
BTS Podcast | Real Stories. Unfiltered.
Ein Blick hinter die Kulissen von Menschen und Marken
Max führt Gespräche, die über die Oberfläche hinausgehen. Seine Fragen sind kritisch, seine Neugier ist ehrlich, und wenn eine Antwort nach Pressemitteilung klingt, hakt er nach. Ob es um Skalierung, Bootstrapping oder kreative Markenstrategien geht: Max macht komplexe Themen verständlich und zeigt dabei, dass hinter jedem Unternehmen Menschen stehen, deren Entscheidungen sich von innen selten so klar angefühlt haben, wie sie von außen aussehen.
Auf jedes Gespräch bereitet er sich gründlich vor, ein Drehbuch gibt es trotzdem nicht. Statt eine Fragenliste Punkt für Punkt abzuarbeiten, hört Max zu und fragt dort weiter, wo es interessant wird. Richtig gut wird es oft genau dann, wenn sich eine Wendung ergibt, die niemand geplant hatte. Dann geht er mit, statt zurück zum Plan zu lenken.
Ihn interessieren nicht nur die Erfolge seiner Gäste, sondern auch die Umwege, Zweifel und Rückschläge, über die man sonst selten spricht. Wie fühlt es sich an, wenn eine Idee nicht funktioniert? Was bleibt von einer schwierigen Phase hängen? Und was würde man heute anders machen? Solche Fragen stellt er mit Respekt, nie um jemanden vorzuführen. So entsteht ein offener Austausch, in dem sich seine Gäste wohlfühlen und oft mehr teilen als die Geschichte, die sie schon hundertmal erzählt haben.
Marketing trifft auf Menschlichkeit
Der neue Fokus von Behind the Scenes verbindet Marketing mit der persönlichen Ebene. Max geht der Frage nach, wie Unternehmen von Personal Branding profitieren und wie Menschen damit zeigen können, was sie ausmacht. Dabei geht es ihm nicht um Selbstinszenierung oder perfekte Profile, sondern um Haltung: Wofür steht jemand, und wie viel davon steckt in dem, was er oder sie aufgebaut hat? Wann wird eine Person selbst zur Marke, und was bedeutet das für sie und ihr Unternehmen?
Seine Erfahrung aus der Markenarbeit bei Rocka Studio und seine Lust am Erzählen bringt er in jede Folge mit. Er weiß, wie viel Arbeit in einem Markenauftritt steckt, der am Ende mühelos wirkt, und genau deshalb interessiert ihn, was dahinter passiert. Der Podcast ist für alle, die selbst etwas aufbauen, in Marketing und Kommunikation arbeiten oder sich einfach für Unternehmertum interessieren, und die lieber hören wollen, wie es wirklich gelaufen ist, als wie es im Lebenslauf steht.
Von München aus in die Welt
Zu Hause ist Behind the Scenes in München, die Gespräche führen aber immer wieder weit darüber hinaus: in andere Branchen, andere Länder und andere Denkweisen. Manche Gäste haben ihr Unternehmen selbst gegründet, andere verantworten Marken mit langer Geschichte. Gerade diese Mischung zeigt, wie sehr sich die großen Fragen ähneln, egal ob man bei null anfängt oder etwas weiterführt, das andere begonnen haben.
Wer zuhört, bekommt keine Erfolgsformeln, aber vielleicht den einen Gedanken, der den Anstoß gibt, im Business oder im eigenen Leben einen neuen Weg zu gehen. Manchmal passt er genau zu einer Entscheidung, vor der man selbst gerade steht, und manchmal tut es einfach gut zu hören, dass es anderen genauso ging.
Mit Behind the Scenes lädt Max dazu ein, die Geschichten hinter den Kulissen zu entdecken: von Gründerinnen und Gründern über Kreative bis zu Persönlichkeiten aus Marketing und Branding. Es geht darum, den Menschen hinter dem Erfolg sichtbar zu machen, so ehrlich und nahbar wie möglich.
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- 21.10.202661 min
Wie ein Junge mit der Liste der besten Hotels im Portemonnaie zum Chef von 18 Häusern wurde, warum man als Gastgeber nie sagen darf was man nicht meint und weshalb das Diktat des Mittelmaßes die eigentliche Gefahr ist. Frank Marrenbach ist geschäftsführender Gesellschafter der Althoff Hotels, ein Unternehmen mit drei Marken, 18 Hotels in vier Ländern und rund 2000 Mitstreiterinnen und Mitstreitern, deren Mission es ist, wunderbare Orte der Gastfreundschaft zu schaffen und Gäste zum Träumen zu bringen. Frank hat eine klassische Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht, später Bachelor und MBA, fühlt sich aber bis heute als Hotelier und nicht als CEO. Sein ganzes Leben galt Familienunternehmen, den Taittingers, der Familie Oetker und dem Brenners Park Hotel, das er lange führte. 2019 lud ihn Thomas Althoff ein, Partner zu werden. Ein Ritterschlag, der sich sofort als Auftrag anfühlte, denn er begann im März 2020, mitten in der Pandemie, dem denkbar härtesten Moment für die Branche. Es geht um den Ursprung. Mitte der Achtziger hatte Frank keine Ahnung, was er machen sollte, spielte viel Fußball, und sein Vater riet ihm zur Dienstleistung. Zwischen Hotel und Bank entschied er sich naiv und emotional für die Hotelhalle, weil sie ihm moderner schien als der Kassenbereich. Ihn faszinierten die Eleganz, die sozialen Orte, die Ästhetik. Früh war ihm klar, er will Hoteldirektor werden. Er schnitt sich die jährliche Liste der besten Hotels der Welt aus einer Finanzpublikation aus, faltete sie klein und trug sie im Portemonnaie mit sich, London, Paris, Baden-Baden, er hat gezielt danach gearbeitet. Sein Vater gab ihm die 4M-Formel mit, man muss Menschen mögen, man muss nicht rechnen können. Und die Erkenntnis, dass man Menschen annehmen muss, weil sie verschieden sind. Frank spricht über Führung als höchst belohnende Aufgabe, über das ständige Ringen mit dem eigenen Ego und darüber, dass er sich nie über seine hierarchische Position definieren möchte. Ein schöner Gedanke, den er mitbringt, ich bin mein Leben lang Berufsanfänger. Im Kern geht es um die Seele. Max erzählt von einem Erlebnis im Orania Berlin, wo ihn am nächsten Morgen eine fremde Person mit Namen ansprach, und Frank ordnet ein, warum Haltung allein nicht reicht, sondern auch ein System braucht. Sein Leitsatz zieht sich durch, als Gastgeber kannst du nicht immer sagen was du meinst, aber du darfst nie sagen was du nicht meinst, sonst höhlt es dich aus und du wirst zum freundlichen Phrasendrescher. Dazu die Wertschätzung des unsichtbaren Maschinenraums, des Stewardings, und der Gedanke, dass er selbst für den Gast der unwichtigste Teil des Unternehmens ist. Zum Schluss wird es persönlich. Frank spricht über die existenzielle Krise der Pandemiejahre als prägendste Zeit, über Selfcare und finanzielle Vorsorge, und über eine Evolution in seinem Umgang mit der Belastung anderer, nicht mehr relativieren, sondern sich an das eigene Gefühl erinnern und fragen, was man gemeinsam tun kann. Er verteidigt leidenschaftlich die Spitzengastronomie gegen das Gerede von ihrem Tod, warnt vor dem Diktat des Mittelmaßes und schließt mit seinem Ratschlag, die beste Zeit ist immer jetzt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Althoff
