fair & female - mit Barbara Haas

Barbara Haas
289
17.10.2026
Beschreibung
Fairness, Feminismus und die Frage, wie Gesellschaft wachsen kann. Ich möchte euch jede Woche zu einem spannenden Gespräch mitnehmen, das sich um diese drei Dinge dreht und uns alle ein bisschen schlauer macht. Ich freu mich, wenn ihr mit mir dabei seid. Alles Liebe, Barbara
Häufig erwähnt
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Episoden
  1. Zuerst geht es um einen Film. Der heißt "Mermaids don't cry" - Regie führt Franziska Pflaum und Julia Franz Richter spielt Karo, eine der beiden großen weiblichen Rollen (neben Hauptdarstellerin Stefanie Reinsperger). Doch dann geht es in unserem Gespräch schnell um Grenzen, um Selbstbestimmung, um Schmerzen in der Emanzipation. Um das Leben als Frau. Als Mutter. Als Schauspielerin oder Regisseurin in einer Welt, in der es #MeToo gibt, aber gerade bei uns in Österreich noch immer nicht offen darüber gesprochen wird. Und es geht auch um andere Grenzziehungen, und folglich Grenzen hin zu Lebensrealitäten, die man vielleicht nicht so gerne sehen mag. Weil sie am Rand stehen. Wie jene der Protagonist:innen im Film. Unser Gespräch geht tief hinein und versucht ehrlich mit all den Schichten zu sein, die vor einer gelingenden Selbstermächtigung abgetragen werden müssen. Den Trailer zum Film, der mit 30. Juni 2023 in den Kinos angelaufen ist, könnt ihr hier ansehen

  2. Michael Neulinger ist Filmemacher, Schauspieler und Missbrauchs-Opfer. Über viele Jahre hinweg erlebt er in seiner homosexuellen Beziehung emotionale, sexuelle und körperliche Gewalt. Doch thematisieren wird er es erst jetzt, Jahre später. Warum? "Ein Grund ist sicher, dass man die Angst hat, die Community schlecht darstellen zu lassen. Wir erleben täglich Diskriminierung und Homophobie, das ist einfach Fakt und würden wir jetzt sagen, dass wir in Beziehungen dasselbe Gewaltproblem haben, wie in heterosexuellen Beziehungen, dann würden wir noch mehr Gründe liefern, warum man uns diskriminieren kann." Sozialisiert mit alten Männlichkeitsideen erleben schwule Männer in ihren Beziehungen oft genau dasselbe Muster, wie Frauen in heterosexuellen. Kontrolle, Macht, Minderung des Selbstwertgefühls und den gefährlichsten Moment - nämlich den, wenn man sich trennen will. Genau so einen erlebt Michael auch - jetzt hat er mit einer künstlerischen Arbeit versucht, das wörtliche Zitat seines Ex-Freundes zur Verarbeitung seines eigenen Missbrauchs neu zu betrachten. Sein Film "I will break your face" erzählt in Form eines Tanz-Kurzfilms von all den Schmerzen und all den psychischen Verletzungen. In der Episode blickt Michael aber auch sehr kritisch auf der queere Community, erzählt von Chem-Drogen-Partys in Wien, bei denen unterschiedlichste Drogen und Sex als Programm gelten und auch viele Übergriffe passieren und findet generell, dass es nicht reicht, den Pride Month in harmonischen Regenbogenfarben zu feiern, wenn man gleichzeitig höchst problematische Entwicklungen unter den Teppich kehrt. Am 30. Juni 2023 um 18 Uhr wird sein Film im Wiener Schikaneder-Kino Premiere haben. I WILL BREAK YOUR FACE & HEIMAT BIST DU TOTER TÖCHTER Lesung: Yvonne Widler liest aus ihrem Buch „Heimat Bist du Toter Töchter“ Screening: „I Will Break Your Face“ - experimenteller Tanzfilm von Michael Neulinger Diskussion zum Thema Partnergewalt - es sprechen: Beatrice Frasl, Autorin, Podcasterin, Kulturwissenschaftlerin/Geschlechterforscherin (Moderation) Maria Rösslhumer, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser Peter Peinhaupt, Männerberatung Wien Yvonne Widler, Journalistin Podcasterin Autorin Michael Neulinger, Filmemacher Lian Quintana-Abraham, gendersensible Jugendarbeit Hil-Foundation.

