Archivradio – Geschichte im Original

SWR
1013
16.10.2026
Beschreibung
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

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Episoden
  1. Breitscheid unterstützt die Notverordnungen Der SPD-Abgeordnete Rudolf Breitscheid unterstützt die Notverordnungen der Regierung im Wesentlichen, weil sie sich gegen den Bürgerkrieg und die Auflösung der Demokratie richteten. Er kritisiert aber auch, dass sie zu Lasten der Arbeiterklasse gingen. Die Tonaufnahme von Breitscheids langer Rede bricht sehr früh ab, nämlich an der Stelle, wo er erklärt, wie sich die Opposition von rechts im Jahr 1931 geändert habe. Wilhelm Frick spricht von "Lebensraum" und "Kriegsschuldlüge" Wilhelm Frick von der NSDAP führt in seiner Rede das Wort "Lebensraum" ein, den "Lebensraum für seine bei einer artgemäßen Führung des Reiches sich von selbst ergebende wachsende Volkskraft". Darin steckt bereits der Keim von Hitlers späterer Eroberungs- und Ausrottungspolitik. Frick lehnt alles Kompromisshafte seiner Vorredner ab. Mehrfach nutzt er das Wort der "Kriegsschuldlüge" und spricht der Regierung Brüning das Misstrauen aus. Die Notverordnungen nennt er "Terrormaßnahmen". Wenig später, kurz vor Ende seiner Rede, ist der Mitschnitt dieses Teils der Sitzung zu Ende. Wir hören insbesondere nicht, wie nach dem stürmischen Beifall der NSDAP-Fraktion diese – wie schon mehrfach zuvor – unter "Heil Hitler!"-Rufen den Saal verlässt. Reichsfinanzminister verteidigt die Unterstützung deutscher Großbanken Es folgen Ausschnitte aus den Reden von Ernst Oberfohren (DNVP), Josef Joos (Zentrum) und des Reichsfinanzministers Hermann Dietrich. Dietrich verteidigt die Unterstützung der deutschen Großbanken durch die Regierung und nimmt dann Stellung zu dem ehemaligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht. Schacht hatte in einer außerparlamentarischen Rede in Bad Harzburg drei Tage zuvor vom Bankrott der Weimarer Republik gesprochen. Seine Rede war von der Telegraphen-Union in einer entschärften Version verbreitet worden, was der Regierung wiederum den Vorwurf einbrachte, es mit der Wahrheit nicht so ernst zu nehmen. Die Rechtfertigung ist nicht im Audio-Material enthalten. Die Redner: Rudolf Breitscheid (SPD) Wilhelm Frick (NSDAP) Ernst Oberfohren (DNVP) Josef Joos (Zentrum) Hermann Dietrich (Reichsfinanzminister, DDP) 5. Wahlperiode. 1931/32

  2. Die Kommunisten wenden ein, die Regierung habe den Bürgerkrieg selbst begonnen, nämlich einen Krieg gegen das Proletariat. Wirth antwortet: "Die Faschingszeit liegt schon hinter uns." Er spricht über das Vorbild des englischen Wahlrechts, aber auch dort gäbe es Probleme. Er meint, der Auszug von 153 NSDAP-Abgeordneten würde noch keine Parlamentskrise auslösen. Der Innenminister spricht auch den Rundfunk an. Solle man ihn als politisches Instrument einsetzen? Wenn ja, würde er, Wirth, die Zensur am liebsten selbst in der Hand haben: Meine Herren, am Rundfunk werden heute, und zwar nicht erst seit meiner Amtsführung, sondern lange vorher, auch unter konservativen Ministern, politischen Weltanschauungsgruppen Möglichkeiten gegeben, an Feiertagen, sei es an christlichen Feiertagen oder an anderen Feierstunden, weltanschauungsgemäß den Rundfunk zu benutzen. Das erfordert großen Takt, und mehr als einmal sind hier Schwierigkeiten entstanden. Die Handhabung war aber – ich darf das betonen –, soweit ich jetzt zurückblicken kann, es ist bald ein Jahr, eine sehr liberale. Wir haben den Herren der Augsburger Konfession die Möglichkeit gegeben, zum ganzen deutschen Volke zu sprechen. Wir haben linksgerichteten Gruppen die Möglichkeit gegeben, auch Feiern geschlossener Art vorzutragen. Quelle: Reichsinnenminister Joseph Wirth (Deutsche Zentrumspartei) Hier ist der Mitschnitt zu Ende. Im stenografischen Protokoll führt Wirth noch weiter aus, dass in den Rundfunkreden "der Geist der Toleranz" Voraussetzung für eine Sendegenehmigung sei. Redner Joseph Wirth (Reichsinnenminister, Deutsche Zentrumspartei) 5. Wahlperiode. 1931/32

