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Der Fisch im Menschen - Unser evolutionäres Erbe

04.08.2025 · 23 Min.

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Über diese Folge

Der Mensch ist ein Tier unter Tieren, Ergebnis einer Milliarde Jahre dauernden Evolution. Spuren dieser Geschichte des Lebens sind in unserem Körper zu finden: Im Aufbau unseres Skeletts, in der Struktur unserer Organe, im Aufbau unserer Zellen. Evolutionär sind wir eigentlich Fische, die an Land gegangen sind und mit ihren früheren Flossen heute die Welt gestalten. Autor: Geseko von Lüpke (BR 2024)

Credits
Autor dieser Folge: Geseko von Lüpke
Regie: Kirsten Böttcher
Es sprachen: Thomas Birnstiel, Susanne Schroeder, Johannes Hitzelberger
Technik:
Redaktion: Iska Schreglmann

Im Interview:
Thassilo Franke (Biologe an den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns),
Neil Shubin (Paläontologie-Professor an der University of Chicago), 
Joachim Haug (Prof. f. Zoomorphologe am GeoBioCenter der Universität München), 
Reiner Schoch (Professor f. Paläontologie an der Universität Hohenheim), 
Walter Salzburger (Professor f. Evolutionsbiologe an der Uni Basel), 
Axel Meyer (Prof. f. Evolutionsbiologie Universität Konstanz)

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Literaturtipps:

Harrison, Keith: Du bist (eigentlich) ein Fisch. Die erstaunliche Abstammungsgeschichte des Menschen, Spektum Akademischer Verlag 2007

Shubin, Neil: Der Fisch in uns. Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers, Fischer-Verlag 2010

Filmtipps:

‚Your inner fish‘ Website Your Inner Fish | PBS, Watch Your Inner Fish (pbs.org)

‚Der Fisch in uns‘  Der Fisch in uns Dokumentation in 3 Teilen Episodenguide – fernsehserien.de


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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

SPRECHER

Was sehen Sie, wenn sie morgens ins Badezimmer kommen und aus verschlafenen Augen einen ersten Blick in den Spiegel wagen? Ringe unter den halbgeöffneten Augen? Eine zerknautschte Frisur, die wachsenden Geheimratsecken, das leidige Doppelkinn oder – in Ganzkörper-Sicht – zu viel Fett irgendwo?

SPRECHERIN

Thassilo Franke, Münchner Biologe an den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, hat morgens einen ganz anderen Blick. Und nicht, weil er gerade mit Taucherbrille und Schnorchel in seiner Badewanne unterwegs war. Sondern weil er evolutions-wissenschaftlich sich selbst in Augenschein nimmt:

1. ZUSPIELUNG  Wort                  13:49) 

Eigentlich, wenn Sie sich in den Spiegel schauen, dann sehen Sie den Fisch überall. Man sieht den Fisch in der Haut, man sieht den Fisch in den Haaren, man sieht den Fisch in den Ohren, in der Nase, in den Augen, in den Zähnen, in den Extremitäten. Überall haben wir Merkmale, wo wir Vorläuferstrukturen auch an unseren schuppigen, kiementragenden Vorfahren im Wasser nachweisen können. (0:56) Wir sind eigentlich Fische, die sich auf ihren Bauchflossen durchs Leben bewegen, die zu Beinen umgewandelt wurden und die mit ihren Brustflossen, die unsere Hände darstellen, die fantastischen Sachen machen können. Ich meine, mit unseren fünf Flossenstrahlen pro Brustflosse können wir Sonaten auf dem Klavier spielen.

ZUSPIELUNG    Musik  1   Klaviersonate von J.S. Bach, (schon drunter, kurz frei, unter Text)

SPRECHER

Moment mal! Klavierspielende Fische? Wesen mit Flossen, Kiemen, Gräten, Schuppen?  (Musik weg)

SPRECHERIN

Genau diese! Wer mit dem Wissen der Evolutionsforschung und der Paläontologie auf den Menschen schaut, schaut quasi in ihn hinein, sieht Schichten von Geschichte in der Haut und darunter. Kann sehen, wie dieses Wunderwerk Mensch sich über die Jahrmillionen herausformte. Sieht Vorfahren, die zwar noch nicht am Flügel saßen (Musik wieder lauter), aber schon die Gliedmaßen besaßen, die ein paar Millionen Jahre später Bach-Kantaten zum Klingen bringen. Neil Shubin, Paläontologie-Professor an der University of Chicago und Autor des Buches ‚Der Fisch in uns‘ spricht im gleichnamigen Dokumentarfilm ganz ohne mystische Nebel von den ‚Geistern der Vergangenheit‘:

OVERVOICE_SPRECHER:

2. ZUSPIELUNG  Wort              1:00:14)

When I look at my fellow humans, I see ghosts of animals past … 

Wenn ich auf meine Artgenossen schaue, sehe ich die Geister der vergangenen Tiere. Flüchtige Momente einer epischen Geschichte, die in uns allen verborgen ist (…) Wie unsere Hände zugreifen, mag uns noch an unsere Ahnen unter den Primaten erinnern. Aber schon wie unser Gehör sich formte, datiert zurück auf eine Spitzmaus. Und je weiter wir zurückgehen, desto fremdartiger wird es:  (1:1:44) Richtig abenteuerlich wird es, wenn wir nach den längst verschwundenen Verwandten suchen, jenen Fischen, die vor Hunderten von Millionen Jahren aus dem Wasser an Land krochen. Ob es der Nacken oder unsere Lunge ist, unsere Extremitäten oder Hände – wir verdanken diesen mutigen Pionieren eine ganze Menge. Wenn Sie also wirklich verstehen wollen, wieso sie so gebaut sind, wie sie sind, wird es Zeit ihrem inneren Fisch zu begegnen.… time to meet your inner fish.

SPRECHER

Neil Shubin weiß, wovon er spricht. Er wurde weltberühmt, weil er nach 15 Jahren Steineklopfen 2008 ebenjenes Fossil aus dem Gestein der arktischen Küsten Westkanadas herausarbeitete, dass als bislang fehlende Verbindung, als sogenanntes  ‚missing link‘ zwischen Wasser- und Landwesen gilt: Tiktaalik, ein Wesen zwischen Fisch und Amphibie, das aber schon Oberarmknochen, Elle, Speiche und Fingerknochen entwickelt hatte, wie sie als Grundmuster in jedem Mensch der Gegenwart zu finden sind.

