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- 11.10.202111 Min.
Sebastian Kurz hat sein Amt nicht ganz freiwillig wegen Korruptionsvorwürfen zur Verfügung gestellt. Ihm und seinem Team wird vorgeworfen, sich 2016 geschönte Umfragen und wohlmeinende Berichterstattung in österreichischen Medien erkauft zu haben, und zwar mit Steuergeld. Mit nur 35 Jahren ist Kurz jetzt zum zweiten Mal der jüngste Altkanzler in der Geschichte Österreichs. Allerdings zeige Kurz nicht einmal bei seinem Rücktritt Anstand, weil er ohne Schuldbewusstsein sei, meint SZ-Österreich-Korrespondentin Cathrin Kahlweit. Kurz' Nachfolger Alexander Schallenberg gelte als “Kurzist” und als “türkiser Überzeugungstäter", der etwa in der Flüchtlingspolitik die gleiche harte Linie fahren werde wie Kurz selbst. Es sei spannend, jetzt zu sehen, ob er sich emanzipieren werden. Kurz versucht sich derweil außerdem als Partei- und Fraktionschef der ÖVP die Macht im Land zu sichern. Ob ihm das gelingt, sei aber längst noch nicht ausgemacht, meint Kahlweit. Derzeit sei in der ÖVP noch “Hauen und Stechen” angesagt, mit massiven Versuchen, Ex-Kanzler Kurz los zu werden. Dass Kurz wiederkommt als Kanzler werde mit jedem Tag unwahrscheinlicher, sagt Kahlweit. Schließlich sei “jung und glatt noch kein Ausweis für Anstand”. Weitere Nachrichten: Meuthen tritt als AfD-Chef ab, Wirtschaftsnobelpreis für Arbeitsmarktforscher. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Anna-Lena Limpert Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über die Twitter-Accounts von Sebastian Kurz und Alexander van der Bellen.
- 08.10.202113 Min.
Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an eine Journalistin und einen Journalisten: An die Philippinin Maria Ressa und an Dmitrij Muratow aus Russland. Beide leben und arbeiten in Ländern, in denen Journalisten nicht nur massiv bedroht, sondern sogar für ihre Arbeit ermordet wurden. Und trotzdem machen sie weiter. "Ein Journalist aus Russland hat mir erzählt, dass er jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit wählt – aus Angst, dass man ihm auflauert", sagt SZ-Investigativjournalist Frederik Obermaier. In Auf den Punkt spricht er über den Mut, den es in diesen Ländern für Recherchen braucht – und über die sehr harten Arbeitsbedingungen. Weitere Nachrichten: Neue Bußgelder für Autofahrer, Impfung für Kinder ab zwölf. Das SZ-Interview mit Maria Ressa finden Sie hier. Redaktion, Moderation: Franziska von Malsen Redaktion: Antonia Franz Produktion: Imanuel Pedersen
In Österreich gab es am Mittwoch mehrere Razzien. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kanzler Sebastian Kurz und Leute aus seinem nahen Umfeld. Es geht um die Frage, ob ÖVP-Leute Steuergelder veruntreut und ob sie österreichische Medien bestochen haben. "Einen Fall wie den jetzt hat es noch nicht gegeben. Wenn es zu Verurteilungen kommt, könnte das zehn Jahre Haft bedeuten", sagt SZ-Wien-Korrespondentin Cathrin Kahlweit. Sie spricht in Auf den Punkt darüber, wie Kanzler Kurz auf die Vorwürfe reagiert hat und ob mit einem Rücktritt zu rechnen ist. Weitere Nachrichten: Literatur-Nobelpreis für Tansanischen Autor, Booster-Impfung über 70. Redaktion, Moderation: Franziska von Malsen Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett
- 06.10.202112 Min.