  3. "Wir haben auf unserem Planeten aktuell Kleidung für die nächsten vier Generationen. Alles schon fertig genäht." Das sagt Aktivistin, Feministin und Autorin Nunu Kaller, die Ende Juni/Anfang Juli 2023 die Konsumdialoge Textilien in Hallein organisiert und inhaltlich verantwortet. Weil: Trotz dieser enormen Mengen, produziert die weltweite Textilindustrie wie verrückt weiter. Weil es so billig ist. Was nicht verkauft wird, wird teilweise verbrannt. Aber nicht nur die 3-Euro Shirts, auch Luxusmarken ließen schon Mode und Taschen verbrennen, weil es ihre Marken beschädigen würde, wenn so ein Teil irgendwann am Wühltisch landet. "Burberry" hat das sogar zugegeben, aber durch die massive Intransparenz der gesamten Brancheist es nie ganz nachvollziehbar, wer wie mit den ganzen Produktionsschritten umgeht. Was die Autorin des Buches "Kauf mich!" in dieser Episode sagt, ist teilweise erschütternd, teilweise sehr hilfreich und jedenfalls ist es enorm wichtig, mehr Details zu einer Industrie zu wissen, die wir tagtäglich mit unserem Konsum füttern - auch wenn ja oft nicht klar ist, warum wir eigentlich so viel kaufen. Deshalb sprechen wir später im Podcast auch über den "guten Konsum" und darüber, wie wir dem näher kommen können.

  4. Glück. Oft ein Versprechen, manchmal aber auch schon ein Imperativ. Dann nennt man es #ToxicPositivity. Die sozialen Medien sind voll von Sprüchen, die scheinbar glücklich machen. Man muss es nur wollen. Dann kommt die Zufriedenheit von selbst. Auch und gerade im Job. Statt #QuietQuitting kommt jetzt also #QuietThriving - also das "stille Aufblühen" statt des frustrierten Dahinarbeitens im Job. Aber ist das wirklich so? Die Organsiationsentwicklerin Elisabeth Sechser sagt, dass Glück eine öffentliche Angelegenheit ist und dass sich Chef:innen viel zu wenig Gedanken um das Glück ihrer Mitarbeitenden machen - ein Fehler, ähnliche einem Bumerang. Ich hab mir in dieser Episode mit Elisabeth angesehen, was es mit dem Glück auf sich hat, denn ich persönlich kann mit diesem Begriff gar nicht so viel anfangen. Aber neugierig bin ich schon, ob das Glück, die Kreativität und die Zufriedenheit im Job nicht doch zusammenhängen.

  5. "Wenn von den "Waffen der Frauen" die Rede ist, denkt man meist nicht an eine durchsetzungsstarke Chefin, die den Laden schmeißt, sondern an eine Frau, die einen erfolgreichen Mann um den Finger wickelt. Für gewöhnlich mit verführerischen Mitteln." Das sagt Vera Steinhäuser (46) Die gebürtige Kärnterin war lange selbst in internationalen Konzernen tätig, auch auf Geschäftsführungs-Ebene und ist seit einigen Jahren selbstständige Business-Coachin mit einem Fokus auf Frauen. Im aktuellen "fair&female"-Podcast spreche ich mit ihr über den Status-Quo, aber es geht auch um Sex und Macht und wir fragen uns, ob Inputs aus der SM-Szene eine neue Perspektive auf Macht-Positionen geben können. In ihrem Buch "die Macht Zentrale" geht sie der Frage auf den Grund, warum zwischen Macht und Frauen so eine große Distanz ist, warum Frauen einen so hohen sozialen Preis für einen "Platz am Tisch" zahlen und warum Frauen immer unsympathischer wahrgenommen werden, je mehr Macht sie haben. Dazu gibt es auch ein Experiment der Harvard University, das sehr treffend zeigt, wie stark sich die gesellschaftliche Zuschreibung auswirkt. Vera Steinhäuser hat zudem einen Podcast, der heißt ebenfalls "Macht Zentrale" und ist hier nachzuhören.

