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Bayerischer Rundfunk

2197 Folgen · Zuletzt aktualisiert am 06.11.2026


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Die ganze Welt des Wissens, gut recherchiert, spannend erzählt. Interessantes aus Geschichte und Archäologie, Literatur, Architektur, Film und Musik, Beiträge aus Philosophie und Psychologie. Wissenswertes über Natur, Biologie und Umwelt, Hintergründe zu Wirtschaft und Politik. Und immer ein sinnliches Hörerlebnis.

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  1. Der Boykott in Südafrika - Handelsschranken für Südafrika?

    01.02.2023 · 24 Min.

    Südafrika in den 70er Jahren: Gnadenlos lässt die Regierung jeden Widerstand gegen das brutale Apartheidregime nieder knüppeln. Das Ausland ist fassungslos aber nicht handlungsunfähig: Die Konsumenten boykottieren Importe aus dem brutalen Paria-Staat. US-amerikanische Städte und Gemeinden werfen Aktien mit Südafrika-Bezug aus ihren Pensionsfonds. Die UNO beschließt ein Waffenembargo gegen Südafrika. Aber ist die rassistische Apartheidregierung tatsächlich von den teils jahrzehntelangen, weltweiten Boykotten und Sanktionen in die Knie gezwungen worden? (BR 2008) Autor/in dieser Folge: Cathrin Hennicke Regie: Martin Trauner, Sabine Kienhöfer, Dorit Kreissl Es sprachen: Andreas Neumann, Ilse Neubauer, Rainer Buck, Peter Veit Technik: Susi Harasim, Gerhard Wicho Redaktion: Nicole Ruchlak Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Nelson Mandela - Der lange Weg zur Freiheit JETZT ANHÖREN Wahrheitskommission in Südafrika - Eine Möglichkeit der Aussöhnung? JETZT ANHÖREN Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundrunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  2. Wirtschaftssanktionen - Wie sinnvoll sind ökonomische Daumenschrauben?

    01.02.2023 · 23 Min.

    Energie-Embargos und harte wirtschaftliche Maßnahmen - die Sanktionspakete gegen Russland nach dessen Angriff auf die Ukraine waren schnell verkündet. Sie sollen das Regime möglichst hart treffen und zum Einlenken bringen. Aber wie realistisch ist das eigentlich? Autor/in dieser Folge: Maike Brzoska Regie: Martin Trauner Es sprachen: Katja Amberger, Christian Schuler Technik: Susanne Harasim Redaktion: Nicole Ruchlak Spanende Berichte über aktuelle Forschung und Kontroversen aus allen relevanten Bereichen wie Medizin, Klima, Astronomie, Technik und Gesellschaft gibt es bei IQ - Wissenschaft und Forschung: BR PODCAST | BAYERN 2 | IQ - WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG Literaturtipps: Gary Clyde Hufbauer, Jeffrey Schott, Kimberly Ann Elliott, Barbara Oegg: Economic Sanctions Reconsidered. Peterson Institute for International Economics. 2009. Interviewpartner/innen dieser Folge: Carola Westermeier, Soziologin und Vertretungsprofessorin am Institut für Politikwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt; Michèle Knodt, Politikwissenschaftlerin Professorin an der TU Darmstadt; Rolf Langhammer, Ökonom am Institut für Weltwirtschaft Kiel; Thomas Apolte, Wirtschaftshistoriker und Professor an der Universität Münster Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  3. Josephine Baker - Bananenrock und Regenbogenfamilie

    31.01.2023 · 23 Min.

    Sie war ein Star, die erste wilde, selbstbewusste, schwarze Sexbombe Europas. Aber sie kämpfte auch für die Freiheit im französischen Untergrund. Und ihre "Regenbogenfamilie" sollte ein Zeichen setzen für friedliches Zusammenleben. (BR 2018) Autor/in dieser Folge: Katalin Fischer Regie: Susi Weichselbaumer Es sprachen: Beate Himmelstoß, Axel Wostry Technik: Miriam Böhm Redaktion: Petra Hermann-Böck Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Der Mensch ist ein Tänzer - Vom Glück der Bewegung JETZT ANHÖREN Moulin Rouge - Varieté von Weltruhm JETZT ANHÖREN Wie Gott uns schuf - Nackt, natürlich, entblößt? JETZT ANHÖREN Madonna - Popikone und Meisterin der Selbstinszenierung JETZT ANHÖREN Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  4. Das Geheimnis der Mythen - Metaphern von Ursprung und Wandel

    25.01.2023 · 23 Min.

    Mythen entstanden in allen Kulturen, sie sind faszinierend und gefährlich zugleich: Sie liefern den Menschen Symbole und Modelle für eigene Konflikte, Übergänge und sie können Orientierungshilfe sein. Von Geseko von Lüpke (BR 2017) Credits: Autor dieser Folge: Geseko von Lüpke Regie: Eva Demmelhuber Es sprachen: Christian Baumann, Ruth Geiersberger, Carsten Fabian Technik: Ursula Kirstein Redaktion: Bernhard Kastner Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. In diesen Folgen erzählt radioWissen spannende Mythen aus Religionen und Kulturen: Mythos Medea - Die mörderisch Liebende JETZT ANHÖREN Sita - Indiens mythologische Traumfrau JETZT ANHÖREN Die Edda - Nordische Mythen und Sagen JETZT ANHÖREN Lilith - Adams erste Frau JETZT ANHÖREN

  5. Die Heiligen Drei Könige - Wahrheit, Legende oder Mythos?

    25.01.2023 · 22 Min.

