
Archivradio – Geschichte im Original
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- 21.12.201827 min
Auch der DDR-Rundfunk berichtete darüber – hier in einer Hintergrundsendung am 5. Januar 1964 mit den üblichen Seitenhieben auf die Behörden in der Bundesrepublik. Quelle: DRA Babelsberg Archivnummer: 2030029. Tonträger DRA Babelsberg Gesendet: 5.1.1964 Ereignisse – Erlebnisse – Erkenntnisse: Der Radio-DDR-Hörbericht
- 10.12.20188 min
Oktober 1948: Noch vor der Verabschiedung der Menschenrechtscharta hält die Vorsitzende der UN-Kommission für Menschenrechte, Eleanor Roosevelt eine Rede in deutscher Sprache, in der sie auf die besondere Chance der Menschenrechte für Deutschland eingeht. Sie würdigt dabei auch die Leistungen der Frauen in der Nachkriegszeit. Hier ein Ausschnitt dieser Rede – leider ist in den Archiven nicht dokumentiert, wo und zu welchem Anlass genau sie diese Rede hielt.
Allerdings kann er wenig erreichen. Der Vertrag stellt die alleinige Schuld Deutschlands fest und verpflichtet es zu Gebietsabtretungen und umfangreichen Reparationszahlungen. An jenem Tag weigert sich die deutsche Seite zu unterschreiben. Dies geschieht erst am 28. Juni, als die Siegermächte eine Militärinvasion androhen. Die Rede hat Brockdorff-Rantzau 1920 nachaufgenommen. Nach der Übergabe des Vertragsentwurfs durch die Alliierten: 7. Mai 1919 Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau (1869 - 1928) war ein deutscher Diplomat; 1912 Gesandter in Dänemark. Brockdorff-Rantzau ist ein Gegner der preußischen Politik, die Dänen in Nordschleswig per Gesetzgebung ins Deutsche Reich einzugliedern. 1919 nimmt er das Amt des Staatssekretärs des Auswärtigen an. Er weist als Leiter der deutschen Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 die Alleinschuld Deutschlands und Österreichs am Krieg zurück. Er gesteht aber eine Mitschuld, besonders in Bezug auf Belgien, ein. Unter seiner Leitung werden deutsche Gegenvorschläge zum Versailler Vertrag ausgearbeitet, die auf eine Milderung der Konditionen für Deutschland abzielen. Nach der negativen Antwort der Siegermächte spricht sich Brockdorff-Rantzau gegen die Unterschrift unter das "Diktat" aus. Das gesamte Kabinett Scheidemann tritt im Juni 1919 zurück. Brockdorff-Rantzau zieht sich auf sein Landgut zurück. In Zeitungsartikeln plädiert er für eine Revision des Versailler Vertrags und für die Errichtung einer Völkerrechtsordnung. 1922 wird er Botschafter in Moskau.
- 02.11.20184 min
Otto Reutter spottet über den russischen "Friedensengel" "Zwar steht die Welt noch, aber das Portemonnaie ist leer", singt der Kabarettist Otto Reutter und wundert sich über plötzliche Kriegswenden: Gerade noch war der russische Zar Nikolaus II. (1868 - 17. Juli 1918) der Feind, nun hat er sich "verändert sehr, beim russ'schen Krieg, muss man gesteh'n, so'n Friedensengel hat die Welt noch nicht gesehen". Und dann wird's still Wenn irgendwo mal was passiert Wird gleich darüber resultiert Zuerst da gibt's ’n groß’ Geschrei Auf einmal ist die Sach’ vorbei Zum Beispiel als vom russ'schen Zar Der Frieden zur Grenze [...] Da hieß es mit dem Kriegsgeschrei Ist’s jetzt vorbei Und nun ist’s still Man hört nichts mehr Der Zar hat sich verändert sehr Beim russ’schen Krieg muss man gesteh’n So’n Friedensengel hat die Welt noch nicht gesehen Ach, vor dem Weltenuntergang War oft schon manchem Angst und Bang Schon oftmals wurde prophezeit Der Untergang sei nicht mehr weit Schon oftmals sagte ein Prophet Vom Himmel fiele ein Planet Der pflüge alles hier entzwei Da wär’s vorbei Und nun ist’s still Man hört nichts mehr Die Welt steht grad noch wie vorher Ich nahm 'ne Gage ja schon vorher Nun steht die Welt noch da und’s Portemonnaie ist leer Madame Frankreich hat galant Dem Russen eingereicht die Hand Zu einem ewigen [...] Uns