Die Gründung des modernen Griechenlands - Die erträumte Nation
13.02.2024 · 23 Min.
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Kurztext:Am Anfang stand eine "große Idee", der Traum einer modernen griechischen Nation von gleicher Bedeutung wie das antike Byzanz. Vom ersehnten Großgriechenland blieb das bekannte Land mit der Hauptstadt Athen. Autor: Martin Trauner (BR 2016)
Credits
Autor dieser Folge: Martin Trauner
Regie: Martin Trauner
Es sprachen: Hemma Michel, Sven Hussok
Technik: Christiane Schmidbauer
Redaktion: Thomas Morawetz
Im Interview:
Prof. Dr. Ioannis Zelepos, Byzantinist, LMU München
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
MUSIK: C118397 006 (00‘07‘‘)
ZITATOR:
Provisorische Verfassung Griechenlands ...
MUSIK: C112782 016 (00‘19‘‘)
ERZÄHLERIN:
Epidauros auf der Peloponnes. Heute bekannt durch das bestens erhaltene antike Theater, in das 14.000 Zuschauer passen. Vor gut 200 Jahren Schauplatz für ein anderes Spektakel.
O-TON Ioannis Zelepos:
Am 1. Januar 1822 - der Krieg war noch nicht ein Jahr - da ist schon eine Verfassung erlassen worden.
MUSIK: C118397 006 (00‘07‘‘)
ZITATOR:
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit ...
MUSIK: C112782 016 (00‘19‘‘)
ERZÄHLERIN:
67 griechische Revolutionäre sind nach Epidauros gekommen, um gemeinsam an einer Verfassung zu arbeiten. Mit im Gepäck haben sie eine Idee: ein freies, unabhängiges Griechenland.
MUSIK: C118397 015 (00‘27‘‘)
ZITATOR:
... Da die griechische Nation unter der schaudervollen osmanischen Herrschaft das höchst drückende und beispiellose Joch der Tyrannei nicht zu ertragen vermochte und es mit großer Aufopferung abgeschüttelt hat, so verkündigt sie heute durch ihre legitimen, in einer Nationalversammlung zusammengetretenen Repräsentanten vor dem Angesicht Gottes und der Menschheit ihre politische Existenz und Unabhängigkeit.
MUSIK: C112782 016 (00‘19‘‘)
O-TON Ioannis Zelepos:
Das ist die erste Revolutionsverfassung - davor gab's so Lokalverfassungen -, aber die erste, die wirklich den Vertretungsanspruch der Nation, also für den gesamten Aufstand auch erhebt -
MUSIK: C156186 001 (00‘32‘‘)
ERZÄHLERIN:
Sagt Ioannis Zelepos. Professor für Byzantinistik. Der Münchner Künstler Ludwig Schwanthaler verewigt Jahre später den heroischen Augenblick in einem Gemälde: Männer in griechischer Volkstracht mit Krummschwertern präsentieren feierlich ihren Verfassungsentwurf. Einziges Manko: Schwanthaler war nicht dabei. Aber die Szenerie passt halt so gut: Die Wiedergeburt Griechenlands in den antiken Überresten von Epidauros, vor dorischer Säulenkulisse ...
MUSIK ENDE
O-TON Ioannis Zelepos:
Die Örtlichkeit eignet sich gut für eine – also parlamentsartige Versammlung. Das ist ein Punkt. Und der zweite Punkt ist, dass die Argolis, wo das liegt, eigentlich dann das das Zentrum der Aufständischen schon relativ früh war. Also das heißt: Da kontrollierten Sie halt das Gebiet, und das Verwaltungszentrum – es gab noch keine – in diesem ersten Jahr – keine Hauptstadt – es war dann da auch schon.
ERZÄHLERIN:
Noch war Griechenland im Jahr 1822 weit entfernt davon, ein eigener, unabhängiger Staat zu sein. Die Aufständischen hatten zwar große Teile der Peloponnes und Mittelgriechenland unter ihre Kontrolle gebracht. Aber: Die europäischen Großmächte verweigerten einem neuen Staat ihre Anerkennung, und auch die Osmanen gaben sich noch lange nicht geschlagen.
MUSIK: C118397 015 (00‘07‘‘)
ZITATOR:
Alle Griechen sind gleich vor dem Gesetze, ohne irgend eine Ausnahme, oder Stufe, oder Klasse, oder Ansehen.
MUSIK: C112782 016 (00‘33‘‘)
ERZÄHLERIN:
Die Aufständischen präsentieren in Epidauros einen fortschrittlichen Verfassungsentwurf, ganz im Sinne der Aufklärung und der französischen Revolution. Einerseits, weil sie dadurch auf schnelle Akzeptanz durch europäische Intellektuelle hoffen, andererseits ist man sich der antiken Tradition bewusst und wählt als künftige Staatsform die Demokratie. Zwar legen sie von Anfang an fest, dass die herrschende Religion im griechischem Staate die der morgenländischen orthodoxen Kirche Christi sei, aber:
MUSIK: C118397 015 (00‘56‘‘)
ZITATOR:
Es duldet jedoch die Regierung von Griechenland jede andere Religion und die heiligen Gebräuche einer jeden derselben werden ungehindert ausgeübt.
ERZÄHLERIN:
Und man legt, nach Jahrhunderte langer Fremdherrschaft unter dem Halbmond auf rotem Tuch, die neuen Farben des Staates fest:
ZITATOR:
Die Farben der Nationalkokarde, der Flaggen des Meeres und der Fahnen des festen Landes werden so bestimmt: weiß und blau.
ERZÄHLERIN:
Das erste Dokument, in dem die griechischen Farben weiß und blau bestimmt werden. Und: Obwohl sich das Gerücht hartnäckig hält – es ist keine bayerische Erfindung ...
O-TON Ioannis Zelepos:
Und übrigens auch dadurch das erste offizielle Dokument dieser Art, wo sich die Aufständischen auch als Hellenen bezeichnen.
MUSIK ENDE
ERZÄHLERIN:
Hellenen. Oder Griechen. Das Volk an der Ägäis nannte sich seit Jahrhunderten nicht mehr so. Seit den Zeiten des byzantinischen Reiches bezeichneten sie sich als "Rhomäer", als "Römer".
O-TON Ioannis Zelepos:
Das bezog sich auch auf das christliche Bekenntnis vor allem, was ein wichtiges Identitätsmerkmal war, dass man also Christ war, orthodoxer Christ vor allen Dingen. Während in diesem alten Sprachgebrauch Hellene eigentlich ein Synonym war für einen Heiden, also Nichtchristen. Aber das änderte sich dann im 18. Jahrhundert und wurde zu einer Selbstbezeichnung.
ERZÄHLERIN:
In der Verfassung von Epidauros nennt man sich nun Hellene. Und freier Hellene ist man nur, wenn man an den orthodoxen Christus glaubt und in Griechenland geboren wurde. Nur: Wo liegt eigentlich dieses Land der Hellenen, wo liegt Griechenland?
