Therapie auf den Punkt

Henning Lütje
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06.10.2026
Beschreibung
Instagram: therapieaufdenpunkt Mein Podcast zu Theorie und Praxis der Psychotherapie und verwandten Themen: Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Philosophie der Psychiatrie, Philosophie des Geistes, Verhaltenstherapie, Persönlichkeitsstile Impressum: https://www.therapieaufdenpunkt.com/impressum
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Episoden
  1. Diagnosen beschreiben Menschen nicht einfach nur, sondern verändern sie. Wenn die Diagnose in das Selbstbild aufgenommen wird, verändert sie die Wahrnehmung (confirmation bias) und das Verhalten (selbsterfüllende Prophezeiungen) des diagnostizierten Menschen. Gleichzeitig haben Diagnosen längst das Behandlungszimmer und den akademischen Diskurs verlassen und zirkulieren über soziale Medien milliardenfach multipliziert in der gesamten Gesellschaft. Dadurch, so Padbergs These, verändern sie sich inhaltlich. Zudem werden auch immer mehr menschliche Schwierigkeiten mit Diagnosen versehen und dadurch pathologisiert, was Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten verdeckt. Dennoch können wir auf Diagnosen nicht vollständig verzichten. Was also tun? Und was genau ist die Verlockung, die von der Identifikation mit Diagnosen ausgeht? Padberg - Die Macht der Diagnosen: https://tinyurl.com/4sawkj57 Studie zu ADHS auf TikTok: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319335 Hacking - The Looping Effects of Human Kinds: https://psycnet.apa.org/record/1995-98256-012

  2. Als erster Gast in diesem Podcast gibt Stefan Limberg in dieser Episode Einblicke in die therapeutische Praxis mit Persönlichkeitsstilen. Stefan arbeitet als Psychologe in der Tagesklinik des St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr und hat bei Rainer Sachse Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) gelernt.

  3. Menschen mit dem Borderline-Stil sind typischerweise in einem Umfeld aufgewachsen, in dem sie nie genau wussten, woran sie sind. Deshalb haben sie unterschiedliche Persönlichkeitsstile gleichzeitig ausgeprägt, um sich flexibel an die Situation anzupassen. Dies führt jedoch zu massiven inneren Konflikten und häufigen hyperallergischen Reaktionen.

  4. Paranoide Menschen sind massiv misstrauisch und vermuten allenthalben, absichtlich geschädigt zu werden. Ist dieses Muster für Interaktionspartner auch sehr anstrengend, birgt der Stil aber einige Stärken. Paranoide sind beispielsweise extrem gut darin, Wahrheit und Fiktion voneinander zu unterscheiden und sich nicht hinters Licht führen zu lassen.

  5. Zwanghafte Menschen sind extrem auf die Einhaltung sozialer Normen bedacht, weil jede Abweichung in ihrer Kindheit zu drakonischen Bestrafungen seitens der Eltern führte. Dadurch sind sie in der Lage, sehr genau zu arbeiten, stehen sich mit ihrem Perfektionismus aber oft selbst im Weg. Außerdem neigen sie dazu, ihre Ansprüche auf Interaktionspartner zu übertragen, was die Beziehung belasten kann.

  6. Schizoide Menschen sind wie Clint Eastwood im klassischen Western: Absolute Einzelgänger, die keine Miene verziehen, an sozialen Kontakten nicht interessiert sind und für positives wie negatives Feedback unempfänglich zu sein scheinen. Tatsächlich sind sie jedoch hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Nähe auf der einen und der Überzeugung, in sozialen Kontakten keine Bestätigung und Zuneigung zu erhalten, auf der anderen Seite.

  7. Passiv-aggressive Menschen legen viel Wert auf Autonomie und ihre eigenen Grenzen, aber verteidigen die nie durch aktiven Widerstand. Stattdessen nutzen sie schwer zu durchschauende Sabotage-Strategien, um ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit durch die Hintertür zu schützen.

  8. Menschen mit einem selbstunsicheren Stil haben massive Bewertungsängste und vermeiden dadurch soziale Interaktionen, wo sie nur können. Dadurch lassen sie sich aber wichtige Lerngelegenheiten entgehen, in denen sie ihre sozialen Kompetenzen verbessern könnten. Liegen diese Kompetenzen brach, steigt auch die Motivation zur Vermeidung immer weiter. Dieser Teufelskreis führt zu starker Vereinsamung und verkümmerten sozialen Fähigkeiten. Was kann man hiergegen aber tun? Und was unterscheidet den Persönlichkeitsstil von einer sozialen Phobie?

  9. Menschen mit einem abhängigen oder dependenten Stil haben große Angst vor dem Verlassenwerden. Um dies zu vermeiden, ordnen sie sich ihrem Gegenüber so sehr unter, dass sie irgendwann selbst nicht mehr wissen, was sie eigentlich wollen und wer sie sind.

