre Unabhängigkeit. Litauen und Lettland hatten das schon zu Jahresbeginn getan und tun in den Tagen des Putsches alles, um sie zu verteidigen. Denn bisher haben nur sehr wenige Staaten ihre Souveränität anerkannt. In Deutschland wird darüber diskutiert. Später am Tag zeichnet sich ab: Der Putsch ist zu Ende, die Putschisten auf der Flucht. 22. August 1991: Gorbatschow ist zurück in Moskau – doch gefeiert wird der russische Präsident Boris Jelzin. Gorbatschows Macht ist erkennbar angeschlagen. 23. August 1991: Gorbatschow und Jelzin erklären, sie wollten sich künftig die Macht teilen. Boris Jelzin verbietet die Kommunistische Partei in Russland. Die baltischen Staaten fordern den Westen auf, ihre Unabhängigkeit anzuerkennen. 24. August 1991: Gorbatschow tritt als Generalsekretär der KPdSU zurück, behält aber das Amt des Präsidenten. Auch Ukraine erklärt Unabhängigkeit 25. August 1991: Nach dem gescheiterten Putsch ist die Sowjetunion in Auflösung, neben den baltischen Staaten hat auch die Ukraine ihre Unabhängigkeit erklärt; das wird in den Berichten dieser Tage allenfalls am Rande erwähnt. Die Medien interessieren sich vor allem für die Entwicklung im Baltikum. Die Entwicklung nimmt ihren Lauf. Kurz vor Weihnachten des Jahres 1991 ist die Sowjetunion Geschichte.

  5. Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Heinrich Schnee, wendet sich an seine Landsleute. Diese Aufnahme wurde, wie viele andere Reden des Ersten Weltkriegs, nachträglich aufgezeichnet, in diesem Fall im Dezember 1921. Deutscher Einfluss im heutigen Tansania, Burundi, Ruanda und Mosambik bis 1918 "Deutsch-Ostafrika" war die Bezeichnung einer in der Zeit von 1885 bis 1918 bestehenden deutschen Kolonie. Das Gebiet umfasste die heutigen Länder Tansania (ohne Sansibar), Burundi, Ruanda und ein Teil von Mosambik. Es war mit rund 7,75 Millionen Einwohnern die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches. Auch England hat unserem Vaterlande den Krieg erklärt. Wir müssen damit rechnen, dass der Feind in Deutsch-Ostafrika einzudringen versucht. Den ungeschützten Städten an der Küste, in erster Linie Daressalam, das so viele deutsche Frauen und Kinder beherbergt, wird, wie wir hoffen, der Schrecken des Krieges erspart werden. Durch Verstärkung der Polizeitruppe auf das Doppelte und andere Anordnungen ist für die allgemeine Sicherheit auch dann gesorgt, wenn die wehrpflichtigen Männer ihrer Pflicht bei der Fahne genügen. Von allen Bürgern wird erwartet, dass sie die zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit getroffenen Maßnahmen durch ihr Verhalten unterstützen werden. Deutsche Ostafrikas! Der in Europa zweifellos bereits ausgebrochene Kampf wird die schwersten Opfer an Gut und Blut von unseren Brüdern daheim fordern. Auch von uns wird erwartet, dass wir, obschon fern von der Heimat, den uns anvertrauten deutsch-ostafrikanischen Boden treu bis zum Tode behaupten. Jeder tue seine Schuldigkeit für unseres Volkes Ehre. Quelle: Heinrich Schnee Geprägt war Schnees Amtszeit durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Als Gouverneur stand ihm die oberste militärische Befehlsgewalt zu. Allerdings kam es um die Verteidigung des Schutzgebietes bald zu Differenzen zwischen ihm und dem Kommandeur der 'Schutztruppe' General Paul von Lettow-Vorbeck, der sich letztlich mit seiner Taktik des Guerillakrieges durchsetzen konnte und mehr und mehr die Leitung der Operationen an sich zog. Mit seiner Taktik des "Buschkriegs" zog Lettow-Vorbeck den Krieg in der Kolonie bis zum 25.11.1918 hin und wurde dadurch ein gefeierter Nationalheld in Deutschland. Er führte 1919 das Freikorps, welches den Hamburger Spartakusaufstand niederschlug. Andere deutsche Kolonien kapitulierten bereits ab 1914 Die anderen deutschen Kolonien kapitulierten bereits lange vor dem Ende des Ersten Weltkriegs: Im afrikanischen Togo passierte dies bereits Ende August 1914 nach Kämpfen mit britischen und französischen Truppen. In Deutsch-Südwestafrika (Namibia) kämpft die deutsche Schutztruppe bis August 1915 gegen südafrikanische Unionssoldaten. In Kamerun kapitulieren die deutschen Truppen im Februar 1916, nachdem sie sich in das Landesinnere zurückgezogen hatten. In Asien wird Tsingtau von britischen und japanischen Truppen angegriffen, die Deutschen kapitulieren im November 1914, in Kiautschou geht den eingeschlossenen deutschen Verteidigern gegen die japanische Armee im November 1914 die Munition aus, woraufhin die Übergabe und die Besatzung erfolgt. Die deutschen Südsee-Kolonien ergeben sich 1914 australischen, neuseeländischen und französischen Truppen: Samoa Ende August 1914, Neuguinea Ende September 1914, Mikronesien im November 1914. Kaiser-Wilhelms-Land und Bismarck-Archipel kapitulieren im September 1914. Lediglich in der Provinz Morobe hält sich bis November 1918 eine kleine deutsche Einheit. Aufnahmedatum: 3.12.1921 (nachgesprochen) Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  6. Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) tritt in Kraft Es war eines der großen gesellschaftspolitischen Projekte der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder: Die Einführung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft im Jahr 2001. Sie wurde damals vielfach als "Homo-Ehe" bezeichnet, obwohl sie der Ehe noch nicht gleichgestellt war. Die steuerlichen Vorteile einer Ehe oder auch ein Adoptionsrecht waren damit nicht verbunden. Die echte "Ehe für alle" sollte erst 2017 kommen. Trotzdem war der 1. August 2001 für viele gleichgeschlechtliche Paare ein Meilenstein, und schon am selben Tag wurden die ersten Paare "getraut", im ganzen Bundesgebiet. Für SWR3 war es an diesem Tag das Top-Thema.