MUSIK: C112782 016 (00‘20‘‘)
ZITATOR:
Und an dem Ufer steh ich lange Tage
Das Land der Griechen mit der Seele suchend.
Und gegen meine Seufzer bringt die Welle
Nur dumpfe Töne brausend mir herüber ...
MUSIK ENDE
ERZÄHLERIN:
Johann Wolfgang von Goethe lässt seine Iphigenie auf der Insel Tauris sehnsuchtsvoll nach Griechenland blicken. Wo ihr gelobtes Land ist, weiß sie nicht. Das antike Tauris, so vermutete man früher, könne die Halbinsel Krim im schwarzen Meer gewesen sein. Und wie der Iphigenie in ihrem Exil ging es im 19. Jahrhundert vielen Griechen: Sie lebten als Kaufleute oder Gelehrte über halb Europa verteilt: als sogenannte Diaspora-Griechen ...
O-TON Ioannis Zelepos:
Im weiteren Raum des östlichen Mittelmeers, aber auch am Schwarzen Meer; im Nordosten Anatoliens, im Kaukasusraum, auf der Krim. Natürlich gab es auch ganz bedeutende Diaspora-Händlerkolonien in Mitteleuropa. Also das verteilt sich einigermaßen schon so dieses Siedlungsgebiet.
ERZÄHLERIN:
Aber auch im griechischen Kernland um die Ägäis lebten nicht nur christlich orthodoxe Griechen, sondern auch Katholiken, Juden und Muslime. Heute würde man sagen, das Land war multiethnisch und multikonfessionell. Und in diesem heterogenen Umfeld soll ein griechischer Staat entstehen? Ioannis Zelepos von der Universität München:
O-TON Ioannis Zelepos:
Also einen griechischen Staat in dem Sinne gab es ja eigentlich vor dem 19. Jahrhundert gar nicht. Und als der Unabhängigkeitskrieg begann, war der größte Teil dieses Gebietes eigentlich unter – gehörte zum Osmanischen Reich unter osmanischer Kontrolle. Ein ganz kleiner Teil gehörte zu Venedig noch. Das sind die Inseln ganz im Westen da im Ionischen Meer , fast am Eingang zur Adria. Aber eigentlich gehörte das zum Osmanischen Reich und zwar schon sehr viele Jahrhunderte auch: Denn die Osmanen hatten das Byzantinische Reich erobert im 15. Jahrhundert.
ERZÄHLERIN:
1453 fiel Konstantinopel in die Hände der Osmanen. Das war das Ende von Byzanz, vom Oströmischen Reich. Doch es kam nicht zu einem massenhaften Exodus der griechischsprachigen Bevölkerung. Schnell arrangierte sich die Orthodoxe Kirche mit den neuen Machthabern und beließ ihren Sitz in Konstantinopel. Der Patriarch war nach islamischem Recht nun nicht nur geistliches Oberhaupt, sondern auch der weltliche Führer des Millet-i-Rum, der "römischen Religionsgemeinschaft". Nochmals zur Erinnerung: Die Griechen hießen ja damals Römer.
MUSIK: C112782 004 (00‘52‘‘)
ZITATOR (Geografia Neoteriki):
Unter den Türken könnten die heutigen Griechen sehr glücklich leben, wegen vieler guter Dinge, die sie anderswo entbehren müssen.
ERZÄHLERIN:
1791, also nach über 300 Jahren osmanischer Herrschaft, beschreibt ein griechischer Geograph die Zustände im Land:
ZITATOR (Geografia Neoteriki):
Die Griechen könnten sehr glücklich leben, wenn zwei Dinge fehlen würden: das eine ist beiden gemein, das andere aber ist nur den Herrschenden zu eigen: Wenn der religiöse Hass fehlen würde, den die Griechen gegen die Türken und die Türken gegen diese hegen. Das andere ist die despotische Regierung ...
ERZÄHLERIN:
Über Jahrhunderte hatte das Millet-i-Rum-System ganz gut funktioniert. Und viele Griechen hatten sich trotz fremder Besatzung mit dem Sultan arrangiert ...
MUSIK ENDE
O-TON Ioannis Zelepos:
Das kann man eigentlich tatsächlich auch sagen. Es gab ja Eliten, die sich im Osmanischen Reich dann nicht nur finanziell sozusagen gut behaupten konnten, sondern auch in hohe Staatsämter gekommen waren. Auch die Amtskirche, also der hohe Klerus, der war bestens vernetzt eigentlich mit der Sultansherrschaft. Und eigentlich kann man tatsächlich sagen, dass auch in dem Gebiet, wo der Aufstand stattfand, in den Jahrzehnten vorher eigentlich ein Wirtschaftsaufschwung stattfand. Denen ging es sogar eher besser als hundert Jahre zuvor. Aber ...
ERZÄHLERIN:
Aber trotzdem wächst die Unzufriedenheit. Das untergehende Osmanische Reich lässt immer höhere Steuern eintreiben und auch die Glaubenskonflikte zwischen Muslimen und Christen nehmen zu. Die einfache Bevölkerung auf dem Land bekommt von dem Wirtschaftsaufschwung wenig mit.
O-TON Ioannis Zelepos:
Die Idee, dass man doch jetzt mit einem eigenen Staat weiter kommt, besser vorankommt, die griff dann um sich.
ERZÄHLERIN:
Sagt Ioannis Zelepos, Verfasser einer "Kleinen Geschichte Griechenlands".
O-TON Ioannis Zelepos:
Ganz starke Impulse für diese Bewegung kommen eigentlich aus dem Bereich dieser Diaspora-Gemeinden: namentlich aus Paris, aus Wien, aus Odessa. Da bildeten sich so die ersten Zentren. Da gibt es dann ein intellektuelles Milieu sozusagen von Griechen, die diese Idee aufgreifen, dass man sich organisiert, dass man einen Aufstand organisiert.
MUSIK: priv. CD „Tin Ora Pou Axionomai“ aus „I Ellada Tou Riga“ (01‘22‘‘)
ZITATOR (Ioannis Makrygiannis):
Die Gegend, wo ich geboren bin, ist bei Lidoriki, ein Dorf in der Gegend von Lidoriki, genannt Avoriti, fünf Hütten.
ERZÄHLERIN:
Ioannis Makrygiannis, geboren 1797 in einem kleinen Ort in Mittelgriechenland, beginnt mit 32 Jahren, seine Erinnerungen aufzuschreiben.
ZITATOR (Ioannis Makrygiannis):
Ich kann ein wenig schreiben, obwohl ich niemals in die Schule gegangen bin, da ich nie die Gelegenheit dazu hatte.
ERZÄHLERIN:
Makrygiannis durchläuft den griechischen Unabhängigkeitskrieg von Anfang bis zum Ende in allerlei Posten. Als Guerillero, als General und als Politiker. Er kommt aus einfachsten Verhältnissen.
ZITATOR (Ioannis Makrygiannis):
Meine Eltern waren sehr arm; an ihrer Armut war die Raubgier der ortsansässigen Türken schuld ...
