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- 26.05.202630 min
Die „Staatssicherheit“ in der ehemaligen DDR war gemessen an der Bevölkerungszahl einer der mitarbeiterstärksten Geheimdienste der Welt. Um die DDR-Diktatur abzusichern, hat die Stasi Angst und Misstrauen gesät, die Bevölkerung flächendeckend überwacht, bedroht und Gewalt gegen sie angewendet. Laut Schätzungen wurden in der DDR 280.000 politisch Verfolgte Opfer von psychischer oder physischer Gewalt. Die Misshandlung ist nicht immer aktenkundig bzw. wurden Akten vernichtet. Welche langfristigen Spuren sie in den Menschen bis heute hinterlässt, hat kürzlich eine Studie der Berliner Charité gezeigt. Etwa ein Drittel der politisch Verfolgten leidet bis heute an manifesten psychischen Belastungen, darunter Depressionen und Angstzustände. Ein neues Gesetz soll nun die Anerkennung von Folgeschäden und die Beantragung von Entschädigungen erleichtern.
- 21.05.202630 min
Nach vier Monaten Verhandlung ist am Straflandesgericht Wien der größte Spionageprozess der vergangenen Jahrzehnte zu Ende gegangen: Der ehemalige Staatsschützer Egisto Ott ist wegen Spionage und Amtsmissbrauchs nicht rechtskräftig zu einer unbedingten Haftstrafe von 4 Jahren und einem Monat verurteilt worden. Ott soll ohne dienstlichen Auftrag Personenabfragen gemacht und Tätigkeiten für den russischen Geheimdienst entfaltet haben. Was bedeutet das Urteil für Österreichs Sicherheit? Und was ist von der geplanten Verschärfung des Spionagegesetzes zu erwarten? Darüber diskutieren: Paul Schliefsteiner, Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS) Anna Thalhammer, „profil“ Diskussionsleitung: Christian Jänsch
Die Schnellzuglinie Rail Baltica ist eines der größten länderübergreifenden Infrastrukturprojekte Europas und soll die Zugfahrzeiten durch das Baltikum – von Warschau über Kaunas und Riga bis nach Tallinn – deutlich verkürzen. Eigentlich sollte die Hochgeschwindigkeitsstrecke spätestens heuer fertiggestellt sein. Doch es hakt noch immer an vielen Stellen, die Baukosten sind von ursprünglich geplanten sechs auf mindestens 24 Milliarden Euro angewachsen. Angepeilt ist die Inbetriebnahme nun für 2030. In den Fokus geraten ist die Rail Baltica auch durch den russischen Überfall auf die Ukraine. Denn die Schnellzugtrasse, die das Baltikum an das europäische Bahnnetz mit Normalspur anbindet, kann laut NATO eine wichtige Rolle bei künftigen Panzer-Transporten und Truppenbewegungen spielen.
- 19.05.202630 min
Der ESC-Sieger Bulgarien hat auch politisch turbulente Zeiten hinter sich. Gerade wurde wieder gewählt - zum achten Mal in fünf Jahren. Die junge Generation in Bulgarien, die sogenannte Generation Z, hat genug von Korruption in Politik und Justiz. Sie will in der Politik mitmischen und engagiert sich in verschiedenen Projekten, um Bulgarien zum Besseren zu verändern.
