
Klinisch Relevant Podcast
- klinisch relevant
- Apple Podcasts
- klinisch-relevant.de
- Deutschland
- Schweiz
- USA
- München
- Köln
- Berlin
- Essen
- MS
- Euro
- Parkinson
- Aachen
- Bochum
- 15.06.202128 min
Versteht Dein Patient, was Du ihm sagen möchtest?! Der Begriff „Gesundheitskompetenz“ hat sich als Übersetzung des englischen Begriffs „Health Literacy“ in der deutschsprachigen Diskussion durchgesetzt und bedeutet wörtlich „auf Gesundheit bezogene Literalität“. Darunter wurden ursprünglich die grundlegenden Schreib-, Lese- und Rechenfähigkeiten verstanden, die Menschen benötigen, um schriftliche Dokumente wie etwa Behandlungsinformationen oder Hinweise zur Medikamenteneinnahme lesen und verstehen zu können (vgl. Schaeffer et al., 2018). „Health Literacy“ schließt heute über die beschriebenen literalen Techniken hinaus auch die Fähigkeit ein, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen, kritisch beurteilen, auf die eigene Lebenssituation beziehen und für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit nutzen zu können. Nach diesem Verständnis zielt Gesundheitskompetenz also auf den kompetenten Umgang mit gesundheits-relevanter Information – nicht einzig, um die an Patienten gestellten Erwartungen erfüllen zu können, sondern vielmehr, um zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit beizutragen (vgl. Schaeffer et al., 2018). „Gesundheitskompetenz basiert auf allgemeiner Literalität und umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen in unterschiedlicher Form zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag in den Bereichen der Krankheitsbewältigung, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung Urteile fällen und Entscheidungen treffen zu können, die ihre Lebensqualität während des gesamten Lebensverlaufs erhalten oder verbessern.“ (Sørensen, 2012)) Warum ist Gesundheitskompetenz für die Gesundheitsversorgung wichtig? Eine geringe Gesundheitskompetenz wird mit schlechtem Gesundheitsverhalten und -ergebnissen in Verbindung gebracht, unabhängig von anderen soziodemografischen Faktoren. Die Gesundheitskompetenz oder Health Literacy wird daher sowohl national in Deutschland als auch international als eine wichtige Herausforderung der (öffentlichen) Gesundheitsversorgung angesehen. Welche Rolle haben Gesundheitsdienstleister (Physio, Ergos, Logos, Ärzte, Pflege)? Gesundheitsdienstleister sind eine wichtige Quelle für Gesundheitsinformationen und den Aufbau von Kompetenzen für Patienten und Familien. Angehörige der Gesundheitsberufe, die keine Gelegenheit zur Schulung der Gesundheitskompetenz hatten, können unwissentlich Barrieren für eine angemessene Gesundheitskompetenz der Patienten schaffen, indem sie ineffektiv kommunizieren, eine Terminologie verwenden, die den Patienten nicht geläufig ist, Anweisungen geben, die nicht klar sind, oder sich nicht genügend Zeit nehmen, um zu prüfen, ob der Patient die Anweisungen verstanden hat oder wie er sie auszuführen gedenkt. Welche Möglichkeiten haben Gesundheitsdienstleister (Physios, Ergos, Logos, Ärzte, Pflege, …)? Im Podcast werden unterschiedliche Aspekte und Beispiele zur Förderung der Gesundheitskompetenz mittels verbaler Kommunikation, Schriftlicher Kommunikation, Förderung Befähigung zum Selbstmanagement der Patient*innen und die Verknüpfung von Netzwerken skizziert. Zusätzlich wird auf den Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz eingegangen, der neben der Verantwortung der der Gesundheitsdienstleister auch die Gesamtverantwortung der Gesellschaft und der öffentlichen Gesundheitsversorgung in den Blick nimmt. Die Verbesserung und Unterstützung der Gesundheitskompetenz kann zu folgenden Ergebnissen führen: Bessere Gesundheit und bessere Behandlungsergebnisse für Patienten Bessere Beziehungen zwischen Patienten und Ärzten Verbessertes Verständnis von Medikamenteninformationen, -anweisungen und -adhärenz Geringeres Risiko für ernsthafte Gesundheitsprobleme, die aus Missverständnissen und Kommunikation resultieren Reduzierte Wiedereinweisungen und Wiederholungstermine Geringere gesundheitliche Ungleichheit Tipps für den klinischen (physiotherapeutischen) Alltag In Bezug auf das Wissen Deiner Klientinnen, nimm keine Grundannahme des Vorwissens der Patienten an, bieten den Menschen immer Unterstützung an Überprüfe, ob Du deinem Patienten oder deiner Patientin alles so erklärt hast, dass es verstanden wurde. Es liegt nicht in der alleinigen Verantwortung des Patienten, zu verstehen, sondern in Deiner Verantwortung, zu überprüfen, ob die Informationen verstanden wurden. Nutze TEACH BACK/Ask3 Was ist mein Hauptproblem? Was muss ich tun? Warum ist es wichtig für mich, dies zu tun? Verwende eine einfache Sprache – verwende eine Sprache, die Dein Gegenüber leicht verstehen kann und vermeide Jargon und medizinische Fachausdrücke. Verwenden einfache Bilder - zeichne oder zeige Bilder, um ein komplexes Konzept zu vermitteln. Teile die Informationen, die Du mit jemandem besprechen musst, in kleinere Abschnitte auf und überprüfen Sie dann, ob diese verstanden wurde; Befähige Deine Patienteninnen zur Reflexion und zum Selbstmanagement Literatur: Australian Commission on Safety and Quality in Health Care: Health Literacy: Taking Action to Improve Safety and Quality 2014. Im Internet: https:// www.safetyandquality.gov.au/publications/health-literacy-taking-action-to-improve-safety-and-quality/; Stand: 27.03.2017. Nutbeam D.: The Evolving Concept of Health literacy. Social Science & Medicine 2008;67(12):2072–2078. Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U. und Kolpatzik, K. (Hrsg.) (2018): Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. Berlin: KomPart Sørensen K., Van den Broucke S., Fullam J., Doyle G., Pelikan J. M., Slonska Z., Brand H. (2012), HLS-EU Consortium: Health Literacy and Public Health: A Systematic Review and Integration of Definitions and Models. BMC Public Health;12(1):1–13.
Nummuläre Kopfschmerzen, Orgasmus-Kopfschmerz, New daily persistent headache und mehr.. Wir haben heute das Vergnügen im Klinisch Relevant Podcast ein weiteres Mal mit Cem Thunstedt über Kopfschmerzen zu sprechen. Nachdem wir im letzten Podcast mit ihm ausführlich über die Migräneprophylaxe gesprochen haben, widmen wir uns heute den seltenen primären Kopfschmerzen. Kopfschmerzen beim Sex, beim Einschlafen oder sogar jeden Tag nach dem Aufstehen? Herr Thunstedt hat uns heute spannende Kopfschmerzerkrankungen mitgebracht. Wenn ihr Wissen möchtet,: woran man den primären Orgasmuskopfschmerz erkennt und mit welcher anderen Kopfschmerzerkrankung man ihn verwechseln könnte, worum es sich beim reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndrom (RCVS) handelt, an welche Differentialdiagnosen man bei Kopfschmerzen denken sollte und was ein Phäochromozytom mit der Thematik zu tun hat, dann seid ihr heute bei uns wieder goldrichtig. Nach dem heutigen Podcast wirst du außerdem wissen,: was ein nummulärer Kopfschmerz ist, wie man das Jabs-and-jolts-Syndrom behandelt und warum Indometacin in der Neurologie noch eine größere Rolle spielt als in anderen Fachbereichen. Viele neue Erkenntnisse wünscht euch das Team von Klinisch Relevant! Hier noch der Link zu unserer nächsten Live Online Fortbildung am 21.06.2021, 20 Uhr mit Prof. Sebastian Baum: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/pharmakotherapie-bei-geriatrischen-patient-innen-mit-prof-sebastian-baum?