  3. Julius Curtius berichtet von der Tagung des Völkerbunds in Genf. Deutschland sei dort "national", also selbstbewusst aufgetreten – auch wenn die Reparationsleistungen erdrückend seien. Nicht im O-Ton vorhanden ist diese wichtige Passage: Der am Vortag zusammen mit seiner NSDAP-Fraktion unter Protest ausgetretene Abgeordnete Franz Stöhr wiederholt zu Beginn der Sitzung seine Ablehnung des Parlaments, weil die Regierung sich den Reparationsleistungen beuge: Das Volk will, dass dem Tributwahnsinn ein Ende gemacht wird. Es hat es satt, Opfer über Opfer zu bringen, ohne ein Ziel dafür zu sehen. Es fordert stürmischer und stürmischer, dass Abrechnung gehalten wird mit der zwölfjährigen Bankrottpolitik, wie sie seit 1918 in Deutschland betrieben wurde. Wir werden uns diesem Willen des Volkes nicht entziehen. Und da er in diesem Hause des organisierten Verfassungsbruches nicht mehr mit Mitteln des parlamentarischen Kampfes durchgesetzt werden kann, werden wir den Tributreichstag verlassen und im Kampf um die Seele des Volkes die Sache der Nation zu unserer Sache machen. Dieser Reichstag ist aufzulösen, da er nicht mehr dem Willen des deutschen Volkes entspricht. Die nationalsozialistische Fraktion ruft den breiten arbeitenden Massen des deutschen Volkes zu: Nicht verzweifeln, kampfentschlossen her zu uns! Quelle: Franz Stöhr (NSDAP) Rede von Reichsaußenminister Julius Curtius (DVP) findet Zustimmung Der eigentliche Ton-Mitschnitt beginnt später, vermutlich am Nachmittag. Reichsaußenminister Julius Curtius war gerade von der Tagung des Völkerbunds in Genf zurückgekehrt und spricht vom "nationalen", also selbstbewussten Auftreten Deutschlands in der Völkergemeinschaft, auch wenn die Reparationsleistungen erdrückend seien. Die Rede ist ausschließlich von Zustimmung begleitet. Die NSDAP-Fraktion hatte den Saal wieder aus Protest verlassen. Akustisch nicht überliefert ist die folgende Passage, die auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen ein schlechtes Licht wirft. Der Reichsminister des Äußeren nannte das die "Probleme an der Ostgrenze": Im Mittelpunkt der Tagung des Völkerbundrats stand die Behandlung der polnischen Gewalttaten gegen die deutschen Minderheiten in Oberschlesien sowie in Posen-Pommerellen. Es war das erste Mal, dass eine Ratsmacht von sich aus von der Befugnis Gebrauch machte, die Aufmerksamkeit des Völkerbundrats auf eine Verletzung der Minderheitenschutzbestimmungen zu lenken. Die Terrorakte waren besonders schwerwiegend. Sie erhielten ihr Gepräge durch Duldung und Förderung seitens amtlicher Stellen. Quelle: Julius Curtius (DVP) Redner Julius Curtius (Reichsaußenminister) 5. Wahlperiode. 1931/32

