Rotlichttherapie

SWR3, Nina Workhard
206
20.10.2026
Beschreibung
Was passiert, wenn eine Domina, eine Sexualtherapeutin und ein Psychiater gemeinsam über Beziehungen, Sexualität und mentale Gesundheit sprechen? In „Rotlichttherapie“ sprechen Nina Workhard, Dr. med. Pablo Hagemeyer und Dr. Meriam Axtmann über die großen Fragen rund um Liebe, Sexualität und mentale Gesundheit. Wie entstehen Beziehungen? Warum sehnen wir uns nach Nähe? Und was verraten unsere unausgesprochenen Wünsche und Vorlieben über uns selbst? Persönliche Geschichten treffen auf psychologische und therapeutische Einordnung: offen, fundiert und ohne Tabus. Denn egal ob im Rotlicht, in der Therapie oder im Alltag: Die Geschichten sind oft dieselben. „Rotlichtherapie“ ist ein Podcast von SWR3. Schickt uns Feedback oder schnepfige Grüße an: rotlicht@swr3.de +++ Nicht nur hören, sondern auch sehen! Den Podcast gibt es auch als Video +++

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Episoden
  1. Mit 24 war Roman Grandke Ausbilder bei der Bundeswehr. Danach wollte er eine Ausbildung zum Mediengestalter machen und brauchte dafür einen Realschulabschluss. Also ging er zur Abendschule. Seine Tage waren lang: Performen von 4 bis 23 Uhr! Klingt bewundernswert, war aber extrem kräftezehrend. Und Roman macht das, was er am Besten kann – er greift zu Amphetaminen und Koks, um die Belastungsgrenze rauf zu setzen. In der Woche, um in Schule und Job gut zu funktionieren. Aber auch in seiner Freizeit konsumiert er exzessiv weiter. Mit seinem Kumpel zockt er das Wochenende durch, säuft Schnaps und ballert Speed bis zum sprichwörtlichen Verlust der Muttersprache. Seine Nase geht übel kaputt, die Nieren schmerzen heftig, mitunter pinkelt er Steine, er ist reizbar und ständig krank. Seiner damaligen Freundin ist das egal. Mit Max und Tara bespricht er, wie viel Glück er hatte, das zu überleben. Denn unter Amphetaminen merken Konsumenten den Alkohol oft nicht. Die Gefahr dann an Alkoholvergiftung zu sterben, ist groß. Beide empfehlen denjenigen, die nicht zur Suchtberatungsstelle wollen, Hilfe beim Hausarzt oder der Hausärztin suchen. Denn hier gilt Schweigepflicht. Genuss liebt Roman bis heute. Doch er findet: Bei Völlerei hat der Genuss längst aufgehört. Deswegen ist das für ihn definitiv Sünde! Schreibt uns unter gjh@swr3.de Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  2. In diesem Special treffen sich Max, Roman und Tara mit einer Ordensschwester. Ursula Hertewich von Dominikanerinnen ist GJH-Fan seit eine Novizin ihr den Podcast vorgespielt hat. Als Roman in Max’ Wollustfolge sagt, dass Keuschheit seiner Meinung nach die eigentliche Sünde ist, schreibt sie sofort ans Team. Denn dazu hat sie eine Menge zu sagen. Seit 16 Jahren lebt die Apothekerin mit Doktortitel glücklich nach dem Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam. Außerdem ist sie bekennender Technik-Nerd, Weihrauch-Junkie und Udo Lindenberg-Fan. Die Vier finden erstaunlich viele Themen und Gemeinsamkeiten. Es geht um unerfüllte Sehnsüchte, bedingungslose Liebe, neue Lebenswege. Um drogenrauschähnliche Zustände durch Sport oder Verzicht, um Parallelen zwischen Klöstern, Gefängnissen und Kasernen. Die Vier klären, wie Schwester Ursula die Institution Kirche sieht, wann es die erste weibliche Päpstin gibt und ob Ordensschwestern Reizwäsche tragen. Was sie gern im Urlaub macht, welche Drogen sie mal ausprobieren würde und welche Sünde auch ihr gefährlich werden könnte. Und auch wenn Tara Max und Roman nicht wirklich gläubig sind – lassen sie sich zur