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- 04.02.20224 min
Sewastopol auf der Krim: eisfreier Hafen, strategisch günstig gelegen Das ist nicht erst seit Wladimir Putin so, sondern im Grunde schon seit dem 18. Jahrhundert, als Russland die Halbinsel im Krieg mit dem Osmanischen Reich unter seine Kontrolle brachte und 200 Jahre lang behielt. Die Krim ist für Russland deshalb so wichtig, weil der dortige Hafen Sewastopol einer der wenigen eisfreien Häfen Russlands ist – zumindest auf der europäischen Seite. Das ist kaum zu glauben, wenn man auf der Karte dieses Riesenland betrachtet und der Küstenlinie folgt. Aber tatsächlich: Da ist St. Petersburg an der Ostsee – die friert in der Gegend gelegentlich zu. Außerdem käme eine russische Flotte von dort im Zweifel nicht weit, denn um bis in den Atlantik zu gelangen, müsste sie durch die Meerengen bei Dänemark und Norwegen – beides NATO-Staaten. Im Norden gibt es den Hafen Murmansk. Er liegt im skandinavischen Teil Russlands und ist dank des Golfstroms eisfrei, aber sowohl militärisch als auch handelstechnisch gesehen sehr weit ab vom Schuss. Weiter im Osten grenzt Russlands Norden ans Arktische Meer. Das ist über große Strecken im Winter – zumindest noch – vereist, auch wenn durch den Klimawandel die eisfreien Tage zunehmen. Richtung Sibirien wird es immer eisiger. Im Osten befindet sich der große Hafen Wladiwostok. Auch vor dem treibt im Winter Eis, sodass es ein gewisser Aufwand ist, ihn freizuhalten. Außerdem liegt Wladiwostok nicht am offenen Pazifik, sondern am Japanischen Meer. In den Pazifik geht es von dort durch Meerengen, die von Japan und Südkorea kontrolliert werden. In Friedenszeiten ist das kein Problem, aber Russland hat schon viele Kriege erlebt und denkt einen möglichen Kriegszustand immer mit bei seinen strategischen Planungen. Sewastopol: militärisch und wirtschaftlich für Russland von großer Bedeutung Deshalb ist die Krim für Russland so wichtig: Ein großer ganzjährig eisfreier natürlicher Tiefwasserhafen in relativer Nähe zu den Städten, in denen die meisten Russen leben. Militärisch ist die Lage zwar suboptimal, denn ins Mittelmeer kommt man von dort nur durch den Bosporus und der wird vom NATO-Mitglied Türkei kontrolliert. Und die kann im Kriegsfall die Meerenge sperren, was sie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine auch getan hat. Aber immerhin hat Russland im Kriegsfall von der Krim aus eine perfekte Kontrolle über das Schwarze Meer. Östlich der Krim gibt es noch den Hafen Noworossijsk. Er ist der vom Umsatz her wichtigste Handelshafen Russlands. Moskau hat ihn auch militärisch ausgebaut und einen Teil seiner Schwarzflotte auch dorthin verlegt. Aber er ist deutlich kleiner und hat Grenzen. Er ist kein natürlicher Tiefwasserhafen – Tiefwasserhäfen werden für Tanker aber auch für Flugzeugträger benötigt. Militärisch dient er deshalb vor allem als Unterstützung von Sewastopol, ist aber kein gleichwertiger Ersatz. Der übrige Teil der russischen Schwarzmeerküste ist dann immer weiter im Osten und hat ein gebirgiges Hinterland, beides Faktoren, die aus russischer und logistischer Sicht große strategische Nachteile bedeuten würden. Ukraine stürzt 2014 den russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch 200 Jahre lang gehörte die Krim zu Russland; die Zaren siedelten zunehmend ethnische Russen auf der Halbinsel an – eine Praxis, die Stalin fortsetzte und die zu einer insgesamt prorussischen