  4. Nach der 18. Sitzung am Freitag folgte am Sonnabend, den 7. Februar 1931, die 19. Sie endete mit einer Abstimmung über einen Misstrauensantrag und ist nicht im Originalton überliefert. Am Montag darauf sind gleich zwei Sitzungen verzeichnet, nämlich die 20. und 21. Zur Vorlage steht Antrag 698, dem zu Folge "Finanzvorlagen ohne Beratung dem Haushaltsausschuss überwiesen [werden], wenn nicht die Reichsregierung einer abweichenden Behandlung zustimmt." Besonders turbulente Passagen der Debatte sind akustisch in Ausschnitten überliefert. Rede des NSDAP-Gegners Johannes Bell wird ausgeblendet Der Reichstagspräsident versucht vergeblich, die Abgeordneten zurück auf ihre Sitze zu rufen und Ruhe einkehren zu lassen. Dann spricht der Zentrumsabgeordnete Johannes Bell. Bell hatte 12 Jahre zuvor den Versailler Kapitulationsvertrag mit unterschrieben und deswegen scharfe Gegner bei den Nationalsozialisten. Die Rede wurde im Originalmitschnitt ausgeblendet. Nationalsozialisten singen das Horst-Wessel-Lied und verlassen den Saal Es folgt der Nationalsozialist Franz Stöhr. Er warnt die "Weltöffentlichkeit", dieses Parlament noch ernst zu nehmen und droht den Vertretern des Zentrums wörtlich: "Es kommt der Tag, und er kommt sehr bald, an dem Ihnen für Ihr schamloses Verhalten die Quittung ausgestellt werden wird, die Sie verdienen! Wir verlassen zum Protest gegen Ihre Handlungsweise den Saal." Während die von Stöhr geführten Abgeordneten aufstehen, rufen sie "Heil!" und singen die NS-Hymne, das Horst-Wessel-Lied. Die kommunistische Fraktion fängt dann auch an zu skandieren, nämlich "Prolet erwache!" Die Redner: Hans Bell (Zentrum) Paul Löbe (Reichstagspräsident) Franz Stöhr (NSDAP) Walter Stoecker (KPD) Thomas Esser (Vizepräsident)

  5. Drei Tage nach dem Anschlag auf Rudi Dutschke und den anschließenden Ausschreitungen hält Bundesjustizminister Gustav Heinemann eine Ansprache in der Tagesschau. Darin ruft er alle Seiten zur Mäßigung auf. Auch die Politik müsse sich fragen, ob sie nicht Fehler gemacht habe.

  6. Auch der DDR-Rundfunk berichtet über den Anschlag auf Rudi-Dutschke und die anschließenden Ausschreitungen. Hier die 18-Uhr-Ausgabe der DDR-Nachrichten am Tag nach dem Anschlag. Typisch für den DDR-Rundfunk – und für westliche Ohren ungewohnt – sind die oft wertenden Formulierungen in Nachrichtensendungen: "Tausende von Westberlinern demonstrieren zur Stunde gegen den heimtückischen Mordanschlag auf den führenden SDS-Funktionär Rudi Dutschke. Auf mitgeführten Transparenten werden der Rücktritt des Schütz-Senats, die Enteignung des Springerkonzerns sowie die Bildung einer antifaschistischen Einheitsfront gefordert. Auf dem Kurfürstendamm versuchten die unter dem direkten Kommando des SS-Verbrechers Werner stehenden und in höchster Alarmbereitschaft versetzten Polizeibüttel unter brutalem Einsatz von Schlagstöcken, Rauchbomben, Reiterstaffeln und Wasserwerfern die Demonstranten auseinander zu treiben. Unter dem Gesang der Internationale gelang es schließlich, den empörten Bürgern die dicht gestaffelten Polizeiketten zu durchbrechen und sich erneut zu einem Protestzug zu vereinigen.. "

  7. Am Tag nach dem Attentat auf Rudi Dutschke erfolgt eine Umfrage in der Berliner Bevölkerung. "Ich bin sehr erschüttert darüber, dass es das bei uns in Deutschland und überhaupt gibt, dass wenn jemand sich außerhalb der normalen Grenzen bewegt, dass der dann einfach irgendwie beseitigt wird."

