Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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18.10.2026
Beschreibung
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor. Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge. Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten. Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.

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Episoden
  1. Zu Beginn ihrer Karriere mussten Dave Stewart und Annie Lennox einige herbe Enttäuschungen wegstecken. Sie waren verheiratet, hatten sich in einer Kneipe kennengelernt und zunächst die Punk-orientierte Band "The Tourist" gegründet. Doch die internen Spannungen wurden immer schlimmer, sodass schon 1980 – nach nur drei Jahren – die Band wieder aufgelöst wurde. Und das ist auch der Punkt, an dem Lennox und Stewart buchstäblich am Scheideweg standen und sich auch als Liebespaar trennten – mit dem Entschluss, beruflich weiter zusammenarbeiten zu wollen. Anfang der Achtziger ließen sich die beiden dann scheiden und gründeten die Band "Eurythmics". Der Weg war steinig Einerseits mussten sie damit kämpfen, als getrenntes Paar ständig im Studio sein zu müssen. Andererseits wollte sich noch immer kein Erfolg einstellen. Das erste Album nahmen sie in Deutschland auf – im legendären Kölner Studio von Konrad "Conny" Plank. Doch auch die zwei Single-Auskopplungen liefen genauso schlecht wie die LP an sich. Trotzdem gaben die beiden nicht auf. Das zweite Album "Sweet Dreams (Are Made of This)" nahmen sie unter sehr ungewöhnlichen Bedingungen im billig zusammengeschusterten Londoner Heim-Studio von Dave Stewart auf. Das Album ist absolut innovativ für die damalige Zeit. Einerseits stellenweise kalt und düster, distanziert, introvertiert, elektrisch und experimentell, andererseits Annie Lennox' gefühlvolle, warme Stimme. 1983 – DAS Jahr für Eurythmics! Die unermüdliche Geduld zahlt sich aus. Nach fünf mühseligen Jahren sind die beiden plötzlich weltberühmt. Denn nicht nur "Love Is A Stranger" läuft gut – die nachfolgende Single läuft noch besser: "Sweet Dreams (Are Made of This)" schlägt weltweit ein. Andere werden berühmt und trennen sich. Wir trennten uns und wurden berühmt. Quelle: Annie Lennox über den ungewöhnlichen Weg ihres Erfolges Auch ihr Image hat Annie Lennox angepasst: Ihre vielfältigen Interessen zu Kunst, Musik und Literatur sollten sich auch in ihrer Persönlichkeit und ihrem Look widerspiegeln. Mit ihren kurzen orangen Haaren und dem androgyn-angehauchten Look im Anzug hat sie sich klar abgegrenzt. Die Geschichte hinter dem Erfolgshit Annie und Dave haben am Tag der Entstehung des Songs furchtbar gestritten und sie erklärte, dass sie nicht weiter mit ihm zusammenleben möchte. Gleichzeitig hatte sich Dave einen neuen Drum-Computer gekauft, mit dem er nicht zurechtkam. Er programmierte eine Tonfolge ein, ließ sie ablaufen und sie wurde rückwärts ausgespielt – er regte sich furchtbar auf, bis er erkannte, welches Potenzial darin steckt. Er rief Annie zurück, sie experimentierten herum und in 20 Minuten hatten die beiden Text und Melodie zusammen - das Stück war im Prinzip fertig. Ein schlechter Tag mit einem guten Ergebnis. Shownotes: Love Is a Stranger – Offizielles Video Eurythmics – Reunion 2023 – Es gibt Gerüchte Über Dave Stewart Über Annie Lennox

  2. "The Dream of the Blue Turtles" von Sting Der Anfang in dieser Folge ist natürlich Chefsache. SWR1-Musikchef Bernd Rosinus hat eine seiner Lieblingsplatten mitgebracht, das erste Solo Album von The Police Frontmann Sting "The Dream of the Blue Turtles" aus dem Jahr 1985. Als die Platte rauskam, hat sie Bernd Rosinus total umgehauen. Auch, weil es was ganz anderes war als das, was The Police vorher gemacht haben. Ich war von der Platte, der Virtuosität, dem Sound und dem Songwriting wirklich geflashed! Quelle: Bernd Rosinus, SWR1 Musikchef über das Album "The Dream of the Blue Turtles" Das Besondere an "The Dream of the Blue Turtles" ist, dass Sting sich für die Platte ganz viele Jazzmusiker zusammengesucht hat, mit denen er dieses Album aufgenommen und produziert hat. Es ist ein Popalbum, dass der hohen Qualität der Jazzmusiker auch immer wieder den Raum gibt, um sich zu präsentieren und ihr Können zu zeigen. "The Age of Plastic" von The Buggles The Buggles, die Band kennen die meisten vermutlich vom Song "Video Killed The Radio Star", dem Song, der beim Start von MTV in Amerika 1981 als erstes Musikvideo über die Bildschirme in die Wohnzimmer flimmerte. Für SWR1-Musikredakteur und Moderator Dave Jörg haben die Buggles aber noch mehr zu bieten als nur diesen einen Megahit, auch wenn der Song auch für ihn schon etwas ganz Besonderes ist. Kennt jeder, läuft bis heute und alleine der Song ist ein kleines Pop-Kunstwerk! Quelle: Dave Jörg, über den Song "Video Killed The Radio Star" Auf dem Album, was tatsächlich schon Ende der 70er von Trevor Horn produziert wurde, der auch mit Bands wie Yazoo, Depeche Mode oder Erasure zusammengearbeitet hat, hören wir einen fantastischen Mix aus Progrock, New Wave, Neuer Deutscher Welle und auch ein bisschen Pink Floyd, findet Dave Jörg. "Brother To Brother" von Gino Vannelli Das SWR1-Musikredakteur Stephan Fahrig für diese Weihnachtsfolge gerade das Album rausgesucht hat, grenzt an sich schon an ein kleines Weihnachtswunder, denn eigentlich hatte er eine ganz andere Folge im Sinn, aber als sein Smartphone ihn dann mit einem Rückblick an ein persönliches Treffen mit Gino Vannelli vor einem Konzert in Frankfurt erinnerte, änderte er seine Meinung zu "Brother to Brother". Für Stephan Fahrig persönlich ist diese Platte ein Meilenstein, weil für ihn der Sound der Platte und von Gino Vannelli der beispielhafte Sound der 70er ist. "This Life" von Curtis Stigers Ganz ungewohnt für die SWR1 Meilensteine: ein neues Album. "This Life" von Curtis Stigers wurde erst 2022 veröffentlicht. Aber seit der Veröffentlichung im Februar 2022 begleitet dieses Album SWR1-Musikredakteurin Katharina Heinius und sie hat sich im wahrsten Sinne richtig reingehört in die Platte. "Buckingham Nicks" von Lindsey Buckingham und Stevie Nicks Bevor Fleetwood Mac zu der legendären Band wurden, als die wir sie heute kennen, waren es zwei verschiedene Gruppen. Zum einen Fleetwood Mac und zum anderen das Duo aus Gitarrist Lindsey Buckingham und Stevie Nicks. Wie diese beiden Bands zu den legendären Fleetwood Mac wurden, das erklären wir in der Spezialfolge zu den "Sound City Studios". Für SWR1-Musikredakteur und Meilensteine-Gastgeber Frank König ist aber auch das Debütalbum von "Buckingham Nicks" bereits ein Meilenstein der Musikgeschichte.