  6. Konzerne an die Kette! Das fordert sie. Veronika Bohrn-Mena ist Autorin, Publizistin & Arbeitsmarktexpertin. Außerdem ist sie Gründerin und Vorsitzende der Gemeinwohlstiftung COMÚN und wir zwei sprechen über die Notwendigkeit, Lieferketten transparent zu machen. Warum? Weil besonders Frauen auf der ganzen Welt unter dem kapitalistischen Credo leiden, so zu produzieren, dass Konzerne maximal gewinnen und Menschen maximal ausgebeutet werden. Was Frauen bei uns von so einem Gesetz haben würden? Entscheiden zu können, ob man Mädchen-Ausbeutung durch einen Produktkauf mitfinanziert geht nur, wenn genau diese Prozesse transparent gemacht werden. Außerdem würde so ein Gesetz auch Strafen für Konzerne mit sich bringen. Am 1. Juni 2023 wird in der EU über das Lieferkettengesetz abgestimmt.

  7. Echt? Kinder werden sexualisiert, wenn man ihnen Geschichten für Kinder vorliest? Klingt komisch. Ist trotzdem ein Thema. Denn in Österreich gab es in den letzten Wochen immer wieder groß abgelegte Proteste (vor allem von rechtsnationaler Seite) gegen Kinderbuch-Lesungen. Der Knackpunkt: Die Vorlesenden sind keine Omis, sondern Dragqueens. Aber was sagen die Männer in Drag selbst dazu? Beim ersten Podcast-Festival der Kleinen Zeitung im Grazer Schauspielhaus habe ich am 13. Mai mit betroffenen Dragqueens gesprochen. Candy Licious wurde vor Ort und online extrem hart kritisiert und erzählt, was tatsächlich dort abgelaufen ist, wie Kinder auf bunte Perücken und Einhörner reagieren und wie es jetzt weitergeht. Und Miss Gloria Hole, eine bekannte Grazer Dragqueen, hat sich die teils schwer nachvollziehbare Argumentation der Kritiker:innen angesehen und genau deshalb jetzt auch in Graz eine solche Lesung organisiert. Sie findet am 21. Mai statt. Wie gefährlich sind also Dragqueens? Diese Frage war der Auftakt des Grazer Festivals und am 22. Juni gibt es bereits das nächste Live-Podcast Event, nämlich die Crime-Night in Klagenfurt. Hier geht es zum Gewinnspiel.

  8. Sissi Vogler ist überzeugt: "Jetzt sind wir mal dran!" Und damit meint sie, dass patriarchale Systeme unsere Welt vielfach an den Rand gedrückt haben. Was sie dazu beitragen kann, um es zu verändern? 2012 gründete sie Refished, ein Start-Up, das aus Meeresplastik-Müll Taschen macht. Aber eben nicht irgendwie, sondern von Menschen mit Behinderung, die in Kambodscha für ihre Arbeit fair bezahlt werden. Das Start-Up ist erfolgreich, aber eben langsam gewachsen. Sissis Maxime: "Ich möchte niemandem in der Produktionskette Schaden zufügen. Ich denke, das sollte normal sein, denn nur so funktioniert es." Im Unternehmen der studierten Betriebswirtin arbeitet auch Sissis Mama. Sie macht die Designs und auch ihre kleine Tochter, Felicitas, lernte von Beginn weg, wie es ist, wenn Mama arbeitet. Sie war nämlich dabei. Jetzt geht Feli (zweieinhalb Jahre) in den Kindergarten, die Care-Arbeit und die Organisation der Familie teilt sie mit ihrem Partner. Hier ist der hübsche Store von Refished in Wien, wer schmökern möchte. Ein Gespräch über die Möglichkeit, unsere Zukunft mit Empathie und Sorge (auch um den Planeten) nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Aber auch ein Gespräch übers Mutter-Sein, über Rollen-Zwänge und der Perspektive, die wieder Lust auf ZUkunft macht. Und ja, dieses Gespräch ist anders, weil eben die kleine Felicitas auch mit dabei ist. Auch das ist Vereinbarkeit. Auch das darf gehört werden.

