Krieg oder Frieden – Ist der Mensch zur Gewalt verurteilt?
06.11.2025 · 24 Min.
Folgen-WebseiteÜber diese Folge
Kriege und Gewalt begleiten die Menschheitsgeschichte. Liegt dem eine biologische Basis zugrunde? Sind destruktive Kräfte der Psyche stärker als konstruktive? Antworten der evolutionären Anthropologie und der Psychoanalyse geben tiefere Einblicke.
Credits:
Autorin: Inka Kübel
Redaktion: Bernhard Kastner
Regie: Frank Halbach
Erzählerin: Katja Bürkle
Zitator 1 & 3: Peter Weiß
Zitatorin: Rahel Comtesse
Zitator 2: Carsten Fabian (PS, VA)
Interviews mit:
Prof. Hans-Jürgen Wirth, Psychoanalytiker und Soziologe
Prof. Carel van Schaik, Evolutionsbiologe, Anthropologe
Literatur:
- Carel van Schaik, Kai Michel: Menschsein. Rowohlt, 2023. Gut verständliche Erläuterung über den Untergrund unserer menschlichen Konstitution und welche Konsequenzen wir gesellschaftlich daraus ziehen sollten.
- Harald Meller, Kai Michel, Carel van Schaik: Die Evolution der Gewalt. Dtv, 2024. Zeigt gut verständlich, warum der Mensch prinzipiell eher friedlich als kriegerisch ist und wie 99 Prozent der Menschheitsgeschichte nicht Krieg geführt wurde, sondern sich erst mit dem Sesshaftwerden sich als machtvolle Option zur Durchsetzung von Interessen entwickelt hat.
- Hans-Jürgen Wirth: Gefühle machen Politik. Psychosozial-Verlag 2022. Wirth zeigt an verschiedenen Etappen und Themen bis hin zur „Zeitenwende“, wie sehr Emotionen politische Entscheidungen beeinflussen und wie wichtig es wäre, Empathie und Gefühlen wie Mitleid und Hoffnung mehr Raum in der politischen Gestaltung zu geben.
- Horst E.Richter: Zur Psychologie des Friedens, Rowohlt, 1984
- Olaf Müller: Pazifismus. Reclam, 2022
- Albert Einstein, Sigmund Freud: Warum Krieg?, Diogenes 1972
- Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur, Reclam 2016
- Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Rowohlt, 2022
- Franz-Stefan Gady: Die Rückkehr des Krieges, Quadriga 2024
Radiowissen-Links:
Frieden - Persönliche Sehnsucht - Politische Utopie
Frieden ist ein großes Ideal, ein alter Menschheitstraum - und mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er schafft die Konflikte nicht aus der Welt, sondern hegt sie ein. Von Beate Meierfrankenfeld.
Freuds Psychoanalyse - Die relativierte Revolution
Seit ihren Anfängen sind die Heilungserfolge der Psychoanalyse umstritten. Dennoch scheint die moderne Hirnforschung vieles von dem zu bestätigen, was Freud vermutete, aber noch nicht nachweisen konnte.
Albert Einstein - Porträt eines Genies
Einstein warf das physikalische Weltbild seiner Zeit so gründlich über den Haufen, dass Physiker bis heute noch voller Bewunderung für ihn sind. Autor: Florian Hildebrand
Weiterführender Link:
Können wir uns Pazifismus noch leisten?
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen.
Den Text gibt es hier: Radiowissen-Manuskripte
Diesen Podcast durchsuchen
Weitere Folgen
- Gemeinsam Essen – Mehr als ein Ritual
06.11.2025 · 24 Min.
Das gemeinsame Essen ist wie das Lagerfeuer, um das sich unsere Urahnen versammelten. Beim Essen werden Geschichten erzählt, Verträge besiegelt, Kinder erzogen, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gefeiert. Es wird gelacht, gestritten und geschmollt. Constanze Alvarez über ein uraltes Ritual, das unser Leben Tag für Tag begleitet. (BR 2024) Credits Autorin dieser Folge: Constanze Alvarez Regie: Ron Schickler Es sprachen: Hemma Michel, Ron Schickler Technik: Simon Lobenhofer / Atrium Studios Redaktion: Bernhard Kastner Im Interview: Daniel Kofahl, Ernährungssoziologe Christine Ordnung, Familientherapeutin und Buch-Autorin Prof. Eva Barlösius, Soziologin, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Literaturhinweise: Christine Ordnung mit Georg Cadeggianini, "Familie am Tisch: Für ein neues Miteinander – beim Essen und darüber hinaus". Wie sich Stress am Familientisch vermeiden lässt und was Eltern über sich selbst, ihre Werte und ihre Kindheit lernen können. Witold Szablowski,"Die Köche des Kreml: Wie Russland mit Essen Politik macht". Spannendes Buch über die Geschichte der Sowjetunion bzw. Russland, betrachtet aus der Perspektive der Köche und Küchengehilfen der Machthaber. Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Kein Stress beim Essen: Kinder müssen nicht alles probieren | Psychologie | Verstehen | ARD alpha Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: Zusp. 1 Szene Familie am Tisch Alle: "Kommt ´ne Schnecke um die Ecke, singt ein Lied, guten Appetit!" Mutter: "Herr, Frau, Piep!" Kind: "Nein, warum Herr Frau Piep? Das ist doch altmodisch!" SPRECHERIN: Eine Familie beim Abendessen. Nennen wir sie Familie Schnabel. Vater, Mutter, Kind, eine Nachbarin ist spontan zu Gast. Im Ofen: Eine Pizza. Die ganze Küche duftet danach. Selbstgemachter Teig. Die Stimmung ist gelöst, ein Traum, wie aus einer Werbung. Danach sehnen sich doch die meisten Menschen. Nach einem harmonischen Essen, bei dem sich die