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- 10.02.202212 Min.
Mali ist fast viermal so groß wie Deutschland, bei nur 20 Millionen Einwohnern. Und obwohl Mali das drittgrößte Förderland von Gold ist, ist heute die Hälfte der Bevölkerung arm. Ein idealer Nährboden für Extremismus. Zwei Drittel der malischen Bevölkerung leben in Regionen, in denen Islamisten und Warlords das Sagen haben. Über den Rest des Landes herrscht Assimi Goi-ta. Ein 39 Jahre alter Putschist, der unter anderem in Deutschland ausgebildet wurde, und sich im Mai vergangenen Jahres selbst vom Oberst zum Präsidenten machte. Auch deshalb wachsen jetzt die Zweifel am Bundeswehreinsatz im Rahmen der UN-Mission Minusma. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) stellt in konkret in Frage. In Burkina Faso, in Mali und auch in Niger verschlechtert sich die Sicherheitslage, sagt SZ-Afrika-Korrespondent Bernd Dörries. Trotz massiv internationale Truppen habe die lokale Bevölkerung das Gefühl, dass der Terror immer mehr werde. In Malis Hauptstadt Bamako habe er Menschen erlebt, die den Putschisten zujubeln. Sie seien so frustriert, dass sie einen "Wechsel um jeden Preis" wollen. "Umfragen belegen immer wieder, dass die ganz große Mehrzahl der Menschen in Subsahara-Afrika die Demokratie sehr hoch schätzt. Was die Menschen in Mali in den vergangenen Jahren aber erlebt haben, war aus ihrer Sicht keine Demokratie." Und bei einem Abzug der ausländischen Soldaten gebe es berechtigte Befürchtungen, dass es ähnlich laufen könnte wie wie in Afghanistan. Auch dort habe man jahrelang eine Armee aufgepäppelt, die dann innerhalb weniger Tage zusammengebrochen ist. Weitere Nachrichten: Umweltamt gegen Heizen mit Holz, Böhmermann unterliegt vor Verfassungsgericht. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über ZDF Berlin direkt.
- 09.02.202213 Min.
Markus Söder gilt als Vorreiter in der Corona-Pandemie. Immer wieder hat er für Bayern besonders strenge Maßnahmen verkündet. Und er gilt auch als Befürworter einer Impfpflicht. Trotzdem hat er am Montag angekündigt, die einrichtungsbezogene Impfpflicht für Angestellte im Gesundheitswesen in Bayern vorerst auszusetzen. Sie führe zu vielen Problemen und helfe nicht in der Omikron-Welle, so Söder. SZ-Korrespondentin Henrike Roßbach sagt: “Söders Kritiker sagen, er will damit vor allem den Bund ins Schwitzen bringen.” Natürlich, sagt Roßbach, sei jede Umsetzung einer Impfpflicht kompliziert, vor allem weil die Gesundheitsämter in der aktuellen Lage weiter massiv überlastet seien. Aber sie sagt auch: Das Hin- und Her bei der Teil-Impfpflicht sei eine Gefahr für die allgemeine Impfpflicht – denn die sei sowieso noch viel umstrittener als die einrichtungsbezogene. Weitere Nachrichten: Leipziger Buchmesse abgesagt, Haftstrafe für Cum-Ex-Banker Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über ntv.
- 08.02.202211 Min.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat US-Präsident Joe Biden besucht. Im Zentrum des Gesprächs: die Ukraine-Krise. Wenn Russland die Ukraine angreifen sollte, dann wäre das auch das Ende der Gaspipeline Nord Stream 2, sagt Biden. Und auch Scholz meint, dass eine Invasion "einen sehr hohen Preis" hätte. Nord Stream 2 erwähnt er nicht. Die Ostsee-Pipeline ist "schon lange eine Irritation im transatlantischen Verhältnis", sagt SZ-USA-Korrespondent Hubert Wetzel. Ein Punkt, den auch jetzt nicht Scholz öffentlich gemacht habe, sondern der amerikanische Präsident. Vielleicht gehe Scholz davon aus, so Wetzel, dass allen klar sei, dass Nord Stream 2 bei einer russischen Invasian auf dem Tisch liege. Der Punkt sei aber: "Warum soll ich es dann nicht sagen?" Das irritiere nicht nur die Amerikaner sondern habe auch die Debatte über die Verlässlichkeit Deutschlands als Verbündeter losgetreten. Weitere Nachrichten: Benedikt entschuldigt sich, mehr Geld für Pflegekräfte. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und CNN.