SPRECHERIN

Und tatsächlich: Wer den Stammbaum aller Wirbeltiere zurückverfolgt, trifft irgendwann vor einer halben Milliarde Jahre auf einen gemeinsamen Vorfahren, aus dem sich Knorpelfische wie der Hai und Knochenfische wie zum Beispiel der Barsch entwickelten. Und letztere – die Knochenfische – wurden zu den Abenteurern der Evolution. Denn aus ihnen wiederum entwickelten sich Fleischflosser, wie die Lungenfische, die sich in den seichten Gewässern der Urmeere tummelten und neue Sinne und Formen entwickelten, erklärt Prof. Joachim Haug, Zoomorphologe am GeoBioCenter der Universität München …

3. ZUSPIELUNG    Wort            13:18) 

Wir sind hochspezialisierte Fische. Und viele von den Merkmalen, auf die wir als Landwirbeltiere so stolz sind, die können wir relativ weit zurück verfolgen in der Evolution. (13:25) Wir haben eine Lunge, viele Fische haben eine Schwimmblase. (14:11) Das heißt, Lunge geht ganz weit zurück in der Evolution. Zum Beispiel ein Kiefer mit Zähnen ist ein Merkmal, das ja ganz früh eine Rolle spielt. (15:06) Einer unserer wichtigsten Sinnesorgane ist der Tastsinn. Der Tastsinn geht zurück auf die Seitenlinienorgane von vielen Fischen. (15:25) Genauso natürlich Linsenaugen, Wahrnehmung von Licht, das geht auch alles zurück auf diese Tiere, das ist da bereits evolviert mit dem komplexen Nervensystem, das dahinter steht, die Muskulatur, die Augen bewegen können. (15:56) Alles in Bezug auf Fische. 

SPRECHER

Es liegt nahe und ist doch so fremd. Wer eine Forelle ausnimmt, findet in ihr Herz, Niere, Leber, Galle, Gehirn, Augen – ein Grundbauplan, der sich historisch in Wirbeltieren aller Art fortsetzte. Doch der ‚innere Fisch‘ findet sich auch im Blutkreislauf, im Salzgehalt unseres Körpers, der dem der Meere entspricht. Und wer im Restaurant mühsam das Fleisch von den Gräten trennt, mag sich angesichts der pieksigen Knöchelchen erinnert fühlen an die Rippen, welche die eigene Lunge schützen.

SPRECHERIN

Doch der detaillierte Blick auf den Fisch im Mensch ist eine Reise in die Tiefen der Zeit, ins ‚Erdaltertum‘ – das Paläozoikum, das Kambrium vor 540 Millionen Jahren. Zurück in eine Zeit, in der sich explosionsartig die Lebensformen fast aller Tierstämme entwickeln sollten. Eben aufgrund von kreativen zufälligen Erfindungen der Evolution, die sich in den Tiefen der Meere in winzigen Schritten Leben für Leben entwickelten. Aber ohne einen Plan, wozu das einmal gut sein sollte: Für Wesen, die aus dem Wasser klettern sollten, Millionen Formen annahmen, Säugetiere wurden, ja, Bewusstsein entwickelten! Neil Shubin beschreibt, wie er auf der Suche nach dem ersten Landgänger, dem Tiktaalik, in der kanadischen Arktis staunend durch die Schichtungen der Zeit reiste.

OVERVOICE-SPRECHER:

4. ZUSPIELUNG      Wort                  (1:23:15)             

It’s hard to believe when you look out across this frozen terrain 

Wenn man auf diesem kargen gefrorenen Land steht, ist es schwer vorstellbar, dass hier einst eine warm-wässrige Welt war, in der das Leben schwamm. Es ist eine riesiger Spalt zwischen dieser Urvergangenheit und der Gegenwart. Aber die Steine hier berichten uns von einer Zeit vor 375 Millionen Jahren von einer riesigen Auenlandschaft voller Flüsse, die auf- und abschwollen, Sümpfe und Ströme aller Größen formten     ….  and streams of all different sizes.


SPRECHER

In solcher Ur-Szenerie haben sich wohl urtümliche knochige Lungenfische auf der Flucht vor gefräßigen Raubfischen in die flachen Uferregionen gerettet, wo nach und nach aus Schwimm-Flossen unförmige Gliedmaßen wurden, aus Fischen letztlich Amphibien. Neil Shubins Fund, den er nach der Sprache der Inuits ‚Tiktaalik‘ taufte, konnte sich schon mit seinen Flossen abstützen, den Kopf aus dem Wasser strecken und links und rechts in die Welt seiner Nachfahren schauen.

OVERVOICE-SPRECHER:

5. ZUSPIELUNG    Wort    (1:50:02)

Here was an animal, Darwin had predicted ….      Hier fanden wir das Tier, das Darwin vorausgesagt hatte, ein anatomischer Zwitter. Es hatte mit Schuppen, Flossen und Kiemen Züge eines Fisches, aber auch eine Lunge. Und zu unserem Erstaunen auch einen Nacken, den frühesten, der je gefunden wurde. Der Trumpf aber fand sich in der Flosse: Da war das erste Grundmuster von einem Knochen, zwei Knochen, vielen Knochen, dass wir auch in unseren heutigen Armen finden. Da gab es sogar eine Art Handgelenk, erste Hinweise auf das was mal eine menschliche Hand werden würde. Immer wenn wir eine Hand schütteln oder den Kopf drehen, können wir uns eigentlich bei Tiktaalik und seinen Cousins des Devons bedanken, die sich an das Leben dieser urtümliche Flüsse anpassten                                      …adapting to life in these ancient streams.

SPRECHER

Diese rund einen Meter lange Wesen mit krokodilartigem Schädel sollten dann vor 375 Millionen Jahren zum gemeinsamen Vorfahren aller Landwirbeltiere werden, die man als Vierfüßler in der Biologie ‚Tetrapoden‘ nennt. Sie eroberten ein fast unbegrenztes Habitat, in das ihnen kein Raubfisch folgen konnten und füllten nach und nach alle ökologischen Nischen an Land, wo es bislang nur Algen, Moose, Pilze gab, kleine Wirbellose, winzige Insekten und andere Gliederfüßler.

SPRECHERIN

Doch als der Landgang einmal vollzogen war, bildeten sich aus diesen Pionieren rasant und in Schüben neue Äste am Baum der Evolution: Alle Amphibien, alle Reptilien, alle Vögel, alle Plazenta- und Säugetiere. Millionenfach – von der Schildkröte bis zum Dino, vom Salamander bis zum Adler, von der Spitzmaus bis zum Primaten. Bis zu uns, die wir – wie der Biologe Thassilo Franke – heute staunend vorm Spiegel das Ergebnis dieser Zeitreise in sich selbst sehen können:

6. ZUSPIELUNG     Wort              50:00) 

Wenn man jetzt vom evolutionsbiologischen Standpunkt das Ganze betrachtet, gibt es ja keinen intelligenten Schöpfer, der hinter all dem steht. Sondern die treibende Kraft war natürliche Selektion, genetische Drift, die eigentlich ungerichtet abläuft. (12:26) Der Weg des geringsten Widerstands in der Evolution besteht eigentlich darin, Strukturen, die bereits vorhanden sind, umzustrukturieren und einer neuen Nutzung zuzuweisen. (52:57) Und wir Menschen sind nicht mehr als einfach die Spitze eines Zweiges unter Tausenden und Millionen und Abermillionen von Zweigen, die an diesem Baum entstanden sind. Nur durch das, was unsere geistigen Fähigkeiten eigentlich uns erlauben zu tun, unterscheiden wir uns im Handeln von den vielen anderen Lebewesen. Aber was unseren Bauplan betrifft, sind wir eigentlich nichts Besonderes.