Frances Haugen heißt die Frau, die gerade gegen Facebook antritt. 37 ist sie, hat selbst zwei Jahre für Facebook gearbeitet und jetzt interne Dokumente an die Öffentlichkeit geleakt. Und am Dienstag hat Frances Haugen über diese sogenannten Facebook Files sogar vor dem US-amerikanischen Senat gesprochen. Die Art und Weise, wie Facebook-Sprecher versucht haben, Haugen in Posts während der Hearings zu diskreditieren, war abstoßend und unprofessionell, sagt SZ-Digital-Experte Simon Hurtz. Im Podcast spricht er darüber, was Haugen Facebook vorwirft und ob die Macht des Konzerns noch zu beherrschen ist. Weitere Nachrichten: Chemie-Nobelpreis für Deutschen und Briten, Ampel-Sondierungen angekündigt Redaktion, Moderation: Franziska von Malsen Redaktion: Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler
- 05.10.202111 Min.
Die SPD lässt Grüne und FDP vorsondieren und setzt alles auf eine Ampel-Koalition. Kanzlerkandidat Olaf Scholz will sich mit einem funktionierenden Bündnis lange an der Macht halten. Gut eine Woche ist die Bundestagswahl jetzt her. Seitdem wird sondiert. Und nach den Gesprächen in jeglichen Zweier-Konstellationen aus FDP, Grünen, SPD und Union, hat Grünen-Parteichef Robert Habeck am Dienstag angekündigt: "Die FDP und wir werden sicherlich jetzt die Gespräche insgesamt in den Gremien bewerten. Also nicht jedes Gespräch einzeln, sondern auch im Abgleich dessen, was möglich ist für eine nächste Regierung in Deutschland. Dafür werden wir uns dann heute und morgen Zeit nehmen." Jetzt müssen sich also FDP und Grüne entscheiden mit wem sie als erstes zusammen in Verhandlungen gehen. Mit der Union oder der SPD. SZ-Redakteur Mike Szymanski sagt, dass SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz alles auf ein Ampel-Bündnis setzt: "Er möchte, dass dieses Bündnis auch funktioniert am Ende, was heißt, dass er Partner braucht, die miteinander können. Wenn Grüne und FDP in diesen Wochen und Tagen Zeit brauchen, um ihre Positionen abzustimmen, dann habe ich den Eindruck, ist er gerne bereit, denen diese Zeit auch zu geben." Weitere Nachrichten: Physik-Nobelpreis für deutschen Klimaforscher, Henrik Wüst neuer NRW-Ministerpräsident, Facebook wegen technischer Störung nicht zu erreichen. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett
- 04.10.202112 Min.
Hunderte Politiker aus aller Welt verschleiern ihr Vermögen mit Hilfe von Briefkastenfirmen. Das zeigen die Pandora Papers: Millionen von internen Dokumenten von verschiedenen Finanzdienstleistern und Kanzleien. Die Daten wurden dem ICIJ zugespielt, dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). Das ICIJ hat die Daten durchsuchbar gemacht und allen an der Recherche beteiligten Medien zur Verfügung gestellt. Woher das ICIJ die Daten hat, sagen sie nicht, um die Quelle zu schützen. Denn in vielen Ländern ist es strafbar, interne Firmendokumente weiterzugeben. Die Pandora Papers geben unter anderem auch Einblick in das geheime Vermögen von zwei engen Freunden und der angeblichen Ex-Geliebten von Wladimir Putin. Oder ist es in Wahrheit sein Geld? Jörg Schmitt aus dem Investigativressort erklärt, welche Spuren aus Putins Umfeld nach Monaco führen - und welche Schlüsse man daraus ziehen kann. Alle Texte finden Sie auf sz.de/pandorapapers Weitere Nachrichten: Medizin-Nobelpreis für David Julius und Ardem Patapoutian, FDP zieht rote Linien für Sondierungsverhandlungen. Redaktion: Anna-Lena Limpert, Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler Redaktion, Moderation: Laura Terberl
- 02.10.202118 Min.
Anfang Oktober verändert sich das Team von "Auf den Punkt": Nach drei Jahren am Mikrofon und in der Redaktion verlässt und Jean-Marie Magro. Ab jetzt sind für ihn Franziska von Malsen und Tami Holderried im Kernteam – neben Lars Langenau.