- 08.06.202138 min
Definition, Prophylaxe und Behandlung von Gelenkkontrakturen Kontrakturen Der Klinisch Relevant Podcast liefert den Gesundheitsberufen kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst. Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Kontrakturen, die Prophylaxe, Entstehung, Studienlage und Praxistipps zur korrekten Anwendung. Cochrane Review zum Thema der Wirksamkeit von passiver Durchbewegung / Streching: Harvey LA, Katalinic OM, Herbert RD, Moseley AM, Lannin NA, Schurr K. Stretch for the treatment and prevention of contracture: an abridged republication of a Cochrane Systematic Review. J Physiother. 2017 Apr;63(2):67-75. doi: 10.1016/j.jphys.2017.02.014. Epub 2017 Mar 14. PMID: 28433236.: Contractures are a common complication of neurological and non-neurological conditions, and are characterised by a reduction in joint mobility. Stretch is widely used for the treatment and prevention of contractures. However, it is not clear whether stretch is effective. This review is an update of the original 2010 version of this review. Objectives: The aim of this review was to determine the effects of stretch on contractures in people with, or at risk of developing, contractures. The outcomes of interest were joint mobility, quality of life, pain, activity limitations, participation restrictions, spasticity and adverse events. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28433236/ Kontrakturen - Ein Pflegefehler? Lassen sich Kontrakturen sicher vermeiden? Eher nicht. Zu vielfältig sind ihre Ursachen, zu komplex das Geschehen. Dennoch kommt der Prophylaxe von Kontrakturen eine wichtige Rolle zu. Zielführend ist dabei vor allem eine individuelle Bewegungsförderung. Verfügbar unter: https://www.bibliomed-pflege.de/sp/artikel/30235-kontrakturen-ein-pflegefehler Erworbene Kontrakturen der Gelenke im höheren Lebensalter: Eine systematische Literaturanalyse Die freie Beweglichkeit in den Gelenken, insbesondere der Extremitäten, ist eine Grundlage ungehinderter Mobilität und Autonomie im hohen Alter. In internationalen Publikationen wird eine Kontrakturprävalenz von 15% bis über 70% bei älteren Patienten im Krankenhaus genannt. Die spezifischen Merkmale der untersuchten Populationen und Settings, aber auch unterschiedliche Definitionen und Methoden der Datenerhebung dürften für diese Variation verantwortlich sein. Kontrakturen führen zu zusätzlichem Pflegeaufwand. Die unlängst verabschiedeten Transparenzkriterien für die Qualitätsbeurteilung der stationären Altenhilfe beinhalten auch Items zur Einschätzung des Kontrakturrisikos und zur Kontrakturprophylaxe. Hierzu bedarf es einer einheitlichen Definition der Kontraktur. Die Literaturanalyse hatte zum Ziel, die in klinischen Studien zugrunde gelegte Definition der Kontraktur zu sichten. Verfügbar unter: https://www.springermedizin.de/erworbene-kontrakturen-der-gelenke-im-hoeheren-lebensalter/8374986
- 05.06.202143 min
Psychotherapeutin und Schlafexpertin Dr. Carolin Marx-Dick im Gespräch über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schlafstörungen Schlafstörungen In unserem heutigen Klinisch Relevant Podcast möchten wir über etwas sprechen, das täglich ca. einen Drittel unseres Tages einnimmt und in vielerlei Hinsicht essentiell für die Physis und Psyche ist: Schlaf. Mit Frau Dr. Carolin Marx-Dick, Psychotherapeutin und Expertin für Schlafgesundheit, haben wir die perfekte Ansprechpartnerin gefunden, um für euch über die verschiedenen Aspekte von Schlafstörungen zu sprechen – natürlich ohne dabei einzuschlafen. Wir hoffen ihr findet das Thema genauso spannend wie wir und könnt viele Erkenntnisse mit ins Schlafzimmer nehmen. Wir haben für euch heute in Erfahrung gebracht,: wie die Schlafstörungen klassifiziert werden, welche Folgen Schlafstörungen nach sich ziehen, wie der normale Schlafzyklus aufgebaut ist und welche Phasen besonders wichtig für erholsamen Schlaf sind und welche Faktoren einen schlechten Einfluss auf das Ein- und Durchschlafen haben. Weiterhin wirst du lernen,: welche Tipps unsere Expertin für guten Schlaf geben kann, wann und ob man bei Schlafstörungen diagnostische Schritte einleitet, wann welche medikamentösen Therapien sinnvoll sind und was es mit dem weit verbreiteten Begriff „Schlafhygiene“ auf sich hat. Viel Spaß wünscht euch euer Team von Klinisch Relevant! Buchempfehlung: Marx-Dick, C. (2021): „Mein Schlaf-Gut-Journal“, Fischer & Gann, 1. Auflage Tickets zu unserer nächsten Live Online-Fortbildung am 21.06.2021 um 20 Uhr zum Thema "Pharmakotherapie bei geriatrischen Patient*innen" mit Prof. Baum aus Münster findest Du hier: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/pharmakotherapie-bei-geriatrischen-patient-innen-mit-prof-sebastian-baum?
- 01.06.202136 min
Definition, pathophysiologische Grundlagen und therapeutische Ansätze In unserem neuen Klinisch Relevant Podcast haben wir Prof. Dr. Schilbach, Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Düsseldorf, zu Gast. Mit ihm besprechen wir Störungsbilder, die den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet werden und als Autismus-Spektrum-Störung bezeichnet werden. Autismus ist immer wieder ein gesellschaftliches Gesprächsthema, welches fälschlicherweise häufig als Nebenwirkung von Impfungen diskutiert wird. Wir möchten heute allerdings das Thema für euch ganz allgemein beleuchten und euch die wichtigsten Fakten zu diesen Störungen liefern. Wenn ihr euch schon immer gefragt habt,: was Autismus überhaupt ist, worin sich autistische Störungsbilder unterscheiden, wie sich die Störungen klinisch präsentieren, und welche Probleme die Betroffenen im Alltag haben, dann lohnt es sich auf jeden Fall in unseren Podcast einzuschalten. Am Ende des Podcasts, wisst ihr unter anderem,: welche Ursachen bekannt sind, was es mit den ADOS- und AQ-Testungen auf sich hat, welche Auffälligkeiten in der Hirnaktivität beobachtet werden konnten, und welche therapeutischen Ansätze verfolgt werden. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß und viele neue Erkenntnisse!
Wie man Menschen mit eingeschränkter lautsprachlicher Kommunikationsfähigkeit unterstützen kann Unterstützte Kommunikation Unterstützte Kommunikation (UK) Ein wertvoller Baustein in der Sprach- und Sprechtherapie Ein Podcast-Interview mit der akademischen Sprachtherapeutin Britta Münzer und der Logopädin Janina Haist über Unterstützte Kommunikation. Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant. Heute ist Britta Münzer, unserer Expertin für den Bereich Logopädie, mit ihrer Kollegin Janina Haist im Gespräch über den Einsatz von Unterstützter Kommunikation in der Sprachtherapie. Obwohl es in der Sprach- und Sprechtherapie im Wesentlichen immer um Kommunikation geht, taucht unterstützte Kommunikation oft nur als Randerscheinung in der logopädischen Ausbildung auf. Dementsprechend hoch ist bei vielen Therapeuten die Hemmschwelle, UK gezielt in ihre therapeutische Arbeit mit einzubeziehen. Teilweise werden Elemente der UK, wie Bildsymbole und Gesten verwendet, ohne dass es der Therapeutin bewusst ist, dass es sich hier schon um UK handelt. Was ist UK? Darunter versteht man Maßnahmen zur Verbesserung der kommunikativen Möglichkeiten bei Menschen, die sich lautsprachlich nicht oder nur eingeschränkt ausdrücken können Wer sich mit UK beschäftigt, begegnet auch immer wieder Vorbehalten wie, UK würde die Sprachentwicklung behindern oder könne erst eingesetzt werden, wenn im Bereich der Lautsprachanbahnung alle Mittel ausgeschöpft seien. In unserem Podcast räumen wir mit möglichen Vorurteilen auf und informieren über: Linkbeschreibung • Zielgruppen, bei denen UK erfolgreich eingesetzt werden kann • den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz von UK • unterschiedliche Kommunikationshilfen, wie: körpereigene Kommunikationsmittel körperfremde nicht-elektronische Kommunikationshilfen körperfremde elektronische Kommunikationshilfen • Methoden, um Klienten an den Gebrauch der Kommunikationshilfe heran zu führen • Anregungen, UK im Lebensalltag zu integrieren • eine Möglichkeit sich zur Fachtherapeutin UK weiter zu bilden Weitere Informationen unter folgenden links: Materialien: www.uk-couch.de, kostenloser download von Spielvorlagen www.metacom-symbole.de, kostenloser Download von Symbolen und Spielmaterial Beratungsstellen für UK: https://www.gesellschaft-uk.org/familien/beratung.html https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/einrichtungen/uk-beratungsstelle https://www.uk-beratungsstelle.uni-halle.de/