ERZÄHLERIN:
Schon als Jugendlicher gelangt er mit einem selbst aufgezogenen Getreidehandel zu Geld. Er kauft sich ein silberbeschlagenes Gewehr und andere Waffen. Und er kommt in Kontakt mit neuen, geheimnisvollen Kreisen …
ZITATOR: (Ioannis Makrygiannis)
Ich hatte einen Freund, einen Priester. Und ich war eng mit ihm befreundet, und er war besser zu mir als zu seinen eigenen Kindern. Er wollte mich in das Geheimnis der Hetaireia einweihen
ERZÄHLERIN:
Das Geheimnis der Hetaireia?
O-TON Ioannis Zelepos:
Die Gesellschaft der Freunde oder auf Griechisch: Filiki Hetaireia.
MUSIK: C112782 016 (00‘58‘‘)
ERZÄHLERIN:
Die Gesellschaft der Freunde wurde weit weg von Griechenland 1814 im russischen Odessa gegründet. Von einigen Diaspora-Griechen. Ein Geheimbund in Anlehnung an die Freimaurerlogen. Einziges Ziel der Filiki Hetaireia: Befreiung des Vaterlands. Viele Mitglieder hatten die verschwörerischen Freunde wohl nicht, aber:
O-TON Ioannis Zelepos:
Sie konnten doch den Eindruck vermitteln an ihre Adressaten, dass da eine große Organisation ist. Und dann verbreiteten sie auch das Gerücht, dass dahinter eigentlich der Zar von Russland sogar steht. Das heißt, wer da angeworben wurde, der hatte dann das Gefühl, aha, wir haben hier so eine Organisation. Das mochte gar nicht stimmen n Wahrheit, aber das führte dazu, dass dann doch die Bereitschaft, so einen Aufstand zu machen, anstieg.
+ MUSIK: C112782 015 (00‘12‘‘)
ZITATOR: (Ioannis Makrygiannis)
Ich überlegte mir alles und hielt mir alles vor Augen: Tod, Gefahren und Kämpfe, die ich alle für die Freiheit meines Vaterlandes und meiner Religion erdulden werde.
MUSIK: priv. CD „O Thourios Tou Riga“ aus „I Ellada Tou Riga“ (00‘51‘‘)
ZITATOR (Rigas Thourios):
Wie lange, meine Helden, sollen wir in Fesseln leben, allein wie Löwen auf Kämmen und Gipfeln ...
ERZÄHLERIN:
Das Revolutionslied "Thourios" von Rigas Velestinlis. Er war einer der Vordenker des griechischen Aufstandes.
ZITATOR (Rigas Thourios):
… Lieber eine Stunde in Freiheit leben als 40 Jahre in Sklaverei!
ERZÄHLERIN:
Den Beginn des Aufstandes auf der Peloponnes am 25. März 1821 erlebt Rigas Velestinlis nicht mehr. 1797 wurde er von den Osmanen wegen seiner revolutionären Schriften hingerichtet.
ZITATOR (Rigas Thourios):
Allein nur mein Leichnam wird sterben, mein Geist wird mich überleben, denn er hat schon alle Herzen der Griechen durchdrungen.
MUSIK ENDE
ERZÄHLERIN:
Ob der griechische Aufstand wirklich genau am 25. März 1821 begonnen hat, mag bezweifelt werden. Aber es ist der christliche Feiertag "Mariä Verkündigung" und so hat das Datum durchaus symbolischen Charakter. Es war ein Aufstand der Christen gegen ihre muslimischen Besatzer.
O-TON Ioannis Zelepos:
Man dachte eigentlich sogar an einen allgemeinen Aufstand gegen den Sultan, zumindest in dem von orthodoxen Christen bewohnten Teil des osmanischen Reiches, slso sogar im heutigen Bulgarien, Serbien, Rumänien. Man dachte, dass das also eine viel, viel größere Angelegenheit werden würde. Und so hat ja auch der erste Anbeginn dieses Aufstandes nicht in Griechenland stattgefunden, sondern im heutigen Rumänien.
ERZÄHLERIN:
Die Unruhen in Rumänien werden vom Sultan schnell niedergeschlagen. Aber in Griechenland entbrennt ein mehrjähriger Krieg, mit Massakern auf osmanischer und griechischer Seite. Zwar gelingt es den Griechen relativ schnell, die Osmanen zu vertreiben. Aber nun geraten die griechischen Aufständischen in einen Bürgerkrieg: Uneins, wie die Machtverteilung im neuen Staat aussehen soll, kämpfen alte Eliten gegen neue Machthaber, kämpfen Insulaner gegen Festland-Griechen. Und kein Frieden in Sicht. Weder im Inneren noch im Äußeren.
O-TON Ioannis Zelepos:
Dann kam zwei, drei Jahre später dieses Expeditionskorps aus Ägypten. Ägypten gehörte noch nominell zum Osmanischen Reich, war aber formal unabhängig, und die Ägypter die schickten da also wirklich eine modern ausgerüstete Armee. Das war die Absprache: Der Sultan versprach den Khediven in Ägypten: Wenn ihr uns helft, bekommt ihr die Insel Kreta und die Peloponnes. Und – also gegen die konnten die schon nicht mehr sehr viel ausrichten die Aufständischen.
ERZÄHLERIN:
Im Februar 1825 landet das ägyptische Heer auf der Peloponnes. Ein Jahr später stehen sie vor Athen und belagern die Akropolis. Die Griechische Revolution scheint am Ende.
MUSIK: C112782 012 (00‘55‘‘)
ZITATOR (Aufruf der Philhellenen):
Noch steht die griechische Nation aufrecht! Noch kämpft sie tapfer und unermüdet für Dinge, die dem Menschen überhaupt das Heiligste und Teuerste sind, und ewig bleiben werden!
ERZÄHLERIN:
Münchner Philhellenen rufen zu Spenden für den griechischen Unabhängigkeitskrieg auf. Schon von Anfang an begleiten Philhellenen aus ganz Europa die Revolutionäre mit wohlwollenden Publikationen und Geldgaben.
ZITATOR (Aufruf der Philhellenen):
Trotz aller erlittenen Drangsale, trotz all dem glänzen die Unglücklichen dennoch durch Taten, die dem Heroismus des alten Hellas in nichts nachstehen! Hoffen wir getrost, dass die neuen Hellenen, mit der Hilfe Gottes, sich vom Joch der Türken befreien werden, wie ihre großen Vorfahren sich vom Druck der Perser befreit haben.
ERZÄHLERIN:
Eigentlich saßen die Philhellenen einem Missverständnis auf (MUSIK ENDE): Die europäischen Griechenfreunde hofften auf die Wiedergeburt des antiken Griechenlands mit einem glänzenden Athen als Hauptstadt, die Revolutionäre allerdings dachten wohl mehr an einen christlich-orthodoxen Staat mit dem Zentrum Konstantinopel: Doch davon ist man weit entfernt: Athen ist noch ein kleines Bauerndorf mit einer alten Akropolis. Und Konstantinopel heißt Istanbul. Aber den Philhellenen gelingt es, den griechischen Aufstand einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und sie zu mobilisieren. Viele junge Männer aus Deutschland und England melden sich als Freiwillige für den Krieg gegen die Türken.