- 07.02.202211 Min.
Nach wie vor beherrscht die Omikron-Welle das Infektionsgeschehen in ganz Europa. Auch deshalb stellt Deutschlands Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Moment noch keine Lockerungen der Maßnahmen in Aussicht. Doch die FDP will vor allem die Kontaktbeschränkungen bundesweit zügig abschaffen. Vorreiter ist Dänemark, denn dort sind vor einer Woche sämtliche Beschränkungen aufgehoben worden. Die Dänen sind der Pandemie “mit großem Menschenverstand” begegnet, sagt SZ-Skandinavien-Korrespondent Kai Strittmatter. Insbesondere vier Gründe sprächen für den erfolgreichen Kampf gegen Corona von Skandinaviens “Vertrauensgesellschaften”: Dort werde viel mehr den Empfehlungen des Staates gefolgt, zudem gebe es eine große Geschlossenheit der Politik, eine fortgeschrittene Digitalisierung und eine viel höhere Testquote. In Dänemark ist allerdings auch die Impfquote höher: Rund 81 Prozent der Gesamtbevölkerung sei komplett geimpft und bei den über 65-Jährigen seien 95 Prozent geboostert, so Strittmatter. Die Corona-Infektionszahlen würden sich deshalb nicht mehr in den Krankenhäusern spiegeln. Unser Podcast “Und nun zum Sport” finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Bayern will Corona-Maßnahmen lockern, Ukraine-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über die dänische und schwedische Regierung.
Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, dann Festbankett – und vorher nochmal zeigen, wie gut man sich versteht und wie mächtig man ist. Das ist das Programm von Xi Jinping und Wladimir Putin an diesem Freitag in Peking, den Staatschefs von China und Russland. Aber wieso ist dieses Treffen auch für die Demokratien im Westen und für die ganze Weltordnung so wichtig? Darüber spricht Stefan Kornelius, Chef des SZ-Politikressorts. China und Russland wollten eine Weltordnung etablieren "vor allem gegen die USA und gegen das demokratische Modell", sagt Kornelius. Deswegen verbündeten sich die beiden autoritären Systeme, um diese Botschaft nach außen zu transportieren. "Sie sagen ganz klar: Wir sind groß und mächtig. Wir haben sehr viele Leute, wir sind auch attraktiv, wir sind ökonomisch erfolgreich und wir müssen auf euch keine Rücksicht nehmen." Weitere Nachrichten: Stoltenberg, Liste Waffenlieferungen Ukraine Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Imanuel Pedersen
Ein einziger positiver PCR-Test kann eine jahrelange Vorbereitung zunichte machen. Die Olympischen Winterspiele 2022 sind anders. Natürlich auch, weil sie in China sind, einem Land mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen. Und da müssen sich auch die Sportlerinnen und Sportler an chinesische Gesetze halten. "Wenn sie das nicht tun, dann können sie nach chinesischem Recht belangt werden", sagt Claudio Catuogno, Leiter der SZ-Sportredaktion. "Wir stellen uns natürlich auch die Frage, wie wir es verhindern, dass wir allein dadurch, dass wir berichten, Teil dieser chinesischen und IOC Inszenierung werden", fügt Catuogno hinzu. Es seien nun mal die wichtigsten Skiabfahrten, die wichtigsten Biathlonrennen der vergangenen vier Jahre. Gleichzeitig aber wolle man das "Gesamtbild" zeigen. Und das unter den erschwerten Bedingungen einer Diktatur mit vielen Spionagemöglichkeiten. Trotz aller internationaler Skepsis würden die Spiele das Image der Kommunistischen Partei innerhalb Chinas stärken. "Genau das ist der Plan." Den Transparenz-Blog finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Stiko empfiehlt vierte Impfung, IS-Führer getötet, Russland verbietet Deutsche Welle. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über IOC Media.