  9. Gedankenexperiment: Wie ist es, 90 Sekunden die Hand auf eine heißen Herdplatte zu halten? "So kann man sich vielleicht vorstellen, was Millionen von Menschen am 6. Februar 2023 erlebt haben." Heinz Wegerer ist Nothilfekoordinator des Hilfswerk International und gerade zurück aus der Erdbebenregion in der Türkei und Syrien. Konkret aus einem Dorf, das alle vergessen hatten, mit Menschen, die drei Monate lang keine Hilfe bekamen. Was hat er erlebt, wie ist vor allem die Situation der Mädchen und Frauen? Wenn sich 50 Familien eine Toilette teilen müssen, nicht vor Übergriffen geschützt sind, es keine Hygieneprodukte gibt, Frauen schwanger sind, Babys stillen und durch so viele Nachbeben die heiße Herdplatte noch immer nicht abgekühlt ist? Ein sehr persönlicher Einblick in eine Normalität, die bei uns längst wieder aus dem medialen Fokus verschwunden ist. Am 6. Mai ist die Katastrophe, bei der 60.000 Menschen ums Leben kamen und mehr als 23 Millionen Menschen betroffen sind, drei Monate her. Das Schöne: Es gibt in diesem Gespräch auch gute Momente, lustige Situationen, viel Empathie und eine Geschichte, warum ein kleiner Spiegel manchmal Wunder wirkt. Wer spenden will, kann das hier machen. Achtung, Achtung! Und ich hab noch 1x 2 Tickets für das Podcast-Festival am 13. Mai in Graz. Wer die will, schreibt mir einfach eine Mail. barbara.haas@kleinezeitung.at Wir hören uns!

  10. Daniela Brodesser weiß, wie es ist, keine 4 Euro Bastelgeld mehr für das Kind übrig zu haben oder wie sich Beschämung anfühlt, wenn der Vermieter sich vor allen in der Gemeinde lustig macht, weil die Betriebskosten nicht bezahlt wurden. Ich spreche heute über das Stigma von Armut, darüber, was Arbeit damit zu tun hat und auch, warum wir uns als Gesellschaft in diesen beiden Bereichen wirklich entwickeln müssen, weil Armut kein Zufall oder ein Zeichen von persönlicher Faulheit ist, sondern weil es sich viel systematischer in das Leben von immer mehr Menschen einwebt. Und es geht auch um Lösungen, wie etwa eine jetzt gerade neu diskutierte Reichensteuer. Nachzuhören übrigens auch bei Millionenerbin Marlene Engelhorn,und zwar hier. Hier geht es zum Buch von Daniela Brodesser: Es heißt Armut und ist bei Kremayr&Scheriau erschienen.