- 25.05.202127 min
Warum Ihr den Fasttrack-Podcast unbedingt abonnieren solltet!! Wir möchten euch heute zwei Kollegen vorstellen, die es nach ihrer Ausbildung in Deutschland in die Schweiz verschlagen hat, um dort als Experten für Notfallpflege im Kantonspital Baden tätig zu sein. Sebastian Schiffer und Andreas Müller haben gemeinsam das sehr informative Podcast-Format „Fasttrack – Der Notfall-Podcast“ ins Leben gerufen und vermitteln so ihren Zuhörern essentielles Wissen rund um die Notfallpflege. In dieser Folge erfahrt ihr: mehr zu den Gründern des Podcast-Formates und was sie dazu bewogen hat, Podcasts aufzunehmen, welche Themen vordergründig behandelt werden und weshalb es sich auf jeden Fall lohnt in die Podcastfolgen einzuschalten, welche Unterschiede es zwischen Deutschland und der Schweiz hinsichtlich der Ausbildung und Organisation der Notfallpflege gibt und noch vieles mehr! Viel Spaß beim Zuhören wünscht euch euer Klinisch Relevant Team! Damit ihr gleich im Anschluss bei „Fasttrack – Der Notfall-Podcast“ einschalten könnt: https://www.fasttrack-notfall.com/podcast/
- 22.05.202119 min
Die makroskopische Urinanalyse: was ist im Hinblick auf Menge, Konsistenz und Farbe "normal"? Harnschau Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Harnschau, Typisierung des Harns, pathologische Auffälligkeiten und diagnostische Empfehlungen. The Human Urine Metabolome. Souhaila Bouatra, Farid Aziat, Rupasri Mandal, An Chi Guo, Michael R. Wilson, Craig Knox, Trent C. Bjorndahl, Ramanarayan Krishnamurthy, Fozia Saleem, Philip Liu, Zerihun T. Dame, Jenna Poelzer, Jessica Huynh, Faizath S. Yallou, Nick Psychogios, Edison Dong, Ralf Bogumil, C ornelia Roehring, David S. Wishart. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0073076: Urine has long been a ‘‘favored’’ biofluid among metabolomics researchers. It is sterile, easy-to-obtain in large volumes,largely free from interfering proteins or lipids and chemically complex. However, this chemical complexity has also madeurine a particularly difficult substrate to fully understand. As a biological waste material, urine typically contains metabolic breakdown products from a wide range of foods, drinks, drugs, environmental contaminants, endogenous waste metabolites and bacterial by-products. Many of these compounds are poorly characterized and poorly understood. In an effort to improve our understanding of this biofluid we have undertaken a comprehensive, quantitative, metabolome-wide characterization of human urine. This involved both computer-aided literature mining and comprehensive, quantitative experimental assessment/validation. _Urin - eine Entdeckungsreise durch Niere, Blase und Co. DOI _ https://doi.org/10.1007/978-3-662-59687-6: Text des Verlags: Wasserlassen, was passiert da eigentlich? Wie entsteht Urin und welche Wege durchläuft er, bis er den Körper verlässt? Lassen Sie sich aufklären über interessante Fakten und Mythen rund um den wertvollen Körpersaft. Mit Tiefgang und hohem Informationsgehalt, aber vor allem mit viel Humor stellt Ilona Kühlmann die tabuisierte Flüssigkeit mit allen mitwirkenden Organen in den Mittelpunkt. Verständlich und mit einer Vielzahl an heiteren und kuriosen Geschichten rund ums „Pipi“ erkundet sie die geheimnisvolle Welt der Urologie und der Nephrologie und beantwortet kenntnisreich zahlreiche spannende Fragen.
Hier sprechen wir über folgende Themen: Welche Gründe gibt es für eine Beatmung? Welche Formen der Beatmung gibt es? Welche Beatmungs-Modi braucht man in welchen Situationen? Beatmung für Anfänger In diesem Podcast sprechen wir über ein sehr relevantes Thema aus der Anästhesie, das seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie für die breite Gesellschaft präsent ist und auch in anderen medizinischen Fachbereichen an Bedeutung gewonnen hat, und zwar über die Beatmung von Patienten. Als Experten haben wir heute wieder Ingmar Finkenzeller, Facharzt für Anästhesie in der Universitätsmedizin Göttingen und Gründer des „Young Urban Anesthesiologists“-Podcasts, zu Gast. Wenn du wissen willst: • für welche Patientengruppen eine Beatmung überhaupt notwendig ist, • was man unter invasiver und nicht-invasiver Beatmung versteht, • welche verschiedenen Beatmungsmodi es gibt und • wie man den Beatmungserfolg monitoren kann, dann bist du hier genau richtig! Wir möchten dein Grundlagenwissen zum Thema Beatmung auffrischen. Daher wirst du nach diesem Podcast unter anderem wissen: • was es mit dem Stufenschema hinsichtlich der Invasivität der Beatmung auf sich hat, • was mit CPAP, CPAP ASB, BIPAP gemeint ist, • welche verschiedenen Beatmungsmodi eingesetzt werden und welche Vorteile sie haben, • was der Unterschied zwischen einer Tracheotomie und einer Koniotomie ist und noch vieles mehr! Zum Nachschlagen haben wir für euch noch diese nützlichen Links: • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/001-021l_S3_Invasive_Beatmung_2017-12.pdf Podcast von Ingmar und Kollegen: "Young urban anaesthesiologists"
- 15.05.202144 min
Welche Antidepressiva kannst Du wie und warum bei geriatrischen Patienten einsetzen? Antidepressiva in der Geriatrie Mit Prof. Dr. Sebastian Baum sprechen wir heute über Antidepressiva aus verschiedenen Wirkstoffgruppen. Wir haben für euch unter anderem in Erfahrung gebracht, welche wichtigen Kontraindikationen der verschiedenen Medikamente man im Hinterkopf behalten muss, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Subtanzen für den Einsatz bei geriatrischen Patienten geeignet sind. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Citalopram: Nicht bei Patienten, die bereits ein Long-QT-Syndrom (LQTS) haben oder mit einem Medikament behandelt werden, welches potenziell ein LQTS auslösen könnte (Amiodaron, Fluconazol, Antipsychotika, Melperon) Escitalopram: Nicht bei Patienten, die bereits ein LQTS haben oder mit einem Medikament behandelt werden, welches potenziell ein LQTS auslösen könnte (Amiodaron, Fluconazol, Antipsychotika, Melperon) Sertralin: Hat diese KI nicht. Hyponatriämie: Bei geriatrischen Patienten häufig. Könnte auf Verdünnungseffekte aufgrund von Wassereinlagerungen oder medikamentöse Therapien zurückzuführen sein. 5 % der Hyponatriämien sind auf Medikamente (Antidepressiva wie Venlafaxin oder Carbamazepin, Antipsychotika, Diuretika) zurückzuführen. Nebenwirkungen: Motorische Unruhe (Antriebssteigernd), kann ein Delir begünstigen, GI-Blutung, Intrazerebrale Blutung Dosierung: Insgesamt eher niedrigere Dosierungen beim Start • Venlafaxin (Gehört zu den SSNRI, siehe unten): Unter 150 mg kommt es häufig nicht zu den gewünschten Effekten. Dosierungen meist zwischen 150 – 225 mg. Bei höheren Dosierungen sollte der Plasmaspiegel regelmäßig überprüft werden. • Citalopram: 10 mg Anfangsdosis. Maximal 20 mg empfohlen. • Sertralin: Start mit 50 mg/Tag bis max. 200 mg/Tag aufdosierbar. Bei oraler Antikoagulation z.B. mit Marcumar, empfiehlt es sich aufgrund des Blutungsrisikos ein SSNRI zu nehmen oder auf „neue“ orale Antikoagulantien (NOAK) umzusteigen. Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) Venlafaxin: Antidepressivum der Wahl, wenn SSRI nicht in Frage kommen. Geringeres Blutungsrisiko, erfahrungsgemäß weniger LQTS und gut verträglich. Absetzen des Medikamentes dauert etwas länger. Dosierung: 1 x täglich mit Retardtabletten morgens/mittags. Abendliche Gabe von SSRI und SSNRI machen eher mal eine Schlafstörung. Venlafaxin und Duloxetin: Auch für Schmerzpatienten geeignet. Daher können diese beiden Medikamente genutzt werden, um sowohl die Schmerzkomponente als auch die Depression zu behandeln. Jeweils auch mit Mirtazapin (max. 15 mg) kombinierbar um Schlafstörungen zu behandeln. Nachteile: • Das Absetzen dauert lange (bis zu einem Jahr) • Beim Venlafaxin liegen Retardtabletten vor, die für Patienten mit Sonden nicht zerkleinert werden dürfen. Hier ist das Duloxetin eher geeignet. Mirtazapin (Nicht den SSRI oder SSNRI zugeordnet): • Einschlaffördernd. • Start: 7,5 – 15 mg; Maximaldosis: 45 mg/Tag • Wirkt appetitssteigernd • Kann zu einer Augmentation der Restless-Legs-Symptomatik führen Trizyklische Antidepressiva Werden aktuell in der Regel umgestellt auf andere Antidepressiva Bei wenigen Schmerzpatienten von Vorteil oder wenn bestimmte Konstellationen vorliegen Grund für das Absetzen bei geriatrischen Patienten: • Stark anticholinerg • Fahrtüchtigkeit eingeschränkt Opipramol Wird auch als „dirty drug“ bezeichnet, da sehr unselektiv Wirken peripher und zentral Sollte vorzugsweise ausgetauscht werden Augmentationstherapie Olanzapin wurde lange bei jüngeren Patienten eingesetzt Quetiapin hat sich bei älteren Patienten etabliert • Initial niedrig dosieren • Kann zu einer gravierenden Hypotonie führen • Bei 25 bzw. 50 mg kann es sedierend wirken Mood-stabilizer Lithium: Bei geriatrischen Patienten an die Lithium-Intoxikation denken und engmaschig kontrollieren. Valproat: CYP-Induktor. Wird daher zurückhaltend genutzt bei geriatrischen Patienten. Pregabalin
- 11.05.202132 min
Wie Roboter-gestütztes Gehtraining spastische Gangstörungen bessern kann Roboter-gestüztes Gehtraining und Exoskelette in der Physiotherapie Patienten mit infantiler Zerebralparese (ICP) kämpfen oft mit lebenslangen Einschränkungen und einem immobilitäts-bedingten hohen Sterberisiko. In einer weltweit ersten randomisierten klinischen Kontrollstudie mit pädiatrischen ICP Patienten wird in der Klinik für Manuelle Therapie (Hamm) der Einfluss roboter-assistiertem Gehtrainings mit dem Hybrid Assistive Limb (HAL®) System auf die Gehfähigkeit untersucht. Das HAL® Exoskelett ist ein EMG gesteuertes Exoskelett, welches mittels vier Elektromotoren die Bewegungen der unteren Extremitäten verstärken und individuell unterstützen kann. Weitere Impressionen zum HAL Projekt und dem praktischen Einsatz des HAL findest du unter https://youtu.be/zeySwhjdgj8 und https://youtu.be/xE3AMKz_dWw Das Interview führt Prof. Dr. C. Grüneberg mit Fabian Moll. Fabian ist Physiotherapeut mit OMT Qualifikation und hat an der HS Osnabrück sein Masterstudium in muskuloskelettaler Therapie absolviert. Er arbeitet seit Ende 2019 als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit dem HAL® System in Hamm und behandelt als Physiotherapeut Schmerzpatienten. Zusätzlich arbeitet Fabian mit „Physio Consult Fabian Moll“ in den Bereichen OMT-Diagnostik und neurozentriertem Training mit Patienten mit komplexen Beschwerdebildern beratend und auf Anfrage. Weitere Informationen: www.fabianmoll.de Instagram: www.instagram.com/physio.consult/ Die Klinik für Manuelle Therapie, Klinik für Wirbelsäulen-, Gelenkleiden und Schmerztherapie ist eines der größten Schmerzzentren Deutschlands. Das multimodale und konservative Therapiekonzept beinhaltet Manuelle Medizin/Osteopathie, Psychotherapie, Physiotherapie, natürliche Heilmethoden sowie medikamentöse und interventionelle Schmerztherapie. Neben der stationären Schmerztherapie besteht eine Kinderstation zur Behandlung von primär pädiatrischen Patienten mit ICP. Weitere Informationen: www.kmt-hamm.de Weitere Literatur zum HAL: Mataki et al., 2018. https://doi.org/10.1186/s13104-018-3311-z Matsuda et al., 2018a. https://doi.org/10.1589/jpts.30.207 Matsuda et al., 2018b. https://doi.org/10.1016/j.braindev.2018.04.004 Takahashi et al., 2018. https://doi.org/10.1589/jpts.30.1009
- 08.05.202124 min
Infektiöse Endokarditiden: Klinik, Diagnostik und Therapie nach den aktuellen Leitlinien Erregerbedingte Endokarditiden Herzlich Willkommen zu einer weiteren Podcastfolge von Klinsch Relevant! Wir sprechen heute mit Dr. Andreas Barsuhn wieder über ein Thema aus der Kardiologie, und zwar über die infektiöse Endokarditis. Er geht hierbei unter anderem auf die wichtigsten Erreger, den häufig vorkommenden Symptomen, der Diagnostik sowie der Therapie ein. Viel Spaß und viele Erkenntnisse wünscht euch euer Team von Klinisch Relevant. **Klassifikation ** Nicht-infektiöse Endokarditis: z.B. Libman-Sacks-Endokarditis im Rahmen des Systemischen Lupus erythematodes (SLE) Infektiöse Endokarditis Endokarditis-Teams Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen, Internisten, Mikrobiologen Einsatz der Endokarditis-Teams hat sich im Rahmen der Betreuung von Endokarditis-Patienten positiv auf die Mortalität ausgewirkt. Notwendigkeit der Endokarditis-Teams wird daher in den Leitlinien von 2015 hervorgehoben. Stellenwert in der Klinik und häufigste Erreger Sehr gefährliche Erkrankung mit potentiell letalem Ende. Früher: Häufig posttraumatische Endokarditiden Heute: Endokarditiden bei Patienten mit Prothesen, nosokomiale Endokarditiden Diagnostik: Nachweis von typischen Erregern in zwei unabhängigen Blutkulturen. Erreger: Streptococcus viridans, Staphylococcus aureus, Erreger der HACEK-Gruppe, Enterokokken, Coxiella burnetii Lokalisation der Endokarditiden Linksseitig häufiger: Aorten- und Mitralklappe Rechtskardiale Klappen insbesondere bei i.v. Drogenabusus Kongenitale Vitien Kunstklappe vs. Bioklappe, Prävention Therapie unterscheidet sich zwischen Nativklappen-Endokarditis und der prothetischen Endokarditis (s. unten). TAVI: Auch hier sind Endokarditiden möglich. Prävention: Prophylaktische Antibiotikagabe bei Hochrisikopatienten sowie Hochrisikoeingriffen. Dies gilt für beispielsweise Patienten mit Klappenprothesen, rekonstruierten Klappen, durchgemachter Endokarditis oder angeborenen Vitien. Bei einer leichtgradigen Mitralklappeninsuffizienz wird keine Prophylaxe empfohlen. Hochrisikoeingriffe: Zahnärztliche Eingriffe an der Gingiva Wichtig: Desinfektion und steriles Arbeiten bei Venenkathetern, Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen Endokarditisprophylaxe (30-60min vor dem Eingriff): Ampicillin, Amoxicillin, Clindamycin (bei Unverträglichkeit) **Symptome ** Keine typischen Symptome für eine Endokarditis Klinischer Verlauf sehr variabel und hängt vom auslösenden Erreger sowie dem Patienten ab Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Gewichtsverlust Janeway-Läsionen Osler-Knötchen Petechien Komplikationen: Septische Embolien, Klappenperforation, Klappendehiszenz Diagnostik Mikrobiologischer Nachweis mittels Blutkulturen Transthorakale Echokardiographie: Nachweis der Vegetation, Abszess, Dehiszenz einer Prothese Transösophageale Echokardiographie: Vor allem wenn schlechte Schallbedingungen vorliegen, der Patient bereits Prothesen, Herzschrittmacher oder endokardiale Sonden hat Diagnosekriterien: Dukes-Kriterien: Major- und Minor-Kriterien Major: Positive Blutkulturen und Nachweis von Vegetationen bzw. eines neu aufgetretenen Vitiums. Minor: Bekannte Herzvitien, i.v. Drogenabusus, Fieber, Immunologische Besonderheiten wie Glomerulonephritiden, Osler-Knötchen, vaskuläre Beteiligung, verschiedene mikrobiologische Befunde (Serologien, Abstriche) Nachweis paravalvulärer Läsionen im Herz-CT Suspekte Befunde im PET-CT Nachweis von embolischen Geschehen in der bildgebenden Diagnostik **Therapien ** Bekannter Erreger: In den Leitlinien ist für jeden Erreger die entsprechende Antibiotika-Therapie aufgelistet. Unbekannter Erreger: Empirische Therapie bei einer ambulant erworbenen Nativklappen-Endokarditis: Ampicillin, Flucloxacillin, Gentamicin Endokarditis bei Klappenprothesen und nosokomial erworbene Endokarditiden: Vancomycin, Gentamicin, Rifampicin Therapiedauer: 4-6 Wochen OP-Indikationen: Kardiogener Schock Emobolien trotz adäquater Antibiose Vegetationen, die eine bestimmte Größe überschreiten oder rasch an Größe zunehmen Hier ist der Link zu den Tickets für unsere Live-Online Fortbildung am 12.05.2021: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/morbus-parkinson-was-ist-klinisch-relevant
- 04.05.202121 min