SPRECHER

Fische halt, ebenso wie jedes Reptil, jeder Vogel, jeder Säuger. Alles besondere, hochspezialisierte Fische. Keine gerade Linie der Entwicklung, eher ein fraktales Baum-Muster mit vielen Möglichkeiten und Richtungen. Ein Mosaik aus Lebenslinien, dass mit erfolgreichen Bausteinen immer wieder neue Körper baut, neue Sinne, neue Fähigkeiten. (Musik wieder rein) Wo nicht nur aus Flossen klavierspielende Finger wurden, sondern aus Kiemen weitere Wunder wuchsen, welche diese Worte sprechen und Ihre Ohren hören lässt, erklärt Reiner Schoch. Professor für Paläontologie an der Universität Hohenheim.

7. ZUSPIELUNG        Wort          12:14) 

Die Tatsache, dass ich zu Ihnen sprechen kann, hängt damit zusammen, dass mein Vorfahr einen Kiemenkorb hatte und ein Teil dieses Kiemenkorbes wurde, umgebaut zu dem Hyalknorpel, mit dem ich sprechen kann. Und die Tatsache, dass die Zuhörer mich hören können, liegt ebenso an diesem Kiemenkorb, denn ein anderer Teil dieses Kiemenkorbes wurde zu einem Gehörknöchelchen umgebaut. Das ging nicht mit einem Schritt, sondern, wie vorhin bereits erwähnt, über viele kleine Einzelschritte, bei denen jeder so ein bisschen in eine neue Richtung geführt hat. (22:05) Das heißt, wir sind ein Teil der Fische. Zusammen mit den Haien und den Knochenfischen bilden wir eine Teilgruppe der Fische. Und natürlich zusammen mit den Stachelhäutern, also zum Beispiel den Seeigeln oder zusammen mit der Stubenfliege bilden wir die Tiere.

SPRECHER

Die innere Stubenfliege? Auch das! Ihr Körper ist genetisch genau wie unserer in Kopf, Rumpf und Extremitäten gegliedert – uralte ‚Hox-Gene‘ geben diesen Aufbau seit Urzeiten von Wesen zu Wesen weiter. Und der innere Hai?

ZUSPIELUNG     Musik  3  (Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht…)

SPRECHERIN

Bei der Moritat von Mecky Messer aus der Dreigroschenoper aber irrte Texter Bertolt Brecht vor rund 100 Jahren. Zwar können Menschen sich wie Raubfische verhalten! Aber Haie tragen ihre Zähne nicht nur im Gesicht, sondern – das wissen wir heute – als winzige schuppige Hautzähnchen am ganzen Körper: Von wo sie dann auch in den menschlichen Mund gewandert sind. Noch einmal der Evolutionsbiologe und Haiforscher Rainer Schoch 

8. ZUSPIELUNG          Wort      19:30) 

Wir haben Zähne gemeinsam nicht nur mit Knochenfischen, sondern auch mit Haien. Und die heutigen Haie zeigen uns auch, wo die Zähne eigentlich herkommen. Denn der gesamte Körper des Haies ist überzogen mit kleinen Schüppchen, sogenannten Plakoidschuppen. Und die haben einen Aufbau, der völlig gleich ist mit dem der Zähne. Es ist also möglich, dass die Zähne erst entstanden aus solchen vergrößerten Schuppen, die am Mundrand gewachsen waren und die einfach zum Beißen umfunktioniert wurden. (20:45) Was aber auf jeden Fall klar ist, Schuppen und Zähne sind, wie wir sagen, homologe Strukturen. D.h., die sind verwandt miteinander. (21:03) Die Schuppe des Knochenfischs und mein Zahn z.B. haben einen gemeinsamen Vorfahren.

SPRECHERIN

Lächeln Sie sich mal im Spiegel an und ehren die 500 Millionen Jahre alten Haifischzähne im eigenen Gebiss! 

SPRECHER

Denn natürlich endet die Verwandtschaft im Baum des Lebens nicht bei den Primaten, den Tetrapoden, den Fischen, sondern geht immer weiter zu den Wurzeln zurück. Bis man irgendwann zu einem hypothetischen Organismus kommt, der den Namen ‚LUCA‘ trägt, die Abkürzung für den ‚Last Universal Common Ancestor‘, dem Vorfahr aller Lebewesen, erklärt Prof. Walter Salzburger, österreichischer Evolutionsbiologe an der Universität Basel.

9. ZUSPIELUNG    Wort    21:39) 

Genauso wie wir den Fisch in uns tragen, tragen wir auch den Wurm in uns oder den Einzeller in uns. An und für sich tragen wir alles in uns seit dem Ursprung des Lebens. (22:11) Und wenn wir nur weit genug zurückgehen, dann haben Pflanzen, Pilze, Bakterien und wir, als Menschen, Primaten, als Wirbeltiere, gehen wir alle auf diesen Ursprung des Lebens zurück. Und grundlegende Prozesse in unserem Körper, grundlegende zelluläre Prozesse und damit auch die genetischen Bauplan dafür, den teilen wir beispielsweise mit allen Tieren und somit auch mit allen Würmern oder sogar noch weiter zurück, mit allen Vielzellern, also mit den Pflanzen und den Pilzen. (22:54) Wo wir uns in diesem verschachtelten System sehen wollen, das ist eine willkürliche Einteilung, aber widerspiegelt ja eigentlich nur die Evolution des Lebens auf unserem Planeten.

SPRECHER

Und von dort, jenem Urknall des Lebens, führt letztlich die genetische Leiter der DNA aufwärts durch die Zeitalter des Lebens, Abermillionen von Lebensspannen mit unendlich vielen Experimenten und Erfahrungen, die letztlich alle in den Genen kodiert sind – wie eine komplette Aufzeichnung der Evolutionsgeschichte.

SPRECHERIN

Sie findet sich bis heute in jeder Befruchtung aus männlichem Samen und weiblicher Eizelle zu einem neuen Schriftsatz zusammen. Und dann durchläuft der immer wieder einmalige Organismus tatsächlich im Mutterleib im Zeitraffer große Teile der evolutionären Reise noch einmal. Weil sich wie im Baukasten eins aus dem anderen bilden muss, erklärt Evolutionsbiologe Axel Meyer aus Konstanz

10. ZUSPIELUNG      Wort         21:40) 

Also wenn sich beim menschlichen Embryo eine Hand oder ein Bein entwickelt, dann kommt erst so eine Art Flosse, so eine Art Paddel.  (23:10)  Zum Beispiel haben auch wir ursprünglich als frühe Embryos Kiemenspalten, die ja auch Fische haben. (24:15) Und das ist ein altes Muster in der Evolution, der Aufbau des Körpers in Segmenten, der eben schon in Fischen und in allen Wirbeltieren ganz früh als Embryo sichtbar ist. Ganz früh in der Embryonalentwicklung sind die Gemeinsamkeiten viel größer. Zu späteren Stadien in der Entwicklung kommen die Unterschiede, die sich dann eben zeigen in einer Entwicklung eines Pferdefußes oder eines Flügels einer Fledermaus im Vergleich zu einer Hand eines Primaten. Man kann diese Schritte nicht auslassen oder überspringen. (((29:00) Das sind hinkende Metaphern des Bauplans, wie die Gene miteinander agieren. Da ist eher die Musik der Veränderung drin. Es geht weniger darum, dass grundsätzlich andere Wege beschritten werden, sondern eher darum, dass sich die Melodie der Musik irgendwo klein wenig ändert - nicht viel mehr.))

SPRECHERIN

Kaum zu glauben: Jeder von uns war in den ersten Tagen seiner Existenz erst eine Art Urzelle, eine Art Kaulquappe, ein Fisch, ein Tetrapode, ein noch undifferenziertes Säugetier, bevor wir zum menschlichen Embryo wurden – eine auf Wochen verdichtete Zeitreise durch eine Milliarde Jahre Evolution.

SPRECHER

Man hat die Evolution einen ‚faulen Kopierer‘ genannt, einen Zufalls-Architekten, aber auch mit einen spielenden Bastler oder alte Rezepte variierenden Koch verglichen, Bäume und Mosaike als Metaphern für die wundersame Entwicklung des Lebens bemüht. Heute zeigt sich die evolutionäre Reise eher als ein fraktales Netzwerk der Anpassung, ohne eindeutige Richtung, ohne Ziel, ohne Hierarchien, sagt Prof. Joachim Haug vom GeoBioCenter der Ludwig-Maximilians-Universität München

11. ZUSPIELUNG       Wort                       25:00)  

Dieses ewige Weiter und Höher, das ist nicht überall der Fall. (((25:50) Wir sehen das gerne so, weil wir aus unserer Perspektive auf die Evolution runtergucken. (25:21) Vor 100 Millionen Jahren hatten wir auch schon Tiere, die so hoch entwickelt waren wie heute. (28:38) Da gibt es nicht  ‚Wir sind höher als die!‘, sondern es gibt immer diese Dinge, die nebeneinanderstehen. Es gibt ja keine Überhöhung in irgendeiner Form. )) (48:53) Der Mensch stammt nicht vom Affen ab. Der Mensch ist ein Affe.  (49:05) Der Mensch ist ein Fisch. Es gibt keine Möglichkeit, uns da rauszunehmen. (((28:56) Bei strikter Anwendung des philosophischen Hintergrundes gibt es keine Hierarchisierung in dieser Form. Wir sind Teil des Ganzen, wir stehen da nicht raus (49:10))) Das heißt, wir sind plötzlich mit all dem verbunden in unserem körperlichen Sein. Wir sind Teil dieses Ganzen. (49:27) Es entthront einen ein Stück weit. ((Also das ist glaube ich wirklich die Konsequenz, die man ziehen muss.)) Der Mensch als Art ist nicht besonders hervorgehoben in diesem System. ((Wenn wir uns den Impact anschauen würden, könnte man sogar so weit gehen, wenn der Mensch aus dem System rausfallen würde, wäre das für das System wahrscheinlich eher besser, als dass es schädlich wäre. (49:55) Es sieht zumindest so aus, als ob das alles auch ohne uns gut weitergehen könnte.))

SPRECHER

Es geht weiter. Alles ist möglich, sagt die Evolutionsforschung. Und wie es weitergeht, bestimmt der geniale Zufallsgenerator der Evolution. Ob mit oder ohne Menschen, daran sind wir selbst beteiligt. 

SPRECHERIN

Und manches spricht dafür, dass der Homo sapiens dafür begreifen müsste, dass er einerseits Teil einer wunderbaren großen ästhetischen Ganzheit ist. Und andererseits nicht mehr als ein einfacher Knochenfisch. Thassilo Franke von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns zuckt mit den Schultern, schaut aus dem Fenster - und sagt:

12. ZUSPIELUNG           Wort                       51:08) 

Ich muss zugeben, ich sehe da laufende Fische. Ich finde das aber auch nicht erniedrigend, weil ich finde das eigentlich großartig, dass wir nichts anderes sind als landbewohnende Fleischflosser. Je mehr man eigentlich solche Bilder im Kopf hat, desto ehrfürchtiger wird man eigentlich, weil man sieht, was alles im Laufe der Jahrmillionen sich für unglaublich faszinierende Anpassungsstrategien entwickelt haben. Wie zum Beispiel Fische, die an Land leben, den aufrechten Gang beherrschen, die mit ihren Brustflossen Dinge fabrizieren wie eine Mona Lisa, wie ein Quantencomputer, wie eine fantastische Sonate auf dem Klavier spielen können. Das finde ich einfach faszinierend.

 

