Archivradio – Geschichte im Original

SWR
1013
16.10.2026
Beschreibung
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

Noch keine Episoden ausgewertet.

Episoden
  1. Olaf Scholz spricht in Regierungserklärung 5 Mal von der "Zeitenwende" Drei Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine spricht Olaf Scholz in einer Regierungserklärung erstmals von einer Zeitenwende. Ein Wort, an dem er später noch oft gemessen werden soll. Scholz kündigt Waffenlieferungen an die Ukraine an, ein 100 Milliarden-Programm für die Bundeswehr und ein Umdenken in der Energiepolitik. Das Wort "Zeitenwende" fällt in der Rede insgesamt 5 Mal.

  2. Gleichzeitig wird die Einführung des Numerus clausus vorbereitet, um der drohenden Überfüllung der Hochschulen entgegenzuwirken. In einzelnen Fächern wie der Medizin gab es schon vorher Zulassungsbeschränkungen, aber die waren sehr uneinheitlich.

  3. Am 1. Dezember 1966 übernahm Georg Leber im Kabinett Kiesinger das Amt des Bundesministers für Verkehr. Zu seiner Amtszeit entstand das "Verkehrspolitische Programm für die Jahre 1968-72", das umgangssprachlich auch als "Leber-Plan" bekannt wurde. Der "Leber-Plan" sah die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schienen vor. Trotz verschiedener Abstriche an der ursprünglichen Konzeption erreichte Leber unter anderem, dass ein beträchtlicher Teil des Frachtaufkommens von der Straße auf die Bundesbahn übertragen wurde.

  4. Schlimmste Sturmflut in der Geschichte Hamburgs In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar fegt ein Orkan mit mehr als 130 km/h über Norddeutschland. Er drängt das Wasser der Nordsee an die Küste und in die Elbe. Deiche brechen, Hamburgs Innenstadt, überhaupt ein Sechstel der Stadt steht unter Wasser, die Stadt erlebt die schlimmste Sturmflut seiner Geschichte. Mehr als 300 Menschen sterben, 20.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen. Polizeisenator Helmut Schmidt zieht Bundeswehr zur Unterstützung hinzu Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist damals Polizeisenator in Hamburg. Schon in der Nacht beginnt er, die Rettungsaktionen zu koordinieren. Vor allem organisiert er auch die Unterstützung der Bundeswehr, was damals ungewöhnlich und umstritten ist, denn die Bundeswehr darf damals laut Grundgesetz keine zivilen Aufgaben übernehmen. Diese Möglichkeit wurde ihr offiziell erst 1968 mit den Notstandsgesetzen gegeben. Wir hören zunächst Helmut Schmidt, wie er am 17. Februar 1962 die Lage erklärt, anschließend zwei Reportagen, eine aus der Hamburger Innenstadt und eine vom Hubschrauber über Niedersachsen. Nicht nur Hamburg ist betroffen, sondern auch große Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In einer Reportage aus dem Hubschrauber schildert Reporter Giselher Schaar die Lage an der Niedersächsischen Küste.

  5. 5.000 Teilnehmer aus 14 Ländern waren gekommen – eines der zentralen Ereignisse der deutschen Studentenbewegung. Wichtigste Akteure sind Karl Dietrich Wolff und Rudi Dutschke. Wir hören die Rede von Rudi Dutschke – zwei Monate vor dem Anschlag auf ihn.