Sicherheit mal einen Segen von Schwester Ursula mitgeben – man kann ja nie wissen. Amen! Schreibt uns unter gjh@swr3.de Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  3. Tara findet Neid uncool. Deshalb hat sie sich vorgenommen anderen immer alles zu gönnen. Glück, Geld, Aussehen, was auch immer. Vor allem, weil sie in ihrer Zeit als Prostituierte selbst viel Neid von anderen gespürt hat. Heute weiß sie, genau das hat sie bei den anderen provoziert, wenn auch unbewusst. Sie wollte zeigen: Ich hab jede Menge Kohle und zwar ohne Studium oder Ausbildung. Sehr her – mein dickes Auto, meine neuen Designer-Klamotten, ich mache die teuersten Urlaube, bin in den angesagtesten Hotels. Dass sie dafür mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit bezahlt, sieht niemand von außen. Sie muss sich mit Alkohol und Drogen betäuben, um ihr selbst auferlegtes Arbeitspensum durchhalten zu können. Und dabei ist sie ungewollt doch ein bisschen neidisch – auf alle Kolleginnen, die den Job scheinbar nüchtern schaffen. Roman und Max diskutieren mit ihr, ob Hass im Netz nicht oft nur Neid ist. Ihr Fazit: Neid empfinden ist o.k., aber aus Neid mies zu handeln, ist eine Sünde. Taras Tipp: Wenn ihr merkt, dass ihr neidisch seid, dann fragt euch warum? Ist es das wert? Würde es euch wirklich besser gehen, wenn ihr das hättet, worauf ihr neidisch seid? Schreibt uns unter gjh@swr3.de Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  4. In seinen letzten Haftjahren beschließt Maximilian Pollux sein Gangsterleben nach dem Knast aufzugeben. Sofort ist ihm klar – er braucht was ganz Neues in seinem Leben, um die in ihm tobenden Dämonen zu beschäftigen. Seine Idee: nach dem Gefängnis wird er Playboy. Und darauf bereitet er sich akribisch vor, lernt wie man flirtet und Frauen verführt. Raus aus dem Gefängnis setzt er das direkt in die Tat um. Zielgerichtet und strukturiert. Max hatte damals drei goldene Regeln, ein Repertoire aus Standard-Spazierstrecken, mit lockeren Sprüchen und ein paar spannenden Fakten zu Sehenswürdigkeiten auf dem Weg. Mit Karteikarten mit Fakten über die jeweiligen Frauen bereitet er sich auf jedes Treffen individuell vor. Zusätzlich tummelt er sich in der Sex-Party-Community. Aber der Zwang ständig jemand Neuen zu treffen, neue Dates zu haben, neue Frauen kennenzulernen und neue Sex-Partner zu finden, lässt Max schnell ausbrennen. So fühlt er sich nach den Dates oft einsamer als davor. Deswegen weiß er heute, dass sich auch ein erfolgreicher Playboy sehr leer fühlen kann. Da es in dieser Folge um Thema Sex geht, kommen die Drei auch auf Pornokonsum und zumindest Max stellt am Ende das Konzept der Monogamie in Frage. Schreibt uns unter gjh@swr3.de Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  5. Wer süchtig ist, verzichtet gern auch mal auf Anstand und Moral – das weiß Roman Grandke nur zu gut. Um sich seinen Drogenkonsum leisten zu können, verkauft er schon mit 15 Jahren selbst Drogen an Jüngere. Beim Verkaufspreis schlägt er so viel drauf, dass sich sein Gewinn nahezu verdoppelt. Nachfrage und Angebot – das ist genau sein Ding, merkt er. Um noch mehr zu verdienen, streckt er seine Drogen beispielsweise mit Schuhcreme. Typisch für Dealer, sagt Max und erzählt, wie er früher Drogen mit Milchpulver verlängert hat. Andere Kollegen nahmen Quarzsand, Henna oder andere Substanzen – mitunter ultragefährlich für nichtsahnende Konsumenten. Beschaffungskriminalität gehört damals zu Romans Leben. Nur seine Freunde sind ihm heilig. Bis die Habgier ihn auch diese Grenze überschreiten lässt. Damals klaut er seinen zwei besten Freunden – quasi Familie – hundert Mark. Die Zwei können das zwar später nicht beweisen, kappen aber den Kontakt. So sorgt die Sucht dafür, dass Roman immer wieder Menschen verliert, die mit ihm befreundet sein wollen. Damit nimmt er sich selbst die Chance, das zu finden, was er eigentlich sucht: eine eigene Familie, zu der er gehört. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  6. Die schicksten Hotels, die geilsten Autos, die krassesten Urlaube – am Anfang dachte Tara ihr Leben als High-Class-Escort-Girl läuft perfekt. Sie ist Herrin ihres Terminkalenders, das Geld kommt in Bündeln und sie kann sich nahezu jeden Wunsch erfüllen. Während andere noch ihre Eltern um Taschengeld fragen, hat sie Nobel-Klamotten der teuersten Marken im Schrank. Sie allein hat das geschafft! Deswegen schaut sie hochmütig und arrogant nicht nur auf ihre Mitschüler, sondern auch auf die Männer, die sie begehren und auf Kolleginnen, die weniger verdienen als sie. Zu dem Zeitpunkt ist sie noch weit entfernt von den Schattenseiten, die die Prostitution mit sich bringt. Tara bekennt: nach dem Hochmut kommt die Sinnkrise. Denn als sie für die Liebe ihre Arbeit aufgibt, fällt das Einkommen weg. Doch wer immer nur reich werden als Ziel hatte, kann sich nur schwer auf ein „normales Gehalt“ runterstufen. Heute schämt sie sich dafür, gesteht sie Max und Roman. Die Drei stellen sich die Frage: Wo liegt die Grenze zwischen Stolz und Hochmut? Tara sortiert ihre Prioritäten, Prinzipien und Werte komplett neu und auf diesem Weg – hat sie eins schon entschieden: Ja, Hochmut ist eine Sünde! Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  7. Ihr wolltet mehr wissen. Wer ist Maximilian Pollux? Wie er schon in der Schule nach Aufmerksamkeit gegiert hat und warum er vom kriminellen Lebensstil angezogen wurde, welche ehrgeizigen Ziele er hatte und wie er zum Intensivstraftäter wurde, erfahrt ihr hier. Wie war Maximilians Leben als Drogenhändler und Gewalttäter? Welche Schattenseiten des Gangsterlebens hatte er vorher völlig ausgeblendet? Was war der Auslöser, einen anderen Weg einzuschlagen? Was macht er heute? Und was möchte er anderen mitgeben? Zum Abschluss des Jahres schenken wir euch drei „Specials“. Danke, dass ihr dabei seid! Euer Der-Gangster,-der-Junkie-und-die-Hure-Team.

  8. 30.12.2021
    13 min

    Ihr wolltet mehr wissen. Wer ist Roman Grandke? Wann hat das mit den Drogen angefangen? Wie er als Schüler schon vorm Aufstehen eine Bong geraucht hat, im Versuch negative Emotionen wegzuballern, erfahrt ihr hier. Hatte er überhaupt Lebensziele? Wie sah sein Arbeitsleben als Drogenkonsument aus? Was war sein größtes Dilemma, mit dem er vorher nie rechnen konnte? Was war der Auslöser, einen anderen Weg einzuschlagen? Was macht Roman heute? Und was möchte er anderen mitgeben? Zum Abschluss des Jahres schenken wir euch drei „Specials“. Danke, dass ihr dabei seid! Euer der-Gangster,-der-Junkie-und-die-Hure-Team.

  9. 23.12.2021
    17 min

    Ihr wolltet mehr wissen. Wer ist Tara Titan? Wann und wie sie auf die Idee kam, mit Prostitution Geld zu verdienen, wie wohlhabend sie schon als 18jährige Schülerin war und welche Lebensziele sie hatte, erfahrt ihr hier. Wie war Taras Leben als Hure? Welche Probleme hatte sie vorher nicht bedacht? Was war der Auslöser, einen anderen Weg einzuschlagen? Was macht sie heute? Und was möchte sie anderen mitgeben? Zum Abschluss des Jahres schenken wir euch drei „Specials“. Danke, dass ihr dabei seid! Euer der-Gangster,-der-Junkie-und-die-Hure-Team.