Familienmitglieder Zeit füreinander nehmen, das Essen genießen und sich miteinander austauschen… Oder? Zusp. 2 Szene Familie am Tisch Vater: "Schrei nicht so laut, ich brauche Ruhe, ich habe gerade meine Steuererklärung gemacht und gekocht, und überhaupt…" blenden mit MUSIK Looming Shadow (light) 00:19min SPRECHERIN: Da haben wir´s: Unsere Vorstellung eines idyllischen Essens hat wenig mit dem Alltag zu tun. Und trotzdem ist dieser Augenblick, an dem sich mehrere Menschen gemeinsam an einen Tisch setzen, enorm wichtig, und das gilt nicht nur für Familien. Warum eigentlich? Das hat viele Gründe. Der erste und möglicherweise wichtigste, ist, weil gemeinsam Essen uns einander näherbringt, weil es unsere Beziehung stärkt, unser Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Das ist seit Beginn der Menschheitsgeschichte so, erklärt Eva Barlösius, Professorin für Soziologie an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover: Zusp. 3 Eva Barlösius … Es hat damit zu tun, dass Menschen nicht allein überleben konnten. Also (..), Sie können heute mit ihrem Geld an die Supermarktkasse gehen, und sie können sich alles das kaufen, was sie zum Essen brauchen. In der Geschichte der Menschheit war das immer eine gemeinsame Arbeit, die man machen musste. Das konnte niemand alleine machen. Also, das heißt, im Grunde genommen hat diese Notwendigkeit, sich ernähren zu müssen, von Anfang an einen sozialen Zusammenhang konstituiert. SPRECHERIN: Ein Tier erjagen, Beeren oder Wurzeln sammeln, die Feuerstelle bewachen – Essen zubereiten war immer schon ein kollektiver Prozess, bei dem jeder und jede seine Aufgabe hatte. Und auch wenn wir uns über derlei heute keine Gedanken mehr machen brauchen, schwingt diese Erfahrung aus der Urzeit auch heute noch mit. MUSIK Endagered 00:43min SPRECHERIN Dabei ist Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme, es mit Emotionen verknüpft und besitzt eine soziale Funktion. Von Anfang an, wenn ein Neugeborenes gestillt wird, entsteht eine Bindung und damit das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Später, wenn die Kinder groß werden, legen wir Wert darauf, dass sie alles Mögliche allein bewältigen – sich alleine anziehen, alleine auf die Toilette gehen, alleine Schlafen – nur beim Essen, da ist es uns wichtig, dass sie lernen, dass das Essen etwas Gemeinsames ist. Zusp. 4 Szene Familie am Tisch Alle durcheinander: "Habt ihr schon gehört? Im Eisladen gibt es jetzt Hunde-Eis!" "Hunde-Eis?" "Im Patagon?" "Und wie soll das sein? Eis mit Fleischgeschmack?" "Mit Fleisch-Käse-Apfelgeschmack…"
- Was Hüte verraten – Eine Kulturgeschichte der Kopfbedeckung
05.11.2025 · 23 Min.
Hüte schützen nicht nur vor Sonne und Regen. Sie machen auch größer und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Einst drückten sie den sozialen Status einer Person aus, standen für politische oder religiöse Überzeugungen. Und heute? Credits: Autorin dieser Folge: Julie Metzdorf Regie: Kirsten Böttcher Es sprach: Caroline Ebner Technik: Redaktion: Susanne Poelchau Im Interview: Johannes Pietsch, Bayerisches Nationalmuseum Kathrin Felle, Hutmuseum Lindenberg Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Die Geschichte der guten Mutter - Ein mächtiger Mythos (3/3)
05.11.2025 · 23 Min.
Unser heutiges Ideal der sich naturgemäß aufopfernden "guten Mutter" ist historisch gewachsen: es geht auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Wie hat es sich seitdem halten können? Und was sagt die Naturwissenschaft zur Annahme, die Mütterlichkeit entspränge der Natur der Frau? Teil 3 unserer Reise durch die "Geschichte der guten Mutter". Credits Autorin dieser Folge: Karin Becker Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Caroline Ebner, Julia Fischer, Sisi Forster, Peter Weiß Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Yvonne Maier und Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Brigitte Röder, Basel Marina Ahne Prof. Barbara Vinken, München Prof. Ute Planert, Köln Literatur: Katharina Rebay-Salisbury: Familien in der Urgeschichte. In: beziehungsweise. Informationsdienst des Österreichischen Instituts für Familienforschung. 2024. Kurzer Aufsatz zum Einstieg, der auch zeigt: wie funktioniert Mutterschafts- und Familienforschung für eine Zeit, die so lange her ist? Brigitte Röder: Die Vergegenwärtigung der Urzeit: eine Kolonialisierung der Urgeschichte? In: Die Kolonialisierung der Vergangenheit. 2023 Aufsatz zum Metathema: Instrumentalisierung der Urgeschichte für heutige Anliegen. Marina Ahne: Mythos Mutter. Die Frau als Mutter in der Gesellschaft. WBG 2022. Überblick über die Bedingungen des Mutterseins in Vergangenheit und Gegenwart, der immer wieder auf Widersprüche zwischen dem Idealbild, das wir sehen wollen, und den vielfältigeren Realitäten des Mutterseins stößt. Hören Sie hier Teil 1 der Geschichte der guten Mutter und hier geht es zu Teil 2 Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.