  8. Vor dem Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am West-Berliner Kurfürstendamm schießt der junge rechtsextreme Hilfsarbeiter Josef Bachmann dreimal auf Rudi Dutschke. Ein Reporter schildert die Situation.

  9. Einer der größten Wendepunkte in der Geschichte Südafrikas: Nelson Mandela (18.7.1918 - 5.12.2013) wird nach 27-jähriger Haft aus dem Victor-Verster-Gefängnis in Paarl bei Kapstadt entlassen. Unter den Journalisten, die vor den Toren auf seine Freilassung warten, ist auch ARD-Korrespondent Klaus Metzler.

  10. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und Außenpolitiker Rudolf Breitscheid – Mitglied der Deutschen Völkerbundskommission – sagt 1928, was er vom Völkerbund hält: Es sei richtig, dass Deutschland beigetreten ist, doch als Sozialdemokrat erwarte er davon nicht zu viel.

  11. Der britische Premierminister Edward Heath beschwört die "frische Einheit" in Europa. Nach dem Ende des Empires habe Großbritannien eine neue Rolle gefunden.

  12. 18 Jahre lang war Erich Honecker SED-Chef, 14 Jahre lang auch Vorsitzender des Staatsrats der DDR. Am 18. Oktober 1989 endet diese lange Ära. Honecker wird zum Rücktritt gezwungen, nachdem er auf die dramatischen Veränderungen in der DDR keine Antwort hatte. Michail Gorbatschow hatte ihn noch gewarnt mit seinem berühmten Satz: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Honecker wird abgelöst von seinem Stellvertreter Egon Krenz – der auch nicht für Reformen und Aufbruch steht.

  13. Im Juli 2000 spricht der Deutsche Leichtathletik-Verband Dieter Baumann vom Vorwurf des Dopings frei. Doch am 18. September 2000 – die Olympischen Spiele in Sydney haben gerade begonnen – kassiert der Internationale Leichtathletik-Verband diesen Freispruch wieder. Dieter Baumann wird für zwei Jahre gesperrt, sein Rekord über 5.000 Meter wird ihm aberkannt.

  14. Monate, nachdem die Doping-Vorwürfen gegen Dieter Baumann bekannt wurden, gibt die Staatsanwaltschaft Tübingen eine Pressekonferenz. Sie stellt die Ermittlungen ein. Eine echte Entlastung für den Sportler ist das nicht.

  15. In der SWR1-Sendung „Stadion“ äußert sich Dieter Baumann zu den Doping-Vorwürfen gegen ihn und zur manipulierten Zahnpasta.

  16. Die Zahnpasta war’s! Über sie ist der Doping-Wirkstoff Nandrolon in den Körper des Langstreckenläufers Dieter Baumann geraten; das scheint am 3.12.1999 geklärt zu sein. Doch damit stellt sich die nächste Frage: Wer hat die Zahnpasta manipuliert? Dieter Baumann selbst? Oder wurde er Opfer einer Intrige?

  17. Dieter Baumann war Olympiasieger und einer der erfolgreichsten deutschen Langstreckenläufer. Er lief 5.000 Meter in 12 Minuten und 54 Sekunden – die bis heute ungeklärte Frage ist, ob er dabei gedopt war oder nicht. Denn Dieter Baumann, der Athlet aus dem schwäbischen Blaustein, der Doping immer verurteilte, gerät 1999 selbst unter den Verdacht. Am 13. November 1999 wird bekannt, dass bei zwei Doping-Proben von ihm Nandrolon gefunden wurde. Am 19. November stellt sich Baumann den Fragen der Presse.