- 01.10.202112 Min.
Vor den Tankstellen in Großbritannien bilden sich derzeit lange Schlangen – wenn es überhaupt Kraftstoff gibt. Viele Menschen warten Stunden, um ihr Auto aufzutanken. Das Problem ist nicht das Benzin oder der Diesel, sondern dass es an LKW-Fahrern fehlt, die Kraftstoff zu den Tankstellen bringen. Was das mit dem Brexit zu tun hat, das erklärt Michael Neudecker, der SZ-Korrespondent in London. Neudecker sagt, dass durch den Brexit viele LKW-Fahrer das Land verlassen mussten. Jetzt fehlen genau diese Arbeitskräfte. Und es fehlt der britischen Politik auch noch an einem langfristigen Plan, wie man sie ersetzen könnte. Großbritannien sei weiter gespalten was den Brexit angeht. Und Neudecker rechnet mit weiteren Problem, die durch den Brexit auf das Land zukommen. Weitere Nachrichten: Brexit-Übergangsphase endet, Bahnfahren wird teurer, Sondierungen zwischen FDP und Grünen Redaktion, Moderation: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über den Twitter.
- 30.09.202113 Min.
Die Stimmung scheint gut zu sein, zwischen den Grünen und der FDP. Zuletzt hatten sich ja die beiden Parteien zu Vorsondierungen getroffen. Obwohl die beiden Parteien kein Traumpaar sind, wollen sie es miteinander probieren. Aber was würden und müssten die Grünen aufgeben um mitzuregieren? Constanze von Bullion meint: In Punkto Klimaschutz müssten die Grünen sich an ihren Wahlversprechen messen lassen. Den größten Knoten sieht die Korrespondentin zwischen den Grünen und der FDP bei der Verknüpfung von Geld und Klimaschutz. Die Grünen wollen Milliarden investieren – die FDP will das eher dem Markt überlassen. Weitere Nachrichten: Inflation steigt, NS-Sekretärin flüchtet vor Prozess, Sarkozy wird verurteilt Redaktion, Moderation: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und ARD.
- 29.09.202112 Min.
Ohne FDP und die Grünen gibt es kaum eine neue Regierung. Deshalb reden die beiden Parteien jetzt auch erstmal zu zweit - und dann mit SPD und der Union. Von dem ersten Treffen nach der Wahl gibt es ein Instagram-Foto mit den Grünen-Chefs Annalena Baerbock, Robert Habeck sowie FDP-Chef Christian Lindner und seinem Generalsekretär Volker Wissing. "Das Bild hat mehrere Botschaften", meint Daniel Brössler aus dem Berliner Parlamentsbüro. Wir schaffen erstmal eine Vertrauensbasis unter uns. Es soll anders sein als 2017, als die Sondierungen für eine Jamaika-Koalition scheiterten. Tatsächlich gebe es ein paar starke Unterschiede, auch über die Vorstellung des Begriffs "Freiheit", sagt Brössler. Für die Grünen braucht es etwa für den Kampf gegen den Klimawandel auch staatliche Eingriffe und nicht nur Ingenieurskunst. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, inhaltlich und auch bei den Wähler:innen beider Parteien. Weitere Nachrichten: Berliner Landeswahlleiterin will Amt nach Pannen abgeben, Spannungen zwischen Kosovo und Serbien. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
- 28.09.202111 Min.