- Thomas Althoff
- Crayon
Die stärksten Momente der Folge in kompakter Form, von den eigenen Wirkstoffen aus der Traube über das Loslassen bis zur Kunst, echt zu sein. Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Marcus Asam, dem Gründer der Beauty-Marke M. Asam, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Marcus erzählt, warum er immer gestalten wollte und ein schlechter Arbeitnehmer ist, wie er 2002 mit einer Beauty-Marke startete und warum ihm Authentizität so wichtig ist, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Er spricht über das Loslassen und das Vertrauen in sein Team, über Produkte, von denen der Kunde erst gar nicht weiß, dass er sie braucht, und über die Höhen und Tiefen des Unternehmertums, das man wirklich wollen muss. Und es wird persönlich. Marcus erzählt, warum der Weg für ihn das Ziel ist, wie ihn ein Solo-Trip nach Bali wieder erdete und was sein härtestes Learning war, endlich Nein sagen zu lernen und echt zu sein, auch mit den eigenen Schwächen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Juno
- OPC
- GW
Warum sie im durchschnittlichsten Dorf Deutschlands schon Marktforschung erlebte, wie sie erste Frau CMO bei McDonald's wurde und was es heißt, eine geliebte Marke behutsam weiterzuentwickeln. Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Susan Schramm ist seit anderthalb Jahren CMO von Motel One, und sie bleibt dabei angenehm bescheiden. Vieles, was die Marke groß gemacht hat, schreibt sie den Gründern Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller zu. Ihre Aufgabe ist die vielleicht schönste und schwierigste zugleich, eine geliebte Marke zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln, ohne den Kern zu verlieren. Max blickt mit ihr zurück auf einen ungewöhnlichen Weg. Aufgewachsen ist sie in Haßloch in der Pfalz, dem durchschnittlichsten Dorf Deutschlands und jahrzehntelang berühmter GfK-Testmarkt, wo Marktforschung schon in ihrer Kinderstube lag. Sie ging für ein Jahr nach Frankreich, studierte dann BWL in Mannheim und landete bei einer Werbeagentur, die McDonald's betreute, den Erfindern von Ich liebe es. Dann kam der große Sprung. Über eine glückliche Fügung ging sie in die USA und durfte zwei Jahre lang die weltweite Allianz von McDonald's und Disney verantworten. Ihre Möbel waren gerade auf dem Weg über den Atlantik, als der 11. September geschah. Sie erzählt vom Finding-Nemo-Meeting bei Pixar, bei dem der Regisseur den Film zwei Stunden lang erzählte, und von der Premiere auf dem blauen Teppich in Hollywood. Zurück in Deutschland blieb sie fast zwei Jahrzehnte bei McDonald's und wurde dort die erste Frau in der Rolle der CMO. Sie erzählt vom Anruf mit Blick auf die Oper von Sydney, vom Imposter-Syndrom, von Kampagnen mit Oleg Popov und Heidi Klum und vom Ein-Euro-Cheeseburger, auf den Deutschland gewartet zu haben schien. Nach sechs Jahren als CMO ging sie bewusst und ohne Plan, genoss die Auszeit auf einer Parkbank mit Zeitung und Kaffee, bis Motel One ganz unerwartet auf sie zukam. Heute gestaltet sie zwei Marken, Motel One mit dem neuen Claim Designed for you und das jüngere, erlebnisgetriebene The Cloud One, mit dem die erste deutsche Hotelkette überhaupt in den USA eröffnet hat. Zum Schluss teilt Susan ihr wichtigstes Learning. Man muss mit Herzblut bei dem sein, was man tut, mit sich selbst im Reinen sein und nicht neidisch auf andere schauen, sondern die Dinge so gestalten, dass sie für einen selbst passen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- The Cloud One
- Motor One
- Cloud One
Wie aus einer Idee mit seiner Frau eine der größten Beauty-Marken Deutschlands wurde, warum Community die wichtigste Währung ist und was es heißt, endlich Nein sagen zu lernen. Marcus Asam ist 53 und seit Ende zwanzig Unternehmer. Aus einer Idee, die er 2002 gemeinsam mit seiner Frau startete, ist eine der bekanntesten Beauty-Marken Deutschlands geworden, mit fast 500 Mitarbeitenden und mehreren Produktionsstandorten im Land. Max blickt mit ihm hinter das Gründertum, hinter die Höhen und die Tiefen, die kaum jemand sieht. Am Anfang steht der Vater, der ein kleines Kosmetikunternehmen hatte, und seine Frau, die als Producerin bei einem Shoppingsender arbeitete. Weil beide dasselbe Initial tragen, ein M, wurde daraus M. Asam. Von der ersten Sendung an war das Produkt ausverkauft, schon vor der Vorschau. Es folgten die USA, England, Italien, Japan und Korea, im ersten Jahr Millionenumsätze. Alles made in Germany, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Nach Jahren im Teleshopping entschied sich Marcus bewusst für den nächsten Sprung, holte einen Investor an Bord und baute die Marke zu einer echten Marke im Handel aus, bei Müller, Rossmann und dm. Aus vierzig Millionen wurden rund zweihundert. Heute ist der eigene Online-Shop der größte Kanal. Er spricht offen über den Preis, den dieser Erfolg hatte. Über 16- bis 18-Stunden-Tage, über die Zerreißprobe eines Familienunternehmens und über eine Phase, in der er mental völlig durch war. Erst zehn Jahre später kam heraus, dass er Mitte dreißig einen Mini-Schlaganfall hatte. Ein Ayurveda-Aufenthalt in Indien wurde für ihn zum Reset, seither passt er besser auf sich auf. Dann geht es um das Heute, um ein Transformationsjahr mit einem neuen Team, um die Frage, warum starke Communities und echtes Vertrauen die wichtigste Währung geworden sind, und darum, wie sich das Marketing-Spiel durch künstliche Intelligenz gerade komplett neu schreibt. Zum Schluss wird es persönlich. Marcus erzählt vom Loslassen, von Freiheit und Unfreiheit als Unternehmer und von seinem härtesten Learning, endlich Nein sagen zu lernen. Sein bester Rat, glaub an dich selbst, hör auf deine innere Stimme, und wenn du ein Störgefühl im Bauch hast, dann lass dich zu nichts überreden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- OPC
- Hayley Bieber
- QVC
- 11.10.202613 min
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Thomas Schlereth, dem Architekten und Gründer des Banzai Legacy Lab am Starnberger See, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Thomas erzählt, wie ihn die Leidenschaft für Autos schon als Kind packte, warum es sich lohnt, früh zu erkennen, wofür ein Kind wirklich brennt, und wie er über Umwege zur Architektur kam. Er spricht offen über eine seiner härtesten Lektionen, mit dem Modulbau war er viel zu früh dran und musste ein Unternehmen wieder schließen. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Er nimmt uns mit ins Berlin der Neunziger, als eine Stadt zusammenwuchs, zu seiner ersten Hotel-Skizze im Modulbau von 1997, die er erst 2016 in Garching verwirklichte, und zu dem, was für ihn in einer immer lauteren Welt bleibt, die ruhigen, präsenten Momente statt des ständigen Events. Und natürlich geht es um Banzai, das teuerste Skateboard seiner Kindheit, sowie um sein Lebensmotto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln und das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Potsdamer Platz
