Archivradio – Geschichte im Original

SWR
1013
16.10.2026
Beschreibung
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

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Episoden
  1. Als das Frankfurter Kammerspiel die Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" plant, besetzen Demonstranten am 31.10.1985 die Bühne und verhindern die Aufführung. Vor allem Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Frankfurt protestieren gegen das Stück. Sie empfinden das Stück als antisemitisch, da im Mittelpunkt ein als "reicher Jude" bezeichneter Immobilienspekulant steht. Viele sehen in dieser Figur eine Anspielung auf den damaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Ignatz Bubis. Bubis selbst ist ebenfalls unter den Demonstranten. Daniel Cohn-Bendit, Mitglied der Grünen und ebenfalls Jude, zeigt Sympathie für die Demonstranten, hält ein Verbot des Stückes aber für falsch.

  2. Analog zu den Kirchen bekamen auch die jüdischen Landesverbände feste Sendezeiten im Rundfunk eingeräumt – insbesondere zu den jüdischen Feiertagen. Die erste dieser Sendungen wurde unter dem etwas irreführenden Titel "Jüdische Osterandacht" im ehemaligen Süddeutschen Rundfunk im April 1949 ausgestrahlt. Diese Sendung wurde allerdings nicht archiviert. Die älteste noch erhaltene Aufnahme stammt aus dem Jahr 1964. Gestaltet hat sie der württembergische Landesrabbiner Fritz Bloch. Eine "Israelitische Feierstunde zum Wochenfest" Schawuot.

  3. Im Dezember 1950 gastierte das Wiener Burgtheater in Berlin. Studierende sowie Angehörige der jüdischen Gemeinde protestierten gegen die Aufführung, denn zu den Schauspielern gehörte Werner Krauß, von dem bekannt war, dass er im „Dritten Reich“ mit dem Nazi-Regime sympathisiert hatte. Im antisemitischten Film "Jud Süß" hatte er gleich mehrere Rollen gespielt. Die Demonstration wurde schließlich von der Polizei aufgelöst, das Stück im Theater am Kurfürstendamm aufgeführt.

  4. Nach 18 Tagen Protest tritt Husni Mubarak zurück In den 18 Tagen des Protests in Kairo und anderswo im Land sterben mehr als 300 Menschen. Gleichzeitig hat Präsident Husni Mubarak jegliche Unterstützung verloren. Zunächst ist es nur ein Gerücht am 10. Februar, am Nachmittag des 11. Februar dann die Gewissheit: Mubarak ist offiziell zurückgetreten. Das gab sein Stellvertreter Omar Suleiman bekannt. Am nächsten Tag dann: keine Demonstration. Dafür: das große Aufräumen. Weder Mursi noch Al-Sisi bringen Ägypten die ersehnte Freiheit Das Ende der Herrschaft Mubarak brachte den Ägyptern am Ende doch nicht die ersehnte Freiheit. Bei den Wahlen ging zunächst die islamistische Muslim-Bruderschaft als Sieger hervor. Präsident wurde Mohammed Mursi. Nach erneuten Massenprotesten 2013 wurde er von der Armee abgesetzt. Militärratschef Al-Sisi übernahm die Macht und ließ sich 2014 offiziell zum Präsidenten ernennen. Sein Regierungsstil gilt als mindestens ebenso diktatorisch und autokratisch wie der des gestürzten Präsidenten Mubarak.

