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- 10.07.202036 min
Arten von freiheitsentziehenden Maßnahmen, rechtliche Regelungen, Alternativen und Entscheidungspfade **Freiheitsentziehende / Freiheitsreduzierende Maßnahmen (FEM) ** Im heutigen Beitrag geht es um das Thema freiheitsentziehende Maßnahmen, ihre Arten, rechtliche Regelungen, Entscheidungspfade und Alternativen. Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA): Freiheitsentziehende Maßnahmen sind alle Handlungen und Vorrichtungen, die einen Menschen an der Ausübung seines natürlichen oder auch potentiellen Fortbewegungswillens hindern und gegen seinen Willen durchgeführt werden. Die Broschüre stellt die rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung freiheitsentziehender Maßnahmen in der stationären und ambulanten Versorgung dar, und erläutert überblickartig die Fragen der Haftung des Pflegepersonals. Verfügbar unter: https://www.biva.de/dokumente/broschueren/Freiheitsentziehende-Massnahmen.pdf Deutsches Ärzteblatt: Freiheitsentziehende Maßnahmen Rechtliche Perspektiven von Fixierungen Ein Freiheitsentzug durch Fixierung kann als medizinisch notwendig gelten, er hat aber stets auch eine juristische Seite, die es zu bewerten gilt. Dazu gehört unter anderem die ordnungsgemäße Genehmigung der Maßnahme. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/210887/Freiheitsentziehende-Massnahmen-Rechtliche-Perspektiven-von-Fixierungen ReduFix: Vermeidung von körpernahen Fixierungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege Das Projekt mit dem Ziel, durch gezielte Interventionen freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) bei demenzerkrankten Heimbewohner/-innen zu verhindern oder zu reduzieren, ohne dass es dabei zu negativen Konsequenzen für die Bewohnerin oder den Bewohner kommt. Verfügbar unter: https://agp-freiburg.de/downloads/ReduFix_Leitfaden_Vermeidung_koerpernaher_Fixierungen_2010.pdf Leitlinie FEM Initiative zur Vermeidung freiheitseinschränkender Maßnahmen in der beruflichen Altenpflege Da sich freiheitseinschränkende Maßnahmen ohne unerwünschte Wirkungen wie vermehrte Stürze und sturzbedingte Verletzungen reduzieren lassen, erscheinen Maßnahmen zum nachhaltigen Verzicht von freiheitseinschränkenden Maßnahmen dringend geboten. Evidenzbasierte Praxisleitlinien können wirkungsvolle Mittel sein, um Unterschiede zwischen Einrichtungen zu überwinden und somit eine Versorgung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fördern. Die Leitlinie stellt Studienergebnisse zu FEM auf der Basis von 120 Pflegeheimen vor und diskutiert Maßnahmen für die Praxis. Verfügbar unter: http://www.leitlinie-fem.de
- 07.07.202027 min
Die Rolle des Betreuungsgesetztes, rechtliche Rahmenbedingungen von Fixierungen, Psychiatrische Notfallmedikamente Heute hörst Du mit Folge #63 den 2. Teil des Interviews mit dem Psychiater Peer Scholz. Gleichzeitig ist dies der letzte Podcast vor unserer kleinen Sommerpause. In diesem Podcast fokussieren wir uns auf das Betreuungsgesetz, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fixierungen und psychiatrische Notfallmedikamente. 1. Betreuungsgesetz (BTG): Findet sich im bürgerlichen Gesetzbuch und soll dem Schutz von Menschen, die aufgrund von bestimmten Erkrankungen nicht mehr für sich sorgen können, dienen. Wird für unterschiedliche Bereiche des persönlichen Lebens ausgesprochen, in denen der Patient eingeschränkt ist (z.B. Finanzen, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Gesundheitsfürsorge, Behördliche Angelegenheiten, Wohnangelegenheiten). Zur Anregung einer gesetzlichen Betreuung ist ein ärztliches Zeugnis erforderlich, darauf folgt ein ausführliches ärztliches Gutachten. Fremdgefährdung ist kein Aspekt bei der Einleitung einer gesetzlichen Betreuung. Konzipiert für chronisch kranke Menschen. Bei akuten Gefährdungssituation durch Menschen mit psychischen Erkrankungen: PsychKG. 2. Fixierungen: Nur zulässig, wenn die Gefahr für den Patienten oder Dritte nicht anders anwendbar ist (z.B. durch deeskalierende Maßnahmen) und zwar immer nur so kurz wie möglich. In NRW gilt formal aktuell, dass in psychiatrischen Kliniken im Rahmen eines PsychKGs eine Fixierungsdauer von mehr als 30 Minuten einer richterlichen Genehmigung bedarf. Der sog. "rechtfertigende Notstand" erlaubt es aber dem behandelnden Arzt in der somatischen Klinik Maßnahmen zum Schutz des Patienten und anderer Menschen zu ergreifen (z.B. durch Fixierungen), wenn der Patient krankheitsbedingt nicht in der Lage ist, seine Situation einzuschätzen (Dauer bis zu 48 Stunden). 3. psychiatrische Notfallmedikation: hier gilt natürlich auch, dass alle anderen Mittel, z.B. der Versuch der Deeskalation, keinen Erfolg gebracht haben. Zuvor müssen auch "Sicherungsmaßnahmen" wie Fixierungen als weniger invasives Mittel ausprobiert worden sein. Lorazepam und Haloperidol sind weiterhin als die "Klassiker" anzusehen, weil gut steuerbar, gut und schnell wirksam und oral, i.m., bzw. i.v. verfügbar. Diazepam hat den Nachteil der deutlich längeren HWZ, sowie die Gefahr der Akkumulation von Abbau-Metaboliten, die ihrerseits eine HWZ von ca. 100 Stunden haben Vorsicht bei der Anwendung von Benzodiazepinen bei intoxikierten Patienten (Gefahr der Atemdepression) Haldol sicherlich mittlerweile überwiegend nur in der Behandlung von akuten Krankheitsbildern gerechtfertigt aufgrund der extrapyramidalen Nebenwirkungen. Bei älteren Patienten sind Dosierungen von 0,5 bis 2mg Haloperidol häufig ausreichend (alternativ z.B. Risperidon 0,5-2mg), bei jungen Patienten maximal 10 mg Haloperidol (in seltenen Fällen mehr) i.v.-Anwendung von Haldol nicht mehr empfohlen!! Olanzapin, Aripiprazol und Ziprasidon sind als i.m. "Akutvariante" verfügbar. Loxapin: inhalatives Antipsychotikum als neue Entwicklung. Nachteil: hoher Preis und in der Akutsituation schwierige Handhabung. Hier findest Du den aktuellen Gesetzestext des PsychKG für das Land NRW: Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) Zum Schluss noch Peers Buch-Empfehlung für die Kitteltasche: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie Viel Spaß bei Hören und Lernen!