  10. TRIGGERWARNUNG – Thema Selbstmord: Wenn Du unsicher bist, ob Dich das Thema zu sehr mitnimmt. Lass erst jemanden die Folge hören, dem Du vertraust. Ex-Gangster Maximilian Pollux hat immer was zu tun. Er ist ein Paradebeispiel für Geschäftigkeit, ein absoluter Workoholic und passt damit super in unsere Gesellschaft. Er will zeigen, dass er fleißig ist, macht nie Urlaub und warum das so ist, ergründet er in dieser Podcast-Folge. Dabei stößt er darauf, dass er Angst hat, träge zu werden, wenn er einen Moment inne hält. Aber Trägheit, hat in seiner Vergangenheit zu völliger Gleichgültigkeit und massiven Suizidgedanken geführt. Nach 10 Jahren im Gefängnis mit der Diagnose Depression, fand er endlich Hilfe in einer Gruppe für posttraumatische Belastungsstörungen. Auch heute holen ihn die düsteren Gedanken noch regelmäßig ein, aber er weiß, wie er tickt, wann er sich Hilfe holen muss und wie wichtig Menschen sind, denen er wirklich vertrauen kann. Auch Roman und Tara sind Highperformer. Mit Max diskutieren sie über den süchtigmachenden Flow der Arbeit, über Verdrängung negativer Erlebnisse, über positive und negative Trägheit und darüber, wie wichtig der innere Antrieb und Selbstvorsorge sind. Max hält Trägheit für eine Sünde und zieht Aktivität vor, sagt er, denn es macht die Welt zu einem besseren Ort. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/ Hilfe bei Suizidgedanken: https://support.google.com/websearch/answer/11181469 https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/ https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/suizidalitaet https://www.ekhn.de/service/angebote/diakonie-und-unterstuetzung/hilfe-fuer-suizidgefaehrdete.html https://frans-hilft.de/fuer-betroffene/

  11. Neid ist echt nicht mein Ding, sagt Ex-Junkie Roman Grandke. Um den eigenen Neid zu entlarven, geht er tief in seine Kindheit: Er als Sechsjähriger, seine überforderte junge Mutter, kein Vater, kein Geld – und dann bringt seine Mum diesen Typen mit nach Hause. Roman muss die geringe Aufmerksamkeit, die er als Kind bekommt, nun auch noch teilen! Als typischem „Schlüsselkind“ überkommen ihn Neid und Eifersucht auf den „Rivalen“, genauso wie auf (vermeintlich) intakte Familien. Bis heute ist er in Beziehungen sehr eifersüchtig. Um das zu verdrängen, hat Roman hat sich in 20 Jahren eine fette Schutzmauer aufgebaut. Max und Tara versuchen ihm zu helfen, liebevoll dahinter zu schauen. So wird diese Podcastfolge fast zur kleinen Therapiesitzung. War es einfach zu früh, die Liebe der Mutter zu verlieren? Kein Wunder, dass er seine Gefühle mit Drogen weggeballert hat? Warum ist eine Therapie so wichtig, gerade für Männer? Roman weiß heute, dass alle seine Jobs – vom Vertriebler bis zum Fotografen – mit Anerkennung für ihn und seine Arbeit zu tun hatten. Er ist stolz, dass er das begriffen hat. Und er ist sich sicher: Neid ist eine Todsünde. Das gilt für Erwachsene, für Kinder nicht! Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  12. Was, wenn ich einen Job mache, von dem ich weiß, ich will ihn nur begrenzt machen und so viel Kohle rausholen, wie möglich? Dann hat die Habgier leichtes Spiel, sagt Tara als Ex-Prostituierte heute. Markenkosmetik, Gucci-Taschen, ’ne Rolex, ein fettes Auto, ein Haus – sie wollte immer mehr. Und dafür brauchte sie immer mehr Geld. Und um das zu bekommen arbeitet sie damals exzessiv. Die selbst gesetzten Grenzen verschwinden zu Gunsten der Geldgier. Aus „maximal zwei Kunden am Tag“ wird „jeah, ich hab schon 5 Termine klargemacht“. Und selbst bei den Sexpraktiken macht sie schließlich Dinge, die sie anfangs nie machen wollte. Mit großer Offenheit erzählt sie Roman und Max, wie sie deshalb einen Kunden bedient hat, von dem sie wusste, dass sie sich vor ihm ekelt. Und selbst nachdem er sie brutal verletzt, fast erwürgt und in Todesangst versetzt hatte, denkt sie nur ans Geld und bedient noch die drei nächsten Freier. Max und Roman sind betroffen und feiern Taras Schutzengel. Die Drei fragen sich: Bringt es was, Gewalttäter im Rotlichtmillieu anzuzeigen? Was kann man sonst tun? Warum wäre eine Traumatherapie sinnvoll? Habgier ist eine Sünde an einem selbst, schließt Tara. Wenn jemand die persönlichsten Grenzen überschreitet für Geld, ist das nicht rückgängig zu machen! Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  13. Einfach mal raus aus dem Alltag und bei ’nem Goa-Festival ein Wochenende lang komplett in ’ne fremde Welt eintauchen. Das wollen Maximilian und zwei seiner Freunde, als er etwa 17 Jahre alt ist. Max erzählt Roman und Tara, wie er damals mit seinen Kumpels einen Zug ans andere Ende der Republik mitten ins Nirgendwo nimmt, ohne Zelt, ohne Zahnbürste dafür die Taschen voller Drogen. Diesmal nicht, um die Sachen zu verdealen, sondern um selbst zu konsumieren. Die absolute Völlerei – denn, selbst als alle Drei schon körperlich am Ende sind, konsumieren sie weiter. So zugedröhnt, verlieren Max und seine Jungs nicht nur den Kontakt zur Realität sondern schließlich auch sich selbst aus den Augen. Bis ein LSD-Tripp Paranoia bei einem der Drei verursacht und er seinen Festivalbesuch mit Panikschüben abbricht. Nach dem Festival brauchte er ein Jahr, um sich von den Psychosen, die die Party hinterlassen hat, zu erholen. Auch heute noch ist Völlerei Max’ Achillesferse – auch wenn es mittlerweile eher die Heißhungerattacken auf Nutellabrot sind, anstatt einer Linie Koks. Roman kann das super nachvollziehen, in dem Wissen, dass die Partynummer im Normalfall tödlich gewesen wäre. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  14. 21.10.2021
    35 min

    Ex-Junkie Roman Grandke musste mit 21 zur Bundeswehr und lernte dort das erste Mal Disziplin. Am Wochenende floss im Mannschaftsheim der Alkohol in Strömen und Stripperinnen kamen zum Anheizen. Also wollte Roman Sex und heimlich koksen, deshalb fuhr er mit der S-Bahn in den „3-Dollar-Puff“ nach Berlin. Sein erster Bordellbesuch, was für ein Reinfall! Was er erwartete, war „Girl-Friend-Sex“. Was er – völlig zugedröhnt – bekam, war im wahrsten Sinne billig und so abtörnend, dass er seitdem nie wieder zu Prostituierten ging. Max kann sich bei so viel Naivität das Lachen kaum verkneifen. Ähnlich geht es Tara, die als Kennerin der Szene wichtige Gedanken beisteuert. Warum man bei Billig-Sex-Angeboten nachdenken sollte. Und da hört das Lachen auch auf: Woran man Zwangsprostitution erkennen kann. Und dass im Gewerbe auch Abzockmaschen laufen, die schädlich für den geforderten Respekt gegenüber den Frauen sind. Fest steht jedenfalls: Stimulanzien machen geil im Kopf, aber ab einem bestimmten Punkt will der Körper nicht mehr. Die Wollust war für Roman an diesem denkwürdigen Tag definitiv eine Todsünde. Aber im Allgemeinen ist es keine Sünde, findet er, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und alle im gegenseitigen Einverständnis Spaß haben. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/ Wie erkennt man Zwangsprostitution?: https://www.stoppt-zwangsprostitution.de/de/erkennen.html Kritische Betrachtung des Prostitutionsgesetzes: https://swr3.link/prostitutionsgesetz