    Wahrheit oder Legende? Den Heiligen Drei Königen auf der Spur. Die christliche Tradition kennt zahlreiche Legenden über die drei Weisen aus dem Morgenland. Gab es sie wirklich? Oder sind sie eine christliche Erfindung? Was wir heute wirklich über die Heiligen Drei Königen wissen können. Autorin: Barbara Schneider Credits Autor/in dieser Folge: Barbara Schneider Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Andreas Neumann, Hemma Michel, Stefan Wilkening Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Bernhard Kastner Im Interview: Simone Paganini (Professorin; für Biblische Theologie an der RWTH, Aachen Aachen); Manfred Becker-Huberti (römisch-katholischer Theologe und Brauchtumsforscher); Manuela Beer (Stellvertretende Direktorin am Museum Schnütgen in Köln); Ansgar Wucherpfennig (Professor für Neues Testament an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt); Jana Steuer (Astrophysikerin) Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Die Weihnachtskrippe - Szenerie der Menschwerdung JETZT ANHÖREN Der Stern von Bethlehem - Wegweiser des Himmels JETZT ANHÖREN Literaturtipps: Hugo Kehrer, Die Heiligen Drei Könige in Literatur und Kunst, 1. Band, Leipzig 1908. Hans Hofmann, Die Heiligen Drei Könige, Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1975. Manuela Beer u.a. (Hg), Die Heiligen Drei Könige, Mythos, Kunst und Kult, Hirmer Verlag, 2014. Claudia Paganini/Simone Paganini, Der große Faktencheck zur Weihnachtsgeschichte, Gütersloher Verlagshaus, 2020. Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das Manuskript zur Folge: SPRECHER Norditalien im Jahr 1162. Seit Monaten belagern die Truppen von Friedrich Barbarossa Mailand. Der Stauferkaiser will seine Macht in Norditalien ausbauen und den Einfluss des römischen Papsttums zurückdrängen. Und so hat sein Heer die für den Papst strategisch wichtige Metropole umstellt. SPRECHER Die Soldaten brennen die Getreidefelder rund um Mailand nieder. Sie kontrollieren die Handelswege, so dass keine Lebensmittel mehr in die Stadt geliefert werden können. Die Bevölkerung ist dem Hungertod nahe, letztlich bleibt nur die Kapitulation. Mit fatalen Folgen: Barbarossas Heer marschiert in Mailand ein, brennt die Stadtmauern nieder, verwüstet und plündert die Stadt. 01 ZSP BECKER-HUBERTI Barbarossa ist 1162 runter nach Italien, hat Mailand belagert und erobert. SPRECHER Sagt der katholische Theologe Manfred Becker-Huberti. Er forscht zu Brauchtum und Heiligenverehrung im Rheinland. 02 ZSP BECKER-HUBERTI Und da man in diesen Zeiten keine Honorare oder Gehälter für seine Soldaten bezahlte, hieß es, dass die anschließend die Stadt plündern durften. Und was bei der Plünderung an Sakralem gefunden wurde, das gehört aber dem Feldherrn. Und genau das ist ein Punkt. Man fand nämlich in einer Kirche versteckt Reliquien der Heiligen Drei Könige. SPRECHERIN Wie die Reliquien nach Mailand gekommen sind, liegt im Dunkeln. Der Legende nach soll Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, die Gebeine in Palästina um das Jahr 300 entdeckt haben. Für Barbarossa sind die Reliquien ein Glücksfund. Sie helfen ihm dabei, seinen Herrschaftsanspruch gegenüber dem Papst abzusichern. Wer so wertvolle Reliquien besitzt, so das Denken, braucht keinen Papst mehr, sondern seine Herrschaft ist unmittelbar von Gott eingesetzt. Und so bringt sein Kanzler und Vertrauter, der Erzbischof Rainald von Dassel, den kostbaren Fund 1164 nach Köln, was der Stadt bald eine wirtschaftliche und religiöse Blüte beschert. 03 ZSP BEER Die Ankunft der Reliquien befördert den Reichtum Kölns und damit sozusagen auch die Voraussetzungen für den Bau der gotischen Kathedrale. SPRECHER Manuela Beer ist stellvertretende Direktorin am Museum Schnütgen in Köln. 2014, zur 850-Jahr-Feier der Ankunft der Gebeine in Köln, hat sie eine große Ausstellung zu den Heiligen Drei Königen konzipiert. 04 ZSP BEER Es kommt ganz viel Geld in die Stadt durch die Pilgerströme, die ziemlich alsbald nach der Ankunft der Reliquien nach Köln ziehen, so dass man auch genötigt war, ein Gehäuse zu schaffen, in dem die Reliquien ansprechend präsentiert werden konnten und den Pilgern die Nähe ermöglicht wurde. SPRECHER Nikolaus von Verdun, einer der berühmtesten Goldschmiedemeister seiner Zeit, erhält den Auftrag, einen eigenen Schrein für die Reliquien anzufertigen. Aus allen Ländern der damals bekannten Welt kommen Pilger nach Köln. Aus Belgien, Holland oder Frankreich. Selbst der englische König Edward III. reist an den Rhein, mit wertvollen Geschenken für die Heiligen Drei Könige im Gepäck. Erzbischof Rainald von Dassel spendiert jedes Jahr ein großes Schauspiel zu Ehren der Drei Könige. Eine große Prozession zieht dabei durch die Stadt, in einer Messe werden die Reliquien verehrt. Die Drei Könige werden bald zum Markenzeichen Kölns, drei Kronen sind bis heute Teil des Stadtwappens. Wer allerdings in dem goldenen, mit Edelsteinen verzierten Schrein tatsächlich liegt, ist unklar. 