
Die Unterbrechung der Sondierungsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin hat in allen drei Parteien für Diskussionen gesorgt. Auslöser war eine Erklärung zum Umgang mit Antisemitismus, die die Abgeordneten der Linken bei ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstag verabschiedet hatten. Nach Auffassung von Grünen und SPD blieb diese hinter zuvor erzielten Vereinbarungen aus den Vorgesprächen zurück. Zusätzlichen Konfliktstoff lieferte die Kritik an der Linken-Abgeordneten Vanessa Emde wegen ihrer Äußerungen zu Israel. Inzwischen haben alle drei Parteien signalisiert, die Gespräche fortsetzen zu wollen. SPD-Fraktionschef Steffen Krach sagte in der rbb24 Abendschau, die Linke habe zugesichert, dass die gemeinsam ausgehandelte Berliner Erklärung gegen Antisemitismus künftig verbindlich gelten soll. Der Berliner Grünen-Fraktionschef Werner Graf sagte am späten Nachmittag radioeins vom rbb, es gebe viele Schnittmengen zwischen den Parteien. Die Linken-Fraktionschefin Elif Eralp erklärte zudem, bestehende Missverständnisse seien ausgeräumt.
Trotz des Neustarts der Gespräche bleibt die Frage: Beschädigt die Unterbrechung der Sondierungsgespräche schon jetzt eine mögliche rot-grün-rote Koalition? Unsere radio3-Frage des Tages geht an die Journalistin Nicole Diekmann.