  3. Schon als Kind wurde bei Whitney Houston die unglaubliche Stimme und ihr phänomenales Gesangstalent erkannt. Ihre ersten Gesangsaufnahmen machte sie im Alter von 14 Jahren und einige Zeit später sagte Starproduzent Clive Davis schon "Ich mach dich zum Star". Whitney Houston und Starproduzent Clive Davis Und wenn Clive Davis das prophezeit, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass genau das auch passiert. Neben Sängerin Whitney Houston hat Davis auch andere Künstler entdeckt und gefördert, darunter große Namen wie Pink Floyd, Aerosmith, Patti Smith, Alicia Keys, Bruce Springsteen und noch viele mehr. Clive Davis hat in seiner Karriere mehr als 300 Nummer eins Singles produziert und mehrere Grammys gewonnen. Whitney Houstons Verbindung zu ihrer Mutter Auch Whitney Houstons Mutter Sissi hat einen großen Teil zur Karriere ihrer Tochter beigetragen und sie von Kindesbeinen an gefördert und auch gefordert. Was dafür gesorgt hat, dass Mutter und Tochter zwar eine sehr enge Bindung zueinander hatten, diese aber durch den enormen Druck auch nicht immer ganz einfach war. So eine Stimme, das ist zum einen ein Naturtalent, wie es Whitney Houston ist, aber zum anderen steckt da auch ganz, ganz viel Arbeit dahinter. Quelle: SWR-Redakteurin Michelle Habermehl im SWR1-Meilensteine-Podcast über Whitney Houston Eine tragische Erfolgsgeschichte Das die Geschichte von Sängerin Whitney Houston verfilmt wird, war auch nur eine Frage der Zeit, denn die Geschichte von Whitney Houston ist nicht nur unglaublich bewegend und tragisch, sondern auch eine der erfolgreichsten der Musikgeschichte. Das Album "Whitney" hat sich mehr als 20 Millionen mal verkauft und damit war Whitney Houston die erste weibliche Künstlerin an der Spitze der US-Albumcharts. "I Wanna Dance With Somebody" Whitney Houston kommt ins Kino Das Whitney Houston ein bewegtes Leben hatte, dass 2012 ein tragisches Ende fand, ist bekannt. Die letzten Jahre ihrer Karriere waren offenkundig geprägt von Skandalen und sich immer wiederholenden Drogenproblemen. Jetzt wird die dramatische Geschichte der Karriere der Popdiva im Kino erzählt, in dem Film "I Wanna Dance With Somebody". Shownotes: Albumreview auf Allmusic.com Trailer zum Biopic über Whitney Houston “I Wanna Dance With Somebody” Offizielle Website von Whitney Houston Erinnerungen an Whitney Houston im Rolling Stone

  4. Mit Livealben können Bands zeigen, dass sie nicht nur im Tonstudio hinter verschlossenen Türen gute Musik produzieren können, sondern dass die Dynamik und das Zusammenspiel aller Bandmitglieder auch auf der Bühne bestens funktioniert – bei Deep Purple stimmt all das. Die Band schafft auf der Bühne das, was andere Musiker und Bands nicht einmal im Studio schaffen. Ritchie Blackmore: "Ich höre nur meine Fehler!" Für Deep Purple selber kam der Wunsch eines Livealbums von Seiten der Plattenfirma zu keinem guten Zeitpunkt, die Band hatte innerhalb der letzten vier Jahre sechs Alben veröffentlicht und war einigermaßen ausgebrannt. Schlussendlich haben sie sich dann überreden lassen das Livealbum aufzunehmen. Das besondere dabei ist vor allem, dass es sehr "livehaftig" ist, wie Henni Nachtsheim im Podcast erzählt. Man fühlt sich wirklich mitgenommen, weil man der Band die Spielfreude anhört und die Songs nicht einfach nur runtergespielt werden, sondern wirklich zelebriert werden. Und auch wenn viele Menschen dieses Livealbum als eines der besten überhaupt feiern, hat Gitarrist Ritchie Blackmore in einem Interview erzählt, dass er selber bei dem Album immer nur seine eigenen Fehler hört. Ich liebe das (Album), weil das so anarchisch ist! Quelle: Henni Nachtsheim im SWR1-Meilensteine-Podcast über "Made In Japan" Henni Nachtsheim und seine Verbindung zu Deep Purple Comedian, Autor und Musiker Henni Nachtsheim hat selber eine ganz besondere Verbindung zu Deep Purple. Als Mitglied der Kultband "Rodgau Monotones" hat er in den 80ern als Vorband von Deep Purple und Meat Loaf gespielt. Dabei haben die Musiker sich aber nicht nur die Bühne geteilt, sondern sind auch gemeinsam in die Fußballschuhe geschlüpft und haben zusammen mit den legendären Rockstars gekickt. Mit auf dem Platz standen damals auch Ian Gillan, Ritchie Blackmore und Ian Paice. Shownotes Albumreview bei Allmusic.com Deutschsprachige Albumreview bei Powermetal Welturaufführung von "Highway Star" im Beat Club Dokumentation über “Made in Japan” auf dem Youtube Kanal von Deep Purple Homepage von Comedian Henni Nachtsheim Homepage des Comedy-Duos “Badesalz” Homepage der Band “Rodgau Monotones”