05 ZSP BECKER-HUBERTI Vor dem 700 Jahres-Jubiläum hat man 1864. … den Schrein geöffnet und dabei mal in den Schrein etwas genauer hineingeschaut und versucht festzustellen, was ist eigentlich drin? Und festgestellt hat man, da war natürlich sehr viel mehr drin ist als das, was man eigentlich meint. Es sind nicht nur die Gebeine von den sogenannten Drei Königen drin, sondern da sind auch Reliquien von anderen. … Jedenfalls: Man hat nicht geordnete Reliquien gefunden. Man hat drei Gebeine gefunden von Personen unterschiedlichen Alters, die dann als die Heiligen Drei Könige gedeutet wurden. Interessant ist, dass genau diese Reliquien in ganz besondere, kostbare Seiden gehüllt waren…. Damast, das ist Luxus, den es in der Zeit des zweiten bis vierten Jahrhunderts gab. Das heißt, offensichtlich sind diese Gebeine uralt, aber näher untersucht wurden sie eigentlich nie. SPRECHERIN Dass es die Drei Heilige Könige so wirklich gegeben hat, ist mehr als fraglich. Belege dafür, dass die Reliquien echt sind, gibt es nicht. Einzige historische Quelle ist das Matthäusevangelium, und das erzählt eine ganz andere Geschichte. Von drei Königen ist in der Bibel an keiner Stelle die Rede. ZITATOR (Matthäus 2, 1-2) Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. 06 ZSP PAGANINI Es kommen auf Griechisch „Magoi ton Anatolion“, also Magier … Das waren in der altorientalischen Tradition so etwas wie Astronomen oder Astrologen. Um sich das etwas besser vorstellen zu können: sie waren so etwas wie Priester, die natürlich durch die Beobachtung der Gestirne versucht haben, den Willen der Götter irgendwie für sich zu erschließen. Und diese Magier kommen aus dem Orient. SPRECHERIN Die biblische Erzählung berichtet von Sterndeutern, nicht von Königen oder Herrschern. Dazu werden die Astronomen aus dem Osten erst in Legenden im 6. oder 7. Jahrhundert, sagt Simone Paganini, Professor für Biblische Theologie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Er vermutet dahinter den Versuch, den neugeborenen Jesus in ein würdiges Umfeld zu stellen und gewissermaßen seine Geburt im Stall aufzuwerten. In den ältesten erhaltenen Darstellungen findet sich diese Interpretation jedoch nicht. 07 ZSP BEER Die frühesten Bilder der Magier, die zur Anbetung des Kindes herbeieilen, sind an der Wende vom dritten zum vierten Jahrhundert entstanden. Und die sehen ganz anders aus wie die Bilder, die wir jetzt sofort im Kopf haben, wenn wir an die Heiligen Drei Könige denken - kostbar gewandelte Herrscherpersönlichkeiten mit den Kronen auf dem Kopf -, sondern es sind mit langem Strumpfhosen bekleidete, mit kurzen Tuniken gegürtete und mit sogenannten phrygischen Mützen auf dem Kopf herbeieilende Männer und diese phrygischen Mützen, die sehen so ein bisschen aus wie so Zipfelmützen oder wie so Nikolausmützen, wie wir uns das vorstellen. Und das war der Darstellungs-Typus, den man aus der Antike genommen hat. So stellte man die unterworfenen fremdländischen Völker dar, also Orientalen, die sich dem römischen Kaiser unterwarfen. SPRECHER Die Christenheit ringt von Anfang an darum, wie sie sich die biblischen Figuren vorstellen soll, sagt die Kunsthistorikerin Manuela Beer. Elfenbeintafeln, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und Gemälde zeigen die Heiligen Drei Könige mal zu Pferd, mal mit Krone auf dem Kopf, mal mit schlichtem Hut, mal mit prächtigem, exotischem Gewand, mal mit einfachem Umhang. Um die biblische Erzählung entstehen zahlreiche Legenden. Manche kennen drei Könige andere sprechen von vier, wieder andere berichten von zwölf Königen, die zur Krippe nach Bethlehem kommen. SPRECHERIN Wie viele Personen es letztlich waren, darüber kann heute nur spekuliert werden. Das lässt das Matthäus-Evangelium offen, sagt Ansgar Wucherpfennig, Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. 08 ZSP WUCHERPFENNIG Die Zahl der Sterndeuter ist nicht angegeben, aber es ist auch möglich, dass Frauen darunter waren, bis zu zehn ist überhaupt kein Problem, dass das eine Gruppe bezeichnet, zu denen auch Frauen gezählt haben können, das ist nicht ausgeschlossen. SPRECHERIN Weil die Magier die drei symbolischen Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe dabeihaben, schlussfolgert der Kirchenvater Origenes schon im dritten Jahrhundert: Es müssen drei Personen gewesen sein. Die Deutung setzt sich durch. Ein paar Jahrhunderte später entwickelt Augustin die Idee, dass die Sternendeuter nicht aus dem Morgenland, sondern aus allen Himmelsrichtungen und von allen damals bekannten Kontinenten kommen. Theologisch will er damit sagen: Die ganze Welt verneigt sich vor dem Kind in der Krippe. Schließlich beginnt man, den Königen Namen zu geben. MUSIK weiter: SPRECHER/SPRECHERIN (im Wechsel) Apellus, Amerus, Damasius Galgalat, Balthasar, Melchior Minsuram, Badsiba, Likon Thaddadia, Melchior, Balytora Wiscara, Melikona, Walastar Tanisuram, Mika, Sisisba Gaspar, Baldesar, Melchion 09 ZSP BECKER-HUBERTI Irgendwann sind die Namen dann auf Caspar, Melchior und Balthasar festgelegt.