Wie lässt sich ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine noch verhindern? Dazu gibt es in der SPD unterschiedliche Meinungen. Besonders lautstark hatte sich zuletzt Ex-Kanzler Gerhard Schröder geäußert, den manche für Russlands Cheflobbyist in Deutschland halten. Wie die Partei damit umgeht und warum sie sich nicht klar von Schröder distanziert, darüber spricht Daniel Brössler, ehemals SZ-Korrespondent in Moskau, mittlerweile im Parlamentsbüro in Berlin. Wer neben Gerhard Schröder noch für Nordstream 2 lobbyiert, lesen Sie hier. Weitere Nachrichten: Marx zu Pflichtzölibat, Urteil BVerfG zu Künast Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Lars Langenau Produktion: Benjamin Markthaler
- 01.02.202211 Min.
Bernd Lucke, dann Frauke Petry und jetzt Jörg Meuthen. Die AfD verliert abermals einen Parteichef. "Es geht gerade um eine Richtungsentscheidung, aber auch um knallharte Machtfragen", sagt SZ-Redakteur Markus Balser. Als guter Schachspieler habe Meuthen vorausgesehen, dass er "einfach keine Chance mehr hat, dieses Spiel zu gewinnen". Die Radikalen haben an Einfluss gewonnen, aber "er hat natürlich paktiert mit denen, die er zuletzt bekämpft hat". Meuthen sei deshalb selbst Teil des Problems gewesen. Weitere Nachrichten: Polizistenmorde, Kritik an Israel. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Twitter, ARD und Phoenix.
- 31.01.202212 Min.
Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Montag in Deutschland bei 1177. Immer mehr Menschen stecken sich mit der Omikron-Variante an. Und am höchsten sind die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen. Viele von ihnen sind noch nicht geimpft und damit ungeschützt. An den Schulen in Deutschland herrscht aktuell ein ziemliches Chaos bei Tests und Quarantäne Regeln. "Es wäre vermeidbar gewesen, wenn man sich einfach darauf vorbereitet hätte, dass die Zahlen steigen werden", sagt dazu Vera Schröder aus der SZ-Wissensredaktion im Podcast. Aber die Pandemie hat den Kindern und Jugendlichen laut Schröder auch psychisch zugesetzt: "Dauernd fällt irgendwas aus, man muss in Quarantäne, der Freund muss in Quarantäne, dann wird wieder über Schulschließungen gesprochen und am Ende kommen dann auch noch Prüfungen und Noten." Weitere Nachrichten: Zwei Polizeibeamte getötet; SPD diskutiert über Russland. Hier finden Sie einen Kommentar zu Gerhard Schröder und der SPD und hier wird die Situation nochmals genauer erklärt. Moderation, Redaktion: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzlich zitiertes Audiomaterial über ARD “Bericht aus Berlin”
- 28.01.202212 Min.
Dieses Wochenende findet der digitale Parteitag der Grünen statt. Dabei könnte es auch zu einer Abrechnung über den vermurksten Wahlkampf kommen. Sicher ist, dass zwei neue Parteichefs gewählt werden sollen: Ricarda Lang und Omid Nouripour. Wer sind die beiden und wohin steuert die Partei? Das erklärt Constanze von Bullion aus dem SZ-Parlamentsbüro in Berlin. Auf die Partei kämen in der Regierung schmerzhafte Kompromisse zu, sagt von Bullion. Aufgabe der Parteiführung müsse es deshalb sein, auch gegenzuhalten: "Die Parteizentrale muss der Think Tank der Grünen werden, sozusagen der Ort, wo weitergedacht wird und über die tägliche Politik hinaus." Weitere Nachrichten: Meuthen verlässt AfD, Lauterbach zu Corona Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Bundestag, DLF.
- 27.01.202213 Min.