Welche Besonderheiten hat eine Schwangerschaft für die Therapie und den Verlauf einer Multiplen Sklerose? Schwanger mit Multipler Sklerose (MS) Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant! Heute sprechen wir mit Frau Dr. med. Undine Proschmann aus dem Multiple Sklerose (MS) Zentrum des Universitätsklinikums in Dresden über das Thema „Schwanger mit MS“. Die Multiple Sklerose ist eine autoimmune Erkrankung des zentralen Nervensystems und tritt vor allem zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Wir haben für euch in Erfahrung gebracht, warum das Thema überhaupt klinisch relevant ist, über welche wesentlichen Aspekte man die Patientinnen aufklären muss, was es bei verschiedenen Therapien zu beachten gilt und wie das Monitoring postpartal erfolgen sollte. Wir wünschen euch viele neue Erkenntnisse und natürlich viel Spaß beim Zuhören. **Warum ist das Thema „Schwanger mit MS“ klinisch relevant? ** Die Multiple Sklerose (MS) tritt in der Regel im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf und betrifft mehr Frauen als Männer (Verhältnis 3:1). Die Diagnose wird in einem Alter gestellt, in dem sich die Patientinnen aktiv mit dem Kinderwunsch und der Familienplanung beschäftigen. Für die Therapieentscheidung muss in Erfahrung gebracht werden, ob ein Kinderwunsch für die nächste Zeit besteht. In Studien hat sich gezeigt, dass bei den Patientinnen ein hoher Informationsbedarf vorliegt und dass sie sich hinsichtlich der Therapien schlecht informiert gefühlt haben. ** Krankheitsverlauf und Schubtherapie während einer Schwangerschaft** Schubaktivität in der Schwangerschaft nimmt, insbesondere im 3. Trimester, deutlich ab. Diese ist im 3. Trimester, im Vergleich zum Jahr vor der Schwangerschaft, um 80 % reduziert. Man geht davon aus, dass diese mit immunologischen Veränderungen im Rahmen der Schwangerschaft zusammenhängen. Nach der Schwangerschaft kommt es i. d. R. zu einem Schubanstieg. Die Häufigkeit der Schübe unterscheidet sich langfristig allerdings nicht von der Schubfrequenz, die vor der Schwangerschaft aufgetreten ist. Die meisten Patientinnen entwickeln während der Schwangerschaft keine Schübe. Patientinnen mit hochaktivem Verlauf neigen dagegen auch während der Schwangerschaft zu Schüben. Indikationsstellung zur Schubtherapie mit Methylprednisolon (Stoßtherapie, 1000mg für 3 – 5 Tage) sollte streng gehalten werden. Im ersten Trimester sollte möglichst auf eine Behandlung verzichtet werden. Es ist nach wie vor unklar, ob Kortikosteroide möglicherweise schwach teratogen sind. Insbesondere zwischen der 8. und 11. SSW kann das Risiko für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte durch eine Kortikosteroid-Behandlung erhöht sein. Weitere Risiken durch multiple Kortisongaben: Intrauterine Wachstumsretardierung Anpassungsstörungen beim Neugeborenen (Hypotonie, Hypoglykämie, Elektrolystörungen) Welche Therapien sind für Patientinnen mit Kinderwunsch geeignet? Bei Patienten mit mildem und moderatem Verlauf lässt sich der Kinderwunsch mit Interferonen oder Glatirameracetat gut vereinen. Beide Therapien dürfen bis zum Beginn der Schwangerschaft fortgeführt werden. Nach Risiko-Nutzen-Abwägung dürfen die Interferone auch während der Schwangerschaft gegeben werden. Da die Patientinnen, die mit Interferonen behandelt werden, eher eine milde Verlaufsform haben und das Schubrisiko in der Schwangerschaft verringert ist, kann man hier auf eine Therapie verzichten. Dimethylfumarat: Kann bis zum Beginn der Schwangerschaft genommen werden. Teriflunomid: Effektive Kontrazeption essentiell. Sollte ein Kinderwunsch vorliegen, muss das Medikament aktiv ausgewaschen werden. Dies geschieht mit Colestyramin oder Aktivkohle. Nach dem Auswaschen muss der Plasmaspiegel zwei Mal bestimmt werden und die Konzentration unter 0,02 mg/l liegen, damit der Patientin das „Go“ für die Schwangerschaft gegeben werden kann. Spingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Modulatoren (Fingolimod, Ozanimod): Effektive Kontrazeption nötig. Das Medikament muss bei Kinderwunsch abgesetzt und die Kontrazeption anschließend für 2 bzw. 3 Monate fortgeführt werden. Patienten mit hochaktivem Verlauf: Natalizumab darf nach Risiko-Nutzen-Abwägung auch während der Schwangerschaft gegeben werden. Die Patientin sollte über mögliche hämatologische Auffälligkeiten (Anämie, Thrombozytopenie) beim Kind aufgeklärt werden. Diese sind in der Regel vollständig regredient und bedürfen keiner weiteren Therapie. In Ausnahmefällen kann eine Transfusion nötig werden. Es wird den werdenden Müttern empfohlen, in einer Klinik mit Gynäkologie und Pädiatrie zu entbinden, damit die Kinder auf hämatologische Auffälligkeiten gescreent werden können. Patienten mit hochaktivem Verlauf und keinem unmittelbaren Kinderwunsch: Alemtuzumab: 4 Monate nach Therapiezyklus kann eine Schwangerschaft begonnen werden. Ocrelizumab: 12 Monate (6 Monate in den USA) nach Therapiezyklus wäre eine Schwangerschaft möglich (Europa). Cladribin: 6 Monate nach Einnahme wäre eine Schwangerschaft möglich. Hier müssen auch die Männer verhüten, da Cladribin in die DNA-Synthese eingreift. Wie werden Patientinnen mit Kinderwunsch aufgeklärt? Welche Therapie hat die Patientin und muss diese ggf. abgesetzt werden (s. oben)? Hat die Patientin noch eine symptomatische Therapie? Patienten mit MS können häufiger mal eine Depression oder Angststörung aufweisen. Weiterhin wären vorbestehende Therapien, beispielsweise zur Verbesserung der Gehfähigkeit (Fampridin) oder gegen neuropathische Schmerzen, möglich. Fampridin: Sollten bei Eintreten der Schwangerschaft abgesetzt werden. Antidepressiva: Sertralin bei Schwangeren Patientinnen möglich. Antiepileptika? www.embryotox.de www.kompetenznetz-multiplesklerose.de Physiotherapie und Sport sind absolut zu empfehlen. Periduralanästhesie und vaginale Entbindung möglich, sofern keine schwere Fatigue oder Spastik vorliegt. Vitamin D: Es gibt keine einheitliche Empfehlung hinsichtlich des Präparats oder der Art der Einnahme. Die amerikanischen Gesellschaften empfehlen die Einnahme von 1 x 1000 I.E. pro Tag. Gibt es im Rahmen der Schwangerschaft eine erhöhte Komplikationsrate bei MS-Patienten? Die MS-Erkrankung steht nicht mit einer erhöhten Komplikationsrate in Verbindung. Falls die Patientin unter der Therapie mit Fingolimod akzidentiell schwanger geworden ist, empfiehlt sich eine intensivierte Schwangerschafts-Beratung bei einer Gynäkologin. Ansonsten verläuft die Schwangerschaft bei MS-Patientinnen genauso wie bei gesunden Patientinnen. Wie ist der Krankheitsverlauf postpartal? Postpartal können vermehrt Schübe auftreten. Nach der Geburt sollte geprüft werden, ob es zu einer radiologischen Aktivität gekommen ist. Im 1. bzw. 2. postpartalen Monat sollte ein MRT durchgeführt werden. Sollten während der Schwangerschaft keine Schübe aufgetreten sein und sich im Kontroll-MRT postpartal keine neuen Läsionen zeigen, können die Mütter problemlos stillen. Das Stillen hat sowohl positive Effekte auf das Kind als auch auf die Mutter. Ob das Stillen die postpartale Schubrate beeinflusst ist aktuell noch nicht klar und wird kontrovers diskutiert. Es wird vermutet, dass das ausschließliche Stillen eine positive Wirkung haben könnte. Ab dem 6. Monat macht es Sinn wieder eine Therapie zu beginnen. Patientinnen mit einem hochaktiven Verlauf während und nach der Schwangerschaft sollten so schnell wie möglich wieder mit einer Therapie beginnen. Dies muss individuell mit den Patientinnen besprochen werden. Bei MS-Patientinnen liegt ein höheres Risiko für eine postpartale Depression vor. Daran sollte man als behandelnde/r Arzt/Ärztin auf jeden Fall denken und die Patientinnen ggf. direkt darauf ansprechen. Wenn es während des Stillens zu Schüben kommt, können diese mit Methylprednisolon behandelt werden. Die früher empfohlene Stillkarenz (4 h) nach einer Schubtherapie ist heute obsolet. Die max. Konzentration wird nach 1 h erreicht und fällt dann schnell ab. Wenn sich die Mütter wohler fühlen, können sie 1 h warten, bevor sie stillen. Hier der Link zu unserer Live-Online-Fortbildung am 12.5.2021: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/morbus-parkinson-was-ist-klinisch-relevant?
