
Dem Tod auf der Spur: Die Jagd nach dem Täter
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- 03.01.202044 min
Doch dann stellt sich heraus, dass der Absturz Folge eines perfiden Mordplans war.
1945 starb der italienische Zwangsarbeiter Alberto Roscini in Köln. Sein Sohn suchte Jahrzehnte den Leichnam – und fand ihn in Hamburg. Jahrzehntelang hat sich die Familie des italienischen Soldaten Alberto Roscini vergeblich bemüht, den am letzten Tag des Zweiten Weltkriegs verstorbenen 37-Jährigen wiederzufinden. Trauernde brauchen einen Ort, an dem sie verstorbene Angehörige wissen: Hier ist er aufgehoben und bewahrt. Die Familie Roscini hatte 70 Jahre lang keinen solchen Platz, der Verstorbene blieb ein Phantom – bis das Hamburger Institut für Rechtsmedizin den Vermisstenfall übernahm.
Der Schlächter von St. Pauli Es geht um vier Frauen, die niemand vermisste, nachdem sie brutal von Fritz Honka ermordet worden waren. Wenn es so etwas wie den Inbegriff eines Serienkillers gibt, dann ist es Honka – schwierige Kindheit, Pech mit Frauen, verschroben, alkoholabhängig und einsam. Vielen gilt der schmächtige Honka mit der markanten Hornbrille als unheimlichster Serienmörder der Nachkriegszeit.
Der Untergang der "Martina" und der kalte Tod in der Elbe Es hat mit einem unheilvollen Knirschen begonnen, einem Splittern, einem Knall und dem plötzlichen Eindringen von Wassermassen. Es sind Zufälle, die in solchen Momenten über Glück und Unglück entscheiden können, über Leben und Tod. Eine Frau steht so nah an einem Fenster, dass sie durch einen Sprung hindurch vor dem Untergang des Schiffes entkommen kann. Sie ist die einzige, die von der Barkasse nicht mit unter Wasser gezogen wird und in den Wellen Zeugin des Untergangs wird. „Und mit einem Mal herrschte absolute Stille“ sagt sie später. „Es war unwirklich. Ein böser Traum.“
Wie Prof. Püschel einen mysteriösen Todesfall in Afrika aufklärte Als im Jahr 2010 ein bekannter Regimekritiker spurlos verschwindet, glauben nicht wenige, die Regierung habe den unbequemen Mann beiseitegeschafft – womöglich durch Voodoo. „Als Rechtsmediziner weiß ich: Es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagt Püschel. „Aber Tod allein durch Magie? Das ist nun wirklich unmöglich. Allerdings war ich natürlich gespannt, als mich im September 2010 die Anfrage aus Benin erreichte. Ich würde Ungewöhnliches und Unbekanntes erleben. Wie ungewöhnlich alles war, zum Beispiel eine Obduktion unter Bewachung von Leuten mit Gewehr im Anschlag, das hatte ich allerdings nicht geahnt.“ Der Regierung war es wichtig, dass der Fall mit dem verschwundenen Regimekritiker aufgeklärt wird. Und man befürchtete Störer, die eine Lösung des Falls boykottieren wollten.
- 27.10.201943 min
Attentat auf einen Angeklagten im Hamburger Landgericht: Der Täter wird erstochen. Abendblatt-Reporterin wird Zeugin. Vier, fünf schnelle Schritte sind es, dann ist der Mann an seinem Ziel. Er holt aus, seine Hand schnellt mit Wucht nach vorn, zweimal. Augenblicke später liegt der Mann, den er töten wollte, hingestreckt auf dem Boden, ein sterbender Körper in einer sich rasch ausbreitenden Blutlache. Ein Messer hat schwerste Verletzungen verursacht, das Leben des Opfers verlischt schnell. Und neben ihm steht der Messerstecher, die blutige Waffe noch in der Hand; er blickt voller Hass auf den Sterbenden und knurrt: „Der soll mal krepieren, dieses Schwein.“ Es ist ein Attentat coram publico - und für die Hamburger Justiz ein Verbrechen, das sie in den Grundfesten erschüttert. Denn es wird ausgerechnet in einem Verhandlungssaal begangen, wo sonst über Mord und Totschlag gerichtet wird: Noch während einer Urteilsverkündung wird ein Mensch getötet; und viele Anwesende werden zu fassungslosen Zeugen - auch Bettina Mittelacher. Sie erzählt die Geschichte zusammen mit Gerichtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel.
