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Regensburger - Altstadt Ein Weltkulturerbe

18.04.2025 · 24 Min.

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Über diese Folge

Seit Juli 2006 zählt die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadtlandschaft an der Donau gibt mit über 1000 Baudenkmälern einen einzigartigen Blick auf 2000 Jahre europäischer Geschichte. Von Florian Kummert (BR 2020)

Credits
Autor dieser Folge: Florian Kummert
Regie: Christiane Klenz
Es sprachen: Xenia Tiling, Udo Wachtveitl, Jerzy May
Technik: Susanne Herzig
Redaktion: Thomas Morawetz

Im Interview:
Dr. Eugen Trapp,  Untere Denkmalschutzbehörde, Regensburg
Matthias Rapp, Welterbekoordinator Regensburg

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  • Verschollen im ewigen Eis - Die Franklin-Expedition

    22.04.2025 · 24 Min.

    Expedition in die Arktis: Sir John Franklin soll 1845 einen Seeweg durch das Polarmeer nach Asien finden. Unter seinem Kommando: die Schiffe HMS Erebus und die HMS Terror, an Bord 129 Seeleute und Proviant für mehrere Jahre. Doch bald fehlt von der Expedition jede Spur ? Was war geschehen? Von Georg Florian Ulrich (BR 2024') Credits Autor dieser Folge: Georg Florian Ulrich Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Stefan Wilkening, Katja Amberger, Andreas Neumann, Frank Manhold Technik: Michael Krogmann Redaktion: Thomas Morawetz Im Interview: Prof. Ryan Byard, University of Adelaide Diese hörenswerte Folge von radioWissen könnte Sie auch interessieren: Überleben im Eis - Die Geschichte der Ada Blackjack JETZT ANHÖREN Linktipps: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: Musik: Secret proofs 0‘41 Atmo: alte Stadt Sprecher: London, 1848. Seit mehr als drei Jahren gibt es keine Neuigkeiten von den beiden Schiffen. Kein Brief, keine Nachricht von der HMS Erebus und der HMS Terror erreicht die Admiralität in London. Niemand hat die zwei Schiffe gesehen, die ins arktische Eismeer gesegelt sind. Die Unruhe in der Admiralität wächst. Dabei hatte die Leitung der Royal Navy große Hoffnungen in die Expedition gesetzt – und eine Menge Geld. Man entschließt sich zu handeln. Zitator: (Ausrufer/Steckbrief) „20.000 Pfund Belohnung für jeden, der Hinweise zur Auffindung der Schiffe unter dem Kommando von Sir John Franklin geben kann!“ Atmo Polarwind Drowning world 0‘43 Sprecher: Eine Suchaktion von weltumspannenden Ausmaßen beginnt: Während ein Schiff von Großbritannien aus Kurs auf Grönland nimmt, fährt ein anderes die Küste im Norden von Alaska ab. Immer Ausschau haltend nach den beiden Schiffen der Franklin-Expedition. Gleichzeitig bahnt sich ein Suchtrupp im äußersten Norden Kanadas über Land einen Weg gen Norden, hin zu den Eisfeldern der Arktis. Irgendwo in dieser riesigen Region müssen sie abgeblieben sein. Drei Jahre zuvor, im Jahr 1845, hatten sie sich aufgemacht. Sprecherin: Ziel der Expedition: Die Nordwestpassage. Der erhoffte, aber bislang unentdeckte Seeweg von Europa nach Asien durch das arktische Meer. Wenn es eine solche Passage gäbe! Für die britische Seefahrt wäre es ein Riesengewinn. Sprecher: Will ein britischer Händler Anfang des 19. Jh. Ware aus Asien importieren, etwa Porzellan aus China, muss er an die 24.000 Kilometer Seeweg zurücklegen. Erst ganz Afrika umschiffen, den sturmgepeitschten indischen Ozean durchqueren, schließlich durch die Straße von Malakka, in der Piraten lauern. Erst dann kann er in China vor Anker gehen. Und auf dem Rückweg das Gleiche noch einmal. Frozen wonder 0‘34 Sprecherin: Die Nordwestpassage verspricht die Möglichkeit, all diese Gefahren zu umgehen. Und natürlich: Schneller wäre die Route auch: 8000km Umweg ließen sich so sparen. Wenn man sie denn findet: Denn bislang ist die Gegend zwischen Grönland und dem nördlichen Kanada ein weißer Fleck auf der Landkarte. Zu widrig waren die eisigen Temperaturen für die Entdecker des 17. Und 18. Jahrhunderts. Sprecher: Doch seit den Tagen der ersten Entdeckungsreisen in die Arktis hat sich das technische und geographische Verständnis der Briten enorm verbessert. Musik: Time traveller red 0‘25 Die Industrielle Revolution ist in vollem Gang: In Großbritannien fahren bereits regelmäßig Eisenbahnen, neue Erfindungen wie die Konservendose oder die Nutzung der Elektrizität beginnen das Leben der Menschen zu verändern. Mit diesen technischen Errungenschaften, ist man sich sicher, auch den harten Bedingungen der Arktis trotzen zu können. Sprecherin: Deshalb hatte sich die Admiralität in London entschieden, zwei Schiffe auf eine Expedition in die Arktis zu schicken. Sie sollen endlich die Nordwestpassage finden. Die Wahl fällt auf die HMS Erebus und HMS Terror. Bombardenschiffe, sie sind schwer gepanzert – wie geschaffen, um Packeis zu durchbrechen. Bereits 1839 haben sie sich bei Expeditionen in die Antarktis bewährt. Atmo: Fabrik im Dampfzeitalter Für die Expedition werden keine Kosten und Mühen gescheut. Die Schiffe werden generalüberholt, die schon dicken Rümpfe zusätzlich mit Eisenplatten verstärkt. Zwei neuartige Dampfmaschinen werden verbaut, um den Schiffen zusätzlichen Antrieb zu liefern. Möglich macht das die Schiffschraube, die erst wenige Jahre zuvor erfunden wurde. Sprecher: Die Dampfmaschinen versorgen zudem eine Zentralheizung, die trotz arktischem Wetter für angenehme Wärme an Bord sorgen soll. Auch für reichlich Proviant ist gesorgt. ZITATOR: (begeisterter Reporter) Die Vorkehrungen, die für den Komfort der Offiziere und der Besatzung getroffen wurden, sind