- 30.06.202029 min
Was ist der Unterschied zwischen PsychKG und Betreuungsgesetz? Psychiatrische Notfälle und rechtliche Rahmenbedingungen Situationen, in denen Patienten gegen Ihren Willen behandelt und in einer Klinik untergebracht werden müssen sind für alle Beteiligten herausfordernd. Kompliziert wird es dann zusätzlich, wenn Unsicherheiten bei den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und dem konkreten Ablauf der Unterbringung besteht. In diesem Interview habe ich mit dem Psychiater Peer Scholz gesprochen, der viele Jahre eine Akut-Station in einer Psychiatrischen Klinik in Düsseldorf geleitet und somit viel Erfahrung mit den oben genannten Themen hat. Trotz der ernsten Thematik ist das Interview zu einem lockeren Gespräch beim Tee geworden, das die Bereiche PsychKG, Betreuungsgesetz, Fixierungen und psychiatrische Notfall-Medikamente umfasst. Es finden sich also sicherlich viele wichtige Details für jeden klinisch tätigen Kollegen. Aufgrund der Länge haben wir das Interview in 2 Teile unterteilt. PsychKG (Psychisch-Kranken-Gesetz): Landesgesetze, die die Unterbringung und Behandlung von Patienten mit psychischen Erkrankungen in einer psychiatrischen Klinik regeln, bei denen eine akute Fremd- oder Eigengefährdung besteht (z.B. Suizidalität, Fremdaggressivität bei Wahnvorstellung). Voraussetzung für die Erstellung eines ärztlichen Zeugnisses zur Unterbringung nach PsychKG ist in NRW (theoretisch) eine mindestens 6 monatige Berufserfahrung in der Psychiatrie. Aus dem ärztlichen Zeugnis muss die psychische Erkrankung des Patienten und die akute Fremd- oder Eigengefährdung hervorgehen. Es bestehen hohe gesetzliche Hürden für die Einrichtung eines PsychKGs (insbesondere seit der Gesetztes-Novelle in NRW Anfang 2017). Die akuten Gefährdungsmomente der Fremd- oder Eigengefährdung dürfen nicht anders abwendbar sein, d.h. alle anderen Mittel müssen vorher ausgeschöpft worden sein. Konkretes Vorgehen von Stadt zu Stadt bzw. von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich: Ordnungsamt als ausführendes Organ informieren, bei aggressiven Patienten ggf. die Polizei hinzuziehen, ärztliches Attest ausstellen (s.o.), Transport organisieren In der psychiatrischen Klinik: Richterliche Anhörung des Patienten bis zum Ende des Folgetages nach Ausstellung des ärztlichen Zeugnisses. Ein rechtlicher Vertreter und eine Vertrauensperson des Patienten muss vor der Anhörung informiert werden, Der betroffene Patient muss mündlich und schriftlich über seine Rechte und Pflichten aufgeklärt werden, Alle am Verfahren beteiligten müssen über den Beschluss der Anhörung schriftlich informiert werden. Im Beschluss muss auch der Zeitraum der Unterbringung nach PsychKG definiert sein (längstens 6 Wochen). Von Seiten der Klinik muss täglich die Notwendigkeit der weiteren Unterbringung überprüft und dokumentiert werden. Die Unterbringung muss aufgehoben werden, sobald die Kriterien nicht mehr erfüllt werden. Zwangsbehandlungen von Patienten sind seit der Gesetzesnovelle 2017 in NRW prinzipiell nur nach vorheriger richterlicher Anordnung unter hohen Auflagen möglich, wenn der Betroffene krankheitsbedingt nicht in der Lage ist gesundheitliche Schäden abzusehen. Zuvor muss dokumentiert werden, dass mit allen zulässigen Mitteln versucht wurde, den Patienten von der Behandlung zu überzeugen. Viel Spaß beim Hören!
- 25.06.202041 min
Welche Systeme gibt es, wie funktionieren sie, was mußt Du beachten? Antidekubitussysteme Druckverteilende Unterlagen Einführung: Risikofaktoren für einen Dekubitus sind von Person zu Person unterschiedlich. Druckverteilende Unterlagen sind „spezielle Hilfsmittel zur Druckverteilung, die für das Management von Gewebebelastungen, des Mikroklimas und/oder anderer Therapiefunktionen ausgestaltet sind (d.h. alle Matratzen, integrierte Bettsysteme, der Ersatz für Matratzen, Auflagen oder Sitzkissen oder Sitzkissenauflagen)“. Druckverteilende Unterlagen sollten auf einer Einzelfallgrundlage abhängig von den Bedürfnissen der Person zur Druckverteilung und für andere therapeutische Funktionen ausgewählt werden. In allen Fällen sollten die Empfehlungen des Her-stellers für die Verwendung und Pflege beachtet werden. Quelle: https://www.epuap.org/wp-content/uploads/2016/10/german_quick-reference-guide.pdf Expertenstandard: Dekubitusprophylaxe in der Pflege Instrumente die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie berücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleichermaßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung) (Quelle: MDS unter www.mds-ev.de) Erhältlich unter: https://www.dnqp.de Hilfsmittelverzeichnis des GKV Der GKV-Spitzenverband erstellt gemäß § 139 SGB V ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelver-zeichnis und (gleichzeitig handelnd als GKV-Spitzenverband der Pflegekassen) als Anlage dazu ein Pflegehilfsmittelverzeichnis. In dem Verzeichnis sind von der Leistungspflicht der Kranken- und Pflegekassen umfasste Hilfsmittel aufgeführt. Das Hilfsmittelverzeichnis gliedert sich in Anlehnung an das jeweilige Therapieziel in 37 unterschiedliche Produktgruppen. Erreichbar unter: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home.action
- 23.06.202013 min
Welche Antikörper-Diagnostik ist zu welchem Zeitpunkt und bei welcher klinischen Konstellation sinnvoll? Myasthenia gravis: eine seltene aber sehr spannende Autoimmunerkrankung Bei einer Myasthenie handelt es sich- das wißt Ihr alle- um eine seltene Autoimmunerkrankungen, bei der der Körper Autoantikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren, eine muskelspezifische Kinase (MuSK) oder andere Strukturen der neuromuskulären Endplatte produziert. Unterteilt werden kann die Myasthenie nach folgenden Aspekten: Manifestationsart: a) okulär, b) generalisiert Nach dem Antikörperstatus Im Hinblick auf das Vorliegen eines Thymoms Die meisten Patienten mit MG habe eine gute Lebensqualität und eine normale Lebenserwartung, wenn Sie konsequent behandelt werden. Die Mortalität im Rahmen einer myasthenen Krise liegt bei ca. 2 % Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf stellen einer früher Krankheitsbeginn weibliches Geschlecht das Vorliegen eines Thymoms mit MuSK-AK dar. Symptome Bei okulären Formen tritt typischerweise eine Schwäche der Augenmuskeln und der Lidheber auf. Generalisierte Formen zeichnen sich durch eine Skelettmuskelschwäche, die meist proximal betont und symmetrisch ist, aus. Die Symptomatik nimmt bei repetitiver Muskelarbeit und im Laufe des Tages zu. Häufig kommt es beim Vorliegen einer okulären Form einer MG im Verlauf zu einer Generalisierung. Myasthene Krisen werden insbesondere durch Medikamente, Infekte und Operationen getriggert. Diagnostik Ice-Pack-Test: Besserung der Ptose/Doppelbilder nach lokaler Anwendung eines Ice-Packs im Bereich der Augenmuskeln "Tensilon"-Test: Gabe von 2mg Edrophonium oder 0,5-1mg Neostigmin i.v. führen zu einer sofortigen Besserung der Symptomatik (Cave: Bradykardie, Speichelfluss, Tenesmen) oder Gabe von 60mg Pyridostigmin mit klinischer Kontrolle der myasthenen Symptomatik nach 30 Minuten MG-Score nach Basinger und Toyka: Armvorhalteversuch, Beinvorhalteversuch, Kopfhalteversuch, Ballonvigorimetrie, Vitalkapazität, Lidschluss, Kauen, Schlucken, Doppelbilder (Simpson-Test), Ptose Eine vollständige tabellarische Darstellung des Scores findet Ihr auf der Seite des Neurologie-Netzes. Elektrophysiologie Die 3/s Serienreizung, z.B. im Bereich des N. facialis, des N. axillaris und N.accessorius führen zu einem typische Dekrement der Fläche und der Amplitude der Muskel-Aktions-Potentiale. AK-Diagnostik Am häufigsten kommen die Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper vor. Sollten diese negativ sein, sollten auch die Anti-MuSK-AK bestimmt werden (Treten bei ca. 10 % der Patienten auf und finden sich so gut wie nie bei Okularen MG-Formen). Das Fehlen von AcH-Rezeptor-AK oder MuSk-AK schließt das Vorliegen einer Myasthenie nicht aus, die Antikörper sollten daher in diesem Fall nach 6-12 Monaten erneut bestimmt werden. Die Höhe der AK-Titer korreliert nicht mit der Schwere der Erkrankung. Der Titer-Verlauf eignet sich aber als Erfolgs-Marker für die laufende Therapie. Bei rein okulärer MG finden sich nur bei 50% der Patienten Ach-Rezeptor-AK. Titin- und Ryanodin-AK können bei positivem Ach-Repzeptor-Ak-Status auf das Vorliegen eines Thymoms hinweisen. Bei allen MG-Patienten muss mittels CT oder MRT das Vorliegen eines Thymoms ausgeschlossen werden! Bei ca. 15 % der MG Patienten liegen auch weitere Autoimmunerkrankungen vor. Therapie Symptomatische Therapie mit Acetylcholin-Esterase-Hemmern: z.B. Pyridostigmin (Beginn z.B. mit 60mg 1-1-1), retardierte Formen zur Nacht bei MuSK-positiver MG ist die Wirkung von Pyridostigmin häufig deutlich schlechter bei Patienten mit Acetylcholin-Rezeptor-AK und generalisierten MG sollte eine Thymektomie durchgeführt werden. eine Immunsuppression (Glucocorticoide und v.a. Azathioprin) ist häufig erst bei generalisierten Formen notwendig. Viel Spaß bei Hören und Lernen!
- 16.06.202038 min
Oliver Neumann hat den Businessdoc-Podcast aufgebaut und spricht in diesem Interview unter anderen über die Themen Niederlassung und Praxisgründung Krankenhaus oder Praxis? Früher oder später kommen wir Ärzte an den Punkt, an dem wir entscheiden müssen, ob wir weiter im Krankenhaus arbeiten möchten, oder ob das Arbeiten im ambulanten Versorgungsbereich -vielleicht sogar die Gründung einer eigenen Praxis- eine gute Alternative darstellen könnte. Überstunden, Nacht- und Wochenenddienst, Schichtsystem- all das sind Gründe, die einen über eine Niederlassung nachdenken lassen können. Aber welche Hürden warten in der Praxis auf uns? Was ist mit dem Abrechnungssystem? Der Auseinandersetzung mit der KV? Welche finanziellen Risiken muss ich eingehen? Businessdoc-Podcast Oliver Neumann ist Wirtschaftsberater und spezialisiert auf die Beratung von Ärzten, die im ambulanten Sektor arbeiten möchten. Zudem ist er aber auch der Host des Businessdoc-Podcasts, in der Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Medizin zu den Themen Digitalisierung, Praxisgründung, Business und Mindfulness interviewt. In diesem Podcast sprechen wir mit Oliver über folgende Themen: Warum scheuen sich Kollegen vor der Niederlassung? Welche Themenbereiche sollten vor der Praxisgründung besprochen und geplant werden? Welche Vorteile bieten sich im ambulanten medizinischen Sektor? Wie findest Du einen KV-Sitz? Wie bewertet man einen KV-Sitz? Was bedeutet es, wenn Niederlassungsbeschränkungen fallen? welche Themen deckt der Podcast von Oliver ab? Wenn Euch die Schnittstelle von Medizin und Business, sowie die Themen Digitalisierung und Digital Health interessieren, dann können wir Euch den Podcast von Oliver nur allerwärmstens empfehlen!! Hier kannst Du mit Oliver in Kontakt treten: www.businessdoc.online https://www.instagram.com/businessdoc.online/ https://www.facebook.com/businessdoc.online/?ref=settings https://www.linkedin.com/in/oliver-neumann-74b6641b/?lipi=urn%3Ali%3Apage%3Ad_flagship3_feed%3BbZu5q7F9RUiqtMCEFvlW6w%3D%3D **Viel Spaß beim Hören und Lernen! **
- 12.06.202025 min
Wann brauchen Patienten wirklich einen Blasenkatheter? Katheterismus Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Katheterismus, insbesondere die Indikationen, Risikofaktoren, Alternativen und Verwendungshinweise. Katheterassoziierte Harnwegsinfektionen Bei nosokominalen Infektionen spielt die Nutzung transurethraler Katheter eine wichtige Rolle. Um diese zu Vermeiden muss unbedingt eine gezielte und medizinisch in jedem Einzelfall zu begründende Indikationsstellung erfolgen, welche auch die Berücksichtigung alternativer Möglichkeiten, wie der intermittierenden Selbst- oder Fremdkatheterisierung, sowie die Begrenzung der Liegedauer beeinhaltet. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) stellt ihre Empfehlungen gesammelt in der Publikation: Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen dar. Indikationen zur Anlage eines transurethralen Katheters Begründete Anwendungen eines Katheters akuter Harnverhalt Notwendigkeit der Bilanzierung bei schwer kranken Patienten Kurzfristiger Einsatz im Zusammenhang mit bestimmten operativen Eingriffen Patienten mit urologischen Operationen Förderung der Wundheilung im Bereich des äußeren Genitale bei Harninkontinenz Verbesserung der Lebensqualität bei im Sterben liegenden Patienten / auf Wunsch in der Palliativmedizin Unnötige Anwendungen eines Katheters die Verordnung in Pflegeeinrichtungen nur aufgrund einer Harninkontinenz des Patienten unnötige Verlängerung der Katheterliegedauer, z.B. bei Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder nach Abschluss der intensivmedizinischen Überwachung/Bilanzierung Harndrainage Deutsche Gesellschaft für Urologie Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes Der Intermittierende Katheterismus stellt seit den 60iger Jahren die Methode der Wahl zur Blasenentleerung bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes dar. Es gilt festzuhalten, dass der aseptische Katheterismus auch in der Langzeitanwendung eine komplikationsarme Methode zur druck- und restharnfreien Entleerung der Harnblase für Betroffene darstellt. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie publizieren ihre Empfehlungen in der Leitlinie Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes. (www.awmf.de) **Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Viel Spaß beim Hören und Lernen! **
- 09.06.202020 min