Bevölkerung auf dem Halbinsel führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Nikita Chruschtschow die Krim zu einem Teil der Ukraine. Die war damals Teil der Sowjetunion, daher war das für Russland zunächst kein Problem. Auch nicht, als die Sowjetunion zerfiel und die Ukraine eigenständig wurde, denn die Regierungen in Kiew haben sich bis 2014 gut mit Moskau arrangiert und Russland konnte auf der Krim seinen Hafen in Sewastopol weiter betreiben. Erst durch die Unruhen 2014, dem Sturz von Viktor Janukowitsch und der Hinwendung der Ukraine Richtung EU und vor allem Richtung NATO ist aus russischer Sicht die Sicherheit des Hafens und des Stützpunkts nicht mehr garantiert. Deshalb ließ Putin die Krim annektieren. Denn die ist für ihn weitaus wichtiger als das Völkerrecht. Wenn es also um die Ukraine insgesamt geht, mag Putin zu manchen Kompromissen bereit sein. Aber zu keinem, bei dem Russland riskiert, die Krim zu verlieren. Dies machte er spätestens bei seiner Rede nach der Annexion 2014 deutlich. Es gibt ein sehr lesenswertes Buch von Tim Marshall – er ist Außenpolitikexperte bei der BBC. Das Buch heißt "Die Macht der Geographie". Dort werden diese Zusammenhänge sehr schön dargestellt, auch der historische Kontext. Hinweis: In einer früheren Fassung des Artikels gab es missverständliche Formulierungen hinsichtlich der ökonomischen Erwägungen in Bezug auf die Häfen. Diese wurden entfernt. Aufgrund mehrerer Nachfragen wurde außerdem ein Abschnitt über Noworossijsk ergänzt.
Kommt auf einen Versuch an – aber nicht bei fortgeschrittener Arthrose Die Studienlage ist sehr heterogen und nicht wirklich schlüssig. Teilweise widersprechen sich die Studien zum Thema Nahrungsergänzungsmittel und Arthrose sogar. Wir sind daher oft in der Zwickmühle, wenn solche Fragen an uns herangetragen werden. Ich würde das empfehlen – aber in Abhängigkeit des Artrosestadiums und keinesfalls in fortgeschrittenen Arthrosestadien. Studien widersprechen sich, Fachgesellschaften sind sich uneinig Die Studienlage ist also widersprüchlich. Es gibt viele Patienten, die durchaus eine Linderung erfahren durch die Einnahme dieser Substanzen. Aber eine einheitliche Bewertung gelingt nicht einmal den Fachgesellschaften. Ich habe in Vorbereitung der Sendung die Empfehlungen der amerikanischen, der englischen und der deutschen Fachgesellschaften miteinander verglichen. Und selbst da gibt es widersprüchliche Empfehlungen. Das ist also eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist. Es kommt möglicherweise tatsächlich auf einen Versuch an.
Arthrose: Befund bedeutet nicht automatisch auch Leidensdruck Häufig korreliert der röntgenologische Befund nicht unbedingt mit den Beschwerden. Wir sehen in unseren Sprechstunden immer wieder Patienten, die relativ weit fortgeschrittene röntgenologische oder kernspintomografische Befunde haben, aber bei der Erhebung der Anamnese sagen, dass sie keine ausgeprägte Symptomatik und keinen Leidensdruck haben. Bei Unsicherheit und Fragen: Facharzt aufsuchen Das tritt genauso umgekehrt auf. Wir haben Patienten, die sich mit Schmerzen in den Gelenken in der Sprechstunde vorstellen, ohne dass wir mit der konventionellen Bildgebung, also dem Röntgenbild, verschleißbedingte Veränderungen sehen, die über das Altersübliche hinausgehen. Da der Patient das selbst nicht einschätzen kann, gehören diese Fragen in die Facharztsprechstunde. Wenn Sie also verunsichert sind, suchen Sie den Facharzt auf.
- 01.02.20225 min
Kriterien für eine operative Arthrosebehandlung Im Fall eines fortgeschrittenen Arthrosestadiums prüft man, ob die Kriterien für eine operative Arthrosebehandlung vorliegen – das muss keine gelenkersetzende Behandlung sein. In der Regel setzt eine Operation eine über mindestens drei, besser sechs Monate erfolglos verlaufende konservative Behandlung voraus. Außerdem müssen die klinischen Untersuchungsbefunde mit den röntgenologischen oder kernspintomografischen Befunden übereinstimmen sowie mit der Vorgeschichte. Sind diese Voraussetzungen erfüllt und entsprechende Einschränkungen der Beweglichkeit, Gelenkschwellungen etc. gegeben, dann sprechen wir mit den Patienten über die Möglichkeit einer operativen Arthrosetherapie. Falsche Diagnosen im Zusammenhang mit Arthrose Es kommt häufig vor, dass Patienten, die arthrotische Veränderungen im Hüftgelenk haben auch verschleißbedingte Veränderungen in benachbarten Gelenken aufweisen – dazu gehören die Wirbelsäule oder die Lendenwirbelsäule. Nicht selten wird eine Hüftarthrose typischerweise erstmal behandelt wie ein Hexenschuss oder wie ein harmloser Kreuzschmerz. Wir sehen es nicht selten, dass Patienten in der Sprechstunde vorstellig werden mit einer endgradigen Hüftgelenksarthrose, wo der Knorpel komplett zerstört ist, die Patienten jedoch bis dahin unter dem Verdacht eines Bandscheibenvorfalls behandelt wurden. Zudem gibt es Erkrankungen in Gelenken, die zwar bezüglich der Vorgeschichte und der Beschwerden zunächst anmuten wie eine Arthrose, jedoch andere Ursachen haben. Dazu gehören zum Beispiel ein Knochenmarködem-Syndrom oder eine Durchblutungsstörung am Hüftkopf bis hin zur Hüftkopfnekrose. Das sind Erkrankungen, die häufig erst im Kernspintomogramm diagnostiziert werden können.
Leider gelingt es an keinem Arthrosegelenk, die Arthrose zu heilen oder die Gelenke in einen Zustand zu bringen, in dem sie in der Jugend waren. Aber es gibt bei der Fingergelenksarthrose und an den Handgelenksarthrosen sowohl konservative als auch operative Maßnahmen, die dem Patienten eine Linderung verschaffen. Der therapeutische Ansatz unterscheidet sich nicht von der Arthrose der großen Gelenke wie zum Beispiel dem Kniegelenk oder dem Hüftgelenk. Operative und konservative Behandlung bei Arthrose Man würde auf jeden Fall versuchen, zunächst eine konservative Therapie zu versuchen. Bei ausbleibender Linderung und auf dem Röntgenbild sichtbaren Fortschreiten der Erkrankung kann man mit dem Patienten über eine operative Behandlung der Arthrose sprechen. Bei den Fingergelenks- und Handgelenksarthrosen gibt es neben den gelenkerhaltenden Verfahren auch gelenkersetzende und gelenkversteifende Verfahren, die durchaus eine hohe Erfolgsrate mit sich bringen. Es besteht also kein Grund zu verzweifeln und zu denken, dass man gar nichts machen kann.
- 27.01.20222 min
Der Knorpel wird durch die Gelenkflüssigkeit ernährt, die im Gelenk gebildet wird. Das geschieht durch die Gelenkinnenhaut, der sogenannten Synovialmembran. Durch Bewegung gelangen Nährstoffe an den Knorpel Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Patienten zu Bewegung, Sport und körperlicher Aktivität zu raten. Denn nur durch Bewegung im Gelenk ist gewährleistet, dass die Nährstoffe tatsächlich in Kontakt mit dem hyalinen Gelenkknorpel kommen – insbesondere die Hyaluronsäure, die ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit ist. Prinzipiell rät man bei einer konservativen Arthrose-Therapie zu sportlicher Aktivität und Bewegung. So kann die Arthrose-Entstehung bzw. das Fortschreiten verlangsamt werden. Stoppen kann man die Arthrose nicht. Aber es ist wichtig, dass die Gelenke bewegt werden, damit die Nährstoffe in Kontakt mit dem hyalinen Gelenkknorpel kommen.
- 27.01.20222 min
Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol können Schmerzen lindern In erster Linie zu nennen ist die Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika oder Antiphlogistika. Das sind entzündungshemmende Medikamente, die kein Kortison-typisches Steroidgerüst aufweisen. Ich nenne als Beispiel ein paar Wirkstoffe, wie zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol. Das sind Medikamente, die nicht ganz so starke Nebenwirkungen, aber auch eine weniger starke entzündungshemmende Wirkung an den arthrotischen Gelenken aufweisen. Einsatz zur Behandlung der Symptome, nicht der Krankheitsursache Dabei handelt es sich um keine Kausaltherapie, sondern lediglich eine symptomatische Behandlung, die den Entzündungsreiz der Schmerzen lindert und die Beweglichkeit verbessert. Vorsicht bei kardiologischen Vorerkrankungen Auch die nichtsteroidalen Antirheumatika haben natürlich entsprechende Nebenwirkungen, in erster Linie im Magen-Darm-Trakt. Diese beginnen bei relativ harmlosen Magenschleimhautentzündungen und reichen bis hin zum Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Auch Nebenwirkungen am Herzen sind zu nennen, sodass sie insbesondere bei Patienten, die kardiologische Vorerkrankungen haben, mit großer Vorsicht eingesetzt werden müssen. Medikamenteneinnahme ärztlich begleiten lassen Beim Einsatz muss das individuelle Nebenwirkungspotenzial mit Blick auf den Patienten berücksichtigt bleiben. Man darf also nicht kritiklos über Wochen oder Monate Ibuprofen oder Diclofenac einnehmen, ohne dass das nicht in irgendeiner Form ärztlich begleitet wird.
Das ist durch die Namensähnlichkeit durchaus verwirrend: Die Arthrose ist tatsächlich der Gelenkverschleiß und die Arthritis – wie alle medizinischen Termini, die auf -itis enden – ist die Gelenkentzündung. Die rheumatoide Arthritis ist quasi eine Gelenkentzündung auf dem Boden einer Autoimmunerkrankung, die aber wiederum in eine Arthrose münden kann. Letztendlich also zwei verschiedene Krankheitsbilder, wo jedoch die Arthritis in die Arthrose münden kann. SWR 2022
- 26.01.20221 min
Unter Arthrose versteht man eine primär verschleißbedingte Gelenkerkrankung, die prinzipiell alle Gelenke betreffen kann und verschiedene Ursachen hat. Chronische, schmerzhafte Veränderungen im Gelenk Der Arthrose gemein ist ein Missverhältnis der Tragfähigkeit und der aktuellen Belastung des Knorpels. Dieses Missverhältnis führt im weiteren Verlauf zu Knorpelabrieb, zu einer Entzündung im Gelenk. Damit wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt, der zu einer Beteiligung des ganzen Gelenks führt – nicht nur des Knorpels, sondern auch des darunterliegenden Knochens, der Gelenkkapsel und der Muskel- und Sehnenansätze. Die Veränderungen im Gelenk sind chronisch, schmerzhaft und führen zu einer Funktionsbehinderung.
- 10.01.20224 min
Flexibel in der Gestaltung, optisch Geschmackssache Die Industrie verspricht es jedenfalls. Worum geht es? Gemeint sind Häuser, die man wirklich ausdruckt. Also eine Zementmasse, die eine Maschine in der gewünschten Form ausspuckt, immer in Schichten von ja 15 Zentimetern, bis alle Mauern stehen. Ein Verkaufsargument ist vor allem die Flexibilität: Man kann die Formen des Hauses nach Belieben gestalten, auch abgerundete Ecken in den Innenräumen lassen sich viel leichter erzeugen. Solche Häuser gibt es schon. Optisch sind sie Geschmackssache, aber da wird es sicher noch eine Entwicklung geben. Materialverbrauch: nur so viel wie tatsächlich nötig Aber die Frage war ja die nach der Nachhaltigkeit und tatsächlich kommen diese Häuser mit einem Öko-Versprechen. Gegenüber einem herkömmlichen Massivbauhaus verbrauchen sie zum einen weniger Material. Das liegt daran, dass das Druckmaterial direkt vor Ort angemischt wird, und zwar nur so viel, wie benötigt wird. Im konventionellen Bau fahren Lastwagen den Beton zur Baustelle, der wird verarbeitet, und dabei bleibt immer sogenannter Restbeton übrig. Es wird also beim klassischen Massivbau mehr Material verbraucht; in dem Punkt schneiden 3D-gedruckte Häuser besser ab. Recycling: möglich, aber ausbaufähig Ein zweiter Pluspunkt gedruckter Häuser ist, dass das Material recycelt und zum Beispiel als Füllmaterial im Straßenbau verwendet werden kann. Die Hersteller arbeiten bereits daran, die Recyclingmethoden zu verbessern. Das Ziel ist, aus alten Häuser direkt neue zu machen. Wenn das mal klappen sollte, wäre das ein Fortschritt. Verbrauch von Zement und Sand: ökologisch problematisch Trotzdem: Auch wenn das Material effizienter genutzt oder gar wirklich recycelt wird, besteht es eben zu einem erheblichen Teil aus Zement; ökologisch gesehen ist das ein Haken an der Sache. Der lässt sich nicht beziffern, weil sich die Hersteller bedeckt halten, wie sich das Druckmaterial, also der Baustoff, zusammensetzt. Die meisten Firmen verwenden dafür einen speziellen Mörtel des Unternehmens HeidelbergCement. Dieser Mörtel besteht aus Zement, Wasser und Sand – die genauen Anteile sind geheim. Zement und Sand – das sind zwei problematische Stoffe. Zement ist relativ schlecht fürs Klima, weil dafür Kalkstein gebrannt werden muss. Dabei werden pro Tonne Zement 600 kg CO₂-Emissionen frei. Und Sand zu verwenden ist auch nicht optimal, denn wegen der weltweit massiven Nachfrage nach Sand für die Bauindustrie werden Küsten und Flusslandschaften zerstört – mit massiven Folgen für die dortigen Ökosysteme. Fairerweise muss man aber sagen: Beim herkömmlichen Massiv-Hausbau sind die Probleme mit Zement und Sand mindestens genauso groß. Wenn sich 3D-gedruckte Häuser effizienter bauen und besser recyceln lassen, dürften sie ökologisch einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Massivbauten haben – immer mit der Unsicherheit, dass das Material nicht in allen Einzelheiten bekannt ist. Material und Emissionen des 3D-Druckers einberechnen In die Berechnung einbezogen werden müsste auch noch, was der Bau der Maschinen, also des riesigen Druckers samt Stahlgerüst und Elektromotoren, an Material und Emissionen verschlingt. Dazu gibt es aber noch keine seriösen Zahlen, weil es darauf ankommt, wie lang der hält und wie häufig er zum Einsatz kommt. Je mehr Häuser mit einem Zementdrucker gebaut werden, desto weniger fällt dieser Ressourcenaufwand ins Gewicht. Fazit also: Gut möglich, dass 3D-gedruckte Häuser ökologisch besser sind als klassische Massivbauten. Ganz außen vor gelassen habe ich in dem Vergleich Holzhäuser, die, was Sand und Zement betrifft, viel besser sind und die sogar CO₂ speichern können. Aber es wäre falsch, Holzhäuser pauschal als besser hinzustellen; da kommt es auf manche Details an. Zum Beispiel, wie lange so ein Haus hält. Dazu gehört nicht nur, wie stabil es ist, sondern auch, wie lange Menschen darin wohnen möchten. Das ist ebenfalls ein Faktor bei der Nachhaltigkeitsfrage und bei den Häusern aus 3D-Druck gibt es hierzu noch zu wenige Erfahrungswerte.
- 21.12.20213 min
Sulfite: natürliches Konservierungsmittel Sulfite sind ein natürliches Konservierungsmittel; das sind im Kern schwefelhaltige Salze. Sie kommen im Wein auch von Natur aus vor, allerdings werden die meisten Weine zusätzlich geschwefelt, ihnen wird also Sulfit zugefügt. Das muss dann auf der Flasche angegeben sein. Weißwein enthält von Natur aus weniger Sulfit als Rotwein, deshalb dürfen sie stärker geschwefelt werden. Ebenso darf süßem Weinen mehr Sulfit hinzugefügt werden als trockenen. Wenn man eine Flasche Wein öffnet und darauf steht etwas von Sulfiten, liest sich das nicht schön. Es verdirbt die Illusion, man hätte ein reines Naturprodukt vor sich. Und es klingt nach einer Chemikalie – was es ja auch ist. Aber das sagt nichts über die Gefährlichkeit aus. Warum müssen Sulfite auf dem Etikett gekennzeichnet werden? Es gibt Menschen, die auf höhere Mengen empfindlich reagieren. Das betrifft vor allem zwei Gruppen: Menschen mit allergischem Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen. Bei denen können sich, wenn sie zu viele Sulfite auf einmal aufnehmen, die entsprechenden Symptome vorübergehend verstärken, bis der Körper das Sulfit wieder abgebaut hat. Das tut er nämlich im Normalfall in der Leber – dann wird der Schwefel über den Urin wieder ausgeschieden. Menschen, deren Körper die Sulfite nicht oder nur sehr langsam abbauen, weil ihnen das dazu nötige Enzym fehlt. Bei denen kann das Sulfit zu Darmbeschwerden oder Übelkeit führen. Faustregel für empfohlene Höchstmenge: 2 bis 3 Gläser Wein pro Tag Es gibt eine empfohlene Höchstmenge, die liegt bei 0,7 mg pro Tag und kg Körpergewicht. Als Faustregel entspricht das zwei bis drei Gläsern Wein. Aber das ist wirklich nur eine Faustregel – Menschen sind unterschiedlich groß und schwer, bei manchen reagiert der Stoffwechsel gar nicht auf Sulfite, bei anderen stärker. Keine Hinweise auf langfristige Schäden Langfristige Schäden sind derzeit nicht bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung will sie zwar nicht ausschließen, aber es gibt keine Hinweise, dass Sulfite krebserregend wären oder im Verborgenen andere schlimme Dinge im Körper anrichten, die die Lebenszeit verkürzen. Kopfweh nach geringen Mengen Wein: Zeichen für Unverträglichkeit Wenn man sulfithaltige Weine gut verträgt und nicht allergisch reagiert, ist alles gut. Wenn man allergisch oder mit einem Asthmaschub reagiert, sollte man dagegen vorsichtig sein. Wenn man nach geringen Mengen Wein Kopfweh bekommt oder einem schlecht wird, kann es vielleicht am Sulfit liegen. Hat man allerdings höhere Mengen Wein konsumiert, liegt der Verdacht näher, dass das die Folge des Alkohols ist, sprich: ein Kater.
Kürzere Wachphasen: unangenehm, aber nicht direkt schädlich Wenn wir irgendwann mal aufhören, schlecht zu schlafen, tun wir dem Körper wieder etwas Gutes. Das ist wie beim Rauchen: Wenn man mit dem Rauchen aufhört, ist der Körper nach 15 Jahren auf dem Level eines Nichtrauchers angekommen. Also Sport und Ernährung sind mindestens genauso wichtig; wir können nicht alles auf den Schlaf schieben. Mir ist noch etwas wichtig, und zwar der Unterschied zwischen schlecht schlafen – also der klassische Mensch mit Ein- und Durchschlafproblemen – und zu kurz schlafen. Der klassische Insomniker, den wir uns objektiv im Labor anschauen, schläft tatsächlich nur eine halbe Stunde weniger. Der Schlaf kann zwar häufiger durch Wachphasen unterbrochen werden, aber das stört die Qualität eigentlich nicht unbedingt. Zwar ist das unangenehm, schadet aber nicht direkt. Schlafmangel hingegen hat der klassische Manager, der sich darauf trainiert, jede Nacht nur vier Stunden zu schlafen. Und da sehen wir dann tatsächlich, dass das zu Problemen führt. Insomnie kann Herz-Kreislauf-Krankheiten und Depression nach sich ziehen Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass Insomnien, also Ein- und Durschschlafprobleme, behandelt werden, weil sie auch andere Erkrankungen nach sich ziehen können, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber viel wichtiger: auch Depressionen. Etwa 40 Prozent der Menschen mit einer Depression haben, bevor sie eine Depression bekommen haben, erstmal Schlafstörungen. Und 80 Prozent der Menschen mit einer Depression haben eine Schlafstörung. Und wir wissen, dass eine Depression nur gut zu behandeln ist, wenn wir die Schlafstörung auch mitbehandeln. Unabhängig von Depressionen: Die beste Hilfe bei Ein- und Durchschlafstörungen ist in jedem Fall ein Psychologe, der geschult ist in kognitiver Verhaltenstherapie. Sie brauchen dann keine Medikamente, das ist sehr wichtig. Also wenn man Ein- und Durchschlafstörungen hat, sollte man sich einen Therapeuten suchen, der auf Ein- und Durchschlafstörungen spezialisiert ist. Oder einen Arzt, der eine schlafmedizinische Fortbildung hat.
Gelegentliche Albträume Albträume sind etwas, was jeder Mensch in der Kindheit, Jugend oder im jungen Erwachsenenalter schon mal erlebt hat. Die meisten Menschen hatten schon einmal Albträume. Wir unterscheiden dann zwischen den gelegentlichen und häufigen Albträumen. Ersteres kommen bei Kindern tatsächlich häufiger vor. Das liegt daran, dass das Grundgefühl oder das Grundthema des Albtraums Hilflosigkeit ist – gerade was den Umgang mit Ängsten angeht. Und das ist etwas, was die Kinder im Laufe ihrer psychischen Entwicklung lernen: Wenn ich Angst habe, nicht die Mutter zu rufen, was eben kleine Kinder machen. Das ist für kleine Kinder sinnvoll, aber mit zunehmendem Alter lernen sie: „Okay, ich habe Angst. Was mache ich denn jetzt?“ Albtraum: emotional übersteigerte Angst Der Albtraum ist praktisch die emotional übersteigerte Version von „Angst“. Im Albtraum, hat man so sehr Angst, dass man aufwacht. Man versucht, die komplette Situation durch Aufwachen zu vermeiden. Wenn das Kind im Wachzustand lernt, dass Angst haben unangenehm ist und wie es mit dieser umgehen kann (durch Freunde), dann nehmen diese gelegentlichen Albträume auch ab. Das heißt: Kinder haben mehr gelegentliche Albträume als Erwachsene. Häufige Albträume Aber wir unterscheiden noch eine weitere Gruppe mit häufigen Albträumen. Das sind Personen, die eine Veranlagung haben, besonders sensibel und kreativ zu sein. Fünf Prozent der Kinder und Erwachsenen gehören zu dieser Gruppe. Bei ihnen ergibt es auch tatsächlich Sinn, aktiv mit den Albträumen zu arbeiten. In Form einer Albtraum-Therapie, Intervention oder eine Technik zum Umgang mit Albträumen zu lehren. Dadurch können sie mit dieser negativen Seite ihrer sonst positiven Veranlagung besser zurechtkommen. Technik zum Umgang mit Albträumen Diese Technik kann man selbst einfach anwenden: Es geht praktisch darum, Albträume positiv zu Ende zu denken. Diesen Personen kann so etwas besonders gut gelingen, weil sie eine gute Vorstellungskraft haben: Im Wachzustand müssen sie an Albträume denken und sich vorstellen, was sie dagegen machen können. Zum Beispiel: Da läuft ein riesiges Monster hinter mir her. Weglaufen ist eine schlechte Strategie. Was könnte ich sonst machen? Umdrehen? Oder starke Helfer suchen? Das heißt: Aktiv mit diesen Bildern arbeiten und den Traum fertig denken. Wenn man das regelmäßig macht, dann verändern sich die Albträume. Das Traum-Ich, also die Person, die den Traum erlebt, fängt an, diese Strategien umzusetzen. Zum Beispiel: Weglaufen funktioniert nicht, also mache ich etwas anderes. Man kann Albträume also recht gut angehen, wenn man sich aktiv mit den Ängsten beschäftigt und überlegt, wie sich diese Angst bewältigen lässt.
Fotos der Apollo-Landeplätze auf dem Mond gibt es Hinterlassenschaften auf dem Mond gibt es und die sind auch abgebildet worden. Ich glaube, es war die US-amerikanische Sonde LCROSS, die eine Zeit lang um den Mond kreiste oder vielleicht immer noch kreist; ich habe das Projekt nicht im Blick behalten. Man hat sich dort dazu aufgeschwungen, die Apollo-Landeplätze von oben zu fotografieren und hat entsprechende Satellitenaufnahmen. Diese Aufnahmen gibt es also inzwischen und man könnte sicher auch mit Weltraumteleskopen etwas machen. Ich weiß nicht, ob das Hubble-Teleskop auch dazu in der Lage wäre. Es gibt jedenfalls solche Aufnahmen. Die hat man auch gemacht, um Verschwörungsmystiker zu widerlegen.
Händewaschen ist im Vergleich zur Händedesinfektion gleichwertig, aber man hat eben nicht überall ein Waschbecken und Seife zur Verfügung. Natürlich müssen wir die Hände entsprechend lang waschen und die Seife einwirken lassen. Das ist sicherlich genauso wirksam wie ein Desinfektionsmittel; diese Spender kann man überall aufhängen. Bis zu 20 Sekunden einwirken lassen Wichtig bei der Desinfektion mit dem Desinfektionsmittel ist, dass man genügend nimmt und dass man das Desinfektionsmittel 10 bis 20 Sekunden einwirken lässt, es also antrocknen lässt. Dann hat man eine gute Wirksamkeit.
- 13.12.20192 min
Kreuzigung und Verrat: Jesus und Judas Die Vorstellung, dass Freitag, der 13. Pech bringt, stammt wohl nicht aus dem finsteren, abergläubischen Mittelalter, sondern ist erst später entstanden in katholischen Gegenden. Da galt jeder Freitag als kleiner Trauertag, denn Jesus ist der Überlieferung nach an einem Freitag gekreuzigt worden. Die 13 wiederum hatte eine unheilvolle Bedeutung, weil der Apostel Judas Iskariot beim letzten Abendmahl der 13. in der Runde war. Er war derjenige, der Jesus gegen 30 Silberlinge verraten hat. Andere Länder, andere Unglückszahlen Dennoch ist Freitag, der 13., nicht in allen katholischen Regionen und Ländern ein Tag des Zitterns und Zähneklapperns. Den Italienern graut eher vor Freitag, dem 17. Die Spanier wiederum fürchten Dienstag, den 13., wie der Teufel das Weihwasser. In der jüdischen Tradition ist die 13 sogar eine Glückszahl. Jüdische Jungs feiern am 13. Geburtstag ihre Bar-Mizwa, etwa mit der Konfirmation vergleichbar. Bei den Maya in Lateinamerika ist die 13 ebenfalls positiv besetzt. Das hat mit ihrer Vorstellung zu tun, dass es insgesamt 13 Himmel gibt. Bei den Chinesen und Japanern ist es die 4, die ausgesprochen negativ belastet ist. Das chinesische Wort für 4 klingt genauso wie das Wort für Tod. Die Zahl wird daher sorgfältig gemieden. Man achtet darauf, bei Einladungen niemals zu viert am Tisch zu sitzen. Und in chinesischen Hochhäusern wird man kein Stockwerk finden, das die Ziffer 4 enthält. Kein viertes, kein vierzehntes, kein vierundzwanzigstes und so weiter. Auch die Etagen 40 bis 49 werden einfach übersprungen. Verrückt? Ja, schon. Aber hierzulande fehlt in Hotels oft das 13. Stockwerk oder das Zimmer Nummer 13. Außerdem fehlt bei einigen Airlines die 13. Sitzreihe im Flieger. Statistik: kein Anlass zur Sorge! Dabei gibt es durchaus beruhigende Untersuchungen. Die Verkehrsstatistik belegt, das am Freitag, dem 13., nicht mehr Unfälle passieren als an jedem anderen Freitag. Und eine Versicherung hat herausgefunden, dass es am ominösen Freitag, dem 13., keine Häufung von Schadensfällen gibt. Es spricht also nichts dagegen, heute zu verreisen oder zu heiraten.















