
Archivradio – Geschichte im Original
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- 27.01.2022100 min
Während des Zweiten Weltkriegs betrieben die Briten mehrere geheime, deutschsprachige Radiosender. Sie sollten bei den Soldaten der deutschen Streitkräfte antideutsche Propaganda verbreiten. Einer der Sender war der Soldatensender West. Wie hier in der Sendung vom 29. April 1945 ging es vor allem darum, die Soldaten mit Swing-Musik und Unterhaltung zu locken und sie mit Falschnachrichten und Berichten über die Erfolge der Alliierten zur Kapitulation zu bewegen. Die ursprüngliche Aufnahme ist mehr als vier Stunden lang. Im Sinne der Hörbarkeit und aus urheberrechtlichen Gründen haben wir die Musik herausgeschnitten. Quelle: DRA Frankfurt, Archivnummern 2833942 bis 2833944 / Imperial War Museum London IWM Im Bild: Folke Bernadotte, Graf von Wisborg
- 22.01.20225 min
Willy Brandt schreibt Brief an Willi Stoph Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik. Regierungssprecher Conrad Ahlers liest auf der Bundespressekonferenz vor Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz von Regierungssprecher Conrad Ahlers vorgelesen.
- 22.01.20223 min
Am 1. Januar 2021 ist der Brexit Realität. Vorausgegangen war eine 11-monatige Übergangsphase, in der das Vereinigte Königreich nicht mehr der EU angehörte, aber in vielerlei Hinsicht so behandelt wurde. Viel war spekuliert worden, was denn dann passieren würde, zumal der Austritt auch noch mitten in der Corona-Krise erfolgte. Im Dezember 2020 waren wegen der Pandemie die Grenzen geschlossen, viele Auslandsflüge gestrichen, der Euro-Tunnel zu. Kilometerlange Lkw-Schlangen hatten sich gebildet, doch kurz vor dem Jahreswechsel wurden die Maßnahmen wieder gelockert. Bis Weihnachten war zudem unklar, ob es einen harten Brexit geben würde, doch dann einigten sich die EU und London doch noch in letzter Minute auf ein Abkommen. So ist es am Neujahrstag an den Grenzen vergleichsweise ruhig, und Premier Boris Johnson zeigt sich zufrieden.
- 22.01.20227 min
Beide Male scheitert der Beitritt am Veto Frankreichs, konkret Charles de Gaulles. Der meint: Großbritannien unterscheide sich zu sehr vom Kontinent. Er fürchtet auch, dass die USA über Großbritannien zu viel Einfluss nehmen könnten. Erst als de Gaulle 1969 zurücktritt, ist für Großbritannien der Weg frei. Am 22. Januar 1972 unterzeichnet Premier Edward Heath den Beitrittsvertrag in Brüssel. Aber die Beitritts-Gegner aus seinem Heimatland sind ebenfalls gekommen und laden zu Gegenveranstaltungen ein.
- 15.01.20226 min
In den Weihnachtstagen 1959 wurden die Kölner Synagoge und das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus mit Hakenkreuzen beschmiert und demoliert. Zwei junge Männer wurden festgenommen. Doch die Tat provozierte Trittbrettfahrer. In den folgenden Wochen mehrten sich antisemitische Vorkommnisse. Nach den Weihnachtsferien nimmt Bundeskanzler Konrad Adenauer Stellung zu den, wie er sie bezeichnet, "Flegeleien" und fordert eine "Tracht Prügel" für die antisemitischen "Lümmel".