  5. Neben David Bowie war vor allem auch Mick Ronson für das Album von Lou Reed verantwortlich, der auch bei Bowie selbst in der Band gespielt hat und auch dessen Musik produziert hat. Das erklärt auch, warum der Sound von "Transformer" so "Bowiesque" ist. Andy Warhol und Velvet Underground Lou Reed selber war vor seiner Solokarriere auch Gründungsmitglied, Sänger, Songwriter und Gitarrist von Velvet Underground. Die Band gilt bis heute als Wegbereiter für das erst später entstandene Genre: Punk! Die Band wurde vor allem von Pop-Art-Künstler Andy Warhol gefördert, der auch das ikonische Plattencover mit der Banane von Velvet Underground gestaltete. Das erste Soloalbum von Andy Warhol war kein kommerzieller Erfolg, erst mit dem zweiten Album "Transformer" gelang ihm der Durchbruch, was vor allem am Erfolg der Single "Walk On The Wild Side" lag. In dem Song singt Lou Reed auch über Jacky, Holly und Co. – wer oder was diese Personen waren, darüber sprechen wir unter anderem in dieser Podcastfolge. Sänger Andreas Kümmert zu Gast im SWR1-Meilensteine Podcast Andreas Kümmert ist Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Gemünden am Main. Seit seinem Sieg bei der TV-Castingshow The Voice of Germany 2013 ist Andreas Kümmert vor allem im deutschsprachigen Raum bekannt. Shownotes Die Geschichte hinter dem Song “Walk On The Wild Side” Albumreview zu “Transformer” bei Allmusic.com Die Trident Studios bei Facebook Buchtipp: “Glam” von Poptheoretiker Simon Reynolds Interview mit Lou Reed im Rolling Stone Nachruf auf Lou Reed Website von Studiogast und Sänger Andreas Kümmert

  6. "Thriller" ist das sechste Studioalbum des "King of Pop" und mit genau diesem Album hat Michael Jackson sich selbst auf den Thron der Popmusik gesetzt. In Deutschland war Jacksons Erfolg bis dahin eher mäßig. Mit seinem Vorgänger Album "Off the Wall" schaffte er es zwar in die Top 100 der deutschen Albumcharts aber mehr dann nicht. "Thriller" von Michael Jackson bricht Rekorde Mit "Thriller" wurde Michael Jackson dann unumkehrbar zum Superstar. "Thriller" ist das meistverkaufte Album aller Zeiten mit rund 70 Millionen Einheiten. Aber nicht nur die Fans feiern das Album bis heute. Bei der Grammy-Verleihung 1984 war Michael Jackson mit dem Album oder Songs des Albums insgesamt 12 Mal nominiert und konnte acht der begehrten Trophäen tatsächlich gewinnen – Rekord! "Thriller" ist ein Monster! Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über "Thriller" "Beat It" und "Billie Jean" – MTV hilft Michael Jackson Besonders wichtig war für den Erfolg des Albums auch der damals noch neue Musik-Fernsehsender MTV. Auf dem liefen die legendären Musikvideos zu "Billie Jean" und auch "Beat It" rauf und runter und haben die Songs immer populärer gemacht. Und auch das Musikvideo zum Titelsong "Thriller" selbst ist ja viel mehr als nur ein einfaches Musikvideo, sondern viel mehr ein aufwendig gestalteter Musik-Kurzfilm mit mehr als einer Milliarde Aufrufen bei Youtube, wenn man die Originalversion und die modernisierte hochauflösende 4K-Version zusammenzählt. Die Transformation von Michael Jackson Mit Thriller beginnt bei Michael Jackson auch die Transformation zum "globalen Menschen". Absolute Dinge wie schwarz und weiß oder binäre Sexualität lehnt er ab und er beginnt immer mehr sich zu verwandeln. Auf dem Cover von Thriller beginnt das schon damit, dass er nicht mehr den schwarzen Afro trägt, mit dem man ihn bis daher kannte. Das ist der Versuch die Grenzen von schwarz und weiß zu überwinden – nicht nur musikalisch! Quelle: Stephan Fahrig im Meilensteine Podcast über Michael Jackson und "Thriller" Über die verrückten Geschichten hinter dem Album "Thriller", was die Band Toto damit zu tun hat und was das Album mit Rheinland-Pfalz zu tun hat, darüber sprechen wir unter anderem im Podcast. Shownotes Interview mit Oprah Winfrey im Rückblick Musikvideo zu "Thriller" Musikvideo zu "Beat It" Musikvideo zu "Billie Jean" Kurzbiographie zum Kultregisseur John Landis Rolling Stone Artikel zu "Thriller" "Die 80er – der Musikpodcast" SWR1-Meilensteine zu "TOTO IV"

  7. Die Beatles werden zu Soundfetischisten Das "Revolver" Album der Beatles hat langsam die Zeit eingeläutet, in denen die Beatles sich von ihren Livekonzerten ab und mehr der Studioarbeit zugewandt haben. Es wurde mehr mit Aufnahmetechniken rumprobiert und die Band hat die Soundtechniker in den Abbey Road Studios dazu gedrängt, ihre Ideen irgendwie zu realisieren. Beim Song "Tomorrow Never Knows" wurden Soundelemente rückwärts abgespielt, bei "I'm Only Sleeping" wird sogar das Gitarrensolo des Songs rückwärts komponiert und eingespielt und dann auf der Aufnahme umgedreht, für einen ganz besonders einlullenden und schläfrigen Effekt. Revolution durch einen Studiofehler Auf die Idee, diese Technik zu nutzen, kam die Band durch den Fehler eines Studiotechnikers, der ein Tonband aus Versehen verkehrt herum einlegte und es rückwärts abspielte. Die Band war zu dem Zeitpunkt im Studio und erkannte sofort ihre Chance, genau diesen Effekt bewusste einzusetzen. Darüber hinaus hat die Band bei diesem Album auch sehr intensiv mit der sogenannten Double-Tracking-Technik herumprobiert, also einem technischen Verfahren, bei dem automatisch und leicht zeitversetzt Tonspuren aufgezeichnet werden können, die den Klang einfach weiter verdichten und noch intensiver klingen lassen. Die Beatles werden rockiger Außerdem werden die Beatles auf "Revolver" auch zunehmend etwas rockiger, wie man zum Beispiel auch am Eröffnungsstück "Taxman" hört, in dem sich George Harrison über die enormen Steuern aufregt, die die Band in England zahlen musste. Auf "Revolver" werden die Beatles aber nicht nur rockiger, sondern sie sind auch unglaublich vielfältig. Neben rockigen Songs gibt es auch ganz viel psychodelische Klänge, Songs mit Streichern und mit Yellow Submarine sogar ein Kinderlied, in dem Schlagzeuger Ringo Starr die Hauptstimme übernimmt. Fantastische Geschichten hinter den Songs Neben vielen tollen Experimenten haben die Beatles natürlich auch auf ihrem Album "Revolver" wieder viele tolle Geschichten zu erzählen. Auch die Geschichten hinter den Songs sind dabei faszinierend. Was die Geschichte hinter dem Song "Eleanor Rigby" mit den Kennenlernen von John Lennon, Paul McCartney, ein Friedhof und Hitchcocks "Psycho" damit zu tun hat, darüber sprechen wir im Podcast. Shownotes Teaser auf die Titelgeschichte des Rolling Stone im November 2022 Die komplette Graphic Novel zum Album-Cover von Klaus Voormann Trailer zur 2022er Special Edition von "Revolver" Das neue von Klaus Voormann gestaltete Video zu "I’m Only Sleeping"