hat sie gereicht die Hand und Mund Madame hat sich nicht gelumpt Hat ihrem Pakt viel Geld gepumpt Für dich, so sagt sie voll Gefühl Ist nichts zu viel Jetzt ist es still Man hört nix mehr Nun schimpft sie auf den Russen sehr Madame Frankreich sagt betrübt: Gib mir mein Geld, du Lump, du hast mich nie geliebt Wenn man mal in die Zeitung sieht Weiß man was in Berlin geschieht So mancher Mord ist hier passiert Dem Mörder wird gleich nachgespürt Dann schreibt ein jedes Zeitungsblatt Dass man ihn fast gefunden hat Ein Extrablatt wird ausgeschrien: Wir haben ihn Und dann wird’s still Man hört nichts mehr Der Kerl, der läuft noch frei umher Bis weit hinaus, da sucht man ihn Und ganz am Schluss, da find’ s’ ’n endlich in Berlin Als vor acht Jahren wie bekannt Professor [...] Da hieß es gleich von diesem Mann Bricht eine neue Zeit heran Ob über [...] Das weiß er vorher ganz genau Die Sache ist jetzt kinderleicht Es ist erreicht Und jetzt ist’s still Man hört nichts mehr Die Sache geht grad wie vorher Kommt ganz drauf an, wie man’s erwischt Mal kommt 'n Junge, mal ’n Mädel, mal kommt nüscht Aufnahmedatum: ca. Sommer 1918 Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
- 02.11.20182 min
Anteilnahme weiter Kreise des deutschen Volkes / Spricht seinen Dank aus / "Wir haben dem übermächtigen Ansturm unserer Gegner mit Gottes Hilfe durch deutsche Kraft widerstanden, weil wir einig waren, weil jeder freudig alles gab. So muss es bleiben bis zum letzten 'Nun danket alle Gott' auf blut'ger Walstatt. Sorget nicht was nach dem Kriege werden soll, das bringt nur Missmut in unsere Reihen und stärkt die Hoffnungen der Feinde. Vertraut, dass Deutschland erreichen wird, was es braucht, um für alle Zeit gesichert dazu stehen. Vertraut, dass der deutschen Eiche Luft und Licht geschaffen werden wird zu freier Entfaltung. Die Muskeln gestrafft, die Nerven gespannt, das Auge geradeaus, wir sehen das Ziel vor uns, ein Deutschland hoch zu Ehren, frei und groß. Gott wird auch weiter mit uns sein."
- 02.11.20184 min
"Die heutigen Kinder von 5, 6 Jahr, / Die kennen die Zeit nicht, wo Frieden war... / Großmütterlein hat 'ne Geschichte erzählt, / Einst war alles da auf der Welt, / Man hat nicht gehamstert, man ging ins Geschäft, / Man braucht' keine Karten, nur Geld... / Einst gab's Zeit ohne Krieg, / Man fuhr nach Paris, nach Italien hinein, / Man sprach nicht von Kampf und von Krieg... / Hat keiner den anderen bedroht, / Schoß keiner den anderen tot. / Da sagten die Kinder: Halt ein, du lügst, / Brauchst nichts mehr erzählen, lieb's Großmütterlein." Textdichter und Vokalist ist der Komiker und Sänger Otto Reutter (1870-1931), der Komponist ist unbekannt.
- 31.10.20183 min
In der Schlacht in den Karpaten spielte Böhm-Ermolli nur eine untergeordnete Rolle, seine Gegenoffensive misslang unter großen Verlusten – die 2. Armee erlitt im ersten Kriegswinter 50 Prozent Verluste. Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli (1856 – 1941) war Feldmarschall von Österreich-Ungarn. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde ihm die Führung der 2. Armee übertragen, die er bis fast zum Ende des Krieges kommandieren sollte, eine der am längsten währenden militärischen Verwendungen des Ersten Weltkriegs. In der Schlacht in den Karpaten spielte Böhm-Ermolli nur eine untergeordnete Rolle, seine Gegenoffensive misslang unter großen Verlusten – die 2. Armee erlitt im ersten Kriegswinter 50 % Verluste. Inhalt: Einzelheiten über die Kämpfe im vergangenen Jahr / Kämpfe in den Karpaten / Eroberung von Lemberg / "Wir ernten das Korn und den Weizen, den der Feind gesät hatte und bebauen das wiedergewonnene Land" / Nach weiteren Siegen stehen wir heute auf feindlichem Boden / Unsere Feinde wollen den Frieden noch nicht; wir werden durchhalten bis zum friedensschaffenden Sieg.