… Es kommen drei Altersstufen dazu. Das heißt nun, sie sind unterschiedlich alt. Der Vornehmste ist der Dunkelhäutige und der Jüngste. Und dann ist der Melchior, der Mittelalte, und der Caspar ist der Älteste. Das ist der Europäer, dann hat man, um sie den Kontinenten zuzuordnen Asien, Afrika und Europa mit entsprechenden Reittieren ausgestattet, nämlich dem Dromedar, dem Kamel und dem Pferd. SPRECHER In der Volksfrömmigkeit spielen die Drei Könige eine wichtige Rolle. In Rouen, Freising, Madrid, Zagreb, Padua oder Neapel entstehen im Mittelalter Prozessionen, bei denen prunkvolle Dreikönigsumzüge durch die Städte ziehen. Am Dreikönigstag wird bei einem großen Festmahl ausgelassen gefeiert. Im Mittelalter ist aber auch der Glaube weit verbreitet, dass die Drei Könige magische Kräfte besitzen. Mit Gold, Weihrauch und Myrrhe sollen sich alle möglichen Leiden kurieren lassen. Die Menschen des Mittelalters lösen sogenannte Dreikönigskreide in Wein auf, um damit Krankheiten zu heilen. Sie glauben an die Kraft eines Dreikönigswassers, das Wunder bewirken soll. Und: Die Drei Könige sollen böse Geister fernhalten können. 10 ZSP BECKER-HUBERTI Die schlimmste Rauhnacht war, das heißt, die Geister tobten ganz besonders, und man musste dann das Haus ausräuchern. Etwas, was bis zum heutigen Tag ja noch in vielen Gegenden Deutschlands geschieht. Denn dieser Weihrauch, das ist das Parfum Gottes, und das vertragen die Dämonen nicht. Deshalb haben sie keine Chance, dagegen anzukommen. Hinzu kommt, dass man das Zeichen der Dreikönige benutzte, um die Dämonen abzuhalten. Es gab Wetterglocken in vielen Kirchen, die läutete man, … weil man dieses Unwetter auf diese Art und Weise bannen wollte. Wenn man mit der Wetterglocke läutete, musste das Unwetter verschwinden und auf diesen Glocken angebracht war in der Regel auch ein Zeichen der Heiligen Drei Könige, oft ein Wallfahrtszeichen, das man aus Köln mitgebracht hatte. Und diese Belege gibt es quer durch Europa. SPRECHERIN Die Legendenbildung kennt keine Grenzen. Gleichzeitig haben aber Theologen und Naturwissenschaftler immer wieder versucht, historische Fakten aus der biblischen Erzählung abzuleiten und letztlich auch damit einen Beleg für die historische Existenz der Weisen aus dem Morgenland zu finden. Besonders der Stern von Bethlehem, von dem die biblische Geschichte erzählt, hat dabei zu Theorien und Erklärungsversuchen angeregt. ZITATOR (Matthäus 2, 9-11) Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 11 ZSP BECKER-HUBERTI Wenn Sie sich heute Krippen anschauen, gemalt, gebastelt, gebaut, dann haben sie meistens einen Stern mit Schweiß, der kometenartig aussieht. Wir wissen heute, dass die Geburt Jesu nicht zu dem Zeitpunkt stattgefunden hat, der der Zeitrechnung zugrunde liegt, also im Jahr Null, sondern vier bis sechs Jahre früher, weil es ein Rechenfehler bei der Zusammenstellung der Jahre gegeben hat. Und wenn man dies untersucht und den Himmel untersucht durch die entsprechenden Fachleute, dann stellt man fest, dass es eine Konstellation am Himmel gegeben hat, … die ist unter den entsprechenden Fachleuten der damaligen Zeit gedeutet worden, dass im Reich der Juden ein König neu geboren wird. SPRECHER Über die Jahrhunderte hinweg haben sich Astronomen und Theologen den Kopf darüber zerbrochen, was es mit dem Himmelsphänomen auf sich hat. War der Stern von Bethlehem ein Komet, wovon schon der Theologe Origenes im dritten Jahrhundert nach Christus spricht? Oder war er eine Supernova, also ein sterbender Stern, der am Nachthimmel explodiert ist? SPRECHERIN Beide Theorien hält die Astrophysikerin Jana Steuer von der Münchner Volkssternwarte - wie die meisten Astronomen heute - für unwahrscheinlich. Noch eher, sagt sie, kann es sich um eine Planeten-Konjunktion gehandelt haben. Also eine optische Täuschung, bei der sich mehrere Planeten scheinbar ganz nahekommen. 12 ZSP STEUER wenn es eine Supernova oder ein Komet gewesen wäre, dann müssten wir das in anderen Aufzeichnungen finden. Also wir müssten andere Berichte aus der Zeit haben eben, und nicht nur diese Geschichte von Jesu Geburt, die von von solchen Ereignissen sprechen. Das müsste anderen Menschen aufgefallen sein, und das fehlt einfach. Was wir aber haben, sind babylonische Aufzeichnungen über eben eine große Konjunktion sieben vor Christus. In der Zeit wird ja auch ungefähr Jesu Geburt vermutet. SPRECHER Im Jahr sieben vor Christus, sagt Jana Steuer, haben sich Jupiter und Saturn sehr nahe aneinander vorbei bewegt. Diese Planeten-Konjunktion dürfte damals aufgefallen sein und könnte eine Erklärung für den Stern sein, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Beweisen lässt sich das allerdings nicht, dass die Magier aus dem Orient tatsächlich dieses Himmelsphänomen beobachtet haben. 