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Sprichwort: vollständiger Satz Ein Sprichwort ist ein vollständiger Satz. Meist mit einem lehrhaften Inhalt in gehobener Sprache und sehr beliebt. Eine Redewendung dagegen ist ein Bestandteil von Sätzen. "Schwein haben" zum Beispiel ist kein vollständiger Satz, also kein Sprichwort – ich weiß ja nicht, wer Schwein hat. Ich brauche also noch ein Subjekt. Geflügelte Worte: Quelle bzw. Urheber sind bekannt Geflügelte Worte können sowohl Sprichwörter wie auch Redewendungen sein. Ein wichtiges Merkmal ist, dass in der Regel eine erste Quelle und damit ein Urheber bekannt ist. "Des Pudels Kern" oder "Ich kenne meine Pappenheimer" – das sind Goethe und Schiller mit "Faust" bzw. "Wallenstein".
Variationen von 2 bis 4 Punkten sind normal Bei solchen Test gibt es immer kleine Schwankungen. Wenn Sie drei Tage hintereinander einen Intelligenztest vorgelegt bekommen, der sehr ähnlich ist, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nie punktgenau das gleiche Ergebnis haben. Denn die Tagesform hat ebenso Einfluss wie die Frage, ob man gerade Hunger hat oder ob man schlecht gelaunt ist. Daher ist es kein Wunder, wenn der IQ mal um 2 oder 3 Punkte variiert. Das wird einkalkuliert. Tagesform kann Einfluss haben, das Ergebnis aber nicht grundlegend ändern Wenn man einen IQ von 110 hat, dann kann der genauso gut bei 107 oder 113 liegen. Manche Menschen haben ihr Optimum am Morgen, andere am Abend. Die Tagesform muss nicht, kann aber einen Einfluss haben. Sie wird aber nicht einen hochintelligenten Menschen zu einem Schwachsinnigen machen und umgekehrt. Der IQ wird sich um 3 oder 4 Punkte maximal ändern. Menschen, die professionell Intelligenztests vorgeben, wissen natürlich, dass es nicht sinnvoll ist, nur punktgenau zu interpretieren. Sondern die wissen, dass Intelligenzmessung fehleranfälliger ist als die Messung der Körpergröße oder auch des Körpergewichtes. Aber sie ist viel genauer als irgendwelche Einschätzungen.
- 20.11.20243 min
Herta Heuwer nutzt 1949 in West-Berlin verregneten Septemberabend In Berlin spielt der wohl bekannteste “Schöpfungsmythos“. Genauer: 1949 im West-Berliner Charlottenburg. Dort soll die Imbissbudenbesitzerin Herta Heuwer an einem verregneten Septemberabend aus Langeweile und mangels Kundschaft die erste Soße ihrer Art aus Currypulver, Tomatenmark und Worcestershire-Soße gemischt und zu einer Wurst serviert haben. Ihr Geheimrezept schütze sie laut eigner Aussage zehn Jahre später mit einem Patent. Es war aber kein Patent, sondern sie hat 1959 lediglich eine Marke schützen lassen, und zwar für das Fantasie-Wort „Chillup“, das sich aus Chili und Ketchup zusammensetzt, und nicht für das Gericht. Aber immerhin: Der Vorgang ist belegt. Max Konnopke inspiriert Ost-Berliner Lieferengpass zu neuer Soße Wenige Monate später gab es die Currywurst auch in Ostberlin, bei „Konnopke’s Imbiß“ in Prenzlauer Berg. Max Konnopke soll dabei unabhängig von der West-Berlinerin eine eigene Soßenvariation aufgrund der knappen Ketchup-Lieferung kreiert haben. Beide Geschichten machen somit Berlin zur international bekannten Geburtsstätte der Currywurst. Autor Uwe Timm