- 31.10.20182 min
SWR2 Archiradio Der Erste Weltkrieg Dank an die Funktionäre des österreichischen Roten Kreuzes Der österreichische Generaloberst Leopold Salvator spricht im Auftrag des Kaisers den Funktionären des Roten Kreuzes "den wärmsten Dank für die tatkräftigen Leistungen" aus. Anlass ist der Tätigkeitsbericht des Jahres 1915. Aufgenommen 1916. Deutsches Rundfunkarchiv Länge: 1 Minute Inhalt Spricht den Dank für den Tätigkeitsbericht des Jahres 1915 im Namen des Kaisers aus / Höchste Anerkennung für die erzielten Ergebnisse / Das Rote Kreuz hat sich um die "heldenhaft kämpfenden Armeen" Verdienste erworben Der Original-Plattentitel lautete: "Seine Kaiserl. Hoheit Erzherzog Franz Salvator spricht im Auftrag Seiner Majestät Kaiser Franz Josef I. allen Funktionären des Roten Kreuzes für die tatkräftigen Leistungen den wärmsten Dank aus". Hintergrund: Im Verlauf des ersten Weltkriegs war das österreichische Rote Kreuz hauptsächlich in den militärischen Sanitätsdienst integriert, auch der Betrieb von Sanitätsanstalten im gesamten Hinterland war Aufgabe des Roten Kreuzes. In Niederösterreich beispielsweise verzeichnete man in den ersten fünf Kriegsjahren insgesamt 305.485 Patienten in den Sanitätsanstalten, das waren 25.1 Prozent der gesamten vom Roten Kreuz betreuten Verletzten und erkrankten Soldaten. Nach Beginn des ersten Weltkriegs wurde auch der zivile Rettungs- und Krankentransportdienst strukturiert. Alle Feuerwehrlandesverbände wurden an das Rote Kreuz angeschlossen. Eine weitere Aufgabe des Roten Kreuzes war ab 1917 die Kur- und Bäderfürsorge für heeresentlassene Kriegskranke. Im Ersten Weltkrieg waren mehr Sanitätssoldaten im Einsatz als in jedem Krieg zuvor. Die große Zahl Verwundeter und die lange Kriegsdauer zwangen Regierungen und Hilfsorganisationen, vielfältige medizinische Dienste zu organisieren. Tausende Gebäude wurden requiriert, die Krankenpflege zu einem wichtigen Gebiet der Kriegsarbeit. Aufnahmedatum: 1916 Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
- 31.10.20181 min
"Ein reiner und unbefleckter Dienst bei Gott ist es, den Witwen und Waisen in ihrer Trübsal zu helfen / ich wiederhole den Ausspruch mit dem der Heilige Vater sein Bild den Witwen und Waisenfonds gewidmet hat und bitte: Gedenket stets der Kinder jener Helden, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben für Kaiser und Vaterland geopfert haben." Hintergrund: General Franz Freiherr von Schönaich (1844 -1916) war von 1905 bis 1911 Minister für Landesverteidigung in Österreich-Ungarn. Schönaich stand in Gegnerschaft zu Freiherr von Hötzendorf und dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand. Er wurde Leiter des Witwen- und Waisenfonds, der im Verlauf des Krieges und der hohen Verluste immer wichtiger wurde.
- 31.10.20183 min
Sprecher: Leopold Salvator (1863 – 1931), Erzherzog von Österreich und Generaloberst. Hintergrund Österreich-Ungarn war militärisch gesehen die kleinste unter den Großmächten. Wie Russland fehlte der Doppelmonarchie die industrielle Basis für einen längeren Krieg und es fehlte an Schienennetzen für den schnellen Transport von Truppen und Material an die Front. Die größte Waffenschmiede Österreichs waren die Skoda-Werke in Prag. Der als Bewegungskrieg geplante Krieg wurde schnell zum Stellungskrieg, was die Weiterentwicklung der Artillerie bestimmte. Die Reichweiten der Geschütze lagen am Ende des Krieges deutlich höher als 1914.