  8. "Ten" ist nicht nur das Debütalbum der Grunge und Alternative Rockband Pearl Jam, es ist mit mehr als 15 Millionen verkauften Einheiten auch bis heute das mit Abstand meistverkaufte Album der Band. Nirvana, Grunge und Alternative Rock der 90er Jahre Mit ihrer Platte haben Eddie Vedder und Co. 1991 einfach einen Nerv getroffen. Die junge Generation von Musikfans hatte die Nase voll von großkotzigem Stadionrock á la Van Halen, Mötley Crüe etc. Die Teenager fühlten sich abgehängt, verlassen und waren auf der Suche nach Musik mit einer Botschaft und emotionalem Tiefgang. Damit hätte das Timing von Pearl Jam nicht besser sein können. Anfang der 90er Jahre brachten neben Ihnen auch andere großartige Alben hervor, die genau wie Pearl Jam diese Bedürfnisse befriedigten. Das waren zum Beispiel Nirvana mit ihrem Album "Nevermind" oder auch R.E.M mit "Out Of Time". Pearl Jam und die tragische Gründungsgeschichte Das die Band Pearl Jam überhaupt zustande kam grenzt nahezu an ein Wunder. Die eigentliche Band aus der Pearl Jam erst noch entstehen sollte, saß in Seattle, während Schulabbrecher und Surffanatiker Eddie Vedder nachts an einer Tankstelle im 2.500 km entfernten San Diego jobbte. Wie diese Musiker zusammengefunden haben, was die Red Hot Chilli Peppers damit zu tun haben, wie sich die Bedeutung ihres größten Hits "Alive" im Laufe der Jahre verändert hat und was Pearl Jam an ihrem Debütalbum überhaupt nicht mögen – darüber sprechen wir im Meilensteine Podcast zu "Ten". Shownotes Website von Studiogast Marc Hofmann Sonderfolge zum Roman von Marcs Podcast „Pop und Pubertät – 1001 Alben“ Offizieller Youtube Kanal von Pearl Jam Artikel zur Entstehung von Pearl Jam Pearl Jam im deutschen Rolling Stone Magazin Der Gesang von Eddie Vedder in „Black“ analysiert von einer Gesangslehrerin und Opernsängerin SWR1 Meilensteine Podcast zu "Nevermind" von Nirvana

  9. Vor seinem Tod hat Johnny Cash zusammen mit Produzentenlegende Rick Rubin noch seine "American Recordings" Serie aufgenommen, eine sechsteilige Albumreihe. Innerhalb von 16 Jahren wurden die sechs Alben nach und nach veröffentlicht. Bevor alle Teile der Reihe veröffentlicht werden konnten verstarb Johnny Cash. "American IV – The Man Comes Around" war der letzte Teil der Reihe, der noch zu Lebzeiten von Johnny Cash veröffentlicht wurde. Johnny Cash covert Beatles, Sting, die Eagles und Co. Auf "American IV" gibt es neben drei eigenen Songs von Johnny Cash vor allem auch ganz viele verschiedene Coversongs von großen Künstlern. Johnny Cash gibt jedem Song dabei seine ganz eigene Seele. Egal ob der Song ursprünglich von den Beatles, Sting, den Eagles, Simon & Garfunkel oder auch Depeche Mode ist – Johnny Cash macht jeden Song zu seinem eigenen. Das Genie hinter den Reglern: Rick Rubin Rick Rubin ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten amerikanischen Musikproduzenten der letzten Jahrzehnte. Für seine Arbeit ist Rick Rubin 2006 und 2008 mit dem Grammy als "Bester Produzent des Jahres" ausgezeichnet. Neben Johnny Cash produzierte Rick Rubin auch viele andere Meilensteine-Alben von Bands wie U2, Metallica, Ed Sheeran, Linkin Park, Tom Petty, Adele, Rage Against The Machine und viele, viele mehr. "American IV: The Man Comes Around": Das letzte Album von Johnny Cash "The Man Comes Around" ist das vierte der insgesamt sechsteiligen Albumreihe "The American Recordings". Allerdings ist es der letzte Teil der Reihe, dessen Veröffentlichung Johnny Cash selbst noch miterlebt hat. Auch bei den Aufnahmen zum vierten Teil der Reihe war Johnny Cash wohl schon klar, dass er selbst wohl nicht mehr lange leben wird. Auf dem Album setzt er sich mit seinem Leben, seinem Vermächtnis, Religion und dem Tod auseinander. Shownotes Review zu "American IV: The Man Comes Around" auf allmusic.com Musikvideo zu "Hurt" Review zu "American IV: The Man Comes Around" Review im Rolling Stone Interview mit Trent Raznor zum Song "Hurt" und Johnny Cash Die Autobiographie von Johnny Cash SWR1-Meilensteine Podcast zu "Number Of The Beast" von Iron Maiden SWR1-Meilensteine Podcast zu "The Wall" von Pink Floyd