  5. Ägyptische Sicherheitskräfte halten sich drei Tage lang zurück Was Anfang Januar 2011 in Tunesien begonnen hat, schwappt nun auch auf Ägypten über, wo Präsident Husni Mubarak seit 30 Jahren das Land regiert. In Kairo kommt es zunächst zu vereinzelten Demonstrationszügen, die aber ab dem 25. Januar eine Dimension annehmen, die ARD-Korrespondentin Esther Saoub bis dahin noch nicht gekannt hat. Drei Tage lang sehen die Sicherheitskräfte den Demonstrationen zu, aber am 28. Januar hält die Armee dagegen. "Marsch der Millionen" Weitere drei Tage später kündigen die Demonstranten einen "Marsch der Millionen" an. Es kommen zwei Millionen, und sie marschieren auch nicht im engeren Sinn, sie feiern fast schon, so schildert es SWR-Korrespondent Martin Durm, der sich mitten in die Menge begibt und per Telefon berichtet. Reporter*innen fühlen sich nicht mehr sicher Die Armee lässt die Demonstranten gewähren, doch in den nächsten Tagen schlägt die Stimmung immer wieder um. Am 3. Februar fühlen sich auch die Reporterinnen und Reporter nicht mehr sicher. SWR1 führt am Abend mit Korrespondentin Esther Saoub. Nach diesem ersten Gespräch hat sich für Esther Saoub die Lage schon wieder verändert. Doch diese Nacht scheint den entscheidenden Wendepunkt zu bringen. Am 4. Februar: wieder eine Demonstration, aber unter völlig anderen Vorzeichen. Diktator Husni Mubarak tritt zurück Eine weitere Woche später erreichen die Demonstrationen ihr Ziel, den Sturz des Präsident. Diese Berichte hören Sie in der nächsten Folge unter dem Titel: Ägyptens Diktator Mubarak tritt zurück.

  6. Mitte Januar kommt ein weiterer Skandal ans Licht: Die CDU Hessen hatte in den 1980er-Jahren illegale Parteispenden ins Ausland transferiert. Wenn die Partei die Spenden wieder zurückholte, waren diese als angebliche jüdische Vermächtnisse deklariert worden. Das wurde nicht nur von den in Deutschland lebenden Juden als höchst geschmacklos empfunden. Durch diese immer neuen Skandale kommt die CDU nicht zur Ruhe. Am 18. Januar 2000 trifft sich der Vorstand der Bundes-CDU. Es geht dabei um die Zukunft des Noch-Ehrenvorsitzenden Helmut Kohl und des amtierenden CDU-Chefs Wolfgang Schäuble, nachdem inzwischen bekannt ist, dass auch er in die Spendenaffäre verstrickt ist. Knapp einen Monat später tritt auch Wolfgang Schäuble als Partei- und Fraktionschef zurück. Seine Nachfolgerin als Parteichefin wird Angela Merkel. Als Fraktionschef folgt ihm Friedrich Merz. Helmut Kohl wiederum fühlt sich von seiner Partei im Stich gelassen. Er lässt den Ehrenvorsitz nicht ruhen, sondern legt ihn noch am selben Tag nieder. Um seine Ehre aber kämpft er weiter. Das betont er gleich am folgenden Tag bei einem Auftritt vor der Handelskammer in Hamburg.

  7. Es ist der Wendepunkt in Tunesien. Nach knapp einer Woche der Konfrontation zwischen den wütenden Demonstranten und der Armee lenkt Präsident Ben Ali zunächst ein und kündigt im Fernsehen einen Wandel an: Ein Ende der Gewalt, Pressefreiheit und er werde bei den nächsten Wahlen nicht mehr kandidieren. Alexander Göbel schildert die Reaktionen auf diese Rede. Am folgenden Tag erfahren die Tunesier, dass ihr Präsident das Land verlassen hat. Er hinterlässt ein Machtvakuum, es kommt zu Chaos in Tunis und zu Schießereien. Bald wird auch bekannt, wohin Präsident Ben-Ali geflohen ist, nämlich nach Saudi-Arabien. Unterdessen wird Ben Alis Palast in Tunis geplündert und das Volk reibt sich die Augen, wie sein Präsident gelebt hat. Das schildert der Bericht von Marc Dugge vom 17. Januar. Am selben Tag berichtet Ägypten-Korrespondentin Esther Saoub, wie die Proteststimmung beginnt, von Tunesien nun auch auf andere Länder Nordafrikas überzuschwappen.