- Taoismus
- Adon
- 07.10.202681 min
Warum ein Architekt ein Hotel in zwölf Monaten baut, wieso Dinge eine Seele haben und was Handeln durch Nichthandeln mit einem guten Leben zu tun hat. Thomas Schlereth ist Architekt, 64, und ein Mensch, der Beruf und Berufung verschmolzen hat. Heute steht er hinter dem Banzai Legacy Lab am Starnberger See, einem Zuhause für Klassiker, Sport- und Sammlerautos, das weit mehr sein will als eine Garage. Max blickt mit ihm hinter die Kulissen eines Ortes, an dem sich Autoliebe, Design und echte Begegnung treffen. Am Anfang steht die Leidenschaft für Autos, die ihn schon als Vierjährigen packte, mit Matchbox-Autos, obwohl seine Eltern gar nicht autoaffin waren. Er fuhr mit acht Traktor, mit neun Motorrad. Studiert hat er dann Architektur, in Innsbruck und München, mit Diplom im Mauerfalljahr 1989. Er erzählt, wie er in Berlin und Dresden in die Bauträgerei stolperte, obwohl er Baustellen bis heute hasst, und wie er mit dem Modulbau viel zu früh dran war und ein Unternehmen wieder schließen musste. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Seine Idee vom Hotel aus vorgefertigten Modulen skizzierte er schon 1997, umgesetzt hat er sie erst 2016 mit dem Soulmade in Garching, in Holzmodulbauweise, 140 Zimmer in nur zwölf Monaten statt der üblichen zwei Jahre. Nicht in der Masse mitzuschwimmen, sondern anders und innovativ zu sein, ist sein Lebenskredo. In einer immer digitaleren Welt setzt er auf das, was bleibt, die echte Begegnung, das Handwerk und die Aufmerksamkeit, die für ihn das größte Gut ist. Dann geht es um Banzai. Als Kind bewunderte Thomas das teuerste Skateboard seiner Zeit, ein Aluminiumbrett für 299 Mark, das der Vater ihm nicht kaufte. Jahrzehnte später sicherte er sich die Markenrechte, legte das Board neu auf und verband die kultige Marke aus Kalifornien mit seiner zweiten großen Liebe, den Autos. Sport, Liebe und Design auf vier Rädern. Das Banzai Legacy Lab ist am Ende ein Hospitality-Konzept für Autos und ihre Menschen, mit bis zu 250 Stellplätzen, Werkstatt, Detailing und einem eigenen Foto- und Filmstudio. Für Thomas geht es dabei nie um den Preis, sondern um Geschichten. Er erzählt vom Film über eine Cobra, deren Rennfahrer-Witwe an ihrem alten Auto noch ihre Fingerabdrücke fand, und von der Frage, die den Kern ausmacht, können Dinge eine Seele haben. Zum Schluss teilt Thomas seine Lebensweisheiten. Das Leben lebt man vorwärts und versteht es rückwärts. Höre nur auf Menschen, die ein Leben führen, das du dir selbst wünschst. Und sein Motto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln, das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Bansai
- Sales
- Ole
- 04.10.202613 min
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Alexia Genta, der Tochter des legendären Uhrendesigners Gérald Genta, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Die Folge ist auf Englisch. Alexia erzählt, wie sie einige Jahre nach dem Tod ihres Vaters ihre Mission fand, sein Erbe am Leben zu halten und ihn auch als Maler anerkennen zu lassen, seinen größten Traum. Der Wendepunkt kam während Corona, als alle nur über Royal Oak und Nautilus sprachen und ihr klar wurde, wie wenig die Welt über den Rest seines Werks weiß. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann. Sie spricht über die starken Frauen der Familie, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 ein Unternehmen am Rande der Pleite übernahm und Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und über ihren Vater, der ihr riet, keine Hausaufgaben zu machen, ihr das Uhrendesign nicht beibringen konnte, weil Genies nicht lehren, ihr dafür aber das Wichtigste zeigte, das Beobachten. Zum Schluss geht es um die Wiederbelebung der Marke Gérald Genta und um die Frage, warum ihr Vater als Designer und bei den Komplikationen seiner Zeit immer voraus war. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Nautilus
- Patek Philippe
- Role Models
- 02.10.202660 min
Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nicolas Lindner führt Annemarie Börlind in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Schwester Alicia. Die Naturkosmetikmarke aus Calw im Schwarzwald gibt es seit 66 Jahren, gegründet nur vierzehn Jahre nach dem Krieg, als Naturkosmetik alles andere als hip war. Heute beschäftigt das Familienunternehmen rund 260 Menschen und ist komplett eigenfinanziert. Am Anfang steht seine Großmutter, die eigentlich Buchbinderin war und wegen eigener Hautprobleme begann, sich aus einem Kräuterbuch eigene Rezepturen zu mischen. Ihr Credo, was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut. Lange wurde sie als Kräuterhexe belächelt, am Ende war sie die Grande Dame der Naturkosmetik. Nicolas hat sie, die mit 95 Jahren starb, noch selbst erlebt und mit ihr gearbeitet. Er erzählt, wie er über eine Ausbildung in der Kosmetik, ein Studium in München, eine Station im Private Equity und ein eigenes Startup mit bunten Plastikuhren am Ende doch den Weg zurück ins Familienunternehmen fand. 2013 stieg er ein, wurde ins kalte Wasser geworfen und übernahm schon 2015 die Marketingleitung, obwohl es gar nicht sein Fach war. Sein großes Projekt, der Relaunch der Marke, bei dem jede Verpackung, jede Schrift und jedes Bild neu gedacht wurde, modern, aber ohne die starke Historie über Bord zu werfen. Dann kam der Nachhaltigkeitstrend, und plötzlich wollten alle grün sein. Nicolas spricht offen darüber, wie aus der geschützten kleinen Naturkosmetik-Welt ein Haifischbecken wurde, warum ein Konzern nicht über Nacht Naturkosmetik werden kann und wie das Unternehmen mit seiner Mission 2025 selbst nachlegte. Er erzählt vom Wegbruch des China-Geschäfts während Corona, vom Aufbau eigener Niederlassungen in Shanghai und Philadelphia und davon, wie sein Vater ausgerechnet drei Monate vor dem Lockdown in Rente ging. Ein Höhepunkt ist die Geschichte hinter dem Testimonial Matthias Schweighöfer, der die Marke aus eigenem Antrieb feierte, per Direktnachricht gewonnen wurde und bei einem Rundgang im Schwarzwald so kreativ wurde, dass er den Werbespot gleich selbst vorspielte. Herausgekommen sind schwarze Augenpads, die zum Super Bowl in den USA starten sollen. Zum Schluss teilt Nicolas seine Motivation und seine Learnings. Verantwortungsvolles Unternehmertum statt reiner Gewinnmaximierung, das Unternehmen als Lehen, das man besser an die nächste Generation weitergibt, und die Erkenntnis aus den Krisen, dass man es nicht allein stemmen kann, sondern ein starkes Team braucht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Kalf