  10. Bemerkenswert ist bei Rage Against The Machine vor allem, dass sie mit ihrer Mischung aus Rap, Rock, Metal und Funk eine musikalische Mischung kreieren, die es so vorher noch nie gegeben hat. Ab Mitte der 80er-Jahre gab es immer mal wieder kurze Kollaborationen von Rap und Rockgruppen für einzelne Songs, wie zum Beispiel die Rapper von Run DMC zusammen mit den Rockern von Aerosmith im Song "Walk This Way" oder auch die Rapper von Public Enemy, die zusammen mit der Metalband Anthrax den Song "Bring The Noise" aufgenommen haben. Dabei waren Rap und Rock gefühlt dennoch stets voneinander getrennt. Rage Against the Machine verschmelzen Rap, Rock, Metal, Funk Bei Rage Against the Machine sind alle diese Elemente verschmolzen in einer Band bzw. in einer Musikrichtung: Crossover oder auch des Öfteren Rap-Metal genannt. Dabei stehen bei Rage Against the Machine auch die Texte stark im Vordergrund, die geprägt sind durch starke und radikale politische Botschaften. De la Rochas Texte bedienen sich auch stark an dem sprachlichen Duktus Aufständischer, immer wieder wird beispielsweise die erhobene Faust thematisiert, wie zum Beispiel auch im Song "Bombtrack", dem Opener des Albums. Dass Rage Against The Machine überhaupt so politisch sind, liegt auch an der Sozialisierung von Sänger Zack de la Rocha und Gitarrist Tom Morello, die beide aus sehr politisch engagierten Familien kommen. Tom Morellos Gitarrenspiel ist einmalig Neben den politischen Texten und der Stimme von Zack de la Rocha macht auch das Gitarrenspiel den besonderen Sound von Rage Against the Machine aus. Tom Morello spielt nicht nur einfach die Saiten seiner Gitarre, sondern er kreiert Sound mit allem, was an seinem Instrument ist. Er ersetzt durch seine Effekte klassischer 80er-Jahre Synthie-Sounds und hat unter anderem auch eine Technik entwickelt, mit der er wie ein DJ auf seiner Gitarre "scratchen" kann, ein Soundelement, dass wir vorher nur aus dem Hip Hop oder Rap kannten. Rage Against The Machine die Innovatoren der 90er Mit ihren Texten haben Rage Against The Machine in den 90ern geschafft, große Teile der Jugend wieder zu politisieren und durch ihren Sound, die Verschmelzung verschiedener Genre und ihre Spieltechniken haben sie unter anderem auch den Anstoß gegeben für ein vollkommen neues Musikgenre, dass Ende der 90er seinen Siegeszug feierte und Bands wie zum Beispiel Linkin Park und Limp Bizkit hervorbrachten: Nu Metal. Der spezielle Sound von Rage Against The Machine jedoch, ist bis heute einzigartig geblieben. Shownotes: Kurzdokumentation über Rage Against The Machine Interview mit Tom Morello Tom Morello erklärt sein Equipment Was ist die Sendero Luminoso? SWR1-Meilensteine zu “Nevermind” von Nirvana SWR1-Meilensteine zu “OK Computer” von Radiohead

  11. Das ist natürlich nicht die einzige Besonderheit des Albums. Die Platte gibt es nämlich in zwei unterschiedlichen Versionen. Die erste Version von "Come On Over" kam im November 1997 raus und war eher ein klassisches Country Album. Da Country aber vor allem in den USA beheimatet ist, dachte man sich, es braucht noch eine Version des Albums für den Rest der Welt, also arbeitete man an etwas poppigeren Varianten der Songs und brachte das Album 1999 noch mal raus, als "International Version" und mit der erreichte Shania Twain dann auch den Rest der Welt. Shania Twain – ein sympathischer Rockstar ohne Allüren Und so locker und charmant sich Shania Twain in ihren Songs gibt, so entspannt und bodenständig ist sie auch in der Realität. SWR1-Musikredakteur Stephan Fahrig hat Shania Twain vor einigen Jahren für ein Interview in Hamburg getroffen und beschreibt die kanadische Sängerin so: Im Interview war sie sehr aufmerksam, sehr freundlich, nett, aufgeschlossen [...], also sie war offen eigentlich für alles. Sie ist und war [...] ein sehr angenehmer Rockstar ohne Allüren. Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur im Meilensteine-Podcast Geschrieben hat Shania Twain das Album gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann John "Mutt" Lange, der als Produzent schon mit Stars wie Bryan Adams oder auch Billy Ocean zusammengearbeitet hat. Die beiden haben so intensiv zusammen an dem Album gearbeitet, dass es eigentlich schon fast kein Solo Album mehr von Shania Twain ist, sondern eigentlich vom Duo Twain/Lange gesprochen werden müsste. Warum die beiden für ihre Zusammenarbeit stark kritisiert worden sind, und welche Stars noch so an dem Album mitgewirkt haben, das hört ihr in unserer Podcastfolge zu Shania Twains Rekordalbum "Come On Over". Shownotes: Review zu "Come On Over" bei Allmusic Review zu "Come On Over" im Rolling Stone Youtube-Kanal von Shania Twain Artikel über Shania Twain und ihr Leben im Stern Dokumentation über Shania Twain auf Netflix

  12. Eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten Damit ist "Bat Out of Hell" nicht nur das erfolgreichste Album von Meat Loaf, sondern auch eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Hinter dem Soundtrack zum Film Bodyguard landet es in der Liste der meistverkauften Platten auf Platz fünf. In dieser Woche feiert das Album sein 45. Jubiläum. Dabei verkaufte sich "Bat Out of Hell" bei seiner Veröffentlichung im Oktober 1977 gar nicht so gut, sondern hat erst nach und nach die Rockfans überzeugt. Inspirationsquelle: Bruce Springsteen Geschrieben und produziert hat das Album Komponist Jim Steinman. Der sich an vielen Stellen von "Bat Out of Hell" vom Boss Bruce Springsteen höchstpersönlich hat inspirieren lassen. Bei der reinen Inspiration ist es übrigens nicht geblieben. Für das Album hat sich Jim Steinman auch Schlagzeuger Max Weinberg und Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens legendärer E Street Band geholt. Meat Loaf: Sänger oder Schauspieler? Mit seiner Musik hat Meat Loaf Millionen Menschen berührt. Dabei hat er sich selbst nie wirklich als Sänger gesehen, sondern immer eher als Schauspieler. Auch in der Musik war das so. Er spielte die Lieder viel mehr, als dass er ihnen nur seine Stimme gab. Ich muss eine Seele erschaffen, ein Universum für ein Lied Quelle: Meat Loaf Seine große Leidenschaft war der Film und die Schauspielerei. Mehr als 60 Mal stand der Grammy-Gewinner dafür vor der Kamera. Darunter auch in Klassikern wie "Wayne's World" von Mike Myers oder im Film "Fight Club" an der Seite von Hollywoodlegende Brad Pitt. Seine bekannteste Rolle ist aber vermutlich die des Eddie aus dem Film "Rocky Horror Picture Show". Die traurige Nachricht: Meat Loaf ist tot Am 22. Januar 2022 war kaum eine Nachricht präsenter in den Medien als der Tod des beliebten Sängers und Schauspielers. Meat Loaf starb im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Nashville. In den sozialen Netzwerken haben sich Tausende Fans, Freunde und Kollegen von Marvin Lee Aday, wie Meat Loaf mit bürgerlichem Namen hieß, verabschiedet. Wenn sie wissen wollen, was das Album "Bat Out of Hell" mit alten Autos oder auch Alfred Hitchcock zu tun hat – auch darüber sprechen wir in dieser Folge der SWR1 Meilensteine. Die Podcastfolge zum Album "Bat Out of Hell" ist eine Wiederholung und wurde vor dem Tod von Meat Loaf aufgezeichnet. Links zum Podcast: Review bei Allmusic.com Infos zu Jim Steinman's Musical "Neverland" Die Story zum Album von Jim Steinman Youtube-Kanal von Meat Loaf mit viel Live Material Ein Nachruf aus dem Rolling Stone