O-TON Ioannis Zelepos:
Ja, und das führte letztlich dazu auch – oder hing damit zusammen, dass dann wirklich die europäischen Großmächte eingriffen. Und zwar nicht nur diplomatisch, sondern auch militärisch. Und das ist eigentlich dann der Schlüssel dafür gewesen, dass dieser eigentlich militärisch schon gescheiterte Aufstand dann letztlich politisch zum Erfolg wurde. Also konkret: England, Frankreich und Russland.
ERZÄHLERIN:
Eigentlich hegen Engländer, Franzosen und Russen völlig unterschiedliche Interessen in Griechenland. Jeder von ihnen will sich seinen Einfluss im künftigen Staate Griechenland sichern. Doch gegen die ägyptische Invasionsflotte schließen sie sich zusammen. Mit einem gemeinsamen Geschwader vernichten sie die Flotte von Ibrahim Pascha. Am 20. Oktober 1827 in Navarino. Es war die letzte Seeschlacht des Segelschiffzeitalters. David Urquhart, schottischer Reisender und natürlich Philhellene, wird Augenzeuge:
MUSIK: C118397 003 (00‘44‘‘)
ZITATOR (David Urquhart):
Man hörte noch bis Sonnenuntergang ein unregelmäßiges Kanonenfeuer mit geringen Unterbrechungen. Der Wind hatte sich gelegt und ein Vorhang von Rauch verhüllte den Schauplatz, auf den alle Aufmerksamkeit gewendet war. Aber als die Sonne sank, als die Nacht ihren dunklen Mantel ausbreitete, da glänzte hell die Flamme von elf brennenden Schiffen durch das Leichentuch der Wolken und spiegelte sich in den Wellen. Das war ein denkwürdiger Tag für Griechenland, ja für Europa.
ERZÄHLERIN:
Griechenland ist von den Osmanen befreit, aber immer noch nicht einig und immer noch kein von den Großmächten anerkannter Staat (MUSIK ENDE). Während England, Frankreich und Russland in Hinterzimmern über das Schicksal Griechenlands verhandeln, wählt eine hellenische Nationalversammlung den ersten Regenten: Ioannis Kapodistrias. Ein erfahrener Diplomat und ehemaliger Staatssekretär in russischen Diensten. Der stand Anfangs der griechischen Unabhängigkeitsbewegung skeptisch gegenüber, doch nun beginnt er mit großem Elan, Griechenland zu modernisieren.
O-TON Ioannis Zelepos:
Ein bekanntes Beispiel ist der Kartoffelanbau: Die Kartoffel, die war völlig unbekannt in Griechenland, die wurde von Kapodistrias eingeführt. Das ist wichtig. Überhaupt hat er die Landwirtschaft gefördert, er hat sogar eine Landwirtschaftsschule gegründet, eine eigene Währung, Grundlagen eigentlich der staatlichen Verwaltung.
ERZÄHLERIN:
Doch Kapodistrias scheitert an seinen Landsleuten. Als Modernisierungsdiktator wird er empfunden, als Tyrann. Nach vier Jahren Regentschaft kommt es im äußersten Süden der Peloponnes, auf der Mani, zu einer Revolte gegen Kapodistrias. Er lässt den Aufstand niederschlagen und verhaftet den Anführer. Aus Rache wird Kapodistrias von dessen Familie ermordet.
O-TON Ioannis Zelepos:
Aber trotz allem kann man schon sagen, dass Kapodistrias in vieler Hinsicht wirklich Grundlagen gelegt hat. Vieles davon wurde dann ein paar Jahre später umgesetzt auch, als die Unabhängigkeit beschlossen wurde, von den Bayern.
MUSIK: C112782 004 (01‘10‘‘)
ZITATOR (Ioannis Makrogyannis):
Heute wird das Vaterland neu geboren, es steht von den Toten auf, da es so lange verloren und ausgelöscht war.
ERZÄHLERIN:
Während Griechenland nach dem Tod von Kapodistrias wieder in Anarchie und Bürgerkrieg verfallen war, einigten sich Russland, Frankreich und England darauf, eine Erbmonarchie einzurichten.
ZITATOR: (Ioannis Makrogyannis)
Heute werden die Kämpfer wieder zum Leben erweckt, die Politiker, der Klerus, die Soldaten, weil unser König eingetroffen ist, den wir mit Gottes Hilfe bekommen haben.
ERZÄHLERIN:
Der König, der am 6. Februar 1833 in der griechischen Hauptstadt Nafplio eintrifft: Er ist ein Wittelsbacher. Es kommt der noch minderjährige Otto, Sohn vom bayerischen König Ludwig I. Ioannis Makrygiannis, Freiheitskämpfer der ersten Stunde, begrüßt ihn:
ZITATOR (Ioannis Makrogyannis):
Und ich sagte zum König: "Wir haben die Pflicht, Dich zu hören und dich mit unserem Leben zu beschützen und Deine Majestät soll Deine Gerechtigkeit über unser Unglück breiten. Es lebe der König und unsere Wohltäter, die Mächte." Dann ging ich.
MUSIK ENDE
ERZÄHLERIN:
Otto will - ganz im Sinne seines Vaters - aus dem neu entstandenen Griechenland ein Musterkönigreich bauen. Immer das antike Griechenland im Blick, aber natürlich mit einem Herrscher von Gottes Gnaden. Er bestimmt Athen als Hauptstadt, lässt sie von seinen Architekten neu errichten. Er lässt die von Kapodistrias initiierten Reformen durchführen, gründet eine Universität und führt sogar das bayerische Reinheitsgebot für Bier ein. - Und trotzdem: Auch er scheitert nach immerhin 30-jähriger Regentschaft am griechischen Freiheitswillen (MUSIK: priv. CD „Greek Folk Tune” aus „Greek Enlightenment“ [00‘40’‘]). - Philhellene blieb er.
O-TON Ioannis Zelepos:
Ich hab gelesen, dass der, als der nachher ins Exil geschickt wurde, dass er also nicht nur immer in griechischer Tracht auch alltäglich sich bewegt hat, sondern auch Griechisch gesprochen hat. Also der war ganz ohne Zweifel auch ein griechischer Patriot.
ERZÄHLERIN:
Das war also die Gründung des modernen Griechenlands. Zur Ruhe gekommen sind die Griechen in ihrem neuen Staat damit zwar noch lange nicht …
ZITATOR:
… aber das ist ein anderes Drama.