- Matthias Schweighöfer
- Alicia
- 30.09.202664 min
Alexia Genta trägt einen der größten Namen der Uhrenwelt, den ihres Vaters Gérald Genta, des Designers hinter Royal Oak und Nautilus. Diese Folge ist auf Englisch. Lange wollte Alexia genau das nicht sein, nur die Tochter. Sie baute sich eine eigene Karriere fernab der Uhren auf, unter anderem bei Unilever und beim Luxushaus Valextra, aus Angst, als Nepo Baby zu gelten. Dann kam die Erkenntnis, dass Unabhängigkeit nicht heißt, sich vom Werk der Eltern zu lösen. Der Wendepunkt kam während Corona. Plötzlich sprach die ganze Welt über Royal Oak und Nautilus, die Preise explodierten, und Alexia wurde bewusst, wie wenig die Menschen über den Rest seines Werks wissen, den Ingenieur, den Polerouter, die Arbeiten für Cartier und Van Cleef und seine eigene Marke. Die beiden berühmten Uhren kratzen nur an der Oberfläche. Sie ließ alles stehen, begann zu forschen, öffnet bis heute Kisten, liest Korrespondenz mit Marken und Vorständen und sucht in Archiven nach unbekannten Entwürfen. Aus dem Erklären der Vielseitigkeit wurde das Erklären des Menschen, und das wurde ihr Warum. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann, weil nur sie ihn noch persönlich kannte. Sie spricht über die starken Frauen in dieser Geschichte, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 mit dreißig in eine Fabrik am Rande der Pleite kam, sich alles selbst beibrachte und das Unternehmen Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und sie spricht über ihre eigene Rolle heute, die Geschichte wahrhaftig zu halten in einer Zeit, in der sich mit Geld und PR fast jede Erzählung biegen lässt. Ihr Kompass, ruhig bleiben, immer weiter recherchieren, das Laute ausblenden und mit den Menschen sprechen, denen es wirklich um die Sache geht. Ihr Antrieb ist am Ende ganz einfach und ehrlich. Sie will ihren Eltern etwas zurückgeben. Von manchen als wenig ehrgeizig empfunden, für sie aber der stärkste Motor überhaupt. Der beste Rat, den ihr Vater ihr mitgab, blende alles um dich herum aus und vertraue dem, was du tust, und geh nie einen Kompromiss bei der Qualität ein. Eine Folge über Vermächtnis, über die Kraft, an sich selbst zu glauben, und über eine Tochter, die dem Genie ihres Vaters die Anerkennung gibt, die ihm zu Lebzeiten oft verwehrt blieb. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Dad
- IWC
- Alexia
- 27.09.202613 min
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Oliver Heilmer, dem BMW-Chefdesigner, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Heilmer erzählt, warum er nach acht Jahren als Mini-Chefdesigner zurück zu BMW und zur neuen Klasse ging, ohne eine Sekunde zu zögern, und wie sich für ihn der Kreis schloss, als er plötzlich wieder an Produkten arbeitete, die er selbst in der frühen Phase begonnen hatte. Er spricht über Timing und Bauchgefühl, über die Frage, ob unser Leben geskriptet ist oder Zufall, und über seine Überzeugung, dass man wagen muss, weil der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Er nimmt uns mit zurück in die Kindheit, zu den Landmaschinen, an denen er nicht die Geschwindigkeit liebte, sondern die Details, das von der Erde polierte Metall und den Übergang zum alten Lack, und wie daraus die Faszination fürs Zeichnen wurde. Und er erklärt, warum ein Designer nicht am Zeichenbrett am stolzesten ist, sondern wenn er sein fertiges Auto endlich in der realen Welt fahren sieht. Zum Schluss geht es um künstliche Intelligenz, um Präzision, um die Frage, wem die Daten gehören, und darum, wie KI das Erzählen ganzer Lebenswelten verändert. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Mini
- Pini
- BMW
Warum die höchste Auszeichnung für einen Designer nicht das Zeichenbrett ist und wie ein Dreier auf dem Bauernhof alles auslöste. Oliver Heilmer ist seit Dezember 2024 in einer neuen Rolle bei BMW und gestaltet die Designzukunft der Marke mit. Für ihn war es ein Homecoming, nach acht Jahren als Chefdesigner von Mini, davor Designworks in Los Angeles und sechzehn Jahren BMW. Design ist für ihn Berufung, und Fahrzeuge faszinieren ihn, seit er denken kann. Am Anfang steht ein Bild, das sich bei ihm eingebrannt hat. Der Bauernhof seiner Großeltern in der Nähe von München, in dessen Hof irgendwann der Dreier seines Onkels stand. Er war vielleicht acht. Stundenlang saß er in diesem Auto, das er nicht fahren durfte, drückte jeden Knopf, bewegte die Scheibenwischer. Fahren durfte er dagegen die Landmaschinen, die er wie Monster fand, und schon damals achtete er auf die Details, auf das von der Erde polierte Metall, auf den Übergang zum alten Lack. Aus dieser Faszination fürs Bewegen und Beobachten wurde die Faszination fürs Zeichnen. Erst Landmaschinen, dann Dragster, irgendwann sein eigenes Auto mit Logo, Silhouette und Package. Der Weg zu BMW begann mit einem Professor in Pforzheim, Gerd Friedrich, und seinen verdammt coolen Autos. Über ein Praktikum kam Heilmer hinein und fühlte sich schnell zu Hause, schon als Praktikant durfte er an Serienprojekten mitarbeiten. Seine Diplomarbeit widmete sich sogar Booten, weil BMW früher einmal Boote baute. Was ihn bis heute hält, ist die Vielfalt, die Design innerhalb einer einzigen Marke haben kann, von der Serie bis zu Themen, die erst in sieben Jahren auf die Straße kommen. Ehrlich spricht er über Timing und Bauchgefühl. Bei allen drei großen Wechseln, zu Designworks, zu Mini und zurück zu BMW, hat er keine Sekunde überlegt. Er ist ein Kopfmensch, der die meiste Zeit in der Zukunft denkt, aber am Ende immer aus dem Bauch entscheidet. Sein Leitgedanke, man muss wagen, denn der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Das vielleicht überraschendste Geständnis der Folge, Heilmer zeichnet kein einziges Auto mehr, seit rund zehn Jahren nicht mehr richtig. Er vergleicht es mit dem Spitzensport, irgendwann trifft man mit den eigenen Werkzeugen nicht mehr den Zeitgeist, und die jungen Talente im Team faszinieren ihn. Seine Rolle heute ist für ihn nicht Politik, sondern Sinnstiftung, oft über bewusst naive Fragen. Und die höchste Auszeichnung ist für ihn ohnehin nicht das inszenierte Zeichenbrett, sondern ein fertiges Auto, das sich in der realen Welt bewegt. Dann geht es um gutes Design, über eine simple Reisekaffeemaschine, über Uhren mit Handaufzug und das Ritual dahinter, über Knöpfe gegen Touchscreen und über künstliche Intelligenz, Präzision und die Frage, wem eigentlich die Daten gehören. Sein bester Rat kam einst von einem Designer, der im Praktikum hinter ihm saß, just do what you feel. Und sein Antrieb ist so stark, dass er für dieses Gespräch sogar direkt aus dem Krankenhaus kam. Das, sagt er, ist sein Motor. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Mini