Jetzt hat sogar Markus Söder hinbekommen, was Armin Laschet noch schwer fällt: Der CSU-Chef hat Olaf Scholz zum Wahlsieg der SPD gratuliert. Auch andere CDU-Leute zweifeln inzwischen an Laschets Wahl-Interpretation, dass er den Auftrag zur Regierungsbildung habe. Und jetzt steht mit der Wahl des Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU ein erster Machtkampf nach dem Debakel an. Das Wahlergebnis sei nicht das Ende der Volkspartei CDU, sagt der leitenden Politik-Redakteur Peter Fahrenholz. Aber auch in Deutschland komme es nun zu einem System mittelgroßer Parteien, die zusammen koalieren müssen. Für die Union sei bitter, dass sie laut Wahlanalysen stark bei den Älteren und auch bei den Jungen stark verloren hat. Merkels Politik habe letztendlich zu einer "inhaltlichen Entleerung" der Union geführt, da sie alle SPD-Forderungen übernommen habe. Trotzdem sei Merkel aber beliebt gewesen - und Laschet hatte sowohl die Partei als auch das Volk gegen sich. Bis dato habe er die Realität nicht anerkannt. "Die Geschichte der Union lehrt, dass man dort mit Wahlverlieren immer brutal umgesprungen ist", sagt Fahrenholz. Weitere Nachrichten: Cum-Ex-Steuerskandal: Ex-SPD-Politiker unter Verdacht. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD und MDR.
- 27.09.202112 Min.
Für die Älteren hatte die Elefantenrunde in der ARD am Wahlabend etwas von einem Déjà-vu. CDU-Chef Armin Laschet machte gleich mehrfach den Gerhard Schröder. 2005 wollte der damalige Kanzler von der SPD partout nicht einsehen, dass er die Wahl verloren hatte. 16 Jahre wiederholt sich das mit einem anderen Kandidaten, einer anderen Partei, aber mit derselben Masche. Inklusive eines verdutzten SPD-Kandidaten Olaf Scholz. Dabei bleibt die CDU hinter der SPD und hat mit Laschet als Kanzlerkandidaten gerade das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte einstecken müssen. Das ist eigentlich ein klarer Regierungsauftrag an die SPD, die Grünen und die FDP, sagt der Leiter des Berliner Parlamentsbüros der SZ, Nico Fried. Sowohl Laschet als auch CSU-Chef Markus Söder müssten zurückstecken, meint Fried. Erst wenn Scholz scheitern sollte, hätte die Union noch eine Chance auf das Amt des Regierungschefs. "Da muss man auch die Grünen in die Verantwortung nehmen. Einem so klaren Wahlverlierer ins Amt zu verhelfen, kann nicht sein. Das würde auch das Vertrauen in demokratische Abläufe und in die Institutionen an sich schwer erschüttern." Trotz aller Unterschiede zwischen Grünen und FDP müssten Kompromisse gefunden werden, alles andere sei anti-demokratisch. Er erwarte, dass Scholz bis Weihnachten Kanzler sei. Weitere Nachrichten: Erfolg für Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne in Berlin, Ehe für Alle jetzt auch in der Schweiz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
Sowohl die Union unter Armin Laschet als auch die SPD von Olaf Scholz erheben nach dieser Bundestagswahl den Anspruch, den nächsten Kanzler zu stellen. CDU/CSU wohlgemerkt, obwohl sie das historisch schlechteste Ergebnis im Bund einfährt. Doch mit wem? Die FDP kommt auf nicht ganz zwölf Prozent, die Grünen auf ein Ergebnis um die 14 Prozent. Diese beiden Parteien werden die Königsmacher. Es wird möglicherweise Monate dauern, bis ein neuer Kanzler gefunden wird. Eine Regierungsbildung auch als zweitstärkste Kraft sei nicht ausgeschlossen, meint SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer. "Deutschland ist mit dieser Wahl ein Stück schweizerischer geworden", sagt die gebürtige Schweizerin. Dreierkonstellationen seien in der Schweiz schon bekannt. Das seien Koalitionen, bei denen Kompromisse gesucht werden müssten - sie bieten aber auch große Chancen, so Wittwer. Nachrichten: SPD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern, Grüne und SPD in Berlin fast gleichauf. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD und ZDF.
- 24.09.202114 Min.