ausgezeichnet: Die an Bord genommenen Vorräte sind beträchtlich und bestehen aus Konserven, einer großen Menge Tee und extra starkem westindischen Rum. Sprecherin: Dazu kommen 7 Tonnen frisch abgekochtes Fleisch, verpackt in den neuen, modernen Konservendosen, 14 Tonnen Salzfleisch, 4740 kg Kartoffel- und Gemüsekonserven und 4200 Liter Zitronensaft. Er soll gegen Skorbut helfen, die gefürchtete Seefahrer-Krankheit. Sogar eine beträchtliche Bibliothek mit mehr als 1000 Büchern wird an Bord genommen. Einer mehrjährigen Expedition in die Arktis steht nichts mehr im Wege. Musik: Time maschine (b) 0‘36 Sprecher: Für Das Oberkommando wird schließlich Sir John Franklin auserkoren. Er ist zu diesem Zeitpunkt fast 60 Jahre alt, seine letzte Arktisexpedition fast 20 Jahre her. Manche Zeitgenossen äußern Bedenken wegen seines Gesundheitszustands. Dennoch soll diese Expedition das Glanzstück werden, das Franklins Karriere abschließt. Zudem stehen ihm erfahrene Männer zur Seite: Unter seinem Kommando steht auch Captain Francis Crozier, der bereits in der Antarktis mit der Terror unterwegs war. Sprecherin: Dann endlich! Mai 1845: Unter großem Beifall legen die Schiffe ab. Sie stechen unter guten Vorzeichen in See, die Besatzung ist optimistisch. ATMO: knarzendes Segelboot, See Vor der Küste Grönlands werden die letzten Vorräte an Bord genommen, dann machen sich die Schiffe auf ins Eis – in bisher unbekannte Gefilde. Musik: Redeem 0‘50 Sprecher: Auf ihrem Weg in den Lancastersund begegnen sie zwei Walfängern. Man besucht sich gegenseitig, tauscht Informationen aus. Es ist das letzte Mal, dass die beiden Schiffe von anderen Seeleuten gesehen werden. ATMO/Musik hoch Sprecherin: Es vergeht ein Jahr ohne jegliche Nachricht von der Expedition. Dann noch eins. Schließlich ein drittes. Sprecher: Über Jahre nichts von einer Expedition in die Arktis zu hören, ist in dieser Zeit erstmal nicht ungewöhnlich. Die Expedition von James Clark Ross zum Beispiel saß vier Jahre im Eis fest. Sie ernährten sich von ihrem Proviant und Robbenfleisch, bis auf drei Seeleute kehrten alle wohlbehalten zurück. Doch Franklins Mannschaft ist deutlich größer, seine Vorräte nur für zwei, maximal drei Jahre ausgelegt. Sprecherin: Nachdem dann auch im dritten Jahr von der Expedition keinerlei Nachricht eintrifft, wird die Admiralität nervös. Wo sind die HMS Erebus und Terror? 1848 beginnt die Suche nach den verlorenen Schiffen. Drei Suchexpeditionen werden losgeschickt - erfolglos. Keine Spur findet sich von den beiden Schiffen. Die Lage ist ernst. Mit jedem Monat, der vergeht, sinken die Chancen, Franklin und seine Leute lebend zu finden. Sprecher: Im Jahr darauf werden ganze 14 Expeditionen ausgestattet. Die beiden Schiffe müssen doch irgendwo zu finden sein! Dass die Rettungsaktion so umfangreich ausfällt, liegt auch an der Ehefrau von John Franklin, Lady Jane. Sie nutzt ihren öffentlichen Einfluss, um Druck auf die Admiralität auszuüben. Atmo Wind Drowning world 0‘48 Sprecherin: Endlich finden sich erste Zeichen der Expedition. Doch sie geben eine düstere Vorahnung, auf das, was kommt. Auf Beechey Island, einer kleinen Insel am Lancastersund, findet man die Überreste eines Winterlagers. Und: Drei Gräber. Die Namen auf den Grabsteinen sind gut lesbar. ZITATOR: John Torrington, 20 Jahre. William Braine, 32 Jahre. John Hartnell, 25 Jahre. Sprecherin: Besatzungsmitglieder der Franklin-Expedition. Alle drei gestorben im Jahr 1846, beerdigt hier auf Beechey Island. Die Erebus und Terror müssen hier Station gemacht haben. Woran starben sie? Gab es eine Krankheit an Bord? Die Insel wird genauestens untersucht, doch außer leeren Konservendosen und anderem Abfall findet sich nichts. Kein Logbuch, keine Nachricht wurde hinterlassen. Die Suche läuft weiter. Sprecher: Inzwischen erhitzen sich in London die Gemüter: ein Schuldiger wird ausgemacht. Der jüdische Kaufmann Stephan Goldner. Er hatte die Expedition mit Konservendosen versorgt. In nur 7 Wochen hatte Goldner den Großauftrag bewältigt. Jetzt häufen sich Vorwürfe, die Konserven seien von minderwertiger Qualität gewesen. Ging die Franklin-Expedition mit verdorbenem Proviant auf Reisen? Verhungerten die Seeleute trotz voller Vorratsschränke? Ein Bericht in der Times legt das nahe. Der Vorwurf ist haltlos, wie sich bald herausstellt. Eine offizielle Untersuchung spricht Goldner frei, doch sein Ruf ist ruiniert. Cold journey 0‘36 Sprecherin: Bei der Suche in der Arktis geraten inzwischen die Suchtrupps selbst in Not. Mehrere Schiffe bleiben im Eis stecken. Es dauert mehrere Jahre, bis die Expeditionen zurückkehren. Tatsächlich leisten sie mit ihren Reisen wichtige Beitrag zur Erkundung der Arktis. Aber außer den Gräbern auf Beechey Island können sie keine Hinweise über Franklins Schicksal liefern. Sprecher: Dennoch - die Hoffnung auf Neuigkeiten bleibt. Und tatsächlich finden sich neue Hinweise: Der Arzt und Polarforscher John Rae trifft auf seinen Arktis-Reisen auf Inuit, die ihm von düsteren Ereignissen berichten. Rae fasst ihre Berichte zusammen: Musik: Slow degeneration 0‘40 ZITATOR: Etwa vierzig weiße Männer wurden gesehen, wie sie in Begleitung eines Offiziers über das Eis nach Süden wanderten und ein Boot und Schlitten mit sich zogen. Sie sahen aus, als ob ihnen der Proviant ausgegangen wäre. Sie kauften von den Eingeborenen eine kleine Robbe oder ein Stück Robbe. Der Offizier wurde als ein großer, kräftiger Mann mittleren Alters beschrieben. Sprecherin: Handelt es sich bei dem Offizier um Franklin? Hat er seine