Definition, Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz Kardiologie als neuer Fachbereich im Klinisch Relevant Podcast Neben den Fächern Neurologie, Psychiatrie, Gastroenterologie, Radiologie, Rheumatologie, Chirurgie und Pflegewissenschaft, sowie unseren Querschnittsthemen bieten wir Euch ab sofort auch Fortbildung-Podcasts aus dem Bereich Kardiologie. Herzinsuffizienz als häufige kardiologische Erkrankung Für den ersten Podcast aus dem Fachbereich der Kardiologie haben wir uns das Thema Herzinsuffizienz ausgesucht, da Dir dieses Krankheitsbild in Deinem klinischen Alltag sicherlich bei Deinen Patienten begegnen wird. Mit Dr. Andreas Barsuhn, Oberarzt der Kardiologie im Bethesda Krankenhaus Wuppertal haben diesbezüglich einen ausgewiesenen Experten im Interview. Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung mit wesentlicher sozioökonomischer Bedeutung. Die dekompensierte chronische Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für eine stationäre Aufnahme! Jede akute Dekompensation führt zu einer Verschlechterung der Prognose. Die Erkrankung hat vielfältige Ursachen: Koronare Herzerkrankung (KHK) Art. Hypertonie inkl. einer hypertensiver Herzekrankung Herzrhythmusstörungen, im besondere ein tachykardes Vorhofflimmern Nicht-ischämische Kardiomyopathien unterschiedlichster Genese Perikarderguss Wichtige Kernsymptome: Dyspnoe (Klassifikation nach den NYHA-Stadien) Leistungsminderung Flüssigkeitsretention mit Ödembildung Nykturie Gewichtszunahme Trockener Husten Wichtige Diagnostik: Transthorakale Echokardiographie Laborchemische Bestimmung des BNP / nt-pro-BNP 12-Kanal-EKG Brandaktuell: Die nationale Versorgungsleitlinie „Chronische Herzinsuffizienz“, 3. Auflage, 2019. Wichtige neue Einteilung: Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFrEF) Herzinsuffizienz mit geringgradig eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFmrEF) Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFpEF) Die Therapie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze Behandlung einer Grunderkrankung (z.B. Behandlung einer KHK oder Vitien) Wichtige medikamentöse Prinzipien: Diuretika RAAS-Hemmer (z.B. ACE-Hemmer) Beta-Blocker Neprylisin-Inhibitoren Wahrscheinlich wichtiger in der Zukunft: SGLT2-Hemmer Wichtige nicht-medikamentöse Prinzipien: Patientenedukation Gewichtskontrolle Bewegungstraining Gewichtsreduktion Apparative/operative Therapie Defribillator-Implantation Kardiale Resynchronationstherapie (CRT) Herztransplantation Viel Spaß beim Hören und Lernen!
- 04.06.202031 min
Podcast for healthcare professionals dealing with patients with FND: missconceptions, conversation strategies, concept of disease, therapies Please check out Jon’s Website on neurosymptoms.org for more information on FND. Also note, that on fndsociety.org there are free webinars on FND at the Moment If you have any questions or comments about the interview or our podcast project, please feel free to contact us on kontakt@klinisch-relevant.de
- 02.06.202032 min
Why neurologists play an important role in treating patients with FND Funktionelle Neurologische Störungen Jeder von uns weiß, wie häufig im klinischen Alltag funktionelle, bzw. dissoziative Störungen sind. Auch wenn wir anhand von klinischen und apparativen Untersuchungen keine strukturellen Auffälligkeiten finden können, so haben diese Patienten trotzdem einen hohen Leidensdruck und ein hohes Risiko der Chronifizierung. Neurologen mit Schlüsselrolle bei der Behandlung von FNS-Patienten Im Interview mit Prof. Jon Stone, Neurologe aus Edinburgh mit jahrzehntelanger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung auf diesem Gebiet versuchen wir uns dem komplexen Gebiet der funktionellen Störungen zu nähern: was ist das aktuelle Konzept hinter FNS welche Therapieansätze gibt es welche klinischen Zeichen können bei der Diagnosestellung helfen FNS umfassen ein umfangreiches Spektrum an Symptomem Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Tremorformen, Gangstörungen, Anfälle: die klinische Symptomatik kann dabei mannigfaltig sein. Ein klinischer Test zur Differenzierung einer funktionellen Störung kann z.B. das Hoover's-Zeichen sein. "Positive" Diagnose anstatt Ausschluss-Diagnosen Jon plädiert in diesem Interview dafür, dass Neurologen wieder mehr tun müssen, als nur "organische" Ursachen der Krankheitssymptome auszuschließen und Ihre Patienten dann zum Psychiater zu schicken. Auch kritisiert er, dass in vielen Fällen bei Patienten mit funktionellen Störungen im Gespräch anders verfahren wird, als bei organischen Erkrankungen. So sollte auf die Erkrankung fokussiert werden, die vorliegt und nicht umschrieben werden, welche Erkrankungen alle ausgeschlossen wurden. Therapieansätze bei FNS Häufig kann eine physiktherapeutische Behandlung bei einem entsprechend geschulten Therapeuten schon hilfreich sein. Insgesamt betrachtet ist aber ein interdisziplinäres Therapiekonzept mit neurologischer, psychiatrischer und physiktherapeutischer Kompetenz am erfolgreichsten. Jon hat in diesem Interview folgende Literatur-Empfehlungen abgegeben: Should neurologists diagnose and manage FND? It is complicated Ten myths about FND Sehr bemerkenswert ist auch die Website www.neurosymptoms.org , die von Jon für Ärzte und Patienten entworfen wurde und die auch auf deutsch übersetzt werden kann. Unter www.fndsociety.org gibt es aktuell immer wieder kostenlose Webinare zum Thema FND. Viel Spaß bei Hören und Lernen!!
- 30.05.202041 min
Was bedingt das erhöhte Sturzrisiko im zunehmenden Alter und wie kann diesem begegnet werden? Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Definition Sturz Ein Sturz ist ein Ereignis, bei dem der Betroffene unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer ande-ren tieferen Ebene aufkommt. (Quelle: Expertenstandard - Sturzprophylaxe in der Pflege unter: www.dnqp.de ) Expertenstandards in der Pflege Instrumente die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie be-rücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleicher-maßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung). (Quelle: MDS unter www.mds-ev.de) Priscus-Liste Die Priscus-Liste ist eine praxistaugliche Liste von Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen, die als potenzi-ell inadäquat für ältere Menschen beurteilt werden. Die Liste informiert auch über Therapie-Alternativen. www.priscus.net Ermitteln der Funktions- und Bewegungsfähigkeit Sammlung verschiedener Assessmentinstrumente auf der Webseite des Kompetenzzentrums für Geriatrie. Assessmentinstrumente helfen bei der standardisierten Beurteilung des Funktions- und Bewegungsfähigkeit und ermöglichen den gezielten Vergleich zwischen verschiedenen Klienten. Eine Sammlung ist unter www.kc-geriatrie.de verfügbar. Altersgerechte Bewegungsprogramme Regelmäßige Bewegung stärkt die Gesundheit und die Selbstständigkeit älterer, pflegebedürftiger Menschen. Sie hilft, die Bewegungsfähigkeit – die Mobilität – und geistige Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. Außerdem sinkt das Sturzrisiko bei regelmäßiger Bewegung und weiteren Ge-sundheitsproblemen kann vorgebeugt werden. Bewegungsförderung ist somit ein zentraler Aspekt von gesundheitlicher Prävention bei pflegebedürftigen Menschen. (Quelle: https://www.zqp.de/bewegungsfoerderung-pflege/ ) Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Viel Spaß beim Hören und Lernen!
