WDR 3 Meisterstücke

Westdeutscher Rundfunk
350
15.10.2026
Beschreibung
Eine unterhaltsame Reise durch das faszinierende Universum der klassischen Musik - für Liebhaber und Neueinsteiger. Michael Lohse und sein Team erzählen die Geschichten hinter den Meisterwerken: Pointen, Fakten, Hintergründe.

Noch keine Episoden ausgewertet.

Episoden
  1. Manuel de Falla war noch niemals in Granada, als er 1909 mit der Arbeit an seinem berühmten Orchesterwerk beginnt, mit dem er den Gärten neben der Alhambra ein Denkmal setzt. Der Andalusier lebt damals in Paris und ist schwer beeindruckt von der Musik Debussys. Auf Flamenco möchte er aber trotzdem nicht verzichten...

  2. Wo andere im Urlaub ihren Hobbys frönen, kannte Johannes Brahms nur eins: Komponieren. Aus der Sommerfrische in Pörtschach am Wörthersee bringt er seine wunderschöne G-Dur-Sonate für Geige mit zurück. Ein Werk, in dem er seine Inneres offenbart wie selten sonst.

  3. Nach dem Welterfolg mit seiner "Rhapsody in Blue" will George Gershwin es und schiebt 1925 gleich ein komplettes Klavierkonzert hinterher - wieder unter dem Motto "Klassik meets Jazz". Dem Time Magazine ist der aufstrebende Komponist eine Titelstory wert...

  4. Die Musikgeschichte ist reich an Ohrwürmern, aber kaum einer hat so viele Komponisten inspirert wie "La Follia" - von Barock bis Pop. Am prominentesten: Arcangelo Corelli. Der Italiener schrieb 23 Variationen über den Tanz, der alle verrückt macht. Dabei ist seine Follia-Version von 1700 eigentlich nur der letzte Satz einer Violinsonate.

  5. Inspiriert von Shakespeares Komödie schreibt Mendelssohn noch als Jugendlicher eine geniale Ouvertüre. Später erweitert der Frühromantiker sie zu einer hinreißenden Schauspielmusik. Am berühmtesten wird der Hochzeitsmarsch, der heute bei kaum einer Trauungszeremonie fehlen darf.

  6. Für viele sind sie der Gipfel der Cello-Literatur überhaupt: Bachs Suiten Violoncello solo. Dabei waren die Stücke rund 200 Jahre nach der Entstehung so gut wie unbekannt. Bis der 13jährige Pablo Casals bei einem Trödelladen in Barcelona zufällig auf die Noten stößt...

  7. Luigi Boccherini schrieb mehr Werke als Beethoven. Wirklich berühmt ist davon aber nur noch ein einziges: Sein Menuett aus dem Streichquintett E-Dur op 13 Nr. 5 kennt man aus Filmen und taucht in sämtlichen Klassikcharts auf. Dabei hat der Komponist aus der Toskana, der die meiste Zeit in Madrid lebte, so viel mehr zu bieten...

  8. Bei Klassik made in USA denkt man zuerst an einen Tschechen: Antonín Dvořák. Eine musikbegeisterte Witwe holte ihn 1892 in die USA, um zu helfen, einen amerikanischen Nationalstil zu entwickeln. Wer will, kann in seiner 9. Sinfonie denn auch Blues- und Jazzeinflüsse entdecken. Vor allem aber machen großartige Melodien das Werk zu Dvořáks bekanntestem überhaupt.

  9. Lange vor Paganini schrieb Giuseppe Tartini seine Teufelstriller-Sonate. Der Meister des Spätbarock entfacht darin ein virtuoses Feuerwerk auf der Geige. Die Komposition soll ihm der Teufel 1713 in einem Traum angeblich persönlich in die Feder diktiert haben. Tartini war eben auch ein Pionier in Sachen PR...

  10. 1943 komponiert Dimitri Schostakowitsch eines seiner abgründigsten Werke. Dabei erwartet das Sowjetregime erwartet von seinem Vorzeigekomponisten nach dem Sieg von Stalingrad optimistische Töne. Lange verboten gilt die Achte heute als eine der wichtigsten Sinfonien des 20. Jahrhunderts.

  11. Sein Name fällt eher in Verbindung mit Disziplin und militärischem Drill, doch Friedrich II. von Preußen konnte auch anders: Er liebte Kunst und Musik und komponierte sogar selbst: hauptsächlich Werke für Flöte, die er auf Privatkonzerten in seinen Potsdamer Schlössern aufführte.

  12. Der 24jährige Alexander Skrjabin konzipiert 1896 in nur einer Woche sein berauschendes Klavierkonzert. Darin wandelt er zwar noch auf den Spuren seines Idols Chopin, entwickelt aber auch schon seinen ganz eigenen Ton. Außerdem ist das Werk eng verbunden mit seiner Liebe zu einer jungen Pianistin.

  13. Im Auftrag eines Domherrn aus Cádiz komponierte Joseph Haydn 1786 ein Orchesterwerk für den Karfreitag. Die ergreifende Passionsmusik gibt als Streichquartett und als Oratorium. Der Komponist hielt das meditative Werk aus sieben langsamen Sonatensätzen für eines seiner besten.

  14. Mit ihrer Ostersonate schreibt die junge Fanny 1828 ein virtuoses Meisterwerk über das Auferstehungsfest und wandelt darin auf den Spuren Bachs. Lange schrieb man es fälschlich ihrem Bruder Felix zu. Erst vor wenigen Jahren kam die Wahrheit ans Licht.

  15. Kaum fünf Jahre blieben Giovanni Battista Pergolesi für sein Gesamtwerk: 1736 raffte ihn in Neapel die Tuberkulose dahin, da war er gerade 26. Kurz vor seinem Tod vollendete er aber noch das Werk, mit dem er Unsterblichkeit errang: sein "Stabat mater".

  16. Bernstein schreibt seine Serenade 1954 nach der Lektüre von Platons "Symposion". Auf einer Dinner-Party im alten Athen werden Reden zum Thema Erotik gehalten. Das Werk mit seinem sinnlichen Streicherklang gilt als musikalisches Selbstporträt des Komponisten.

  17. Mit Anfang 20 schreibt Frédéric Chopin drei Nocturnes, von denen mindestens eines weltberühmt werden sollte. Der Pole hat gerade seine Heimat verlassen, um die vornehmen Pariser Salons zu erobern. Im Gepäck hat er diese Nachtstücke voller Poesie, die bei den Zeitgenossen einen Nerv treffen.

  18. Tänze junger Männer im antiken Sparta inspirieren den 22jährigen Erik Satie zu drei melancholischen Klavierstücken. Sie begründen seinen Ruhm und fehlen heute auf keinem Sampler mit Klassik zum Träumen. Doch die gechillt meditativen Klänge des französischen Avantgardisten sind nicht so harmlos, wie sie scheinen.

  19. Ein Telegramm wird 1909 zum Wendepunkt für den jungen Strawinsky: Der einflussreiche Impresario Sergej Diaghilew gibt ihm den Auftrag für ein Ballett zu einem russischen Märchen, das bald in Paris aufgeführt werden soll. Das ist die Chance, auf die der Komponist lange gewartet hat...

  20. Kölns erfolgreichster Musikexport: Über 100 Bühnenwerke komponiert Jacques Offenbach. 1858 feiert er mit "Orpheus in der Unterwelt" seinen größten Erfolg. Die Satire auf die Pariser Oberschicht gilt als Geburtsstunde der Operette und enthält mit dem "Cancan" einen frivolen Welthit.