- BMW
- Photoshop
- 20.09.202612 min
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Franziska Gregor von Serviceplan Culture, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Franziska verrät, woran ihr Team erkennt, was wirklich ein Trend ist und was nur ein Hype, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie erklärt, warum Snapchat für eine jüngere Zielgruppe wieder an Relevanz gewinnt und warum künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt. Ihr Kernsatz, Vertrauen ist die große Währung der Zukunft, und die entsteht durch Community und Culture. Dann geht es um die Gamescom und um echte Community-Arbeit statt gekaufter Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage lautet immer, was kann eine Marke der Community bringen, bevor sie überhaupt einen Stand mietet. Franziska erzählt von ihrem eigenen Highlight, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Berliner Manga-Schule komplett neu erdacht hat, von einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture, bei der Zuhören wichtiger war als Senden, und von Marken wie Essence, die den offiziellen Cosplay-Wettbewerb unterstützt haben. Und sie erzählt, warum die Gamescom-Community so besonders ist, tolerant, wertschätzend, barrierefrei und wunderbar divers. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- KFC
- Gamescom
- Snapchat
Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus einem Saftladen eine Kultmarke wurde. Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands. 2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben. Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic, gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe. Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren. Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen sie es trotzdem durch, finanziert über einen Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager bei der Telekom. Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull. Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen, wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben. Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- FH
- Inga
- T-Punkt
- 16.09.202657 min
Franziska Gregor ist zum zweiten Mal zu Gast, diesmal aus der Ferne. Sie hat sich, wie sie selbst sagt, zu einem kulturellen Schweizer Taschenmesser entwickelt. Angefangen hat sie klassisch in der Werbung als Beraterin, das ist über zwanzig Jahre her. Sie kommt aus einer hart arbeitenden Familie, war die Erste, die studiert hat, und hätte am liebsten Kunst studiert, was damals nicht möglich war. Also wurde es Medienmanagement, viele Agenturen, Zeit in den USA und in Südkorea, dann TikTok, wo sie das Creative-Partnerships-Team leitete, und schließlich Serviceplan, wo sie mit Nico und Sven Serviceplan Culture gründete. Heute, nach fast tausend Tagen, dreht sich alles um Innovation, Partnerships und die neuesten Plattformen und Trends. Im Kern geht es um Culture, das ehrliche Erzählen von Geschichten aus kulturellen Communities, ohne sie zu kommerzialisieren oder zu verwässern. Franziska beschreibt ihre Rolle wie einen Selector an der Clubtür. Eine Marke kann sich mit noch so viel Geld nicht einfach in eine Community einkaufen, es braucht jemanden, der den echten Fit herstellt. Woran man erkennt, was wirklich relevant ist und was nur ein Trend, macht sie an drei Dingen fest, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie nimmt Max mit durch die spannendsten Märkte, Japan mit seiner Präzision, Südkorea, die Ukraine als Impulsgeber für Mode, China mit echter Designkompetenz. Alles erneuert sich etwa alle drei Jahre, beschleunigt durch Social Media, wo On- und Offline längst verschmelzen. Ihr Lieblingsbeispiel ist BookTok, das gedruckte Buch im Regal, die Community im Netz. Ein großes Thema ist die Verschiebung der Plattformen. Weil jüngere Menschen die klassischen Kanäle verlassen und künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt, ziehen sich viele in kleinere Kreise zurück. Genau deshalb, sagt Franziska, wird Vertrauen zur eigentlichen Währung der Zukunft, geprägt durch Community und Culture. Sie glaubt an Snapchat als unterschätzte Plattform und daran, dass Marken auf YouTube noch längst nicht am Limit sind. Dann geht es um die Gamescom, die größte Gaming-Messe der Welt mit fast 370.000 Menschen, und um die Frage, warum Gaming alles andere als Nische ist. Gaming ist ein ganzes Ökosystem, von Collectibles über Cosplay bis zu Twitch. Franziska erzählt, wie Marken wie eBay, Essence oder L'Oréal dort wirklich in die Community investiert haben, statt nur ein Logo aufzukleben. Und warum Menschen anderen beim Spielen zuschauen, erklärt sie mit einem schönen Vergleich, den sie von Felix Schütz mitgebracht hat, so wie man Fußball schaut, ohne selbst zu spielen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vielfalt dieser Welt. Die Gamescom erlebt sie als tolerant, wertschätzend und divers, auch wenn der Gegenwind gegen Streamerinnen und Gamerinnen zuletzt größer geworden ist. Sie erzählt von ihren eigenen Highlights, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Manga-Schule komplett neu erdacht hat, und einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture in Deutschland und Frankreich. Am Ende teilt sie ihr größtes Learning. Unsere Branche braucht mehr Vielfalt, auch der Lebenswege, und mehr unbequeme Menschen mit Persönlichkeit. Nicht jeder kann alles, und das ist gut so. Wie bei einem guten Gericht braucht es unterschiedliche Zutaten. Oder, wie Max es mit einem Satz von Ana Roš zusammenfasst, what grows together, goes together. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Culture
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- 29.07.202671 min