  10. Der histrionische Stil (Histrionik) motiviert Menschen immer wieder dazu, sich möglichst dramatisch in Szene zu setzen, um Aufmerksamkeitssignale zu bekommen, die ihnen in der Kindheit gefehlt haben. Das kann sehr unterhaltsam für alle Beteiligten sein, aber auch extrem anstrengend und in letzter Instanz zur Vereinsamung führen. Personen mit histrionischem Stil nehmen gern das medizinisch-therapeutische Versorgungssystem in Anspruch, sind dann aber nicht an der Überwindung ihrer primären Symptomatik oder Problematik interessiert, weil sie sich dadurch der Grundlage für ihre Aufmerksamkeitsstrategien berauben würden.

  11. Narzissmus ist der wohl bekannteste Persönlichkeitsstil, aber was zeichnet Narzissten genau aus? Und was kann ich tun, wenn ich selbst oder eine wichtige Person in meinem Leben narzisstisch ist?

  12. Wir alle haben einen Persönlickeitsstil, also eine charakteristische Menge von Interaktionsmustern. Aber was heißt das genau? Wodurch zeichnet sich ein Persönlichkeitsstil aus? Und was machen wir mit dieser Information? Rainer Sachse - Persönlichkeitsstile: https://tinyurl.com/y7pahft3

  13. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/wie-geht-es-weiter Literaturempfehlungen: Gunaratana, H. (2000). Die Praxis der Achtsamkeit Harris, R. (2019). ACT leicht gemacht Ingram, D. M. (2018). Mastering the Core Teachings of the Buddha: https://www.mctb.org/ Lang, D. (2020). A Flower in the Desert: Images from the Headless Way Yates, J., Immergut, M., & Graves, J. (2017). The Mind Illuminated

  14. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-30-pers%C3%B6nlichkeitsstile Rainer Sachse - Persönlichkeitsstile: https://www.junfermann.de/titel/persoenlichkeitsstile/1181 Mein Persönlichkeitsstil, also meine Schemata, mein Wahrnehmungsfilter und meine Motive äußern sich als Gedanken, Gefühle und Handlungsimpulse. Wenn ich meinen Stil also kenne, weiß ich besser, was ich für Gedanken, Gefühle und Handlungsimpulse zu erwarten habe. Wenn ich diese schneller erkenne, kann ich auch schneller durch ACT-Techniken darauf reagieren.

  15. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-29-selbst-als-kontext Sam Harris - Waking Up-App: https://www.wakingup.com/ Heute wenden wir uns kurz vor dem Ende des Kurses dem letzten und rätselhaftesten der sechs ACT-Faktoren zu, nämlich Selbst-als-Kontext. Während wir uns für gewöhnlich oft mit gewissen Gedanken über uns identifizieren (Selbst-als-Konzept bzw. Selbst-als-Inhalt), können wir lernen, uns mit dem Kontext zu identifizieren, in dem sich all unser bewusstes psychisches Erleben abspielt.

  16. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-28-wochenr%C3%BCckblick-und-vorschau Letzter Rückblick und letzte Vorschau in diesem Kurs!

  17. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-27-gef%C3%BChle-und-leiden-als-informationsquelle Ich kann meine Leiden betrachten und mich fragen: Was müsste mir egal sein, damit diese Leiden verschwinden? Die Antwort führt mich zu meinen Werten, also zu dem, was mir wichtig ist. Diese kann ich entweder in zukünftigen wertegeleiteten Handlungen verwirklichen oder ich erkenne, dass der implizite Wert selbst in Widerspruch zu irgendwelchen meiner anderen höheren Werten steht. Dann kann ich mich daran machen, diesen Wertekonflikt aufzulösen.

  18. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-26-das-hexaflex Das Hexaflex vereint alle sechs Faktoren von ACT, die gemeinsam einen übergeordneten Faktor ergeben, nämlich die kognitive Flexibilität. Wenn wir diese kultivieren, werden unsere Handlungen weniger durch starre Reiz-Reaktions-Muster bestimmt, sondern stärker durch unsere Werte.

  19. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-25-defusion-von-diagnosen Therapy in ACTion - Flavour and Savour: https://www.youtube.com/watch?v=11y34SVLD4Q Die Fusion mit Gedanken über unsere eigene Diagnose kann besonders hartnäckig sein. Das kann vorteilhaft sein, wenn wir uns dadurch weniger allein fühlen oder unsere Symptome besser akzeptieren. Wenn wir uns aber in unserem Wesen als "die Depressive" oder "den Borderliner" definieren, wirkt sich dieses Selbstbild stark auf unser Handeln aus und führt, wie eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung, zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung, durch die wir wertegeleitetes Handeln unterlassen.

  20. Unsere gratis ACT-App: inneract.de Kostenloses Kursbuch: https://www.therapieaufdenpunkt.com/30-tage-act/tag-24-achtsamkeit Body Scan TK: https://tinyurl.com/yckh7n3a Body Scan Zentrum für Achtsamkeit Köln: https://tinyurl.com/4w7rppwn Achtsamkeit ist die Fähigkeit, zu erkennen, was sich jetzt in diesem Augenblick in unserer Psyche ereignet. Dadurch können wir zum Beispiel unheilvolle Rückkopplungsschleifen zwischen Denken und Fühlen schneller erkennen und durch Fusion unterbinden.