will sich an Currywurst-Genuss bereits 1947 erinnern Die Hamburger beziehen sich in ihrem Selbstbewusstsein als Currywurst-Erfinder auf die Novelle „Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm aus dem Jahr 1993. Aus diesem Text geht die Romanfigur Lena Brückner als Erfinderin der Currywurst hervor. Der Autor will sich daran erinnern, als Kind bereits 1947 Currywurst in Hamburg gegessen zu haben – also zwei Jahre vor Herta Heuwer. Außer dieser Erinnerung gibt es hierfür jedoch keinen Beweis. Fürstliche Wurstsoße schon 1946 in Niedersachsen? Eine weitere These: 2018 meldete sich Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe in der Bild-Zeitung zu Wort. Dem Fürsten gehört das Schloss Bückeburg in Niedersachen und auf diesem Schloss war in den Nachkiegsjahren ein Koch namens Ludwig Dinslage beschäftigt. Der soll bereits 1946 eine Currywurst zubereitet haben. Der Anlass: Britische Offiziere der Rheinarmee waren zu Besuch auf dem Schloss, Dinslage musste improvisieren und hat eine Soße aus Aprikosenmarmelade, Tomatenketchup, Curry und Salz hergestellt. Die Briten wären begeistert gewesen. Zumindest berichtete das der Koch 1984 der „Westfalenpost“. Ob es so war, lässt sich heute nicht mehr nachprüfen. Fazit: Currywurst ist eine Erfindung der Nachkriegszeit Immerhin besteht so viel Einigkeit: Die Currywurst entstand irgendwo als spontane Idee in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Das ist auch naheliegend, da erst mit der britischen und US-amerikanischen Besatzung die Hauptzutaten – Ketchup und Curry – in deutschen Küchen breiter bekannt wurden: das Ketchup durch die GIs und das Curry durch die Briten. Gut möglich also, dass zu dieser Zeit mehrere kreative Köche auf die gleiche Idee kamen.
Regel mit vielen Ausnahmen: Bischofskirchen 2 Türme, Bürgerkirchen 1 Turm Die Zweiturmfassade war von Anfang an eine "Fassade des Anspruches"; da wurde sozusagen die Bedeutung des Ortes aufgezeigt. Deshalb hat sich für Kathedralen fast immer die Zweiturmfassade durchgesetzt, während die Bürgerkirchen sich meist mit einem Turm zufriedengaben. Aber es gibt natürlich berühmte Beispiele wie die Bürgerkirche St. Sebald in Nürnberg, die in Konkurrenz zum Bamberger Dom zwei Türme aufweist. St. Sebald und St. Lorenz, beide große Nürnberger Bürgerkirchen, haben zwei Türme. Das ist mit einem gewissen Anspruchsdenken oder Anspruchsauftreten verbunden. In der Regel haben also Bischofskirchen und große Klosterkirchen zwei Türme und Bürgerkirchen einen Turm. Aber von dieser Regel gibt es ganz viele Ausnahmen. Zahl und Größe der Türme drückt Anspruchshaltung der Gemeinde aus Vorschriften gibt es keine. Und an solche Vorschriften hätte man sich im Mittelalter auch gar nicht gehalten. Wenn eine Gemeinde anspruchsvoll genug war zu sagen: "Wir wollen hier mit zwei Türmen operieren", dann konnte ihr das keiner verwehren. Wer hätte es ihr untersagen sollen? Der Bischof war froh, wenn die Gemeinden Kirchen bauten. Und Ulm hat zwar nur einen Turm, aber der ist dafür umso größer. Und der Stephansdom in Wien hätte eigentlich zwei Türme bekommen sollen, aber man hat sich dann mit einem besonders prachtvollen zufriedengegeben.
