WDR 3 Meisterstücke

Westdeutscher Rundfunk
350
15.10.2026
Beschreibung
Eine unterhaltsame Reise durch das faszinierende Universum der klassischen Musik - für Liebhaber und Neueinsteiger. Michael Lohse und sein Team erzählen die Geschichten hinter den Meisterwerken: Pointen, Fakten, Hintergründe.

Noch keine Episoden ausgewertet.

Episoden
  1. Gerade mal ein paar Monate lebt Schumann in Düsseldorf und schon schenkt er dem Rheinland seine inoffizielle Hymne: den Anfang der "Rheinischen ". Er schreibt die Symphonie in wenigen Wochen wie im Rausch - beflügelt vom beruflichen Neuanfang und inspiriert von einem Besuch im Kölner Dom. (Autor: Michael Lohse)

  2. Ein Graf hat Schlafstörungen und lässt sich deshalb regelmäßig von einem Mann namens Goldberg auf dem Cembalo vorspielen. Bach wiederum schreibt für diesen Goldberg auf Wunsch des Grafen eines der gewaltigsten Variationswerke der Musikgeschichte. (Autor: Christoph Vratz)

  3. Für Pianisten ist Franz Liszt ein Idol: als Virtuose, als visionärer Komponist und in puncto erotischer Ausstrahlung. Mit seinem Charisma bezauberte er die Damenwelt. Eines seiner bekanntesten Stücke heißt passenderweise "Liebestraum" - da glühen die Tasten vor sanfter Ekstase... (Autor: Michael Lohse)

  4. Die Klaviersonate Op. 13 in c-Moll hat Beethovens Image geprägt wie kaum ein zweites Werk: Der Kämpfer, der dem Schicksal in den Rachen greift. Er schreibt das dramatische Werk mit 27, als sein Kampf gegen die Taubheit beginnt. Die wunderschöne Melodie des Adagio wurde zum Welthit. (Autor: Michael Lohse)

  5. Wer wissen will, was Mozart mit dem Tango-Musiker Carlos Gardel gemeinsam hat, höre dieses Rondo des 25-jährigen. Es markiert einen Meilenstein in Mozarts Entwicklung vom Hofmusiker zum freien Künstler. Autor: Mercks

  6. "Air on the G String" zählt zu den beliebtesten Melodien der Musikgeschichte. Dabei ist dieser Hit gar kein eigenes Werk, sondern nur ein Satz aus Bachs Orchestersuite Nummer 3. Aber wo sind die anderen Sätze geblieben? Und was macht Bachs Air so unglaublich populär? (Autor: Mercks)

  7. Ein Superhit im Dreivierteltakt ist dieser Walzer von Johann Strauß. "Alles, was über das Thema Wien Schmeichelhaftes gesagt werden kann", habe der Komponist in die geniale Anfangsmelodie gepackt, lobte sogar der gestrenge Kritiker Eduard Hanslick. 1872 führt Strauß seine Hommage an die Donau in den USA gleich mit 20.000 Sängern auf. (Autor: Mercks)

  8. 02.04.2020
    13 min

    Mit "Finlandia" landete der junge Sibelius 1899 einen patriotischen Superhit im russisch besetzten Finnland. Dabei war das Stück eigentlich nur der letzte Satz einer Orchestersuite, die für Solidaritätskonzerte mit der unterdrückten Presse in Helsinki geschrieben wurde. Doch schnell avancierte das effektvolle Werk zur inoffiziellen Nationalhymne. (Autor: Lohse/Quiring)

  9. 26.03.2020
    13 min

    Janáčeks Oper von 1903 hat das Zeug zum Horrorfilm: Sex, Wahnsinn und Gewalt auf einem mährischen Dorf. Das packende Werk mit seinen faszinierenden Frauenfiguren schreibt der Komponist in einer Zeit schwerer Schicksalsschläge. Die Premiere am Prager Nationaltheater lässt lange auf sich warten, dann wird sie zum Sensationserfolg. (Autor: Lohse)

