
Manchmal braucht Bodenforschung einen Sturm auf Bestellung, um zu sehen, was der Wind mitnimmt. Christoph und Lea gehen der Frage nach, ob der kasachischen Steppe ein neuer Dust Bowl droht.
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Thema: Vom Winde verweht
Christoph und Lea nehmen euch mit in die Steppe Nordkasachstans und fragen, ob dort ein neuer Dust Bowl droht. In den 1930er-Jahren wurde in den Great Plains der USA großflächig Grasland zu Acker umgebrochen, die Bewirtschaftung passte nicht zum Boden, und als eine schwere Dürre kam, verursachten Staubstürme verheerende Bodenerosion. Heute wird in Kasachstan wieder Steppe umgebrochen, und Klimamodelle sagen zunehmende Trockenheit voraus.
Ein Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollte es genau wissen. Die Forschenden haben untersucht, wie sich die Stabilität der Bodenaggregate verändert, wenn aus Grasland Acker wird [Koza et al. 2022] (https://doi.org/10.1111/ejss.13304). Dann haben sie einen mobilen Windkanal, von denen es weltweit nur wenige gibt, direkt auf die Äcker gebracht und dort eine Stunde lang Sturm erzeugt [Koza et al. 2024] (DOI: 10.1016/j.still.2023.105941). Christoph und Lea erklären, wie ein Bodenteilchen überhaupt in die Luft kommt [Zobeck & Van Pelt 2011] (https://doi.org/10.2136/2011.soilmanagement.c14), warum Winderosion so oft unbemerkt bleibt [Mueller et al. 2026] (https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-032-09836-8_14) und warum die Aggregate der Schlüssel sind.
Das Ergebnis überrascht: Die frisch umgebrochene Steppe hält zunächst erstaunlich gut. Ihren Halt verliert sie erst durch die Bodenbearbeitung danach, schon bei reduzierter Bearbeitung und auch ohne Humusverlust. Am meisten Boden fliegt dort weg, wo die Aggregate zerstört sind: in Fahrspuren und auf einem jungen Maisfeld, unter dessen lichtem Bestand der Wind fast ungebremst hindurchbläst. Und unterhalten sich was Landwirtinnen und Landwirte tun können, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.