13 ZSP STEUER Es bleiben viele Fragen offen. Wir wissen eben, dass diese Konjunktion stattgefunden hat. Was das Problem an dieser Konjunktionstheorie ist, Jupiter und Saturn kamen sich zwar damals sehr nahe, aber sie kamen sich gewiss nicht so nahe, dass man sie für einen einzigen Stern hätte halten können. Das heißt, man muss deutlich damals auch gesehen haben, dass das zwei getrennte Objekte am Himmel sind. Letztendlich, glaube ich, ist es zumindest aus astronomischer Sicht so, dass wir halt nur sagen können das einzige astronomische Phänomen, von dem wir wissen, dass das stattgefunden hat, ist diese Konjunktion. Supernova und Kometen gibt es einfach keinerlei Beweise dafür. Und dann muss man sich natürlich einfach auch als eine religiöse Geschichte darauf berufen, dass das Ganze halt eine symbolische Aussagekraft haben sollte und dementsprechend wahrscheinlich auch dramatisiert wurde. SPRECHER Für den Stern gibt es deshalb noch eine ganz andere Erklärung. Immer wieder finden sich in der antiken Welt Berichte darüber, wie eine Himmelserscheinung die Geburt einer wichtigen Persönlichkeit ankündigt. Als Alexander der Große zur Welt kam, soll ein sehr heller Stern am Himmel erschienen sein. Bei der Geburt des Herrschers Mithridates des Großen im zweiten Jahrhundert vor Christus soll 70 Tage lang ein Stern am Himmel geleuchtet haben. Auch über Augustus gibt es ähnliche Erzählungen. Hat der Stern also rein symbolischen Charakter? SPRECHERIN Solche Himmelserscheinungen dienen in der Literatur dazu, auf ein besonderes Ereignis aufmerksam zu machen, sagt der Bibelwissenschaftler Simone Paganini. Auch die Erzählung von den Sterndeutern aus dem Morgenland, die den Stern von Bethlehem gesehen haben, lässt sich so interpretieren. Und nicht nur das: Wer sich die biblische Erzählung anschaut, findet immer wieder Motive, die es auch in anderen Religionen und Erzählungen gibt. Etwa wenn sich die Sterndeuter aus dem Morgenland auf den Weg nach Bethlehem zu Jesus, dem Sohn Gottes, machen. 14 ZSP PAGANINI Wenn wir zum Beispiel, die Geburt von Buddha anschauen, passiert genau das gleiche. Es kommen wichtige Leute, die ihn huldigen. Es ist … also etwas was immer wieder wiederholt wird. Das Gleiche gilt übrigens für die Geschichte. Herodes hat alle kleine Kinder getötet, um Jesus zu töten. Das ist ein Topos, also, wenn wichtige Leute geboren werden, die … sind in Gefahr, und die müssen gerettet werden. Und das finden wir nicht nur in der Mythologie. In der griechischen Mythologie Herkules zum Beispiel. Der wird geboren. Er wird in seine Krippe gelegt und es kommen zwei Schlangen, die ihn fressen wollen. SPRECHERIN Also doch alles Legende? Ein Mythos, der sich so oder ähnlich auch in anderen Religionen findet? Und der die besondere Rolle und Bedeutung von Jesus unterstreichen soll? Bei der biblischen Geschichte geht es vor allem um die theologische Aussage, so Professor Ansgar Wucherpfennig. 15 ZSP WUCHERPFENNIG Das, was beschrieben wird, ist ziemlich klar ein Wunder. Natürlich haben immer wieder Astronomen danach gesucht, ob es ein astronomisches Phänomen ist, mit dem man das erklären kann. Das ist eigentlich der Erzählung nach nicht der Fall. Denn es ist ein Stern, der vor den Weisen herwandert, das ist ein Stern, der die Menschen, die keine Juden waren auf ihre Weise zu Jesus dem Messias geführt hat. Und das ist die eigentliche Aussage der Geschichte. SPRECHERIN Wer die Sterndeuter waren, davon erzählt die Bibel nichts. Genauso wenig wie davon, aus welcher Stadt sie kamen. Letztlich bewegt sich das Matthäusevangelium im Rahmen theologischer Geschichtsschreibung, sagt deshalb auch der Bibelwissenschaftler Simone Paganini. 16 ZSP PAGANINI Da wird jemand geboren. Jemand, der ganz wichtig ist, nämlich Jesus, und sogar aus diesem fernen Land gibt es Priester, die die Zukunft voraussehen können, indem sie den Himmel anschauen, und weil sie einen Stern sehen erkennen sie: Da ist etwas Wichtiges passiert. Dass es solche Menschen gab, das ist historisch - also, es gab solche Priester, ob die wirklich jemals einen Stern gesehen haben, genau zu der Zeit, wo Jesus geboren ist …..da sind wir nicht mehr in der historischen Quellenauswertung, sondern, da sind wir in der ersten Legendenbildung. SPRECHERIN Über die Jahrhunderte hinweg wurde diese erste Legende immer weiter ausgeschmückt. Aus den Sterndeutern wurden Könige, die später die verschiedenen Erdteile und Altersstufen repräsentierten. Sie erhielten Namen. Ihre Reliquien werden bis heute in Köln verehrt. Wer die Heiligen Drei Könige allerdings tatsächlich waren, bleibt letztlich Glaubenssache.