  6. Erzherzog Karl Franz Joseph (1887 - 1922) spricht von einer glorreichen Armee und einem glorreichen Sieg. In den Augen der Soldaten, die er besucht hat, liest er "Kampfesfreudigkeit". Transkript der Ansprache von Erzherzog Karl Franz Joseph "Ich war an allen Fronten, bei allen Truppen unserer glorreichen Armee, ich sah alle Nationalitäten der weiten Monarchie in vollster Eintracht einem großen Ziele entgegengehen, einem glorreichen Frieden. In den Augen aller Soldaten las man Kampfesfreudigkeit und Siegeszuversicht. Ausdrücke der großen Liebe zu unserem angebetet[en] allerhöchsten Kriegsherrn. Und einem unbegrenzten [!] Gottvertrauen hörte man aus dem Munde jedes dieser Helden. Bewundernswert sind auch die Helden des Hinterlandes, die stillen Dulder, die durch den Krieg entweder ihr Liebstes verloren haben, oder in beständiger Angst und Sorge um ihre Verwandten leben. Der großen Zeit würdig ist die Kriegsfürsorge, wo jeder, der nicht selbst mit dem Schwert in der Hand das Vaterland verteidigen kann, durch unendliche Wohltat allen braven Kriegern ihre schweren Leiden zu erleichtern bestrebt ist. Viribus Unitis!" Karl Franz Joseph – Thronfolger und letzter Kaiser Österreichs Erzherzog Karl Franz Joseph war nach der Ermordung Franz Ferdinands am 28. Juni 1914 in Sarajewo Thronfolger Österreich-Ungarns geworden. Nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. am 21. November 1916 wurde er dessen Nachfolger und war als Karl I. der letzte Kaiser von Österreich. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  7. Dichtungsring im Wasserglas veranschaulicht das Problem In weniger als einer Minute führt Richard Feynman vor laufenden Kameras ein kleines physikalischen Experiment vor: Vor ihm steht ein Glas eiskaltes Wasser, in das er einen der typischen elastischen Dichtungsringe tunkt. Ergebnis: Der Dichtungsring wird bei Kälte spröde. Es waren die Dichtungsring, die versagten. Übersetzung der Erklärung von Richard Feynman "Ich habe dieses Ding aus der Dichtung genommen, und in Eiswasser getaucht. Und stellte fest, wenn man das Dichtungsmaterial erst ein bisschen zusammendrückt und dann den Druck wegnimmt, dehnt es sich nicht wieder aus, sondern bleibt wie es ist. Mit anderen Worten, für ein paar Sekunden zeigt dieses Material bei Temperaturen um den Gefrierpunkt keine Elastizität mehr. Ich glaube, das ist von Bedeutung für unser Problem."

  8. Idee: Asylanträge bereits in Afrika prüfen, nicht erst in Europa Im Jahr 2004 macht der deutsche Innenminister Otto Schily (SPD) einen Vorschlag, der seitdem in der Flüchtlingspolitik immer wieder mal aus der Schublade geholt wird: Um zu verhindern, dass selbst abgelehnte Asylsuchende noch lange in Deutschland bzw. Europa bleiben, könne man doch Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Nordafrika schaffen und dort Asylanträge prüfen. "Cap Anamur" bringt Geflüchtete nach Italien Der Anlass für Schilys Vorschlag 2004 war eine umstrittene Seenotrettungsaktion der Hilfsorganisation Cap Anamur, die 37 aus dem Mittelmeer gerettete Geflüchtete nach Sizilien gebracht hat. Gäbe es ein Aufnahmezentrum in Afrika, so Schilys Argument, fühlten sich Flüchtlinge weniger veranlasst, ins Boot zu steigen und die gefährliche Fahrt übers Mittelmeer auf sich zu nehmen. Um Otto Schilys Vorschlag entzündet sich eine heftige Diskussion. Die Grünen, damals Koalitionspartner der SPD, lehnen die Idee – wie auch viele von Schilys eigenen Parteifreunden – ab. Die Idee der Asylzentren in Nordafrika wurde im Lauf der Jahre immer mal wieder aufgewärmt – realisiert wurde sie nie.