Wie aus dem Jungen, der Chefdesigner bei BMW ins Poesiealbum schrieb, der Director of Design von Rolls-Royce wurde, warum man sich jeden Titel erarbeiten muss und warum Menschlichkeit der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz ist. Domagoj Dukec ist zum dritten Mal zu Gast, eine Ehre, die Max sonst nur Tim Raue und Jan Hartwig zuteilwerden ließ. Heute in einer neuen Rolle. Dukec ist Director of Design bei Rolls-Royce, und das Besondere daran ist, dass der Chefdesigner hier Teil des Vorstands ist, mit einer Siebtelstimme an jedem Dienstag. Design bekommt ein Gewicht, das es in der Industrie sonst selten hat. Rolls-Royce baut rund sechstausend Autos im Jahr, BMW verkauft zweieinhalb Millionen. Dukec versteht die Marke deshalb gar nicht als Autohersteller, sondern als House of Luxury, näher an Patek Philippe als an einem Fließband. Und genau diese Nähe zu ganz wenigen Kunden ist es, die ihn heute reizt. Dann geht es zurück an den Anfang. Schon mit dreizehn wusste er, dass er Autodesigner werden will. In sein Poesiealbum schrieb er Chefdesigner bei BMW, so wie andere Astronaut schreiben. Ein frühes Angebot von BMW lehnte er ab, aus Angst, sich den Traum zu früh zu verbrennen. Stattdessen ging er nach Spanien und dann zehn Jahre nach Paris, zu Citroën, wo er Exterieurchef wurde. Beworben hat er sich nie, weder dort noch bei BMW. Sichtbarkeit und ein Netzwerk aus Designers Nights führten ihn irgendwann zu Adrian van Hooydonk, mit dem er sich fand. Als er endlich zu BMW kam, war es erst einmal ein Kulturschock, vom Designstudio am Meer in das nüchterne Forschungszentrum. BMW, sagt er, ist wie eine sehr anständige Familie, bodenständig, ordentlich, wo man sich jeden Titel erst erarbeiten muss. Das war für ihn kein Makel, sondern Sicherheit, gerade als frischgebackener Familienvater. Er wurde, was er sich als Kind vorgenommen hatte, Chefdesigner von BMW, und führte mit der Neuen Klasse den größten Umbruch der Marke an. Kein reines Designthema, sondern ein Haltungsthema, bei dem Milliarden bewegt werden, ohne dass sich irgendetwas empirisch beweisen lässt, nur mit Überzeugung. Mit der Neuen Klasse war für ihn das Kapitel abgeschlossen. Und dann kommt der ehrlichste Teil. Mit fünfzig, nach fünfundzwanzig Jahren im Design, hatte er sein Lebensziel erreicht und stellte fest, dass am Ziel keine Glückseligkeit wartet, sondern eher Erschöpfung. Wo ist noch Wachstum, wo die Herausforderung, wo die Schmetterlinge im Bauch. Er dachte sogar darüber nach, die Autobranche ganz zu verlassen und ein Restaurant zu eröffnen. Am Ende wurde es Rolls-Royce, die Marke, die er insgeheim immer am liebsten gemacht hätte. Dazwischen erzählt er von den großen Nieren, für die er bekannt ist und die er gar nicht als sein Verdienst versteht, vom Missverständnis, er wolle polarisieren, obwohl er das Klare und Zeitlose liebt, und von der Frage, was gutes Design überhaupt ausmacht. Seine Antwort, der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Design ist nicht mathematisch, sondern immer Kontext, Marke und Zeitgeist. Und er ist nicht Chefdesigner, weil er den besten Geschmack hätte, sondern weil er den richtigen Menschen zuhört und die richtigen Zutaten zusammenbringt. Am Ende landen die beiden bei dem, was Rolls-Royce für Dukec ausmacht und was ihn mit Max verbindet. Menschlichkeit. Die Handwerkskunst, die man spürt, die Wärme, die Hände hinterlassen haben. Vielleicht ist genau das der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz. Ein vierter Teil, dann nur über Rolls-Royce, ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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- 22.07.202664 min
Warum eine Marke einen Standpunkt braucht, Fehler dazugehören, Kopf und Bauch zusammengehören und es am besten schmeckt, wenn es allen schmeckt Steffen Zeller ist seit viereinhalb Jahren CMO der Rügenwalder Mühle, einer 192 Jahre alten Marke, die fast jeder in Deutschland kennt. Gebürtiger Ulmer, im Kindergartenalter nach Günzburg gezogen, mit langen blonden Haaren und einem Dialekt, den keiner verstand. Erste Generation seiner Familie, die studieren durfte, die Eltern haben sich alles abgespart. Sein Weg ins Marketing war ein Umweg. Acht Wochen Physik, dann gemerkt, das ist es nicht. BWL international, Praktika von Investmentbanking bis VW, einfach ausprobieren, was Spaß macht. Über einen L'Oréal-Wettbewerb und eine Diplomarbeit kam die Erkenntnis, dass Marken seine Leidenschaft sind. Er wollte zu großen Marken. Bei Kraft Foods fing er im Vertrieb an, betreute die Rewe, arbeitete sich hoch bis in die Datenwelt. Der Sprung ins Marketing war schwer, eine Fürsprecherin, Uschi Wagener, machte ihn möglich. Später baute er bei Iglo die Veggie-Marke mit auf und pendelte nach London. Als in der Corona-Zeit sein Pendlervertrag auslief und zwei Angebote auf dem Tisch lagen, entschied er sich für die Mühle, aus dem Wunsch, zurück in den Mittelstand zu gehen. Einen Fünf-Jahres-Plan hatte er nie. Er macht das, was sich gut anfühlt, und bringt Kopf und Bauch zusammen, seine Mathe-Physik-Seite und sein Gefühl. Selbstständigkeit schließt er nicht aus, never say never. Dann geht es um die eigentliche Geschichte, wie man eine Wurstmarke vegan macht, ohne die Wurzeln zu verraten. 2014 kamen die ersten pflanzlichen Produkte, gleicher Produktionsprozess, nur mit Pflanzen. Mit Corona und Fridays for Future kam der große Schub. Als Mittelständler steckt die Mühle in einer Sandwich-Position, zwischen den ganz Großen mit ihrer Skalierung und den lauten, schnellen Startups. Zellers Antwort ist das Beste aus allen Welten, die Fehlerkultur der Startups und die Tradition der eigenen Marke. Bewusst undogmatisch heißt alles Rügenwalder Mühle, Fleisch wie vegan, kein erhobener Zeigefinger. Am besten schmeckt es, wenn es allen schmeckt. Alle an einen Tisch, selbstbewusst über alles sprechen, kompromisslose Produktqualität. Nur so wird Marketing glaubwürdig. Eine Marke muss einen Standpunkt haben, sonst ist sie nur gefällig, und wer allen gefällt, gefällt am Ende niemandem. Die Hater und die Videos über den angeblichen Untergang blendet er aus, ein alter Chef sagte ihm einmal, reframe das im Kopf, man kann immer besser werden. Über Fehler spricht Steffen offen. Sein größter kam früh. Er wollte die Kraft-Dressings unter Miracle Whip premiumisieren, sauber durchgerechnet, auf dem Papier perfekt. Seine Mutter sagte, Mayonnaise im grünen Salat funktioniert nie. Sie hatte recht, das Segment fuhr gegen die Wand. Sein Learning, theoretisches Marketing, das wie eine mathematische Gleichung gebaut ist, ist gefährlich. Kopf und Bauch müssen zusammenkommen. In seinem Team lebt er Fehlerkultur über Mut, Neugier und Ownership, sogar Fuck-up-Sessions, in denen jeder erzählt. Nur denselben Fehler zweimal machen, das darf nicht passieren. Er erzählt von der Feierabend-Kampagne, die einen alten Claim aus den Neunzigern neu belebt und bei System One herausragend getestet hat, vom Wurstpromoter-Stunt, vom Mühlenretreat für die Gen Z und von Paul Ripke, der sich die Mühle auf einen Zahn gravieren ließ und ein Jahr lang damit herumlief. Glaubwürdigkeit, sagt Steffen, kann man sich nicht kaufen. Zum Schluss der beste Ratschlag seines Lebens, von Irene Rosenfeld und von Uschi Wagener. Marketing braucht vor allem gesunden Menschenverstand