  6. Maria Mitchell - Die Frau, die nach den Sternen griff

    25.01.2023 · 22 Min.

    Als Maria Mitchell 1847 zufällig einen Kometen entdeckte, der bis heute "Miss Mitchell´s Komet" genannt wird, wurde die Hobbyastronomin und Bibliothekarin auf einen Schlag berühmt. Mitchell, die nie eine Universität besucht hatte, sondern ihr Wissen aus Büchern bezog, wurde die erste weibliche Astronomie-Professorin in den USA. Sie setzte sich fortan auch für Frauenrechte ein und gründete verschiedene Organisationen mit, um die Bildung von Frauen zu verbessern. Denn, wenn eine Frau Erfolg haben will, so soll Mitchell gesagt haben, muss sie mehr leisten als ein Mann. (BR 2014) Autor/in dieser Folge: Maike Brzoska Regie: Axel Wostry Es sprachen: Rahel Comtesse, Detlef Kügow, Jerzy May, Katja Amberger Technik: Lydia Schön Redaktion: Gerda Kuhn Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Im Podcast "Sternzeit" finden Sie täglich spannende Folgen über Persönlichkeiten, Ereignisse und Fakten aus der Astronomie: ARD Audiothek | Deutschlandfunk | Sternzeit JETZT ANHÖREN Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Interviewpartnerin dieser Folge: Dr. Iris Traulsen, Astrophysikerin am Leibniz-Institut in Potsdam. Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  7. Rembrandt von Rijn - Der Maler der „Nachtwache“

    24.01.2023 · 22 Min.

    Nur spärliche Fakten über Rembrandts Leben sind überliefert. Ein Müllerssohn aus Leiden, der als junger Mann sein Glück als Maler in Amsterdam macht. Doch dann folgen Schicksalsschläge, Frauengeschichten, Bankrott, ein Alter in Armut. Und all dies vor dem Hintergrund einer Ära nie gekannten Prachtentfaltung, des Goldenen Zeitalters der Niederlande. (BR 2016) Autor/in dieser Folge: Julia Devlin Regie: Irene Schuck Es sprachen: Beate Himmelstoß, Christian Baumann, Peter Weiß Technik: Jochen Fornell Redaktion: Petra Hermann-Boeck Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Original - Wie wertvoll ist das Unikat? JETZT ANHÖREN Rubens - Das Große Jüngste Gericht JETZT ANHÖREN Gianlorenzo Bernini - Ein barocker Stararchiktekt JETZT ANHÖREN Artemisia Gentileschi - Malerin des Barock JETZT ANHÖREN Murillo - Ein Maler im Auftrag der Nächstenliebe JETZT ANHÖREN Verpassen Sie keine Folge mehr und abonnieren Sie radioWissen im BR Podcastcenter. Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  8. Original - Wie wertvoll ist das Unikat?

    24.01.2023 · 22 Min.

    Die Kopie eines Kunstwerks kostet nur den Bruchteil ihres Originals. Aber warum eigentlich? Oft können ja nicht einmal Expertinnen und Experten den Unterschied erkennen. Könnten wir nicht einfach Kopien ins Museum hängen, ohne teure Sicherheitsvorkehrungen und Klimaanlagen? Autor/in dieser Folge: julie Metzdorf Regie: Anja Scheifinger Es sprachen: Stefan Wilkening, Katja Bürkle, Frank Manhold Technik: Andreas Lucke Redaktion: Nicole Ruchlak Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch weitere hörenswerte Folgen zum Thema: Krypto-Kunst und NFTs - Digitale Bilder und das große Geld? JETZT ANHÖREN Kunst und Profit - Über den Kunstmarkt JETZT ANHÖREN Kunst ist eine Behauptung - Der Kunstbegriff JETZT ANHÖREN

  9. Die Erfindung der Schrift - Vom Bild zum Symbol

    24.01.2023 · 23 Min.

    In Mesopotamien, im heutigen Irak, entstand vor rund 5.200 Jahren die erste Schrift. Die Keilschrift war kompliziert und dennoch sehr weit verbreitet. Lesen und Schreiben war der Oberschicht vorbehalten. (BR 2018) Autor/in dieser Folge: Yvonne Maier Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Beate Himmelstoß Technik: Daniela Röder Redaktion: Nicole Ruchlak Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Wir empfehlen außerdem eine spannende Staffel von ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN: Anfänge der Kultur - Erfindung des Ackerbaus JETZT ANHÖREN Anfänge der Kultur - Erfindung der Kunst JETZT ANHÖREN Anfänge der Kultur - Erfindung der Schrift JETZT ANHÖREN

  10. Estland, Lettland, Litauen - Das Baltikum zwischen Ost und West

    23.01.2023 · 23 Min.

    1918 gründeten die Balten demokratische Nationalstaaten, die mit dem Zweiten Weltkrieg vorerst wieder verschwanden: mal von sowjetischen, mal von deutschen Truppen besetzt, blieben sie schließlich Teil der Sowjetunion. Erst Anfang der 1990er Jahre erlangten sie ihre Unabhängigkeit zurück. Autor/in dieser Folge: Renate Eichmeier Regie: Irene Schuck Es sprachen: Andreas Neumann, Berenike Beschle, Katja Amberger Technik: Susanne Harasim Redaktion: Thomas Morawetz Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Eine weitere hörenswerte Folge von radioWissen zum Thema: Das Vielvölkerreich im Osten - Russland und die Sowjetunion JETZT ANHÖREN Außerdem empfehlen wir folgenden Beitrag über das Baltikum von ARD alpha (online bis 29.10.2024): ARD Mediathek | alpha-demokratie | Baltikum JETZT ANSEHEN Literaturtipps: Tuchtenhagen, Ralph: Geschichte der Baltischen Länder. München 2016. Kompakte Zusammenfassung, gibt einen guten Überblick Angermann, Norbert; Brüggemann, Karsten: Geschichte der baltischen Länder. Ditzingen 2021. Detailreiche Darstellung, viele Informationen zu verschiedenen Themenkomplexen und Entwicklungen in den baltischen Staaten

  11. Georgien - Der blockierte Weg nach Westen

    23.01.2023 · 23 Min.