  13. "Automatic for the People" hat sich zwar nicht ganz so gut verkauft wie ihr Durchbruchsalbum, wurde aber dennoch mit Gold- und Platinauszeichnungen überschüttet und hat den Stand der Band – auch international – gefestigt. Nach "Out Of Time" kommt "Automatic for the People" – zwei Sensationsalben Beeindruckend ist dabei vor allem, dass "Automatic for the People" nur ein Jahr nach "Out Of Time" rauskam, auf dem die Band einen ziemlichen Stilbruch vollzogen hatte. Von einer Alternative Rockband zu einer eher poppigen Band. Mit "Automatic for the People" sollte dann der Kurs wieder ein bisschen Richtung Ursprung und Alternative Rock korrigiert werden – so der Plan der Band. Aber wie so oft bei R.E.M., hatte das Album seine eigene Dynamik entwickelt und es wurde ein großartiges Album, aber keine Rockplatte. R.E.M. zeigen sich nicht mehr als "Shiny Happy People" Thematisch gesehen ist "Automatic for the People" deutlich düsterer als der Vorgänger. Während "Out Of Time" noch Songs wie "Shiny Happy People" hatte, geht’s auf dem neuen Album eher um harte und finstere Themen, wie zum Beispiel den Tod. Klanglich jedoch haben R.E.M. es geschafft, hier ein Album zu machen, das wirklich zeitlos klingt. Was Kurt Cobain, ein Nachtwächter, Nirvana und 56 "Yeahs" mit dem Album zu tun haben, das erfahren Sie in unserem Podcast.

  14. 1977 startet die Band zunächst mit dem Namen "Farriss Brothers", ab 1979 nennen sie sich INXS. In Australien gelten sie als ausgezeichnete Live-Band, spielen in sogenannten Pub Gigs in Kneipen. 1982 schaffen sie es mit der Single "The One Thing" dank MTV in die US-Top 30 und spielen als Vorband von Queen. Mit "Kick" hatten sich INXS vorgenommen, international durchzustarten mit einer Mischung aus Rock, Funk und Soul und einem Album, auf dem jeder Song eine Hitsingle hätte sein können - am Ende waren es fünf an der Zahl - der größte Hit, "Need You Tonight" erreichte in den USA Platz 1 der Single-Charts. Das Geheimnis: Funk, verwoben mit Rock Dabei weigert sich das Plattenlabel Atlantic Records zunächst, die Platte, die in Sydney und Paris aufgenommen wird, zu veröffentlichen. Erst eine erfolgreiche Collegeradio-Tour führt dazu, dass die Platte schließlich doch erscheint. Ein Erfolsgeheimnis von INXS ist, dass sie Funk mit Rock verweben und so einen treibenden Groove generieren. Dabei nutzen sie alle zur Verfügung stehenden musikalischen Mittel: Exzessiven Drum Computer, Schlagzeug, dominante E-Gitarren, Saxophon. Typisches Stilmittel im Sound dieses INXS-Albums sind die Spannung erzeugenden Pausen, wie besonders in "Need You Tonight" und "Never Tear Us Apart". Texten und komponieren funktionieren beim Album "Kick" kongenial: Musikalisches Mastermind war Andrew Farriss, Michael Hutchence dagegen konnte singen und texten. Für das Album haben die Brüder erstmals Musik und Texte alleine produziert, ohne die Hilfe des Labels oder anderer Autoren. Warum dieses Album so bedeutend war, worin die Raffinessen in Gesang und Komposition und die Nähe zu Queen bestehen – und viele andere Hintergründe zu "Kick" – darüber sprechen wir in dieser Folge des SWR1 Meilensteine Podcasts. Links zum Podcast 10 Dinge, die man über INXS nicht weiß Die offizielle Autobiographie Classic Rock Review zum 30sten Rolling Stone Review zum 30sten YouTube Channel von INXS

