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Update zur Frankreichwahl: Die zerrissene Grande Nation

07.07.2024 · 9 Min.

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Über diese Folge

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Frankreich am Sonntag könnte der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen als Sieger hervorgehen. In knapp 500 französischen Wahlkreisen finden Stichwahlen statt, in den meisten liegen Kandidaten der RN und der linksgrünen Neuen Volksfront vorn. Die Kandidaten des Rassemblement National sind zum Teil offene Holocaustleugner und Rassisten – und doch stoßen die extrem rechten Ansichten der Partei bei den französischen Wählerinnen und Wählern auf Zuspruch. Im ersten Wahlgang konnten die Rechtspopulisten 34 Prozent der Stimmen erzielen. Wie konnte die extreme Rechte in Frankreich so erfolgreich werden? Und welche Rolle spielt dabei das Selbstverständnis der Französinnen und Franzosen, einer Grande Nation, also einer großen Nation, anzugehören? 

Die Machtverhältnisse haben sich in Frankreich über die Jahrzehnte verändert, sagt Annika Joeres, ZEIT-ONLINE-Autorin in Frankreich. Im Podcast begründet sie den Aufstieg der Rechten mit der Entfremdung zwischen den Bürgern auf dem Land und der politischen Blase in Paris und mit der verletzten französische Seele.

Moderation und Produktion: Elise Landschek

Mitarbeit: Olga Ellinghaus

Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.

 

Weitere Links zur Folge: 

Neuwahlen in Frankreich: Die französische Seele ist verletzt

Parlamentswahl in Frankreich: Wie Linke und Liberale den RN im zweiten Wahlgang stoppen wollen

 

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Weitere Folgen

  • Wahlüberraschung in Frankreich

    08.07.2024 · 15 Min.

    Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat am Sonntag überraschend das linke Bündnis Neue Volksfront (NFP) gewonnen. Der rechtsextreme Rassemblement National (RN), der im ersten Wahlgang am 30. Juni mit großem Abstand gewonnen hat, ist auf den dritten Platz zurückgefallen und wird nicht, wie viele befürchtet hatten, die Regierung übernehmen können. Auf dem zweiten Platz liegt – auch das ist eine Überraschung – das Regierungsbündnis von Präsident Emmanuel Macron. Ist das jetzt die Rückkehr der französischen Linken? Nicht ganz, sagt unser Frankreichkorrespondent Matthias Krupa. Und da keine der Parteien oder Bündnisse die absolute Mehrheit erreicht hat, wird die Regierungsbildung sehr schwierig. Auch für Präsident Emmanuel Macron ist die Lage sehr schwierig. Menschen in Deutschland, die Bürgergeld beziehen, sollen künftig einen Arbeitsweg von bis zu drei Stunden pro Tag akzeptieren müssen. Darauf hat sich die Koalition während ihrer Verhandlungen zum Haushaltsentwurf für das kommende Jahr geeinigt. Bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden pro Tag sollen die Menschen für ihre neue Arbeitsstelle eine Pendelzeit von insgesamt drei Stunden hinnehmen müssen. Wer weniger arbeitet, soll bis zu 2,5 Stunden für den täglichen Arbeitsweg in Kauf nehmen müssen. Bisher beträgt die zu akzeptierende Pendelzeit jeweils 30 Minuten weniger. Anne Jeschke, Redakteurin im Arbeitsressort bei ZEIT ONLINE, ordnet im Podcast ein, ob die neue Maßnahme zumutbar ist. Und ob es nicht dringendere Baustellen beim Bürgergeld gegeben hätte. Und sonst so? Bestimmte Ameisen haben ein ausgeklügeltes Gesundheitssystem. Sie amputieren sogar Gliedmaßen. Moderation und Produktion: Simone Gaul Mitarbeit: Lisa Pausch und Paulina Kraft Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Weitere Links zur Folge: Liveblog: Parlamentswahl in Frankreich Ergebnisse der Frankreich-Wahl: Die Brandmauer hält Wahl in Frankreich: Linksbündnis liegt überraschend vorn Wachstumsinitiative: Bürgergeldempfänger sollen künftig längeren Arbeitsweg akzeptieren Bürgergeld: Als wenn der Arbeitsweg das Problem wäre Studie: Macht das Bürgergeld faul? Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Hier können Sie unser unser Podcastabo kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.

  • Macron sucht Verbündete, doch die sind zerstritten

    07.07.2024 · 15 Min.