  11. Sich ewig in der Badewanne schrubben, weil man ein bisschen weißer werden will. Genau das hat Ana Milva Gomes als Kind getan, denn sie hat nicht verstanden, warum ihr Haut "kacka" sein soll. Zu leben mit anderer Hautfarbe hat aber nichts mit ästhetischem Empfinden, sondern mit Rassismus zu tun und darüber sprechen wir in dieser Folge. Wie ist das Leben, wenn man schwarz, eine Frau, eine Migrantin ist und alleinerziehende Mama. Und gleichzeitig eine erfolgreiche Bühnenpersönlichkeit. Es geht also um Rassismus, aber es wird vielmehr um ein paar blinde Flecken gehen, die weiße Menschen haben. Ana Milva Gomes lebt seit 2011 in Österreich, geboren und aufgewachsen ist sie in den Niederlanden, ihre Familie kommt ursprünglich von den Kapverden in Westafrika. In ihrem Buch "Look at me" (Amalthea Verlag) hat die erfolgreiche Musicaldarstellerin vieles von ihrem Leben, ihrem Schmerz, aber auch von der Selbstverständlichkeit, Dinge immer wieder aufs Neue hinnehmen zu müssen, aufgeschrieben. Und sie erzählt vom Moment ihrer persönlichen Politisierung, im Sommer 2020 als George Floyd zu Tode kam und #BlackLivesMatter um die Welt ging. In eigener Sache: Wenn ihr beim ersten Podcast Festival der Kleinen Zeitung dabei sein wollt, dann macht einafch bei unserem Gewinnspiel mit - hier gehts zum Line-Up und zum Gewinnspiel. Ist am 13. Mai im Grazer Schauspielhaus und es sind supercoole Podcaster:innen dabei. Tickets kann man nur gewinnen, nicht kaufen :)

  12. Diese Episode von fair&female ist bereits die zweite in Kooperation mit dem Grazer Kunsthaus, in der aktuell die Ausstellung „Von weit weg sieht man mehr“ zu sehen ist mit Arbeiten von Ingrid Wiener und Martin Roth. Wir wollten im Podcast und in der Diskussion die Frage stellen, wie die Welt vom Rand her gedacht aussieht und haben dazu unterschiedliche Perspektiven eingeladen. Den Beginn macht die junge #BlackLivesMatter Aktivistin und Autorin Precious Nnebedum, die unser Gespräch mit einer performativen Lesung eröffnet. Sie wird später auch darüber sprechen, warum es wichtig ist, als Person of Colour eine eigene Stimme zu erheben, während der zweite Gast, die Grüne Gemeinderätin Zeynep Aygan Romaner als Frau mit türkischen Wurzeln mit dem Rand überhaupt nichts zu tun haben will und auch diese Perspektive ist interessant und dann gibt es noch die Wildbiologin Veronika Grünschacher-Berger, die uns erzählt, welche Perspektive denn Wildtiere auf uns Menschen, also ihrem Feind, so haben. Und wer es noch nicht mitbekommen hat: am 13. Mai findet das erste Podcast Festival der Kleinene Zeitung im Grazer Schauspielhaus statt. Wer dabei sein mag, kann Tickets gewinnen, und zwar hier.

  13. Ist es nicht verrückt, dass wir uns vor so vielen Dingen fürchten? Klima, Krieg, Krisen überall, wo man hinblickt? Ja, es ist verrückt, sagt Dr. Constanze Dennig. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, aber auch Autorin, Regisseurin und Produzentin zahlreicher Theaterprojekte, auch Theaterleiterin des Theater am Lend, Mitglied der Grazer Autorenversammlung und der IG Autor:innen Österreich. Und – finally - seit 2016 auch Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark. Und sie hat jetzt ein Buch geschrieben, das eine Umarmung unserer Angst empfiehlt. Es heißt "Willkommen Angst" und ist im Ueberreuter Verlag erschienen. In unserem Gespräch geht es darum, warum Angst gut ist, warum sie auch vererbbar ist und wie wir ein vernünftiges Maß dieses lebensrettenden Gefühls entwickeln können, damit wir uns eben nicht zu Tode fürchten. Wie man mit sozialen Ängsten umgeht und wann aus einer Angst eine Angststörung werden kann, haben meine Kolleginnen von KLZ next recherchiert. Zum Video geht es hier. Und: Das Kleine Zeitung Podcast Festival hat nun seine Ticket-Tore geöffnet. Ab sofort kann man Tickets gewinnen. Ja, man kann sie nicht kaufen, so ist das bei uns. Line-Up ist super und am 13. Mai rocken wir das Schauspielhaus Graz mit lauter guten Sachen zum Hören. Also, mitmachen, gewinnen und dann Teil der Show sein. Hier gehts zum Gewinnspiel!