Vor 77 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Und heute? Wächst der Antisemitismus in Deutschland wieder. Das Wissen über den Nationalsozialismus und die Ermordung der Juden hat "allein noch keine magischen Kräfte", meint SZ-Redakteur Johan Schloemann. Das habe eher mit einem allgemeinen Geschichtsbewusstsein zu tun. Auf den Demonstrationen von Corona-Leugnern sehe man allerdings gerade eine unerträgliche Verharmlosung des Holocausts. Es sei allerdings auch eine schon ältere Strategie der Neuen Rechten, sich selber zum Opfer zu erklären. Weitere Nachrichten: Kreml enttäuscht, Marx zu Missbrauch. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Antonia Franz Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
- 26.01.202214 Min.
Seit Wochen spitzt sich die Situation an der russisch-ukrainischen Grenze zu. Aber wie hat das eigentlich alles angefangen? Die Osteuropa-Historikerin Susanne Spahn erklärt, wo die Urpsrünge des Konflikts liegen und warum die Ukraine nicht nur geografisch, sondern auch historisch zwischen der EU und Russland liegt. Weitere Nachrichten: Rücktritt Otte Werteunion, Impfpflicht-Debatte Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: the best Tami Holderied Produktion: Benjamin Markthaler
- 25.01.202214 Min.
In Deutschland steigen wegen der hochinfektiösen Omikron-Variante die Zahlen der erkannten Corona-Infektionen von Tag zu Tag auf neue Höchststände. Am Dienstag sind es laut Robert-Koch-Institut fast 127 000. Höchstwahrscheinlich sind es noch viel mehr, aber Gesundheitsämter und Testkapazitäten sind zunehmend am Limit. Deshalb haben Bund und Länder gerade beschlossen, dass künftig erstmal die PCR-Tests von Beschäftigten im Gesundheitsbereich und besonders gefährdeten Personen vorrangig ausgewertet werden. Sonst soll sich aber nicht viel ändern. Doch angesichts der Vielzahl von Infektionen wird es immer wahrscheinlicher, dass irgendwann zwei Striche auf dem eigenen Schnelltest auftauchen. Was sollte man dann tun? Werner Bartens, Arzt und "Medizinmann der SZ", beantwortet alle wichtigen Fragen: Von hilfreichen Medikamenten, wie lange man sich schonen sollte bis zur Frage, was eigentlich ein “milder Verlauf” bedeutet. Wenn Sie noch mehr zu dem Thema wissen wollen: (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-quarantaene-hilfe-tipps-1.5509310) Weitere Nachrichten: CDU will Otte ausschließen, Johnson unter Druck, Kardinal Wetter entschuldigt sich Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
- 24.01.202211 Min.
Die CDU hat am Samstag Friedrich Merz an ihre Spitze gewählt. Er muss die Partei nach langen Regierungsjahren erstmal wieder an die Oppositionsrolle gewöhnen muss. "Jetzt ist sie erst mal oppositionsfähig und dann grundsätzlich auch wieder regierungsfähig", sagt Boris Hermann aus dem Berliner Parlamentsbüro der SZ. Merz selbst habe sich geändert und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Er habe aufgehört, seine Gegner zu unterschätzen und sich selbst konsequent zu überschätzen. Außerdem bemühe er sich jetzt viel stärker darum, seine Kritiker innerhalb der Partei einzubinden, also vor allem den den christlich-sozialen Flügel der Arbeitnehmer. Ob ihm das gelingen kann, darüber spricht CDU-Experte Boris Hermann aus dem SZ-Parlamentsbüro. Weitere Nachrichten: Amoklauf in Heidelberg, Ratzinger korrigiert Falschaussage, Ukraine-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über CDU TV.
- 21.01.202214 Min.