- 18.05.202630 min
Für die Anhänger von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist Prag ein magischer Ort. Hier gibt es viele weltweit tätige Firmen aus der Krypto-Branche, einige der Marktführer stammen aus Prag. Die zweitgrößte Krypto-Konferenz der Welt findet jedes Jahr in Prag statt, und Tschechien hat die erste Nationalbank der westlichen Welt, die Kryptowährungen gekauft hat. Warum ist gerade Tschechien Vorreiter bei Kryptogeld? Sendung vom 18.5.2026
- 12.05.202630 min
Im Zweiten Weltkrieg boten Luftschutzkeller Schutz vor Bombenangriffen. Im Kalten Krieg war die Angst vor Atomschlägen Antrieb, Schutzräume zu errichten. Wie stark das Bewusstsein für Schutzinfrastruktur in einer Gesellschaft ausgeprägt ist, hängt von der geopolitischen Lage und aktuellen Bedrohungen ab. In Österreich beginnt das Thema Schutzraum-Strategie wieder an Bedeutung zu gewinnen. Welche Bedrohungsszenarien existieren und wie könnte die Zivilbevölkerung im Fall des Falles geschützt werden? Was ist Aufgabe des Staates und wie kann jede und jeder Einzelne gegen Krisen vorsorgen?
- 11.05.202630 min
Der Eurovision Songcontest gilt als die größte Musikshow der Welt und als Wirtschafts- und Tourismusmotor für die Stadt, die ihn ausrichtet. Heuer sollen an die 160 Millionen Menschen im Fernsehen dabei sein, für die Shows in der Wiener Stadthalle wurden 95 000 Tickets verkauft. Zuletzt hat Österreich den Songcontest 2015, nach dem Sieg von Conchita Wurst, ausgetragen. Die Veranstaltung heuer findet allerdings unter gänzlich anderen Vorzeichen statt. Die politische und wirtschaftliche Lage ist unsicher. In Ländern und Gemeinden herrscht Spardruck, genauso im ORF, der die Veranstaltung ausrichtet. Geopolitisch sorgen der Krieg im Iran und die Lage in Nahost für Unsicherheit. Israel steht wegen des Vorgehens in Gaza in Kritik, fünf Länder boykottieren den Songcontest wegen Israels Teilnahme. Ob man will oder nicht: Ab dem 11.Mai wird man dem Songcontest in Wien nahezu überall begegnen und kaum entkommen.
- 06.05.202634 min
In der NS-Zeit wurden rund 70 000 Menschen aufgrund einer Behinderung ermordet. Menschen mit Behinderung sind aber jahrzehntelang aus der Erinnerungsarbeit weitgehend ausgeklammert worden. Das ändert sich nun langsam.
- 06.05.202630 min
Seit Februar 2022 hält Russlands Krieg gegen die Ukraine die Welt in Atem - ein Krieg, mit dem Russland seinen Großmachtstatus wiederherstellen möchte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Ukraine wehrt sich militärisch und hat außerdem eine enge Anbindung an die Europäische Union erreicht. Und auch in den anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, etwa in Zentralasien, dem Südkaukasus und der Republik Moldau, scheint Russland an Macht und Einfluss zu verlieren. Was genau geht in diesen Ländern vor? Wie steht es um die ungelösten Konflikte in Georgien oder Moldau? Welche Rolle spielt China? Und wie können Österreich und die EU dazu beitragen, die Länder zu stabilisieren? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten in der Wiener Landesverteidigungsakademie.
- 05.05.202630 min
Seit einem Jahr ist Papst Leo XIV. als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche im Amt. Von Beginn an versucht er, sich als Friedenspapst zu profilieren. Vor allem deshalb wird der US-Amerikaner zunehmend als eine Art "Anti-Trump" wahrgenommen. Eine Bilanz über das erste Jahr von Papst Leo XIV.