  7. Öffentliche Obduktion vor Publikum in Londoner Art Gallery 500 Menschen dürfen zusehen, wie der deutscher Anatom Gunther von Hagens (1945 - 2026) in der Londoner Art Gallery am 20. November 2002 eine Leiche seziert. Erst öffnet er den Schädel, dann den Brustkorb und schließlich legte er die inneren Organe des Toten frei. Der Mann war Kettenraucher und Alkoholiker und ist mit 72 Jahren gestorben. Britische Regierung erklärt Aktion für illegal – dennoch Übertragung im TV Die anatomische Sektion wurde kurz vor Mitternacht auch von Channel 4 im Fernsehen ausgestrahlt – und das, obwohl die britische Regierung die Aktion zuvor für illegal erklärt hatte. Es ist nicht das erste Mal, dass Gunter von Hagens sich mit Leichen ins Rampenlicht begibt. 1995 hat er schon mit seiner Wanderausstellung "Körperwelten" für Aufsehen und für Proteste gesorgt. Darin hat er sezierte tote menschliche Körper plastiniert und teilweise in kunstvollen Posen zur Schau gestellt. Nun also die öffentliche Autopsie in London. Bevor wir hören, wie sie am Abend ablief, zunächst der Bericht vom Nachmittag, als das Spektakel noch auf der Kippe stand.

  8. Bundeskanzler Konrad Adenauer entscheidet für Karlsruhe und gegen München 1956 ist entschieden: In Karlsruhe soll der erste atomare Forschungsreaktor der Bundesrepublik entstehen. Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg hatte sich für München stark gemacht, denn er ist mit seiner Forschungsgruppe aus Göttingen dorthin gezogen. Doch Kanzler Konrad Adenauer entscheidet zugunsten von Karlsruhe. Eine Rolle spielen dabei auch sicherheitspolitische Erwägungen. München liegt Adenauer zu nahe an der aus Moskau kontrollierten Tschechoslowakei. Zur Vertragsunterzeichnung schickt der Kanzler seinen Atomminister Franz Josef Strauß (1915 - 1988) nach Karlsruhe. Wir hören zunächst den Bericht vom Festakt, anschließend eine Umfrage, die die Stimmung der Karlsruher widerspiegelt. Wegen Hochwassergefahr am Rhein: Leopoldshafen statt Maxau Die Bauarbeiten in Karlsruhe beginnen zunächst am Rhein bei Maxau. Doch nach einem Jahr ist klar: Das ist wegen der Hochwassergefährdung dann doch zu unsicher. Das Kernforschungszentrum entsteht schließlich weiter vom Fluss entfernt, bei Leopoldshafen. Der Reaktor geht wegen dieser und anderer Verzögerungen erst 1961 in Betrieb und wird deshalb nicht der erste Reaktor in der Bundesrepublik – das wird der in Garching, zu dessen Inbetriebnahme wir im Archivradio eine eigene Aufnahme haben. Das Kernforschungszentrum Karlsruhe wird später in Forschungszentrum Karlsruhe umbenannt und fusioniert 2009 mit der Universität zum heutigen Karlsruhe Institute of Technology KIT. Im Bild: Mitglieder des Atom-Ausschusses des Bundestags besichtigen am 17. Januar 1958 das Karlsruher Reaktorgelände bei Leopoldshafen. Rechts Baudirektor Sommer, daneben (mit dunklem Hut) der Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Thomas Dehler (FDP)