vom Samariter, der zum Todesengel wurde Die Frau lag im Bett, leicht auf die Seite gedreht, dem Anschein nach sanft und friedlich ins Jenseits gedriftet. Sie war ja auch schon betagt, 85 Jahre alt, da ist es nicht unbedingt verdächtig, wenn jemand verstirbt. „Akutes Herzversagen“, stellte ein Arzt als Todesursache fest, genauso wie andere Mediziner dies bei vier weiteren Seniorinnen im Alter zwischen 83 und 89 taten, die in ihren Betten gestorben waren. Bei allen hieß es, das Herz habe schlappgemacht. Eine schwere Fehleinschätzung bei der Leichenschau. Denn in Wahrheit war dies eine Mordserie, die in der deutschen Kriminalgeschichte als einmalig gilt: Ein Altenpfleger hatte die fünf Frauen binnen zehn Tagen getötet, um an ihr Geld zu kommen. Ein sechstes Opfer überlebte knapp. Der damals 31 Jahre alte Verbrecher, der als „Oma-Mörder“ bekannt wurde, hatte seine Opfer gewaltsam erstickt und dabei keine offensichtlichen äußeren Läsionen verursacht. „Unter der intakten Haut können sich unendlich viele schwere Verletzungen verbergen“, sagt Prof. Dr. Klaus Püschel. „Sie liegt über ihnen wie ein Deckmantel.“
- 27.09.201937 min
Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel und Gerichtsreporterin Bettina Mittelacher über ihre größten Kriminalfälle Es ist ein Tag, den die Eppendorfer wohl nicht vergessen: Sonnabend, der 12. März, 2011. Es ist einer der ersten sonnigen Frühlingstage des Jahres, an dessen Nachmittag sich eine Katastrophe ereignet. Ein Autofahrer rast um 16.44 Uhr am Steuer eines Fiat Punto an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße/ Eppendorfer Weg gegen den Golf der Schauspielers Peter Striebek. Der Kleinwagen des Unfallverursachers hebt ab und schleudert in eine Gruppe Menschen, die an einer Ampel stehen. Vier Menschen – der Schauspieler Dietmar Mues, 65, und seine Ehefrau Sibylle, 60, der Autor Günter Amendt, 71, und eine weitere Fußgängerin – sind sofort tot. Schnell steht fest, dass der damals 38 Jahre alte Fahrer unter dem Einfluss von Marihuana stand. Später kommt heraus, dass er zudem unter epileptischen Anfällen leidet.
- 04.09.201941 min
Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel und Gerichtsreporterin Bettina Mittelacher über ihre größten Kriminalfälle Das Grauen lag in der Tiefe. Über Jahre lagerten dort unter der Erde zwei Fässer, vergraben, versteckt und fast vergessen – bis die feinen Nasen von speziell ausgebildeten Leichenspürhunden sie aufstöberten und sich erste Hinweise ergaben: Hier verbarg sich der Tod. Mit diesem Fund wurden Grenzen gesprengt, die der Grausamkeit, der Skrupellosigkeit, der maßlosen Kälte und bodenlosen Angst. „Wir hatten zwei Fässer aufgemacht. Und dabei hatten wir in Abgründe geschaut. Einen Abgrund der Seele, einen Abgrund des Grauens“, sagt Prof. Dr. Klaus Püschel über diese Fälle, die im Jahr 1992 als „Säurefassmorde“ bekannt wurden.