August Wöginger ist wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ihm war vorgeworfen worden, für einen Parteifreund interveniert zu haben, damit dieser den Posten als Vorstand im Finanzamt Braunau bekommt. Wöginger wurde zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 43.200 Euro verurteilt. Auch die beiden Beamten, die in der Bewerbungskommission gesessen sind, wurden schuldig gesprochen und zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, Wögingers Anwalt hat Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung angemeldet. Wöginger selbst kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, als ÖVP-Klubobmann zurückzutreten. Welche politischen Folgen hat der Prozess bzw. das Urteil? Wie groß ist der Schaden für die ÖVP und für die Politik im Allgemeinen? Darüber diskutieren: Walter Hämmerle, Kleine Zeitung Thomas Hofer, Politikberater Anna Thalhammer, profil Diskussionsleitung: Monika Feldner-Zimmermann
- 29.04.202630 min
Vor 40 Jahren wurde Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt. Im ersten Wahlgang am 4. Mai 1986 erhielt der ÖVP-Kandidat 49,6 Prozent der Stimmen, die Stichwahl am 8. Juni gegen SPÖ-Kandidat Kurt Steyrer gewann Waldheim mit knapp 54 Prozent. Im Wahlkampf zuvor enthüllten das Nachrichtenmagazin profil und andere Medien Details über Waldheims Kriegsvergangenheit, die er zunächst abstritt, dann relativierte – die „Waldheim-Affäre“ erschütterte Österreich und bewirkte, dass sich das Land erstmals ernsthaft seiner NS-Geschichte stellen musste. Welche Rollen spielten ÖVP und SPÖ damals im Wahlkampf? Wie hat die „Affäre Waldheim“ das Ende der „Opferthese“ beschleunigt oder überhaupt ermöglicht? Inwieweit wirkt sie bis heute nach? Darüber diskutieren: Herbert Lackner, Journalist, ehem. Chefredakteur profil Ferdinand Trauttmansdorff, Diplomat, ehem. Waldheim-Mitarbeiter
Der Krieg der Zukunft findet längst statt: In der Ukraine hat sich der Himmel in ein Gefechtsfeld aus Aufklärung, Angriff und Gegenangriff verwandelt. Was mit umgebauten Baumarkt-Drohnen begann, ist zu einem hochtechnisierten Drohnenkrieg geworden, in dem Software und künstliche Intelligenz immer wichtiger werden. Kleine, billige Systeme ersetzen zunehmend teure Hightech-Waffen und verändern die Logik des Gefechts grundlegend. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen Front und Hinterland, zwischen ziviler Technik und militärischem Einsatz. Drohnen entscheiden nicht nur das Kriegsgeschehen, sondern befeuern auch eine stark wachsende und innovative Drohnenindustrie. In diesem rasanten Wettlauf stellt sich die Frage, wie viel Kontrolle der Mensch in einem automatisierten Krieg überhaupt noch behält, während die Ukraine unfreiwillig als globales Labor für die Kriege von morgen dient.
Vor 40 Jahren ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Seither ist das Gebiet eine streng bewachte Sperrzone. Doch 2022 besetzen russische Truppen den Reaktor und heben im radioaktiv kontaminierten Wald Schützengräben aus. Der ukrainischen Armee gelingt es, die russischen Truppen aus dem Sperrgebiet zu vertreiben, doch seither ist die Sperrzone Einflugschneise für russische Angriffsdrohnen und Raketen. Immer wieder kommt es auch zu Einschlägen. Im Februar 2025 wird der Sarkophag des explodierten Reaktor-Blocks Nummer 4 durch eine russische Drohne beschädigt. Experten warnen vor der Gefahr einer weiteren nuklearen Katastrophe. Gleichzeitig hat sich die Sperrzone in den vergangenen Jahren zu einem einzigartigen ökologischen Gebiet entwickelt. Hier leben die einzige Wildpferdeherde Europas, wilde Kühe und einige wenige Menschen, die die Sperrzone trotz Krieg und Strahlung nicht verlassen wollen.