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Wenn nichts mehr geht, dann bleibt die Hoffnung. Sie stirbt bekanntlich zuletzt. Hoffnung gibt Kraft und hält am Leben. Doch die Hoffnung hat auch eine Kehrseite: dann nämlich, wenn sie träge und faul macht. 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O-Ton 5 Jacobs: Die Erwartung, dass etwas Wünschenswertes eintritt, ohne die Gewissheit zu haben, dass es eintreten wird. Sprecherin: Die Hoffnung ist ein seltsames Ding: Kaum ein Tag vergeht, oft kaum eine Stunde, ohne dass Menschen nicht irgendetwas Zukünftiges erhoffen: Banales wie etwa, dass sie den Zug noch erwischen, die Kinder gute Noten bekommen, sich Oma über den Kuchen freut, die Aktienkurse steigen. Und Bedeutsames wie etwa, dass sie ihren Job behalten, die Ehe lange hält oder ein geliebter Mensch wieder gesund wird. Der Mensch schreibt ständig Geschichten mit offenem Ausgang weiter – natürlich in der Hoffnung, dass diese glücken bzw. gelingen. Doch, das wird der Hoffnung im Kern nicht gerecht. Und so spielt das Leben auch nicht. MUSIK 2 (Z8028426 102 Tindersticks: The Amputees 0’27) Sprecherin: Er war ein Sonnyboy. Kitesurfer. Sonnengebleichte, blonde Haare, braun gebrannt. Verena verliebte sich sofort in ihn. Nach dem Studium heirateten beide. Und hofften auf ein tolles, aktives, gemeinsames Leben. O-Ton 7 Verena: Und dann irgendwann dieser Dienstag-Abend war, wo wir zu dritt bei dem Arzt saßen, also mein Mann, sein Vater und ich, und der Arzt dann sagte: „Ich muss Ihnen die Mitteilung machen: Ja, Sie haben Multiple Sklerose“! Und dann steht man da auf einmal und denkt: Das Leben ist jetzt erst mal zu Ende. Ich war 33 und er war 29. MUSIK 3 (Z8028007 110 Max Richter: Hope strings eternal 0’27) Sprecherin: Es gab keine Hoffnung auf Heilung, maximal darauf, dass die Krankheit einen milden Verlauf nehmen würde. Zwei Jahre lang sah es so aus, als würde sich diese Hoffnung erfüllen. Kaum Symptome. Beide lernten mit der Krankheit zu leben. O-Ton 8 Verena: Und dann kam wirklich der totale Hammerschub, weil es ihn dann nicht nur am linken Bein getroffen hatte, sondern an der ganzen rechten Körperhälfte, die war dann quasi wie gelähmt. - So! Und das war wirklich der Punkt, wo unser Leben auf den Nullpunkt gesetzt worden ist. Es ist die Frage: wird er sich überhaupt irgendwie rühren können? Oder ist er jetzt irgendwie so’ n Schwerstpflegefall? Sprecherin: Alle Hoffnung war zerstört. Und nun? MUSIK 4 (C1637800 101 Martin Tingvall: Hope 0’42) Sprecherin: Die Philosophie gibt hier nur wenige Antworten. Nur ganz wenige philosophische Werke - wie etwa „das Prinzip Hoffnung“ des deutschen Philosophen Ernst Bloch - beschäftigen sich mit der Hoffnung. Dabei geht es bei diesem Thema eigentlich um eine ganz grundlegende philosophische Frage: Wie kann Leben gelingen – mit all seinen Wünschen und Sehnsüchten auf der einen Seite und der Möglichkeit des Scheiterns dieser Wünsche auf der anderen Seite? O-Ton 9 Eurich: Da schwingt dann natürlich auch immer Hoffnung mit. Und da handelt es sich dann aber um eine andere Dimension von Leben und Lebensorientierung, die nicht nur mit Haus und Partnerschaft und so was zu tun hat. Sondern da betreten wir wirklich den tiefen Boden des Seins. Sprecherin: Dr. Claus Eurich, Philosoph und emeritierter Professor für Ethik. Zitator: Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. … Sprecherin: Meinte Friedrich Nietzsche. Hoffnung ist vor allem dort wichtig, wo der Mensch nicht mehr handeln kann. Weil es nicht in seiner Macht liegt. Oder weil alles getan ist. Dann hilft nur noch die Hoffnung. Oder das Gebet. Hoffnung im tieferen Sinne ist also keine Gier nach kurzfristiger Wunscherfüllung, sondern eine Grundhaltung zum Leben mit all seinen Widrigkeiten und Unwägbarkeiten. O-Ton 10 Maio: Wenn man sich fixiert auf eine ganz bestimmte Form der Zukunft, dann hoffe ich nicht. Dann erwarte ich etwas. Wenn diese Erwartung nicht eintritt, dann verzweifle ich. Sprecherin: Giovanni Maio, (sprich: Ma-jo) Professor für Medizinethik an der Uni Freiburg. Er hat ein Buch geschrieben über die „Kunst des Hoffens“ bei schwerer Krankheit. Er sagt: Wirkliche Hoffnung entspringt einer Haltung jenseits von vordergründigem Optimismus, von „alles wird gut“. Sie ist eher verortet im den inneren Sphären der Zuversicht, des Vertrauens: O-Ton 11 Maio: Am Anfang hofft man auf etwas ganz Bestimmtes. Und das ist ganz natürlich, dass man hofft, dass man nicht krank ist. Und hofft, dass es heilbar sein wird. Das ist ganz normal und nachvollziehbar. Aber wir haben zwei verschiedene Formen von Hoffnung: die eine Hoffnung, die sagt „Ich hoffe, dass …“ und die andere Hoffnung, die da sagt: „Ich bleibe dennoch hoffend“. Zitator: Trotzdem! Dennoch! Jetzt erst recht! Sprecherin: Das ist die wahre Sprache der Hoffnung. Diese Hoffnung ist nicht auf ein bestimmtes Ziel fixiert. Sie geht tiefer. Zitator: Die Hoffnung hilft uns leben … Sprecherin: Sagte schon Johann Wolfgang von Goethe MUSIK 5 (C1594660 107 Hadar Noiberg: Hope 0’25) Sprecherin: Verena und ihr Mann wussten: Der letzte Krankheitsschub hatte alles verändert. Seine Beine funktionierten nicht mehr. Also musste eine barrierefreie Wohnung her. Denn Treppensteigen war unmöglich geworden. Autofahren auch. Wie ihr Alltag künftig aussehen könnte, das wussten beide nicht. O-Ton 12 Verena: Als er im Krankenhaus war und es wirklich gerade so schlimm war, dann saß er da im Rollstuhl und sagte: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr“. Und wir beide dann geheult haben wie die Schlosshunde und nicht mehr weiterwussten, und alles war schwarz. MUSIK 6 (C1594660 107 Hadar Noiberg: Hope 0’22) Sprecherin: In Grenzsituationen wie einer schweren Erkrankung zeigt sich der Charakter der stärkenden Seite der Hoffnung besonders. Weil es hier um das kostbarste Gut geht: um die Unversehrtheit des Körpers. Um das