- 26.05.202019 min
Alles zu der Mindful Doctor Konferenz vom 04.- 06.09.2020 in Berlin!!! Mindful Doctor als Plattform für Veränderungen in der Medizin Alvar Mollik ist ein junger Arzt, der Mindful Doctor als Plattform für Menschen gegründet hat, die die Zukunft der Medizin gestalten wollen und die alternative Modelle in den Bereichen Arzt-Gesundheit, Aufrechterhaltung der Gesundheit unserer Patienten, Kommunikation mit Patienten und Klinikstrukturen aufbauen wollen. Mindful Doctor Konferenz Als Ort der Begegnung und des Austausches für selche Querdenker findet die Mindful Doctor Konferenz jedes Jahr in Berlin statt. 2020 findet diese Konferenz (vorbehaltlich der geltenden Corona-Einschränkungen) vom 04.-06.September statt. Informationen und Tickets zu diesem Event findest Du hier. Inspirierende Speaker und Workshops Dieses Jahr sind als Keynote-Speaker Prof. Tania Singer, wissenschaftliche Leiterin der Forschungsgruppe "Soziale Neurowissenschaften" der Max Planck Gesellschaft, Dr. med. André T. Nemat, Gründer des Institute for Digital Transformation in Healthcare an der Universität Witten-Herdecke und Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligenfeld Klinik in Berlin vor Ort. Warum Mindful Doctor? In diesem Podcast Interview spricht Alvar mit uns nicht nur über die anstehende Konferenz, sondern auch über die Beweggründe, die ihn zum Aufbau von Mindful Doctor gebracht haben. Zudem erklärt er die 4 Säulen der Arbeit von MD, nämlich Mind Sustainable health Kommunikation Wandel in der Medizin Dieses Interview ist für alle besonders interessant, die sich in Ihrem Arbeitsalltag in Klinik oder ambulanten Sektor häufig fragen, ob das alles so richtig ist, was wir da jeden Tag tun. Oder ob es nicht an der Zeit wäre, Veränderungen in unseren Klinikstrukturen und unserer Denkweise, was die Behandlung von Krankheiten betrifft, auf den Weg zu bringen. Viel Spaß beim Hören!
- 19.05.202014 min
Definition, Ursachen, klinische Symptomatik, radiologische Veränderungen und Therapie der IIH: alles in einem Podcast-Interview! Die Idiopathische Intrakranielle Hypertension, früher auch als Pseudotumor cerebri bezeichnet, ist eine seltene Ursache von Kopfschmerzen und Visusstörungen. Insgesamt handelt es sich aber um eine wichtige Differentialdiagnose, insbesondere bei adipösen Patientinnen im gebärfähigen Alter, die man kennen sollte. In dieser Podcast-Episode des Klinisch Relevant Mediziner Podcasts lernst Du alles über Definition, die möglichen Ursachen, die typische Klinik, die erforderliche Diagnostik und die Therapieoptionen bei diesem Krankheitsbild. Der Fokus dieses Fortbildungsbeitrages liegt dabei aber auf den typischen radiologischen Veränderungen der IIH im MRT und CT. Wir sprechen hierfür ein weiteres Mal mit Stephan Schwarz, Oberarzt der Radiologie im Klinikum Dortmund. IIH: Was ist das? Eine Idiopathische intracranielle Hypertension liegt dann vor, wenn eine pathologische Erhöhung des Liqourdruckes ohne intracranieller Raumforderung oder eine akute Sinusvenenthrambose besteht. Sekundäre Ursachen einer intracraniellen Hypertension primäre oder postthrombotische Stenose der Hirnsinus medikamenten-induzierte Formen: Vitamin-A-Überdosierung oder -Mangel, Tetrazykline, Interferone, Amiodaron, Tamoxifen, Wachstumshormon, Cyclosporin, Cimetidin, Danazol, Indometacin, Lithium, Nalidixinsäure, Nitrofurantoin Was sind die typischen Symptome einer IIH? Kopfschmerzen Visusstörungen: Gesichtsfelddefekte und Obskurationen ein- oder beidseitige Abduzensparese Stauungspapille Tinnitus Welche Untersuchungen sind erfoderlich, um die Diagnose einer IIH zu untermauern? Hochauflösende MRT mit venöser MR-Angiografie (Ausschluss Raumforderung oder Sinusvenenthrombose): coronare STIR über die Orbitae (Darstellung des N. opticus und der Bulbi, 3D-T1 post KM, axiale und coronare T2, sagittale T2-Hirnstamm falls MRT nicht möglich: CCT, DSA erhöhter Liquordruck (Messung in Seitenlage > 25cm Wassersäule) bei unauffälligem Liquorbefund typische klinische Konstellation Augenärztliche Untersuchung mit Nachweis einer Stauungspapille Bei welchen Patienten tritt dieses Krankheitsbild typischerweise auf? Adipöse Frauen im gebärfähigen Alter Patienten mit Endokrinologischen Erkrankungen: Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hypoparathyreoidismus, Hyperaldosteronismus, PCO, Nebenniereninsuffizienz OSAS-Patienten Was sind die typischen radiologischen Veränderungen der IIH? kein pathognomonischer Befund: Diagnose wird anhand der typischen Klinik, des Nachweises des erhöhten Liquordruckes und den typischen radiologischen Veränderungen gestellt Abflachung des posterioren Anteiles des Bulbus (sehr spezifisch) Aufweitung und/oder Vorwölbung der Papille in den Bulbus occuli, manchmal mit KM-Aufnahme Veränderungen des N. Optikus ( geschlängelter Verlauf) Empty Sella (in der sagittalen Darstellung des Hirnstammes ist die Hypophyse nicht mehr gut erkennbar Vergrößertes Cavum Meckeli Vergrößerter Liquorraum um den N. oculomotorius im lateralen Anteil des Sinus cavernosus "Schlitzventrikel" der Seitenventrikel (selten) Tonsillen-Tiefstand Welche therapeutischen Optionen gibt es? Das therapeutische Vorgehen ist stufenförmig: Stufe: Gewichtsabnahme + Acetazolamid (Beginn mit 2x500 mg bis max 2g Tagesdosis (oder Topiramat) + Furosemid 20-40mg/s Stufe: wie Stufe 1 + wiederholte Entlastungspunktionen bis Liquordruck unter 20cm Wassersäule Stufe: wie Stufe 1 und 2 + neuroradiologische Intervention oder Optikusscheiden-Fensterung oder Liquorableitung durch VP-Shunt Die Therapiestufen findest Du hier noch einmal in einer sehr guten Grafik auf der Seite der DGN. Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, oder wenn Du auch gerne einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant veröffentlichen möchtest, dann wende Dich doch bitte an kontakt@klinisch-relevant.de
- 14.05.202024 min
