Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
237823.10.2026
Beschreibung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Sonntags bis freitags um 17 Uhr, samstags um 7 Uhr. Zusätzlich gibt es werktags um 7 Uhr ein kurzes Nachrichten-Update.
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Episoden
  1. Es ist die größte Verstaatlichung in der Geschichte der Bundesrepublik: Der Bund übernimmt den Gaszulieferer Uniper. Das hat das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwochmorgen bestätigt. Das Unternehmen hatte bisher vor allem günstiges russisches Gas eingekauft und muss nach dem Lieferstopp nun von anderer Stelle teureres Gas beziehen. Darum macht es aktuell täglich mehrere Millionen Euro Verlust. Uniper stellt 40 Prozent des Gases, das in Deutschland verbraucht wird. Deshalb hatte der Bund schon im Juli mit einem ersten Rettungspaket ausgeholfen. Jetzt übernimmt er für eine halbe Milliarde Euro die Anteile des finnischen Großaktionärs Fortum, der bisher Mehrheitsaktionär bei Uniper war. Außerdem zahlt er noch einmal acht Milliarden Euro, um das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat am Mittwoch auch bestätigt, dass die umstrittene Gasumlage weiterhin kommt. Die Ampel-Koalition hatte sie beschlossen, um Energieunternehmen wie Uniper in der Krise zu stützen. Aber darum gibt es jetzt, nach der Uniper-Übernahme, neuen Streit. “Habeck argumentiert, dass die Gasverbraucher dann mit ihrem Geld einen Staatskonzern unterstützen und hat darum verfassungsrechtliche Bedenken”, sagt SZ-Energieexperte Michael Bauchmüller. Habeck wolle die Umlage vermutlich auch gerne “abschütteln”, so Bauchmüller weiter. Denn die höheren Gaspreise für die Verbraucher und Verbraucherinnen würden immer mit ihm in Verbindung gebracht. Finanzminister Lindner wolle aber unbedingt vermeiden, dass die Umlage gekippt wird. Denn die dann entstehende Lücke müsste mit Geld aus dem Staatshaushalt gestopft werden. Weitere Nachrichten: EU plant weitere Saktionen gegen Russland, Donald Trump wegen Finanzbetrugs angeklagt Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion:: Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa

  2. Am Dienstag hat Moskau angekündigt, dass noch diese Woche in den russisch-besetzten Gebieten im Osten der Ukraine Referenden über den Anschluss an Russland abgehalten werden. Dann steht einer Annexion der ukrainischen Gebiete um Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja an die russische Föderation nichts mehr im Weg. Der Westen hat diese Scheinreferenden einhellig verurteilt. Am Mittwoch dann hat Russlands Präsident Wladimir Putin außerdem die sofortige Teilmobilmachung von 300 000 Reservisten angeordnet. Moskau habe enorme Schwierigkeiten, die Verluste von Zehntausenden Soldaten auszugleichen, sagt Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel am Telefon in Charkiw. Deshalb komme die russische Teilmobilisierung auch "unabhängig von den jüngsten ukrainischen Erfolgen". Da aber auch Zehntausende ukrainische Soldaten in den vergangenen sieben Monaten des Krieges gestorben oder verletzt worden seien, sei es gerade schwer einzuschätzen, ob es überhaupt in Kürze zu einer neuen ukrainischen Offensive kommen könne. Jedenfalls werde die Angliederung der besetzten ukrainischen Ostgebiete an die Russische Föderation die Situation nochmals eskalieren. Denn: "Jeder Angriff auf diese Gebiete könnte als Angriff auf Russland angesehen werden.” Und Putin könne im Zweifel Atomwaffen einsetzen. Zur Rückeroberung dieser russisch-besetzten Gebiete seien dann neue westliche Waffen nötig, deren Reichweite aber auch theoretisch auf bisheriges russisches Territorium reichen würde. Würden diese Waffen andererseits nicht geliefert, könnte die russische Armee weiterhin "straflos", also ohne ernsthafte ukrainische Möglichkeiten zur Gegenwehr, ukrainisches Gebiet beschießen. Letztendlich würde US-Präsident Joe Biden über den weiteren Kriegsverlauf entscheiden, meint Hassel. Weitere Nachrichten: Razzia gegen Oligarchen, Gasimporteur Uniper wird verstaatlicht. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und россия 24