  15. In seiner Funktion als Titelsong zu dem oben genannten Teenie-Drama wurde der Song und Albumopener "Bitter Sweet Symphony" ein Jahr nach der Veröffentlichung des Albums auch noch für zwei Grammys nominiert. Chris Martin von Coldplay ist großer The Verve Fan und bezeichnete den Song "Bitter Sweet Symphony" als einen der besten Songs, die jemals geschrieben worden sind. Bitter Sweet Symphony – eine komplizierte Geschichte Dabei ist die Geschichte hinter dem Song wirklich kompliziert – nicht musikalisch, sondern rechtlich. Richard Ashcroft und The Verve sollen sich dafür bei den Rolling Stones "bedient" haben und mussten die Rechte an dem Song an Mick Jagger und Keith Richards abtreten. Erst im Jahr 2019 bekamen The Verve die Rechte am Song zurück. Damit geht auch einher, dass der Erfolg des Songs "Bitter Sweet Symphony" offiziell nicht the Verve zugeschrieben wird. Urban Hymns – Das Ende des Britpop? Nichtsdestotrotz ist "Urban Hymns" – das eigentlich nach dem großen Hype des Britpop entstand – das erfolgreichste Album der Band. Unter den Fans der Platte gibt es neben oben erwähntem Chris Martin auch noch andere prominente Musiker: Bono von U2 wünschte sich zum Beispiel den Song "Lucky Man" selbst geschrieben zu haben. Dabei gab es bei der Albumproduktion diverse Schwierigkeiten. Gitarrist Nick McCabe hatte die Band verlassen und wurde bereits vor der Albumproduktion durch Simon Tong ersetzt. Während der Produktion zu "Urban Hymns" stellte die Band fest, dass es mit dem neuen Gitarristen irgendwie nicht wirklich klappen wollte. Darum kam Nick McCabe wieder zurück zur Band. Und gemeinsam als Band schaffen sie nicht nur ein großartiges Album mit Song-Schwergewichten wie "Lucky Man", "The Drugs Don't Work" und "Bitter Sweet Symphony", sie bringen damit auch die Ära des Britpop zu einem würdigen Ende. Wie sie das schaffen, hört ihr in dieser Folge des Meilensteine-Podcasts zu "Urban Hymns". Alternative Tracklist des Albums Im Podcast zeigt sich SWR1-Redakteur Thomas Ibrahim nicht wirklich zufrieden mit der Entscheidung der Zusammenstellung und Reihenfolge der Titel auf dem Album. Hier haben wir euch das Album nochmal so zusammengestellt, wie Thomas es für sinnvoller halten würde: Bitter Sweet Symphony (05:58) Weeping Willow[1] (04:49) Catching the Butterfly (06:26) Rolling People (07:01) Space and Time (05:36) The Drugs Don’t Work (05:05) Sonnet (04:21) One Day (05:03) Lucky Man (04:53) Die folgenden Songs würde Thomas Ibrahim komplett vom Album werfen, da sie für ihn persönlich nicht mehr als sogenannte "Filler" sind, also Songs die nicht mehr sind als Füllmaterial: Neon Wilderness (02:37) This Time (03:50) Velvet Morning (04:57) Come On (07:35) Deep Freeze (Hidden Track – 02:14) Links zum Podcast Rolling-Stone-Artikel über Richard Ashcroft und The Verve Interview mit Nick McCabe Album Review zu "Urban Hymns" Meilenstein Podcast zu "Aja" von Steely Dan Meilenstein Podcast zu "OK Computer" von Radiohead

  16. Dire Straits – Liebe ist wertvoller als Gold In Deutschland war Anfang der 80er die Neue Deutsche Welle auf ihrem Höhepunkt. Darüber hinaus wollte die (Musik)welt Anfang der 80er Jahre vor allem radiotauglichen, kurzweiligen Synthiepop von Yazoo, Euryhthmics und Co. Die Dire Straits und Mark Knopfler hingegen machten mit ihrer Musik quasi das komplette Gegenteil davon. Auf ihrem vierten Album "Love Over Gold" feiert die Band große Rocknummern in Überlänge. Alleine der Opener des Albums "Telegraph Road" nimmt sich über 14 Minuten Zeit um sich in epischer Länge auszubreiten. Mark Knopfler und Co. – Die Dire Straits auf dem Weg nach ganz oben! Die Dire Straits haben sich bis zu ihrem vierten Album "Love Over Gold" stetig weiterentwickelt – nicht nur musikalisch. Sie haben es tatsächlich auch geschafft, dass jedes Album noch erfolgreicher wurde als der Vorgänger. So wurden Mark Knopfler und Co. vom Geheimtipp immer mehr zu einer festen Größe im Rockgeschäft. Und mit dem nächsten Album "Brothers In Arms" aus dem Jahr 1985 erreichte die Band dann endgültig Legendenstatus. Die Band hatte es aber nicht nur geschafft sich international durch- und festzusetzen, sondern sie waren auch im Umbruch. Mark Knopflers Bruder David Knopfler – ebenfalls Gitarrist bei den Dire Straits – war schon seit längerer Zeit unzufrieden damit, dass sein Bruder ausschließlich im Rampenlicht stand und verließ die Band. Anstatt einen neuen Gitarristen als Ersatz für David Knopfler zu finden, wurde ein Keyboarder in die Band geholt, was selbstverständlich den Sound der Band veränderte. Warum dieses Album für die Entwicklung der Dire Straits so wichtig war, was Tina Turner mit dem Album zu tun hat und noch viele andere Hintergründe zu "Love Over Gold" – darüber sprechen wir in dieser Folge des SWR1 Meilensteine Podcasts. Links zum Podcast Review zu "Love Over Gold" bei Allmusic "Love Over Gold" Review von David Fricke im Rolling Stone Interview mit Mark Knopfler bei Classic Rock SWR1 Meilenstein Podcast zu "All Things Must Pass"

  17. Bevor es die Band Steely Dan überhaupt gab, haben Walter Becker und Donald Fagen, die sich am College kennenlernten, schon für andere Musiker Songs geschrieben. Als Songwriter arbeiteten sie bei einer Plattenfirma und zogen für ihre Arbeit aus ihrer Heimat New York nach Los Angeles, vermissten aber stets ihre Heimat New York, was sie auch in einigen ihrer Songs thematisieren. Weil es den beiden aber nicht mehr ausreicht für andere Künstler Songs zu schreiben, bewerben sie sich 1971 auf eine Zeitungsanzeige bei einer Band und Steely Dan wird gegründet. Nach einigen Jahren Bandgeschichte und einigen Konzerten wurde das Bandprojekt Steely Dan ab 1975 nur noch von Walter Becker und Donald Fagen fortgeführt. Steely Dan holten sich Legenden ins Studio Für ihr sechstes Studioalbum "Aja", hatten die beiden Masterminds Walter Becker und Donald Fagen vom Label ein sehr hohes Budget bewilligt bekommen, das die beiden auch ausnutzten. Mit dem Geld holten Steely Dan sich diverse Studio-Musiker-Legenden dazu, um das Album einzuspielen und auch zu produzieren. Darunter waren auch gleich mehrere Schlagzeuger wie zum Beispiel auch Steve Gadd, der schon mit Künstlern wie Paul McCartney, Ringo Starr, Peter Gabriel von Genesis oder auch Simon and Garfunkel zusammengearbeitet hatte. Auch Timothy B. Schmit, der später Teil der Eagles wurde, war bei den Aufnahmen mit dabei. Steely Dan erschaffen Welten Das besondere an der Musik und den Texten von Steely Dan ist die Mischung aus Rock, Pop, Blues, Funk und auch Jazz. In ihren Liedern erschaffen die beiden Songwriter ganze Welten, bzw. Filmszenen und erzählen Geschichten, in die man quasi eintauchen kann. Auf dem Album "Aja" gibt es zum Beispiel die Geschichte des namenlosen Verlierers im Song "Deacon Blues" oder auch die Geschichte des Models "Peg" aus dem gleichnamigen Song. "Aja" von Steely Dan: Ein Album sucht das Momentum In den Songs auf "Aja" haben Walter Becker und Donald Fagen stets nach dem bestimmten Momentum im Song gesucht, dass sie versucht haben mit der Vielzahl an Studiomusikern, die sie dafür engagiert haben zu erzeugen. Im Podcast sprechen wir über die Hintergründe und den Weg, wie sie genau das geschafft haben. 1977: Ein bewegendes Jahr Das Jahr 1977 war ein sehr bewegendes und ereignisreiches Jahr. Elvis stirbt mit 42 Jahren an Herzversagen, das Flugzeug Landshut wird entführt und später in Mogadischu befreit und im Kino flitzen Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo in "Star Wars" zum ersten Mal über die Leinwand. Links zum Podcast Artikel zum 40. Jubiläum von "Aja" (Engl.) Review bei Allmusic zu "Aja" (Engl.) Rolling Stone Review zu “Aja” Essay zur Aufnahme in die National Recording Registry (Engl.) Steely Dan Dictionary (Engl.) Ausschnitt aus der “Classic Albums”-Folge zu “Aja”