In unserer zweiten Folge zum Thema Pflegewissenschaften geht Prof. Markus Wübbeler auf das Thema Sturz ein. Stürze sind in der Alten- und Krankenpflege etwas Alltägliches und damit auch normales, möchte man meinen. Leider ist dem nicht so. Tabuthema Sturz Denn: viele Angehörige der Pflegeberufe versuchen Stürze zu nicht zu thematisieren. Die Gründe dafür sind vielfältig und systemimmanent: Angst vor einem möglichen persönlichen Regreß Befürchtung, dass man bei den Kollegen und Vorgesetzten schlecht dasteht Auseinandersetzungen mit Angehörigen Letztlich sind es weniger die medizinischen als die juristischen und zwischenmenschlichen Aspekte, die das Thema sehr schwierig gestalten. Prof. Wübbeler zeigt hier allerdings interessante Lösungswege auf, wie sich das Thema sowohl aus gesundheitlicher Sicht für den Patienten als auch aus arbeitstechnischer Sicht für das Pflegepersonal elegant und positiv gestalten lassen. Gut gemeint, muss nicht gut gemacht sein Im Arbeitsalltag wird der Rollstuhl weiterhin sehr häufig eingesetzt, was aus medizinischer Sicht nicht immer einzusehen ist. Vielmehr ist der Rollstuhl eine Art Versicherung für den Pfleger und den Träger des Heims oder Krankenhauses. So kann möglichen Verletzungen durch Stürze effektiv vorgebeugt werden. Darüber hinaus spielt das Thema Fürsorge einen entscheidenden Punkt: Patienten oder Bewohner mit starken Schmerzen will man nicht unnötig leiden lassen, indem man sie laufen lässt. Sturzrisiko vs. Prävention Im Sinne des Patienten ist allerdings eine gute körperliche Fitness, die es ihm erlaubt möglichst lang unabhängig zu sein und so gleichzeitig den komplexen Anforderungen des Alltags Stand zu halten. Muskulatur bleibt erhalten und das Gehirn wird vielfältig beansprucht. Dies bedeutet allerdings, dass man das Risiko des Sturzes einkalkulieren und akzeptieren muss. Hier gilt es im Pflegeteam gemeinsam zu erarbeiten, wie dies mit den einzelnen Patienten oder Bewohnern zu bewerkstelligen ist. So muss auch von vornherein das Gespräch mit der Patienten und Angehörigen gesucht werden, um so für Verständnis mit Mithilfe zu werben und auch neue Ziele für Patienten zu setzen. Sturzrisiken verringern Eine wichtige Sache kann sein im Team in der Einrichtung genau zu besprechen, wo mögliche Gefahrenherde für einen Sturz sind. So kann es sein, dass die Nachttoilette bei einigen Patienten ein schwieriges Unterfangen ist, bei anderen sind es Transportwege (gerade in der ambulanten Pflege). Diese können im Team identifiziert werden und so besprochen werden. Letztlich ist es aber auch wichtig, dass die Heimleitung das Thema aktiv stützt.
- 12.05.202046 min
Welche 4 Säulen führen Dich zu einer Abgrenzung von kardialen und neurogenen Synkopen? Dies ist die 50. Folge des Klinisch Relevant Mediziner-Podcast! Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Synkopen und andere Ohnmachtsanfälle Prof. Rolf Diehl ist Neuropsychologe am Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen-Rüttenscheid, wo er unter anderem das „autonome Labor“ leitet. Rolf Diehl ist federführender Autor der aktuellen Leitlinie zum Thema Synkopen Definition von Synkopen Synkopen werden als Ohnmachtsanfälle definiert, die aus einer globalen Minderung der zerebralen Durchblutung resultieren. Im Gegensatz dazu steht z.B. eine Ohnmacht durch eine Hypoglykämie. Synkopen werden grob in kardiogene und neurogene Synkopen unterteilt. Kardiogene Synkopen Eine häufige Ursache für kardiogene Synkopen ist z.B. ein AV-Block oder andere Herzrhythmusstörungen. Kardiogene Synkopen treten häufig ohne Prodromi - "wie aus dem Nichts" auf. POTS Eine Sonderform der Synkopen ist das sog. posturale Tachykardiesyndrom (POTS). Ursache ist eine Überaktivierung des Sympathikus. Neurogene Synkopen Neurogene Synkopen, also Synkopen, die aus einer Funktionsstörung des peripheren oder zentralen Nervensystems resultieren, werden noch einmal unterteilt in vasovagale Synkopen ("Reflexsynkope") und die orthostatische Hypotension. Synkopen im Rahmen eines vasovagalen Reflexes (Hemmung des Sympathikus) treten typischerweise nach längerem Stehen, beim Anblick von Blut oder einem Schmerzreiz auf. Synkopen bei orthostatischer Hypotension führen zu einer Synkope kurz nach dem Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen. Klassischerweise gehen beiden Synkopen-Formen mit Prodromi wie Unwohlsein, "Schwarz- werden" vor den Augen, Schwindel und Kaltschweißigkeit einher. Ursachen von neurogenen Synkopen Beim Vorliegen von neurogenen Synkopen muss nach einer neurologischen Grunderkrankung geforscht werden. Häufigste Ursache für diese Form der Ohnmachtsanfälle sind periphere Neuropathien wie die diabetische Polyneuropathie. Differentialdiagnostisch müssen aber auch Systemerkrankungen wie ein M. Parkinson oder eine Multisystematrophie abgeklärt werden. Diagnostik im "autonomen Labor" Prof. Diehl empfiehlt im Hinblick auf die sinnvolle Diagnostik bei Ohnmachtsanfällen folgende 4 Säulen: Anamnese körperliche Untersuchung 12-Kanal-EKG aktive Stehtest (früher Schellong-Test) Dabei können bereits durch eine intensive Eigen- und Fremdanamnese wichtige Hinweise für die Ätiologie der Ohnmacht gesammelt werden. Mit Hilfe des EKGs können kurzfristig relevante Herzrhythmusstörungen herausgefiltert werden, die das weitere diagnostische Vorgehen maßgeblich beeinflussen. Der sog. aktive Stehtest dauert im Vergleich zum Schellong-Test nur noch 3 Minuten und umfasst die Blutdruck- und Puls-Messung nach dem Aufstehen. Konvulsive Synkopen Häufig kommt es im Rahmen von Synkopen zu kurzen motorischen Entäußerungen (typischerweise arrhythmisch) der Extremitäten, die Beobachter dazu verleiten können von einem epileptischen Anfall zu sprechen. Diese unwillkürlichen Bewegungen werden im Rahmen der zerebralen Minderperfusion aus Arealen im Hirnstamm und in den Basalganglien generiert und sind nicht epileptogenen Ursprungs. Differenzialdiagnosen zu Synkopen Die Abgrenzung zum epileptischen Anfall ist nicht immer einfach. Wer sich daher auch zum Thema „Pharmakotherapie der Epilepsie“ fortbilden möchten, sollte unbedingt bei unserem Podcast mit Volker Sepeur reinhören. Viel Spaß beim Hören und Lernen!