Eine neue Untersuchung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche bringt schreckliche Erkenntnisse. Fast 500 Opfer und fast 70 Täter gab es laut Anwälten zwischen 1945 und 2019 im Bistum München und Freising. Das Gutachten wirft außerdem die Frage auf: Was wusste der emeritierte Papst Benedikt über die Taten? Annette Zoch aus der SZ-Redaktion sagt, das Gutachten zeige, dass sich niemand den Tätern in den Weg gestellt habe. Sie seien systematisch geschützt und die Vorfälle unter den Teppich gekehrt worden. SZ-Redakteur Nico Richter meint, es habe in der Kirche zu wenig Transparenz und Kontrolle gegeben, um solche Taten zu verhindern. Der emeritierte Papst Benedikt, jahrelang Erzbischof von München/Freising, streitet jedes Wissen über die Vorfälle ab. Dabei zweifeln die Gutachter an seinen Aussagen: Schriftstücke würden beweisen, dass er von einzelnen Fällen Kenntnis hatte. Weitere Nachrichten: Reaktionen auf Missbrauchsgutachten, Gespräche zwischen USA und Russland Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD und phoenix.
Die britische Regierung steckt mitten in eine Krise. Premier Boris Johnson steht schwer unter Beschuss und gibt sich dennoch kampfeswillig. "Doch die Partys könnten ihm nun zum Verhängnis werden," sagt SZ-Großbritannien-Korrespondent Michael Neudecker. Johnson verteidige sich zwar damit, dass die Feiern Arbeitsreffen gewesen seien, aber das nehme ihm die Opposition und auch einige Abgeordnete der Tories nicht ab. Doch Johnson gelte auch als Stehaufmännchen. "Alles wartet momentan auf den Bericht von Sue Gray, der Beamtin, die die Untersuchungen zu den Partys durchführt." Und der Premier? Plant schon Ablenkungsmanöver. Zudem würden gerade alle Corona-Schutzmaßnahmen zurückgenommen. Johnson sage, dass die Pandemie in England jetzt in ein Ende übergehen würde. Womöglich sei diese Aussage von ihm ja auch von der Wissenschaft gestützt und kein Versuch, seinen Job zu retten, "was ja durchaus denkbar ist." Weitere Nachrichten: Schwere Vorwürfe gegen Benedikt und Kardinal Marx, Ukraine-Konflikt, Corona. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Guardian und BR24.
- 19.01.202212 Min.
Nicht nur die Bundesregierung ist entsetzt über die EU-Taxonomie, die auch Erdgas und Atomkraft als grün und nachhaltig einstuft. Diesen Freitag sollen die Stellungnahmen der Regierungen der 27 EU-Staaten in Brüssel eingehen. Und dann wird man in Brüssel sicherlich noch mal ein Auge auf die Taxonomie werfen. Aber ist da noch was zu verhindern? "Viel zu machen ist da nicht mehr", sagt SZ-Redakteur Michael Bauchmüller. Das Problem liege einige Jahre zurück. Damals habe das EU-Parlament zugelassen, dass man überhaupt diesen Weg über einen “Delegierten Rechtsakt” gewählt hat. Damit habe man alles in die Hände der EU-Kommission gelegt. Letztendlich sei den Deutschen da beim Erdgas entgegengekommen und den Franzosen bei der Atomkraft. “Die beiden mächtigsten Staaten Europas haben sich mit jeweils ihren Belangen durchgesetzt.” So unsinnig das auch sei. Aus Sicht der AkW-Freunde halte die Atomkraft durchaus die schädlichen Emissionen auf niedrigem Niveau zu halten. “Aber wenn man sich die gesamte Wertschöpfungskette anguckt, dann ist es wirklich verdammt schwierig, das noch als nachhaltig anzusehen.” Im Grunde aber brauche es statt dieser Übergangstechnologien neue Kraftwerke, die wirklich regenerative Energie erzeugen würden. Dazu sei die effizientere Nutzung von Wind- und Sonnenkraft nötig und Kraftwerke, die diese Energien auch speichern können. Auf Dauer glaubt Bauchmüller, “dass wir viel öfter erneuerbare Energien ins Ausland exportieren werden als Atomstrom aus dem Ausland nach Deutschland”. Natürlich werde es auch Jahre geben, in denen das anders sein werde. “Aber deswegen die Energiewende insgesamt lächerlich zu machen, hielte ich für einen großen Fehler." Weitere Nachrichten: Blinken trifft Lawrow, Millionäre wollen höher besteuert werden, 100.000 Corona-Neuinfektionen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau.
- 18.01.202213 Min.