- 20.11.20243 min
Römer waren im Südwesten eine Minderheit Die Frage "Wie viel Römer steckt in uns?" kann man zunächst historisch angehen: Die Römer waren hier im Südwesten Deutschlands zahlenmäßig immer eine Minderheit, auch wenn sie zeitweise geherrscht haben. In den römischen Armeen wiederum waren ja nicht nur Römer: Da waren Iberer darunter, Afrikaner, Menschen vom Balkan, alle möglichen anderen Völker, die die Römer als Barbaren bezeichnet haben. Von daher haben die Römer nicht viel an Genen hinterlassen. In den letzten 2000 Jahren gab es sehr viel an Völkerbewegung. Wir haben oft die Vorstellung, dass die Menschen früher jahrhundertelang in ihren Dörfern gelebt, sich dort vermehrt haben und nie weggezogen sind. Aber so war es nicht. Früher gab es wie auch heute große Wanderungsbewegungen, Migration, Flucht und Vertreibung. Insofern steckt wohl in uns allen, wenn man das 2000 Jahre zurückverfolgen könnte, alles mögliche: Römer, Germanen, Kelten, Inder, Chinesen, Afrikaner. Ich habe darüber mit Joachim Burger gesprochen; er ist Professor für Paläogenetik an der Uni Mainz. Er hat mich auf einen ganz entscheidenden Punkt hingewiesen: Wenn man sagt "direkte Nachfahren der Römer" – was bedeutet das denn? Warum viele von uns von Augustus abstammen dürften Nehmen wir Augustus. Der hatte eine Tochter. Die hatte wiederum Kinder. Angenommen, diese Kette ist bis heute tatsächlich ungebrochen. Also gibt es irgendwo Nachfahren von Augustus. Aber ist das etwas Besonderes? Denn gleichzeitig sind es ja Nachfahren von Tausenden, wenn nicht Millionen anderer Menschen, die in der Antike gelebt haben. Wir sind alle verwandt Das kann man leicht ausrechnen: Jeder von uns hat zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern usw. Mit jeder Generation wächst die Zahl der direkten Vorfahren um den Faktor 2. Wenn wir pro Generation 25 Jahre rechnen und 2000 Jahre zurückgehen, haben wir 80 Generationen. Und in jeder von ihnen verdoppelt sich die Zahl der Vorfahren. Da hätte rein rechnerisch (2 hoch 80) jeder von uns Tausende von Trilliarden direkte Vorfahren. Da sieht man sofort: Das kann nicht sein, so viele Menschen hat’s nie auf der Welt gegeben. Das bedeutet wiederum, dass sich natürlich in den Generationen dazwischen auch wieder mal mehr oder weniger entfernte Verwandte begegnet sind und gepaart haben. Anders gesagt: Wenn Sie in der Antike rechnerisch Milliarden mal mehr direkte Vorfahren haben als es damals Menschen gab, dann gehört vermutlich mindestens die halbe Menschheit der Antike zu Ihren direkten Vorfahren – sofern diese Menschen Kinder hatten. Wenn man das wiederum genetisch betrachtet, bedeutet es: Wir alle haben möglicherweise ein paar Augustus-Gene, nur ist davon bei jedem von uns nicht mehr viel übrig. Jedes Elternteil gibt immer nur die Hälfte seiner Gene weiter. Da ist es auch völlig schnuppe, ob jemand Kaiser ist oder Bauer. Kaiser, Bauern, Seefahrer: Augustus-Gene sind milliardenfach verdünnt Die "Augustus-Gene", sollte es sie geben, sind milliardenfach "verdünnt". Und selbst wenn Sie so ein Nachfahre von Augustus wären, wären sie über eine andere Linie gleichzeitig der Nachkomme einer kaukasischen Bäuerin und eines normannischen Seefahrers und vieler hunderttausend anderer Urahnen, von denen sie genauso abstammen wie von Augustus.
Angstreaktion: aufgestellte Haare Das ist relativ gut zu erklären. Denken Sie einmal daran, wenn Ihnen zum Beispiel am Strand jemand überraschend über den Rücken streicht. Dann stellen sich Ihre Härchen auf den Armen auf. Das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers auf Angst, aber auch auf Kälte und ähnliches. Diese Schreckreaktion kennen Sie ja auch von Tieren. So soll man die Katze auch nicht gegen den Strich bürsten. Den Tieren stellen sich die Haare auf, wenn sie wütend oder gereizt sind. Wenn jemand die Haare zu Berge stehen, ist damit diese körperliche Reaktion gemeint. Viele Nuancen: Redensarten lassen sich der Situation anpassen Die Bedeutung muss also nicht immer auf Aggression hinweisen. Das ist das Schöne dabei: Man kann Redensarten sehr gut der Situation anpassen. Je nachdem, wo man sie verwendet, werden sie im Zusammenhang sehr gut verstanden; das ist wunderbar. Sie können also manchmal fünf, sechs, sieben verschiedene Nuancen der Bedeutung einsetzen.
- 18.11.20241 min
Wir sprechen in der Astronomie beziehungsweise in der Astrophysik von +/- 2, das bezieht sich auf den Exponenten. Die Zahl der Atome im Universum beläuft sich etwa auf eine Zahl im Bereich zwischen 10 hoch 84 und 10 hoch 89. Galaxien zählen und die Atome in den Sternen hochrechnen Niemand hat die Atome bisher gezählt und man kann sie auch nicht zählen. Aber man kann die Galaxien zählen und man weiß, wie viele Sterne sich in einer Galaxie befinden. Diese Zahl geht in die Hunderte von Milliarden. Außerdem weiß man, wie viele Atome sich in einem Stern befinden; man kennt etwa die Zahl der Atome in der Sonne. Diese muss man hochrechnen und kommt dann auf diese gigantischen Zahlen. Allerdings mit einer entsetzlichen Fehlerquote.