  9. Gustav Roethe (1859 - 1926) war ein deutscher Mediävist und Professor für Deutsche Philologie in Göttingen und Berlin. Politisch lehnte Roethe schon vor 1914 den Parlamentarismus, aber auch das Frauenstudium ab. Nach dem Ersten Weltkrieg trat er als aggressiver Gegner der Weimarer Republik auf und engagierte sich in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Die deutsche Freiheit äußert sich – nach Roethe – nicht in Demokratie und Meinungsfreiheit. Die Westmächte England und Frankreich reden zwar verführerisch, sind aber im Vergleich zu Deutschland rückständige Nationen, auf ihre Verlockungen soll Deutschland nicht reinfallen. Zusammenfassung der Rede Die deutsche Freiheit ist himmelweit von der unserer Gegner verschieden / Unsere Freiheit wurzelt in der eigenen Brust, in der Freiheit eines Christenmenschen, wie Luther sie uns gelehrt hat / Wir wollen unbeirrt durch öffentliche Meinung oder durch Druck von oben oder unten unseren eigenen Weg gehen, nur unserem Gott verantwortlich und unserem Gewissen / Aufbau auf dem Werke Goethes und Bismarcks / Nur wenn es uns Deutschen gelingt, diese unsere innere Freiheit gegenüber den verlockenden Sirenenrufen des Auslandes, die uns zur Demokratie herüberziehen wollen, bewahren, nur dann sind wir berufen, die Pfeiler einer neuen Welt zu bilden und die rückständige Zivilisation Westeuropas im Zeichen der freien Persönlichkeit zu schlagen. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  10. Am 3. Februar 1966 setzte die sowjetische Sonde Luna 9 auf der Mondoberfläche auf. Ein Meilenstein der Raumfahrt. In den aktuellen Nachrichtensendungen berichtete der Südwestfunk mit Einschätzungen aus Moskau, London und Ostberlin.

  11. Monatelang dauerte die Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/1943. 700.000 Menschen kamen ums Leben. Es ist die vor allem psychologische Wende im Krieg gegen die Sowjetunion. Am 3. Februar kommt auch das Oberkommando der Wehrmacht nicht umhin, die Niederlage zu verkünden.

  12. Alfred von Tirpitz mit einer Erklärung Alfred von Tirpitz (1849 - 1930) greift England in seiner Rede direkt an: Es wolle sein "Monopol" als dominierende Seemacht behalten. Der deutsche U-Boot-Krieg ist für ihn eine legale und legitime Reaktion der Deutschen. Der Überfall auf das neutrale Belgien nennt er "Recht". Belgiens Neutralität war durch einen Vertrag von 1837 garantiert, den auch Preußen unterzeichnet hatte. Die Einmarsch in Belgien lieferte der alliierten Presse Gelegenheit, die Deutschen als "wilde Hunnen" darzustellen. Von 1915 an findet der Krieg auch mit U-Booten statt. Deutschland torpediert insbesondere britische Schiffe wie das Passagierschiff "Lusitania". Bei diesem Angriff werden auch mehr als 100 US-Bürger getötet. Großbritannien blockiert im Gegenzug den Seeweg über den Atlantik. So eskaliert der U-Boot-Krieg in den folgenden zwei Jahren. Wir hören Großadmiral Alfred von Tirpitz mit seiner Erklärung vom 1. Februar 1917. Deutschland hat die Gewässer rings um Großbritannien zum Kriegsgebiet erklärt. Tirpitz wirft London vor, es wolle die Welt wie "eine Zitrone auspressen" und keine Konkurrenz durch Deutschland dulden. Tirpitz treibt Bau von Großkampfschiffen voran Alfred von Tirpitz war Großadmiral und Staatssekretär im Reichsmarineamt von 1897 bis März 1916. Er trieb den Bau von Großkampfschiffen der Hochseeflotte voran und machte die deutsche Marine zur zweitgrößten Flotte der Welt. Nach den Friedensresolutionen der Mehrheitsparteien im Reichstag gründete er 1917 gemeinsam mit Wolfgang Kapp die Deutsche Vaterlandspartei als Sammelbecken für die nationale Opposition. Er war Mitglied des Reichstags 1924 bis 1928 für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP). Die Rede in der Zusammenfassung Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland / England sieht die Welt als eine Zitrone an und glaubt, sie allein auspressen zu können / Unsere Seesperre durch die U-Boote ist keine Vergeltungsmaßregel, sondern ein legales Recht / England sieht alles als Unrecht oder gar als Frevel an, was ihm als auserwähltes Volk ungünstig ist, alles als Recht, was ihm günstig / Rücksichtslose Behandlung der neutralen Schifffahrt durch England / Knebelung Portugals und brutale Niederwerfung Griechenlands / Zum Durchmarsch deutscher Truppen durch Belgien: "Dem Staat Belgien ist durch sein Verhalten Recht geschehen und nicht Unrecht" / Der gewaltige Kampf, den Deutschland jetzt führt, geht nicht um Deutschland allein, er geht in Wahrheit "um die Freiheit des europäischen Kontinents und seiner Völker gegen die alles verschlingende Tyrannei des Angloamerikanismus" / Den militärischen Sieg haben wir in der Hand, auch den politischen Sieg / Deutschland kämpft für ein großes Ideal / "Deutschland wach auf, Deine Schicksalsstunde ist gekommen". Aufnahmedatum: 1.2.1917 Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  13. Die bewundernswürdige Haltung der Bevölkerung ermöglichte eine große Kraftentfaltung. "Diese Erfahrung legt uns ... die Pflicht auf, bis zum siegreichen Kriegsende durchhalten, auch nach Friedensschluss zusammenhalten, damit wir alle Kriegserrungenschaften dauernd festhalten." Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  14. Am 27. Januar 2003 unterzeichneten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden, den ersten Staatsvertrag zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland. Er regelt die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den jüdischen Gemeinden und verpflichtet die Bundesregierung zur "Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes". Der Zentralrat erhält dafür vom Bund jährliche Zahlungen von zunächst drei Millionen Euro. In seiner Dankesrede blickte Paul Spiegel kurz zurück auf die jüdische Geschichte im Nachkriegsdeutschland und betonte die Bedeutung des neuen Staatsvertrags für das Judentum in Deutschland.

  15. Völkerverbindende Vertragsunterzeichnung Der Reporter Georg Stefan Troller ist mit dabei und berichtet live von dieser völkerverbindenden Vertragsunterzeichnung. Sie findet statt im Salle de Murat des Élysée-Palasts, einem fensterlosen, schmalen Repräsentationsraum. Der Reporter beschreibt den Raum: Das Mobilar beschränke sich auf einen mit rotem Samt bespannten Tisch und fünf darum gruppierte Sessel. In der Mitte habe General de Gaulle Platz genommen. Adenauer sitze rechts von ihm, Premierminister Pompidou zur Linken. Die beiden Außenminister, Schröder und Couve de Murville, seien etwas auf Distanz dahinter platziert. Wangenkuss nach französischer Sitte De Gaulle sei als erster mit dem unterzeichnen fertig. Im Hintergrund hört man den Staatspräsident sprechen, der Reporter übersetzt simultan. Die historische Szene, die dann kommt, nennt der Reporter "unerhört". De Gaulle und Adenauer küssen sich nach französischer Sitte auf beide Wangen. "Ich danke Ihnen, Herr Kanzler", sagt de Gaulle. Damit sei die Aussöhnung zwischen den beiden Nachbarvölkern eine geschichtliche Tatsache geworden. Verbrieft und besiegelt. Archiv des Südwestfunks

  16. Im Januar 1999 beginnt das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton. Hauptvorwurf: Clinton habe im Zusammenhang mit seinen Affären und mutmaßlichen sexuellen Übergriffen mehrere Meineide geleistet. Doch nicht einmal Clintons politische Gegner, die Republikaner, sind wirklich in der Sache geschlossen und geeint. US-Präsident Clinton bleibt im Amt Schon einen Monat später, am 12. Februar 1999, geht das Impeachmentverfahren zu Ende. Clinton bleibt im Amt, wird noch nicht einmal für sein Verhalten gerügt. Anschließend kann er umso entspannter weiterregieren.

  17. US-Präsident Clinton sagt vor Sonderermittler-Team um Kenneth Starr aus Wegen seiner Sex-Affäre und einer mutmaßlichen Falschaussage muss US-Präsident Bill Clinton im August 1998 vor dem Team des Sonderermittlers Kenneth Starr (1946 - 2022) aussagen. Hier räumt er ein, so wörtlich, unangemessenes Verhältnis zur ehemaligen Praktikantin Monica Lewinsky ein und schilderte Details. Er beharrt aber darauf, keine "sexuelle Beziehung" zu Lewinsky gehabt zu haben, weil sich dieser Begriff nach seinem Verständnis ausschließlich auf Geschlechtsverkehr beziehe, der aber nicht stattgefunden habe. Video wird öffentlich: Empörung über Verletzung der Privatsphäre Diese Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt, doch am 21. September 1998 wird ein Video der Anhörung in die Öffentlichkeit lanciert und im Fernsehen ausgestrahlt. Deutsche Spitzen-Politiker äußern sich empört über diese Indiskretionen. Bundeskanzler Helmut Kohl erklärt, er finde die Vorgänge "zum Kotzen". Kenneth Starr empfiehlt Impeachment-Verfahren, Bill Clinton bleibt populär Sonderermittler Kenneth Starr wird bald darauf in seinem Abschlussbericht die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Bill Clinton empfehlen. Clintons Popularität leidet allerdings kaum unter der Affäre. Sie sorgt sogar im Vorverkauf von Halloween für ganz neue Kostümmoden. Lewinsky-Outfit und Clinton-Zigarren sind der Renner – erzählt USA-Korrespondent Hans-Jürgen Maurus in seinem Bericht vom 7. Oktober 1998.

  18. US-Präsident Clinton soll Monica Lewinsky zum Meineid angestiftet haben Im Januar 1998 verdichten sich die Hinweise, dass US-Präsident Bill Clinton eine Sex-Affäre mit einer Praktikantin im Weißen Haus gehabt hat. Zum politischen Skandal wird die Geschichte aber, als herauskommt, dass er diese Praktikantin mit dem Namen Monica Lewinsky angestiftet haben soll, die Affäre unter Eid zu leugnen, also einen Meineid zu leisten. Und dass er selbst öffentlich gelogen hat. Impeachment: Dem Präsidenten droht die Amtsenthebung Monate später wird das Ganze zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten führen. Es wird eine belastende Zeit für Bill Clinton. Sie beginnt mit den ersten Enthüllungen am 22. Januar 1998. Wenige Tage später bekommt Bill Clinton Unterstützung – von seiner Frau Hillary.

  19. Der 27. Januar – Jahrestag der Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Auschwitz 1945 – ist in Deutschland Holocaust-Gedenktag. Das war nicht immer so. Dieser Gedenktag wurde erst 51 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur geschaffen. Die erste Feierstunde 1996 wurde allerdings wegen einer Dienstreise von Bundespräsident Roman Herzog eine Woche vorverlegt, auf den 19. Januar. Vor Herzog spricht Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

  20. Die Mauer ("antifaschistischer Schutzwall") schütze die DDR-Bürger vor Ausplünderung, Drogen und den Machenschaften des Westens. Davon zeigte sich Erich Honecker noch Anfang des Jahres 1989 überzeugt. Wenn sich der Westen nicht ändere, werde die Mauer noch in 100 Jahren stehen. So Honecker auf der Tagung des Thomas-Müntzer-Komitees in Ostberlin. Er spricht im folgenden Redeauszug über den Frieden, und den Beitrag, den die DDR dazu leistet. Der USA und Deutschland wirft er Doppelzüngigkeit vor.