  8. Der sogenannte Arabische Frühling beginnt Anfang 2011 in Tunesien. Der Initialfunke ist die Selbsttötung eines verzweifelten Gemüsehändlers. Viele Tunesier identifizieren sich mit ihm, sehen in ihm das Opfer eines korrupten Systems, in dem ein Diktator – Präsident Ben Ali – seine Macht zur persönlichen Bereicherung nutzt und sein Volk unterdrückt. Kleinere Proteste gab es schon in den vorangegangenen Wochen, doch vom 7. Januar 2011 an eskaliert die Lage zunehmend. Es ist der Tag der Bestattung des jungen Mannes. Innerhalb der nächsten Tage spitzt sich die Lage weiter zu. Für den ARD-Hörfunk berichtet Nordafrika-Korrespondent Alexander Göbel Im Bild: Proteste in Tunis am 26. Januar 2011

  9. Richard Nixon tritt wegen Watergate-Affäre zurück Die Watergate-Affäre zwingt US-Präsident Richard Nixon zum Rücktritt. Es ging zunächst um Einbrüche in der Parteizentrale der Demokratischen Partei, die von Nixons Mitarbeitern in Auftrag gegeben wurden. Sie hatten Dokumente fotografiert und versucht, Abhörwanzen zu installieren. Das war 1972. US-Präsident Gerald Ford begnadigt seinen Vorgänger Richard Nixon Im Zusammenhang mit der Aufklärung – die Nixon zu verhindern versuchte – kamen zahlreiche weitere Vergehen ans Tageslicht, in die das Weiße Haus verwickelt wurde. Ein Amtsenthebungsverfahren wurde eingeleitet, am 9. August 1974 trat Nixon zurück. Strafrechtlich wird er aber nicht belangt, denn sein Nachfolger Gerald Ford begnadigt ihn einen Monat später. Zu hören ist zunächst die Erklärung Fords, anschließend schildert USA-Korrespondent Hans Kirchmann die Reaktionen auf diese Entscheidung. Im Bild: Präsident Gerald Ford unterzeichnet ein Dokument, in dem er dem früheren Präsidenten Richard Nixon "eine vollständige, freie und absolute Begnadigung" für alle "Straftaten gegen die Vereinigten Staaten" während seiner Präsidentschaft gewährt. Ford unterzeichnete das Papier am 8. September 1974 in seinem Büro im Weißen Haus.

  10. Zur allgemeinen Überraschung sagt Churchill, dass der Anfang dafür eine Partnerschaft zwischen den Erzfeinden Deutschland und Frankreich sein müsse. "Es gibt kein Wiederaufleben Europas ohne ein geistig großes Frankreich und ein geistig großes Deutschland." Großbritannien in der Rolle des Freundes Großbritannien sieht Churchill dabei in der Rolle eines Freundes, nicht eines Mitglieds dieser europäischen Organisation. Churchill hält die Rede am 19. September 1946 vor der Akademischen Jugend in Zürich.

  11. Am Ende des Ersten Weltkriegs war Winston Churchill Munitionsminister im britischen Kabinett. In einer Rede am 11. November 1918 – kurz nach der deutschen Kapitulation – sagt er, es sei jetzt viel zu tun. Die Schlachtfelder müssten aufgeräumt werden, die auf den Krieg eingestellte Industrie müsse sich wieder umstellen. Die Soldaten, die noch auf der ganzen Welt im Einsatz seien, müssen zurückkommen. Quelle: Archiv des Bayrischen Rundfunks

  12. Die Einführung der Polio-Impfung, die Erkenntnis, dass Rauchen Krebs verursacht, die Identifizierung des Aids-Virus. Alte Radioaufnahmen verraten, wie Deutschland früher mit Pandemien und anderen Plagen umgegangen ist.