Leben. Natürlich hofft jeder zunächst auf Heilung. Doch was ist, wenn das nicht klappt? Bleibt die Heilung aus, ist alles hoffnungslos. O-Ton 13 Maio: Wenn man am Anfang die Hoffnung reduziert auf ‚Ich will unbedingt Heilung, wenn nicht, dann ist alles sinnlos‘. Das ist Ausdruck nicht nur von Hoffnungslosigkeit, sondern es ist Ausdruck von Ungeduld, es ist auch Ausdruck von fehlender Klarsichtigkeit. Der Hoffende sieht ganz klar. Und er glaubt daran, dass er innere Ressourcen hat, um auch das Vergebliche so anzugehen, dass keine Sinnlosigkeit eintritt. Sprecherin: Die Hoffnung hat unzählige Gesichter. Mal ist sie zaghaft, mal ist sie stark. Sie keimt auf, sie wird wieder zerstört. Sie verändert sich stetig. Immer aber ist sie im Fluss. O-Ton 14 Maio Hoffnung hat drei Elemente: Sie ist einerseits Erkenntnis: zu erkennen, wie bedrohlich die Zukunft ist; zugleich ist sie aber auch ein Gestimmtsein, im Sinne des Offenbleibens bezogen auf die Zukunft. Und sie ist drittens Phantasie. Die Bereitschaft, die Zukunft wirklich als offen anzuerkennen und daran zu glauben, dass sich Dinge ereignen, die einem doch Kraft geben können. MUSIK 7 (MR036260 104 Edmar Castaneda & Gregoire Maret: Hope 0’41) Sprecherin: Hoffen ist also: wissen, dass nichts sicher ist. Und trotzdem vertrauen, dass genügend Ressourcen da sind, um Herausforderungen zu meistern. So bewegt sich die konkrete Hoffnung weg von der Fixierung auf ein bestimmtes Ziel hin zu einem grundsätzlichen Vertrauen. Also nicht: Zitator: Alles wird gut! Sprecherin: Sondern: Zitator: Auch wenn es nicht gut wird, wird es einen Weg geben, damit umzugehen. O-Ton 15 Verena: Also ich habe gemerkt: Natürlich kommen dann manchmal so Ängste hoch: Ach, wenn’s doch so bleibt, was machen wir denn dann? Und dann habe ich gedacht: Damit setzt du dich auseinander, wenn’s so ist, und in dem Moment, wo noch die Hoffnung besteht, dass es wieder besser wird, hältst du dran fest. Zitator: Die Hoffnung mag eintreffen oder nicht, so hat sie doch das Gute, dass sie die Furcht verdrängt. Sprecherin: Meinte der deutsche Schriftsteller Jean Paul im 18. Jahrhundert. MUSIK 8 (Z8028982 103 Ed Hogston: Memories 0’30) Sprecherin: Wolfgang Jacobs ist Theologe, ehemaliger Pfarrer und hat lange als Krankenhausseelsorger gearbeitet. 14 Jahre lang hat er täglich Gespräche geführt mit Menschen, die hofften und die bangten. Aber niemand, so erinnert er sich, hatte die naive Hoffnung, dass alles wieder gut werden möge. O-Ton 16 Jacobs: Bei Menschen, die einen Bezug zur Religion oder Spiritualität haben, war das die Hoffnung darauf, dass eine Gottheit oder eine Macht oder eine Kraft ihnen so etwas gibt wie die Zuversicht, dass das, was ihnen da widerfährt, sowohl ne Form von Sinn hat, als auch etwas ist, das nicht ganz aussichtslos ist. Zitator: Durch ein unerklärliches Phänomen haben viele Leute Hoffnungen, ohne Glauben zu besitzen. Sprecherin: … sagte der französische Philosoph Honoré de Balzac. Und weiter heißt es in dem Zitat: Zitator: Die Hoffnung stellt die Blüte des Wunsches dar, der Glaube ist die Frucht der Gewissheit. Sprecherin: Gläubige Menschen tun sich manchmal leichter mit der Hoffnung. Sie legen ihr Leben in Gottes Hand und fühlen sich auch in schwierigen Lebenslagen beschützt und getragen. Als würde eine höhere Macht gut für sie sorgen – so beschreiben viele ihr Gefühl. Die Hoffnung trägt und stärkt also. Aber ihre Kraft wird auch manchmal missbraucht. Etwa, um aussichtslose Therapien durchzusetzen. Oder um die eigene Hilflosigkeit nicht zugeben zu müssen, so Medizinethiker Giovanni Maio: O-Ton 17 Maio: Wenn die Medizin glaubt, sie kann nur dann Hoffnung vermitteln, wenn sie Heilung verspricht, dann ist sie oft sehr vollmundig. Und dann macht sie oft auch Therapien, die im Grunde nicht immer sinnvoll sind. Weil sie meint, nur so Hoffnung vermitteln zu können, stattdessen müsste man sich wirklich intensiv mit dem Patienten beschäftigen und über sein Bangen reden und auf diese Weise tiefer zu denken und zu erkennen, woran einem wirklich liegt. Und inwiefern man das, woran einem liegt, immer noch verwirklichen kann. Auch im Zustand der Unheilbarkeit. Zitator: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Sprecherin: Lautet eins der vielleicht meistzitierten deutschen Sprichwörter … MUSIK 9 (Z8025975 102 Christopher Dierks: Hope 1’00) Sprecherin: Der Mensch braucht Hoffnung zum Leben. Zum Überleben. Gerade in schwierigsten Zeiten. Die Frage ist jedoch: Worauf genau bezieht sich die Hoffnung? O-Ton 18 Jacobs: Ich glaube, Hoffnung braucht als Basis das Gefühl von Geborgenheit. Gut im Leben zu sein sozusagen. Sich aufgehoben fühlen. Worin auch immer. Das kann religiös, das kann spirituell sein, das kann auch Philosophisches sein. Aber eine Basis zu haben, worin ich mich aufgehoben und geborgen fühle. Das ist, glaube ich, das Zentrale für Hoffnung. Sprecherin: Hoffnung kann aber auch zur Zumutung werden. Nämlich dann, wenn sie zur Verpflichtung wird. Wenn Angst, Verzweiflung und Mutlosigkeit keinen Platz finden und stattdessen immer nur Hoffnung verbreitet werden soll. O-Ton 19 Verena: Das Allerschlimmste war, alleine auf weiter Flur die Optimismus-Frau zu spielen. Das heißt, diese Zuversicht auszustrahlen: für mich, für ihn und dann auch noch für seine ganze Familie. Ich sag mal so: Es war ein bisschen so, als wenn ich alleine wie Jeanne d’Arc vor so nem Heer von Leuten stehe, die mich alle attackieren mit diesen Ängsten – es gab gar keine Alternative, außer: Ich muss jetzt diese Zuversicht ausstrahlen – auch für mich selber. Sprecherin: Der Theologe und Krankenhausseelsorger hält diesen „Zwang zur Hoffnung“ für fatal: O-Ton 20 Jacobs: Weil die Angehörigen dann meinen: indem sie so was wie Zuversicht und Hoffnung verbreiten, „du schaffst das schon“, würde dem Patienten auch noch mal geholfen. Das Fatale ist: Ich habe dann häufig erlebt, dass