    Nachdem die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen den ersten Wahlgang am vergangenen Wochenende gewonnen hat, gehen die vorgezogenen Parlamentswahlen in Frankreich am Sonntag in die zweite Runde. Um einen Sieg der Rechten zu verhindern, haben sich Präsident Macrons Partei Ensemble und das linke Bündnis Neue Volksfront zu einer republikanischen Front zusammengeschlossen. Mehr als 200 Kandidatinnen und Kandidaten aus dem linken, grünen und sozialdemokratischen Lager haben sich zurückgezogen mit dem Ziel, dem RN eine absolute Mehrheit zu erschweren. Wie wahrscheinlich ein Sieg der französischen Rechtsextremen trotz des taktischen Rückzugs ist und was passiert, wenn es bei der Stichwahl keine absolute Mehrheit gibt, berichtet Annika Joeres, Autorin für ZEIT ONLINE in Frankreich. Auch im Iran kam es an diesem Wochenende zu vorgezogenen Neuwahlen. Mit knapp 53 Prozent der Stimmen hat der moderate Massud Peseschkian die zweite Runde der iranischen Präsidentschaftswahlen gewonnen. Der 69-Jährige kommt aus dem Lager der Reformer und will sich unter anderem für mehr Vertrauen zwischen Regierung und Bevölkerung und bessere Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen einsetzen. Michael Backfisch ist ZEIT-ONLINE-Autor für internationale Politik und ordnet im Podcast ein, was die Präsidentschaft Peseschkians für die Menschen im Iran bedeutet. Und sonst so? "Okay" ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Wörter. Moderation und Produktion: Elise Landschek Mitarbeit: Anne Schwedt, Olga Ellinghaus Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Weitere Links zur Folge: Parlamentswahl in Frankreich: Erst Feind, jetzt Freund Parlamentswahl in Frankreich: Wie Linke und Liberale den RN im zweiten Wahlgang stoppen wollen Iran: Systemkritiker mit Samthandschuhen Teheran: "Du hast ihn gehasst, aber für uns war er ein Diener des Volkes" Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Hier können Sie unser unser Podcastabo kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.

  • Spezial: "Mir bleibt ja nichts anderes übrig, als den Rassemblement zu wählen"

    06.07.2024 · 30 Min.

    In Frankreich steht am Sonntag die Stichwahl der Parlamentswahlen an. Und zum ersten Mal könnten auch in der Bretagne rechtspopulistische Abgeordnete des Rassemblement National (RN) gewählt werden. Denn die exception bretonne, die bretonische Ausnahme, gibt es nicht mehr. Lange galt die Region als unempfänglich gegen die Ideen der Rechtspopulisten. Aber in der traditionell links und konservativ wählenden Region im Nordwesten des Landes ist der Frust groß. In dieser Podcastfolge gehen wir auf eine Reise in die Bretagne. Genauer: in den vierten Wahlkreis des Départements Côtes-d'Armor. Bisher stellte der Wahlkreis eine linke Abgeordnete. Jetzt hat der Kandidat des Rassemblement im ersten Wahlgang die Mehrheit bekommen. Wie kommt das? In einer Bar in Callac treffen wir Catherine und Paulo, die sich beklagen, dass alles zu teuer geworden ist. Das Geld vieler Menschen reiche nicht mehr zum Leben. Supermärkte schließen, die Dörfer verfallen. Liberté, égalité, fraternité? Das gibt es nicht mehr, sagt Catherine. Die Franzosen und Französinnen sind gekränkt und wütend. Die junge Aktivistin Marie-Alice will sich dafür einsetzen, dass die Leute mehr darüber sprechen, wie es ihnen geht, sie sagt, wenn man verstehen will, warum die Leute RN wählen, ist das wichtig. Gefühle, sagt auch die Politikwissenschaftlerin Claire Demesmay, spielten in diesem Wahlkampf eine große Rolle. Für Mathieu, den Kuhzüchter in seinem kleinen Dorf, spielt vor allem eine Rolle, ob er von seiner Arbeit einigermaßen gut leben kann. Und ob er seine Arbeit so machen kann, wie er es gerne tut. Er hält seine Kühe draußen, auf der Weide, sie ernähren sich von Gras, wachsen deshalb langsamer als ihre Artgenossinnen in den Mastställen. Aber, sagt Mathieu, das sei nicht mehr rentabel. Wenn er sich zwischen links und rechtsextrem entscheiden müsse, sagt Mathieu, dann wähle er eben rechtsextrem. Zum ersten Mal in seinem Leben. Moderation und Produktion: Simone Gaul Redaktion: Elise Landschek Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Hier können Sie unser unser Podcastabo kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.

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