1000 Antworten

SWR
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21.10.2026
Beschreibung
Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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Episoden
  1. Silikonfugen werden von Mikroorganismen besiedelt Die braune Verfärbung ist typisch für Silikonfugen. Die Silikonfugen können von Mikroorganismen besiedelt werden, von Schimmelpilzen, aber auch von Hefen. Die fressen das Substrat oder die Hautschuppen des Menschen, die da drauf fallen, oder auch die Duschgel-Rückstände – das weiß man. Braune Fugen sind vor allem ein ästhetisches Problem Es gibt Silikon, das "antimikrobiell ausgerüstet" ist. Das verzögert diesen Effekten ein bisschen. Allerdings ist es tatsächlich mehr ein ästhetisches als tatsächlich ein gesundheitliches Problem.

  2. Den Ausdruck kennen wir von Karl May und aus vielen Western. Man hat ihn den Indianern "untergeschoben", die gerne eine bildreiche Sprache verwenden. Die gespaltene Zunge bezieht sich auf die Schlange. Diese Tiere haben ja tatsächlich häufig eine vorne etwas verzweigte Zunge, weil sie mit der Zunge sehr viel wahrnehmen. Für uns erscheint das, als würde jemand nicht grade und klar bei einer Wahrheit bleiben, sondern als würde er das eine sagen und das andere meinen. In China sagt man "Honigmelonenlippen – Bittermelonenherz". Also: "Pass auf, was der sagt, der spricht mit gespaltener Zunge, wie eine Schlange". Außerdem sind wir hier natürlich auch bei der Schöpfungsgeschichte, beim Teufel.

  3. Banken rechneten seit 1979 mit dem ECU Der genaue Euro-Kurs wurde am Tag der Einführung des Euro als Buchgeld festgelegt, d.h. am 1.1.1999. Der Wert des Euro war nicht aus der Luft gegriffen, sondern der Euro hatte einen Vorläufer, den ECU – die European Currency Unit (Europäische Währungseinheit). Den ECU hatten wir zwar noch nicht im Portemonnaie, aber auf der Ebene der europäischen Banken wurde damit bereits seit 1979 gerechnet. Und als 20 Jahre später der Euro eingeführt wurde, wurde der Wert des ECU einfach 1:1 als Euro fortgeführt. Wie wurde der Kurs des ECU festgelegt? Das Prinzip war das des Währungskorbs. Man kann es mit einem Obstkorb vergleichen: Im Obstkorb sind verschiedene Früchte. Die Früchte – Äpfel, Birnen, Bananen – haben jeweils einen eigenen Kilopreis. Und aus der Summe ergibt sich der Wert des Obstkorbs. So hat man es auch mit den Währungen gemacht: Man stellte sich einen großen Korb vor und hat dort fiktiv Geld von allen Ländern, die am Europäischen Währungssystems teilgenommen haben, hineingetan: D-Mark, französische Francs, italienische Lira usw. Die verschiedenen Währungen waren dabei aber nicht gleichwertig, sondern wurden gewichtet. Zum Beispiel ein Drittel des gesamten Währungskorbs wurde durch die DM bestimmt, weil Deutschland eine große, starke und damit wichtige Volkswirtschaft war. Das irische Pfund dagegen hat am ECU nur ein Prozent ausgemacht. Diese verschiedenen Währungen gewichtet ergaben zusammen einen ECU. Das musste später etwas angepasst werden, denn es kamen weitere Länder und damit weitere Währungen dazu. Aber das Prinzip wurde beibehalten. 1999 wurde der Wert des ECU dann 1:1 als Euro übernommen. An Silvester 1998 vormittags um 11 gab es eine Telefonkonferenz der Notenbankchefs der europäischen Staaten. Da wurden noch mal die einzelnen Währungen untereinander auf 5 Stellen hinterm Komma verglichen und darauf wurde dann für jede Währung der endgültige Umrechnungskurs zum Euro festgelegt. Warum wurde der ECU so festgelegt? Man hätte ja mehr oder weniger "Obst" in den Korb tun können? Das hätte man machen können, denn letztlich ist es egal, wie hoch man den absoluten Wert ansetzt. Hauptsache, das Verhältnis der Währungen untereinander stimmt. Jetzt müssen wir noch ein bisschen weiter zurückgehen. Denn auch der ECU hatte eine Art Vorgänger; der nannte sich "Europäische Rechnungseinheit" (ERE). Das war eine Einheit, die bereits Anfang der 1970er-Jahre eingeführt wurde, um eine einheitliche Messlatte zu haben, mit der man die verschiedenen europäischen Währungen vergleichen konnte. Diese Europäische Rechnungseinheit wurde Anfang der 1970er-Jahre in Parität zum Dollar definiert. Also ursprünglich war eine ERE gleich einem Dollar. 1979, als der ECU als Währungskorb eingeführt wurde, hat man diesen Korb so gepackt, dass alle Währungen zusammen den Wert von einer Europäischen Rechnungseinheit bildeten. Wenn man also fragt, warum wir einen Euro haben, der ungefähr 2 Mark entspricht und nicht 10 Mark oder 100 Mark, dann liegt das daran, dass der Vorvorgänger des Euro dem Dollar gleichgesetzt wurde.