    Georgiens Kampf um nationale Souveränität dauerte Jahrhunderte, der Versuch, sich vom russischen Imperium zu emanzipieren und die gleichzeitige kulturelle und ökonomische Abhängigkeit führten im 19. Und 20. Jahrhundert zu Aufständen und Kriegen. Heute ist das Land gespalten zwischen einer prorussischen Regierung und der nach Westen strebenden Zivilgesellschaft. Autor/in dieser Folge: Jochen Rack Regie: Frank Halbach Es sprachen: Katja Bürkle, Christoph Jablonka, Florian Schwarz Technik: Andreas Lucke Redaktion: Thomas Morawetz Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch eine weitere hörenswerte Folge zum Thema: Estland, Lettland, Litauen - Das Baltikum zwischen Ost und West JETZT ANHÖREN Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundrunks. DAS KALENDERBLATT

  12. Chili - Heiße Schoten

    19.01.2023 · 23 Min.

    Sie sind grün, knallgelb oder leuchtend orange, mal lang und spitz oder kugelrund, aber vor allem sind Chilis scharf. Dahinter steckt das Alkaloid Capsaicin, das übrigens nicht von den Geschmacksknospen auf der Zunge wahrgenommen wird, sondern von einem Hirnnerv, der zuständig ist für das Hitzeempfinden. (BR 2020) Autor/in dieser Folge: Claudia Heissenberg Regie: Martin Trauner Es sprachen: Ditte Ferrigan, Frank Manhold Technik: Adele Kurdziel Redaktion: Matthias Eggert Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch weitere interessante Folgen zu Scharfmachern und Gewürzen: Senf - Würzpflanze mit Heilkraft JETZT ANHÖREN Meerrettich - Antibiotikum aus der Natur JETZT ANHÖREN Kurkuma - Zwischen Heilkunst und Superfood? JETZT ANHÖREN Pfeffer - Das schwarze Gold JETZT ANHÖREN

  13. Die Jesiden - Das Volk des Engel Pfau

    19.01.2023 · 22 Min.

    Etwa eine Million Menschen gehören der kurdischen Minderheit der Jesiden an. Ihre Religion, älter als das Christentum, bezieht sich auf einen allmächtigen Gott, der das gesamte Universum erschaffen hat. (BR 2016) Autor/in dieser Folge: Mechthild Müser Regie: Irene Schuck Es sprachen: Hemma Michel, Wolfgang Pregler Technik: Jochen Fornell Redaktion: Bernhard Kastner Diese hörenswerten Podcastfolgen in der ARD Audiothek könnten Sie ebenfalls interessieren: Farhad Alsilo, Autor | EINS ZU EINS. DER TALK JETZT ANHÖREN Die wohl schönsten Gebete der Menschheit | WDR Lebenszeichen JETZT ANHÖREN Farida - eine Jesidin kämpft gegen das Vergessen | SWR2 Glauben JETZT ANHÖREN Menschenrechtlerin Düzen Tekkal | phoenix persönlich - Audio Podcast JETZT ANHÖREN Tu?ba Tekkal im Gespräch mit Gisela Keuerleber | Tischgespräch JETZT ANHÖREN IS-Massaker an den Jesiden - Literarisch schreiben über den Schrecken | Lesart Deutschlandfunk Kultur JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  14. Eskapismus - Flucht aus der realen Welt

    18.01.2023 · 21 Min.

    Wer sich in fiktiven Welten bewegt, flieht vor realen Problemen. So eine gängige Meinung. Aber ohne die eskapistischen Wünsche der phantasiebegabten Menschheit gäbe es weder Literatur noch Kunst. (BR 2018) Autor/in dieser Folge: Justina Schreiber Regie: Irene Schuck Es sprach: Beate Himmelstoß Technik: Regine Elbers Redaktion: Susanne Poelchau Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch weitere hörenswerte Folgen zum Thema: Hier und Jetzt - Im Fokus der Achtsamkeit JETZT ANHÖREN Akzeptanz - Annehmen, was ist JETZT ANHÖREN Tagträumen - Unser Spiel mit der Wirklichkeit JETZT ANHÖREN Mikroabenteuer - Kleine Abenteuer im Alltag JETZT ANHÖREN Im Bayern2-Mystery-Hörspiel „Mia Insomnia“ flüchtet sich Podcasterin Mia in eine Parallelwelt, die sie über ein Hörspiel entdeckt. Die Welt ist auf den ersten Blick frei von Krisen - doch der Schein trügt: ARD Audiothek |Mia Insomnia JETZT ANHÖREN

  15. David Ricardo - Begründer des Freihandels

    18.01.2023 · 22 Min.

    Selfmade-Wissenschaftler, Börsenmakler, Multimillionär und ein Urvater der Volkswirtschaftslehre: David Ricardo. (BR 2018) Autor/in dieser Folge: Christian Sachsinger Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Rahel Comtesse, Peter Lersch, Johannes Hitzelberger Technik: Ursula Kirstein Redaktion: Nicole Ruchlak Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Adam Smith - Moralphilosoph und Begründer der modernen Ökonomie JETZT ANHÖREN Friedrich Hayek - Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger JETZT ANHÖREN John Maynard Keynes - Ökonom der Krise JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

  16. Der Schriftsteller Jaroslav Hašek - Melde gehorsamst: Schwejk Josef

    17.01.2023 · 23 Min.