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SPRECHERIN: Helga Kernstock-Redl verweist als Beispiel auf die Kriegsgeneration, die Generation der Groß- und Urgroßeltern: O-TON 11: (Kernstock-Redl) „Da war die Regel: nur ja niemanden etwas schuldig bleiben! Das heißt, die konnten gar kein Geschenk annehmen, ohne es doppelt und dreifach zurückzuzahlen und hatten immer so dieses Gefühl, eben ein Schuldgefühl zu haben, ist das Schlimmste überhaupt. Viele kennen dann gar keine Dankbarkeit mehr.“ SPRECHER: Was eigentlich schade ist. O-TON 12: (Kernstock-Redl) „Wenn ich aber das innere Gesetz hab, ich darf nichts annehmen ohne es doppelt und dreifach zurückzuzahlen, entgeht mir dieses Gefühl der Dankbarkeit, weil es sofort überlagert wird von einem Schuldgefühl.“ SPRECHER: Es hält den Menschen auf Trab. Nur nicht lockerlassen. Geben ist seliger denn Nehmen! MUSIK 6 - "La marche de Henri IV (Henri IV)" - Musique de l'air de Paris - Album: Airs militaires anciens / Marches refrains batteries de la garde impériale / Fanfares royales et impériales - K: Robert Fayeulle & Robert Goutte Länge: SPRECHERIN: Je nachdem, welchen Prämissen eine Gesellschaft, eine Gruppe, eine Familie folgt: Schuldgefühle dienen der Dressur, dem Zurechtstutzen des Menschen, indem sie seine biologischen Anlagen, seine Faulheit, sein Begehren, kulturell überformen, also gewissermaßen veredeln. In Anführungszeichen „primitive“ Triebe oder egoistische Wünsche werden zu Gunsten sozial verträglicherer Verhaltensweisen unterdrückt. SPRECHER: Emotionale Energien werden kanalisiert. Die Psychoanalyse nennt den Vorgang „sublimieren“, erklärt Heidi Spanl. O-TON 13: (Heidi Spanl) „Durch die Schuldgefühle gelingt es dem menschlichen Individuum, das Triebhafte zu sublimieren, das heißt eben, anders zu nutzen als jetzt nur in einer triebhaften Wunschbefriedigung, und aber auch zu transformieren, also das Triebhafte in uns kann über Schuldgefühle sublimiert und transformiert werden.“ SPRECHER: Du sollst lieber beten statt morden. Arbeiten statt trinken. Lesen statt liederlich sein. So trägt das schlechte Gewissen des Einzelnen zum Gemeinwohl des größeren Ganzen bei. Es hat beileibe nicht das private Glück im Auge. SPRECHERIN: Nein! Schuldgefühle etablieren die Pflichterfüllung als wichtiges Gebot. Sie liefern den Kitt menschlicher Gemeinschaften: O-TON 14: (Kernstock-Redl) „Sie halten Gemeinschaften aufrecht, weil sie Konflikte vermeiden helfen, weil sie so einen moralischen Überbau gewährleisten, weil wir einander vorhersagbar werden dadurch, weil ich ungefähr weiß oder hoffen darf, dass sich die anderen in meiner Gemeinschaft an dieselben Regeln halten wie ich.“ MUSIK 7 "Litany of Bananas" - K: Harry Escott - Album: River (Original Television Soundtrack) SPRECHER: Doch schon Sigmund Freud warnte vor dem „Unbehagen in der Kultur“. Die Decke der Zivilisation ist dünn. Darunter brodelt es. Verlangen die Schuldgefühle dem Menschen unterm Strich vielleicht zu viel an Selbstbeherrschung und Triebverzicht ab? SPRECHERIN: Hinzu kommt: die verinnerlichten Regeln können jeglicher Vernunft und Logik entbehren. Jedes Individuum verfügt ja über sein ganz persönliches Schuldgefühl, also über ein ganz persönliches Sammelsurium innerer Richtlinien, die sich auf unterschiedliche Weise manifestiert haben. O-TON 15: (Kernstock-Redl) „Diese sind anerzogen, beobachtet, eingeredet, sind eigene Schlussfolgerungen, wir erschaffen unsere Regeln auch ganz selber, also da sind auch eigene Schlussfolgerungen dahinter.“ SPRECHER: Schuldgefühle stellen den Sinn der Regeln, deren Einhaltung sie steuern, nicht in Frage. Vielmehr sorgen sie dafür, dass sich auch problematische oder gar schädliche Überzeugungen verfestigen. Zum Beispiel: O-TON 16: (Heidi Spanl) „Wenn Kinder nicht erwünscht sind, also keine Wunschkinder sind und immer das Gefühl haben, irgendwie eine Schuld zu tragen, dass sie überhaupt da sind oder wenn ein Geschwisterkind gestorben ist, dass sie dieses Kind ersetzen sollen und merken, sie schaffen das nicht.“ (REISST ETWAS AB) MUSIK 8 "Litany of Bananas" - K: Harry Escott - Album: River (Original Television Soundtrack) SPRECHER: So sehr sie sich auch bemühen: das Schuldgefühl bleibt. Denn die innere Regel, die die Bezugspersonen - wie auch immer - vermittelt haben, lautet: SPRECHERIN: Du bist nicht richtig, so wie du bist. Ein anderes Kind glaubt vielleicht: du bist nur richtig, wenn du dich still und unauffällig verhältst. SPRECHER: Oder jemand hat die Regel verinnerlicht, dass man alle Versprechen halten muss: O-TON 17: (Kernstock-Redl) „Das ist schon ein Gesetz, das extrem ist. Da werde ich relativ oft in meinem Leben Schuldgefühle haben. Wenn der Durchschnitt meiner Umgebung denkt: na, ich halte Versprechen, wenn es irgendwie geht, aber wenn nicht, macht es auch nichts. Die werden mir dann sagen: ja, was tust du dir an? Es ist halt manchmal so, man kann Versprechen nicht einhalten, Dinge ändern sich, das heißt, die können dann vielleicht gar nicht nachvollziehen, dass ich ein Schuldgefühl hab.“ SPRECHERIN: „Schuld“ und „Soll“ oder „Sollen“ haben dieselben sprachlichen Wurzeln. Es geht um Defizite, die ausgeglichen werden „sollten“. Wie auch immer. MUSIK 9 "Litany of Bananas" - K: Harry Escott - Album: River (Original Television Soundtrack) SPRECHER: Es ist gehupft wie gesprungen: Ob man sie nun brav vermeidet oder im Nachhinein das Zwicken ertragen muss - vor Schuldgefühlen gibt es kein Entkommen. SPRECHERIN: Nur gewissenlose Menschen kennen sie nicht. SPRECHER: Bestenfalls werden Schuldgefühle von freundlicheren Emotionen in Schach gehalten oder durch so etwas wie Gelassenheit abgemildert. SPRECHERIN: Aber es bleibt ein ständiges Ringen um psychische Stabilität. Vor allem bei Menschen, die die Moral hochhalten, kann schnell eine Katerstimmung überhandnehmen. SPRECHER: Oder das schlechte Gewissen breitet sich immer wieder aus, weil nahestehende Personen dazu neigen, ihr Befremden zu äußern - nach dem Prinzip: Wie konntest du nur? Das geht ja wohl gar nicht. O-TON 19: (Kernstock-Redl bei 23 Min) „Wir alle kennen so Menschen, die durch die Welt gehen und Vorwürfe ausstrahlen oder anderen ständig Vorwürfe machen, also ein Schuldgefühl suggerieren. Und das kann man sich dann schon auch mal einreden lassen. Und man entwickelt dann ein Schuldgefühl, obwohl man außerhalb der Beziehung, wenn man quasi sich wieder ein bissel wachgerüttelt hat, sich denkt: ich bin ja überhaupt nicht schuldig, warum lasse ich mir ein Schuldgefühl einreden?“ SPRECHER: Vielleicht weil man weiß, dass der Mensch schuldig werden kann, ohne es zu wollen. Wie schnell verstößt man gegen ungeschriebene Gesetze und Konventionen. Also lieber den Kopf einziehen. MUSIK 10 "End Credits" - Shame - K und A: Harry Escott SPRECHER: Wenn Schuldgefühle ausufern, wenn sie sich ständig vorwurfsvoll zu Wort melden. Wenn sie überlaut werden, dann geht die Lebensfreude verloren. SPRECHERIN: Dann zeigt das innere (oder auch ausgesprochene) Meckern, Mahnen und Hadern, dass die psychische Verfassung massiv aus dem Gleichgewicht geraten ist. Etwa, weil eine seelische Erkrankung vorliegt, ein Burnout oder eine Depression vielleicht. O-TON 21: (Kernstock-Redl) „Eine Untergruppe von depressiven Menschen leidet vorrangig unter Grübelzwängen und die drehen sich sehr oft um Schuld oder um Versagen, die eigene Schlechtigkeit.“ SPRECHER: Als wäre der eigene Zeigefinger immer erhoben: Der Ton war zu schrill, der sprachliche Ausdruck unangemessen, das Verhalten schlichtweg falsch. Und überhaupt kriegt man wohl nichts mehr auf die Reihe. wenn Schuldgefühle zu quälenden inneren Gesprächen werden, leidet das Selbstwertgefühl extrem. Als würde man nur noch durch die Gegend schleichen. SPRECHERIN: Oder ist es nicht eher umgekehrt: Dass ein schwaches Selbstwertgefühl drückenden Schuldgefühlen Tür und Tor öffnet? SPRECHERIN: Kann sein, sagt Helga Kernstock-Redl. Wer von übertriebenen Schuldgefühlen beherrscht wird, gleicht schlichtweg einem bankrotten Schuldner. O-TON 22: (Kernstock-Redl) „Ein innerer Faktor, der Schuld begrenzt, sind Rechte. Wenn ich ein Recht habe, etwas zu bekommen, dann entsteht keine Rückzahlungsverpflichtung. Das heißt, ich bin nichts schuldig. Wenn Menschen für sich gar keine Rechte haben, das heißt, wenn jemandem innere Rechte fehlen, das, was man Selbstwert nennt auch, dann ist er hochgradig anfällig, enorme Schuldgefühle zu entwickeln, weil er eben keine Gegenkraft hat.“ SPRECHERIN: Deshalb neigen extrem abhängige Personen zu vermehrten Schuldgefühlen. Etwa Menschen, die in tyrannischen Beziehungen leben und ihren eigenen Willen unterdrücken. SPRECHER: Schuldgefühle machen erpressbar. Da ist die Angst vor Liebesverlust, da ist der niederschmetternde Eindruck, nichts wert zu sein. Da ist das Kreisen um die eigenen Fehler und Versäumnisse. SPRECHERIN: Weitaus produktiver wäre es jedoch, sich die Frage zu stellen: O-TON 23: (Kernstock-Redl) „Wann leide ich so sehr, dass ich den Eindruck hab, ich kann mein Leben gar nicht mehr genießen. Und spätestens dann ist es wichtig, sich das Gefühl selber mal anzuschauen und dagegen vorzugehen, es zu überprüfen: ist es real?“ SPRECHER: Also: Hat man wirklich so viel Schuld auf sich geladen, dass die anhaltenden Schuldgefühle gerechtfertigt wären? SPRECHERIN: Selbst wenn jemand seinen Mann verlassen hat oder Insolvenz anmelden musste… SPRECHER: Die Psychotherapeutin Helga Kernstock-Redl empfiehlt, nach den inneren Regeln hinter den Schuldgefühlen zu suchen, also erst einmal überhaupt zu erkennen, was die wahre Ursache ist. Als da wäre etwa das Verbot, Nein sagen oder auf das persönliche Wohlbefinden achten zu dürfen.