  14. Es rumort im Feminismus. Zwischen "gendern" und ganz realer Altersarmut von Frauen scheint eine große Lücke im aktuellen Diskurs um Frauenrechte entstanden zu sein. Die einen sind laut und wütend auf den sozialen Medien und fordern mehr Diversität und eine Einbindung aller "weiblich gelesenen Personen", die anderen sehen die Gleichberechtigungs-Chancen bei so viel Zersplitterung gegen Null gehen. Eine, die sich seit 40 Jahren feministisch engagiert und auch darüber schreibt, ist die österreichische Autorin Gertraud Klemm. Ihr aktuelles Buch "Einzeller" (Kremayr&Scheriau) beschreibt genau, worum es ihr geht. "Einzeller können keine Solidarität aufbauen", so Klemm im aktuellen "fair&female"-Podcast. Die Feministin geht mit den Frauen im aktuellen Feminismus-Diskurs hart ins Gericht und kreidet den jungen Netz-Feministinnen vor allem an, dass sie sich um Lebensrealitäten kümmern, die Frauen "bei uns in Österreich einfach nicht haben." Aber stimmt das wirklich? Hier geht es zur aktuellen Rezession von Klemms Buch Einzeller.

  15. Courage, Zivilcourage und Aktivismus. Alle drei Dinge sind wesentlich für das Leben von Schauspielerin Katharina Stemberger. Und doch erkennt sie Unterschiede, fordert auch von einer jungen Generation Taten ein, denn "klicken ist gut, aber man muss sich bewusst sein, dass man dadurch noch nichts verändert. Da bin ich streng". Doch streng ist die Autorin des Buches "Courage" (Molden Verlag) auch mit der Politik, sie kritisiert das Verwenden von Sündenböcken und von Positionen, die es den handelnden Politiker:innen "leicht machen, nicht ihren Job zu tun, sondern nur auf die nächste Umfragen zu schielen." Unser Gespräch beginnt bei der Tugend "Menschlichkeit", die heute nicht mehr "en vouge" zu sein scheint und durchforstet viele Bereiche, in denen Zuwendung und MItmenschlichkeit heute dringend gezeigt werden müsse. Und hier noch ein ganz geheimes Save the Date: Am 13. Mai 2023 findet das 1. Podcast-Festival der Kleinen Zeitung im Schauspielhaus Graz statt. Wer Tickets möchte, kann sie gewinnen, es gibt sie nicht zu kaufen. Aber treue Hörer:innen haben natürlich pole position. Meldet euch bei mir, ich hab ein paar special Plätze unter barbara.haas@kleinezeitung.at - ein erstes Line-Up wird demnächst präsentiert.

  16. Beeindruckend. In einer Welt voll scheinbarer Fehler, Optimierung und Schönheitsidealen zeigen sich Menschen, die sich selbst ziemlich gut, schön und attraktiv finden. Was sie eint? Sie haben eine kleine Chromosomen-Besonderheit. Oder anders gesagt: das Down Syndrom. Die Autorin Regisseurin Evelyne Faye spürt der besonderen Kraft von Trisomie 21 nach, auch ihre Tochter Emma Lou (11) hat das Down Syndrom. Wir beide lernen uns vor vielen Jahren kennen, meine Kinder sind quasi gleich alt wie Emma Lou und interessanterweise stellen sich die Kinder nie gegenseitig in Frage. Das kommt offenbar erst im Konformismus des Erwachsenenlebens. Was die Frage aufwirft: Muss das sein? Oder geht Inklusion einfach besser, wenn man sich kennt. Als Mensch. Evelye hat jedenfalls einen Film gemacht, er heißt "Lass mich fliegen" und läuft seit 17. März in den österreichischen Kinos und auch auf der diesjährigen Diagonale in Graz. Genau in diesem Film erlebt man auch die Szene, die ich anfangs beschrieben habe. Ein wirklich nachhamenswürdiges Zeichen an Body Positivity. Hört rein und schaut euch "Lass mich fliegen" an.

  17. Was wäre wenn? Das ist ein Gedankenspiel, mit dem sich Bestseller-Autor Marc Elsberg gern und auch ziemlich erfolgreich beschäftigt. In seinem aktuellen Buch "Celsius" geht es um die Klimakrise. Und mit dabei ist nicht nur ein gewohnt spannender Plot aus dem Genre Climate-Ficition, sondern es gibt auch ein paar Lösungsansätze, wie man wissenschaftlich der echten Klimakrise begegnen könnte. Im "fair&female"-Podcast spricht er über diese Überlegungen und er nimmt auch Stellung zu den Aktionen der "Letzten Generation". Den jungen Menschen rät er eine gute Werbekampagne und meint, dass der Aktivismus insgesamt mehr Humor vertragen könnte, damit er auch Wirkung entfaltet. Doch er geht auch kritisch mit gehypten Maßnahmen, wie etwa der Elektro-Mobilität um, denn "Elektroautos retten nicht das Klima, sondern die Autoindustrie". Ein spannendes Gespräch rund um die Frage, ob Literatur vielleicht die Kraft hat, Gesellschaft zu verändern. Eine Besprechung zum Buch findet ihr in der Kleinen Zeitung.

  18. "Feministische Außenpolitik" ist durch die deutsche Außenministerin Baerbock Thema. Aber ist sie eine gute Idee? Autorin Kristina Lunz antwortet. Ihr Buch "Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch" zeigt, dass Gesellschaft und eben auch die Außenpolitik feministisch sein sollte. Den Schwerpunkt zum Frauentag und explizit die Frauen in der heimischen Klimabewegung auf der Kleinen Zeitung könnt ihr hier nachlesen.

  19. Paul Pizzera ist Feminist. Und sagt: "Ich will nicht wegen dem Pop-Phänomen Feminist sein, sondern weil es gerecht ist". Zum Weltfrauentag habe ich den Musiker und Autor zum Live-Podcast in den Skyroom der Kleinen Zeitung geladen, viele Frauen (und ein paar Männer) sind gekommen, um gemeinsam mit uns die Themen: "Schwäche", Klischees und was Männer mit Feminismus zu tun haben, zu besprechen. Eine Episode, die zwischen Ernsthaftigkeit beim Thema Suizid und viel Humor beim Thema "politische Korrektheit" schwankt. Fazit: Männer sind wichtig im feministischen Diskurs. Und Rolemodels sind willkommen, gerade für eine lebhafte Debatte, denn nur so kann Gesellschaft konstruktiv entwickelt werden. Gerade ist sein neues Buch erschienen: Am Donnerstag, 16. März 2023, präsentiert Paul Pizzera um 19.00 Uhr sein neues Buch "Der König der Möwen" in der Buchandlung Moser in Graz.

  20. Konversionstherapie. So nennt sich jene Methode, die aus "kranken" Menschen wieder "normale" machen soll. Homosexualität als Fehler, das hat Verena Bauer bei einer monatelangen Recherche am eigenen Leib erfahren. Durchgeführt von einer Grazer Einrichtung. Das alles darf doch nicht wahr sein? Stimmt, aber es ist leider wahr. Gemeinsam mit ihrer Kleine Zeitung-Kollegin Daniela Breščaković hat sich Verena auf diese Erfahrung eingelassen. Was sie erlebt hat, wodurch sie arg getriggert wurde und warum es insgesamt völlig unverständlich ist, dass es in Österreich noch immer kein Gesetz gegen solche Methoden gibt, das habe ich mit Verena und Daniela in dieser Episodebesprochen. Hier könnt ihr die Recherchen von Daniela und Verena in der Kleinen Zeitung noch mal im Detail nachlesen. Und hier könnt ihr die politische Debatte nach der exklusiven Recherche nachlesen.