WDR 3 Meisterstücke

Westdeutscher Rundfunk
350
15.10.2026
Beschreibung
Eine unterhaltsame Reise durch das faszinierende Universum der klassischen Musik - für Liebhaber und Neueinsteiger. Michael Lohse und sein Team erzählen die Geschichten hinter den Meisterwerken: Pointen, Fakten, Hintergründe.

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Episoden
  1. Sie war 16 und er 31... Beethoven hat sich verliebt in seine Klavierschülerin Giulietta Guiccardi und widmet ihr seine Mondscheinsonate, auch wenn das Stück damals noch nicht so heißt. Erst nach Beethovens Tod gab ein Musikkritiker dem kühnen Werk mit dem berühmten langsamem Anfangssatz, dass viele Komponisten der Romantik inspirierte, seinen Namen. (Autor: Quiring/Lohse)

  2. Verdis Requiem war eine schwierige Geburt: Erst wollte der Komponist mit zwölf Kollegen eine Totenmesse für Rossini schreiben. Doch die Aufführung kam nicht zustande. Jahre später greift er den Plan und schreibt ein Requiem für den Dichter Alessandro Manzoni. Darin zieht der 60jährige alle Register Dramatik und Emotion pur - fast wie in der Oper. (Autor: Vratz/Lohse)

  3. 21.11.2019
    13 min

    Gäbe es einen Wettbewerb für das irrwitzigste Werk der Musikgeschichte, Ives Vierte wäre ein Top-Favorit: ein Chor ohne Text, ein absichtlich verstimmtes Klavier und ein Streichensemble, das möglichst weit vom Orchester weg sitzen soll. In dem Schlüsselwerk zieht Ives ein Fazit seiner musikalischen Ideen. (Autor: Mercks/Lohse)

  4. Zeitdruck hat auch sein Gutes: Gerade mal 17 Tage blieben dem französischen Komponisten bis zum Konzert seines Freundes Anton Rubinstein, für das er mal eben ein neues Klavierkonzert angekündigt hatte. Trotzdem gelang ihm ein großer Wurf voller Charme und technischer Gemeinheiten, an denen Pianisten weit länger als 17 Tage zu üben haben... (Autor: Quring / Lohse)

  5. Auf Spaziergängen am Rande des Wiener Walds ließ sich Beethoven zu seiner Sechsten inspirieren, die so ganz ist als seine anderen Sinfonien: Der Komponist ahmt Vogelstimmen nach und statt auf Dramatik setzt er auf Atmosphäre und Lichtwechsel. Das Werk ist ein Fest für die Sinne und markiert die Geburtsstunde der Programmmusik. (Autor: Michael Lohse)

  6. Mit Anfang 20 kommt Chopin als Flüchtling nach Paris. Aufgewühlt von den Nachrichten aus der polnischen Heimat, wo die russischen Besatzer einen Aufstand blutig niederschlagen, beginnt er mit der Arbeit an seiner Ballade. Ein pianistischer Meilenstein, der mit seiner kühnen Harmonik Richard Wagner vorwegnimmt. (Autor: Lohse)

  7. Michael Lohse forscht nach den Geheimnissen von Brahms raffiniertem Spätwerk: Heute können Konzertbesucher die Themen seiner Vierten mitsingen, doch die Zeitgenossen reagierten skeptisch: angeblich zu spröde und verkopft,sei das Werk. Zudem musste sich der Komponist vorwerfen lassen, ihm falle nichts ein.

  8. So bekannt - und doch auch wieder nicht. Wenig weiß man über die Umstände, unter denen Mozart 1787 eine der populärsten Klassik-Melodien überhaupt schuf. Eigentlich grübelt er 1787 gerade über seiner Oper "Don Giovanni". Nebenbei schreibt er eine Serenade, die mit rund 100jähriger Verspätung zum Welthit avanciert... (Autor: Mercks/Lohse)

  9. Ist das nun amerikanische Musik? Oder doch eher böhmische? Auf jeden Fall lässt sich Anton Dvořák in seinem berühmtesten Streichquartett von der Natur Amerikas inspirieren. Er komponiert es 1893 in Spillville, einem Dorf in Iowa, wo er bei Landsleuten seinen Sommerurlaub verbringt - ein musikantisches Feuerwerk der Lebensfreude. (Autor: Vratz/Lohse)

  10. Wäre Mussorgski an jenem Tag im Frühjahr 1874 nicht auf die Ausstellung eines Freundes gegangen, seinen Weltruhm hätte er vermutlich abschreiben können. So aber ließ er sich von den Bildern zu seinem genialen Klavierzyklus inspirieren, der so oft bearbeitet wurde, wie kaum ein anderes Werk der klassischen Musik. (Autor: Quiring/Lohse)