  4. Glühwürmchen glühen nicht, sondern erzeugen "Kaltes Licht" Mit Chemie! Das ist ein Beispiel, wie die Natur dem Menschen mal wieder weit voraus war. Der Name Glühwürmchen ist nämlich irreführend – Glühwürmchen glühen überhaupt nicht. Glühen heißt ja, dass etwas so heiß wird, dass es leuchtet. Wie eben heiße Kohle oder auch der Draht in der Glühlampe. Die Glühlampen wurden nach und nach verboten. Warum? Weil sie so uneffektiv sind: Die meiste Energie wird in Wärme umgewandelt, nur 5 Prozent in Licht. Deswegen sage ich: Die Glühwürmchen waren dem Menschen voraus, weil sie nicht glühen, sondern die Energie viel effizienter nutzen. Sie erzeugen nämlich sogenanntes "Kaltes Licht" – Das ist das gleiche Prinzip, das die Menschen erst seit 20 Jahren bei den sogenannten LEDs nutzen, also den Leuchtdioden, die jetzt zunehmend Verbreitung finden – dieses Prinzip verwenden die Glühwürmchen bereits seit Jahrmillionen. Physikalisch passiert dabei Folgendes: Wenn man Atomen Energie zufügt, werden sie angeregt. Ihre Elektronen springen dann auf ein höheres Energieniveau. Dort bleiben sie aber nur winzige Sekundenbruchteile. In dem Moment, wenn sie wieder auf das alte Niveau zurückfallen, wird die entsprechende Energie in Licht umgewandelt. Und genau das passiert sowohl in den Leuchtdioden als auch im Glühwürmchen. Glühwürmchenlicht: kühl wie ein LED-Lämpchen Das Licht der Glühwürmchen wirkt auch recht kühl, eben ähnlich wie bei LED-Lämpchen; es ist die gleiche Art von Licht. Der Unterschied besteht darin, wie die Atome angeregt werden. Bei den LEDs geht das mit elektrischem Strom, bei den Glühwürmchen wird die Energie chemisch erzeugt, durch chemische Reaktionen. Gar nicht teuflisch: Wenn Luciferin mit Luciferase reagiert Und jetzt wird’s schön: Die Glühwürmchen besitzen nämlich eine Substanz, die den teuflischen Namen Luciferin trägt – allerdings nicht deshalb, weil die Substanz was Teuflisches hätte, sondern weil Lucifer ja wörtlich "Licht-Träger" bedeutet. Dieses Luciferin reagiert mit einem entsprechenden Enzym – der Luciferase – und bei dieser Reaktion entstehen diese angeregten Atome. Wenn die sich wieder "abregen", geben sie – wie eben die Leuchtdiode auch – Licht ab. Und zwar hoch effizient: 95 Prozent der dabei verbrauchten Energie wird in Licht umgewandelt – bei der Glühlampe sind es nur 5 Prozent. ... und Würmchen sind sie auch nicht: Das Glühwürmchen ist ein Käfer Die Glühwürmchen leuchten nicht am ganzen Körper, sondern nur das Hinterteil leuchtet. Der Name "Glühwürmchen" ist nämlich noch aus einem anderen Grund falsch – die Glühwürmchen glühen nicht nur nicht – es sind auch keine Würmer, sondern Käfer. Das Hinterteil der Käfer ist transparent. Darauf befindet sich eine Schicht aus Salzkristallen, die das Licht reflektiert. Das ist vergleichbar mit einem Autoscheinwerfer, der eine reflektierende Schicht und eine durchsichtige Scheibe besitzt, die das Licht nach außen lässt. Leuchten lockt die Partner an Mit dem Leuchten locken die Glühwürmchen Partner an. Es gibt Arten, bei denen nur die Weibchen leuchten, bei anderen auch die Männchen. Der Normalfall ist: Laue Sommernacht: Die Weibchen sitzen im Gras oder auf Büschen und leuchten. Dadurch werden die Männchen ganz heiß – es entsteht praktisch ein natürlicher Rotlichtbezirk. Dann begeben sich die Männchen Richtung Weibchen – und zielgenau über dem Weibchen lassen sie sich fallen.

  5. 13.06.2025
    3 min

    Weltweit etwa 7.000 Sprachen Insgesamt gibt es auf der Welt ungefähr 7.000 Sprachen. In Afrika gibt es zum Beispiel nur wenige Länder, die sprachlich homogen sind. Somalia ist wahrscheinlich das einzige, wo es eigentlich nur eine Sprache gibt, vielleicht noch Malawi. In den meisten afrikanischen Ländern gibt es mehrere oder viele Sprachen. Und in etlichen Ländern gibt es sehr viele Sprachen. Allein in Nigeria gibt es über 100, im Kamerun wahrscheinlich ebenfalls. Wir haben in Leipzig einen sehr wichtigen Katalog der Sprachen der Welt entwickelt, den nennen wir "Glottolog" – nach Glotta, dem griechischen Wort für Sprache. Darin gibt es über 7.000 Sprachen. Große Sprachvielfalt vor allem am Äquator Die Sprachenvielfalt konzentriert sich insbesondere um den Äquator herum. Aber so ist es nicht nur in Afrika, das finden wir genauso in Südamerika, auch in der Äquatorialregion. In Amazonien, aber auch in den Anden haben wir sehr, sehr viele verschiedene Sprachen. Am allergrößten ist die Sprachendichte aber in Südostasien, also in Indonesien oder in Borneo. Die absoluten Rekorde finden wir in Neuguinea und auf den Salomoninseln und Vanuatu. Das sind ganz kleine Länder, mit vielen kleinen Inseln, die in den Nachrichten fast nie vorkommen. Hier leben viele arme Menschen; viele leben in Dörfern von 3.000 bis 5.000 Einwohnern – und ihre jeweilige Sprache wird nur in diesem Dorf gesprochen. Warum gibt es in bestimmten Regionen so viele Sprachen? Das ist eine sehr interessante Frage, auf die wir eine interessante Antwort geben können. Man muss die Frage vielleicht umkehren: Warum haben wir in Europa so wenige große Sprachen? Das war in Europa wahrscheinlich auch mal anders, nämlich zu der Zeit, bevor es diese vielen großen Reiche gab. Bevor sich das Römische Reich über ganz Italien ausgebreitet hat, gab es dort ungefähr 20 oder 30 verschiedene Sprachen. Die alten Römer haben darüber geschrieben. Dann hat sich das Lateinische ausgebreitet und die Sprachenvielfalt war weg. So ähnlich war es vermutlich in anderen Teilen Europas auch. Das heißt: Überall dort, wo sich keine großen Reiche ausgebreitet haben, konnte sich die Sprachenvielfalt erhalten – also etwa im Amazonasgebiet oder in Neuguinea, wo die Ausländer erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wirklich eingegriffen haben. Allein in Neuguinea gibt es heutzutage noch an die 1.000 Sprachen.