Schiffe verlassen, und seine Mannschaft über Land weitergeführt? Doch die Inuit haben Rae noch mehr zu berichten: ZITATOR: Später hat man die Leichen von etwa dreißig Personen, einige Gräber auf dem Festland und fünf Leichen auf einer Insel in der Nähe entdeckt. Einige der Körper befanden sich in Zelten. Andere lagen unter einem Boot, das sie als notdürftige Unterkunft umgedreht hatten, einige verteilt um das Lager herum. Bei einem vermuteten die Inuit, dass es sich um einen Offizier handelte, da er ein Fernrohr über die Schultern geschnallt hatte und sein doppelläufiges Gewehr unter ihm lag. Sprecherin: Die Inuit zeigten Rae Gegenstände, die nur von Bord der Erebus und der Terror stammen konnten. Laut ihren Schilderungen waren die Männer in einer ausweglosen Situation. Musik: Dark operation 0‘35 ZITATOR: Aus dem Zustand vieler Leichen und dem Inhalt der Kessel war ersichtlich, dass unsere unglücklichen Landsleute zum letzten Mittel gezwungen waren, um ihr Leben zu erhalten. Sprecherin: Kannibalismus – als letztes Mittel gegen den Hunger. Eine für die viktorianische Zeit unerhörte Unterstellung. Als die Nachricht London erreicht, ist die Empörung groß. Die Witwe von Sir John Franklin, Lady Jane, lässt auf ihren Ehemann und dessen Expedition nichts kommen. Sprecher: Sie bekommt prominente literarische Unterstützung. Charles Dickens, ein Freund der Familie, steht ihr bei. In einer Zeitschrift wettert der berühmte Autor gegen die Inuit, weist ihre Berichte als unglaubwürdig zurück. Für ihn sind sie nichts weiter als: ZITATOR: Zitat Charles Dickens „Das Geschwätz einer groben Handvoll unzivilisierter Menschen, die in Blut und Walfett zuhause sind!“ Sprecher: 1854 werden alle Expeditionsmitglieder für tot erklärt. Musik: New hope 0‘35 Lady Jane Franklin will jedoch Gewissheit. Zwei Jahre später finanziert sie erneut eine Expedition unter dem Kommando von Francis McClintock. Sprecherin: Tatsächlich gelingt es McClintock als erstem, eine handfeste Nachricht von der Expedition zu finden. In einem kleinen Steinhügel auf King William Island stößt er auf einen Brief der Franklin-Expedition. Versteckt in einem Bleizylinder, wasserdicht geschützt. Der erste Eintrag weckt Hoffnungen: ZITATOR: Mai 1847: Von 1846-47 überwintert bei Beechey Island. Sir John Franklin befehligt die Expedition. Alle wohlauf. Sprecherin: Der Beginn der Expedition scheint gut verlaufen zu sein. Doch an den Rand des Briefes gequetscht finden sich weitere Zeilen. Jemand muss den Bleizylinder zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet, den Brief erneut beschrieben haben. Die zittrige Handschrift lässt sich schwer lesen. Musik: Z8033060102 Drowning world 0‘59 ZITATOR: April 1848 - "Terror" und "Erebus" wurden am 22. April verlassen. 105 Seelen unter dem Kommando von Capitain Crozier landeten hier im September 1848. Sir John Franklin ist am 11. Juni 1847 gestorben, Gesamtverlust durch Todesfälle bis heute: 9 Offiziere und 15 Männer. Wir brechen morgen zum Back's Fish River auf. ATMO Eiswind, Schritte Sprecherin: Franklin ist also definitiv tot. Mit ihm 24 weitere Besatzungsmitglieder – eine ungewöhnliche hohe Todesrate, selbst für Arktisexpeditionen. Das Ziel der Überlebenden, der Back’s Fish River, liegt mehrere hundert Kilometer Fußweg entfernt. Durch kaum wegbares Packeis, danach durch eine felsige Tundra, in der es im Frühjahr kaum Nahrung gibt. Sprecher: McClintock fährt mit seinem Hundeschlitten den Weg ab, den die Überlebenden genommen haben müssen. Er stößt auf ein seltsames Relikt: ein Beiboot eines der Schiffe. Scheinbar auf den Kopf gestellt, um einen provisorischen Unterschlupf zu bieten. Frozen danger 0‘34 ZITATOR: Im Boot befand sich etwas, das uns in Ehrfurcht erstarren ließ. Es waren Teile von zwei menschlichen Skeletten. Das eine das eines schmächtigen jungen Menschen, das andere das eines großen, starken Mannes mittleren Alters, vielleicht ein Offizier. Große und kräftige Tiere, wahrscheinlich Wölfe, hatten einen Großteil dieses Skeletts zerstört. Sprecher: Doch die Gegenstände, die McClintock und seine Kameraden rund um das Boot finden, werfen noch mehr Fragen auf: Kämme, Haarbürsten, Taschenbücher. Und sogar eine ganze Ladung Silberbesteck. Nichts, was man auf einem Marsch um Leben und Tod erwarten würde. Zudem finden sich neben etwas Tee ca. 18kg Schokolade. McClintock vermutet, dass die beiden Männer mit dem Boot und der Schokolade als letztem Proviant zurückgelassen wurden, als sie zu schwach geworden waren, um weiter zu ziehen. McClintock kehrt nach Großbritannien zurück. Er ist überzeugt, dass alle Mitglieder der Franklin-Expedition verstorben sind. Musik: New hope 0‘28 Sprecherin: Lady Franklin gibt jedoch bis zuletzt nicht auf, das Schicksal ihres Ehemanns zu klären. Noch mit 82 Jahren finanziert sie eine Expedition in die Arktis. Sie stirbt, noch während sie auf die Rückkehr des Schiffs wartet. Die Expedition endet ergebnislos. Auch eine letzte Expedition wenige Jahre später fördert keine neuen Erkenntnisse zutage. ATMO Eiswind Heulen Sprecher: Doch das Rätsel um das Verschwinden der Erebus und Terror zieht die Menschen weiter in seinen Bann. Anfang der 1980er Jahre, gut 100 Jahre nach der letzten Expedition, macht sich ein Team von Forschern der University of Alberta auf, das Rätsel um die Expedition zu lösen. Die kanadischen Forscher stoßen die Reste des Beiboots, das McClintock gefunden hatte. Sie dokumentieren die Fundstelle, sammeln die menschlichen Knochen ein. Im Labor stoßen sie auf Überraschendes: Neben Anzeichen für Skorbut weisen die Knochen der Mitglieder von Franklins Expedition einen zehnmal höheren Bleigehalt auf, als die der Inuit, die in der Gegend beerdigt wurden. Musik: Ice investigator 0‘36 Sprecherin: Nun wollen die Forscher der Sache auf den Grund gehen. Zwei Jahre später machen sie sich auf nach Beechey Island, zu den Gräbern die die Franklin-Expedition dort zurückgelassen hatte. Für ihre Expedition brauchen sie eine besondere Genehmigung: Sie wollen die Gräber öffnen, die Leichen der Crewmitglieder untersuchen. Professor Roger Byard von der University of Adelaide ist Pathologe und hat sich eingehend mit den Forschungen zur Franklin-Expedition beschäftigt. OV Prof Roger Byard Beschreibung Blei OVERVOICE männlich They dug up John torringtons body… Die haben die Leiche von John Torrington ausgegraben, einem der Besatzungsmitglieder, die auf Beechey Island beerdigt wurden. Und dabei fanden sie einen sehr hohen Bleigehalt. Und deshalb sagte man: Aha, die Expedition benutzte diese neumodischen Blechdosen, die mit Blei verlötet waren, das ans Essen abgegeben wurde. Und deshalb meinte man, dass sie an einer Bleivergiftung gestorben sind. Musik: Strange anomaly (b) 0‘36 Sprecherin: Eine Bleivergiftung tötet nicht direkt, sondern schadet über längere Zeit dem Nervensystem. Erste Symptome: Erschöpfung, Reizbarkeit. Dann: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme. Am Ende greift die Vergiftung auf das Gehirn über: Verwirrtheit, Orientierungsprobleme, Charakterstörungen. Starben die Männer, weil ihre bleiverseuchten Vorräte sie in den Wahnsinn trieben? Es würde ihre merkwürdigen Entscheidungen erklären: weshalb sie etwa Silberbesteck und anderen wertlosen Tand einpackten, als sie ihre Schiffe verließen. Sprecher: Lange gilt diese Erklärung als einer der Hauptgründe für das Scheitern der Expedition. Doch inzwischen gilt sie als überholt. Prof. Byard weiß warum. OV Prof Roger Byard Multifaktoren Overvoice männlich Over the years the looked at graves of similar vintage… Im Laufe der Jahre hat man bei Gräbern ähnlicher Jahrgänge von Marineangehörigen festgestellt, dass die Bleikonzentrationen bei allen sehr hoch sind. Damals gab es Bleirohre auf den Schiffen und alle möglichen anderen Dinge. Die Bleivergiftung war also nicht der Grund. Also stand man wieder am Anfang bei der Frage nach der Todesursache. (…) Aber ich denke, dass es viele Gründe gab, dass man sich im Grunde genommen einfach abnutzt. Es ist also ein additiver Effekt einer ganzen Reihe von Faktoren. + Schluss-O-Ton The fact that you’re miserable as hell… Die Tatsache, dass man sich verdammt elend fühlt und weiß, dass man nie wieder nach Hause kommen wird. Das ist wirklich nichts, was einen dazu anspornt, zu versuchen, zu überleben. Aber sie waren jahrelang dort, also waren sie unglaublich stoische Männer. Sprecher Hinweise für eine Vielzahl an Belastungen finden sich in den menschlichen Überresten: Die Lungen der Männer auf Beechey Island sind von Tuberkulose zerfressen. Die verstreuten Knochen auf den anderen Inseln zeigen Zeichen von Skorbut. Musik: Dark operation red. 0‘43 Sprecherin: Doch die Knochen geben auch Aufschluss über ein weiteres Rätsel: Forensiker in den 1990ern Jahren entdecken gerade Schnitte an den Knochen, die am Boot gefunden wurden: Spuren von Klingen. Hier wurde Fleisch von Knochen gelöst. Spätere Studien zeigen: Die Knochen wurden sogar aufgebrochen, über Stunden gekocht, um an das Mark zu gelangen. Eindeutige Beweise für Kannibalismus unter den letzten Überlebenden. Genauso, wie die Inuit es den ersten Suchtrupps im 19. Jahrhundert geschildert hatten. Nach Jahrzehnten der Verleumdung zeigt sich: Die Inuit hatten Recht. Sprecher: Die Forscher fangen an, die Berichte der Inuit in ihre Untersuchungen miteinzubeziehen. Und so gelingt im Jahr 2014 ein großer Durchbruch. Atmo Eisbrecher und Sonar Ein Suchboot, ausgestattet mit einem Sonar, durchfährt eine Bucht nahe der King-William Insel. Laut Schilderungen der Inuit ist hier vor mehr als 150 Jahren ein großes Holzschiff gesunken. Plötzlich erscheint auf dem Radar ein Bild, das eindeutiger nicht sein könnte: Es ist ein Schiff, der Bug liegt zertrümmert am Meeresboden, doch der Rest ist deutlich erkennbar. Sprecherin: Es ist die HMS Erebus. Nach mehr als 150 Jahren ist sie wieder da, in ihrer ganzen Pracht. Doch sie liegt einsam am Meeresgrund. Wo ist ihr Schwesterschiff, die HMS Terror? Sprecher: Es dauert noch zwei weitere Jahre, bis auch dieses Rätsel gelöst wird. Etwa 100 Kilometer weiter südlich, vor der Küste der Adelaide-Halbinsel. Inuit hatten in dieser Gegend schon öfters angeschwemmte Wrackteile gefunden, doch den entscheidenden Hinweis gibt ein Inuk-Jäger. Vor einigen Jahren war er mit seinem Schneemobil auf der zugefrorenen Bucht unterwegs. Dabei stieß er auf einen Holzpfahl, der aus dem Eis aufragte. Jetzt führt er das kanadische Forschungsteam an die Stelle. Der Pfahl, der aus dem Wasser aufragte - Es ist der Mast der HMS Terror. In nur 11m Tiefe liegt das Wrack des Schiffs. Musik: Drowning world 0‘34 Sprecherin: Spätere Tauchgänge zeigen: Das eiskalte Wasser hat das Wrack in außergewöhnlicher Qualität erhalten. Glasflaschen und kostbares Porzellan liegen unversehrt in den Regalen, Gewehre hängen an der Wand. Als ob die Mannschaft sie gerade erst verlassen hätte. Das Team der Unterwasserarchäologen hofft, in Zukunft vielleicht sogar eines der Logbücher bergen zu können. Vielleicht kann so die Geschichte um die Expedition zu Ende erzählt werden.