- 18.11.20241 min
Reihenfolge der Getränke spielt keine Rolle Das hat wohl eher mit Kultur als mit Wahrheit zu tun. Wein war immer das höherwertige Getränk. Deswegen bedeutet Bier nach Wein zu trinken so eine Art kulturellen Abstieg. Das dürfte hinter diesem Spruch stecken, der an und für sich keine Bedeutung hat, denn wissenschaftlich ist das nicht haltbar. Es ist völlig egal, in welcher Reihenfolge man diese Getränke zu sich nimmt. Menge des Alkohols ist entscheidend Auch das Durcheinander ist übrigens nicht entscheidend. Entscheidend für die Frage, wie stark der Kater am nächsten Morgen ausfällt, ist alleine die Menge an Alkohol, die man zu sich nimmt. Die Franzosen haben eine Entsprechung, die lautet: kein Rotwein nach Weißwein. Jeder weiß aber, dass ein französisches Menü den Bruch dieser Weisheit erzwingt, denn in der Regel kommt in der Menüfolge der Rotwein nach dem Weißwein.
Multiversum: andere Universen sind vorstellbar Es ist vorstellbar, dass es ganz andere Universen gibt, das läuft unter dem Schlagwort Multiversum. In unserem eigenen Universum allerdings sind wir der wissenschaftlichen Meinung, dass die Gesetze überall schon immer galten und auch überall gleichmäßig gelten. Das heißt jedoch nicht, dass wir sie alle schon kennen. Aber die Gesetze, die auf unserer Erde gelten, obwohl wir sie noch nicht alle kennen, gelten auch an anderen Stellen im Universum, sodass wir uns durchaus als ein Produkt eines normalen Prozesses unseres Universums vorstellen können. Wir gehen auch davon aus, dass Leben auf anderen Planeten in unserem Universum stattfinden kann. Ferne Galaxien: kein Hinweis auf Notwendigkeit neuer Gesetze Wenn wir ferne Galaxien beobachten und erklären, wie diese Sterne aufgebaut sind, wie sie sich bewegen, welche Farben sie haben, dann passt das konsistent zu den physikalischen Gesetzen, die wir bereits kennen. So gibt es keine Notwendigkeit, neue Gesetze anzuwenden. Wenn es tatsächlich noch andere Universen gibt, wäre die Frage, wie man mit diesen in Kontakt treten könnte, um ihre Existenz wissenschaftlich messen zu können. Bis dahin bleibt es eine reine Gedankenkonstruktion und eine Frage der Philosophie.
- 13.11.20242 min
Luftblase im Ei versorgt das Küken mit Sauerstoff Was machen wir, wenn wir ein Frühstücksei kochen und verhindern wollen, dass es beim Kochen platzt? Wir stechen es an, an der stumpfen Seite. Warum? Weil da eine Luftblase ist. Diese Luftblase kann sich ausdehnen, wenn sie erhitzt wird, und dann droht sie zu platzen. Genau diese Blase dient dem Küken als Luftreservoir. Dort atmet es. Während das Küken im Ei heranwächst, wird die Luftblase immer größer, weil aus dem Ei Flüssigkeit verdunstet. Damit wächst der Luftanteil im Ei, und so hat auch das Küken mit der Zeit ein immer größeres Luftreservoir zur Verfügung. Eierschale hat 10.000 Poren Trotzdem klingt es vielleicht seltsam: Das bisschen Luft in dieser doch recht kleinen Blase soll reichen, um ein Küken bis es schlüpft – also drei Wochen lang – mit Sauerstoff zu versorgen? Wie soll das gehen? Denn die Eierschale selbst ist luftdurchlässig. In der Eierschale eines normalen Hühnereis befinden sich 10.000 Poren, über die ein ständiger Luftaustausch stattfindet. So kommt Sauerstoff ins Ei und somit auch in diese Luftblase. Wann und wie das Küken schlüpft Mit der Zeit wird es im Ei natürlich eng. Dann hämmert das Küken das Ei von innen auf und schlüpft. Draußen gibt es dann in jedem Fall genügend Luft.