Patienten, wenn ich mit ihnen gesprochen habe – ohne die Angehörigen – gesagt haben: „Ja, die meinen immer noch, es würde gehen. Aber ich weiß ja, dass es nicht mehr geht. Aber ich will denen auch nicht die Hoffnung nehmen. Also es ist etwas, wo ganz paradoxe Geschichten ablaufen. Sprecherin: „Ein Spiel mit der Hoffnung“ nennt Wolfgang Jacobs das. Ein Spiel, indem sich alle Beteiligten etwas vormachen. Ein Spiel, das das vielleicht Wichtigste in dem Augenblick verhindert: nämlich sich mit dem auseinanderzusetzen, was ist. MUSIK 10 (Z8026958 125 Glimmer of hope c 0’55) Sprecherin: Tiefe Hoffnung wirkt kraftspendend und falsche Hoffnung zerstörerisch. Der Nährboden wahrer Hoffnung ist Geborgenheit oder spirituelle Verortung – ganz gleich, wie sie aussieht. Hoffnung kann aber auch fadenscheiniges Mittel zum Zweck sein: Um eine Fassade aufrecht zu halten. Oder um sich selbst zu beruhigen. Oder vor der Realität zu fliehen. Zitator: Wer sich von der Hoffnung nährt, ist stets in der Schwebe und lebt nicht. Sprecherin: Das meinte schon vor fast 500 Jahren der niederländische Theologe und Humanist Erasmus von Rotterdam. Friedrich Nietzsche formuliert es noch zugespitzter: Zitator: Sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert. Sprecherin: Hoffnung, die quält, Hoffnung, die wirkliches Leben verhindert: Diese Hoffnung kann wie ein Kleber sein. Ein Kleber, der Menschen an etwas festhalten lässt, das ihnen nicht guttut: Sie hoffen: Zitator: … dass der schreckliche Nachbar endlich freundlich wird … Sprecherin: … dass der Verflossene endlich zurückkehrt … Zitator: … dass der selbstherrliche Chef endlich mal ein Lob ausspricht … Sprecherin: Falsche Hoffnungen: Diese Hoffnungen sind toxisch. Sie halten gefangen in einer Phantasie, die wahrscheinlich niemals Wirklichkeit wird. Zitator: Nichts ist leichter als Selbstbetrug. Denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr. Sprecherin: Fand der griechische Redner Demosthenes schon 300 Jahre vor Christus. Hoffnung als Illusion. Als Flucht vor der Realität. Und als willkommene Ausrede, die Hände in den Schoß zu legen. Hoffnung wird in dem Moment missbraucht, wenn sie an die Stelle der Handlung tritt. Und unbedingt notwendige Schritte verhindert. MUSIK 11 (Z8028982 105 Ed Hogston: Wandering 0’40 / im Hintergrund gleichzeitig MUSIK 12 Z9507313 208 Plan B: Hope in hell 0‘25) Sprecherin: Spätsommer 2019: 11.000 internationale Wissenschaftler erklären den „Klima-Notfall“. Und warnen: Zitator: Sollten die Menschen ihr Verhalten nicht radikal ändern, wird unermessliches Leid auf sie zukommen! Sprecherin: Am gleichen Tag verkündet der Tagesschau-Sprecher: Zitator: Die Deutschen sind nach einer aktuellen großen Studie, dem „Glücksatlas“ zufrieden wie noch nie. Sprecherin: Wie geht das zusammen? Die Menschheit fährt - lapidar ausgedrückt - ihren Planeten gerade vor die Wand - und die Deutschen sind glücklich und zuversichtlich wie noch nie? Hat ihnen die vermeintliche Hoffnung, dass doch noch alles gut werden möge, vielleicht einen bösen Streich gespielt? Der Philosoph Claus Eurich nennt dies in Anlehnung an den Theologen Karl Barth: Zitator: Billige Hoffnung O-Ton 21 Eurich: Billige Hoffnung, das wäre die, die nicht wirklich in die Analyse von Situationen hineingeht. Die auch nicht in das Nachspüren in sich selbst reingeht, also die Selbstreflektion in der Tiefe wirklich fehlt. Und die dann in so Sprüchen mündet wie „Es wird schon alles gut werden“. Und: „Die Dinge werden sich schon fügen“. Das ist eine Hoffnung, wo man auch sagen könnte: Die gründet auch schlicht in fehlender Erkenntnis! Oder in fehlender Information. Sprecherin: Billige Hoffnung beschwichtigt kurzfristig. Und sie lähmt langfristig. Sie verhindert, die wirklich wichtigen Schritte zu tun. Zitator: Hoffnung statt Handeln. Sprecherin: Die billige Hoffnung ist die destruktive Seite der Hoffnung. Die dunkle Schwester der … Zitator: Tätigen Hoffnung Sprecherin: Tätige Hoffnung schaut hin, analysiert klar und handelt. O-Ton 22 Maio: Deswegen ist der hoffende Mensch immer ein Mensch, der sich engagiert für seine Zukunft. Der hoffende Mensch ist eben nicht der Fatalist, der dann schicksalsergeben die Zukunft einfach abwartet, sondern es ist derjenige, der an die Zukunft glaubt und deswegen sie gestalten möchte! Sprecherin: Sagt Medizinethiker Giovanni Maio. Billige Hoffnung ist fatal, und tätige Hoffnung dringend nötig. Wahrscheinlich war es in der Menschheitsgeschichte noch nie nötiger, dringender und wichtiger, als in der tätigen Hoffnung zu leben, findet Claus Eurich: O-Ton 23 Eurich: Tätige Hoffnung hat auch keine Gewissheit, dass sich etwas so ereignen wird, wie wir es brauchen oder wir es ersehnen, aber sie spürt, dass sie einen Beitrag leisten muss. Das heißt, das ist dann ein partnerschaftliches Verhältnis, in dem wir selber eine tragende Rolle haben. Und in einem partnerschaftlichen Verhältnis gibt es nie nur das Nehmen. Da gibt es immer auch die Notwendigkeit des Gebens. Zitator: Es ist besser ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen. Sprecherin: Dieses Zitat ist mehr als 2.000 Jahre alt und stammt von Konfuzius. Tätige Hoffnung als Aufwachen aus der Lethargie, der Saturiertheit, der Selbstbezogenheit. O-Ton 24 Eurich: Es geht hier um die Menschheit, und es geht hier um die Schöpfung. Wir haben diese Erde erhalten, auf der wir uns entwickeln konnten, entwickeln durften, haben sie halt gnadenlos ausgebeutet, getreten, misshandelt und sind jetzt kurz davor, selber im Staub zu liegen. Wenn wir überhaupt noch eine Möglichkeit haben wollen, eine Chance haben wollen, dann stehen wir jetzt in einer Bringschuld. Dann sind wir jetzt einfach dran zu geben, zurückzugeben. MUSIK 13 (Z8028982 104 Ed Hogston: Free forever 0’53) Sprecherin: Menschen gehen wieder auf die Straße, vor allem junge Menschen. Schüler protestieren Seite an Seite mit