  6. Hitze erhöht Risiko für psychische Erkrankungen Nicht nur unser Körper arbeitet bei Hitze auf Hochtouren, um uns runterzukühlen, auch die Psyche ist betroffen: Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch das Risiko für psychische Erkrankungen, warnt das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim: Bei Hitze steigt die Zahl der aggressiven Zwischenfälle, es kommt zu mehr Notaufnahmen in Akutpsychiatrien. Und sogar die Zahl der Suizide steigt, wenn es heiß ist. Körper leistet bei Hitze Schwerstarbeit Unser Körper steht ebenfalls unter großem Stress, um zu verhindern, dass das System überhitzt. Unabhängig von der Außentemperstur muss er seine Temperatur konstant auf ca. 37°C halten. Das ist nötig, damit die lebensnotwendigen Stoffwechselprozesse stattfinden können. Steigt die Körpertemperatur zu sehr, dann zerfallen die körpereigenen Proteine. Deshalb leistet der Körper bei Hitze Schwerstarbeit: Die Blutgefäße erweitern sich und vergrößern ihre Oberfläche, um möglichst viel Wärme abgeben zu können. Wasser wird dabei aus dem Blut über die Schweißdrüsen aus dem Körper gepumpt – und wir fangen an zu schwitzen. Die Verdunstung von Schweiß auf unserer Haut kühlt dann unseren Körper herunter; Schwitzen ist unser wirksamster Mechanismus, um nicht zu überhitzen. Doch durch die Erweiterung der Blutgefäße sinkt unser Blutdruck. Das Herz-Kreislauf-System ist dann besonders gefordert. Das Herz muss schneller pumpen und durch die stärkere Hautdurchblutung werden die inneren Organe mit weniger Blut versorgt. Das kann zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Wir fühlen uns schneller erschöpft. Außerdem wird warmes Blut zur Abkühlung in die Extremitäten wie Hände und Füße gebracht. Die können in der Folge anschwellen. Hitze: vor allem Belastung für Kinder, Senioren und Schwangere Gerade für Kinder, ältere Menschen und Schwangere ist Hitze besonders belastend. Kinder schwitzen viel weniger als Erwachsene und können schlechter hohe Außentemperaturen ausgleichen. Ältere Menschen schwitzen ebenfalls zu wenig, denn die Zahl der Schweißdrüsen und die Durchblutung der Haut nimmt mit dem Alter ab. Außerdem nimmt altersbedingt in der Regel auch die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems ab. Und Schwangere sind bei Hitze besonders gefährdet, denn ihr Körper muss sowieso schon eine größere Menge Blut pumpen, um den Fötus mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Bei Hitze steigt auch das Risiko für Frühgeburten. Flüssigkeitsverlust verursacht viele Beschwerden Eine zu hohe Hitzebelastung merken wir häufig durch Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit. Meist hängen die Beschwerden mit dem Flüssigkeitsverlust zusammen, der beim Schwitzen entsteht. Deshalb sollten wir bei Hitze mehr trinken als normal. Außerdem – wenn irgend möglich – sollten wir draußen im Schatten bleiben und die direkte Sonne meiden.

  7. Täglich waschen, aber nicht unbedingt duschen Das Duschen bzw. Waschen ist immer ein bisschen dem Zeitgeist geschuldet. Beim normalen Menschen, der keine schwere körperliche Arbeit verrichtet, ist das tägliche Duschen und Haarewaschen nicht unbedingt notwendig. Wenn man sich täglich wäscht, also körperliche Reinheit einhält, muss das nicht unbedingt durch Duschen erfolgen, sondern man kann sich auch am Waschbecken waschen. Die Häufigkeit der Haarwäsche hängt vom Haartyp ab. Auch wenn man lange Haare nicht täglich waschen möchte, werden sie deshalb nicht unhygienisch. Ist häufiges Haarewaschen sogar schädlich? Durchaus. Genauso wie das häufige Duschen. Bei jedem Duschen wird die Haut strapaziert. Und je nach Seife – wenn diese z. B. Zusätze wie Farb- oder Duftstoffe enthält oder besonders aggressiv ist – wird unser Säureschutzmantel und der Talg – das Fett – an unserer Haut abgewaschen. Die Haut wird dadurch trocken und damit anfälliger, denn wir stören die Haut bei der Abwehr von Keimen.

  8. Das ist eine der interessantesten Fragen der Entwicklungspsychologie. Da Menschen so unterschiedlich sind, ist es schwer, diese Frage allgemein zu beantworten. Durch Vergleiche lassen sich aber bei den Tätern relevante Gemeinsamkeiten feststellen, die als Ursache infrage kommen. So kann man vier Variablen erkennen, die auf alle Amokläufer zutreffen: 1. Alle Amokläufer litten massiv unter psychischen Störungen. 2. Sie besitzen ein ausgeprägtes Interesse an Waffen. 3. Sie haben Zugang zu Waffen. 4. Sie haben ein ausgeprägtes Interesse an Gewalt. – Das gilt sowohl für jugendliche als auch für erwachsene Amokläufer.