  15. Tara Titans Image als Prostituierte war das der süßen kleinen Maus. Aber in ihrem Inneren brodelt schon seit frühester Jugend ein mächtiges Gefühl, die Wut. Körperlich spürbar wie pures Adrenalin. Die perfekte Energiequelle für ihre zwiespältige Arbeit, denkt sie sinngemäß: „Jetzt erst recht, ich kack auf euch!“ Tara ist überzeugt: Wut funktioniert als Schutzschild. Sie hält Menschen auf Distanz und verdrängt andere Gefühle wie Scham und Verzweiflung. Ex-Junkie Roman und Ex-Gangster Max wollen genau wissen, was Tara so zornig hat werden lassen. Und müssen bei manchen Details heftig schlucken. Tara schildert exemplarisch wie sie einen unsympathischen Stammkunden mit zweifelhaften T-Shirt-Fetisch rausschmeißt. Der hatte immer wieder geglaubt, Taras Grenzen überschreiten zu dürfen, wenn er nur genug dafür zahlt. Dann sagt er einen Satz, der Tara explodieren lässt. Sie erzählt, wie sie die Kontrolle verloren, halbnackt auf dem Hotelflur herumgeschrien, den Kunden beleidigt und ihm ans Scheinbein getreten hat. Folge dieser Unprofessionalität: Sie muss ihre Sachen packen und hat Hausverbot in ihrem Lieblingshotel. Ja, meint Tara, Zorn ist eine Sünde, weil er uns hässlich werden lässt – und zwar innen und außen. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  16. Keiner hat vor, süchtig zu werden. Kaum einer glaubt, erwischt zu werden. Und einige meinen, dass sie schlauer sind als die Polizei. Ex-Gangster Maximilian Pollux hat am Ende genau diese Arroganz ins Gefängnis gebracht. Er erzählt uns eine echte Gangster-Hochmut-Story aus seiner Vergangenheit als Drogendealer. Als cleverer und stolzer 20jähriger ist er bereits 7 Jahre im Drogengeschäft, als Fahnder bei einer Hausdurchsuchung bei ihm 16.000 Euro beschlagnahmen. Das wurmt ihn und indem er eine liebe Verwandte anlügt und benutzt, gelingt es ihm, das Geld zurück zu bekommen. Was ein Sieg für ihn: Hätte es damals Instagram gegeben, könnt ihr euch Bilder von jemandem vorstellen, der mit dem Geld vor der Polizeiwache rumpost. In dem Moment fühlt er sich schlau und unverwundbar, wie Al Capone. Er prahlt damit vor seinen Gangsterkollegen. Erzählt wie geil er ist. Jahre später wird einer dieser Mitwisser auspacken. Hochmut kommt vor dem Fall heißt es in der Bibel – und als Max schon im Gefängnis ist und denkt, es kann nicht schlimmer werden, landet genau wegen dieser Geschichte sogar seine eigentlich gesetzestreue und völlig unwissende Verwandte hinter Gitter. Heute ist ihm das extrem unangenehm. Innerhalb der Erzählung merken die Zuhörenden wie seine Stimmung umschlägt von jemandem, der der coole Macher war, zu jemandem, den seine Vergangenheit nicht nur an dieser Stelle eingeholt hat. Er hat daraus gelernt, ist demütiger geworden aber ehrlicherweise nicht völlig frei von Arroganz. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  17. Trägheit ist eine Sünde, sagt Roman Grandke. Denn bei ihm führte sie dazu, dass er konsumierte – obwohl er eigentlich keinen Bock mehr auf Drogen hatte. Warum er es trotzdem lange nicht schaffte aufzuhören und was ein fieser Rückfall damit zu tun hat, kitzeln Ex-Gangster Maximilian Pollux und Ex-Prostituierte Tara Titan aus ihm heraus. Romans Eindruck war damals: Unter Koks performe ich super im Job. Als Vertriebler gehört er zu den Top 10 im Team und negative Gefühle lassen sich super ausblenden. Darum gesteht Roman sich lange nicht ein, süchtig zu sein. Gleichzeitig hatte er immer das Gefühl, das er den wichtigsten Menschen in seinem Leben, seine Frau, mit seinem heimlichen Konsum hintergeht. Nachdem er sie kennenlernt, versucht er den Ausstieg – aber es brauchte 7 Jahre und einen heftigen Rückfall bis er sich seiner Frau ehrlich anvertraut und professionelle Hilfe annimmt. Die Drei sprechen über psychische und körperliche Abhängigkeit, stoffgebundene Süchte, menschliche Verhaltensmuster sowie darüber, wie verbreitet Drogenkonsum in Vertrieb, Gastronomie und Schichtbetrieben ist und warum Leute ohne Drogenerfahrung so schlecht im Erkennen ihrer konsumierenden Kinder oder Kollegen sind. Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  18. Wie passt Trägheit mit Prostitution zusammen und was haben Sklaven, BDSM und Dominas damit zu tun? Für Gangster Maximilian Pollux ist das natürlich alles sofort klar, Roman Grandke hat aber erstmal einige Fragezeichen im Kopf. Prostitution ist harte Arbeit aber die Pausen zwischen den Arbeitstagen hat Ex-Prostituierte Tara Titan zum Nichtstun genutzt. Auch dominant zu sein ist anstrengend. Und das, obwohl Tara als Domina sogar Sklaven hatte, die ihre ganze Arbeit übernommen haben. Das klingt zunächst nach einer Win-Win-Situation und Tara hat mit möglichst wenig Aufwand einen möglichst großen Nutzen aus der Sache gezogen. Aber sie hat sich zu schnell daran gewöhnt alles von anderen machen zu lassen. Selbst Arzttermine vereinbaren, den Haushalt schmeißen oder mal eben Einkaufen gehen, hat sie andere für sich machen lassen. Als ihr dann selbst die “Betreuung” ihrer Sklaven zu anstrengend wurde, steckte sie tief in der Trägheit fest. Roman und Max fragen sich: Ist Trägheit ansteckend? Und wie schafft Tara es heute sich richtig aufzuraffen? Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/

  19. Beim Thema Neid sind sich Max, Tara und Roman erstmal schnell einig. Keiner mag neidische Menschen! Die Drei denken von sich, dass sie selbst nicht neidisch sind. Aber stimmt das wirklich? Ex-Gangster Maximilian Pollux gräbt tief in seiner Vergangenheit, um sich dann tatsächlich selbst der Sünde zu überführen. Nur ging es ihm nie um dicke Autos oder Geld. Sondern um etwas ganz und gar Immaterielles. Eigentlich ist Maximilian gern unter Menschen. Aber als junger Krimineller auf der Flucht lebte er in verschiedenen Städten, um nicht erwischt zu werden, zwangsläufig als Einzelgänger. Wenn er dann auf seinen Streifzügen junge Menschen in Cafés feiern und lachen sah, stach ihm der Neid ins Herz und schlug oft in Verachtung um. Er beneidete die Unbeschwertheit und hasste das Gefühl, nicht dazu gehören zu können. Ex-Prostituierte Tara und Ex-Junkie Roman können nachvollziehen wie schnell eine ungenutzte Chance, ein verpasster Moment zu Verbitterung führt und werden gemeinsam philosophisch, als Max sagt: Neid ist die Motte des Glücks!

  20. Völlerei war für die Ex-Prostituierte Tara fester Bestandteil ihrer Arbeit. Und das auf zwei Seiten: Auf der einen hat sie gierig zugegriffen, wenn die Kunden sie in exklusive Restaurants ausgeführt haben. Da hat sie einfach die teuersten Gerichte ausprobiert oder einfach mal Cocktails bestellt, die sie sich selbst niemals geleistet hätte. Auf der anderen Seite geht es um exzessiven Drogenkonsum, denn ohne Alkohol und Energydrinks vorm, beim und nach dem Arbeiten, ging gar nichts. Um das auszuhalten, brauchte sie nach drei Tagen Arbeit, quasi volltrunken, erstmal drei Tage Pause zum Ausnüchtern. Dabei zwingt sie ihren zierlichen Körper mit Joints zum Runterkommen. Doch mit der Zeit verliert sie die Kontrolle über den Konsum und seine Auswirkung. Als dann die Grenzen verschwimmen, Ekel, Brechreiz und Filmrisse auftreten und Tara betrunken Auto fährt, wird es zunehmend gefährlich. Nicht nur für andere, sondern auch vor allem für sie selbst. Ex-Gangster Max und Ex-Junkie Roman kennen das Gefühl von Kontrollverlust und das „trotzdem weitermachen“, obwohl der Körper schon „AUFHÖREN“ schreit. Um aus der Spirale rauszukommen, brauchte Tara einen Schlüsselmoment. Die Jungs wollen wissen wie der aussah wie so eine Arbeitswoche bei Tara genau ablief? Und wie sie sie trotz Dauerrausch logistisch alles hinkriegen konnte?! Hilfe nach Gewalt: https://weisser-ring.de/ Suchtberatung: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis Hilfe bei Kriminalität: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/