    Der 1883 in Prag geborene tschechische Schriftsteller Jaroslav Hašek schuf mit seinem braven Soldaten Josef Schwejk eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur. Aber Hašek ist mehr als nur Schwejk. Er schrieb zahlreiche Humoresken und führte ein abenteuerliches und widerständiges Leben. Autor/in dieser Folge: Thomas Grasberger Regie: Irene Schuck Es sprachen: Katja Bürkle, Stefan Wilkening, Johannes Silberschneider, Friedrich Schloffer Technik: Adele Kurzdziel Redaktion: Thomas Morawetz Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Die untergehende K.-und k.-Monarchie ist auch Thema in Joseph Roths Roman Radetzky-Marsch. RadioWissen hat eine spannende Folge dazu: Joseph Roth - Der Radetzky-Marsch JETZT ANHÖREN Das gesamte Hörbuch "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" finden Sie in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | MDR Kultur | Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk | Gelesen von Wolfram Berger JETZT ANHÖREN

  17. Joseph Roth - Der Radetzky-Marsch

    17.01.2023 · 23 Min.

    Joseph Roth singt in seinem Roman "Radetzky-Marsch" den Abgesang auf das Kaiserreich - und beschwört dabei einen Habsburg-Mythos als Utopie gegen das heraufziehende Nazireich. Eine Utopie der Vielsprachigkeit, der Weltoffenheit und der Verständigung verschiedenster Völker. (BR 2010) Autor/in dieser Folge: Gabriele Knetzsch Regie: Gabriele Knetsch, Frank Halbach Es sprachen: Irina Wanka, Andreas Wimberger, Claus Brockmeyer Technik: Klemens Kamp Redaktion: Petra Hermann-Boeck Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. "Radetzkymarsch" von Joseph Roth finden Sie als Hörbuch in der ARD Audiothek: SWR2 | SWR2 Fortsetzung folgt | Joseph Roth: Radetzkymarsch (1/22) JETZT ANHÖREN Ebenfalls aus der ARD Audiothek empfehlen wir das Hörspiel "Das Spinnennetz" von Joseph Roth: Bayern 2 | Hörspiel Pool | Das Spinnennetz (1/2) von Joseph Roth JETZT ANHÖREN

  18. Privateigentum - Seit wann gibt es "meins" und "deins"?

    16.01.2023 · 23 Min.

    Für die einen ist es Freiheit in Reinform. Für andere der Treiber sozialer Ungerechtigkeit. Das Privateigentum polarisiert noch immer: Wo liegen die Grenzen, und wann darf der Staat für das Gemeinwohl eingreifen? (BR 2020) Autor/in dieser Folge: Elisabeth Bräuer Regie: Martin Trauner Es sprachen: Katja Amberger, Andreas Neumann, Frank Manhold, Peter Veit Technik: Christian Schimmöller Redaktion: Nicole Ruchlak Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Wir empfehlen außerdem die spannende Staffel „Kapital und Eigentum“ von ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN: Kapital und Eigentum - Kapitalismus JETZT ANHÖREN Kapital und Eigentum - Die frühen Sozialisten JETZT ANHÖREN Kapital und Eigentum - Streit ums Erbe JETZT ANHÖREN

  19. Die Geschichte des Geldes - Von der Muschel zur Kreditkarte

    16.01.2023 · 22 Min.

    Muscheln, Vieh und Steine - all das haben Menschen schon als Zahlungsmittel genutzt. Die Geschichte des Geldes ist sehr vielseitig und hat auch viel mit Vertrauen zu tun. (BR 2015) Autor/in dieser Folge: Maike Brzoska Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Detlef Kügow, Ruth Geiersberger, Michael Hafner Technik: Christiane Voitz Redaktion: Nicole Ruchlak Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch weitere hörenswerte Folgen zum Thema: Liebling Geldschein - Vom Bargeld in Deutschland JETZT ANHÖREN Die Geschichte der Steuern - Zugemauerte Fenster und gestutzte Bärte JETZT ANHÖREN Wir empfehlen außerdem die spannende Staffel "Der Wert des Geldes" von ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN: Der Wert des Geldes - Inflation JETZT ANHÖREN Der Wert des Geldes - Finanzkriege JETZT ANHÖREN

  20. Der Aufbau unserer Erde - Kruste, Mantel und Kern

    12.01.2023 · 24 Min.

    Der Erdkern ist heiß: bis zu 5.000 Grad Celsius! Da Bohrungen nur 12 Kilometer ins Erdinnere reichen, der mittlere Erdradius aber 6.371 Kilometer misst, beruht unser Wissen über den Schichten-Aufbau auf indirekten Beobachtungen. (BR 2019) Autor/in dieser Folge: Katrin Kellermann Regie: Christiane Klenz Es sprachen: Christiane Roßbach, Armin Berger Technik: Fabian Zweck Redaktion: Bernard Kastner Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. RadioWissen hat noch weitere hörenswerte Folgen zum Thema: Die Erde - Ein Planet in ständiger Bewegung JETZT ANHÖREN Vulkanismus - Von Lava und Magma JETZT ANHÖREN Spanende Berichte über aktuelle Forschung und Kontroversen aus allen relevanten Bereichen wie Medizin, Klima, Astronomie, Technik und Gesellschaft gibt es bei IQ - Wissenschaft und Forschung: BR PODCAST | BAYERN 2 | IQ - WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG