
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist mit einem großen Versprechen angetreten: die Energiewende günstiger zu machen. Dabei helfen sollen zwei Energiegesetze: eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und ein „Netzpaket“.
Aber die Vorstöße sind umstritten. Allein die Frage, warum die Energiewende eigentlich so teuer ist und wie man das am besten verändert, sorgt für Streit. Sind erneuerbare Energien Haupttreiber des Kostenproblems – oder dessen Lösung?
Die Ministerin selbst suggerierte bei einer Bundestagsdebatte im Herbst 2025, sie könne die hohen Kosten, die in den vergangenen Jahren durch die Förderung erneuerbarer Energien entstanden sind, einfach abschaffen: „Darüber hinaus entlasten wir aus dem Haushalt mittlerweile fast 18 Milliarden Euro Förderung für erneuerbare Energien. Das ist eine Hausnummer und am Ende nehmen wir eine Last von der Stromrechnung weg, aber wir bezahlen trotzdem die Energiewende.“
Im Podcast widerspricht Fritz Halla von der Energieberatung Enervis Reiche: „Wir kennen diese Zahl von 18 Milliarden, die natürlich erstmal unglaublich hoch erscheint.“ Aber: Für das Jahr 2025 hätten die Förderkosten lediglich 400 Millionen Euro betragen. Und nur diese Summe könne die Bundesregierung durch neue Gesetze verändern – die Milliardenkosten hingegen fielen in jedem Fall für den Bestand an Solar- und Windanlagen an.
Vertreter von erneuerbaren Energien bemängeln, die Bundesregierung verzerre die Debatte um ihre neuen Energiegesetze. Andere Branchenvertreter wiederum werfen den Verfechtern erneuerbarer Energien vor, die Diskussion übermäßig zu emotionalisieren.
Christoph Müller, Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, sagt: „Das Netzpaket koordiniert oder adressiert ein Thema, was eigentlich seit Jahren, Jahrzehnten ungelöst ist.“ Ministerin Reiche gehe das Thema jetzt an – mit zu starkem Gegenwind: „Sie haben die Debatten ja auch erlebt, auch gerade die ersten Reaktionen. Das war ja nicht: ‚Danke Frau Reiche, dass Sie endlich dieses Thema angehen‘, sondern es war ja gleich: ‚Das ist der Untergang der Energiewende‘.“
Im Podcast äußern sich die beiden Gäste dazu, ob es noch Förderung für erneuerbare Energien braucht, was sich durch die neuen Gesetze ändern könnte und wo die Bundesregierung im Zieldreieck zwischen Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaneutralität aktuell steht.
Moderiert von Catiana Krapp
Produziert von Leonard Dumke
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