  10. Gustav Mahler war abergläubisch. Die Zahl 9 machte ihm Angst. Einfach zu viele seiner Kollegen waren über ihre 9. Symphonie nicht hinausgekommen. So nannte er seine neue Symphonie lieber "Das Lied von der Erde". Der Liederzyklus nach chinesischen Gedichte zählt zu dem Persönlichsten und Ergreifendsten, das Mahler je komponiert hat. (Autor: Vratz/Lohse)

  11. Die Arpeggione ist eigentlich eine Rarität aus dem Instrumenten-Museum und wäre ohne Franz Schubert sicher längst vergessen. Der komponierte 1824 eine Sonate, um die neuartige Mischung aus Cello und Gitarre zu promoten. Es wurde eines seiner liebenswertesten Kammermusikwerke, in dem sich beschwingte Melodien und melancholische Abgründe abwechseln. (Autor: Mercks)

  12. 1921 will der junge Exilant Sergej Prokofjew es wissen: In Chicago spielt er die Premiere seines 3. Klavierkonzerts. Auch wenn ihn die Reaktionen der Amerikaner enttäuschen, heute ist das mitreißende Werk mit Jazzanklängen, russischen Melodien und groteskem Humor eines der beliebtesten Klavierwerke der Neuen Musik. (Autor: Quiring/Lohse)

  13. Mit seinem Requiem hat Brahms mit allen Konventionen der Kirchenmusik gebrochen. Er pfeift auf die Liturgie und stellt sich aus Bibelzitaten seinen eigenen Text zusammen. Die Uraufführung des ergreifenden Werks im Bremer Dom markiert für den jungen Komponisten den internationalen Durchbruch. (Autor: Lohse)

  14. Mit enttäuschter Liebe ist nicht zu spaßen. Erst verehrt Beethoven seine 3. Sinfonie voller Begeisterung Napoleon, den er als Revolutionär bewundert. Dann krönt sich Napoleon zum Kaiser und Beethoven zieht seine Widmung wütend wieder zurück. Die Musik aber darf man weiter als revolutionär bezeichnen samt Trauermarsch und hymnischem Finale.

  15. 8 Sinfonien hat Schubert komponiert. Doch ausgerechnet seiner "Unvollendeten" gehört die Liebe des Publikums, obwohl sie nur zwei Sätz hat. Ergreifende Bekenntnismusik schreibt der 25jährige Komponist: so düster, als ahnte er seinen frühen Tod voraus. (Autor: Vratz/Lohse)

  16. "The Emperor" - diesen Beinamen hat ein cleverer Verleger dem Konzert gegeben, weil manches an Militärmusik erinnert. Tatsächlich schrieb Beethoven das Werk unter dem Eindruck der französischen Besatzung Wiens. Trotzdem enthält es eine der schönsten lyrischen Melodien, die Beethoven geschrieben hat. (Autor: Quiring/Lohse)

  17. Von wegen Freude schöner Götterfunken - in finanzieller Hinsicht ist die Uraufführung ein Desaster. Beethoven ist am Boden zerstört. Viele Kritiker können mit dem Finale nichts anfangen - halb Kantate, halb Sinfonie. Dabei packt er in seine letzte Sinfonie die Summe seiner kompositorischen Erfahrungen und sprengt die Grenzen der klassischen Sinfonik. (Autor: Lohse/Vratz)

  18. Das Feuerwerk selbst war ein Desaster. London ertrank wie üblich im Dauerregen und dann fing auch noch die Bühnenkulisse Feuer. Doch Händels meisterhafte Festmusik aus dem Jahr 1748 ging um die Welt und liefert bis heute den perfekten Soundtrack zum Jahreswechsel. (Autor: Mercks)

  19. Erst im Rentenalter komponiert César Franck seine erste und einzige Symphonie, die auf geniale Weise französischen Charme mit absoluter Musik à la Beethoven verbindet. Den Erfolg seines Werks in den Konzertsälen kann er nicht mehr genießen: Ein Jahr nach der Uraufführung 1889 stirbt er in Paris nach einem Verkehrsunfall. (Autor: Lohse)

  20. Wer war Elise? Darüber rätseln Beethoven-Forscher bis heute. Fest steht: Das Drei-Minuten-Werk ist eines der berühmtesten Klavierstücke überhaupt und seinem Charme können auch noch so krude Arrangements nichts anhaben.