Medien und Öffentlichkeit nehmen Klimaerwärmung lange nicht wahr Die Möglichkeit, dass der Mensch das Klima aufheizt, wird seit Mitte der 1980er-Jahre zunehmend Thema in den Medien. Klimaerwärmung: bis in die späten 1970er eine eher theoretische Gefahr In der Forschung wurde diese Gefahr schon Jahrzehnte vorher diskutiert. Es war bereits lange bekannt, dass CO₂ und andere Gase grundsätzlich eine Treibhauswirkung haben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auch Messungen über den CO₂-Anstieg in der Atmosphäre. Doch bis in die späten 1970er-Jahre war die Klimaerwärmung eine vor allem theoretische Gefahr. Erst von da an gibt es erste Daten, die darauf hindeuten, dass der Klimawandel tatsächlich real ist. Doch auch dies bleibt noch einige Jahre vor allem ein Thema für die Fachwelt. Physiker Jochen Fricke im Interview Es dauert bis Mitte der 1980er-Jahre, bis das Thema in den Medien breiter aufgegriffen wird – so wie in diesem Interview mit dem Physiker Jochen Fricke vom Januar 1986. Quelle: Südwestfunk, Archiv-Nr. W0692387 Im Bild: Jochen Fricke im Jahr 2004
- 12.01.202213 min
Baden-Württemberg: Lothar Späth stolpert über die "Segeltörn-Affäre" Am 13. Januar 1991 tritt Lothar Späth zurück. Es ist nach Hans Filbinger der zweite Rücktritt eines baden-württembergischen Ministerpräsidenten – wenn auch die Gründe völlig andere sind. Bei Filbinger war es die Nazi-Vergangenheit, bei Lothar Späth waren es vor allem von befreundeten Unternehmen bezahlte Privatreisen in seiner Amtszeit. Der beliebte Ministerpräsident der CDU wehrte sich – vergebens Späth war an sich in der Bevölkerung beliebt, holte regelmäßig für die CDU im Land die absolute Mehrheit. Doch die durch Presserecherchen zutage getretenen Vorwürfe machen ihm zu schaffen. Am Tag vor seinem Rücktritt versucht Lothar Späth, sich noch einmal zu wehren: "Der Späth lässt sich nicht kaufen. Der Späth ist kein Playboy. Der Späth ist nicht bestechlich. Der Späth hat noch eine Menge Urlaub gut aus den letzten zwölfeinhalb Jahren. Und ich weiß wenige Politiker, die so wenig ihren Urlaub in Anspruch nehmen wie ich, und die noch große Teile ihres Urlaubs benutzen, um zu arbeiten. Man kann mir alles vorwerfen! Aber dass ich meinen 16-Stunden-Tage in zwölfeinhalb Jahren allzu oft unterbrochen hätte für Bequemlichkeit und schönes Leben, kann wirklich niemand sagen. Und deshalb meine ich, ich habe Anspruch, in dieser Frage fair behandelt zu werden. Und mehr will ich nicht." Doch auch dieser Stellungnahme schafft es Lothar Späth nicht, sich im Amt zu halten – am Abend des folgenden Tages tritt er zurück: "Was ich nicht will – und das ist der Grund meiner Entscheidung: Ich möchte dieses Amt, dieses Land und die Aufgabe der Regierung nicht verletzen." Quelle: Lothar Späth bei seinem Rücktritt 1991 Georg Weisenberger, Reporter beim Süddeutschen Rundfunk, zieht eine Bilanz zu Lothar Späth und seiner Amtszeit.
- 09.01.20223 min
Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, kommt der nächste Knall. Am 10. Januar 2000 gibt CDU-Chef Wolfgang Schäuble zu, als früherer Generalsekretär auch eine Spende des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber entgegengenommen zu haben.
- 30.12.20213 min
DDR: Atomkraftwerke Lubmin und Rheinsberg schon über 30 Jahre alt Wie sicher sind die Kernkraftwerke der DDR? Nach dem Fall der Mauer rückt diese Frage schnell nach oben auf der Tagesordnung von Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Die DDR verfügt über zwei Atomkraftwerke, eines in Lubmin bei Greifswald, eins in Rheinsberg nördlich von Berlin. Beide sind zu dem Zeitpunkt schon über 30 Jahre alt. Ein drittes, Standal, befindet seit 15 Jahren im Bau. Seit etwa 1987 gab es daher Überlegungen, mit dem Westen zu kooperieren, um höhere Sicherheitsstandards zu erreichen. Für den SWF hat Korrespondent Thomas Jung die Delegation begleitet. Atomkraftwerke werden 1990 abgeschaltet, Baustelle Stendal wird aufgelöst Als Klaus Töpfer und seine Fachleute die Kraftwerke besichtigen, ist schnell klar: da müsste soviel saniert werden, das lohnt sich nicht. Noch im selben Jahr werden die DDR-Kraftwerke abgeschaltet und auch die Baustelle in Stendal wird aufgelöst. Quelle: W0983466
- 21.12.20214 min
Helmut Kohl will die Namen der Spender nach wie vor nicht nennen, er habe ihnen schließlich sein Ehrenwort gegeben. Das bringt die CDU zunehmend in Bedrängnis, sie beginnt, sich von ihrem Ehrenvorsitzenden abzusetzen. Aufsehen erregt ein Artikel von Generalsekretärin Angela Merkel, die in der FAZ deutliche Worte findet. Die von Kohl verantworteten Vorgänge haben der Partei Schaden zugefügt, schreibt sie. Die CDU müsse sich auf eine Zukunft ohne Kohl einstellen. Sie müsse sich wie jemand in der Pubertät von zu Hause lösen und eigene Wege gehen. Am selben Tag, dem 22. Dezember 1999, trifft sich das CDU-Präsidium und fordert Kohl geschlossen auf, Klartext zu reden.
- 14.12.202121 min
Am 11. April 1961 beginnt in Jerusalem der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Adolf Eichmann – mitverantwortlich für die Ermordung von 6 Millionen Juden Adolf Eichmann hat maßgeblich den millionenfachen Mord an den Juden im Nazi-Regime organisiert. Nach dem Krieg floh er über Österreich und Italien nach Argentinien. 1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst Mossad, Adolf Eichmann in Argentinien zu finden und nach Jerusalem zu entführen, wo ihm schließlich der Prozess gemacht wird. Berichterstattung in der Bundesrepublik und in der DDR im Vergleich Wir hören vom Prozessauftakt zwei Berichte: einen aus der Bundesrepublik, einen aus dem DDR-Rundfunk. Zunächst die Reportage des ARD-Hörfunkkorrespondenten Hans-Joachim Netzer mitsamt der vorangehenden Ansage. Zum Vergleich der Bericht von Kurt Goldstein im Rundfunk der DDR. Kurt Goldstein, der Reporter, ist selbst ein Holocaust-Überlebender, wie er in seinem Bericht auch deutlich macht, als er sagt, die Verlesung der Anklage hätte bei ihm die Bilder aus seiner Zeit in Auschwitz wachgerufen.
- 14.12.202121 min
1963 begannen die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Initiiert wurden sie vom Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Dieser war als Jude während der NS-Diktatur nach Dänemark emigriert. In einem Interview erklärte Staatsanwalt Fritz Bauer, der bereits den ersten Auschwitz-Prozess vorbereitete, dass deutsche Gerichte die Verbrechen der Nazizeit intensiv aufarbeiten müssten. Das Interview stand unter dem Eindruck des zeitgleich laufenden Prozesses gegen Adolf Eichmann in Israel. Quelle: Deutschlandradio (Archiv)
- 14.12.20215 min
Großes Medieninteresse am Eichmann-Prozess Als in Israel der Prozess gegen Adolf Eichmann näher rückt, ist das internationale Medieninteresse riesig. Und es stellen sich Fragen: Wie soll die Berichterstattung ablaufen? Unter welchen Bedingungen wird die Presse arbeiten können? Neues Gerichtsgebäude und keine Militärzensur Dazu äußert sich im folgenden Interview der Vorsitzende Richter Moshe Landau. Es werde keine Militärzensur geben, verspricht Landau. Es werde ein neues Gerichtsgebäude extra für den Prozess errichtet. Die Pressevertreter würden in einem Pressecamp untergebracht werden. Moshe Landau (1912 - 2011) stammte aus Danzig und war 1933 nach Palästina ausgewandert. Die Fragen stellte der in Israel lebende Journalist Mosheh Ya’akov Ben-Gavriel. Im Bild: Die drei Richter Fitzhah Raulh, Moshe Landau und Benjamin Halevi (von links) am 13. April 1961
- 14.12.20216 min
Am 23. Mai 1960 gibt Israels Premierminister David Ben-Gurion die Verhaftung Adolf Eichmanns bekannt. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte den Organisator des Massenmords an den Juden in Argentinien aufgespürt, entführt und nach Israel gebracht. Die Sendung "Zeit im Funk" gibt einen Überblick über Adolf Eichmanns beruflichen Werdegang. Quelle: "Die Zeit im Funk", Deutschlandradio. Moderator: Jürgen Graf
- 11.12.202114 min
Er sieht aus wie ein geköpftes Ei: Der erste Atomreaktor der Bundesrepublik in Garching bei München. Der Reporter Ernst von Khuon gibt sich alle Mühe, den Anblick zu beschreiben, als er wenige Tage vor der Inbetriebnahme im Oktober 1957 den Reaktor besichtigt. Mit dem Direktor des Laboratoriums für technische Physik an der technischen Hochschule in München, Heinz Maier-Leibnitz, geht er auch auf die Technik ein – und die mögliche Strahlenbelastung im Abwasser. Quelle: W0098715
Nach den ersten Berichten über angebliche Aktenvernichtungen in der ehemaligen Stasi kommt es in Erfurt und Ostberlin zu spontanen Kundgebungen. Die Demonstrierenden besetzten dabei auch das Stasi-Gebäude in Erfurt.