  9. Braune Haut schützt vor UV-Strahlung Wenn man davon ausgeht, dass Sonnenlicht im allgemeinen Gegenstände aufwärmt, dann ja. So hat die dunklere Haut den gleichen Effekt, wie wenn man sich ein dunkles T-Shirt anzieht; darunter ist es auch wärmer, als wenn man ein weißes T-Shirt trägt. Allerdings soll uns die braune Haut nicht vor Wärmestrahlung schützen – sondern vor der gefährlichen UV-Strahlung, und dafür ist diese Bräune wiederum wichtig. Bräune: Farbpigment Melanin in Kombination mit UV-Strahlung Die Bräune entsteht durch ein bestimmtes Farbpigment, das Melanin heißt. Es bildet sich unter der Haut, wenn UV-Strahlung auf die Hautzellen kommt. Diese UV-Strahlung, vor allem die UV-B-Strahlung, produziert das Melanin. Das normale Sonnenlicht enthält sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen. Die UV-A-Strahlen lassen das Melanin wiederum mit Blutsauerstoff reagieren – und das ergibt eine braune Färbung der Haut. Braune Haut "schluckt" gefährliche UV-Strahlung Die Verdunkelung der Haut ist ein Nebeneffekt. Eine komplett weiße Haut, die wie eine Farbe das Sonnenlicht reflektiert, ist biologisch sehr schwer zu bewerkstelligen. Das Melanin wiederum hat den Effekt, dass es die gefährlichen UV-Strahlen schluckt; es absorbiert sie. Genau das tun ja dunkle Pigmente: Sie absorbieren die Sonnenstrahlen, in dem Fall die gefährlichen UV-Strahlen. Und genau darum werden wir in der Sonne braun.

  10. Rasierter Körper entspricht dem Zeitgeist Nein. Waschen bzw. körperliche Sauberkeit ist wichtig. Dabei kann man die Haare genauso gut waschen wie die glatte Haut. Vielleicht ist es etwas einfacher, die glatte Haut zu waschen. Aber die Mode, sich heute den Körper zu rasieren, entspricht dem Zeitgeist und ist nicht der Hygiene geschuldet. Körperbehaarung schützt Haare schützen Körperöffnungen und sollen Reibung minimieren, z. B. unter den Achseln oder im Schambereich. Deshalb erfüllen sie biologisch betrachtet einen Zweck.

  11. Ja, das sind sie in der Tat, auch wenn sich das auf einer normalen Badezimmer-Waage nicht bemerkbar macht. Flut und Ebbe werden ja ausgelöst durch die Anziehungskraft des Mondes. Dabei zieht der Mond aber nicht nur das Meerwasser an bestimmten Stellen der Erde zusammen, sondern er hebt auch das Festland. Das heißt, der Boden unter unseren Füßen hebt und senkt sich zweimal am Tag um etwa einen halben Meter. Gravitationskraft hängt von der Erdentfernung ab Wir sind also bei Flut einen halben Meter weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als bei Ebbe. Nun hängt aber die Gravitationskraft von der Entfernung ab: Je weiter wir vom Erdmittelpunkt weg sind, desto geringer ist die Schwerkraft. Wie viel das ausmacht, kann man ausrechnen: Bis zum Erdmittelpunkt sind es etwa 6.000 km. Der halbe Meter, den wir uns täglich heben und senken, macht im Verhältnis dazu also nur einen winzigen Bruchteil aus, nämlich ungefähr ein Zehnmillionstel. Das ist nicht viel, aber man kann sagen: Bei Flut sind wir im Schnitt etwa ein Zehnmillionstel leichter als bei Ebbe. Mit einer hochpräzisen Waage könnte man das also messen? Theoretisch ja, wobei man sagen sollte: Die Physik unterscheidet ja zwischen Masse und Gewicht. Und die Gewichtskraft ist das, was sich ändert. An unserer Masse ändert sich nichts. Also wenn ich genau 76,000000 Kilogramm wiege, ändert sich daran überhaupt nichts – die wiege ich bei Flut und bei Ebbe. Was sich allerdings ändert, ist die Kraft, mit der ich auf die Erde (und somit auf die Waage) gezogen werde. Die Waage zeigt zwar Kilogramm an – was sie aber in Wahrheit misst, ist die Gewichtskraft, die ich auf sie ausübe. In der Physik werden Kräfte in der Einheit Newton angegeben, aber die Waage rechnet das auf die Masse um, deshalb zeigt sie "Kilogramm" an. Beispiel Mond Man kann sich das vielleicht vorstellen, wenn man an die Situation auf dem Mond denkt. Wir wissen, auf dem Mond ist die Gravitationskraft sechs Mal kleiner als auf der Erde. Als Astronautin oder Astronaut hätte man da immer noch eine Masse von 76 Kilogramm, trotzdem wäre die Gewichtskraft, mit der man auf den Boden gezogen wird, sechs Mal kleiner. Und so ist das auch bei Ebbe und Flut – nur dass wir hier über winzige Schwankungen in der Größenordnung von 1:10.000.000 reden.