  • Nunavut - Land der Inuit

    18.04.2025 · 24 Min.

    Nunavut heißt "unser Land" in der Sprache der Inuit; 1999 wurde das gleichnamige Territorium eingerichtet: Ein Gebiet sechsmal so groß wie Deutschland im äußersten Norden Kanadas und in direkter Nachbarschaft zu Grönland. Nur gut 40.000 Menschen leben dort in verstreuten Siedlungen und der Hauptstadt Iqaluit, knapp 31.000 von ihnen identifizieren sich als Inuit. Von Renate Ell (BR 2024) Credits Autorin dieser Folge: Renate Ell Regie: Irene Schuck Es sprachen: Katja Amberger, Caroline Ebner, Andreas Neumann, Friedrich Schloffer Technik: Roland Böhm Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Dennis Patterson, bis 30.12.2023 Senator für Nunavut, zuvor u.a. Premier der Northwest Territories; Alexina Kublu, Dozentin für Inuktitut und Inuit-Kultur, Übersetzerin; P. J. Akeeaguk, Premier von Nunavut Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Literatur der Inuit - Hart am Rand JETZT ANHÖREN Linktipps: Die Qikiqtani Truth Commission hat einschneidende Entwicklungen in Nunavut im 20. Jh. aufgearbeitet, in ausführlichen Reports berichten Menschen über ihre teils traumatischen Erlebnisse. EXTERNER LINK | https://www.qtcommission.ca/en Inuit – Informationen der kanadischen Regierung: EXTERNER LINK | https://www.rcaanc-cirnac.gc.ca/eng/1100100014187/1534785248701 CBC North – Radio- und TV-Berichte aus Nunavut (Canadian Broadcasting Corporation, öffentlich-rechtlicher Sender): EXTERNER LINK | https://www.cbc.ca/news/canada/north/topic/Location/Nunavut Nunatsiaq News – Tageszeitung aus Iqaluit EXTERNER LINK | https://nunatsiaq.com/ Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: ERZÄHLERIN Eine Reise nach Nunavut beginnt im Flugzeug – denn es führt keine Straße dorthin. Und man merkt gleich: Die Reise führt in ein ganz anderes Kanada. (1. ZUSP.) FLUGZEUG-SICHERHEITSANSAGE (Inuktitut) ERZÄHLERIN Die üblichen Ansagen gibt es nicht nur wie sonst in Kanada auf Englisch und Französisch, sondern auch auf Inuktitut – der dritten Amtssprache in Nunavut – übersetzt: „Unser Land“. Nunavut ist der Versuch, Kultur, Traditionen und Werte eines arktischen Jäger- und Sammler-Volkes mitzunehmen in ein Industrieland des 21. Jahrhunderts. Begonnen hat dieser Versuch 1999, als Nunavut autonom wurde. Musik 1 "Katuuti" - Ausführende: Alexis Bowles & Guillaume I. Saladin - Komponist: Alexis Bowles - Abum: Made in Igloolik - Länge: 0'53 SPRECHER Nunavut wurde am 1. April 1999 von den Northwest Territories abgetrennt. Die drei Territorien im Norden Kanadas sind extrem dünn besiedelt, deshalb werden sie zum Teil von der Bundeshauptstadt Ottawa aus verwaltet – anders als die Provinzen, die etwa unseren Bundesländern entsprechen. Obwohl Nunavut fünfeinhalb mal so groß wie Deutschland ist, hat es nur rund 41.000 Einwohner – überwiegend Inuit. Die Einwohner von Nunavut, Nunavummiut genannt, leben in 24 weit verstreuten Siedlungen und der Hauptstadt Iqaluit mit siebeneinhalb-tausend Einwohnern. Alle sind nur mit dem Flugzeug erreichbar – oder, für Gütertransporte, mit dem Schiff. ERZÄHLERIN Dennis Patterson könnte man als einen der Väter Nunavuts bezeichnen. Der Jurist aus dem Südwesten Kanadas kam in den 70er-Jahren als Rechtsberater nach Iqaluit, stieg in die Politik ein und setzte sich für die Abtrennung seiner Wahlheimat von den Northwest Territories ein. Vielen Menschen im Westen des riesigen Territoriums mit seinen Städten, intensivem Bergbau und großen Wäldern war die Region in der Arktis ohnehin fremd – und nicht nur das. (2. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Nunavut galt als ödes Land. Und als Belastung, wegen der Kosten für die Versorgung dieser abgelegenen, isolierten Gemeinden und der schnell wachsenden Bevölkerung. Deshalb gab es eine Bewegung, die sagte: Lasst sie gehen, dann kommen wir wirtschaftlich besser voran. ERZÄHLERIN Damals wusste man noch nichts von den begehrten Rohstoffen, die inzwischen in Nunavut entdeckt wurden. Aber die Menschen im hohen Norden haben bis heute auch ganz andere Beweggründe für ihre Unabhängigkeit. (3. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Nunavut wurde vor allem gegründet, um die Sprache und Kultur einer Minderheit zu erhalten. Die Inuit sind eine Minderheit innerhalb der indigenen Bevölkerung Kanadas. Das hat die Sprache sehr gestärkt – in einem Land, in dem indigene Sprachen ums Überleben kämpfen. Inuktitut ist dank Nunavut und anderen Regionen, in denen Inuit leben, bei weitem die stärkste indigene Sprache Kanadas. MUSIK 2 "Inuuganuuk" - Komponist: Terry Uyarak & Andrew Morrison - Album: Nunarjua Isulinginniani - Ausführender: Terry Uyarak - Länge: 0'26 SPRECHER Inuktitut gehört zu einer Sprachfamilie, die in der nordamerikanischen Arktis, in Grönland und Teilen Sibiriens verbreitet ist. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde für Inuktitut eine eigene Silbenschrift aus geometrischen Formen entwickelt; es wird aber inzwischen auch in lateinischen Buchstaben geschrieben. MUSIK 3 "Katuuti" - Ausführende: Alexis Bowles & Guillaume I. Saladin - Komponist: Alexis Bowles - Abum: Made in Igloolik - Länge: 0'33 ERZÄHLERIN Die Sprache ist weit mehr als ein Verständigungsmittel: Sie transportiert das Selbstbewusstsein der Inuit als eigenständige Kultur. Und eine eigene Art zu kommunizieren: Sehr viele Inuit klingen auch auf Englisch leiser und sanfter als Qallunaat – also „Nicht-Inuit“. Wobei sich das aber zu ändern scheint. Alexina Kublu, eine Inuk aus Nunavut, Dozentin für Inuktitut und Inuit-Kultur, hat es in einem Interview für radioWissen 2008 so beschrieben: (4. ZUSP.) ALEXINA KUBLU 2008 OVERVOICE WEIBLICH Würde man in einem Raum zehn Qallunaat in die eine Ecke setzen und zehn Inuit in die andere, würde man nach einer Weile nur noch die Qallunaat hören, weil alle durcheinander reden und jeder versucht, sich Gehör zu verschaffen. Qallunaat haben Angst vor der Stille. Und wenn es doch mal still wird, meint sofort jemand, was sagen zu müssen. Bei den Inuit redet einer, und die anderen nicken oder hören zu. Und wenn eine Person in der Gruppe noch nichts gesagt hat, werden alle sie anschauen. Aber nicht sagen: „Was meinst Du dazu“, sondern einfach still warten, und dann wird die Person anfangen zu sprechen, weil man ihr die Gelegenheit dazu gibt. ERZÄHLERIN Das ist bei Älteren immer noch so, sagt sie fünfzehn Jahre später. Auch bei politischen Auseinandersetzungen, etwa im Parlament, geht es ganz anders zu als in der kanadischen Hauptstadt. (5. ZUSP.) ALEXINA KUBLU OVERVOICE WEIBLICH Wenn im kanadischen Parlament jemand spricht, dann hören manche Leute gar nicht zu oder sie reden untereinander! Im Parlament in Iqaluit redet eine Person und alle anderen hören zu. On TV you watch the parliament of Canada. There'll be one person talking and there are people around who are not paying attention but talking to each other. Whereas in the legislative assembly in Iqaluit you have the one person talking and everybody is listening. ERZÄHLERIN In der jüngeren Generation scheint sich das allerdings zu ändern, hat Alexina Kublu beobachtet. Sie sind lauter. (6. ZUSP.) ALEXINA KUBLU OVERVOICE WEIBLICH Wenn Jugendliche mit 12, 13, 14 zusammen sind, achten sie nicht auf die anderen (yap yap yap yap yap). ERZÄHLERIN Und das, obwohl die Jugendlichen in diesem Alter selbst in der Schule kaum Englisch sprechen. (7. ZUSP.) ALEXINA KUBLU OVERVOICE WEIBLICH Bis zur fünften, sechsten Klasse wird mehr Inuktitut gesprochen, danach immer mehr Englisch; in der High-School dann überwiegend Englisch. ERZÄHLERIN Zwar gibt es heute in jedem Ort eine Schule bis zur 12. Klasse – aber viele Jugendliche gehen früher ab und lernen nicht gut Englisch. Sie sind in Krankenhäusern oder Behörden auf Übersetzer angewiesen. Dort arbeiten viele Menschen aus dem Süden, weil immer noch zu wenige Inuit studiert haben. Die meisten älteren Inuit hingegen sprechen sehr gut Englisch – es sind die Menschen, die bis in die 1960er-Jahre hinein geboren wurden und eine Entwicklung erlebten, die anderswo Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende dauerte. (8. ZUSP.) ALEXINA KUBLU OVERVOICE WEIBLICH Mein Bruder zum Beispiel, geboren 1963 in einem „Qarma“, eine Hütte aus Steinen und Grassoden. Jetzt sitzt er im Büro vor dem Computer: von der Steinzeit ins Computerzeitalter. Musik 4 "BROODING" - ALBUM: BLOOD (ORIGINAL MOTION PICTURE SOUNDTRACK) - KOMPONIST UND AUSFÜHRENDER: DANIEL PEMBERTON - LÄNGE: 0'57 ERZÄHLERIN Inuit wie die Familie Kublu waren Jäger und Sammler. Manche hatten vielleicht Schusswaffen oder Kochtöpfe aus Metall – statt der althergebrachten „Qullik“, einer Schale aus Stein. Aber sie lebten ansonsten ganz traditionell in kleinen Gruppen an wechselnden Orten, je nach Jahreszeit. Ab Ende der 1950er-Jahr wurden in ersten Siedlungen Grundschulen eingerichtet, Kinder aus den nomadischen Familien wohnten dort zunächst in kleinen Herbergen. Später mussten Familien mit schulpflichtigen Kindern in den Siedlungen leben – so wie die Familie Kublu Mitte der 60er-Jahre mit Alexinas jüngerem Bruder. Sie selbst, geboren 1954, gehörte noch zu den Kindern, die von der kanadischen Schulbehörde schon mit fünf, sechs Jahren in ein Internat gebracht wurden. MUSIK 5 "Duos of the past"- Komponist: Peter Scherer - Album: Passare - Länge: 0'39 ERZÄHLERIN Die Kinder wurden in eine völlig fremde Welt katapultiert. Die Unterrichts-sprache: Englisch, das sie nicht konnten. Die Schulbücher aus dem Süden: mit Bildern von Kleinfamilien in hübschen Städtchen, von Schulbussen, Autos, Bäumen, Getreidefeldern. Nichts davon kannten die Kinder aus ihrer Realität. Unter diesen verstörenden Umständen zu lernen, zu leben war ein Kraftakt. Noch dazu: Ohne Kontakt zur Familie, außer für zwei Monate im Sommer. (9. ZUSP.) ALEXINA KUBLU OVERVOICE WEIBLICH Das war, als wäre man bei der Lieblingstante, dem Lieblingsonkel. Eine liebevolle Beziehung, aber nicht die Nähe, wie sie Eltern und Kinder vor der Schule hatten. Während des Sommers fanden wir zwar zurück zu einem normalen Familienleben, aber dann mussten wir wieder weg. ERZÄHLERIN In einigen Schulen durften die Kinder selbst außerhalb des Unterrichts nur Englisch sprechen. Kleinere Kinder verlernten ihre Muttersprache und konnten sich kaum noch mit den Eltern verständigen – zumal manche nicht mal in den Sommerferien heim gebracht wurden. Manche erlebten Gewalt und sexuelle Übergriffe. Aber selbst ohne solche Erfahrungen, allein durch die Entfremdung während der Schulzeit, entstand ein generationen-übergreifendes Trauma: In Nunavut gibt es Eltern, und inzwischen Großeltern, die in ihrer Kindheit und frühen Jugend kaum erfahren haben, was es heißt, in einer Familie zu leben. ERZÄHLERIN Die erschreckend hohe Suizidrate und der verbreitete Alkoholismus werden mit diesem Trauma in Verbindung gebracht. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts gibt es viele Bemühungen, dies alles aufzuarbeiten, zu bewältigen. Und die kanadische Regierung hat sich offiziell für die frühere Schulpolitik entschuldigt. Von einem Leben als Jäger und Sammler ins 20. Jahrhundert – dieser extreme Wandel hat manche Menschen überfordert. Aber gerade in Nunavut versuchen viele, auch junge Menschen, Tradition und Moderne zu verbinden. Dabei hilft ihnen der Kontakt zu Menschen, die zumindest in ihrer Kindheit noch selbst als Jäger und Sammler gelebt haben. Bis heute haben viele Nunavummiut eine enge Beziehung zur Natur – die den meisten Menschen kahl und unwirtlich erscheint. MUSIK 6 "Katuuti" - Ausführende: Alexis Bowles & Guillaume I. Saladin - Komponist: Alexis Bowles - Abum: Made in Igloolik - Länge: 0'52 SPRECHER Nunavut liegt westlich von Grönland und erstreckt sich etwa zwischen dem 60. und dem 82. Breitengrad. Abgesehen von einem kleinen Gebiet im äußersten Südwesten, wo ein paar Bäume wachsen, ist es von Tundra bedeckt: Flechten, Moose, Gräser, niedrige Blütenpflanzen und Arktische Weide, die selten höher wird als 15 Zentimeter. Üblicherweise erreichen die Sommertemperaturen gerade mal 12 Grad – immer häufiger gibt es aber Spitzenwerte