Liechtenstein gehört wie Monaco, Malta, Andorra oder Singapur zu den rund 50 Klein- und Mikrostaaten weltweit. Mit einer Fläche von 160 Quadratkilometern würde unser Nachbarland zweieinhalb Mal in die Stadt Wien passen. Das Fürstentum hat eine interessante politische Struktur: Es ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Seit 2025 lenkt eine Regierungschefin die Geschicke in dem Land, das das Frauenstimmrecht erst 1984 eingeführt hat - als europäisches Schlusslicht. Legale Abtreibungsmöglichkeiten gibt es bis heute nicht, das Fürstenhaus hat sich bisher quer gelegt. Wirtschaftlich hat das Alpenland einiges zu bieten: Es weist eine äußerst dichte Industrialisierung, zahlreiche Banken, Treuhandbüros und Vermögensverwaltungen auf – und gehört zu den reichsten Volkswirtschaften der Welt. Wie lebt es sich in einem Land, das nur elf Gemeinden und knapp 42.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat? Was beschäftigt die Menschen?
Vor wenigen Tagen haben Seniorenvertreterinnen gewarnt: Die Anhebung des Frauenpensionsalters führt zu vermehrter Arbeitslosigkeit im Alter. Andererseits hat die Regierung konkrete Maßnahmen präsentiert, die das Arbeiten über das Pensionsalter hinaus durch Erleichterungen bei Steuer und Sozialversicherung attraktiver machen sollen. Wie passt das zusammen? Wie stichhaltig sind außerdem die Argumente jener, die sich für eine weitere Anhebung des Pensionsantrittsalters für alle aussprechen? Wäre die nur logisch oder unvertretbar hart? Auch über die Pensionserhöhung für 2027 wird bald wieder diskutiert werden. Soll sie so hoch ausfallen wie die Inflation oder darunter liegen? Wieviel erlaubt die angespannte Budgetlage? Darüber diskutieren: Birgit Gerstorfer, Pensionistenverband (SPÖ) Christine Mayrhuber, WIFO, Vorsitzende der Alterssicherungskommission Johannes Gasser, Sozialsprecher NEOS
- 06.05.202430 min
Der Schweizer Ort war im 19. Jahrhundert ein berühmter Luftkurort für reiche Lungenkranke; heute beherbergt er regelmäßig das Weltwirtschaftsforum und damit die Reichen und Mächtigen des 21. Jahrhunderts. In der NS-Zeit war Davos eine Schweizer Nazi-Hochburg. Porträt eines besonderen Ortes. Diese Dokumention wurde in Ö1 am 6. Mai 2024 gesendet.
Vor fast genau 30 Jahren, am 20. April 1994, begann in Graz ein aufsehenerregender Prozess: Der mutmaßliche Serienfrauenmörder Jack Unterweger stand vor Gericht. Ende Juni wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt - wenige Stunden danach nahm er sich das Leben. Die Mordserie, die spektakuläre Flucht des Verdächtigen in die USA und sein Auftreten in der Öffentlichkeit hatten monatelang die Schlagzeilen beherrscht. Hören Sie einen Rückblick auf diesen Jahrhundertprozess von Astrid Plank. - Diese Dokumentation wurde in Ö1 am 16. April 2024 gesendet.
- 03.04.202430 min
Am 6. April 1944 wurden 44 Kinder und sieben Erwachsene im Kinderheim in Izieu bei Lyon festgenommen, deportiert und schließlich in Auschwitz ermordet. Auch sieben Kinder aus Österreich waren darunter, sie waren mit ihren Familien nach dem "Anschluss" im März 1938 nach Frankreich geflüchtet. Vor ihrer Deportation verbrachten die jüdischen Kinder, deren Eltern bald in Lagern eingesperrt oder umgebracht worden waren, einige Monate in dem idyllisch gelegenen Kinderheim, bis der „Schlächter von Lyon“, Gestapo-Chef Klaus Barbie, die Kinder und Betreuer:innen nur wenige Monate vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Frankreich in einer brutalen Razzia abholen ließ. Die Kinder von Izieu haben im kollektiven Gedächtnis in Frankreich einen wichtigen Platz eingenommen. In Österreich ist das Schicksal der sieben Kinder aus Wien weitgehend unbekannt. - Diese Dokumentation wurde in Ö1 am 3. April 2024 gesendet.