  12. 08.06.2025
    3 min

    "Kühle" 6.000 Grad Celsius an der Oberfläche, 15 Millionen im Inneren Es kommt darauf an, wo man hinschaut. Bei der Sonne ist es wie bei der Erde: Sie ist außen vergleichsweise kühl und innen ziemlich heiß. Allerdings sind die Verhältnisse auf der Sonne ganz anders: An der Oberfläche der Sonne sind es ungefähr 6.000 Grad Celsius. Das ist vergleichsweise "kühl", wenn man es mit der Temperatur im Inneren vergleicht: Dort herrschen Temperaturen von 15.000.000 Grad. Umwandlung von Masse in Energie: Sonne ist gewaltiger Fusionsreaktor Im Unterschied zur Erde ist die Sonne ein gewaltiger Fusionsreaktor. Das heißt: Unter dem riesigen Druck im Innern der Sonne verschmelzen ständig Wasserstoffatome zu Helium – aus vier Wasserstoffatomen wird jeweils ein Heliumatom und dabei wird Energie frei. Durch Albert Einstein wissen wir: Masse kann in Energie umgewandelt werden. Und genau das passiert da: Wenn die Wasserstoffatome zu Helium verschmelzen, verlieren sie etwa ein Hundertstel ihrer Masse. Genau dieses Hundertstel wird in Wärme umgewandelt. Um das zu veranschaulichen: Wenn ein Gramm Wasserstoff zu Helium verschmilzt, wird eine Energie von 180.000 Kilowattstunden frei. Auf einer Stromrechnung entspricht das einem Betrag von 45.000 Euro. Es sind aber 6 Milliarden Tonnen Wasserstoff, die die Sonne in Helium umwandelt, und das in jeder einzelnen Sekunde. So entstehen diese enormen Temperaturen von 15.000.000 Grad im Sonneninneren. Diese Hitze wandert auch nach außen. Aber weil die Sonne so riesig groß ist, braucht die Wärme dafür ziemlich lange, nämlich 10.000.000 Jahre. 10.000.000 Jahre, um von innen nach außen zu gelangen. An ihrer Oberfläche gibt die Sonne die Hitze ab und davon leben – also von der Sonnenstrahlung, die von der Oberfläche der Sonne zu uns gelangt. So wird die Sonne von außen sozusagen gekühlt. Deswegen sind es an ihrer Oberfläche in "nur" 6.000 Grad. Erdkern ungefähr so heiß wie die Oberfläche der Sonne Eine Besonderheit sind die Sonnenflecken. Das sind kühlere Stellen an der Sonnenoberfläche, die auch etwas dunkler sind. Dort sind es etwa 4.000 bis 5.000 Grad Celsius. Das ist ungefähr die Temperatur, die im Erdinneren herrscht. Im Mittelpunkt der Erde herrschen also ungefähr die Temperaturen, sogar noch ein bisschen weniger, als die äußersten Temperaturen an der Oberfläche der Sonne.

  13. Worte verkümmern zur Endung Ein Beispiel kann eine ungefähre Vorstellung geben, wie sich Sprache und grammatische Wortendungen entwickelt haben. Nehmen wir unsere Vergangenheitsformen bei den regelmäßigen Verben. Wir hängen ein –te an: Ich sag-te, ich koch-te usw. Die Sprachforscher gehen davon aus, dass dieses te, dieser t-Laut ursprünglich ein eigenständiges Wort war, das mit der Zeit zu einer Endung verkümmerte. Dieses ursprüngliche Wort ist wohl verwandt mit unserem Wörtchen "tut" oder "tat". "Ich redete" war demnach im Protogermanischen ein Ausdruck – wie wenn man heute sagen würde: "Ich reden tat", der dann zu einem Wort mit Endung – "redete" – verschliffen wurde. Ein anderes Beispiel: Wir kennen alle die Vorsilbe "un-": unglücklich, Unsitte, ungefähr. Dieses un-, mit dem wir so viele Wörter in ihr Gegenteil verkehren können, war ursprünglich ein verkürztes "ohne". Das Wörtchen "ungefähr" ist vom Ursprung her genau das, was wir von der Lottofee kennen: nämlich eine Zahl "ohne Gewähr". Das sind nur kleine Beispiele, die aber vielleicht einen Eindruck geben, wie man sich die Sprachentwicklung vorstellen muss. Wie erklärt man sich die Fälle: Genitiv, Dativ usw.? Im Grunde ähnlich. Es gibt ein Bedürfnis, bestimmte Situationen zu unterscheiden: Beißt der Hund den Mann oder der Mann den Hund? Die Frage ist: Wie unterscheidet man das? Entweder durch die Satzstellung – wie heute im Englischen – oder aber durch Wortformen, also Endungen. Man kann sich vorstellen, dass das genauso war wie bei den Verben, dass also die Genitiv-Endung ursprünglich ein eigenständiges Wort war, eine Art Besitzindikator. Oder dass die Dativ-Endung in den verschiedenen Sprachen ursprünglich so etwas ausgedrückt hat wie "für" – denn das drückt der Dativ ja in der Regel aus, dass etwas jemandem zusteht. Werden Sprachen immer einfacher? Tatsächlich werden Sprachen nicht immer nur einfacher, sondern es gibt auch heute noch Entwicklungen in beide Richtungen. Auf der einen Seite gibt es das Phänomen, dass bestimmte Elemente der Sprache einfacher werden, reduzierter. Ein Beispiel im Deutschen wäre das Verschwinden des Dativ-e. Man sagt heute kaum noch: Ich befinde mich "im Hause" und gebe mich dem "Spiele" hin; dieses Dativ-e ist aus der Mode gekommen. Aber solche Vereinfachungstendenzen gehen immer nur solange, wie es dadurch nicht zu Missverständnissen kommt. Sobald Missverständnisse drohen, wird das an anderer Stelle kompensiert. Dazu ein Beispiel aus den romanischen Sprachen: Vergleichen wir das Spanische mit dem Französischen. Im Spanischen ist es wie ursprünglich im Lateinischen: Sie brauchen im normalen Satz keine Personalpronomen. Nehmen wir das Wort "Pensar": Wenn ich das konjugiere – pienso, piensas, piensa – lassen sich durch die Verb-Endung die Personen ich, du, er, sie, es etc. klar auseinanderhalten. Im Französischen wird die ursprüngliche Wortendung gar nicht mehr ausgesprochen. Je pense, tu penses, il pense – das klingt alles gleich. Deshalb brauchen die Franzosen das Personalpronomen, um unterscheiden zu können, um wen geht’s jetzt eigentlich? Die Verbformen haben sich einerseits stark vereinfacht, aber durch das zusätzliche Personalpronomen ist es wieder komplizierter geworden. So entwickelt sich Sprache. Literatur Steven Pinker: Wörter und Regeln – Die Natur der Sprache