und ein Gefühl für Menschen, der Rest kommt von allein. Und seine Motivation ist einfach, das zu tun, was Energie gibt, und das zu lassen, was Energie zieht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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Max Richard Leßmann arbeitet mit Worten. Mit 14 gründete er eine Band, davor schrieb er schon Gedichte. Über die Musik kam er mit Künstlern verschiedener Genres in Kontakt. Seit fast neun Jahren postet er jeden Tag ein Gedicht auf Instagram. Heute hat er knapp 180.000 Follower, einen Spiegel-Bestseller und einen Roman geschrieben, "Sylter Welle", eine Liebeserklärung an seine Großeltern. Sein erstes einschneidendes Kunsterlebnis: mit etwa zehn hörte er Falcos "Genie" im Radio und war so aufgewühlt, dass er die Polizei anrufen wollte. Da merkte er, was Kunst in einem auslösen kann. Als Kind mit ADHS hat er sich oft verloren gefühlt, ist angeeckt, hatte das Gefühl, im System Schule nicht zu funktionieren. Aber in der Musik, im Theater, in der Literatur war auf einmal etwas, das er konnte. Die ersten drei Jahre hat seine tägliche Gedicht-Routine kaum jemanden interessiert. Er hat in den luftleeren Raum geschrieben. Dann wurde es geteilt, eine Community entstand. Warum er weitermachte, obwohl es niemanden interessierte? Er würde keine Videos machen, die niemand guckt. Aber er würde jeden Tag schreiben, auch wenn es niemand liest. Das ist seine natürlichste Ausdrucksform. Oft nimmt er sich gar nichts vor, die Worte setzen sich in ihm zusammen, fließen aus dem Stift, und er ist selbst überrascht. Mit 16 oder 17 traf er Casper nach einem Konzert in Flensburg, vor 120 Leuten, noch vor dem XOXO-Album. Casper sagte ihm: diesen Text hätte ich gerne selber geschrieben. Dieser Moment hat ihn über Jahre getragen, durch tiefe Täler gebracht, weil da ein Mensch war der ihn verstand. Später durfte er an einem XOXO-Refrain mitarbeiten, der wurde aber nicht genommen. Wieder das Gefühl: nicht gut genug. Aber Caspers Wertschätzung war so groß, dass er ihn an Prinz Pi weiterempfahl. Aus dem Niederschlag wurde ein Umweg. So kam er zum Album Kompass ohne Norden, später zum Hinterland-Song La Rue Morgue, zur Arbeit mit Clueso. Die Arbeit mit Casper war immer das Schwierigste. Einmal saß er mit Casper, Drangsal, Arzumjot und Olsen zwei Stunden lang an einer einzigen Zeile. Leichtigkeit ist für ihn, auch wegen seiner psychischen Geschichte, oft ein schwer erreichbarer Zustand. In der Kunst aber entstehen die besten Sachen genau dann, wenn man leicht ist und Spaß hat. Mit Clueso schreit er sich vor Freude an. Sein Schreiben ist Befreiung. Er sitzt in einem fensterlosen Raum und schafft sich Türen und Fenster durch Worte. Mit Stift und Papier kommt er aus der Depression, aus den dunklen Gedanken. Seine höchste Form: in einfachen, klaren, knappen Worten komplexe Gefühle zu kondensieren, sodass jemand denkt, genau so versuche ich es schon immer zu erklären. An Schreibblockaden glaubt er nicht. Das Gefühl, dass nichts rauskommt, hat mit Erwartungen, Ängsten und Bewertungen zu tun, nicht mit der Sache selbst. Solange man Gedanken hat, kann man schreiben. Die rosa Balaclava trägt er das ganze Jahr, auch im Sommer. Eine Art Rückzugsort mit Fenstern nach draußen, eine 365-Tage-Umarmung. Sein bester Ratschlag kam von Herbert Grönemeyer. Es ging ihm an dem Tag nicht gut, er fühlte sich wie vorm Tor mit einem Krampf im Bein. Grönemeyer sagte: ändere nicht dein Rezept. Der größte Fehler erfolgreicher Leute sei zu denken, jetzt müsse man besonders clever sein. Bleib bei dem, wie du es immer gemacht hast, das hat dich hierher gebracht. Der schlechteste Ratschlag, den er oft bekam: das ist kein Beruf, davon kann man nicht leben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- 25.05.202668 min
Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und Henkel. Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute auf morgen lernen. Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben. Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel. Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren, kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch konnte sie nicht mehr gut führen. Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren Blick wieder aufs Positive gelenkt. Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte: das ist es mir nicht wert. Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen. Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt: Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein riesengroßer Hebel drin. So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024, Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt: was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird? Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam: große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen. Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er: wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür. The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung. Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee. Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen. Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss. Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives. Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben, Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- 18.05.202662 min
Bonita Grupp ist 36, führt seit 2024 mit Bruder Trigema in vierter Generation. Schwäbische Alb, Bullarding. Gegenüber Firma aufgewachsen. Als Kind in Firma gespielt. Familienunternehmen Alltag. Wichtig: keine Stelle schaffen, über Stelle kommen, die gebraucht wurde. 2013 E-Commerce. Herausfordernde Branche. Wuchs mit Höhen Tiefen auf. Anfang 2000er Krise, 95 Prozent Absatz Deutschland. Seit 2020 Corona krisenerprobter. Shops schlossen, 50 Prozent Umsatz weg, 48 Stunden Maskenproduktion umgestellt. Gaskrise, vollstufige Produktion: nur Garn kaufen, Rest im Haus. Wertschöpfungstiefe 78 Prozent. Gasverbrauch reduzieren, zeitweise kein Türkis. Energiesystem mehrere Beine, Sommer 60 Prozent Solar. Fachkräftemangel: 70 ehemals Geflüchtete, 42 Nationen. Jede Krise stärkt. 40 Verwaltung, 1200 insgesamt. Bonita seit 13 Jahren. Konzernkarrieren nicht üblich. Bulletproof Mindset. Seit fünf Jahren Krise zu Krise. Bereit zu handeln. 2018 Personal. 1200 Mitarbeiter, 80 Prozent Frauen, 650 Näher. Nähen körperlich anspruchsvoll. Andere Länder: nur bis 40 arbeiten. Trigema: bis 40 Jahre oder länger. Deutschkurse, Integration, Wohnraum, Tiny Häuser. Marketing, Social Media. Devise: Inhouse. Nie Milliarde, okay. Agiler. Gesundes Wachstum. Trigema Einzige mit 78 Prozent Wertschöpfung Deutschland. Nicht Riesenmarge wie Adidas, 52 Prozent Lohnanteil. Was investierst, fließt zu 52 Prozent in Löhne. Umkreis 70 Kilometer produzieren. Nachhaltig. Textilbereich größter Umweltverschmutzer. Altkleidercontainer abgeschafft. Trigema viel Baumwollanteil. Langlebigkeit, Qualität. T-Shirts halten zehn Jahre. Kreislaufwirtschaft. 