- 01.05.202172 min
Eine Reise durch die Chancen und therapeutischen Möglichkeiten von VR in der Ergotherapie **Virtual Reality (VR) in der Ergotherapie ** Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant zum Thema Ergotherapie. Heute geht es um die innovative Nutzung von VR-Brillen zu therapeutischen Zwecken. Daher sprechen wir mit Georg Teufl und Birgit Tevnan, Gründer der Firma Rewellio sowie mit Philipp Zajac, CEO der Firma Rehago über ihre sehr spannenden Entwicklungen für die VR-Brille. Sie erklären, wie medizinisch-technische Innovationen die Therapie von beispielsweise Schlaganfall-Patienten enorm verbessern können, wie genau die VR-Brille hierbei genutzt werden kann und welche Therapie-Möglichkeiten es in Zukunft noch geben wird. Rewellio ist ein virtueller Therapieassistent für Schlaganfallpatienten, damit diese im eigenen Heim intensive Therapiemöglichkeiten haben. Damit soll mehr Therapiezeit zur Verbesserung / Wiederherstellung der Arm- und Fingerfunktion ermöglicht werden. Durch die Rewellio Software soll gleichzeitig die Motivation während des Heimtrainings gefördert werden. Durch den Erstkontakt mit dem Therapeuten soll die Therapie eingeleitet werden. Anschließend ist es für den Patienten möglich, die sich wiederholenden Tätigkeiten spielerisch zu Hause zu absolvieren, sodass der Therapeut mehr Zeit hat, um sich auf qualitative Aspekte der Therapie zu fokussieren. Gleichzeitig soll dadurch die Therapie-Frequenz trotz Fachkräfte-Knappheit erhöht werden. Die Software von Rewellio lernt mit jeder Übung wie gut der Patient den Kopf oder die Arme bewegen kann und passt die Übungen an den Patienten an. Dadurch soll der Patient animiert werden, über seine Grenzen hinaus zu wachsen, ohne überfordert zu werden. Die Patienten haben die Möglichkeit ihre Daten den Therapeuten zur Verfügung zu stellen, damit diese den Therapieverlauf monitoren und die Übungen/die Therapie anpassen können. Übungen mit VR-Brillen sind mittlerweile auch in den Leitlinien der DGN zur Schlaganfall Therapie als Ergänzung zur Physio- bzw. Ergotherapie empfohlen. Durch die VR wird dem Patienten eine Umgebung ohne ablenkende Reize dargestellt, wodurch der Patient keine Reizüberflutung erlebt, die ihn während der Therapie ablenken würde. Die Software kann dann gezielt Reize für die Therapie nutzen. Kosten: 29€/ Monat Weitere Infos gibt es hier: www.rewellio.com Um Euch einen möglichst breiten Überblick über den aktuelle Markt zu geben, haben wir zudem mit Philipp Zajac, CEO der Firma Rehago gesprochen. Der Schwerpunkt Ihres Konzeptes liegt auf der Therapie einer Halbseitenlähmung nach Schlaganfall. Es sollen aber auch Therapien für Erkrankungen wie Parkinson und Multiple Sklerose folgen. Spiegeltherapie: Die betroffene (gelähmte) Seite verbirgt sich hinter einem Spiegel, während die funktionale Seite sich als Spiegelbild darstellt. So wird dem Gehirn eine Aktivität auf der betroffenen Seite suggeriert. Genutzte Hardware: VR Pico Neo 2 Kernziel: Verbesserung des Heimtrainings. Der Therapeut führt den Patienten in die Technik ein, gibt ihm Tipps bzw. Aufgaben und kann das Training mit Hilfe der Therapeuten-App tracken, um die Therapie ggf. anzupassen. Es soll in nächster Zeit ein telemedizinisches Interface implementiert werden, sodass die Trainingsdaten auch aus der Ferne beurteilt werden können. Außerdem könnte der Therapeut aus der Ferne per VR-Brille den Patienten betreuen. Bei Interesse kann Kontakt über die Website www.rehago.eu hergestellt werden.
- 27.04.202129 min
Bei der Publikation von Dissertationen und wissenschaftlichen Arbeiten gibt es viele Stolpersteine. Research Anchor kann Dir dabei helfen Research Anchor: Ein Start-Up, das Wissenschaftler bei medizinischen Publikationen unterstützt Viele werden es kennen: Eine Dissertation oder eine andere Form der wissenschaftlichen Publikation kann viele Hürden haben: Welche Form einer Publikation wähle ich? Was muss ich beim Zitieren beachten? Welche Hilfsmittel gibt es? Was ist wichtig bei der Auswahl der "Doktor-Mutter" oder des "Doktor-Vaters"? Welches Journal ist das richtige? PD Dr. Mustafa Citak, den Ihr schon aus mehreren Podcasts bei uns kennt ist selbst Wissenschaftler und hat bereits knapp 200 Publikationen veröffentlicht. Zusammen mit Sophia Marlene Busch, die International health Sciences studiert und einem weiteren Kollegen haben die drei das Start-Up "Research Anchor" gegründet. Ihr Ziel ist es, jungen aber auch fortgeschrittenen Wissenschaftlern über die genannten Hürden zu helfen und so eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere möglich zu machen. Dabei verfügen die 3 über ein großes internationales Netzwerk an Wissenschaftlern im Bereich der Medizin. Im Podcast-Interview mit Sophia und Mustafa sprechen wir über das Projekt "Research Anchor" und die häufigsten Ursachen, die dazu führen, dass eine Dissertation nicht vorankommt. Weitere Informationen zu dem Start-Up findet Ihr hier: www.researchanchor.com Instagram-Account von Research Anchor Sophias Insta-Account Mustafas Insta-Account Tickets zu unserer Live Online-Fortbildung am 12.05.2021 von 16-17.30 Uhr findest Du hier: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/morbus-parkinson-was-ist-klinisch-relevant
- 24.04.202123 min
Was bedeutet diese Einteilung für den klinischen Alltag? Brauchen ICBs in typischen Lokalisationen keine weitere Abklärung? Atypisch Vs. typisch lokalisierte intracranielle Blutungen Hallo liebe Zuhörer/innen! Heute haben wir wieder Prof. Dr. Omid Nikoubashman aus der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Uniklinik Aachen bei uns. Wir sprechen mit ihm über die typischen und atypischen intrakraniellen Blutungen und hier insbesondere über die verschiedenen diagnostischen Methoden, die in der Klinik zum Einsatz kommen. Viele neue Erkenntnisse wünscht euch euer Team von Klinisch Relevant! Definition typische und atypische intrakranielle Blutung Typische ICB: Die Blutung tritt an Stellen auf, die für hypertensive Blutungen typisch sind. Typische Stellen sind: Stammganglien (Ncl. lentiformes), Hirnstamm, Kleinhirn. Die graue Substanz dieser Areale wird von Perforatoren versorgt, die einen hohen Blutfluss haben. Im Englischen gibt es die Unterteilung in typische und atypische ICB nicht. Dort wird in lobuläre oder nicht-lobuläre ICB unterteilt. Atypische ICB: Blutungen, deren Ursache nicht auf einen Hypertonus zurückzuführen sind. Die alten Studien, auf die diese Einteilung basiert, hatten häufig nur Fallserien mit einer geringen Anzahl von Patienten. Ein großer Anteil der Patienten, die eine atypische Blutung hatten, wiesen dennoch einen Hypertonus auf. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass es für atypische Lokalisationen andere Ursachen (Metastase, Sinusvenenthrombose usw.) als den Hypertonus gibt. Charcot-Bouchard-Aneurysma: Man hat eine Zeit lang vermutet, dass die kleinen (Durchmesser < 300 µm) Charcot-Bouchard-Aneurysmata Ursache der hypertensiven Blutungen sind. Diese Theorie hat man allerdings mittlerweile verlassen, da diese überall im Gehirn, wie z.B. im subkortikalen Mark, vorkommen können. Möglicherweise handelt es sich bei diesen Aneurysmen auch um Präparationsartefakte. Fibrinoide Nekrosen im Rahmen der Artherosklerose entstehen nur unter hypertensiven Bedingungen beispielsweise an den Endästen der lenticulostriatalen Perforatoren. An den nekrotisierenden Stellen treten entsprechend Blutungen auf. DGN Leitlinie von 2012: Sollte 2020 erneuert werden. Die alte Leitlinie ist jedoch nicht eindeutig formuliert und lässt entsprechend Handlungsspielraum. American Heart Association 2015: Ebenfalls nicht klar formuliert. Alter Patient, hypertonus, typische Lokalisation. Hongkong-Regel: Wenn ein Patient über 45 J. ist, einen Hypertonus hat und die Blutung nicht-lobär (Englische Einteilung der ICBs) ist, bedarf es keiner weiteren Abklärung. Bei jedem Patienten unter 45 J., ohne Hypertonus und mit lobärer Blutung sollte es zu einer weiteren Abklärung kommen. In der Studie wurden junge und ältere Patienten nicht systematisch betrachtet. Hatten nur ein sehr selektives Patientenkollektiv. Delgado Almandoz et al.