  • Bauen mit Atombomben - Zivile Projekte während des Kalten Krieges

    02.08.2025 · 24 Min.

    Atombomben zünden im eigenen Land? Ganze Bergketten pulverisieren für eine Autobahn? Oder gleich einen Durchbruch vom Atlantik zum Pazifischen Ozean mit einigen Nuklearexplosionen graben und dafür Millionen Menschen umsiedeln? Klingt absurd. Und doch gab es in der Zeit des Kalten Krieges in der Sowjetunion und den USA ernstzunehmende Überlegungen dazu. Autor: Markus Mähner (BR 2025) Credits Autor: dieser Folge: Markus Mähner Es sprachen: Burchard Dabinnus, Hemma Michel, Friedrich Schloffer; Peter Veit Technik: Robin Auld Redaktion: Thomas Morawetz Geschichte: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: Alles Geschichte – Der History-Podcast Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen | JETZT ENTDECKEN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: SPRECHER Ein Werbefilm der Amerikanischen Atomenergiebehörde, der AEC… AEC 2: "The 100kT Nuclear Explosion excavated more than 6 Million cubic Yards of Earth in a Matter of Seconds. SPRECHER Er beschreibt begeistert, wie in nur wenigen Sekunden gut viereinhalb Millionen Kubikmeter Erde weggesprengt wurden. AEC 2: The result was a crater more than 12000 Feet in Diameter, the length of 4 Football-Fields and 325 Feet Deep - the height of a 32-storey Building. Created in less time than it takes to describe it." SPRECHER Ein Krater blieb, der so tief war wie ein 32-stöckiges Hochhaus! Wie war das zu schaffen? – Die AEC schwärmt in dem Film von den Folgen eines Kernwaffentests im Testgelände Nevada vom 6. Juli 1962, dem sogenannten Project Sedan. Und diese hocheffiziente Sprengung war angeblich ohne gravierende Nebenwirkungen zu haben. Denn: 95 Prozent der freigesetzten Radioaktivität verblieben im Krater, hieß es. Die restlichen 5 Prozent seien gleich daneben niedergegangen, so die AEC. MUSIK m01 Manhattan Project, Oppenheimer OST, Ludwig Göransson SPRECHERIN Die Wirklichkeit jedoch sah ein wenig anders aus: Tatsächlich war der radioaktive Niederschlag ungefähr fünfmal so hoch wie erwartet. Ein Wissenschaftler mit Studenten von der Universität Utah war zufällig genau an diesem Tag mit Geigerzählern unterwegs. Auch wenn sie über 600 Kilometer von der Sprengung entfernt waren, so war die radioaktive Belastung doch so hoch, dass sie unverzüglich in die Universität zurückkehrten. Noch Monate später wurde – wenn auch nur geringer - radioaktiver Fallout bis in die Nähe von Chicago nachgewiesen. Über 2000 Kilometer entfernt! Heute geht man davon aus, dass durch Sedan etwa 7 Prozent der Bevölkerung der USA, also ungefähr 13 Millionen Menschen radioaktiv belastet wurden. SPRECHER Sedan war nur einer von vielen Kernwaffentests, die die USA im Namen der „friedlichen“ Erforschung dieser unglaublichen Kraft durchführten. Das sogenannte „Plowshare“-Programm sollte zeigen, dass man damit Häfen, Kanäle, Straßen oder Speicherseen bauen könnte. AEC 1: This is the peaceful potential of nuclear explosives that the US is developing for all mankind in a program it calls PLOWSHARE." - Musik SPRECHER „Friedliche Nukleare Sprengungen für den Nutzen der ganzen Menschheit“. Nichts weniger versprach der Werbefilm der AEC. Kaufman 21 (Über Musik von AEC 1) Well, I was fascinated by it because I happened to come across it while working on a different project, and I thought: This cannot be true! But it was! It's it's another example of the idea that science has all the answers, when sometimes science doesn't. VO: Ich bin zufällig darüber gestolpert und dachte mir: Das kann nicht wahr sein! Aber es war Wirklichkeit! Ein weiteres Beispiel für die Vorstellung, die Wissenschaft hätte Antworten auf alle Fragen. Aber so ist es einfach nicht! SPRECHERIN Scott Kaufmann, Historiker an der Francis Marion Universität in South Carolina, hat sich ausführlich mit dem Projekt Plowshare beschäftigt und letztlich ein ganzes Buch darüber geschrieben. Darin setzt er sich unter anderem mit seiner eigenen Verwunderung auseinander. Seiner Verwunderung darüber, wie Menschen in den 1950er und 1960er Jahren der Idee verfallen konnten, Kernwaffen im eigenen Land einzusetzen, lediglich, um Gräben – wenn auch recht große – zu graben. Eine Verwunderung, die er heute wohl mit den meisten Menschen teilt. SPRECHER In den Nachkriegsjahren war das anders. Damals galt die Kernenergie als verheißungsvolle Energiequelle für ein paradiesisches Zeitalter: Kaufman 19 [...] We have to keep in mind that there was and I think still is enormous faith in science. [...] And if we look back at the 1950s, which is when Plowshare began, there was this idea that everybody would have their own private plane, that they would fly around. That we [...] would get to the moon by the end of the century and even have bases on the moon. This faith in science and what it could do for us, what it could achieve. And that's a part of Project Ploughshare: This faith in science. You tie into that Dwight Eisenhower's idea that he gave 1953 called „Atoms For Peace“: VO: Wir dürfen nicht vergessen: Es gibt einen starken Glauben an die Kraft der Wissenschaft. Besonders in den 1950er Jahren, als das Projekt Plowshare anfing. Man dachte: Jeder würde bald seinen Privatjet haben, man würde Mondbasen bauen. Dieser ungebremste Glaube an die Fähigkeiten der Wissenschaft spiegelt sich auch in Dwight D. Eisenhowers berühmter Rede vor den Vereinten Nationen wider, der „Atoms for Peace“-Rede von 1953: Eisenhower: "It is not enough to take this weapon out of the Hands of the soldiers. It must be put in the Hands of those who have the Know-how to strip its military casing and adapt it to the Acts of Peace. The United States knows that if the fearful trend of atomic military build-up can be reversed, this greatest of destructive forces can be developed into a great boon, for the benefit of all mankind. ZITATOR „Wir müssen diese Waffe nicht nur dem Militär wegnehmen, wir müssen ihre zerstörerische Kraft in die Hände derer legen, die sie so weiterentwickeln können, damit sie ein Segen für die gesamte Menschheit wird,…“ Kaufmann 19b [...] So you have that in mind. And add to that the idea that this would be cheaper. It would be faster. You put it all together and you end up with this idea: yes, we can control the atom! Yes, we can make the atom do our bidding! And by doing that, we can use the atom to lead us down the path of progress, the path of modernity and do it far faster and far cheaper than by using conventional means! VO: Und wenn man zu diesen Gedanken auch noch die Vorstellung hinzufügt, es würde alles viel billiger und schneller machbar sein, dann kommt man schnell zu dem Schluss: Ja, wir können die Kraft des Atoms kontrollieren und ihm befehlen was es für uns zu tun hat! MUSIK m12 SPRECHERIN Der Glaube an die Kontrollierbarkeit einer nuklearen Kettenreaktion spiegelt sich nicht nur in Werbefilmen wie „Unser Freund, das Atom“ von Walt Disney aus dem Jahr 1956 wider: SPRECHER 1957 nehmen die USA das erste Kernkraftwerk in Betrieb. Ein Jahr später stellt Ford Pläne für das Nucleon vor, ein mit Atomkraft betriebenes Auto. Gleichzeitig läuft die Nautilus, das erste US-Atom-U-Boot, vom Stapel. MUSIK m05 (Los Alamos, Oppenheimer OST, Ludwig Göransson) SPRECHERIN Dass das Atom nicht immer nur unser Freund ist, zeigt wiederum ein Vorfall im März 1958: Ein US-Kampfjet verliert versehentlich eine Atombombe über einer kleinen Farm in South Carolina. Zwar war die Bombe nicht mit spaltbarem Material versehen; der Auslöser explodierte dennoch und hinterließ dort, wo sich einmal die Farm befand, ein 10 Meter tiefes und 25 Meter breites Loch – und einen Zweifel an den Glauben