  9. Endlich raus aus dem Lockdown, endlich zurück zur Normalität: Am 19. Juli 2021 – kurz nach der EM – hebt die britische Regierung die Corona-Restriktionen für England auf. Premier Boris Johnson hat diesen Tag als "Freedom Day" ausgerufen – vier Wochen später als ursprünglich erwartet, aber viel früher als in anderen Nationen. Gemischte Reaktionen Die Reaktionen sind gemischt. Während die jungen Nachtschwärmer- und Partygänger regelrecht die Sekunden herunterzählen, gibt es auch viele skeptische Stimmen. Die neue Freiheit währte nur wenige Wochen. Als mit dem Winter die Omikron-Welle naht und die Zahl der Infizierten erneut in die Höhe schießen, wird in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln die Maskenpflicht wieder eingeführt, bei vielen Veranstaltungen wird auch ein Impfnachweis wieder Pflicht.

  10. Seit Katharina denken kann, hat sie das Gefühl, "nicht richtig zu sein". In ihrem Leben fehlt der Vater und ihre Familie schweigt über die Vergangenheit. Doch da gibt es dieses winzige, alte Foto: Es zeigt einen Mann neben ihrer Mutter. Wer ist das? "Der verbotene Vater – Schicksal eines französischen Besatzungskinds": Das ist eine Zeitreise an den Bodensee kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs und mittenrein in eine verbotene Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem französischen Soldaten. Denn Katharina ist eines von mindestens 400.000 illegitimen Kindern, die kurz nach dem Krieg in den Besatzungszonen in Deutschland gezeugt werden – und deren Väter alliierte Soldaten sind. https://1.ard.de/alles-geschichte-der-verbotene-vater

  11. Sparer holen ihr Geld von den Banken zurück Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre spitzt sich in Deutschland auch in der Bankenkrise von 1931 zu. Große Banken, die Dresdner und die Danat-Bank, eine der größten Banken der Weimarer Republik, brechen zusammen. Anleger und Sparer verlieren ihr Vertrauen gegenüber den Banken und heben ihr Erspartes ab. Banken geht das Bargeld aus. Das spricht sich schnell herum. Am 13. Juli 1931 laufen viele Sparer zu ihrer Bank, um Geld abzuheben und zu sichern. In der Folge ist die Dresdner Bank zahlungsunfähig. Die Regierung beschließt daraufhin zwei Bankfeiertage für den 14. und 15. Juli, was nichts anderes bedeutet, als dass die Banken geschlossen bleiben. Reichsfinanzminister Hermann Dietrich beschwichtigt Reichsfinanzminister Hermann Dietrich erklärt die Maßnahmen am 15. Juli 1931 in einer Rundfunkansprache und versucht zu beschwichtigen. Die Regierung trage keine Schuld. Das Reich habe sein Haus in Ordnung gebracht. Die US-Regierung unter Präsident Herbert Hoover habe die Rückzahlung von Schulden ausgesetzt, auch das entlaste das Deutsche Reich. Der entscheidende Grund für die Bankenkrise seien die ausländischen Kreditgeber, die kurzfristig ihr Geld aus Deutschland herausholen wollen. Auch habe der deutsche Hang zur Kritik die Unruhe verstärkt. Daher die zweitägige Bankenschließung. https://archivradio.de/

  12. Frankfurt am Main: früher Verkehrsknoten der Luftfahrt Schon in der Zeit der Zeppeline war Frankfurt am Main ein früher Verkehrsknoten der Luftfahrt: 1912 wurde am Rand des Frankfurter Stadtteils Bockenheim, im Rebstockgelände, ein Luftschiffhafen eröffnet und stand bald auch Flugzeugen zur Verfügung. Doch das Gelände wurde mit der Zeit zu klein und konnte, da in der Stadt gelegen, auch nicht ausgebaut werden. 1930 beschließt der Magistrat einen neuen Flughafen südlich von Frankfurt im Frankfurter Stadtwald. Doch wegen der Weltwirtschaftskrise wird der Plan nicht umgesetzt. Flughafen in der Nähe der Reichsautobahn Dann kommen die Nationalsozialisten an die Macht und greifen die Pläne auf. Sie platzieren das Gelände in unmittelbarer Nähe der ersten Reichsautobahn, auf die Hitler ja so stolz ist – also der heutigen A5 im Abschnitt zwischen Frankfurt und Darmstadt. Im Juli 1936, kurz vor den Olympischen Spielen in Berlin, wird der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main eröffnet. Hier der Ausschnitt des Berichts, wie er im Deutschen Rundfunkarchiv erhalten ist. http://swr.li/fruehe-luftfahrt http://swr.li/reichsautobahn-spatenstich https://archivradio.de/

  13. Nach dem Fall der Mauer 1989 geht auch die Epoche der Sowjetunion langsam zu Ende und mit ihr löst sich auch das mächtige Militärbündnis des Ostens auf, der Warschauer Pakt. Es unterstand direkt der Kontrolle Moskaus. 1955 war der Warschauer Pakt gegründet worden, auch als Reaktion darauf, dass eine Woche zuvor die Bundesrepublik der NATO beigetreten ist. Am 1.Juli 1991 ist der Pakt Geschichte. http://swr.li/gruendung-warschauer-pakt http://swr.li/ende-der-sowjetunion https://archivradio.de/

  14. Name der Frau kann Ehename werden Bis 1976 war klar: Nach einer Hochzeit bekommt die Ehefrau den Nachnamen des Mannes. Allenfalls darf sie ihren Mädchennamen mit Bindestrich dazusetzen. Am 1. Juli 1976 gibt es ein bisschen mehr Gleichberechtigung: Die Eheleute dürfen sich nun auch auf den Namen der Frau einigen. Die Bindestrich-Option gibt es weiterhin. Eigentlich ist das schnell gesagt, doch die Ausführlichkeit und der Ton, in der der folgende Beitrag vom 6. Juli 1976 dieses Thema breittritt, verrät etwas darüber, wie gewöhnungsbedürftig das neue Namensrecht offenbar damals ist. https://archivradio.de/

  15. Lehrermangel, marode Schulen und für viele Kinder keine adäquate Bildung Lehrkräftemangel, marode Schulen – und etliche Kinder, die nicht die Bildung bekommen, die ihrer Begabung entspricht. Das alles beklagt 1964 der bekannte Pädagoge Georg Picht (1913 - 1982). Er warnt, dass die schönen Zeiten des Wirtschaftswunders bald vorbei sein könnten. Er weist auf die nackten Zahlen hin: Immer mehr Geburten gibt es damals, damit auch immer mehr Schüler. Gleichzeitig stehen immer weniger Lehrer zur Verfügung, weil sich ältere Jahrgänge in den Ruhestand verabschieden. Damit nicht genug: Die wachsende Wirtschaft brauche mehr Schulabgänger mit Mittlerer Reife und Abitur – das Ausland habe das erkannt, die Bundesrepublik hinke hinterher. Der Zustand der Schulen sei schlecht, weil zu wenig investiert wird. Besonders rückständig sei die Situation in Baden-Württemberg. Thesen des Pädagogen Georg Picht finden Gehör Georg Pichts veröffentlicht seine Thesen in einer Artikelserie im Februar 1964 in der Wochenzeitung "Christ und Welt". Und das Erstaunliche: Sie findet Gehör, wird ein großes öffentliches Thema. Georg Picht hat den Vorteil, dass er in der intellektuellen Szene gut vernetzt ist. Er ist Schüler von Martin Heidegger, eng befreundet mit Carl Friedrich von Weizsäcker sowie dem damaligen Star der Reformpädagogik, Hellmut Becker. Picht selbst hat auf dem Birklehof im Schwarzwald eine Freie Schule aufgebaut. Deshalb findet seine Warnung Resonanz. Es tut sich was in der Bildungspolitik In seinem Radiovortrag vom 18. Juli 1964 im Süddeutschen Rundfunk fasst er seine These vom Bildungsnotstand zusammen und kommt zu dem Ergebnis: In den vorangegangenen Monaten, nach seiner Artikelserie, sei so viel passiert, dass er es für möglich hält, dass die Bildungskatastrophe doch noch abgewendet werden könne. Tatsächlich tut sich in der Folge einiges in der Bildungspolitik: 1965 wird ein sogenannter Bildungsrat auf Bundesebene geschaffen und immer mehr Jugendliche machen Abitur. Im Rückblick ist jedoch umstritten, ob wirklich Pichts düstere Diagnose den Anstoß dazu gegeben hat – wie er es selbst darstellt. Denn manche Entwicklungen, die Picht fordert, hatte die Politik schon in den Monaten vor seiner Artikelserie eingeleitet. http://swr.li/picht

  16. Es war eine der bekanntesten Titelgeschichten der Zeitschrift "Stern" und zugleich die Kampagne, mit der die Journalistin Alice Schwarzer als Kämpferin für Frauenrechte bundesweit bekannt wurde. In der "Stern"-Ausgabe am 6. Juni 1971 erklären 374 prominente Frauen öffentlich, dass sie abgetrieben hätten und fordern die Abschaffung des Paragrafen 218. Zwei Monate zuvor hatte es schon eine ähnliche Kampagne in Frankreich gegeben, an der Alice Schwarzer ebenfalls beteiligt war. "Bild" gegen "Stern" Bevor die Ausgabe des "Stern" erscheint, schaltet er Anzeigen in verschiedenen deutschen Tageszeitungen. Davon handelt der folgende Bericht vom 3. Juni 1971 im Süddeutschen Rundfunk. Alice Schwarzer wird dabei nicht erwähnt, man kennt sie noch kaum. Dafür die Schauspielerin Vera Tschechowa. Denn die Bild-Zeitung behauptet, Tschechowa habe nicht gewusst, was sie da unterschreibe. Also ruft der Reporter sie einfach an und fragt sie. Tschechowa erklärt, sie stehe zu ihrer Aussage. "Wir haben abgetrieben" – Muss jetzt die Staatsanwaltschaft ermitteln? Nachdem dieser Sachverhalt geklärt ist, geht die Sendung auf die juristischen Folgen dieser öffentlichen Selbstbezichtigung ein. Der ehemalige Bundesrichter Heinrich Jagusch erklärt, dass die Staatsanwaltschaft nach dieser Kampagne keineswegs zwangsläufig aktiv werden müsse.

  17. Wirtschaftswunder-Star Ludwig Erhard unter Druck 1966 ist Bundeskanzler Ludwig Erhard drei Jahre im Amt und sein Image ramponiert. Der einstige Star der Wirtschaftswunderjahre hat die Erwartungen nicht erfüllt: Die Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch gibt es Spannungen im Verhältnis zu Frankreich. Die CDU verliert an Zustimmung. In der Partei rumort es schon länger. Die CSU unter Franz Josef Strauß denkt laut darüber nach, Erhard ein Ultimatum zu stellen. Auch in der CDU-Führungsmannschaft wird über einen Kanzlertausch nachgedacht. Dann wird es plötzlich konkret. Um ein Haushaltsloch zu stopfen, will Erhard Steuern erhöhen. Sein Koalitionspartner, die FDP, weigert sich. Am 27. Oktober 1966 treten die vier FDP-Minister zurück, Erhards Regierung hat keine Mehrheit mehr. Erhard selbst erklärt sich grundsätzlich bereit, zurückzutreten. Jetzt wird offen über Ersatzkandidaten spekuliert. Kurt Georg Kiesinger: "keinerlei Karriere-Ehrzeiz" Zwei Kandidaten werden heiß gehandelt: Der eine ist Parlamentspräsident Eugen Gerstenmaier – es ist kein Geheimnis, dass er Interesse hat. Ein anderer ist der Baden-Württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger. Der wird es später auch, will Anfang November 1966 aber nicht zu schnell vorpreschen: In einer Pressekonferenz wiegelt er ab und weist eigene Ambitionen auf das Kanzleramt zurück. Er wolle in Baden-Württemberg bleiben. Kiesinger wird Kanzlerkandidat, Erhard tritt zurück Bereits eine Woche später, am 10. November 1966, wählt die CDU Kiesinger zum neuen Kanzlerkandidaten. Er versucht zunächst, die FDP wieder ins Regierungsboot zu holen, doch die will nicht. Anschließend verhandelt Kiesinger mit der SPD unter Willy Brandt. So kommt es zur ersten Großen Koalition der Bundesrepublik. Als das geklärt ist, tritt Erhard auch formal zurück und Kiesinger wird am 1. Dezember 1966 zum Bundeskanzler gewählt.