(https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20581068/): 3 % der Patienten, die eine niedrige Wahrscheinlichkeit für eine spezielle hypertensive Blutung haben, haben dann doch eine vaskuläre Ursache für die Blutung. Es wird nicht mehr altersabhängig oder anhand eines Scores stratifiziert. Alle Patienten bekommen eine CT-Angiographie (CTA) unabhängig davon, ob es eine typische oder atypische ICB ist. Cochrane-Studie 2016: Detektion von intrazerebralen Blutungen mit CTA und MR-Angiographien. CTA: 95 % Sensitivität, 99 % Spezifität Bei atypischen Blutungen, die keinen Sinn ergeben wird als nächstes ein MRT (auch mit Kontrastmittel zur Metastasendetektion) durchgeführt. Wird dort nichts gefunden, wird als nächstes die Digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt. Falls auch hier nichts sichtbar ist, wird nach einigen Wochen reevaluiert. Was würde man in der DSA sehen, was man in der CTA oder MRA nicht sieht? Weitere Diagnostik bei der atypischen Blutung? CTA: Statische Aufnahme MRA: Unterschiedliche Formen. 4D – Darstellung möglich. Es gibt wenige Arbeiten, die die verschiedenen Methoden untersuchen. DSA: Dynamische und hochaufgelöste Untersuchung. Beispielsweise können kleine Durafisteln in der DSA besser gesehen werden als in der CTA. Die DSA ist eine invasive Untersuchung mit strenger Indikationsstellung. Daher werden vorher alle Methoden ausgeschöpft. Unter anderem wird auch die Time-of-Flight (TOF) und 4D MRA genutzt. Es lässt sich nicht pauschal beantworten, welche weitere Diagnostik bei der atypischen Blutung durchgeführt wird. Dies hängt von den Patienten ab. In welchen zeitlichen Abständen sollte man Kontrolluntersuchungen machen, um keine Tumore zu übersehen? Es wird initial die Bildgebung durchgeführt. Je nach Fall wird anschließend nach vier Wochen oder drei Monaten nachuntersucht. Die zugrundeliegende Idee ist, dass die Läsion bzw. der Tumor kleiner ist als die Blutung und das durch die Resorption der Blutung, die eigentliche Ursache besser zu sehen ist. Und zum Schluss: Vergesst nicht unsere Live-Online Fortbildung zum Thema M. Parkinson mit PD Dr. Lars Wojtecki am 12.05.2021 von 16-17.30 Uhr!! Tickets gibt es hier: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/morbus-parkinson-was-ist-klinisch-relevant
- 20.04.202127 min
Da, wo andere Therapieformen versagen, kann Musiktherapie einen Zugang zu Patienten ermöglichen Musiktherapie: Ein Podcast-Interview mit Birgit von Beuningen Was ist Musiktherapie? Das habe ich mich schon oft gefragt. Ich bin ein musikalischer Mensch und weiß, was Musik alles bewirken kann und so habe ich mich sehr gefreut die Musiktherapeutin Birgit van Beuningen aus Mettmann kennenzulernen. Dieses Podcast-Interview ist bei dem Besuch in Ihrer Praxis entstanden, bei dem mir Birgit auch Ihre Instrumente und Methoden zeigen konnte. So durfte ich auch auf Ihrer Klangliege liegen und spüren, wie die Musik durch meinen gesamten Körper strömte. Birgit arbeitet mit vielen Patienten, bei denen die klassischen medizinischen Therapieverfahren keine Wirkung zeigen, bzw. mit Patienten, die als austherapiert gelten: Menschen mit Demenz, die Ihre Sprache verloren haben, Menschen mit Autismus, denen konventionelle Kommunikation schwerfällt, Patienten mit schweren Schädelhirnschädigungen und hypoxischen Enzephalopathien und Patienten, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden und auf einer Palliativstation behandelt werden. Birgit erzählt, wie man Musiktherapeut werden kann und welche Erfahrungen Sie in den vielen Jahren in Ihrem Beruf gesammelt hat. Den Link zu Birgits Praxis findest Du hier: https://www.musiktherapie-bvb.de Hier der Link zu unserer Parkinson-Fortbildung: https://fortbildung.klinisch-relevant.de/s/klinischrelevant/morbus-parkinson-was-ist-klinisch-relevant
- 17.04.202139 min
Was das neue Gesetz zur Reform der Pflegeberufe konkret für Dich bedeutet! Neue Pflegeausbildung Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflege- und Therapieberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Im heutigen Beitrag geht es um das Thema der neuen Pflegeausbildung, die Ausbildungsstruktur, Änderungen und Fragen zur Fragen zur Professionalisierung. Informationen des Gesundheitsministeriums zur Reform der Pflegeberufe: Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe, das im Juli 2017 verkündet wurde, wird der Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege gelegt. Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegeberufegesetz.html Praxisanleitung nach der neuen Pflegeausbildung: Im ersten Teil des Buches beschreiben die Autoren die neuen gesetzlichen Grundlagen und den daraus resultierenden Herausforderungen für die praktische Ausbildung vertraut. Die Autoren stellen Ihnen die Kompetenzprofile der neuen Pflegekräfte, wie sie in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung beschrieben sind, vor und greifen kurz die Möglichkeit zur Spezialisierung auf die Abschlüsse der Altenpflege bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege auf. Link zum Buch: https://www.buecher.de/shop/altenpflege/praxisanleitung-nach-der-neuen-pflegeausbildung/knoch-tina/products_products/detail/prod_id/55980479/ Pflegeberufegesetz Das Pflegeberufegesetz (PflBG) wurde im Juni 2017 vom Bundestag verabschiedet und tritt Anfang 2020 in Kraft. Mit dem Gesetz wird die Ausbildung für Pflegefachkräfte grundlegend reformiert, um diese an die aktuellen pflegerischen Herausforderungen anzupassen und ansprechender für den zukünftigen Nachwuchs zu gestalten. pflege.de erklärt, wie die reformierte Pflegeausbildung aussieht und was die Änderungen bedeuten. Link: https://www.pflege.de/pflegegesetz-pflegerecht/pflegeberufegesetz/ Verordnung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Gesundheit Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe soll auf der Grundlage der Ermächtigung in § 56 Absatz 1 und 2 des Pflegeberufegesetzes (PflBG) vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2581) erlassen werden. Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/Ausbildungs-_und_Pruefungs_Verordnung_Pflegeberufe_final.pdf
- 13.04.202153 min
Kommunikation als zentraler "Soft-Skill" der Arbeit mit Menschen: was Du verbessern kannst und worüber Du Dir bewußt werden solltest.. Mindful Communication Willkommen zu unserer neuesten Podcastfolge von Klinisch Relevant mit Carina Schmid. Es dreht sich heute alles um Tipps und Techniken für eine gelungene Kommunikation. Carina Schmid erklärt uns, wieso die Selbst-Empathie ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Kommunikation ist, wie ein empathisch geführtes Gespräch mit einem Patienten aussehen könnte und wie man die Patienten in den verschiedenen Phasen der Verhaltensänderung unterstützen kann. Gerade im Gesundheitswesen haben wir tagtäglich belastende bzw. schwierige Situationen für Patienten und Angehörige. Daher hoffen wir, euch mit dem Podcast neue Erkenntnisse zu liefern und dadurch den Arbeitsalltag etwas zu erleichtern. Tipps um ein Gespräch (z.B mit Patienten) zu beginnen Jeder hat in seinem Alltag gewisse Tätigkeiten, die er automatisiert durchführt (z.B. Treppen steigen). Man kann diese Tätigkeiten ganz bewusst durchführen und dabei auf sich selbst und auf seine Umgebung achten. Hierbei kann man beispielsweise darüber reflektieren, wie es einem geht, wie man sich fühlt, wie man atmet und was um einen herum passiert. Im Gespräch mit einem Patienten Anker setzen. Dies kann das bewusste Wahrnehmen der eigenen Atmung, der Lage der Hände/Füße oder der Schwerkraft sein. Die Anker sorgen für ein Bewusstsein für die Situation und für den Ort, an dem man sich gerade befindet. Das erhöhte Bewusstsein führt zu mehr Flexibilität hinsichtlich unserer Reaktionen im Gespräch. Selbst-Empathie: Man sollte sich in Gesprächen bewusst mit der wahrgenommenen Kritik oder dem Lob auseinandersetzen. Beispielsweise wenn Angehörige in der Klinik Kritik darüber äußern, warum alles so lange dauern würde. Es ist wichtig sich paar Sekunden mit dem Gefühl, welches man verspürt (beispielsweise Unverständnis bzw. Ablehnung), auseinanderzusetzen und bewusst zu machen, wieso diese Reaktion kommt und wieso sie in Ordnung ist. Gleiches gilt für Lob. Hier sollte man die positiven Emotionen zulassen und bewusst wahrnehmen. Wichtig ist, nicht nur über die Gefühle nachzudenken, sondern diese auch bewusst zu fühlen. Empathie: Hier ist es wichtig wahrzunehmen, was in dem Patienten oder Angehörigen vorgeht. Es hilft, den Patienten bzw. Angehörigen mit einem Satz („Sie machen sich wirklich Sorgen um Ihre Mutter, oder? Sie wollen einfach nur, dass sie eine schnelle und gute Versorgung bekommt, stimmt das?