  13. Spanische Grippe, Asiatische Grippe, SARS. Historische Tonaufnahmen zeigen, wie die Gesellschaft früher mit solchen Situationen umgegangen ist. Was haben wir daraus gelernt? Christoph König im Gespräch mit Gábor Paál (März 2020). Die historischen Aufnahmen gibt es in voller Länge im Podcast "ARD Archivradio".

  14. Die Hoffnungen, die Clinton damals formulierte, waren rückwirkend betrachtet deutlich übertrieben. Dennoch zeigt dieses Ereignis, wie stark plötzlich die Biotechnologie zur Jahrtausendwende ins Bewusstsein rückte. Manche sprachen damals schon vom Jahrhundert der Biologie, das nun beginnen würde.

  15. An seinem 80. Geburtstag nimmt sich Fritz Walter Zeit, auf sein Leben zurückzublicken, in einem Interview mit dem langjährigen und fast gleichalten SWR Sportreporter Rudi Michel, der wie Walter aus Kaiserslautern stammt. Fritz Walter spricht über seine Kindheit und Jugend, seine große Liebe und über das Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef, dem Bundestrainer Sepp Herberger. Tonspur eines Interviews im SWR Fernsehen.

  16. Historische Originaltöne aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt es im SWR-Archiv nicht, denn der Südwestfunk wurde erst 1946 gegründet. Andreas Vetter betont darum, dass die Recherche weitgehend mithilfe des Deutschen Rundfunkarchivs stattfand. Tonträger sind Wachszylinder Für die älteren Originaltöne ist in der ARD das Rundfunkarchiv in Frankfurt und Potsdam zuständig. Dort wurden die Tonträger digitalisiert, erschlossen und in die Archivdatenbank eingespeist. Im Fall des Ersten Weltkriegs waren die Originaltonträger vor allem Wachszylinder mit einer Länge von typischer Weise 2 Minuten. Andreas Vetter fand bei seiner Recherche für ihn erstaunlich viele Originaltöne und wählte solche aus, die deutschsprachig, einigermaßen verständlich und politisch relevant waren. Dilemma der Archivarbeit In dem Archivgespräch klingt auch ein Grunddilemma von allen Archivarbeitenden an, nämlich sich mit einer politischen Wertung bei der Verschlagwortung zurückzuhalten. In einigen Fällen waren in den Abstracts zu den Tonträgern Wertungen wie "Deutsches Großmachtsgebaren" zu finden, die sich aber als gar nicht schlecht herausstellten, weil sie zu Diskussionen innerhalb des Archivradio-Teams führten. In zwei konkreten Fällen kam man zu geradezu diametral unterschiedlichen Einschätzungen. In dem Gespräch werden auch Besonderheiten diskutiert, etwa warum große Reden nicht direkt aufgenommen, sondern Monate oder Jahre später "nachgesprochen" wurden, warum bestimmte Originaltöne so schlechte, andere für ihr Alter hervorragende Tonqualität aufweisen. Erstaunlich wenig Zensur bei kritischen Stimmen Ein weiteres Thema sind die "Couplets", die von Anfang des Kriegs an kritisch mit der kaiserlichen Politik umgingen. Den Tondokumenten zufolge fand erstaunlich wenig Zensur statt. Vetter berichtet auch grundsätzlich über den Digitalisierungsstand im Tonarchiv in seinem Hause, dem SWR im Mainz: Dort sind weniger als 20 Prozent der Tonbänder digitalisiert; erfasst sind jedoch praktisch alle. Die Digitalisierung geschieht nach Schwerpunktthemen und technischen Erfordernissen. So wurden jetzt all die Bänder digitalisiert, die mit 76 cm/s abgespielt werden, denn diese Bandmaschinen werden allmählich rar. Im SWR Mainz gibt es nur noch ein Exemplar. Das Gespräch mit Andreas Vetter führte Maximilian Schönherr am 20. März 2014 in Mainz.