Über die Herkunft sind sich die Sprach- und Sprichwortforscherinnen und -forscher nicht ganz einig. Eine Idee lautet, dass es von einem Berliner Lokal kommen könnte. Tatsächlich ist es wohl auch im 19. Jahrhundert in Berlin aufgekommen. Dieses Lokal hatte eine Adresse, die man über den Grünweg erreichte, und es hatte die Nummer 9. Dort sei es immer sehr hoch hergegangen, sodass man es sich als Ausdruck der Empörung hätte vorstellen können. Viele Redensarten um die Farbe Grün Man muss aber wissen, dass es sehr viele Redensarten mit dem Ausdruck "grün" gibt: Auf keinen grünen Zweig kommen, ich bin dir grün, ein grüner Junge sein usw. Es kann auch negativ behaftet sein, etwa in dem Ausdruck "grün und gelb vor Neid sein". Die Neun gehört zu den symbolischen Zahlen. Dahinter könnte demnach auch eine Zahlenmystik stehen. Aber wie gesagt: Hier stochert die Sprichwortforschung im Nebel.
- 10.11.20242 min
Kognitive Leistung verschlechtert sich vor und nach der Geburt Ja, an der Schwangerschaftsdemenz ist tatsächlich was dran. Es gibt Untersuchungen darüber, dass in der Schwangerschaft im letzten Trimenon, also im dritten Schwangerschaftsdrittel, und vor allem nach der Geburt, also postpartal, die kognitive Funktion tatsächlich etwas schlechter ist im Vergleich zu Frauen, die nicht schwanger sind oder nicht entbunden haben. Ursachen: 4 mögliche Faktoren lassen sich benennen Die Prioritätensetzung: Eine hochschwangere Frau oder eine Frau, die stillt, hat den Fokus auf dem Kind. Das ist auch richtig so, auch in der Schwangerschaft: Im letzten Trimester beginnt der Nestbau. Da konzentriert man sich also auf andere Sachen, es rückt anderes in den Fokus, man hat andere Prioritäten. Die Natur hat es gut eingerichtet, dass man dann nicht an andere Sachen denkt, zum Beispiel Berufliches. Der Schlafmangel, vor allem nach der Geburt, wirkt sich aus. Die Hormone spielen eine Rolle. Auch Schmerzen direkt nach der Geburt können Ursache sein. Diese Faktoren können tatsächlich die kognitiven Funktionen etwas einschränken. Komplette Normalisierung einige Zeit nach der Geburt Die gute Nachricht ist: Bei der Kontrolle bzw. bei den Langzeitergebnissen, bei denen man die Frauen noch mal getestet hat, war eine eine komplette Normalisierung festzustellen. Man kann also auch zehn Kinder bekommen und wird sicher nicht dümmer. SWR 2022
- 09.11.20244 min
Stilldemenz: Konzentration der Mutter ist ganz aufs Kind gerichtet Das ist ganz unterschiedlich, aber das sind tatsächlich spannende Fragen. Wenn die Kinder noch ganz klein sind, sind die Beanspruchung des Körpers und die Aufmerksamkeit so stark auf das Kind gerichtet, dass man hier auch von einer Stilldemenz spricht. Man kann also tatsächlich sehen, dass in den Wochen und Monaten nach der Geburt eines Kindes die Anzahl der synaptischen Kontakte in einem Gehirn, das in einem Körper sitzt, der ein Kind zur Welt gebracht hat, erniedrigt sind. Das bedeutet, dass die Lernfähigkeit und damit auch das Erinnerungsvermögen in dieser Zeit eingeschränkt sind und die volle Aufmerksamkeit eben anderen Aufgaben gilt. Das hält allerdings nicht lange an und ist, zur Beruhigung der Betroffenen, vollkommen reversibel. Man kriegt alles wieder, was man in die Kinder investiert hat. Vieles kann mithilfe von Fotos oder Gesprächen doch noch erinnert werden Man merkt das auch daran, dass man das, was man aktiv nicht erinnert hat, doch noch gespeichert hat – wenn man Filme aus der Zeit sieht, Fotos anschaut oder wenn Freunde vorbeikommen, die man lange nicht gesehen hat. Die sagen: "Als der noch klein war, war doch dies und jenes passiert." Und auf einmal denkt man: "Stimmt, da war doch was." Und dann kann man die ganze Episode auch wiedergeben. Es ist also viel mehr da, als wir bewusst abrufen können. Aber in der Tat: Direkt nach der Geburt, aber vor allem auch, wenn man zwei Kinder hat, eins vielleicht noch in den Windeln auf dem Arm, das andere rennt schon weg – das sind Situationen, die die Aufmerksamkeit voll auf die Situation richten und nicht darauf, in der Situation etwas abzuspeichern. Das heißt, unsere Aufmerksamkeit ist ständig geteilt zwischen dem, was wir selber tun, und der Beobachtung, was die Kinder gerade machen beziehungsweise den Alltag zu bewältigen. Bei geteilter Aufmerksamkeit ist es immer extrem schwierig, stabile Erinnerungen zu bilden. Im Vergessen liegt eine Chance fürs Kind Für den Nachwuchs ist es eine große Chance, wenn die Eltern nicht in jedem Moment vor Augen haben, wie die Kinder früher waren. Denn dann sehen sie die Kinder so, wie sie jetzt sind – und nicht immer nur den kleinen Tollpatsch aus den frühen Kindertagen.