2006 erstes kompostierbares T-Shirt. Vor zwei Jahren 100 Prozent recycelte Baumwolle. Warum Leben so schwer? Warum nicht Asien? Bonita: Schwer machen wir nicht. Machen, was wir immer machten. Bullarding früher 26 Textilbetriebe, mittlerweile nur Trigema. Alle Produktion Ausland verlagert. Vater baute Marke auf. Andere verlagerten, gibt es nicht mehr. Einmal verlagert, immer weiter: Osteuropa, China, Vietnam, Bangladesch, Myanmar. Preisdruck nicht eingehen. Know-how vor Ort. Anfang belächelt. Mittlerweile: gut, nicht verlieren. Schwäbische Alb führende Textilregion Ende 19. Jahrhundert bis 70er. Wo Boden karg. Menschen arm, viele Schafe, Wolle. Urgroßvater gründete 1919 mit Bruder. Trigema: Trikotwarengebrüder Meier. Vater bekam mit, 70er 80er verlagerte, Firmen verschwanden. Am Standort bleiben, Niedergang überleben. Mitarbeiter über Generationen. Nischen: Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation. Produktion vor Ort, kein Problem Überbestände. Corona: Poloshirts nicht gefragt, Jogginghosen. Produktion umsatteln. Monat Meeting, Trends, zwei Wochen Produkt im Markt. Mit Bruder gut, ergänzen sich. Vater loslassen? Nach 50 Jahren teilt weiterhin. Entschied: übergibt. 84, froh, wir übernehmen. Früh ins Unternehmen. Wertschöpfungstiefe kaum andere Europa. Bonita mit 21. Master 22, England. Zukunft: Mittelstand Angst KI. Wie 2000ern Internet. Nicht Angst. Möglichkeiten. Letztes Jahr Logistiksystem KI, Output 40 Prozent gesteigert. Demografischer Wandel, nächste fünf Jahre 30 Prozent Rente, 400 Leute. KI Chance. Nachhaltigkeit. Ehrliches T-Shirt. Textilindustrie aus Umweltverschmutzer-Ecke rausholen. Anbieter wie Temo Shein schleusen Textilien ein. Landet Müll. Aktuell Bekleidung. Über 100 Jahre weiterentwickelt. In 10 bis 20 Jahren vielleicht Putzlappen, Leute bereit Preis zahlen, okay. Von Familie: aktiv sein, schnell umsetzen. Vater: Probleme nicht zu groß werden. Wachsam, reagieren. Flexibel. Über 100 Jahre Ups Downs. Glück: 100 Prozent familien geführt. Nicht abhängig Investoren. Unternehmertum nicht Last, Berufung. Lebe, liebe Produkt. Job Hobby. Gehe Mindset raus, inspirieren. Balance. Wissen, wer man ist ohne Arbeit. Jeden Tag gerne macht. Dann bereit, nicht Stunden zählen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- 15.05.202655 min
Felix Banaschak ist seit 2024 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Mit 36 Jahren, verheiratet, Vater, pendelt er zwischen Duisburg und Berlin. 2009 tritt Felix drei Wochen vor der Bundestagswahl ein, weil er Agenda 2010 ablehnte. Grüne Jugend, nach sechs Monaten Landesvorstand. 2014 zurück nach Duisburg, Kreisverband am Boden, 40.000 Euro verschuldet. 2017 Tiefpunkt: Grüne stürzen in NRW von 12 auf 6,4 Prozent. Felix ist 27, Menschen fragen: Willst du Landesvorsitzender werden? Das Muster: Felix kommt, wenn alles kaputt ist. Kampfkandidatur, Lippenpiercing, Leute sagen: Nimm das Metall raus. Januar 2018 gewählt. Mit Mona Neubaer: Wie müssen die Grünen auftreten? In viereinhalb Jahren von 6,4 auf 18 Prozent. 2021 Bundestag, verhandelt ersten schwarz-grünen Koalitionsvertrag NRW. Am Tag der Unterschrift endet Amtszeit als Landesvorsitzender. Jahre als Abgeordneter, freie Wochenenden. September 2024: Lang und Nouripour treten zurück, steht in der Zeitung. Größte Krise seit Jahren. Felix war häufig Feuerwehrmann. Passt nicht in Lebensplanung. Tochter ist zwei. Wie soll er guter Parteivorsitzender und Vater sein? Präsenz größer Perfektion. Windeln wechseln, krankes Kind. Seine Frau: Vielleicht musst du es für sie tun. Zu meiner Verantwortung gehört, ihr eine Welt zu hinterlassen, in der sie gleiche Freiheitsrechte genießt. Felix und Franziska Brantner: Im Zweifel Familie vor. Felix trennt Rolle und Person. Hass gilt dem Vorsitzenden, nicht dem Menschen. Lob auch nicht zum Ego-Streicheln. Ricarda Lang: Ich fühlte mich wie Sprechroboter, habe mich verloren. Felix will frei sprechen. Manchmal ist schlechte Presse gute Presse. Felix gibt Interview im Playboy. Er will sprechen, wie Männer sich nicht aus Gleichberechtigung verabschieden. Wenn er in der Taz spricht, lesen das die, die eh zustimmen. Provokation: Femizide und neue Männlichkeit in Magazin für alte Männlichkeit. Felix bekommt Nachrichten: Ich dachte, Grüne haben mit mir nichts zu tun. Genau das Ziel. Felix' Politik: Familie, die sich Geld für Mallorca zusammenspart, soll sich nicht schämen. Menschen mit geringem Einkommen haben winzigen Anteil an Klimaerhitzung. Wir müssen weniger fliegen, Alternativen ausbauen. Warum kein Nachtzugnetz? Wie vorwerfen, für 30 Euro Eurowings statt 140 Euro Bahn? Ansatz: Menschen Leben ermöglichen im Einklang mit Werten und planetaren Grenzen. Fahrradweg: Fahrradfahrer freuen sich, Autofahrer auch. Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit. Füreinander. Aufgabe: Politik als Politik für die vielen formulieren. Felix in feministischer Partei, Doppelspitzen, quotierte Listen. Ist Botschaft, wir machen Politik für Frauen, schon ganze? Oder: Politik für Gleichberechtigung, davon profitieren alle? Progressive Kräfte haben Raum gelassen. Welche Rolle wird Männern angeboten? Felix wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Eingeübte Rollenmuster. Wer sorgt für kranke Kinder? Felix hatte Anfrage für Vortrag. Antwort: Morgen bringe ich Tochter ins Bett. Seine Frau hat Termine. Seine Arbeit nicht immer wichtiger. Kita-Gruppe: außer Felix nur Mütter. Andere Väter haben viel zu tun. Vermutlich nicht. Warum schwer für junge Männer, Rolle zu finden? Alte Vormachtstellung in Frage gestellt. Keine Vorbilder. Neue Ordnung nicht etabliert. Unsicherheit. Starker Mann über TikTok sagt, geh pumpen, findet Resonanz. Kriegt man Keil rein, dass daraus nicht wird: Deswegen unterwerfen? Patriarchat nicht weg. 32 Prozent Frauenanteil Bundestag, gleich wie 90er. Gewalttaten gegen Frauen steigen. Toxische Männlichkeit, da ist was dran. Männer sind Teil des Problems. Aber nicht genetisch verdammt. Welches Bild wird angeboten? Felix' Motiv: In Menschen etwas wecken. Wenn er erzählt und sieht, das macht was, gehen Leute raus mit Motivation. Felix nicht zufrieden mit Welt. Will nicht niederbrennen. Welt gestalten. Bester Ratschlag: Bei sich bleiben. Man ist am stärksten bei sich. Wenn man sich verbiegt, geht es schief. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.



