Dieser Wahlkampf dauerte lang und lebte von Aufholjagden und tiefen Fällen. Warum es spannend wurde, darüber spricht Kurt Kister. Am Sonntag ist es so weit: Deutschland wählt ein neues Parlament und damit auch indirekt eine neue Regierung. Über die drei Personen, die sich für die Nachfolge von Angela Merkel bewerben, haben wir in den vergangenen Wochen viel gesprochen. Aber warum stehen die Parteien gerade so da? Welche Koalition ist wahrscheinlich? Und wie ist der SPD diese verrückte Aufholjagd gelungen? Kurt Kister beobachtet seit Jahren die Berliner Politik, Kanzler, die Kanzlerin und auch diejenigen, die für dieses Amt kandidieren. Er redet in dieser Folge über seine Eindrücke aus diesem Wahlkampf und warum er findet, dass die Personalisierung nichts außergewöhnliches ist. Weitere Nachrichten: Freitagsdemo von Fridays for Future, EU wirft Russland Cyberattacken vor. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett
Corona offenbarte viele Missstände. Im Wahlkampf treffen nun zwei grundsätzlich verschiedene Vorstellungen des Gesundheitssystems aufeinander. Die Coronakrise hat die Gesundheitspolitik nach ganz oben auf die politische Agenda gehoben. Zahlreiche Missstände wurden offenbart: die fehlende Digitalisierung der Behörden, der Fachkräftemangel und die mangelhafte Bezahlung von Pflegekräften. Bei diesem Thema gibt es grundlegende Unterschiede zwischen SPD und Grünen auf der einen und Union und FDP auf der anderen Seite. Auch in diesem Bundestagswahlkampf. Es geht um Grundsätzliches: Wird das derzeitige Gesundheitssystem aus gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen abgeschafft? Angelika Slavik, SZ-Hauptstadtkorrespondentin, meint jedenfalls, dass das jetzige System überholt gehört. Weitere Nachrichten: EU-Kommission will USB-C-Anschluss als Standard, Scholz möchte "Stunde Null" für hochverschuldete Kommunen. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD und ZDF.
- 22.09.202112 Min.
Ein 20-jähriger Tankstellenmitarbeiter wird erschossen, weil er einen Kunden auf die Maskenpflicht hinwies. Wie "Querdenker" Sicherheitsbehörden herausfordern. Ist Deutschland ein sicheres Land? Die Frage stellen sich vielleicht einige, wenn sie nach Idar-Oberstein schauen. Dort ist ein 20-Jähriger erschossen worden, weil er einen Mann auf die Maskenpflicht hingewiesen haben soll. Der Täter hat schon vor der Tat Inhalte von den sogenannten "Querdenkern" geteilt. Der Mord offenbart, dass die Sicherheitsbehörden vor einer neuen Herausforderung stehen, sagt Ronen Steinke. Denn nicht alle "Querdenker" und Verschwörungsideologen haben dieselben Ziele wie Rechtsextremisten und gehen wie diese vor. Der SZ-Hauptstadtkorrespondent spricht außerdem über das Thema Innere Sicherheit im Bundestagswahlkampf. Weitere Nachrichten: China verhängt Exportstopp für Kohlekraftwerke, Ende der Lohnfortzahlung bei Quarantäne für Ungeimpfte. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und ProSieben/Sat.1.
- 21.09.202111 Min.