  14. Wer das Navi nutzt, baut im Kopf keine "kognitiven Karten" Ja, die Navis schaden ein bisschen – zumindest dann, wenn wir uns immer nur auf das Navi verlassen. Das hat mehrere Gründe: Das Navi zeigt immer nur den kleinen Ausschnitt der Umgebung, in dem wir uns gerade befinden. Es zeigt selbst diesen Ausschnitt sehr reduziert und schematisch: Straßen und Kreuzungen, vielleicht auch Tankstellen oder einen Fluss. Aber das Nvi zeigt nicht die typischen Punkte, an denen wir uns ohne Navi orientieren würden. Also markante Gebäude, hohe Türme oder Berge im Hintergrund. Das Navi hebt außredem die eigene Strecke meist farblich stark hervor, weil die natürlich das ist, was uns gerade interessiert. Dadurch bekommt man aber überhaupt kein Gefühl für die Struktur einer Stadt: Was sind Haupt- und was sind Nebenstraßen? Orientierung hat nämlich sehr viel zu tun damit, dass man sich im Kopf eine geistige Landkarte aufbaut – Fachleute sprechen von "Mental Maps" oder "kognitiven Karten". Erleben und Landkarten sind wichtig für die Orientierung in der Umgebung Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass Karten und das persönliche Erleben einer Umgebung sehr wichtig sind. Wenn also Menschen eine Strecke nochmal laufen oder fahren sollen, fällt es ihnen leichter, wenn sie beim ersten Mal eine Karte in der Hand hatten oder sich anhand von Beschreibungen orientieren. Wenn ich dagegen am Navi klebe, achte ich oft nicht mehr auf die Landschaft. Orientierungsvermögen "verkümmert" nicht, wenn man ein Navi benutzt Diese Studien beziehen sich aber nur auf die jeweilige Umgebung. Die lerne ich besser, wenn ich eine Karte in der Hand habe. Dass das Orientierungsvermögen generell verkümmern würde, wenn man nur noch auf Navis nutzt – der Verdacht liegt zwar nahe, lässt sich bisher aber nicht belegen.

  15. Der "sechste Sinn" bei Tieren ist nur eine Legende Einen wissenschaftlichen Beweis für so einen höheren Sinn gibt es aber bis heute nicht. Tiere brauchen einen solchen zusätzlichen Sinn auch gar nicht – die Sinne, die sie haben, reichen vollkommen aus, um ein Gewitter frühzeitig zu erkennen. Und zwar früher als wir das tun, denn ihre Sinne sind dafür viel geschärfter. Naturphänomene besser hören, spüren – und vielleicht sogar riechen? Wie nehmen sie jetzt also das Gewitter wahr? Sie können erstens mit ihren gespitzten Ohren viel früher als wir den Donner hören, wenn das Gewitter noch weiter weg ist. Zweitens geht man auch davon aus, dass sie ein herannahendes Gewitter richtig fühlen können, weil sich da nämlich der Druck der Luft ändert. Und es gibt sogar Theorien, dass Hunde und Katzen Unwetter auch riechen können – und zwar nicht nur den Regen, sondern auch die Blitze, die einen metallischen Geruch in der Luft hinterlassen sollen. Was es jetzt genau ist, das die Vierbeiner vorwarnt, kann natürlich keiner sagen – dafür müssten wir sie schon selbst fragen. Aber wir sehen: Sie bekommen es schneller mit als wir das tun. Vulkanausbruch und Erdbeben: Auch hier zeigen Tiere vorab Auffälligkeiten Und das ist nicht nur bei Gewittern so: Tatsächlich wurde schon häufig beobachtet, dass Tiere sich auch vor Naturkatastrophen auffällig verhalten – zum Beispiel vor Vulkanausbrüchen oder Erdbeben. Da vermutet man, dass sie auf bestimmte Veränderungen in der Natur vor einem Beben reagieren. Man weiß aber noch nicht so genau, welche Veränderungen das sind. Aber sie scheinen uns Menschen und auch den Messgeräten zu entgehen. Tiere bald als "Warnsystem"? – Forschung analysiert auffälliges Tierverhalten Tierbeobachter nutzen das auffällige Verhalten von Tieren sogar, um frühzeitig vor der nahenden Katastrophe zu warnen. In China konnten so in den 1970ern sogar einmal tausende Menschen vor einem Erdbeben gerettet werden. Da sind nämlich kurz davor zahlreiche Schlangen auffällig früh aus ihrem Winterschlaf erwacht. Das wurde gemeldet und die Behörden haben einen Katastrophenalarm ausgelöst. Das klappt manchmal – zuverlässig ist das aber leider trotzdem nicht. Dafür verhalten sich die Tiere viel zu häufig auffällig, und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Deshalb muss man die Verhaltensarten noch weiter untersuchen – auch bei uns in Deutschland gibt es da gerade Versuche, bei denen das Verhalten von Hunden und Katzen mit Halsbändern getrackt wird. So wollen die Forschenden sehen, ob auch unsere Haustiere auf Erdbeben reagieren – dazu weiß man gerade noch wenig.

  16. Die Mond-Masse ändert sich nicht Flut und Ebbe entstehen in erster Linie durch die Anziehungskraft des Mondes – und die Masse des Mondes ist tatsächlich immer dieselbe. Aber neben dem Mond spielt auch die Sonne eine Rolle. Die ist zwar viel weiter weg, aber ihre Masse ist ebenfalls viel größer, deshalb übt auch sie eine Gezeitenkraft auf die Erde aus. Man kann das Kräfteverhältnis ziemlich genau beziffern: Wenn man die Gezeitenkraft des Mondes bei 100 Prozent ansetzt, dann hat die Sonne immerhin noch 46 Prozent. Der Mond ist der entscheidende Faktor. Flut ist immer auf der Seite der Erde, wo gerade der Mond steht – dort wird das Wasser vom Mond angezogen. Aber auch auf der entgegengesetzten – also der mondabgewandten Seite der Erde – ist gerade Flut, weil dort sozusagen die Erde unterm Wasser wegzogen wird und der Wasserspiegel dadurch steigt. Ebbe wiederum ist sozusagen immer auf halber Strecke dazwischen. Also dort, wo der Mond gerade am Horizont zu sehen ist, denn dann steht er zur Erde im rechten Winkel. So gibt es jeden Tag zweimal Flut und zweimal Ebbe. Bei Vollmond und Neumond sind sie aber wesentlich stärker als etwa bei Halbmond. Dann spricht man von Springflut. Dem Wasser in den Meeren ist vermutlich egal, ob der Mond als Scheibe oder als Sichel zu sehen ist? Das Aussehen des Mondes ist dem Meer natürlich schnuppe. Aber die verschiedenen Mondphasen haben ja eine Ursache – sie hängen davon ab, wie Mond, Erde und Sonne jeweils geometrisch angeordnet sind. Bei Vollmond erscheint der Mond als Scheibe, weil er von der Erde aus gesehen von vorne angestrahlt wird. Bei Neumond wird der Mond von hinten angestrahlt, deshalb sehen wir ihn nicht. Bei Neumond steht der Mond nämlich auch tagsüber am Himmel – eine Sonnenfinsternis findet deshalb immer bei Neumond statt. In beiden Fällen befinden sich Sonne, Mond und Erde also in einer Linie. Und wenn sie in einer Linie stehen, dann verstärkt die Sonne die Gezeitenwirkung des Mondes. Bei Halbmond dagegen bilden Sonne, Erde und Mond einen rechten Winkel. Dann wirkt die Kraft der Sonne der des Mondes ein Stück entgegen und schwächt die Flut entsprechend ab.

  17. Theoretisch kann es zwar nachts hageln, aber es ist in der Tat eher selten. Hagel entsteht völlig anders als Schnee. Schnee entsteht im Grunde wie Regen: In Wolken kondensiert Wasserdampf. Beim Regen bilden sich dabei Tröpfchen, bei Schnee formen sich viele kleine Eiskristallen, die sich dann zu Flöckchen zusammenklumpen. Hagel entsteht anders als Regen oder Schnee Beim Hagel ist es anders. Hagel entsteht, wenn Regentropfen nachträglich gefrieren. Das geschieht vor allem in Gewitterwolken. Gewitterwolken sind bekanntlich sehr mächtig und können sich kilometerhoch auftürmen. Dadurch herrscht in ihnen ein hohes Temperaturgefälle. Das führt dazu, dass kräftige Winde wehen und die Luft in der Wolke durcheinanderwirbeln. Stellen wir uns nun ein kleines Wassertröpfchen vor, das in der unteren Hälfte so einer Gewitterwolke entsteht. Das wird durch einen Luftwirbel erfasst und steigt in der Wolke nach oben. Dort ist es wesentlich kälter – das Tröpfchen gefriert. Und weil es etlichen anderen Tröpfchen auch so geht, entstehen auf diese Weise viele kleine "Hagelembryonen". Die werden in der Wolke immer wieder auf und ab gewirbelt. Sie stoßen mit weiteren Wassertröpfchen oder Eiskristallen zusammen und werden so nach und nach zu größeren Hagelkörnern. Irgendwann sind die Hagelkörner so groß und schwer, dass sie zu Boden fallen. Gewitterwolken mit Hagel bilden sich eher tagsüber Genau diese Art von Gewitterwolken bilden sich selten nachts. Denn eine Voraussetzung für ihre Entstehung sind hohe Temperaturunterschiede in der Atmosphäre, das heißt ein hohes Temperaturgefälle zwischen oben und unten. Das haben wir zum einen eher in der wärmeren Jahreshälfte, also eher Frühling und Sommer, und es kommt dann am ehesten in den späten Nachmittagsstunden vor. Dann nämlich hat sich die Luft am Boden tagsüber aufgewärmt, während es oben in der Atmosphäre nach wie vor eisig ist. Dieses Temperaturgefälle schafft erst die Voraussetzungen für die starken Aufwinde, die die Tröpfchen in der Wolke nach oben wehen und dort gefrieren lassen. Sobald die Sonne weg ist und es dunkel wird, kühlt sich die Luft am Boden ab. Damit wird das Temperaturgefälle zwischen unten und oben kleiner und so verschwindet die Voraussetzung für die Entstehung solcher Gewitterwolken, in denen Hagelkörner entstehen.

  18. Nur Schätzungen sind möglich Das kann man kaum abschätzen. Man kann allenfalls eine untere Grenze angeben, die sich vielleicht bei 1.000 Gigabyte bewegt. Aber auch diese Angabe ist im Grunde eine ziemlich willkürliche Schätzung. Das Problem ist, dass das Gehirn Information deutlich anders verarbeitet als ein Computer. Erster Unterschied: Computer und Festplatten werden von Menschen gebaut, die einen Plan haben und wissen, wie viele Schaltkreise sie verbauen und somit auch, wie viel Speicherkapazität das Gerät am Ende hat. Gehirne dagegen werden nicht gebaut, sondern sie wachsen organisch. Zweiter Unterschied: Die Computer funktionieren streng digital und die Elementarbausteine arbeiten binär, d.h. nach dem Prinzip 0 oder 1: Strom fließt oder Strom fließt nicht. Beim Gehirn ist das viel komplizierter. 100 Billionen Synapsen Das Gehirn besteht größenordnungsmäßig aus 100 Milliarden bis einer Billion Nervenzellen. Aber die Information steckt ja nicht in den einzelnen Zellen, sondern in den Synapsen, d.h. in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Man sagt, dass jede einzelne Gehirnzelle im Schnitt 1.000 bis 10.000 Verbindungen zu anderen Nervenzellen hat. So kommt man auf mindestens 100 Billionen Synapsen. Anders als bei Computerschaltkreisen gilt hier nicht das Prinzip: Strom fließt oder fließt nicht bzw. Nervenzelle feuert oder feuert nicht. Vielmehr ist hier die Aktivität abgestuft; die Nervenzellen können in verschiedenen Intensitäten feuern. Man kann das also nicht so einfach in "Nullen" und "Einsen" umrechnen. Filtern, verarbeiten, speichern Das nächste Problem ist, dass nicht jede Aktivität im Gehirn bedeutet, das Information gespeichert wird – ein Großteil der Aktivität dient ja einfach nur dazu, Reize zu filtern, zu verarbeiten. Technisch gesprochen kann man sagen: Anders als beim Computer ist beim Gehirn nicht so klar, wie viel Leistung in den "Prozessor" geht – also in die Verarbeitung von Information – und wie viel wirklich in die Informationsspeicherung. Schließlich verarbeiten wir eine Menge Information, die wir gleich wieder vergessen, die also nicht mal ins Kurzzeitgedächtnis geht. Hirnforschung hat noch viele offene Fragen Ganz abgesehen davon können die Hirnforscher immer noch nicht sagen, wie das Gedächtnis genau arbeitet, was genau im Gehirn passiert, wenn ich ein Gesicht erkenne oder mir wieder einfällt, wie die Hauptstadt von Botswana heißt. Werden da einfach eine bestimmte Menge an Synapsen aktiv oder liegen Gedächtnisinhalte auch in Form chemischer Verbindungen vor? Und auf wie viel Informationen greife ich wirklich zurück, wenn mir die Antwort auf eine Frage einfällt? Das alles ist noch so wenig erforscht, dass es vermessen wäre, dem Gehirn eine bestimmte Speicherkapazität zuzuschreiben.

  19. 04.06.2025
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    Wenn der Ritter in den Kreuzzug zieht "Urloup" ist Althochdeutsch und heißt so viel wie "Erlaubnis". Der König musste zustimmen, wenn ein Ritter in den Kreuzzug ziehen wollte, denn in der Zeit konnte er ja keine Abgaben leisten. Beamte brauchten Urlaub – um sich mal zu bewegen Bezahlt wurde die Abwesenheit von der Arbeit aber erst viel später – im deutschen Kaiserreich. Nur hohe Beamte durften Urlaub nehmen. Übrigens mit dem Argument, sie seien körperlich nicht ausgelastet und müssten sich bewegen. In den Fabriken des 19. Jahrhunderts war "Urlaub" dagegen ein Fremdwort. Die Masse der Menschen arbeitete über zehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Mit 3 Tagen Urlaub im Jahr fing es an Erst im 20. Jahrhundert kommt das Ganze in Bewegung: 1903 erkämpften sich Arbeiter erstmals drei Tage Urlaub im Jahr – Brauereien machten den Anfang. In der Weimarer Republik gab es dann "Urlaub" auch für die breite Masse – wenn auch niedrig dosiert: Nicht mal eine Woche Urlaub gab es damals – wohlgemerkt im Jahr. Heute kaum noch vorstellbar.

  20. Albanisch gehört zu den indoeuropäischen Sprachen Das Albanische ist durchaus mit anderen Sprachen verwandt; und zwar mit den anderen indoeuropäischen Sprachen Europas, also mit dem Lateinischen, dem Deutschen, dem benachbarten Serbokroatischen, mit dem Griechischen usw. Allerdings hat das Albanische keine sehr engen Verwandten. Das Deutsche etwa hat ja enge Verwandte wie das Schwedische, das Niederländische oder auch das Englische, die alle ebenfalls zur germanischen Sprachfamilie gehören. Auch das Lateinische hatte nahe Verwandte, wie etwa das Oskische und Umbrische. Diese Sprachen starben aber schnell aus. Albanisch bildet eine Sprachinsel Dagegen haben wir für das Albanische überhaupt keine nahen Verwandten. Das Albanische ist also ein eigener Zweig innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie und insofern durchaus etwas Besonderes. Man kann sich auch vorstellen, dass es früher noch andere Sprachen gab, die mit dem Albanischen näher verwandt waren. Man spekuliert deshalb darüber, weil es zu Römerzeiten etwa illyrische Inschriften gab. Es gibt die Idee, dass diese früher mit dem Albanischen verwandten Sprachen vielleicht ausgestorben sind, als die Slawen aus dem Nordosten einwanderten und sich dort das Bulgarische gebildet hat und die Griechen aus dem Süden weiter nach Norden vorgedrungen sind. Die Rumänen etwa sprechen ja eine romanische Sprache.