- 31.10.20183 min
"Glückwunsch an Franz Josef im Namen von Armee und Flotte" - der Oberkommandierende der österreichischen Armee Erzherzog Friedrich gratuliert dem greisen österreichischen Kaiser zum Geburtstag. Er bekundet seine "schwärmerische Liebe und Verehrung". Schwächung der österreichischen Monarchie Kaiser Franz Joseph I. war beim Ausbruch des Krieges bereits 84 Jahre alt, er hatte den Krieg persönlich nicht angestrebt, entschied sich aber 1914 in der Julikrise, Serbien gegenüber Stärke zu zeigen. Er folgte kriegsfreudigen Politikern, Militärs und Publizisten und hielt die Kriegserklärung für unvermeidlich. Als Franz Joseph 1916 starb, war der Krieg noch nicht entschieden, die Monarchie im Inneren aber schon stark geschwächt. Erzherzog von Österreich Friedrich (1856 – 1936) war von 1914 bis 1916 als Feldmarschall Oberkommandierender der österreichischen Armee.
Hörbilder waren auf Tonwalzen oder Wachsplatten gespeichert bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Es gab schon Aufnahmen von Spielszenen, kurzen Lesungen oder humoristischen Einlagen. Im Hörbild "Schlacht in den Karpaten" werden ein österreichischer und ein ungarischer Soldat von Kosaken bedroht, doch sie erhalten Verstärkung. Ein Österreicher hilft seinem verletzten ungarischen Kameraden. Es wird gesungen: "Österreich und Ungarn, die helfen Hand in Hand, die geben ihr Leben fürs teure Vaterland". Karpatenpässe waren hart umkämpft Von Januar bis März 1915 waren die Karpatenpässe unter sehr schwierigen Wetterverhältnissen hart umkämpft. Österreichische Truppen stoßen mit deutscher Unterstützung nach Polen und Galizien vor, die russische Armee erleidet hohe Verluste. Aber auch Österreich verliert 300.000 Soldaten und kann die Front nur mit deutscher Unterstützung gegen Russland halten.
Zu den gängigen Melodien wie "Oh Tannenbaum" singt das Kabarett pseudolustige Verse. Die Gegner haben "die Hosen voll" und die Russen "kriegen was auf die Goschen". Das von einem unbekannten Sänger mit Klavier begleitete Lied von 1915 thematisiert die Anfangserfolge der Mittelmächte in den ersten beiden Kriegsjahren. Unbekannter Sänger mit Klavierbegleitung
- 31.10.20184 min
"Nach dreitägigen Kämpfen holen wir zum letzten Schlag aus, um diese russische Position zu erstürmen. Soldaten, denkt an Eure Kameraden, die sich bisher geopfert haben, um uns den Weg hierher frei zu machen. Die Opfer dürfen nicht umsonst gewesen sein. [...]" Hintergrund Die deutsche Heeresleitung versuchte eine Kriegsentscheidung im Osten 1915 herbeizuführen. Im Mai fand die Schlacht von Gorlice-Tarnow statt, in deren Verlauf die deutschen und österreichischen Truppen die russische Armee besiegen konnten. Der Erfolg konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Österreich-Ungarn vom Kriegsbeginn bis März 1915 Verluste von annähernd zwei Millionen Mann zu tragen hatte und nun auf massive deutsche Hilfe angewiesen war.
