SC213 SoilTalk: Warum liegt hier eigentlich Stroh?
Soilcast
21.10.2026
48 min
Beschreibung
Die Bedeutung von Stroh für den Kohlenstoffspeicher des Bodens

Heute geht es um den Einfluss von Stroh auf den Kohlenstoffgehalt ackerbaulich genutzter Böden.

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Thema: Stroh.

In der [Studie von Seitz et al. (2026)](https://doi.org/10.1007/s11104-026-08871-3) geht es um den Einfluss des Stroheintrags auf den Kohlenstoffspeicher von Ackerböden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, was mit Stroh nach der Getreideernte passiert. Generell wird Stroh als Nebenprodukt oder gar Reststoff bezeichnet, da es bei vielen Getreidearten im Zuge der Ernte abfällt, aber nie hauptsächliches Ziel des Anbaus ist. Traditionell wurde und wird ein Teil des Strohs vor allem für die Einstreu von Stallungen genutzt. Insbesondere kleinbäuerliche Betriebe nutzten diesen Kreislauf häufig. Ebenso wurde und wird ein weiterer Teil (ca. 61 %) wieder in den Boden eingearbeitet. Dieser Anteil ist ein wichtiger Beitrag zum Management des Kohlenstoffspeichers, wie beispielsweise eine große [Langzeitstudie von Gocke et al. (2023)](https://doi.org/10.1016/j.geoderma.2023.116616) belegte. Was passiert aber nun, wenn plötzlich ein (unerwarteter) Nutzungsdruck entsteht? Stroh erlebt als Dämmstoff und perspektivisch als Ersatz fossiler Brennstoffe eine verstärkte Nachfrage. Das Autor*innenteam modelliert in der Studie der Woche die Auswirkungen von weniger Stroh, das auf Ackerflächen verbleibt. Je nach Intensität der zusätzlichen Strohabfuhr wurden bis zu -21 % an C Input (bei vollständiger Abfuhr allen Strohs) modelliert, in diesem Szenario wäre ein Verlust 0,15 ± 0,20 t pro ha pro Jahr an organischem Kohlenstoff zu verzeichnen – eine Verdreifachung zum aktuellen Stand. Wir merken hieran: Selbst bei der aktuellen Nutzung weisen landwirtschaftliche Flächen somit eine negative Bilanz auf. Die Verluste entsprechen hochskaliert auf Deutschland derzeit etwa 2,5 Mt CO2 pro Jahr und würden bei der vollständigen Entnahme auf bis zu 7,2 Mt CO2 pro Jahr ansteigen.

Ein Lichtblick in diesem Kontext könnte aber gerade doch die – kurzfristige – Strohabfuhr darstellen. Wie das Autor*innenteam in einem (Konferenzpaper)[ https://doi.org/10.5194/egusphere-egu26-19411] nachlegt, wäre gar eine Zunahme und Wiederauffüllung der Kohlenstoffspeicher möglich, wenn aus Stroh Pflanzenkohle gewonnen werden, und diese dann wieder zurückgeführt würde.