über 20 Grad. Im Winter wird es minus 30 Grad kalt. In Nunavut leben Robben, Wale, Schneehühner, Eisbären, Polarfüchse und Karibus, die Rentiere Nordamerikas. Musik 7: "Unveiled" - Album: Without Sinking - Komponistin und Ausführende: Hildur Gudnadottir - Länge: 0'30 Erzählerin Im Sommer mit dem Boot, im Winter mit dem Schneemobil oder dem Hundeschlitten unterwegs zu sein, gehört zum Lebensgefühl. Man ist „on the land“. Ein unübersetzbarer Begriff, keinesfalls „auf dem Land“ – was eine Landschaft mit Feldern und Wäldern bezeichnet. Die Tundra ist tatsächlich unberührte Natur, Wildnis. MUSIK 8 "Katuuti" - Ausführende: Alexis Bowles & Guillaume I. Saladin - Komponist: Alexis Bowles - Abum: Made in Igloolik - Länge: 0'52 ERZÄHLERIN: Die traditionelle Ernährung der Inuit, die „on the land“ lebten, bestand vor allem aus Meeressäugern und Karibus, im Sommer auch Fisch und einige Pflanzen; sie enthält gesunde Omega-3-Fettsäuren und alle nötigen Vitamine. Wie die Sprache transportiert dieses heute „country food“ genannte Essen Kultur und Werte der Gemeinschaft, weil Jagdbeute traditionell mit Nachbarn und Freunden geteilt wird. Die Jagd ist in Nunavut kein Freizeitvergnügen, sondern einerseits ein Teil der Tradition, andererseits für viele Menschen eine Notwendigkeit, denn die aus dem Süden importierten Lebensmittel sind extrem teuer. Und manchmal ist die Jagd „on the land“ immer noch überlebenswichtig. Alexina Kublu erzählt von einem Erlebnis, wie sie es deutet: (10. Zusp.) Alexina Kublu OVERVOICE WEIBLICH Bei einer Bootstour im Sommer wurden wir vom Eis eingeschlossen, etwa eine Woche steckten wir fest. Weil wir nur kurz unterwegs sein wollten, hatten wir nicht genug gekauftes Essen dabei. Dann kam eine Robbe, sie wurde geschossen und ich meinte: Die Robbe hat gesagt: ihr seid in meinen Gewässern, seid mein Volk, euch gebe ich mich. Als wir das Robben¬fleisch nach ein paar Tagen aufgegessen hatten, kam ein Karibu. Es wurde geschossen, wir hatten wieder Fleisch, und ich meinte: Das Karibu hat gesagt, ihr seid in meinem Land, seid mein Volk, euch gebe ich mich. MUSIK 9 "BROODING" - ALBUM: BLOOD (ORIGINAL MOTION PICTURE SOUNDTRACK) - KOMPONIST UND AUSFÜHRENDER: DANIEL PEMBERTON - LÄNGE: 0'30 ERZÄHLERIN Eine spirituelle Beziehung zur Natur ist nicht ungewöhnlich unter Inuit. Und sie gilt auch als eine Art zweite Schule: Schon Jugendliche gehen mit auf die Jagd und lernen von den Älteren dabei auch geduldig zu sein, oder Misserfolge auszuhalten. Vor allem lernen sie dabei Respekt vor der Natur. Traditionell wird nur so viel gejagt, wie man wirklich braucht, und das gesamte Tier verwertet. Inuit-Jäger konnten mit der Vermarktung von Robbenfellen bis Anfang der 80er-Jahre auch etwas Geld verdienen. Bis in Europa und Nordamerika Bilder von der Jagd auf Jungrobben mit ihrem kuschligen Babypelz in den Fernseh¬nachrichten liefen – brutale Szenen, mit viel Blut auf dem Eis. An dieser Jagd für die Pelzindustrie waren Inuit nicht beteiligt – sie jagen traditionell nur erwachsene Tiere, die viel Fleisch liefern. Greenpeace protestierte zwar ausdrücklich nur gegen die industrialisierte Jagd auf Jungrobben. Aber trotzdem wurde in vielen Ländern der Handel mit sämtlichen Robbenpelzen eingestellt. Ausnahmen für traditionelle Jagd indigener Gruppen, wie in der EU, hatten keine große Wirkung. Der Markt brach ein. Und die Robben¬bestände stiegen an. So stark, dass kanadische Fischer um die Kabeljau-Bestände fürchteten. Dennis Patterson, ehemaliger Senator und in den 90er-Jahren einer der Gründer von Nunavut, sieht aber auch Vorteile (11. Zusp.) Dennis Patterson OVERVOICE MÄNNLICH Es gibt sie im Überfluss, sie werden gejagt, gegessen, und die großen Sattelrobben sind ideales Futter für Schlittenhunde – die es jetzt wieder vermehrt gibt, meistens wohl für Touristen. Und wir haben eine wachsende „made in Nunavut“-Mode-Branche. Unsere Designer machen weltweit Eindruck, sie entwerfen traditionelle Kleidung mit modernem Flair. Die ist auch praktisch, ich habe selbst einen Seehundfell-Parka, weil er winddicht ist. ERZÄHLERIN Wer bei der Jagd erfolgreich sein will, muss sich „on the land“ gut auskennen. Manches traditionelle Wissen ist heute allerdings nicht mehr zuverlässig – weil sich das Klima in der Arktis noch schneller verändert als in den mittleren Breiten. Der Klimawandel eröffnet den Menschen im Hohen Norden aber auch neue ökonomische Perspektiven. (12. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Durch die Erwärmung im Süden Kanadas ziehen manche Arten im Meer, darunter die Eismeer-Garnelen, in die kühlere Arktis. Die Garnelen-Fischerei ist ein riesiger und wachsender Wirtschaftszweig in Nord-Kanada und Grönland. Und der Fang von Schwarzem Heilbutt, der in China sehr begehrt und sehr teuer ist. Inuit kaufen jetzt Fischkutter; es gibt eine Organisation, die sie für die Fischerei ausbildet – und sie arbeiten sich dann hoch bis auf die Brücke; noch nicht gleich, aber es entwickelt sich. Die Fischerei ist eine Erfolgsgeschichte mit großem Potenzial. ERZÄHLERIN Solche Erfolgsgeschichten braucht Nunavut. Denn es steht vor neuen, großen Aufgaben. Am 18. Januar 2024, knapp 25 Jahre nach der Gründung, feierte Nunavut eine Art zweiten Unabhängigkeitstag. (13. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Von Anfang an war das Problem, dass der Territorial-Regierung die Erträge aus der Erschließung des Landes vorenthalten wurden. Obwohl sie für die Folgen dieser Erschließung zuständig ist, also für Auswirkungen auf das Gesundheits-, Wohnungs- und Sozialwesen oder die Umwelt. ERZÄHLERIN Das zu ändern, war der Territorial-Regierung besonders wichtig, seit in den letzten Jahren in Nunavut neue, begehrte Bodenschätze wie Nickel und Blei entdeckt wurden. Wenn eine Firma diese Schätze heben möchte, muss sie dafür Abgaben zahlen – und die fließen zukünftig in den Haushalt von Nunavut. Damit werden wohl endlich die dringend nötigen Investitionen in den Wohnungsbau möglich. Aber die Regierung von Nunavut muss auch Aufgaben übernehmen, die bisher in der Hand der kanadischen Bundesregierung lagen – vor allem die Entwicklung und Verwaltung der Bergbauprojekte. Für diesen Wandel gibt es eine Übergangsfrist von drei Jahren, ab dem 1. April 2024. Bei der Zeremonie zur Unterzeichnung des Abkommens sagte P. J. Akeeaguk, Premier von Nunavut: Wir sind bereit für diese Herausforderungen. Aber er brachte eben auch zum Ausdruck: Die Erträge aus unseren Ressourcen stehen uns zu! (14. ZUSP.) P. J. AKEEAGUK (ohne OV) We did it and we're ready. (Inuktitut) It’s our land, our resources in the hands of our people. ERZÄHLERIN Die Entscheidungen, die jetzt mit der neuen Unabhängigkeit, der wirtschaft¬lichen Entwicklung, der Bewältigung von Bildungs- und Wohnraumkrise anstehen – sie werden, wie so vieles in Nunavut, anders angegangen als im Rest Kanadas. SPRECHER Nunavut hat eine so genannte Konsens-Regierung. Sie verknüpft Prinzipien der parlamentarischen Demokratie mit indigenen Werten, vor allem: so intensiv wie möglich zusammenzuarbeiten und gemeinsam Rechenschaft abzulegen für alle Entscheidungen. Politische Parteien gibt es nicht; jedes der 22 Parlaments-Mitglieder vertritt einen Wahlkreis. Aus ihrer Mitte wählen die Abgeordneten den oder die Premier und sieben Kabinettsmitglieder. In Nunavut spielen außerdem die „Elder“ eine große Rolle, also „Alte“, deren Rat geschätzt wird. Wobei nicht allein ihr Alter in Jahren zählt, sondern vor allem ihr Wissen und ihre Verwurzelung in den Traditionen. Manche „Elder“ arbeiten in Organisationen oder Gremien, die das öffentliche Leben mitgestalten. ERZÄHLERIN Eine Chance für Nunavut, aber im Moment vor allem eine große Heraus-forderung ist, dass hier die jüngste Bevölkerung Kanadas lebt. Rund ein Drittel der Nunavummiut sind unter 14 Jahre alt – doppelt so viele wie im übrigen Kanada. Und Teenagermütter sind keine Seltenheit. (15. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Langsam wird es besser. Bildung wird das ändern, denn je höher der Bildungsstand, desto eher bekommt jemand erst ein Kind, wenn auch der Unterhalt gesichert ist. MUSIK 10 "BROODING" - ALBUM: BLOOD (ORIGINAL MOTION PICTURE SOUNDTRACK) - KOMPONIST UND AUSFÜHRENDER: DANIEL PEMBERTON - LÄNGE: 0'59 ERZÄHLERIN Viele Jugendliche leben allerdings in den oft großen Inuit-Familien sehr beengt, was den Lernerfolg nicht fördert. Denn das starke Bevölkerungs¬wachstum geht einher mit einer dramatischen Wohnungsnot. Die übliche Wohnbebauung besteht aus Holz-Fertighäusern – und manchmal leben mehrere Generationen, zehn oder mehr Menschen, in einem Vierzimmer-Haus. Oder, weil wirklich kein Platz mehr ist, sogar in Zelten oder Holzschuppen. Wohnungsbau ist eines der drängendsten Probleme, das die Regierung von Nunavut lösen muss – denn fast alle Häuser gehören der öffentlichen Hand. Häuser zu bauen ist in der Arktis allerdings besonders schwierig: Erstens gibt es dort kein Material für den Hausbau; alles muss per Schiff aus dem Süden herangeschafft werden. Und zweitens ist der Baugrund Permafrost, also Dauerfrostboden. Ein beheiztes Haus würde ihn auftauen – und im Sommer wird er ohnehin weich. (16. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Häuser müssen auf Stahlstützen stehen. Die Kosten steigen immens – laut der Nunavut-Hausbau-Gesellschaft auf mehr als 900.000 Dollar für eine einfache Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung. ERZÄHLERIN Das sind mehr als 620-tausend Euro. Aber Nunavut braucht nicht nur mehr Häuser für die jetzige Bevölkerung. Sondern auch für Fachleute, die jetzt vor Ort jene Aufgaben übernehmen, die bisher in der kanadischen Hauptstadt Ottawa erledigt wurden. Viele Menschen werden dafür nach Iqaluit kommen müssen. Denn es fehlt an qualifizierten Einheimischen. (17. ZUSP.) DENNIS PATTERSON OVERVOICE MÄNNLICH Leider sind vor allem Inuit arbeitslos. Zwar entwickelt sich eine neue Mittelklasse, bei Schul- und Universitäts-Abschlüssen gibt es einen langsamen Fortschritt. Aber das Bildungssystem ist nicht richtig zweisprachig mit Inuktitut und Englisch, und das ist wohl der Grund dafür, dass viele keinen High-School-Abschluss machen oder gar studieren. Deshalb gibt es nicht genug Inuit, die in der Krankenpflege, als Juristen, Ärztinnen, Geologen, im Finanz-Management oder für die Regierung arbeiten können. MUSIK 11 "Inuugannuk" - Album: Nunarjua Isulinginniani - Komponist: Terry Uyarak & Andrew Morrison - Ausführender: Länge: 1'02 ERZÄHLERIN Die Jugend ist da – sie braucht eine Chance, sich zu qualifizieren und ihr Land, Nunavut, selbst in die Zukunft zu führen. Auch um diese gewaltigen Aufgaben zu bewältigen, können sich die Nunavummiut auf traditionelle Werte besinnen. Auf einen Begriff, der Mut macht und Zuversicht gibt: Ajuinnata. Er bedeutet: widerstandsfähig zu sein, dabei innovativ und anpassungsfähig. Auf jeden Fall: nicht aufzugeben, auch in schwierigen Situationen. Mit „ajuinnata“ könnte es den Nunavummiut tatsächlich gelingen, Kultur, Traditionen und Werte eines arktischen Jäger- und Sammler-Volkes zu vereinen mit dem Leben im 21. Jahrhundert.

  • Das Kreuz - Zeichen des Widerspruchs und der Befreiung

    17.04.2025 · 23 Min.

    Die einen lehnen das Kreuz als Symbol einer blutigen Sühnopfertheologie ab, andere schätzen das Kruzifix als Zeichen der Solidarität mit den Elenden und Verfolgten, als Trost für leidende und sterbende Menschen. Von Christian Feldmann (BR 2014) Credits Autor dieser Folge: Christian Feldmann Regie: Christiane Klenz Es sprachen: Caroline Ebner, Rainer Bock, Stefan Wilkening Technik: Birgit Vetter Redaktion: Bernhard Kastner Interviewpartnerin dieser Folge: Claudia Janssen (Dr.; Professorin; Hannoveraner Studienzentrum für Genderfragen der Evangelischen Kirche Deutschlands) Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Der Prozess Jesu - Ein ungelöster Fall? JETZT ANHÖREN Die Heilige Helena - Die Kreuzauffinderin JETZT ANHÖREN Arma Christi - Leidenswerkzeug zur frommen Andacht JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN

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