Brüssel schaut nach Berlin, aber Berlin nicht nach Brüssel. Dabei wollen kommenden Sonntag drei ausgewiesene Pro-Europäer das Erbe von Angela Merkel antreten: Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Die Grünen). Doch die Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik hat keine Rolle bei den Triellen der vergangenen drei Wochen gespielt. Eigentlich unglaublich, denkt man etwa nur an die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan. Es gäbe keine großen Unterschiede und damit auch keine Polarisierungen zwischen den aussichtsreichen Kandidaten, sagt der außenpolitische Redakteur Daniel Brössler aus dem Berliner SZ-Büro. Jeder würde etwa den Schulterschluss mit Frankreichs Präsidenten Macron suchen. Aber höchstwahrscheinlich würden die Grünen gegenüber Moskau und China etwa Bürgerrechte stärker thematisieren. Scholz und Laschet würden Missstände wohl auch ansprechen, aber wohl kaum eine harte Konfrontation zum Preis wirtschaftlicher Nachteile führen. Spannend wird es bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der Linken, die zumindest offiziell noch für den Austritt aus der Nato sind. Weitere Nachrichten: Entsetzen nach gewaltsamen Tod um Streit wegen Maskenpflicht. Trudeau gewinnt Wahl in Kanada, UN-Generaldebatte. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
Außer der AfD wollen alle große Parteien, dass Deutschland klimaneutral wird. Der Klimawandel ist mit extremen Wetterphänomenen bereits weltweit spürbar. Gerade hat der Bericht der UN-Klimaagentur nochmals klar gemacht, dass sich die Welt auf einem „katastrophalen Weg“ befindet: Demnach steuern wir auf eine Erderwärmung um 2,7 Grad zu. Laut UN müssten die Emissionen um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 gesenkt werden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den G20-Ländern zu, die für drei Viertel aller Emissionen verantwortlich sind. "Wir laufen auf eine Situation zu, bei der wir die Klimaneutralität bis 2045 abschreiben können, wenn nicht ganz schnell entscheidende Weichen dafür gestellt werden", sagt der Umwelt-Experte der SZ, Michael Bauchmüller. "Es ist höchste Eisenbahn." Deutschland könne diese Aufgabe natürlich nicht alleine stemmen, aber man stehe auch in der Europäischen Union nicht allein. In der scheidenden Regierungskoalition mit der Union sei die SPD die treibende Kraft in der Umweltpolitik gewesen. Aber er sei gespannt, was von der Aussage eines "moderaten Weges" übrig bleiben würde, den SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz in der Klimapolitik anstreben will. Weitere Nachrichten: Scholz vor Finanzausschuss, Wahlen in Russland. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Die Grünen und ARD.
- 17.09.202112 Min.
Über 900 Abgeordnete könnten nach der Wahl im Bundestag sitzen. Das ist vor allem einer Regionalpartei zu verdanken. Über Ausgleichsmandate und Hebel. Nach dieser Bundestagswahl werden sehr wahrscheinlich viel mehr Abgeordnete im Parlament sitzen als jetzt. Über eine Milliarde Euro dürfte der Bundestag die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dann kosten. Woran das liegt? Vor allem an Bayern und der CSU, erklärt SZ-Hauptstadtkorrespondent Robert Roßmann. Achtung: Eine sehr komplizierte, aber umso wichtigere Folge für die Wahl am 26. September. Weitere Nachrichten: Erster Ischgl-Prozess beginnt, Russland wählt. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Jakob Arnu
- 16.09.202112 Min.
Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl kann laut Umfragen die SPD mit 25 bis 26 Prozent rechnen, die CDU rangiert zwischen 20 und 23, die Grünen zwischen 15 und 17 Prozent. Das wird knapp. Entsprechend hart werden die Bandagen geschnürt. Bisher perlten Vorwürfe an Olaf Scholz ab. Doch zu den jüngsten Vorwürfen soll der SPD-Kanzlerkandidat am kommenden Montag vor dem Finanzausschuss des Bundestags befragt werden. Dabei geht es um eine Durchsuchung des Finanzministeriums im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls. Und um seinen Staatssekretär Wolfgang Schmidt (SPD). Das könnte für Scholz durchaus noch gefährlich werden, sagt die stellvertretende Leiterin des Berliner Parlamentsbüros, Cerstin Gammelin. "Nicht aus inhaltlichen Gründen, aber weil es super Vorlagen für die politische Konkurrenz sind." Einige der Vorwürfe von Seiten der Union aber seien reiner Wahlkampf. Nach der Wahl werde das kaum noch interessieren, aber jetzt werde damit noch ordentlich Stimmung gemacht. Weitere Nachrichten: Anschlag auf Synagoge in Hagen verhindert, Tarifvertrag bei der Bahn. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz, Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa und ZDF.




