Eine Pflicht, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen – zumindest für alle Erwachsenen. Darüber streitet gerade nicht nur die Politik, sondern auch halb Deutschland am Küchentisch. Im November 2021 hatte sich Olaf Scholz zum ersten Mal klar dafür ausgesprochen und später angekündigt, die allgemeine Impfpflicht solle bis Anfang 2022 kommen. Danach sieht es aber gerade nicht aus. Scholz habe die Führungsrolle in dieser Debatte von sich gewiesen, sagt Henrike Roßbach, SZ-Korrespondentin in Berlin. Weil die Entscheidung über ein entsprechendes Gesetz zur Gewissensfrage im Bundestag gemacht worden sei, würden gerade verschiedene Gruppen an entsprechenden Anträgen arbeiten. Aber: “Viele Abgeordnete sind noch Suchende,” und hätten ihre Entscheidung noch nicht final getroffen. Das liegt auch an der veränderten Situation durch die Omikron-Variante, so Roßbach. Weitere Nachrichten: Zahl politisch motivierter Straftaten auf Rekordhoch, Baerbock in Moskau Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Lars Langenau, Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
- 17.01.202212 Min.
Die neue Außenministerin Annalena Baerbock besucht dieser Tage Kiew und Moskau. Dort will die Grüne den Ukraine-Konflikt diplomatisch entschärfen. So schließt sie zwar Waffenlieferungen für die Ukraine aus, stellt die Gaspipeline Nord Stream 2 zur Disposition und warnt vor "einem Preis", den Russland bezahlen müsse, sollte die Föderation in das Nachbarland einmarschieren. Sie meine damit aber vor allem wohl neue Sanktionen. "Aber aus russischer Sicht ist das gar kein hoher Preis", sagt der Leiter des SZ-Politikressorts Stefan Kornelius. Russland unter Präsident Wladimir Putin verstehe da wohl nur Härte. Möglich gemacht habe diese gefährliche Situation erst US-Präsident Joe Biden. Denn der habe ausgeschlossen, dass die Vereinigten Staaten militärisch eingreifen. Diese Position müsse Washington ändern. Denn: "Wenn man keinen Krieg möchte, muss man sich für den Krieg vorbereiten", meint Kornelius. Das sei eine klassische Lehre aus dem Kalten Krieg. Weitere Nachrichten: Genesenen-Status nur noch für drei Monate, Freispruch für Meşale Tolu. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
- 14.01.202212 Min.
Israel hat dem US-Pharmakonzern Pfizer für eine groß angelegte Studie alle Daten des israelischen Impfprogramms zur Verfügung gestellt. Deshalb gab es da auch nie eine Knappheit an Impfstoffen. Zudem ist das Land in der Entwicklung des Virus immer ein paar Monate vor Deutschland. Gerade befindet es sich in der fünften Corona-Welle. “Die Zahlen gehen wirklich durch die Decke”, sagt SZ-Israel-Korrespondent Peter Münch. Allerdings seien auch schwere Krankheitsverläufe sehr selten. Auch deshalb reagiere Israels Regierung diesmal gelassen. Statt Isolation und Lockdowns gebe es aktuell keinerlei ernsthafte Kontaktbeschränkungen. “Die Regierung lässt es laufen.” Deshalb impfe man auch nur Risikogruppen als bislang einziges Land der Welt mit der vierten Dosis. Ob das allerdings wirklich sinnvoll sei, darüber werde derzeit viel diskutiert. “Es gibt einfach zu wenig Daten, so genau weiß man es noch nicht.” Zwar sei die Herdenimmunität kein offizielles Regierungsprogramm, aber auch im Gesundheitsministerium setzen wohl manche inzwischen genau da drauf, meint Münch. “Man versucht hier mit mit dem Virus zu leben. Auch in der Hoffnung, dass die Pandemie bald endemisch wird.” Weitere Nachrichten: Impfpflicht in den USA, Zitterpartie um Djokovic geht weiter. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied Produktion: Benjamin Markthaler, Imanuel Pedersen




