  18. Wenn Bundeswehrsoldaten ihren Eid aufs Grundgesetz ablegen, fand das früher nur in den Kasernen statt. 1980 gab es erstmals eine große öffentliches Gelöbnisfeier im Bremen Weserstadion, aber die wurde von teils gewalttätigen Demonstranten so massiv gestört, dass die Bundeswehr bis auf Weiteres darauf verzichtete. Erst 1996 initiiert der damalige Bundesverteidigungsminister Volker Rühe wieder ein großes öffentliches Gelöbnis, und zwar in Berlin. Seitdem gibt es diese Feiern regelmäßig. Obwohl das Gelöbnis auch 1996 keineswegs störungsfrei ablief.

  19. ICE – der neue Hochgeschwindigkeitszug der Bahn Kaum vorstellbar: Bis 1991 war der Intercity das Schnellste, was die Bahn zu bieten hatte. Doch dann die Revolution: Bahnfahren mit 250 Stundenkilometern. Von München nach Hamburg in fünfeinhalb Stunden. Züge mit Büroabteilen und Kopfhöreranschluss. Die neuen Züge sollten ursprünglich HGZ heißen, Hochgeschwindigkeitszüge, aber dann entscheidet sich die Bundesbahn doch für den international verständlicheren Namen Intercityexpress, kurz ICE. Am 29. Mai 1991 wurde der ICE offiziell in Betrieb genommen. Die großen Feierlichkeiten, vor allem in Baden-Württemberg, fanden am 31. Mai statt. Erwin Teufel: "Neue Epoche nach der Erfindung des Rades" Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel ist begeistert bei der großen Einweihungsfeier am Stuttgarter Hauptbahnhof und spricht von einer „neuen Epoche 5000 Jahre nach der Erfindung des Rades“. Teufel nimmt anschließend an einer Schnupperfahrt von Stuttgart nach Mannheim statt. Neue Bahnhöfe und Trassen Es sind nicht nur die schnellen Züge, die das Bahnfahren beschleunigen, sondern auch zum Beispiel der neue Durchgangsbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe oder neue Trassen wie die zwischen Göttingen und Würzburg sowie Stuttgart und Mannheim, die für den ICE reserviert sind und ein paar Abkürzungen mit sich bringen. Allerdings: Als die neugierigen Besucher in Mannheim auf die Schnupper-ICEs aus Stuttgart und Frankfurt warten, kommt es gleich – imagegerecht – zu einer Verspätung. Einer der Züge hat eine technische Panne ... Fahrplanwechsel am 2. Juni 1991 Mit dem offiziellen Fahrplanwechel am 2. Juni 1991 geht der ICE schließlich in den Regelbetrieb.

  20. Grundgesetz als Provisorium Bei den Beratungen im Parlamentarischen Rat 1948 war schon klar: Eine wirksame Verfassung für ganz Deutschland wird es bis auf weiteres nicht geben. Was aber bedeutet das für das entstehende Verfassungswerk – wie provisorisch ist es, wie muss es geschrieben sein, um dem geteilten Zustand gerecht zu werden? Dazu äußert sich Carlo Schmid, der Wortführer der SPD. Carlo Schmid für Schwarz-Rot-Gold Er war es auch, der den Begriff „Grundgesetz“ prägt – und am Ende dieser Aufnahme auch für die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold plädiert. Adolf Süsterhenn: Verfassungsgericht soll Bund vor Ländern schützen und umgekehrt In der gleichen Sitzung des Parlamentarischen Rats erklärt Adolf Süsterhenn von der CDU, welche Aufgaben genau das Bundesverfassungsgericht haben soll – Konrad Adenauer habe da klare Vorstellungen: Das Gericht solle den Staat vor den Ländern schützen und umgekehrt, und es soll die Bürger vor einer diktatorischen Mehrheit schützen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, dass das Gericht nach Karlsruhe kommen würde. Diese Entscheidung fiel erst 1951.