der Beherrschbarkeit des Atoms: Denn was wäre passiert, wenn die verlorene „Atombombe“ tatsächlich spaltbares Material an Bord gehabt hätte? SPRECHER Als der ein wenig aus dem Ruder gelaufene Kernwaffentest „Projekt Sedan“ im Juli 1962 stattfindet, ist das Projekt Plowshare schon viele Jahre alt und bereits in der Krise. Einen Monat später, im August, wird das erste Vorhaben des Plowshare-Programms offiziell als beendet erklärt: das Projekt Chariot, dessen Anfänge schon fast zehn Jahre zurückreichen. Scott Kaufman: Kaufman 1 What they wanted to do was to build a port using nuclear explosives. And the idea was that the port would be located near coal and oil reserves, so that way the people could use the port to ship out the coal and oil. VO: Sie wollten einen Hafen mit Hilfe von Kernwaffen bauen. Ganz in der Nähe von Kohle- und Ölvorkommen, die dann verschifft werden sollten. MUSIK m01 (Manhattan Project, Oppenheimer OST, Ludwig Göransson) SPRECHERIN Damit wollte man zeigen, welche Möglichkeiten solche Bomben für friedliche Projekte hatten. Dennoch war man sich der Gefahr der radioaktiven Strahlung wohl bewusst. Es musste also in einem wenig besiedeltem Gebiet stattfinden. Arthur Larson, stellvertretender Arbeitsminister in der Regierung Eisenhowers, hatte damals die Idee: ZITATOR „Warum nicht einen einigermaßen abgelegenen Ort – wie zum Beispiel Alaska – finden, der einen Hafen braucht, und die ganze Arbeit mit einer einzigen Explosion erledigen?“ SPRECHERIN Frei nach dem Motto des damaligen US-Verteidigungsministers „Far more bang for the buck!“ - „Mehr Wums für Piepen!" SPRECHER Edward Teller, der „Vater der Wasserstoffbombe“ und glühendster Befürworter des Plowshare-Programms ist begeistert! Und sogleich ist auch ein Ort gefunden: Cape Thompson an der Westküste Alaskas. Einziges Problem: Die Nähe zu Russland. Kaufman 5b If you can't guarantee which way the wind is going to be blowing that day - what if the wind not blows from the west, but blows from the east: You're then going to have radioactivity falling over the Soviet Union, which is not that far away, and the Soviets are not going to be happy about that. VO: Was ist, wenn der Wind an dem Tag nicht aus Westen, sondern aus Osten weht? Dann wird Radioaktivität über der Sowjetunion niedergehen. Die ist nicht weit entfernt. Und die Sowjets werden darüber nicht erfreut sein. SPRECHERIN Dass in dem Gebiet auch eine indigene Bevölkerung wohnt, scheint erst einmal niemanden zu stören. Besonders nicht Edward Teller, der Zweifel darüber, ob diese weiter jagen und fischen könnten, ein für allemal aus dem Weg räumt: MUSIK m08 (Ground Zero, Oppenheimer OST, Ludwig Göransson) ZITATOR „Wir interessieren uns nicht dafür, den Eskimo als Jäger zu erhalten. Wir wollen ihm die Gelegenheit verschaffen, in einer Kohlenmine zu arbeiten.“ SPRECHERIN Um die Bevölkerung in der 30 Meilen von Cape Thompson entfernten Stadt Point Hope zu beschwichtigen, reist im August 1958 Gary Higgins dorthin, leitender Wissenschaftler des Plowshare-Programms. Er versichert den Bewohnern, die freigesetzte Radioaktivität sei ungefährlich. Es könnten lediglich einige Scheiben in ihren Häusern kaputt gehen. Und ja, die müssten sie ohnehin für so ungefähr ein Jahr verlassen – nur um sicher zu gehen. Falls irgendetwas schieflaufen würde - was eigentlich unvorstellbar sei – dürften sie selber entscheiden, ob sie zurückkehrten oder nicht. SPRECHER Doch Higgins spricht lediglich mit den aus den USA zugezogenen Bürgern, nicht mit den Ureinwohnern, den Inupiat – die von der AEC stark unterschätzt werden: Nicht nur schreiben sie Briefe mit Bitte um Aufklärung an die Atomenergiebehörde, sie unterrichten auch andere Indigene aus ganz Alaska, was die US-Regierung mit ihrem Land vorhat. Daraus entsteht die erste landesweite Zeitung für Indigene. Kaufman 4 You had indigenous people, Eskimos, living in the area who said: We're very well aware of what happened to Hiroshima. We're very well aware of other accidents that have taken place with nuclear explosives, such as one near Bikini Atoll that ended up killing a Japanese sailor and injuring others because of the fallout. And they said: we have no evidence that you can do this safely. And there is no way that we are going to support this if you can't do this safely. And the opposition of those individuals in Alaska expanded to include scientists, politicians and others throughout the country. It became nationally known what the Atomic Energy Commission wanted to do and generated intense opposition. VO: Die Indigenen aus der Gegend sagten: Wir wissen genau, was in Hiroshima passiert ist. Wir kennen auch andere Unfälle mit nuklearen Sprengstoffen, wie zum Beispiel dem nahe des Bikini-Atolls, bei dem ein japanischer Matrose starb und andere durch den radioaktiven Niederschlag verseucht wurden. Es gibt keine Belege dafür, dass dies hier nicht passiert. Und solang dies der Fall ist, werden wir das auf keinen Fall unterstützen. Und der Widerstand dieser Indigenen in Alaska wurde landesweit bekannt und löste heftigen Widerstand in den ganzen Vereinigten Staaten aus. SPRECHERIN Das Problem war also größer als gedacht. Da half es auch nicht, dass die AEC bereits im Jahr 1959 – Alaska war soeben 49. Bundesstaat der USA geworden - Wissenschaftler in das Gebiet sandte, um Umweltverträglichkeitsuntersuchungen anzustellen. Kaufman 5 The Atomic Energy Commission, the AEC, did hire scientists, local scientists, who conducted what were called bioenvironmental surveys to try to learn more about the geology, the geography, the plants, the animals, the people living in the area. And what they were discovering was if you test something like this, if you conduct this experiment it increasingly became clear you're going to have an enormous amount of fallout that is going to cause radioactive that can have enormous amount of fallout that's going to affect the plants on which the reindeer eat - the reindeer which the locals eat. It's going to get in their systems. It is going to cause immense harm to the local ecology, is going to cause immense harm to the human population. And this would be an absolute disaster. VO: Man wollte mehr über die Geologie, Geographie, Pflanzen, Tiere und Menschen in der Region erfahren. Dabei wurde immer deutlicher: Wenn man solche Tests durchführt, kommt es zu enormen Mengen radioaktiven Niederschlags, der von den Pflanzen aufgenommen wird. Und die werden von den Rentieren gegessen. Und die Rentiere werden von der lokalen Bevölkerung gegessen. Es wird also sowohl der lokalen Ökologie als auch der Bevölkerung enormen Schaden zufügen. Das wäre eine absolute Katastrophe. SPRECHER Denn die nukleare Sprengkraft, um die es hier ging, war um einiges höher als man das bisher kannte. Kaufman 2 It started out around 500 kilotons and they reduced it to about 260 kilotons. So they kept changing the amount, but we're still talking about a huge amount of explosives. Just to give you an idea what I'm talking, what I'm explaining here: The bomb that was used in Hiroshima, Japan, that killed 100,000 people was 17 kilotons, so 17,000 tons of TNT. At Chariot we're talking about at a minimum. 260 to 280 kilotons, so many times more powerful than what was used on Japan. VO: Sie begannen mit einer Sprengkraft von etwa 500 Kilotonnen. Die wurde später auf etwa 260 Kilotonnen reduziert. Es handelt sich aber dennoch um eine riesige Menge Sprengstoff: Die Bombe, die in Hiroshima eingesetzt wurde und 100.000 Menschen tötete, hatte 17 Kilotonnen, also 17.000 Tonnen TNT. Bei Chariot sprechen wir von mindestens 260 bis 280 Kilotonnen, also um ein Vielfaches stärker als die Atombombe von Hiroshima.