- 04.12.20215 min
Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer ist im DDR-Rundfunk ein Interview mit Sprengkraft zu hören. Ein junger Stasi-Mitarbeiter will gesehen haben, dass sein Vorgesetzter mit Unterlagen im Heizraum verschwindet. Die Stasi vernichtet belastendes Material, das ist die Nachricht.
- 03.12.20218 min
Die Grünen gab es 1971 noch nicht. In jenem Jahr ist es die sozialliberale Koalition, also SPD und FDP, die das erste Umweltschutzprogramm in der Bundesrepublik beschließt. Die "Freiburger Thesen" der FDP Der Vorstoß kommt von der FDP. Einige Wochen zuvor hat sie auf ihrem Freiburger Parteitag für damalige Verhältnisse progressive Thesen, auch zum Umweltschutz, verabschiedet und sich zum Beispiel für die Internalisierung externer Umweltkosten ausgesprochen. Sprich: Die Umweltschäden sollen bei Verbraucherpreisen berücksichtigt werden. Aus der Forderung wird schnell ein politisches Programm, das am 3. Dezember 1971 bereits im Bundestag diskutiert wird. Genscher für Verursacherprinzip Zuständig ist der FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher, damals Bundesinnenminister. Neben Genscher hören wir im folgenden Beitrag auch den damaligen CDU-Politiker Herbert Gruhl, der später Mitgründer der Partei „Die Grünen“ wurde. Beim Thema Umweltschutz dachte in der Politik damals übrigens niemand ans Klima, damals geht es vor allem um Müllvermeidung.
- 01.12.202114 min
Heimatvertriebene und Flüchtlinge reagieren im Jahr 1949 empört auf eine geplante Umsiedlungsaktion, da sie auf dem Reinhardshof in Wertheim eine neue Heimat gefunden haben. Arbeitslose Flüchtlinge sollen in ländliche Gemeinden des Landkreises umgesiedelt werden – nicht klar ist jedoch, ob es an diesen Orten tatsächlich auch Arbeit für die Flüchtlinge geben wird. Allerdings versichert der Wohnungsverwalter, dass die zukünftigen Unterkünfte besser ausgestattet seien als die bisherigen. Im Bild: Frauen bereiten 1948 an einem Tisch im bayerischen Flüchtlingslager Allach Mahlzeiten zu
- 29.11.20217 min
Wo landete nun die Million des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber? Am 26. November 1999 räumt Heiner Geißler, der ehemalige Generalsekretär der CDU, ein, dass es in der CDU schwarze Konten gab. Ex-Bundeskanzler Kohl schweigt zunächst und gibt die schwarzen Konten erst vier Tage später zu. Vier Tage später schließlich, am 30. November 1999, die lang erwartete Erklärung von Helmut Kohl, der zugab, dass es insgesamt Spenden in Höhe von mehr als 2 Millionen DM gab. Die Spender wolle er nicht nennen, er habe ihnen sein Ehrenwort gegeben.



