- 05.05.202028 min
Was können Digitalisierung und evidenzbasierte Medizin verändern? Was kann die Digitalisierung beitragen? Dr. Johanna Ludwig ist unsere Komplizin im Kampf für eine bessere medizinische Fortbildung. So wie wir, ist sie nicht zufrieden, wie in Deutschland das Thema Fort- und Weiterbildung angegangen wird. Zusätzlich bringt Johanna eine interessante Perspektive als Studentin an der Oxford Universität mit. Ihre internationalen Kommilitonen können teilweise auf innovative Fortbildungsprogramme zugreifen. Menschlichkeit und Offenheit sind entscheidend Das Medizinstudium in Deutschland ist immer noch ein sehr einsames mit starkem Fokus auf Auswendiglernen, wo hingegen der Arbeitsalltag stark von Teamwork geprägt ist. Noch heute führen alte Hierarchien und der "Befehl von oben" zu einem sehr dysfunktionalen System, welches häufig über die eigenen Ansprüche stolpert und zu wenig in Mitarbeiter investiert. Von Mitarbeitern wird dann schlicht erwartet Vorgaben einfach umzusetzen. Darüber hinaus ist der hohe bürokratische Aufwand im Alltag eine Hürde, die den Job unattraktiv gestaltet und den Fokus weg vom Patienten rückt. Change Management und Digitalisierung als Erfolgsfaktoren für die medizinische Fort- und Weiterbildung Im Krankenhaus- und Praxisalltag ist diese Themen nur teilweise angekommen: Change Management und Digitalisierung. Während unter Change Management eine Managementtheorie zu verstehen ist, die darauf abzielt Veränderungsprozesse in Firmen positiv zu gestalten, ist das Wort Digitalisierung ein fest verankerter Begriff, ohne weitere Anwendung in der Medizin. Johanna beschreibt welche Möglichkeiten auch durch das neue, aber in der Ärzteschaft weitestgehend unbekannte, Digitalisierungsgesetz, auf dessen Grundlage bürokratische Vorgänge können so vereinfacht werden können, dass die Arbeit mit den Patienten wieder in den Mittelpunkt rücken kann. Allerdings ist es wichtig, dass es Leitlinien und Evidenz gibt, um den Nutzen der Produkte zu bewerten. In unserem Podcast-Interview teilt Johanna auch die sehr interessanten Ergebnisse Ihrer Master-Arbeit mit Dir: Aus Ihrer Umfrage, an der knapp 250 ärztliche Kollegen teilgenommen haben, geht hervor, wo die neuralgischen Punkte liegen: Viele Kollegen verbringen zu viel Zeit mit Bürokratie und viel zu wenig Zeit mit Ihren Patienten. Zudem wird regelmäßig nur wenig Zeit für strukturierte Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Spielerische Fortbildung - das soll's geben Johanna ist recht umtriebig und hat gemeinsam mit einem Kollegen ein Fortbildungsspiel erstellt. Das Spiel "Asystole" funktioniert im Grunde wie ein bekanntes Gesellschaftsspiel, bei dem man einen Begriff beschreiben soll, ohne bestimmte Worte zu benutzen: Fachbegriffe sollen ohne Fachbegriffe erklärt werden. Ein kurzweiliges Spiel mit wichtigem Lernziel: Patienten mit einfachen Worten das weitere Vorgehen zu erklären. Für viele Kollegen ein schwieriges Unterfangen. Voraussichtlich wird das Spiel im September diesen Jahres auf den Markt kommen. Infos hierzu findet Ihr unter www.keinediagnosedurchhemdundhose.de
- 01.05.202042 min
Respiratorische Insuffizienz: Indikationen für Beatmung, Beatmungsformen und Beatmungspflege Beatmungspflege bei COVID-19 Infektionen Markus Wübbeler, Professor für Pflegewissenschaft an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, spricht mit Dr. Ismail Özlü, Vertretungsprofessor für Akutpflege an der HSG, über die Indikationen und die Formen der Beatmungspflege. Aufgrund der aktuellen Lage geht Dr. Özlü im weiteren dann auf die Besonderheiten der Beatmungspflege bei Patienten mit Coronavirus Infektionen ein. Indikation zur Beatmung: respiratorische Insuffizienz Unterschiedliche Typen der respiratorischen Insuffienz: Störung der Oxygenierung als Folge einer Schädigung des Lungenparenchyms mit daraus resultierender Hypoxämie Ventilationsstörung: Störung der Atemmuskulatur (v.a. des Zwerchfells) mit Störung der Pumpfunktion mit daraus resultierender Hyperkapnie Kombination aus Oxgenierungsstörung und Ventilationsstörung Krankheitsbilder mit respiratorischer Insuffizienz COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen): Typ 2 - Respiratorische Insuffizienz: Ventilationsstörung Covid-19 Infektionen: Typ 1- Respiratorische Insuffizienz: Störung der Oxygenierung Parameter der Beatmung Sauerstoff-Konzentration der Atemluft (FiO2) Atemzugsfrequenz Druck mit dem die Atemluft in die Lunge gepumpt wird Horovitz-Quotient: Quotient aus dem arteriellen Sauerstoff-Partialdruck paO2 (in der Blutgas-Analyse erkennbar) und der Sauerstoff-Konzentration in der Einatemluft (FiO2). Gibt Auskunft über den Schweregrad der Lungenfunktionsstörung. Formen der maschinellen Beatmung Nicht-Invasive Beatmung/Ventilation (NIV): Maskenbeatmung (Nase-/Mund-Masken, Full-Face-Masken. Mittels des PEEP (Positive end-expiratory pressure) werden die Atemwege sozusagen "geschient" und offen gehalten, nur bei wachen Covid-19 Patienten durchführbar Invasive Beatmung: endotracheale Tuben (orotracheal, nasotracheal, Tracheal-Kanüle über Tracheostoma, bei bewußtseinsgestörten Patienten indiziert, Cuff vermindert die Aspirationsgefahr bei fehlenden Schutzreflexen Weaning Entwöhnung von der Beatmungsmaschine: Mit zunehmender Beatmungsdauer atrophiert die Atemmuskulatur und macht ein selbständiges Atmen für den Covid-19 Patienten immer schwieriger Unterteilung in 3 Kategorien: Einfaches Weaning: Extubation bereits nach dem 1. Spontanatemversuch Schwieriges Weaning: spästestens nach 3 Spontanatemversuchen oder spätestens nach 7 Tagen nach dem ersten erfolglosen Spontanatemversuch Prolongiertes Weaning Beatmungspflege Anordnungsverantwortung liegt bei den Ärzten Umsetzung des angeordneten Beatmungs-Regimes Adäquate Lagerung der Patienten Sekretmanagement, Sekretmobilisation Mundpflege Kontrolle der richtigen Tubus-Lage, z.B. durch - Auskultation Vibraxmassage ARDS : Acute respiratory distress syndrome regelmäßige Bauchlagerung notwendig um gleichmäßige Belüftung aller Lungenabschnitte zu gewährleisten Abschließend sei noch auf unseren Podcast zum Thema Covid-19 und MS mit Dr. Matthias Veit und den mit Dr. Stephan Schwarz zu radiologischen Befunden hingewiesen. Viel Spaß beim Hören und Lernen!