  • Klara von Assisi - Von der Adeligen zur Asketin

    01.08.2025 · 24 Min.

    Die heilige Klara von Assisi, reiche Bürgerstochter, trifft eine radikale Entscheidung: für ein Leben in einer Frauengemeinschaft in absoluter Armut. Lange galt sie nur als Gefährtin des heiligen Franziskus, heute erfährt die Heilige eine Neubewertung durch die feministische Theologie: Als erste Frau der Kirchengeschichte entwirft sie eine eigenständige Ordensregel. Von Steffi Illinger (BR 2024) Credits Autorin dieser Folge: Steffi Illinger Regie: Martin Trauner Es sprachen: Irina Wanka, Thomas Birnstiel, Peter Veit Technik: Andreas Lucke Redaktion: Karin Becker, Andrea Bräu Im Interview: Martina Kreidler-Kos, katholische Theologin, Bistum Osnabrück Diese hörenswerten Folgen von Radiowissen könnten Sie auch interessieren: Hildegard von Bingen - Kämpferin, Komponistin, Universalgelehrte JETZT ENTDECKEN Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Weird Animals Die Welt ist im Dauerstress. Das Einzige, was hilft: Raus in die Natur – wo die kuriosesten Tiere wohnen. Bei Weird Animals widmen sich die Hosts Robinga Schnögelrögel und Tereza Hossa den schrägen, spannenden und lustigen Seiten der Tierwelt. Eine Liebeserklärung an Axolotl, Kalikokrebs und viele andere. Vor allem aber ist Weird Animals ein Comedy-Wissenspodcast. Jede Woche stellt ein Host dem anderen ein Tier vor und erklärt, was es weird macht. Dabei nehmen sie auch stets das große Ganze in den Blick – Biodiversität, Artensterben, Klimawandel und die Zukunft von Mensch und Tier. Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge. JETZT ENTDECKEN Literaturtipps: Martin Kreidler-Kos, Ancilla Röttger, Nikolaus Kuster: Klara von Assisi. Freundin der Stille – Schwester der Stadt. 2015 Martina Kreidler-Kos: Lebensmutig. Klara von Assisi und ihre Gefährtinnen. 2015 Sabine Pemsel-Maier: Genderperspektiven – neue Blicke auf Klara von Assisi. 2018 Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

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