- 31.10.20182 min
Franz Graf Conrad von Hötzendorf (Generaloberst, Chef des österreichisch-ungarischen Generalstabes): Rede über den unauflöslichen Zusammenhalt aller Völker Österreich-Ungarns in unserer Armee und Flotte als bleibende Frucht des Weltkrieges. Viele Nationalitäten des Vielvölkerstaats Österreich-Ungarn – Tschechen, Slowenen, Polen, Rumänen, Südslawen – standen den Gegnern des Habsburger Reiches durch Sprache und Kultur sehr nahe. Die Bestrebungen nach Eigenständigkeit werden vom Redner völlig ignoriert. Franz Graf Conrad von Hötzendorf (1852 - 1925) war seit 1906 Chef des österreichisch-ungarischen Generalstabes. Er galt als Verfechter weitreichender Kriegsziele der k.u.k Monarchie und schlug bereits vor 1914 – vergeblich – Präventivkriege gegen Italien und Serbien vor. Die Konzentration von Truppen an der serbischen Grenze, während russische Armeen auf Galizien zumarschierten, war ein strategischer Fehler. Im Mai 1915 konnten die an Russland verlorenen Gebiete zwar zurückerobert werden, aber nur unter großen Verlusten. Seine Offensive gegen Italien 1916 endete mit einem Fehlschlag; die deutsche Heeresleitung übernahm den Oberbefehl an allen Fronten, Hötzendorf wurde 1917 zum Befehlshaber der Trentino-Front degradiert. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
- 19.10.201843 min
22.10.1948: Dem Volksrat der DDR liegt ein erster vollständiger Entwurf für eine Verfassung vor. Formal beansprucht diese DDR-Verfassung Gültigkeit für Gesamtdeutschland. Otto Grotewohl war zugleich Vorsitzender der SED als auch des Verfassungsausschusses. Grotewohl stellt den den Verfassungsentwurf als eine von alten Fehlern bereinigte Wiederauflage der Weimarer Verfassung dar. Ein Fehler sei damals die föderale Aufspaltung des Landes gewesen. Dies wolle man nun durch die Schaffung eines Zentralstaates verhindern. Ein weiterer Unterschied zu Weimar: Es gibt in der neuen Verfassung keine Gewaltenteilung zwischen Judikative und Legislative. Beide werden in der Institution Volkskammer zusammengeführt. Auch das begründet Grotewohl: Weitreichende Urteile über Staatsangelegenheiten dürften nicht nur in der Hand eines aus wenigen Personen bestehenden Staatsgerichtshofs liegen. "Meine Damen und Herren, fast drei und ein halbes Jahr sind vergangen seit der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands. Seit diesem Zeitpunkt steht Deutschland im Zentrum internationaler Beratung und Auseinandersetzung. Die internationale Lage und damit auch die Lage Deutschlands haben sich in dieser Zeit nicht vereinfacht, sondern wesentlich kompliziert. Wir stehen vor der Tatsache, dass Deutschland im Felde der internationalen Spannungen zerrissen und zerrieben zu werden droht. Wir stehen vor der Tatsache der Gründung eines separaten westdeutschen Staates. Deutschland ist in höchster Gefahr. Der nationale Zerfall ist kein Schreckgespenst mehr, er ist heute bereits Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, deren furchtbares Ausmaß für das Leben unseres Volkes als Ganzes — wie auch für jeden Einzelnen — heute noch gar nicht hinreichend und tief genug in das Bewusstsein unseres Volkes gedrungen ist."
- 07.06.20182 min
François Mitterrand und Helmut Kohl reichen sich auf dem Gräberfeld von Verdun die Hände. Spontane Geste oder große Inszenierung? Im Dezember 1987 erzählt Kohl, welche Bedeutung das Treffen für ihn hatte.
- 07.06.20183 min
Die sechs Gründerstaaten Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnen in Paris den Vertrag über eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl in Paris. Dass das nur der Anfang ist, macht Bundeskanzler Konrad Adenauer in seiner Ansprache hinterher sehr deutlich.
- 06.06.201828 min
Die Beziehung Deutschland-Frankreich spielt für Europa heute wieder eine besondere Rolle. Diese Freundschaft fiel nicht vom Himmel – sie wurde mühsam erarbeitet. Das SWR2 Archivradio dokumentiert die Entwicklung in zahlreichen Originalaufnahmen. Bei der ersten Aufnahme handelt es sich um die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages im Jahr 1963: "Und nun kommt eine unerhörte historische Szene. De Gaulle und Adenauer küssen sich nach französischer Sitte auf beide Wangen. Ich danke Ihnen, Herr Kanzler, sagt de Gaulle, in dem er den Bundeskanzler lächelnd umarmt. Und damit ist die Aussöhnung zwischen den beiden Nachbarvölkern, die sich im Laufe ihrer Geschichte so tiefe Wunden beigebracht haben, eine geschichtliche Tatsache geworden. Verbrieft und gesiegelt." SWR 2013 / 2018
Kurz nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo griff "ganz Europa" zu den Waffen. Auch im Deutschen Reich war die Kriegseuphorie hoch.