- 28.04.202018 min
Vom konservativen Therapieansatz bis zur geeigneten Prothese In unserem ersten Interview mit einem chirurgischen Kollegen im Klinisch Relevant Podcast für Ärzte sprechen wir mit Mustafa Citak, Facharzt für Orthopädie, über Knie-Endoprothesen. Dabei geht es im Kern um diese drei Fragen: 1. Welche Indikationen gibt es zur Implantation einer Knie-TEP? 2. Welche verschiedenen Knie-TEP-Varianten gibt es und wann wende ich welche an? 3. Was ist der richtige Zeitpunkt zur Implantation einer Knie-TEP? Mustafa arbeitet als Oberarzt in einer großen Klinik für Endoprothetik in Hamburg und teilt mit Dir seine Erfahrungen. Hier seine Antworten auf die oben genannten Fragen in aller Kürze für Dich zusammengefasst: Indikationen für Knie-TEP: traumatische und nicht-traumatische Arthrose des Kniegelenkes Welche Knie-TEPs gibt es: Schlittenprothesen, Rotationsendoprothese, Scharniergelenks-Endoprothese häufigster operativer Eingriff ist der bikondyläre Oberflächenersatz welchen konservativen Behandlungsmöglichkeiten einer Knie-Arthrose gibt es? : Physiotherapeutische Übungsbehandlung,Akupunktur, Stoßwellen-Behandlung, konservative Schmerztherapie, Hyaluron-Säure-Infiltration die Knie-TEP sollte nicht zu früh implantatiert werden, sondern erst bei den klinischen und radiologischen Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose neben den radiologischen Kriterien der schweren Arthrose sollten die Patienten schon in Ruhe oder bei leichter Belastung Schmerzen haben und daher immobilisiert sein. Auch die regelmäßige Einnahme von Schmerzmedikamenten kann ein Hinweis dafür sein es sollte ein hoher, objektivierbarer Leidensdruck bei dem Patienten vorliegen die Lebensqualität des Patienten sollte relevant durch die Knie-Arthrose eingeschränkt sein die regelmäßige Durchführung der Eingriffe ist entscheidend für die Komplikation-Rate Häufige Gründe für Revisions-OPs: Instabilität, Prothesen-Infekte, Lockerungen der TEP postoperatives Management: Physiotherapie, postoperative Beschwerden können bei ca. 8% der Patienten bis zu ein Jahr andauern, langsamer Belastungsaufbau, möglichst keine Sportarten wie Joggen, Fußball etc. am Anfang nicht sinnvoll, adäquate Schmerztherapie Gabe von Tranexamsäure zur Verminderung des postoperativen Hämatoms Starke Schmerzen, hoher Leidensdruck und eingeschränkte Lebensqualität bei einem zu den Beschwerden passenden Röntgen-Bild stellen also die Kriterien für die Implantation einer Knie-TEP dar. Viel Spaß beim Hören und Lernen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de
- 21.04.20204 min
Klinisch Relevant Espresso-Podcast: Welche Rechte haben Patienten mit schwerer Demenz im Rahmen des Betreuungsgesetzes Im klinischen Alltag kommen wir immer wieder mit Patienten in Kontakt, die z.B. im Rahmen einer fortgeschrittenen Demenz-Erkrankung nicht in der Lage sind, Sachverhalte abzuwägen und rationale Entscheidungen zu treffen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig und sinnvoll die juristischen Begriffe "freier Wille" und "natürlicher Wille" zu kennen und zu verstehen. Im aktuellen Podcast-Interview im Espresso-Format sprechen wir mit Heribert Kirchner, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie genau über dieses Thema. Der freie Wille wird allen "gesunden" Menschen vom Gesetzgeber zugesprochen. Ist das Urteilsvermögen und die Fähigkeit zum Treffen einer möglichst rationalen Entscheidung aber durch eine Erkrankung, z.B. eine Demenz, gestört so kommt der Begriff des "natürlichen Willens" zum Tragen. Die Abwesenheit des freien Willens bedeutet aus juristischer Sicht, dass der Patient weder geschäfts- noch einwilligungsfähig ist. Ein solcher Patient kann durch verbale Willensbekundungen oder Gesten seinen Willen äußern. Der natürliche Wille wird vom Gesetzgeber aber in seiner Bedeutung auch als sehr hoch angesiedelt und dies bedeutet, dass diesem Willen, so weit wie möglich nachgegangen werden muß. Hier gilt das Gebot der Verhältnismäßigkeit. Der natürliche Wille des Patienten muß aufgrund des Grundrechtes auf ein selbstbestimmtes Leben möglichst respektiert werden. Wichtig sind die Begriffe "freier und natürlicher Wille" auch im Zusammenhang mit dem Betreuungsgesetz: Ein gesetzlicher Betreuer darf nicht gegen den freien Willen eines Erwachsenen bestellt werden. Viel Spaß beim Hören und Lernen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de
- 14.04.202016 min
Konkrete Handlungsvorschläge für variköse und nicht-variköse obere GI-Blutungen In diesem Beitrag von Steffi Sielert, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie erfährst Du alle wichtigen Informationen zum Management einer varikösen oder nicht-varikösen oberen gastrointestinalen Blutung. Was machst Du also konkret im Falle einer Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt? Überprüfung der Vitalparameter: ist der Patient Blutdruckstabil? Wie ist das Ausmaß der Blutung: Labor, Teerstuhl?, Teerstuhl mit Frischblut?, Teerstuhl mit Blutkoagel-Auflagerung? Anamnese: Ulcus-Leiden in der Vorgeschichte?, Bekannte Leberzirrhose?, Tumor-Leiden?, Polypektomie in der Vorgeschichte?, Patientenverfügung? Blutdruckstabilisierung mittels kristalloider Infusionslösungen Gabe von Erythrozyten-Konzentraten ab einem Hb von 7g/dl oder kleiner Weiteres Procedere bei varikösen GI-Blutungen: stationäre Aufnahme! Gabe von Terlipressin 2mg i.v. bei fehlenden Kontraindikationen Antibiotika-Gabe vor der Endoskopie (Cephalqsporine der 3. Generation, Fluorchinolone, Aminopenicilline) Erythromycin 250mg i.v. zur Beschleunigung der Magenentleerung Schnellstmögliche ÖGD: Gummibandligatur, Unterspritzung mit Histoacryl, Sklerosierung, Anlage eines Metall-Stents, Sengstaken-Sonde, Endosonografisch gesteuerte gezielte Unterspritzung des blutenden Gefäßes oder Coil-Anlage nach der Endoskopie Laktulose, um eine hepatische Enzephalopathie zu verhindern PPI sollten nicht standardmäßig gegeben werden Gabe von Tranexamsäure i.v. als weitere therapeutische Option Ggf. im Anschluss Anlage eines Transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) Sekundärprophylaxe, um durch eine Senkung des portalvenösen Drucks das Risiko einer Rezidivblutung zu senken: Propanolol oder Carvedilol Weiteres Procedere bei nicht-varikösen Blutungen: schnellstmögliche ÖGD bei Kreislauf-instabilen Patienten Gabe von 80mg Pantoprazol i.v. restriktive Transfusionsstrategie wie oben erwähnt Endoskopische Versorung der Blutungstypen 1, 2a und 2b nach Forrest mittels Thermoablationsverfahren, Clip-Systemen, Unterspritzung Forrest 2c und 3-Blutungen werden nicht-endoskopisch interventionell angegangen Ggf. bereits Entnahme einer Gewebeprobe bei V.a. Tumorgeschehen, um den Patienten eine erneute Endoskopie zu ersparen Routinemäßige Durchführung einer Second-Look-Endoskopie wird nicht mehr empfohlen Nach Stellung der Blutung sollten Patienten mit hohem thrombembolischen Risiko ihre Thrombozytenaggregations-Hemmung wieder einnehmen! Wiederaufnahme einer oralen Antikoagulation spätestens 7 Tage nach Blutungsstillung Einen Link zu den Forrest Blutungstypen findest Du hier. Zum Schluss gibt es noch ein paar Tips zu unteren GI-Blutungen von Steffi für Euch. Viel Spaß bei Hören und Lernen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de