  3. Der Monsunregen in Pakistan war in diesem Jahr besonders stark: Im August ist dreimal mehr Regen gefallen als in den Jahren zuvor. Die Wassermassen haben die schlimmste Flutkatastrophe ausgelöst, die in dem südasiatischen Land jemals aufgezeichnet wurde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der vergangene Woche in Pakistan war, hat diese Flut als “Klima-Massaker” bezeichnet – und damit den Zusammenhang der Katastrophe mit dem Klimawandel benannt. Der finanzielle Schaden im Land wird aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut offiziellen Angaben sind 33 Millionen Menschen betroffen und über 1500 sind gestorben. Viele haben ihre Existenzgrundlage verloren. Weil auch sauberes Wasser knapp ist und sanitäre Anlagen fehlen, breiten sich nun zusätzlich Krankheiten aus, vor allem das Dengue-Fieber sowie Durchfall- und Hautkrankheiten. “Die Lage ist weiterhin dramatisch”, sagt Isabel Bogorinsky, Leiterin der Welthungerhilfe in Islamabad. “Da, wo vorher Dörfer waren, sind jetzt keine mehr – da ist einfach nur Wasser.” Immerhin seien die meisten Gebiete inzwischen für Hilfslieferungen erreichbar. Die Menschen müssten jetzt mit dem Nötigsten versorgt werden: mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Zelten, Hygieneartikeln, Medizin und Futter für die Tiere. Schon im August hatte die UN zu verstärkter internationaler Hilfe aufgerufen. Die läuft aber nur schleppend an. “Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass es weltweit so viele Katastrophen und Problemlagen gibt. Da hat Pakistan vielleicht nicht die größte Priorität”, so Bogorinsky. Weitere Nachrichten: Separatistengebieten stimmen über Beitritt zu Russland ab, deutsche Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion:: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Twitter / @antonioguterres

  4. An diesem Montag wird Queen Elizabeth II. beigesetzt. Eine riesige Trauerfeier in London, hohe Gäste aus aller Welt, hunderttausende Menschen. Dabei gibt es auch viel Kritik an der Queen – besonders aus den ehemaligen britischen Kolonien. Und in vielen Staaten des sogenannten Commonwealth werden Forderungen laut, die Monarchie abzuschaffen. Was passiert also nach dem Tod der Queen mit diesem Verbund? SZ-Redakteur Arne Perras sagt: “Die Queen war eigentlich das wichtigste Element oder das wichtigste Band des Commonwealth.” Jetzt, wo Elizabeth II. gestorben sei, könne man damit rechnen, dass noch mehr Länder des Commonwealth die Monarchie abschaffen wollen. Charles könne den Staatenbund nur erhalten, so Perras, wenn er das Commonwealth neu erfinde – und neue Akzente wie zum Beispiel Klimaschutz setze. Dabei haben viele Staaten sowieso schon lange ein ambivalentes Verhältnis zur Queen: Das liege an der kolonialen Geschichte und an der Rolle, die Großbritannien als Weltreich in vielen Gegenden gespielt hat. “Es gibt Menschen, die sagen: Ich kann nicht trauern um die Queen, weil ich ihre Person nicht trennen kann von dem Leid und dem Schmerz, den wir durch die koloniale Zeit erfahren haben”, so Perras. Weitere Nachrichten: AKW im Süden der Ukraine offenbar angegriffen, Biden verspricht Unterstützung für Taiwan Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über BBC News

  5. Es geht wieder los: Nach zwei Jahren Pandemie-Pause startet am Samstag in München das Oktoberfest. Und bei der Wiesn – wie man das größte Volksfest der Welt in Bayern nennt – geht es vor allem: ums Bier. Beim letzten Mal, 2019, wurden auf der Wiesn 7,3 Millionen Maß Bier getrunken. Alkohol gilt hierzulande immer noch eher als Kulturgut denn als gefährliche Droge. Dabei gibt es laut jüngstem Drogenbericht der Bundesregierung in Deutschland rund 1,8 Millionen Alkoholabhängige. Etwa 74 000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Alkoholkonsums, auch, weil viele Verkehrsunfälle durch Trunkenheit am Steuer verursacht werden. Jeder und jede Deutsche trinkt durchschnittlich mehr als zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr. Während sich in diesem Jahr die meisten Wiesn-Besucher und -Besucherinnen vor allem Sorgen wegen Corona im Bierzelt machen, haben wir uns gefragt: Was bedeutet es eigentlich, wenn sich Tausende mit Ansage betrinken? Wie viel Alkohol ist in Ordnung – und ab wann wird es gefährlich? Der Münchner Toxikologe und Arzt Florian Eyer von der TU München bestätigt, dass während der Wiesn in den Münchner Kliniken vermehrt Menschen mit akuten Alkoholvergiftungen eingeliefert werden. Einen einmaligen Rausch stecke der Körper zwar relativ gut weg. Gefährlich sei er aber trotzdem: "Die Koordination ist stark eingeschränkt, Sie können stürzen oder einen Unfall haben. Und Menschen, die durch Alkohol aggressiv werden, sind gefährdet, in Schlägereien zu geraten oder andere Straftaten zu begehen." Generell werde die Gefahr von Alkohol unterschätzt, so Eyer, denn er sei "letztendlich ein Gift". "Der Alkoholkonsum trägt immens zur Krankheitslast und zu gesellschaftspolitischen Problemen bei. Wir haben viele Patienten, die Alkoholmissbrauch betreiben, und damit nicht nur ihren Körper schädigen, sondern auch ihr soziales Umfeld." Er selbst, sagt Eyer, trinke auf der Wiesn maximal zwei Maß – und empfiehlt, dazu immer ausreichend Wasser zu trinken. Link zum Text über die Infektionsgefahr auf dem Oktoberfest finden Sie hier. Alles weitere zu Wiesn hier. Weitere Nachrichten: Massengrab in der Ukraine entdeckt, Rosneft Deutschland unter Treuhandverwaltung. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial aus Bierzelten

  6. Angesichts extrem gestiegener Energiepreise machen sich viele Menschen Sorgen, wie teuer Strom und Gas für sie wird. Und ob sie die Rechnungen der Stromversorger künftig noch bezahlen können. Denn für auch für sie hat sich der Einkauf stark verteuert. Große Gasimporteure wie Uniper oder die Leipziger VNG müssen bereits mit staatlichen Milliarden gestützt werden. Kurzfristig seien noch keine hohen Rechnungen zu erwarten, sagt Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München. Aber wie auch Verbraucherschützer bereits warnten, müssten Privathaushalte in naher Zukunft "etwa mit einer Verdreifachung der Energiepreise rechnen". "Diese Prognose ist leider nach wie vor sehr plausibel", bekräftigt Bieberbach. Speziell in München gebe es einen Unterstützungsfonds in Höhe von derzeit 20 Millionen Euro für Haushalte, die "wirklich in wirtschaftlicher Not" seien. Ergänzend dazu gebe es "diverse Maßnahmen seitens des Bundes, die auch noch aufgestockt werden sollen". "Die Leute machen sich Sorgen, ob noch Gas ist, ob noch Strom kommt. Aber sie sind nicht wütend. Sie verstehen gut, woher die hohen Preise kommen und möchten insbesondere wissen, wie sie vorsorgen können durch Anpassung der Abschläge, durch Energieeinsparung oder ähnliches, ergänzt Bieberbach. Auch er könne nicht ausschließen, dass "Stadtwerke in Deutschland insolvent gehen". Die Stadtwerke München aber seien "momentan noch finanziell stabil". Weitere Nachrichten: Weitere Waffen für die Ukraine, Regierungswechsel in Schweden. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über DLF

  7. Seit Montag schießen Soldaten der Ex-Sowjetrepubliken und Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan wieder aufeinander. Abermals geht es um Bergkarabach, eine Gebirgsregion im Südkaukasus. Nach dem Zerfall der UdSSR vor 30 Jahren war das Gebiet an das muslimische Aserbaidschan gefallen. In Bergkarabach aber wohnen überwiegend Armenier, deshalb erhebt das christlich geprägte Armenien ebenfalls Anspruch auf das Gebiet. Vor zwei Jahren gab es den letzten Krieg, jetzt melden beide Seiten abermals Dutzende tote Soldaten. Der Krieg im Herbst 2020 habe das Problem nicht endgültig gelöst, sagt Istanbul-Korrespondent Tomas Avenarius. Aus Aserbaidschans Sicht sei nur ein Teil von Bergkarabach zurückerobert worden. An einer Ausweitung des Konflikts in einen Krieg können deshalb im Moment nur Baku und seine Garantiemacht Türkei haben. Russland, die Schutzmacht Eriwans, aber habe in der Ukraine so große Probleme, "dass es sich dem Kaukasus kaum widmen kann". Viele ehemaligen Sowjet-Republiken hätten sich immer weiter von Moskau entfernt, sagt Avenarius weiter. Ankara betrachte den Südkaukasus als sein Einflussgebiet, während Moskau den gesamten Kaukasus als russischen Hinterhof sehe. Aserbaidschan sei eine "Rohstoff-Großmacht" und im Gegensatz zu Armenien ein sehr wohlhabendes Land. "Aserbaidschan ist ein wichtiger Exporteur und ein wichtiges Pipeline-Land. Wichtig nicht nur für Russland, sondern auch für die Türkei." Es sei "eine hochexplosive Region" mit brutalen Konflikten. Das würde sich auch weiter östlich in Zentralasien an den aktuellen Schusswechseln an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan zeigen. Dort habe sich der "afghanische Bürgerkrieg" in Teilen auf Nachbarländer ausgedehnt. "Diese ganze Region ist komplett instabil, besonders seit sich der Westen zurückgezogen hat." Auch dort könne Moskau wegen des Ukraine-Kriegs "seinen Aufgaben als Stabilitätsfaktor nicht mehr nachkommen". Avenarius fügt hinzu: "Der abgegriffene Begriff vom Pulverfass, der passt leider." Unseren älteren Podcast über den historischen Konflikt finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Von der Leyens will EU-Bürger mit Übergewinnen entlasten, Kabinett beschließt Bürgergeld. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Immanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über die EU-Kommission