“) zunächst abzuholen und zu zeigen, dass er gehört wird. Dann kann man den Patienten oder den Angehörigen in die Prozedur mit einbeziehen und z.B. fragen „Sind Sie bereit zu hören, was Sie gerade machen können, um uns zu helfen?“. Liegen die z.B. Chipkarte, der Medikamentenplan oder Vorbefunde vor? Wurden die nötigen Fragebögen schon ausgefüllt? Mit der investierten Zeit kann man den Patienten bzw. Angehörigen zur Kooperation bringen und das Verständnis erhöhen. Wie kann man Patienten überzeugen negative Verhältnisweisen zu ändern? Das Wissen um eine negative Verhaltensweise wird niemals ausreichen, um das Verhalten zu ändern. Genauso wird es nicht helfen, Angst dazu zu nutzen, um das Verhalten zu ändern. Transtheoretical model of change: 5 Phasen der Verhaltensänderung 1. Phase: Absichtslosigkeit. Der Patient hat nicht die Absicht, sein Verhalten zu ändern. Entweder, weil er nicht weiß, dass das Verhalten schlecht ist oder weil er beispielsweise schon einige Male erfolglos war bei der gewünschten Verhaltensänderung. Als Therapeut sollte man nicht nur die Dringlichkeit der Verhaltensänderung aufzeigen, sondern dem Patienten zuhören und erfahren, ob das Wissen fehlt oder ob fehlgeschlagene Versuche demotivieren. Es hilft, nicht nur die negativen Folgen der aktuellen Verhaltensweisen zu beleuchten, sondern auch die positiven Seiten der Verhaltensänderung zu betonen. 2. Phase: Absichtsbildung. Die Patienten haben vor, dass Verhalten in unbestimmter Zeit zu ändern. Man sollte dem Patienten zuhören und analysieren, wie, wo und in welchem Rahmen man kleine Schritte in Richtung der Verhaltensänderung einbauen könnte. Gibt es Personen, die den Patienten unterstützen könnten? Versuchen diese mit ins Boot zu holen. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Patient merkt, dass er es schaffen kann seine Verhaltensweise zu ändern. Außerdem ist es wichtig, die Auslöser der negativen Verhaltensweisen zu erkennen und an Alternativen zu arbeiten. 3. Phase: Vorbereitung. Die Patienten planen ganz konkret, die negativen Verhaltensweisen abzulegen. 4. Phase: Aktion. Die Patienten vollziehen in diesem Stadium die Verhaltensänderung. Als Therapeut sollte man hier auf die Motivation des Patienten achten und schauen, was dem Patienten hilft und was nicht. Rückfälle oder Pausen sind in dieser Phase normal. In solchen Fällen ist eine offene Kommunikation ganz wichtig. Die Rückfälle sollten nicht verurteilt, sondern analysiert werden. Was war der Auslöser? Mit dem Patienten das Problem besprechen und gemeinsam lösen. 5. Phase: Aufrechterhaltungsstadium. Die negativen Verhaltensweisen wurden für längere Zeit abgelegt. Weitere praktische Tipps findest Du im Change Guide von Carina auf Ihrer Website: https://carinaschmid.com
- 10.04.202142 min
Ein Podcast-Interview mit unseren Logopädinnen Britta Münzer und Regina Edlauer über Sprachentwicklungsstörungen und dem Therapie-Ansatz von Barbara Zollinger Kinder, die die Sprache nicht entdecken Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen nach dem entwicklungspsychologischen Ansatz von Barbara Zollinger Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant. Heute ist Britta Münzer unsere Expertin für den Bereich Logopädie mit Ihrer Kollegin Regina Edlauer im Gespräch über die Behandlung von Kindern mit verspätetem Sprechbeginn. Ungefähr 10% der 2 bis 2,5 jährigen Kinder beginnen nicht zu sprechen. Einige von ihnen holen den Entwicklungsrückstand auf. Die anderen werden häufig mit 4 oder 5 mit Auffälligkeiten in der Entwicklung von Aussprache, Wortschatz, Sprachverständnis und Grammatik in der logopädischen Praxis vorgestellt. In diesem Alter ist es oft aufwändig und langwierig, zu dem Entwicklungsstand der Gleichaltrigen wieder aufzuschließen. Der Entwicklungspsychologische Ansatz nach Barbara Zollinger bietet die Möglichkeit, bereits im Alter von 2 bis 3 Jahren wichtige vorsprachliche Kompetenzen dieser Kinder einzuordnen. Mit einem spielorientierten Angebot wird das Kind dabei unterstützt in diesen Voraussetzungen für Sprache, wie z.B. die Entwicklung der Vorstellung und die Individuationsentwicklung, den Schritt in die nächste Entwicklungsphase zu machen. Mit der Vorstellung löst sich das Kind vom Handeln im Hier und Jetzt und bezieht sein Denken auf etwas, was in dem Moment nicht vorhanden ist, auf eine frühere Erfahrung. Individuation heißt sich als Individuum mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Fähigkeiten zu erleben. Beides sind Grundvoraussetzungen um Sprache „zu entdecken“. Hat ein Kind die Sprache entdeckt, dann kann es Worte als Symbol für etwas nicht anwesendes verwenden mit dem Wissen darüber, dass sie von dem anderen verstanden werden. Als wichtige Basis für sprachliche Kommunikation gilt der Blickkontakt und die Fähigkeit des Kindes, hiermit eine Verbindung zwischen sich, einer Bezugsperson und einem Gegenstand von Interesse herzustellen. Diese Verbindung nennt man Triangulierung. Im Behandlungsraum sind für das Kind verschiedene Spielsachen frei zugänglich, aus denen es etwas auswählen darf, was es interessiert. Dieses Interesse an dem Spiel und das Vertrauen zu der Therapeutin sind notwendig, damit das Kind hier etwas entdecken kann und die von der Therapeutin angebotenen Wörter für das Entdeckte annehmen kann. Die Therapeutin setzt Sprache so ein, dass für das Kind immer eine Verbindung zu einem Gegenstand oder einer Handlung erkennbar ist. Ein „Überschütten“ mit Sprache soll unbedingt vermieden werden. Um die Aufmerksamkeit auf die Sprache zu lenken wird die Stimme bewusst angehoben und eine etwas übertriebene Intonation angenommen. Bei einigen Kindern steht das Hinleiten zu frühen Entwicklungsschritten wie Blickkontakt oder die Loslösung von der Bezugsperson und die damit verbundene Individuationsentwicklung im Vordergrund. Sobald das Kind den Schritt in die nächste Entwicklungsphase geschafft hat, wird die Behandlung pausiert und die weitere eigenständige Entwicklung beobachtet. So entstehen Intervalle von jeweils 3 Monaten Therapie und Therapie freien Phasen nach denen überprüft wird, ob eine weitere Behandlungsphase notwendig ist. Häufig reichen wenige Behandlungsintervalle aus. Das Kind hat dann die Sprache für sich entdeckt und entwickelt Sprachverständnis, Wortschatz und Grammatik selbst weiter. Auch Verhaltensauffälligkeiten, die mit der stagnierenden Sprachentwicklung im Zusammenhang stehen, verändern sich dann meist zu einem altersgemäßen Verhalten. Die Vorsorgeuntersuchung U7 bietet die Möglichkeit, Kinder mit verzögertem Sprechbeginn frühzeitig zu erkennen und durch frühe Intervention spätere Folgen für die Sprachentwicklung zu reduzieren.