  18. Markus Wolf, Spionagechef der DDR, Leiter des Auslands-Nachrichtendienstes im Ministerium für Staatssicherheit, überrascht mit einer Rede auf einer Großdemonstrationen auf dem Berliner Alexanderplatz, fünf Tage vor der Öffnung der Mauer. Wolf kritisiert die DDR-Führung scharf und fordert eine Erneuerung der SED als Partei und der DDR als Staat. Er spricht von einem "erneuerten Sozialismus" – und wird ausgepfiffen. Die Ansprache von Markus Wolf im Wortlaut "Nicht ohne zu zögern nutze ich die Möglichkeit, an dieses Mikrofon zu treten, aus mehreren Gründen. Es war nicht meine Partei, die Sozialistische Einheitspartei, die mit der Macht der Medien zu dieser Demonstration aufgerufen hätte. Es war die fast leise Stimme Berliner Künstler, mit der Forderung nach Freiheit des Worts und der Versammlung. Trotz zunehmend mahnender Stimmen in unseren eigenen Reihen konnten wir nicht verhindern, dass unsere Führung bis zum 7. Oktober in einer Scheinwelt lebte und selbst dann noch versagte, als die Menschen anfingen, mit den Füßen abzustimmen. Das war bitter für uns Kommunisten. Hunderttausende Kommunisten, die ehrlich und aktiv gearbeitet haben, erwarten einen klaren Kurs. Viele haben schon lange um Lösungen gekämpft. Haben auch weitreichende konzeptionelle Vorschläge für grundlegende Reformen eines erneuerten Sozialismus gemacht. Diese Vorschläge gehören jetzt in den Dialog und an die Öffentlichkeit. Damit wird noch deutlicher werden, dass es in dieser meiner Partei nicht an engagierten und couragierten Menschen auf allen Arbeitsebenen und Feldern mangelt. Nicht an klaren und konzeptionell kompetent Köpfen fehlt. Nicht durch Pochen auf festgeschriebene Artikel. Nur so, durch Überzeugung und harte, sehr harte Arbeit, kann diese Partei ihre Rolle in der neuen Etappe unserer gesellschaftlichen Entwicklung spielen."

  19. Die Nachricht von der Öffnung der Grenzübergänge spricht sich schnell herum. Etliche Berlinerinnen und Berliner machen sich noch in derselben Nacht auf den Weg, um auf die jeweils andere Seite zu gucken. Der DDR-Rundfunk schickt in der Nacht einen Reporter an den Grenzübergang Oberbaumbrücke. Die Brücke führt über die Spree von Friedrichshain nach Kreuzberg. Am nächsten Tag geht es so weiter. Wir hören eine DDR-Reporterin, die am 10. November 1989 für den Berliner Rundfunk am Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße zwischen Berlin-Mitte und Berlin-Kreuzberg berichtet.

  20. Wie hältst du’s mit der Wiedervereinigung? Diese Frage drängt sich Herbst 1989 immer stärker auf, als sich das Ende der DDR in ihrer bisherigen Form ankündigt. Für die Politikerinnen und Politiker der CDU/CSU, aber auch viele in der FDP, ist das damals gar keine Frage: Wiedervereinigung? Natürlich, wenn es möglich ist! Die SPD tut sich damit schwerer. Viele in der Partei haben Vorbehalte. So befasst sich der SPD-Parteirat mit der Frage – und nebenbei auch damit, wie die Partei mit den rechtsextremen „Republikanern“ umgehen soll. Im Ausschnitt zu hören sind SPD-Chef Hans-Jochen Vogel und der Parteiratsvorsitzende Norbert Gansel. Für den Südwestfunk berichtet Thomas Jung.