  18. 20 Jahre "Mensch" von Herbert Grönemeyer Das Album "Mensch" von Herbert Grönemeyer ist nach Verkaufszahlen nicht nur sein erfolgreichstes Album, sondern in Deutschland auch das zweitmeistverkaufte Album aller Zeiten nach dem Soundtrack zum Film "Dirty Dancing" und damit gleichzeitig auch das erfolgreichste deutschsprachige Album. "Mensch" ist Grönemeyers Rückkehr zur Musik Das Album "Mensch" ist aber nicht nur das erfolgreichste Album von Herbert Grönemeyer, sondern für ihn persönlich auch eines der wichtigsten. Es ist das erste Album, das nach dem Tod seiner Frau Anna und seinem Bruder Wilhelm entstanden ist. Für Grönemeyer selbst ist das Album eine Art Trauerbewältigung. Trauer ist auch ein zentrales Thema des Albums. Ich hatte nach den Schicksalsschlägen im November 1998 vor allem Angst, ich verliere den zweiten Schatz, den ich in mir trage, Musik zu machen. Diese Platte überhaupt fertiggestellt zu haben, ist für mich deshalb ein Anlass zu enormer Zufriedenheit. Quelle: Herbert Grönemeyer im Interview mit dem WDR (2002) Mit dem Leitthema Trauer ist das Album "Mensch" sicherlich kein emotionales Leichtgewicht. Auch wer die Hintergrundgeschichte zum Album nicht kennt und die Platte ganz unvoreingenommen hört, bekommt mit, was hier los ist. Man merkt, dass hier jemand mit seelischen Qualen ringt und diese durch die Musik sublimiert. Quelle: SWR1-Musikredakteur Christian Pfarr über das Album "Mensch" Links zum Podcast Album Review auf Laut.de Youtube-Kanal von Herbert Grönemeyer Interview mit Herbert Grönemeyer (2002)

  19. Das zweite Album ist häufig das schwierigste für eine Band. An den Erfolg des Debüts anzuknüpfen, sich dabei weiterzuentwickeln, aber bloß nicht zu viel, sonst sind die gewonnenen Fans des ersten Albums schnell wieder weg. Chris Martin und Coldplay ist diese Mammutaufgabe nicht nur gelungen, sondern sie haben sie sozusagen mit Bravour und Fleißsternchen bestanden. Mehr als 13 Millionen Mal wurde ihr Album "A Rush Of Blood To The Head" inzwischen verkauft und ist damit von allen neun bisher veröffentlichten Platten die erfolgreichste. Grammys und BRIT-Awards für Coldplays "A Rush Of Blood To The Head" Aber nicht nur die Plattenverkäufe belegen, wie gut "A Rush Of Blood To The Head" geworden ist, neben Grammy- und BRIT-Award-Auszeichnungen war auch die Fachpresse voll des Lobes für das Album. Alexis Petridis von der Zeitung The Guardian schrieb damals, dass die "neue Sicherheit der Band überall zu spüren ist [...] die Schüchternheit von Parachutes ist nirgends zu finden". Es klingt wie ein Album, das bereit ist, es mit der Welt aufzunehmen – und zu gewinnen. Quelle: Alexis Petridis von der Zeitung "The Guardian" Das Coldplay-Rezept Aber was genau ist es, das Coldplay auf ihrem Album "A Rush Of Blood To The Head" so gut gemacht haben? Ist es die Produktion oder vielleicht das Songwriting? Sind die Songs einfach simpel, oder verbirgt sich dahinter ein ausgeklügeltes und komplexes Rezept, dass es zu entschlüsseln gilt? Oder haben sich Chris Martin und Coldplay vielleicht einfach gut inspirieren lassen von musikalischen Helden wie John, Paul, George und Ringo, also den Beatles? Links zum Podcast Youtube-Kanal von Coldplay Offizielle Website von Coldplay Album Review von Alexis Petridis in "The Guardian" Album Review von Rob Sheffield im "Rolling Stone"

  20. Aber wie kam es zu dieser Verbindung? 1981 suchte Sängerin Alison Moyet über die Zeitschrift Melody Maker neue Musiker, um eine Band zu gründen. Zur gleichen Zeit stieg ihr alter Schulfreund Vince Clarke als Keyboarder bei der Band Depeche Mode aus und suchte ebenfalls über eine Zeitungsanzeige nach neuen Musikern. Und so finden beide, die in ganz England nach neuen Musikern suchten, ausgerechnet in ihrem kleinen Heimatort Basildon ihr musikalisches Gegenstück. Aus Schulkameraden werden Bandkollegen Es stellt sich raus, dass Moyet und Clarke sogar auf die gleiche Schule gegangen sind. Dort gab es aber noch keine musikalische Verbindung, weil Moyet eher in der Punkszene unterwegs war und Clarke eher in der elektronischen Musik. Perfektes Timing für Yazoo Und Yazoo gründeten sich genau zur richtigen Zeit. Soundtüftler und ausdrucksstarke weibliche Stimmen in Kombination waren Anfang der 80er Jahre richtig gefragt. Nur ein Jahr vor Yazoo gründeten sich die Eurythmics und ein paar Jahre später kam dann noch Roxette dazu. Einer der bekanntesten Songs ihres Debütalbums und auch die erste Singleauskopplung war Titel "Only You", der nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von der Band The Flying Pickets gecovert wurde und damit Platz 1 der britischen Singlecharts erreichte. Links zum Podcast Youtube-Kanal von Yazoo Offizielle Website von Yazoo