  17. 13.11.1989 | Stasi-Chef Erich Mielke war in der DDR ein gefürchteter Mann – bis zu seinem Rücktritt zwei Tage vor dem Mauerfall am 7. November 1989. Eine knappe Woche später – also vier Tage nach der Maueröffnung tagt die Volkskammer. Und Mielke wird dorthin zitiert. Er spricht dort zum ersten und einzigen Mal, die Sitzung am 13. November 1989 wird live im Fernsehen übertragen. Die ganze Nation hört wie sich einer der Abgeordneten über die Anrede „Genossen“ beschwert. Mielke, der jahrzehntelang die Verbrechen der Stasi verantwortet hatte, antwortet mit einer bizarren Liebeserklärung, die in die Geschichtsbücher eingeht.

  18. Bildung für alle 1970: An den Schulen herrscht Aufbruchstimmung, die Politik will erreichen, dass möglichst viele Kinder an Bildung partizipieren können. In diesem Geist entsteht auch das Schulfernsehen. Hinzu kommt, dass sich die Unterrichtshalte ändern. Nun gibt es ein Fach wie Sozialkunde, und in Mathematik gibt es etwas ganz Neues namens Mengenlehre. Neue Fächer, überforderte Lehrkräfte Doch viele Lehrkräfte haben das nie gelernt und sind überfordert. Das Schulfernsehen soll ihnen ein wenig Last abnehmen, den Unterricht attraktiver machen und auch mit neuen Lehrmethoden ergänzen. Der Südwestfunk startet damit am 21. September 1970, zunächst mit einem dreimonatigen Schulversuch an mehr als 200 Schulen im Südwesten. In diesen Schulen besteht tatsächlich Fernsehpflicht. Ende November, mehr als zwei Monate nach der Einführung des Schulfernsehens im Südwesten, ziehen die Macher eine erste Bilanz. Schulfernsehen im Wandel Vorläufer des Schulfernsehen gab es schon 1921: Damals gab es z.B. die "Badische Lichtspiele für Schule und Volksbildung GmbH". Sie sollte es ermöglichen, dass an Schulen Lehrfilme "ohne fachliche Einweisung" vorgeführt werden konnten. Heute: Planet Schule Aus dem einstigen Schulfernsehen ist inzwischen das multimediale Angebot Planet Schule geworden. In der Corona-Krise waren seine Angebote gefragt wie nie zuvor.

  19. Schon vor der Gründung der DDR waren tausende Bürger aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen geflohen. Und das setzte sich auch nach 1949 fort. In der Bundesrepublik entstanden sogenannte Grenzdurchgangslager – heute würde man sagen: Erstaufnahmeeinrichtungen – für die Geflüchteten. Eine davon befindet sich im hessischen Gießen. Von dort stammt diese Reportage aus dem Juli 1950. Im Bild: Ein Zug von rund 35 Flüchtlingen aus der Sowjetzone, denen die Aufnahme in die Bundesrepublik verweigert wurde, macht sich am 7.11.1949 in Uelzen auf den Weg nach Bonn, um gegen diese Entscheidung zu protestieren und eine endgültige Aufenthaltserlaubnis zu erwirken. Unter den Teilnehmern befinden sich Schwerkriegsbeschädigte, Beinamputierte, Fauen und Kinder.

  20. Drei Babys sterben in der Mainzer Uniklinik. Die Ursache sind verkeimte Infusionen, die auch weitere Säuglinge erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf. Am 27.8. scheint zumindest festzustehen: Die Universitätsklinik hat nichts falsch gemacht. Ermittlungsverfahren wird 2011 eingestellt Aufschluss gab ausgerechnet eine Flasche, die versehentlich zerbrochen ist. Die Tatsache, dass sie überhaupt kaputt ging, war ein Hinweis, dass sie schon vorher beschädigt war. So konnten offenbar Keime eindringen. Das war die erste Bilanz vom 27. August 2010. An diesem Ergebnis hat sich nichts mehr geändert. Im August 2011 stellt die Mainzer Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren ein. Ein strafrechtlich relevantes Verhalten habe keiner bestimmten Person nachgewiesen werden können.