Angriff auf Chemiewaffenfabriken in Syrien und viele Drohnenangriffe Nein, das wird an Stammtischen zwar gelegentlich behauptet, und richtig ist, unter seiner Regierung sind die USA in kein Land neu einmarschiert. Das ist aber eigentlich auch schon alles. Donald Trumps Amtszeit war kürzer als die seiner Vorgänger, und er hatte auch das Glück, dass es in den vier Jahren keine Situation gab wie 2001 mit 9/11, einem von Al Quaida in Afghanistan aus koordinierten Terrorangriff. Aber es ist keineswegs so, dass die USA unter Trump keine Bomben abgeworfen hätten. 2018 ließ er Chemiewaffenfabriken in Syrien angreifen. Vor allem aber gab es unter Trump wie unter seinem Vorgänger Barack Obama tausende Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Terroristen vor allem in Afghanistan. Obama hat diese Praxis begonnen, aber Trump hat sie massiv ausgeweitet. Dazu gibt es Zahlen vom "Bureau of Investigative Journalism", das Drohnenschläge erfasst. Demnach gab es in den vier Jahren unter Trump mehr als 12.000 Drohnenangriffe. Das sind sieben Mal so viele wie in den acht Jahren unter Obama. Auch den Krieg gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) hat Trump weitergeführt. Trump hat Truppen aus Konfliktregionen abgezogen Richtig ist, dass Trump US-Truppen aus verschiedenen Konfliktregionen abgezogen hat – vor allem in Syrien. Friedlicher und sicherer ist Syrien dadurch aber nicht geworden, im Gegenteil. Auch in Afghanistan hat Trump den Abzug der Streitkräfte noch angeordnet, durchgeführt hat ihn sein Nachfolger Joe Biden. Das Ergebnis war die Machtübernahme durch die Taliban. Friedensbilanz eher durchwachsen Wie sieht also seine Friedensbilanz insgesamt aus? Trump hat Nordkorea mit völliger Zerstörung gedroht – in der Hoffnung, damit Machthaber Kim Jong Un einzuschüchtern und zu einem Atomabkommen zu bewegen. Das hat bekanntlich nicht geklappt. Nordkorea testet weiter seine Atomraketen. Zugute gehalten wird Trump, dass es unter der Vermittlung seiner Regierung zu diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und zwei Golfstaaten gekommen ist, nämlich Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ob das so ein großer Fortschritt ist, ist Ansichtssache. Militärisch waren diese beiden Staaten für Israel nicht wirklich eine Bedrohung. Relevanter wären diplomatische Beziehungen mit Saudi-Arabien, aber gerade die sind unter Trump nicht zustande gekommen, obwohl er es gerne gehabt hätte. Donald Trump und sein Erzfeind Iran Trump ging es auch weniger um Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, sondern vor allem um die Bildung eines Bündnisses gegen seinen Erzfeind Iran. Trump war es, der das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt hat – mit dem Ergebnis, dass der Iran sein Atomprogramm wieder hochgefahren hat und nach Einschätzung von Beobachtern inzwischen so viel waffenfähiges Uran angereichert hat, dass das Land bald über eigene Atomwaffen verfügen könnte. Ob die Welt damit friedlicher geworden ist, ist zumindest fraglich. Trumps Friedensverständnis zeigt sich auch im Russland-Ukraine-Konflikt: Als die russische Armee unter Putin die Ukraine angegriffen hat, kam von Trump keinerlei Kritik. Im Gegenteil zeigte er Verständnis für Putin und nannte ihn "genial". Auch Friedensbilanz im eigenen Land berücksichtigen Und zu einer ehrlichen Friedensbilanz gehört auch die im eigenen Land, wo Trump rassistische Gewalttäter verteidigt, seine Anhänger zur gewaltsamen Stürmung des Kapitols ermuntert und sich davon bis heute nicht distanziert hat. SWR 2022
- 01.11.20243 min
Der Grund liegt im Wahlmännersystem in den USA. Denn in Amerika wird der Präsident nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom sogenannten Electoral College. Das findet erst 41 Tage nach dem offiziellen Wahltag statt. Die sogenannten Wahlmänner oder Wahlfrauen werden an diesem Tag von den jeweiligen Bundesstaaten nach Washington geschickt, um den Präsidenten zu wählen. Wie viele Wahlmänner der Bundesstaat zu Verfügung hat, hängt davon ab, wie viele Bürger dort leben. In Kalifornien leben fast 40 Millionen Amerikaner*innen und dieser Bundesstaat hat deshalb auch 55 Wahlleute. Wyoming aber zum Beispiel hat nur knapp 600.000 Einwohner*innen und deshalb auch nur 3 Wahlleute. Das heißt, die großen Staaten sind wichtiger? Ja, in den meisten Staaten gehen alle Stimmen der Wahlleute nur an einen Kandidaten. Nämlich den Kandidaten, der im jeweiligen Bundesstaat die meisten Stimmen bekommen hat. Im Fall von Kalifornien wären es also 55 Stimmen. Es ist dementsprechend auch nicht wichtig, ob ein Kandidat den Bundesstaat nur knapp gewonnen hat oder – rein fiktiv – 99 Prozent der Stimmen bekommt. Der Kandidat bekommt alle Stimmen aus dem Bundesstaat – nach dem The-winner-takes-it-all-Prinzip. Wie kann es rechnerisch sein, dass jemand weniger Stimmen hat und trotzdem Präsident wird? Weil alle Stimmen der Wahlleute nur an einen Kandidaten gehen, fallen ja ganz viele Wählerstimmen praktisch weg, die eigentlich den anderen Kandidaten gewählt haben. Zum Beispiel würde es ausreichen, wenn ein Kandidat mit nur 51 Prozent der Wählerstimmen die elf bevölkerungsreichsten Bundesstaaten gewinnt. Dann ist er trotzdem Präsident und es kommt nicht mehr darauf an, wie in den anderen 39 Bundesstaaten gewählt wurde. Wann ist dieses Wahlsystem entstanden? Das geht zurück bis ins Jahr 1787 – auf die Verfassung der USA. George Washington, Benjamin Franklin und Alexander Hamilton, die Gründungväter der Verfassung, haben damals nur weißen Männern mit protestantischem Glauben das Wahlrecht zugesprochen. Das waren damals nur rund 10 Prozent der Bevölkerung. Sie waren aber nicht überzeugt von dem Bildungsgrad und der Integrität der Bürger. Deshalb haben sie eine Art Absicherungsmechanismus in das Wahlsystem eingebaut – das Electoral College. Damit sich der Wille des Volkes zumindest nicht direkt auf die Politik auswirken kann. Mittlerweile dürfen zwar deutlich mehr Menschen in den USA wählen, aber das Electoral College ist geblieben. Wie oft ist es passiert, dass der Kandidat mit weniger Wählerstimmen Präsident geworden ist? Insgesamt ist das in der Geschichte der USA schon fünf Mal passiert. Das letzte Mal 2016, als Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde. SWR 2020
Ja, das bringt was. Das sind die berühmten sechs bis sieben Prozent, die man spart, wenn man die Raumtemperatur um ein Grad senkt. Man sollte mit dem Heizungsbauer darüber reden, wie die Heizung eingestellt ist. Heizung wichtige Stellschraube beim Energiesparen Zwei Drittel des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte werden für Wärme aufgewendet – also für die Heizung. Und da kommt noch Warmwasser drauf. Beleuchtung, kochen, Kommunikationselektronik – das sind alles Peanuts im Vergleich zur Heizenergie. Deswegen ist es so wichtig, dort anzusetzen.
- 31.10.20241 min
Vom Fickesfackes zu den Faxen Es gibt ein altes deutsches Wort, das heißt "fickfacken"; das bedeutet, sich hin und her bewegen. Es hat auch mit "nicht lange fackeln" zu tun. Wenn jemand nicht lange fackelt, dann bewegt er sich nicht lange hin und her. Und das Hin- und Herbewegen empfand man oft als Lavieren, als etwas Unangenehmes sogar. Deswegen gab es irgendwann Fickesfackes als Bezeichnung von Streichen, die jemandem gespielt werden, als etwas sehr, sehr Unangenehmes. Weil Fickesfackes dann doch ein bisschen lang war, hat man nur noch von Fackes gesprochen. Das verkürzte sich zu den Faxen und hat sich bis heute gehalten. Damals aber, also vor locker 300 Jahren, wusste man vom Faxgerät noch nichts.
Die Leute hatten früher ihre Wertsachen in Beuteln bei sich. Und Beutelschneider waren geschickt genug, um einem anderen den Beutel abzunehmen. Es gibt übrigens auch heute noch Leute, die einem die Hosensäcke oder die Rucksäcke in der U-Bahn aufschneiden. Es ist also ein "altes Handwerk", fast schon ehrenwert.
- 30.10.20241 min
So viele Sterne, dass einzelne Sternbilder nicht mehr zu sehen sind Sternbilder sieht man, wenn in der Nacht der Mond scheint, sodass es hell genug ist. In einer mondlosen Nacht, auf der dunklen Seite der Erde, wenn der Mond gerade nicht am Himmel steht, sieht man so viele Sterne, dass man die einzelnen Sternbilder nicht mehr erkennen kann. Außerdem muss man relativ schnell sein, um sie zu erkennen, denn die Raumstation dreht sich so schnell um die Erde, dass alles sehr schnell an einem vorbeifliegt, also auch die Sternbilder. Die verschwinden sehr schnell. SWR 2015
- 30.10.20242 min
Gesellige Hülsenfrüchte mit holziger Hülle Botaniker teilen Pflanzen gern nach Verwandtschaft ein. Wenn man fragt: Mit welchen anderen Pflanzen ist die Erdnuss verwandt? – dann steht die Erdnuss den Bohnen und Erbsen viel näher als zum Beispiel der Haselnuss oder der Walnuss. Das kann man auch daran erkennen, wie Erdnüsse "verpackt" sind. Sie befinden sich nämlich – ähnlich wie Bohnen und Erbsen – in einer länglichen Hülse; in der Regel zusammen mit einer weiteren Erdnuss. Es sind somit Hülsenfrüchte. Der Unterschied zu Bohnen und Erbsen ist im Wesentlichen, dass diese Hülse holzig ist und man sie – anders als bei Bohnen – nicht mitisst. Echte Nüsse sind Einzelgänger: jeder Samen mit eigener Schale Echte Nüsse dagegen sind immer "einzeln" verpackt. Jede Nuss ist ja ein Samen, und jeder Samen hat bei echten Nüssen wie der Haselnuss eine eigene Schale. Deshalb sagen Botaniker: Die Erdnuss ist keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. Nussähnliche Eigenschaften: Geschmack, fettreich, verschlossene Hülse, roh genießbar Man kann aber Früchte auch danach einteilen, wie sie aussehen und beschaffen sind. Und da kann man die Erdnuss dann doch als Nuss bezeichnen. Denn sie befindet sich zwar in einer Hülse, aber anders als bei anderen Hülsenfrüchten bleibt diese Hülse grundsätzlich verschlossen – genau wie die Schale der Nuss. Die Erdnuss reift außerdem in der Erde, sie schmeckt nussig und man kann sie roh essen – anders als Erbsen und Bohnen. Und Erdnüsse enthalten viel Fett – genau wie echte Nüsse. Deshalb kann man sagen: Für Botaniker mag die Erdnuss keine Nuss sein – aber man kann Früchte auch danach einteilen, wie sie aussehen und wie man sie verwendet. Und in diesem Sinn ist sie dann doch eine Nuss.



