Eltern, Großeltern und Wissenschaftlern. Claus Eurich befürchtet: Ohne radikale Umkehr wird es nicht gelingen. O-Ton 26 Eurich: Umkehr bedeutet, unseren Bezug zum Leben auf vollkommen neue Füße zu stellen. Und uns neu in der Lebenseinheit zu erkennen, zu sehen, und uns entsprechend zu verhalten. Nach meiner Auffassung ist dies nicht nur eine Aufgabe, sondern es wäre ein evolutionärer Schritt. Der mit dem gegenwärtigen Bewusstsein und dem gegenwärtigen Ich-Bezug auf allen Ebenen – vom Egozentrismus bis zum Anthropozentrismus – in keiner Weise angegangen werden kann. Sprecherin: Gier, Machtstreben, Lethargie – all das steht dem radikalen Wandel im Weg. Ein wenig Kosmetik hier, ein kleines Schräubchen dort, an dem gedreht wird. Vielleicht heißt Hoffnung in Anbetracht dieses übermächtigen Gegenwindes auch Hoffnung auf ein Wunder? O-Ton 27 Eurich: Und damit ist auch klar, dass wir ohne ein Entgegenkommen dessen, was wir das ‚Schicksal‘ nennen, wohl keine wirkliche Zukunft haben. Ein älterer priesterlicher Freund, den ich mal besucht habe - wir saßen abends zusammen, und er konnte immer ganz genau spüren, wo ich mental bin. Und dann merkte er mir auch ein bisschen die Niedergeschlagenheit an. Und er sagte: „Claus, ich glaube, du glaubst gar nicht mehr an Wunder! Wunder sind nämlich sicher“. Und dann kam noch der Satz hinterher: „Wunder aber wollen angestoßen werden!“ Sprecherin: Immer wieder gab es Kippeffekte in der Menschheitsgeschichte. Wo einzelne Menschen etwas angestoßen haben, das zu einem ganzen Systemwechsel führte. Es lohnt sich also immer zu hoffen. Tätig zu hoffen. MUSIK 14 (Z8028007 110 Max Richter: Hope strings eternal 0’30) Sprecherin: Verena und ihr MS-kranker Mann haben den Umzug in eine neue, barrierefreie Wohnung nun hinter sich. Er ist noch immer sehr eingeschränkt, geht am Rollator oder fährt im Rollstuhl. Die Hoffnung auf Heilung haben beide aufgegeben. Die Krankheit wird unaufhaltsam voranschreiten: O-Ton 29 Verena Aufgeben gilt nicht! Das ist wahrscheinlich tatsächlich das Erfolgsgeheimnis unserer Beziehung. Dass wir beide uns nicht unterkriegen lassen und beide festhalten an diesem „Es wird irgendwie weitergehen, wir schaffen das zusammen!“ MUSIK 15 (Z8000712 117 Carrie Newcomer: A Whole Lot Of Hope 0’40) Sprecherin: Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit. Beides kann gleichzeitig nebeneinander existieren. Das kleine helle Fünkchen im großen dunklen Meer. Das hat auch Krankenhausseelsorger Wolfgang Jacobs ganz oft erlebt. Es erfordert aber: nicht an falschen Hoffnungen und Pseudo-Optimismus festzuhalten, sondern sich dem Unausweichlichen zu stellen. O-Ton 30 Jacobs: Das ist Wahrhaftigkeit. Und ich glaube, dass in dieser Wahrhaftigkeit auch ne Menge Kraft steckt. O-Ton 31 Eurich: Ich glaube, das ist der Punkt, um den es geht: Tue, was du kannst - und nicht nur aus einer geistigen Überzeugung, sondern aus einer Herzensenergie heraus! Und dann auch einfach hoffend im Leben stehen, dass uns etwas entgegenkommt, mit dem wir im Moment noch nicht rechnen und das wir auch noch nicht sehen können. Was immer das sei!
- Anfänge des Rundfunks in Deutschland - Die ersten Klänge des Radios
13.02.2024 · 21 Min.
1923 ging in Deutschland die erste Radiosendung über den Äther - ohne einen einzigen journalistischen Wortbeitrag, ohne Kommentar oder Reportage, aber schon mit einem "Werbeblock". (BR 2020) Autor: Michael Marek Credits Autor/in dieser Folge: Michael Marek Regie: Martin Trauner Es sprachen: Beate Himmelstoß, Andreas Neumann, Chrostopher Mann Technik: Peter Preuss Redaktion: Nicole Ruchlak Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Radio Caroline - der vorbildliche Piratensender JETZT ANHÖREN Das frühe Radio - Zwischen Aufklärung und Propaganda JETZT ANHÖREN Linktipp: Das Jubiläum im BR 100 Jahre Radio in Deutschland Unter dem Motto "100 Jahre Radio - Hört. Nie. Auf." feiert der Bayerische Rundfunk mit allen anderen ARD-Sendern und dem Deutschlandradio den 100. Geburtstag des Radios in Deutschland! Nicht nur im Radio selbst, sondern auch auf allen anderen Ausspielwegen: in der ARD Audiothek, in der ARD Mediathek, auf ARD Kultur, im Ersten und in den Dritten Fernsehprogrammen: MEHR INFOS GIBT ES HIER Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN
- Kleine Wesen, große Wanderer - Alles Natur
13.02.2024 · 24 Min.
Dass Fische, Vögel oder Säugetiere zum Teil erstaunliche Wanderungen vollziehen, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass auch Kleinstlebewesen wie Schleimpilze und einige Insekten wie Treiberameisen, Monarchfalter oder Schwebefliegen unglaubliche Distanzen auf ihren Wanderungen überwinden. Bernhard Kastner im Gespräch mit dem Biologen Dr. Thassilo Franke (BR 2023) Credits Es sprachen: Bernhard Kastner im Gespräch mit dem Biologen Dr. Thassilo Franke Technik: Mars13 / Peter Riegel Redaktion: Iska Schreglmann Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Interviewpartner/innen: Dr. Thassilo Franke, BIOTOPIA Lab, München Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Wale - Faszinierende Wanderer der Ozeane JETZT ANHÖREN Tierwanderungen - Das geheimnisvolle Naturschauspiel JETZT ANHÖREN Auf Wanderschaft - Wie Zugvögel ihren Weg finden JETZT ANHÖREN Aufwind für den Waldrapp - Wiederansiedlung eines Zugvogels JETZT ANHÖREN "Alles Natur" entsteht im Austausch mit dem BIOTOPIA Naturkundemuseum Bayern. Bei BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern, dem neu entstehenden Museum und Zukunftsforum für Lebens- und Umweltwissenschaften in München, bringen wir topaktuelle Forschung und die Öffentlichkeit zusammen. EXTERNER LINK | https://www.biotopia.net/de/ Linktipp: ARD Audiothek | Anna und die wilden Tiere - der Podcast Reporterin Anna reist um die Welt und kommt Tieren ganz nah: Vom Ameisenbär über Kängurus bis zu Zebras. JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN