fair & female - mit Barbara Haas

Barbara Haas
289
17.10.2026
Beschreibung
Fairness, Feminismus und die Frage, wie Gesellschaft wachsen kann. Ich möchte euch jede Woche zu einem spannenden Gespräch mitnehmen, das sich um diese drei Dinge dreht und uns alle ein bisschen schlauer macht. Ich freu mich, wenn ihr mit mir dabei seid. Alles Liebe, Barbara
Häufig erwähnt
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Episoden
  1. Was regt die Bauern auf? Der Wolf, die "Hafermilch" oder die Tatsache, dass Lebensmittel nimmer noch billiger sein sollen? Und stimmt es wirklich, dass die heimisch Kuh der ärgste Klimasünder ist? Der Schladminger Landwirt Hannes Royer gibt wichtige Antworten, denn über allem steht die zentrale Frage, wie viel Wert wir unserem Lebensraum und unseren Lebensmitteln und damit auch uns selbst geben. Gerade hat er mit seinem Podcast "Wer nichts weiß, muss alles essen" den ersten Platz des Ö3 Podcast-Awards gewonnen. Das Interesse an Landwirtschaft, Nachhaltigkeit ist groß und der Frage, wie wir mit unsere Ressourcen umgehen, findet bei einem immer größer werdenden Publikum Anklang. Der Schladminger ist aber nicht nur Podcaster, er ist eben auch selbst Landwirt, dreifacher Vater und Gründer des Vereines "Land schafft Leben", den er gemeinsam mit der Salzburgerin Maria Fanninger führt. Hier gibt es übrigens die Episode mit Maria Fanninger zum Thema der Versorgungssicherheit angesichts des Krieges in der Ukraine. Hannes Royer ist auch immer wieder Gastautor der Kleinen Zeitung in der Außensicht.

  2. Beim heurigen Opernball hat es Lena Schilling wieder getan. Sie hat, unterstützt vom steirischen Schauspieler Michael Ostrowski am Red Carpet mit ihrer Protestaktion für eine radikale Klimawende für viel Aufsehen gesorgt. Und damit jene adressiert, die tatsächlich auch für Klimapolitik zuständig sind - immerhin tanzt am Staatsball fast die ganze Regierung. Mit ihrem Plakat "Ihr tanzt, wir brennen" hat sie jenen Platz gewählt, der traditionell mit Protest belegt ist. Der Opernball wurde immer wieder für Demonstrationen genützt. Lena Schilling (22) ist aber mehr als eine, die öffentlich gegen die lasche Klimapolitik Österreichs auftritt, sie ist auch Projektionsfläche. Als junge Frau reiht sie sich unter jenen ein, die global den Klimaprotest anführen. Greta Thunberg, Luisa Neubauer und in Österreich eben sie. Warum sind es denn ausgerechnet Frauen, die hier so laut sind und wie moralisch ist denn nun der Protest unter den Aktivistinnen selbst? Ein Fall zweier Aktivist:innen, die statt vor Gericht zu erscheinen nach Bali flogen, hat das Thema "Doppelmoral" aufgeworfen und auch die "Klimakleber" sorgen bei vielen Menschen für Kopfschütteln. Was hält sie davon? Alle aktuellen News zum Thema Klima könnt ihr im Klimaressort der Kleinen Zeitung nachlesen. Wer sich für Lena Schillings Buch interessiert, hier kann man lesen, wann sie wieder damit zu hören sein wird.

  3. Keine Blumen, sondern ein gewaltfreies Leben für Mädchen und Frauen. Darum geht es Aiko Kazuko Kurosaki. Die österreichische Künstlerin mit japanischen Wurzeln wird daher am 14. Februar, am Valentinstag, mit einer künstlerischen Performance aus dem Valentinstag einen Victory oder auch Vagina-Tag machen. Sie ist Obfrau von One Billion Rising Austria und One Billion Rising, also übersetzt eine Milliarde erhebt sich, hat Tradition. Mit dieser Milliarde sind weltweit all jene Frauen gemeint, die schon einmal Gewalt erfahren haben – die Zahl geht aus einer Statistik der Vereinten Nationen hervor. Die Initiative One Billion Rising wurde von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler 2013 ins Leben gerufen und feiert damit 2023 ihr zehnjähriges Bestehen. Es gibt diese Kampagne in mehr als 200 Ländern, vor allem in Asien und Afrika. Aiko wird aber in diesem Jahr noch etwas Besonderes machen, sie wird sich ihre langen Haare abrasieren - warum sie das tut und wie mit einer Kunstperformace gesellschaftspolitisch gegen Gewalt eintreten will, das hört ihr im Podcast. Und wer Aiko dabei zusehen will, kann das gerne tun. Event: 14. Februar 2023, 17:30, Platz der Menschenrechte, Mariahilfer Straße 1, 1070 Wien Künstlerische Leitung und Gesamtkoordination: Aiko Kazuko Kurosaki, Moderation: Petra Unger, MA

  4. Als Swetlana auf Youtube ein Anastasia-Video findet, ist die Entscheidung schnell getroffen: Sie will auch so leben, wie die Menschen, die sie lachend und zufrieden durch das Video hüpfen sieht. Wir haben das Jahr 2017, Swetlana ist überarbeitet, mutet sich nach ihrem Studium zu viel zu und schrammt am Rande eines Burn-outs. Aber die Inhalte, die ihr diese Videos zeigen, nämlich völlig harmonisch im Einklang mit der Natur zu leben, das verspricht Rettung. Sie bucht also ein Yoga-Retreat in Russland und ist begeistert von all den lieben Menschen, die „mich so wertgeschätzt und umsorgt haben, als wären wir schon lange beste Freunde.“ Heute ist Swetlana, deren Eltern in den 1990er-Jahren aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, auf der anderen Seite. Sie vergleicht die Sekte, die auch im aktuellen steirischen Extremismusbericht vom Dezember 2022 auftaucht, mit einer „toxischen Beziehung. Erst wirst du mit Aufmerksamkeit überschüttet, also wie love bombing und dann, wenn du etwas hinterfragen willst, spricht man dir gleich ganz deine Realitätssicht ab, das wäre dann gaslighting.“ Die Anastasia-Bewegung gibt es seit 2012 in Österreich und fußt auf einer Fantasy-Roman-Reihe des russischen Autors Wladimir Megre. Anastasia ist - salopp formuliert - eine Waldfee, die in der Taiga lebt, nur Blätter und Gräser ist und hellseherische Fähigkeiten hat. In zehn Bänden erzählt Megre von Begegnungen mit dieser weißen, blonden Frau und diese Beschreibung ist ein Grund, weswegen die Anhänger aus Kärnten, Tirol und Oberösterreich unter Beobachtung des „Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung“ stehen. Der „Dokumentationsfonds von religiös motiviertem Extremismus“ hat der „Bewegung“ jetzt sogar einen kompletten Bericht gewidmet. Der Vorwurf: Die Anhänger seien antisemitisch, antifeministisch und antidemokratisch. In der Corona-Pandemie habe „Anastasia“ einen Boom erfahren, dokumentieren die Extremismusstellen. Was aber genau ist denn so antisemitisch bei Menschen, die einfach gut zur Natur sein möchten? „Es ging oft um Rassentheorie, also dass jüdische Menschen die arische Rasse unterwandern würden. Und dann gab es natürlich auch die Erzählung, die Elite und die Pharma-Lobby würde alles steuern und auch eine Translobby wurde erfunden, die uns die Weiblichkeit und Männlichkeit nehmen wolle.“ Mehr zur Anastasia Bewegung in Österreich und Deutschland findet ihr hier und hier.

  5. Das Gespräch mit dem Anastasia-Jünger fängt so an. Ja, klar können wir über Anastasia sprechen, aber nicht lange. Er ist gerade auf einem strahlungsfreien Platz und muss zum Telefonieren erst auf einen weit entfernten Hügel wandern. So beginnt die Kontaktaufnahme mit Bruno Weihsbrodt, einem Anhänger der Anastasia-Bewegung in Österreich. Er ist Softwareentwickler, seine Homepage heißt www.issgras.at und genau das macht er auch. Seine Ernährung besteht aus Gräsern, Blättern und Früchten, wer auf seinem „Familienlandsitz“ leben möchte, ist gerne eingeladen. Voraussetzung: impffrei. Wieso ihn das so relevant erscheint? „Ich kann es riechen, weil geimpfte Menschen eine ganz andere Ausdünstung haben, aber Leute haben diese Sensibilität verloren.“ Dass die Anastasia-Bewegung antisemitisch sei, kann Weihsbrodt nicht nachvollziehen. Konfrontiert mit einer Stelle aus den Büchern, in der Juden selbst schuld an Vertreibungen hätten, weil sie „versuchen, so viel Geld wie nur möglich in ihren Händen zu konzentrieren“, meint er, man könne sich doch auch auf Passagen konzentrieren, die man für gut befindet, die anderen müsse man ja nicht lesen. Aber „Es gibt schon Parallelen, wenn man sich die ganzen reichen Familien, wie die von Bill Gates ansieht.“ Mehr zur Anastasia-Bewegung könnt ihr auf der Kleinen Zeitung nachlesen und ich lege euch auch die Episode #65 ans Herz mit Swetlana, die aus der Sekte aussteigen konnte.

  6. Diese verdammten Rollen. Frau, Journalistin, Mama und dann auch immer noch gut gelaunt und wenn man aus einer dieser Rollen fällt, dankt es einem die Gesellschaft mit einer extrastrengen Bewertung. Mari Lang kennt all die Stereotype, die Klischees und weiß, wie schwer es ist, Rollen loszuwerden. Aus dem Status Quo hat sie den erfolgreichen Podcast "Frauenfragen" gemacht und "grillt" dort regelmäßig Männer ohne dabei verletzend zu sein, im Gegenteil: Wertschätzung prägen ihre Gespräche, egal ob mit Armin Assinger oder Richard Lugner. Diesmal hat sie die Rolle gewechselt und war bei mir zu Gast. "Gar nicht so leicht, einmal nicht die Interviewerin zu sein", meinte sie im Anschluss zu mir. Raus kam ein gut gelauntes und doch ehrlich nachdenkliches Gespräch bei der "Langen Nacht der Podcasts" und wir haben nix ausgelassen: Karriere, Kinder, Mutterrollen, gesellschaftliche wie persönliche Veränderungen und - eh klar - das dringend zu verändernde Stereotyp der "schönen" Frau. Viel Spaß! Und, ach ja, bald startet die 5. Staffel von "Frauenfragen" - Falter-Chef Florian Klenk ist dann in der für ihn ungewohnten Rolle, persönliche Fragen zu beantworten. In eigener Sache: Heute könnt ihr "fair&female" noch für den Ö3-Podcast Award nominieren. Wär sehr lieb, wenn ihr das tun würdet. Hier gehts zur Seite. Merci!

  7. "Na, wie gehts? Keine Zeit, aber sonst ganz gut..." Gestresst zu sein, ist ein Normalzustand in unserer Gesellschaft geworden. Und auch ein Merkmal von Erfolg, Anerkennung und sozialem Status. Denn reiche Menschen sind tatsächlich oft noch mehr gestresst, als weniger Wohlhabende. Die haben dafür etwas anderes, das nennt man "Zeitarmut". Die deutsche Feministin und Autorin, Teresa Bücker, analysiert in ihrem erfolgreichen Buch "Alle Zeit - eine Frage von Macht und Freiheit" die unterschiedlichen Varianten von dieser Zeitarmut und bringt einen Begriff ins Spiel, über den ich mit ihr im Podcast gesprochen habe: Zeitgerechtigkeit. Wie die unbezahlte Sorgearbiet hier mit hineinspielt, warum der 8-Stunden-Tag ein "Konstruktionsfehler" ist und wie sehr wir uns von der "fear of missing out" noch zusätzlich durchs Leben treiben lassen, darum geht es in diesem Gespräch. Kleiner Tipp: Nehmt euch ein bisschen Zeit, es gibt ein paar Aha-Momente in dem Podcast. Hat es zumindest für mich gegeben.

  8. Das Patriarchat macht krank. Und zwar alle. Aber Frauen stärker. Vor allem psychisch. Das ist die Grundthese von Beatrice Frasl, mit der ich in dieser Episode über "patriarchale Belastungsstörungen" gesprochen habe. Die Geschlechterforscherin und Podcasterin ("Große Töchter") hat sich tief in diese Materie begeben, auch, weil sie selbst als Betroffene einer Depression gemerkt hat, wie ungleich psychische Erkrankungen - im Gegensatz zu beispielweise einem Beinbruch - anerkannt und behandelt werden. Daher gibt es hier noch eine Zahl als Spoiler: 80 Prozent aller Psychotherapiestunden werden in Österreich privat bezahlt. Das Thema hat also nicht nur einen feministischen, sondern auch einen Klassenaspekt. Beatrice Frasl hat sich diesen vielen Ungleichheiten in ihrem aktuellen Buch "Patriarchale Belastungsstörung - Geschlecht, Klasse und Psyche" (Haymon Verlag) angenommen. Und wühlt sich, durch "die Eingeweide unseres kranken Gesundheitssystems". In eigener Sache: Am 27. Jänner findet die Lange Nacht der Podcasts in Wien statt. Bea und ich werden mit unseren Podcasts dort auch on stage sein. Hier kriegt ihr alle Infos und Tickets. Freu mich, wenn ihr vorbei schaut!

  9. Die rennomierte und auch gefürchtete Scheidungsanwältin Dr. Helene Klaar spricht Dinge gerne unverblümt aus. Ehen scheitern, wenn das zweite Kind kommt. "Ein zweites Kind in einem kurzen zeitlichen Abstand macht die Lebensqualität der Eltern zunichte", sagt Klaar. Was würde helfen, um länger und glücklicher in einer Ehe zu sein? "Die 30 Stunden Woche, zumindest für Eltern von Kindern unter 15 Jahre." In unserem Gespräch geht es aber auch um einen feministischen Rückschritt, gerade was die Sorgerechtsdebatte betrifft, denn Klaar findet, dass es den "pseudobewegten Vätern" sehr gut gelungen, ist, Stimmung zu machen, um 2001 das geteilte Sorgerecht zu erwirken. Ein Gespräch mit vielen Hintergründen, warum Ehen scheitern, aber auch, warum es besser sein kann, sich "durchzugfretten" und auf eine Trennung zu verzichten. In eigener Sache: Die "Lange Nacht der Podcasts" geht am 27. Jänner im Wiener Palais Eschenbach live. Ich eröffne um 18 Uhr die second stage mit der wunderbaren Mari Lang. Hier gibt es Tickets und alle Infos zu den Podcaster:innen on stage. Freu mich, wenn wir uns "in echt" sehen.

  10. Leben wir in der schlimmsten Welt aller Zeiten? Die Frage beantwortet Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx mit einem Blick in die Vergangenheit. "Was haben unsere Eltern und Großeltern eigentlich erlebt und wenn Sie mal hundert oder tausend Jahre zurückgehen – ich glaube, es ist ein gesellschaftliches Konstrukt, das auch eine sehr große Jammerbereitschaft mit sich trägt. Wenn es schwierig wird, dann neigen wir als mediale Gesellschaft dazu, wirklich die Nerven wegzuschmeißen und das ist auch sehr narzisstisch. Ich glaube, diese Art und Weise mit Schwierigkeiten umzugehen, das ist nicht sehr gesund. Wenn Sie das in ihrem persönlichen Umfeld machen, dass Sie nur jammern und es beklagen, wenn es mal schwierig wird und es wird ja auch mal schwierig, dann kann man das machen, aber es bringt halt nicht so viel." Was aber viel bringt, ist sich einen optimistischen oder konstruktiven Zugang zur Zukunft zu überlegen und darum geht es in unserem Gespräch, das Teil einer Serie zum Jahresstart ist. Denn Horx ist überzeugt: "Wir stolpern durch unsere Irrtümer nach vorne." Alles Teile könnt ihr bei uns auf Kleine Zeitung nachlesen und auch nachhören - es gibt einige Podcasts dazu.

  11. Wird 2023 das Jahr der Befreiung im Iran? Bachmannpreisträgerin Nava Ebrahimi weiß, woher die Wut der Frauen kommt, die seit September 2022 ihr Kopftuch ablegen. Aber was gibt ihnen Kraft, durchzuhalten? In dieser Folge, die auch Teil der Zuversichts-Serie 2023 in der Kleinen Zeitung ist, spreche ich mit der in Graz lebenden Autorin über die Anfänge des Protestes und warum es diesmal anders ist, als bei allen anderen Aufständen seit 2009. Frauenrechte sind weltweit in Gefahr, sagt Ebrahimi und genau das erzeugt die große Solidarisierung. Auch die Sozialen Medien sind Motor dafür. Und eines kommt entscheidend hinzu. Nicht nur Frauen lehnen sich gegen das menschenverachtende Mullah-Regime auf, tausende Männer im ganzen Land, sämtliche ethnische Gruppen und auch die LGBTQ-Bewegung tragen den Protest mit. Kleine Live-Empfehlung: Wenn ihr fair&female live erleben wollt, dann kommt doch zur Langen Nacht der Podcasts am 27. Jänner in Wien. Ich spreche dabei mit der wunderbaren Mari Lang. Alle Infos und Tickets dazu gibt es hier

  12. Unter dem Titel "Alles Bitcoin oder alles Bullshit?" wurde der erste Live-Podcast von "fair&female" aufgezeichnet. Sorry bitte jetzt schon, ich konnte mich noch nicht recht entscheiden, ob ich eine Moderation für Publikum mache oder doch einen Podcast für euch. Ich hab es aber genau so gelassen, wie es eben war. Das Intro hat Katrin Bucher Trantow gemacht. Sie ist Chefkuratorin im Kunsthaus Graz. Die gebürtige Schweizerin studierte in Basel Kunstgeschichte und lebt seit 2003 in der steirischen Hauptstadt. Inhaltlich ging es um die große Frage, ob Blasen wichtig oder gefährlich sind, ausgehend von der noch bis 8. Jänner laufenden Ausstellung im Grazer Kunsthaus von Hito Steyerl haben wir uns die Blase der Kryptowährungen, aber auch die Kryptomöglichkeiten für den Kunstmarkt angesehen. Als Impuls lief vor dem Podcast eine Dokumentation über Bitcoin Mining in Georgien. "The Harvest". Im Gespräch nehmen wir aber wenig Bezug darauf. Das Panel - am Bild von links nach rechts. Christa Sommerer, Künstlerin (Laurent Mignonneau & Christa Sommerer) und Professorin am Interface Culture Department, Institut für Medien, Kunstuniversität Linz Klaus Billinger, Geschäftsführer, Bakerhouse Gallery, Graz Dirk Raith, Soziologe und Wirtschaftsethiker, Nachhaltige Wirtschaft - Ethik und Transformation, Universität Graz Mehr zur Ausstellung gibt es hier und mehr zu steirischer und nationaler Kultur lest ihr hier

  13. An einem Sommermorgen im Jahr 2016 geschieht etwas, das das Leben der 23-jährigen Jaqueline Schreiber in ein davor und danach teilt. In der aktuellen Folge von "fair&female" erzählt "Minusgold" (so heißt sie als Internetperson) über den Moment, in ein tiefes Loch zu fallen, aber auch darüber, wie sie es geschafft hat, sich bei aller Trauer ihre Verletzlichkeit zu behalten. Wie man wieder Mut schöpfen kann, das ist ein Thema mit dem die junge Frau sehr viele Menschen in Österreich inspiriert. Vor allem auf Instagram hat sie aufgrund ihrer poetischen Texte zehntausende Follower und sie ist auch Autorin. Am 23. Jänner 2023 erscheint ihr neues Buch, es heißt "Ungeschönt" (Piper). Sie spricht im Podcast auch über Themen aus dem neuen Buch. Über Tabus, Selbstliebe und warum sich Gesellschaft wandeln muss, um resilienter zu werden. Noch was von mir: Ich wünsch euch allen ein paar feine, ruhige Tage mit guten Gesprächen. Und zum Start 2023 gibt es eine Live-Podcastfolge, die mitte November im Grazer Kunsthaus aufgezeichnet wurde.

  14. Sie ist kein perfektes Opfer. Natascha Kampusch, jene Frau, die mit zehn Jahren entführt und dann acht Jahre lang in einem Verlies in Niederösterreich gefangen gehalten wurde, hat sich selbst befreit und dann beschlossen, nicht aus der Öffentlichkeit zu verschwinden, sondern ihre Geschichte selbst zu erzählen. Mit Büchern, in Interviews und Vorträgen. Seltsamerweise passt sie damit nicht in die Kategorie "Opfer", denn sie ist nach ihrer Selbstbefreiung gerade durch die Öffentlichkeit auch zu einer Projektionsfläche geworden, die bei vielen Menschen Hass ausgelöst hat. Aber warum eigentlich? Und wie hat die heute 34-Jährige es geschafft, auf ihre innere Stärke zu setzen und sich mit ihrer Geschichte, mit ihrem Entführer, aber auch mit dem öffentlichen Umgang auszusöhnen? Das erzählt sie in dieser Episode. Natascha Kampusch hat gerade ein neues Buch geschriebe. „Stärke zeigen – Bewältigungsstrategien für ein kraftvolles Leben“

  15. Femizid. Dieses Wort müssen wir uns leider immer besser merken. Österreich ist ein Land der Frauenmorde. Die Autorin und Journalistin Yvonne Widler hat dazu ein Buch geschrieben, dass traurigerweise "Heimat bis du toter Töchter" heißt (Kremayr&Scheriau) und aktueller kaum sein könnte. Während nämlich die Kriminalität insgesamt seit vielen Jahren rückläufig ist, bleiben die Morde an Frauen konstant hoch. In Österreich werden mehr Frauen als Männer getötet und diese Morde sind zudem auch noch sehr grausam. "Overkill" nennt das die Wissenschaft. Männer, die ihre Frauen nicht nur töten, sondern regelrecht auslöschen. Was Gesellschaft und die fehlende Gleichstellung damit zu tun hat, habe ich mit Yvonne besprochen. Triggerwarnung: In diesem Gespräch kommen explizite Schilderungen von Gewalt vor. Wenn ihr von diesem Thema negativ angesprochen seid, solltet ihr die Folge lieber nicht alleine hören. Falls ihr Hilfe braucht, vielleicht selbst Opfer von Gewalt seid (physisch oder psychisch) oder in eurem Bekanntenkreis Gewalt vermutet, dann wendet euch an die Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 (24/7, kostenfrei, anonym). Hier könnt ihr die aktuellen politischen Maßnahmen nachlesen.

  16. Wer ehrenamtlich arbeitet, ist zufriedener. Führt also irgendwie ein besseres Leben. Auch so kann man karitative Arbeit sehen. Eine ganz dem "Sinn des Lebens" gewidmete Podcast-Episode mit Caritas Direktorin Nora Tödtling Musenbichler, die seit Kurzem auch Vizepräsidentin der Caritas Österreich ist. Am Montag, dem 5. Dezember, ist der internationale Tag des Ehrenamtes. Sich für andere zu engagieren oder einfach nur nett zu sein, macht zufrieden und vielleicht auch glücklich. Der deutsche Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule Nürnberg definierte das "glücklich sein" in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung einmal so: "Bei der Frage, was einen glücklich macht, sind bestimmte Glücksfaktoren entscheidend. Zentral dabei ist, dass man sich anderen gegenüber so verhält, wie man selbst möchte, dass sich andere mir gegenüber verhalten. Das ist die goldene Regel in der Ethik, das findet sich schon in der Bibel und das findet sich bei Kant." Weitere Geschichten rund ums Helfen findet ihr auf der Kleinen Zeitung unter Steirer helfen Steirern (sorry, nicht gegendert).

  17. Feministische Wirtschaft? Und guter Kapitalismus durch Frauen? Fragen, die wir in der heutigen Episode besprechen. Und zwar mit Lisa Marie Fassl. Sie ist Gründerin des Startup-Netzwerks Female Founders. Dort geht es seit 2016 um Vernetzung, das Netzwerk ist seit einigen Jahren sehr international geworden, es gibt mehr als 60.000 Personen, die dabei sind und jetzt haben Lisa und ihre Co-Gründerin Nina Wöss einen Venture Capital Fonds aufgesetzt, er heißt Fund F und hat 20 Millionen Euro. Aber ist das nicht ein Widerspruch, diese schnell wachsende Startup-Welt und der Anspruch, nur in Start-Ups zu investieren, die einen gesellschaftlichen Mehrwert haben? Weitere spannende Podcasts rund um Start-Ups und new economy hört (und lest) ihr bei uns auf der Kleinen Zeitung. Fotocredit: Christoph Kleinsasser Produktion/Schnitt: Audiofunnel

  18. Rainer Nowak und Matthias Schrom sind weg. Der eine war Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse", der andere Chefredakteur im ORF. Beide Männer sind über Chats gestolpert und haben jetzt keinen Job mehr. Doch die Debatte über eine ungesunde Nähe zwischen Journalismus und Politik ist damit nicht vom Tisch. Und das ist gut. Das Vertrauen in Medien und Politik sinkt und die Frage ist: Wie anständig ist denn unser Journalismus noch? Darüber habe ich ein selbstkritisches Gespräch mit Daniela Kraus geführt. Sie ist Generalsekretärin des Presseclub Concordia. Und eines vorweg: Wenn wir Journalist:innen das nicht auf die Reihe kriegen, sieht es finster aus. Für die gesamte Gesellschaft. Transparenzerklärung: "Die Presse" gehört, so wie auch die "Kleine Zeitung", zur Styria Media Group. Das sagt Kleine Zeitung Chefredakteur Hubert Patterer zur eigenen Unabhängigkeit und hier gehts zu den Ergebnissen des Reuters Digital News Report 2022

  19. Sie polarisiert und sie liebt es (behaupte ich). Sie gilt als rechts, manchmal dann aber auch als links, sie selbst sieht sich in erster Linie als liberal. Anna Schneider (32) löst auf Twitter (absichtlich?) Shitstorms aus, pocht vehement auf Eigenverantwortung und ist überzeugt, dass jeder und jede erst mal selbst alles im Leben steuern kann. Die gebürtige Kärntnerin arbeitet für die deutsche Zeitung "Welt" und ist dort "Chefreporterin Freiheit". Wir sprechen über gesellschaftliche Entwicklungen und streiten darüber, wo die Freiheit eines einzelnen Menschen endet, denn Anna findet, dass die Freiheit immer beim ich beginnt. Genau so heißt übrigens auch ihr erstes Buch, das genau jetzt bei dtv erscheint. Es ist ein rasantes Gespräch und ich muss schon mal sorry sagen, denn Anna gendert konsequent gar nicht und ich hab mich von ihrer Sprechweise dort und da ein bisschen mitnehmen lassen. So ist das halt auch manchmal. Ich hoffe aber, die Debatte gefällt euch trotzdem und nächstes mal bin ich hoffentlich wieder ein bisschen konsequenter in meiner Sprechweise. Ach ja, und noch eine Info: Wir haben das Gespräch Anfang September aufgezeichnet. Falls sich also politische Rahmenbedingungen (in Deutschland oder Österreich) verändert haben, konnten wir darauf nicht im Detail Bezug nehmen.

  20. Schon mal "Female EmBAUERment" gehört? Darum geht es hier. Die Theresa Imre (32) hat mit markta.at einen sehr erfolgreichen digitalen Bauernmarkt gegründet und möchte darüber hinaus die versteckten Winkel in unserer Landwirtschaft beleuchten. Wie etwa die Frage, warum zwar Bäuerinnen ganz selbstverständlich engagiert auf den Höfen arbeiten, aber sehr oft nur Bauern die Höfe besitzen. "Die Situation in Österreich ist meistens so, dass die Höfe vom Vater an den ältesten Sohn weitergegeben werden. Historisch ist das Eigentum auf männlicher Seite geblieben." Wenn es aber um die Arbeit geht, dann "sind die Frauen wieder am Zug". Diese fehlende Gleichberechtigung sei, sagt Imre, aber sehr wenig beleuchtet und diskutiert. Tatsächlich, so ist die Gründerin überzeugt, sind aber feministische Zugänge, etwa wenn es um einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen oder mehr Fairness in der Preisgestaltung geht, ein gesamtgesellschaftlicher Hebel, der uns sowohl in der Versorgungssicherheit, als auch im Bereich Klimaschutz enorm helfen könnte.