  8. Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland sind frustriert. Zu wenig Lehrkräfte, zu viel Arbeit und Verwaltungsaufgaben und keine Aussicht auf Besserung, auch nicht nach zwei Jahren Corona-Notbetrieb. In Bayern sind die Grund-, Mittel- und Förderschulen die, an denen besonders viele Lehrkräfte fehlen sollen. Das zumindest will der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband erhoben haben. Das Kulturministerium sagt, die Unterrichtsversorgung sei gesichert. Wer hat recht und wie könnte man das Problem lösen? Darüber spricht in dieser Folge Paul Munzinger, SZ-Bildungsexperte. Weitere Nachrichten: Strompreisbremse für Unternehmen, Urteil Tankstellenmord Unseren China-Podcast "The great Firewall" finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu _Zusätzliches Audiomaterial über _ BR, Bayerisches Kultusministerium

  9. 12.09.202212 Min.

    Am Wochenende hat die russische Armee zumindest eine schwere taktische Niederlage in der Ukraine erleben müssen. Nach eigenen Angaben hat die ukrainische Armee seit Anfang September mehr als 3000 Quadratkilometer zurückerobert. Durch den Erfolg der ukrainischen Armee lebt die Debatte um die deutschen Waffenlieferungen wieder auf. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij fordert weiter eine stärkere Bewaffnung, dann "könnten wir auch die Befreiung schneller vorantreiben". Insgesamt aber wächst die Skepsis in der deutschen Bevölkerung. Es geht dabei vor allem um die Lieferungen der Kampfpanzer Leopard 1 und 2 sowie um Marder-Schützenpanzer, sagt SZ-Sicherheitsexperte Paul-Anton Krüger aus dem Berliner Parlamentsbüro. Der russische Präsident Wladimir Putin habe dafür gesorgt, dass kaum noch Gas nach Deutschland kommt. Eine weitere große Befürchtung sei der möglicher Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Er aber glaube, sagt Krüger, dieses immer wieder beschworene Risiko, sei "genau die Taktik, mit der Putin psychologisch" arbeite. "Der militärische Nutzen eines solchen Schlages wäre gering. Das wissen seine Leute auch und er würde natürlich Russland dauerhaft zu einer Paria machen." Er wisse dann nicht, wie Russland jemals "in irgendeiner Form in das internationale System zurückkehren könnte". Weitere Nachrichten: Deutschland steht vor einer Rezession, geologische Gründe für Schweizer Atommüll-Endlager. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Nadja Schlüter Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Reuters

  10. Seit Donnerstagabend läuft das Leben der Queen weltweit in den Medien rauf und runter. So lange wie niemand vor ihr hat sie ihrem Land gedient. Man sieht die Queen in jedem Alter, ihre Krönung, wie sie wichtige Menschen aus aller Welt trifft. Darunter natürlich auch die allein 15 britischen Premierminister, die sie erlebt hat, angefangen von Winston Churchill über Margaret Thatcher bis zu Liz Truss, die die Queen nur zwei Tage vor ihrem Tod noch ernannt hat. Die Queen mit ihren Kindern, Enkeln, Urenkeln. Auch mal beim Jagen und mit ihren Hunden – und vor allem natürlich beim Repräsentieren vor ihrem Volk. 70 Jahre hat die Queen ihre Nation zusammengehalten. Mal besser, mal schlechter. Was bedeutet der Wechsel auf dem Thron für das Vereinigte Königreich? Das erklärt in dieser Folge Stefan Kornelius, Leiter des SZ-Politikressorts. Weitere Nachrichten: Staatshilfe für VNG, NDR-Frau Rossbach lässt Tätigkeit ruhen Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Nadja Schlüter _Zusätzliches Audiomaterial über _ BBC

  11. Je näher der Winter rückt, desto erbitterter wird der Streit darüber, wie man das Land ohne weitere Gaslieferungen aus Russland über die kalten Monate bringen soll. Vor allem, wenn dann auch noch der Strom knapp werden könnte. Besonders ungünstig: Das alles fällt jetzt auch noch mit dem letzten Stück des Atomausstiegs zusammen. Eigentlich sollen Ende des Jahres die letzten drei Meiler den Betrieb einstellen. Um einen Blackout selbst dann zu verhindern, wenn der Strom besonders knapp würde, hat Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck deshalb vorgeschlagen, zwei der drei AKW erstmal nur in eine sogenannte Kaltreserve versetzen zu lassen: das bayerische Isar 2 und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Technisch bedeutet das, dass diese beiden AKW keinen Strom mehr erzeugen, aber in einem Zustand gehalten werden, in dem sie innerhalb von einer Woche wieder ans Netz gehen könnten. Die Union will stattdessen den Ausstieg lieber nochmal ganz vertagen. Welche Idee ist die bessere? Und wie wahrscheinlich brauchen wir überhaupt eine Backup-Lösung? Darüber spricht Atomkraft-Experte Michael Bauchmüller aus dem Berliner Parlamentsbüro. Weitere Nachrichten: Leitzinserhöhung, kranke Queen Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Jakob Arnu _Zusätzliches Audiomaterial über _ Bundestag

  12. In der Generaldebatte nach der Sommerpause des Bundestags haben sich Kanzler Olaf Scholz und Oppositionschef Friedrich Merz verbal scharf angegriffen. Hauptthema sind diese Woche die Etats der Ministerien mit Ausgaben in Höhe von 445,2 Milliarden Euro. Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Jahren während der Corona-Pandemie. 2020 nahm der Staat rund 130 Milliarden Euro neue Kredite auf. 2021 waren es 215,4 Milliarden Euro und fast 139 Milliarden Euro neue Schulden in diesem Jahr. Finanziert werde das über Kredite, sagt Claus Hulverscheidt, Volkswirt und SZ-Korrespondent in Berlin. Eine erhöhte Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer oder Spitzensteuersatz schließe Finanzminister Christian Lindner kategorisch aus. "Die Absage an jede Form von Steuererhöhung gehört zum Markenzeichen der Liberalen." Insofern habe sich der FDP-Chef da "ein bisschen selbst eingemauert". Um die Debatte, ob man Vermögen insgesamt nicht höher besteuern muss, werden man sich aber absehbar nicht drücken können. Vor Beginn der Pandemie habe der Bund auch seine Schuldenquote über viele Jahre kontinuierlich gesenkt. "Das vielzitierte Narrativ, dass Politiker gar nicht anders können, als die Schulden immer weiter zu erhöhen, das stimmt so nicht", sagt Hulverscheidt. Angesichts von Corona, dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise hätten Lindner und Olaf Scholz, sein Vorgänger im Finanzministerium, handeln müssen. Und zwar indem der Staat "das glatte Gegenteil dessen tut, was eine Privatperson tun würde": Wer als Privatmensch in Schwierigkeiten gerät, muss entweder seine Einnahmen erhöhen oder die Ausgaben senken. Der Staat aber verzeichne geringere Steuereinnahmen und müsse zugleich die Ausgaben erhöhen. Aber nur so könne die sinkende Kaufkraft der Bürger und der Unternehmen ausgeglichen - und die Wirtschaft am Laufen gehalten werden. Tatsächlich sei der Schuldenberg inzwischen so hoch, dass ihn kaum die kommenden drei Generationen abtragen könnten. Doch die Alternative sei verheerend: Würde der Staat jetzt keine Hilfspakete schnüren, keine Hunderte von Milliarden in die Hand nehmen, dann bekämen wir "eine massive Rezession mit Millionen an zusätzlichen Arbeitslosen und Steuerausfällen in zwei oder gar dreistelliger Milliardenhöhe". Somit wären die Kosten für künftige Generationen noch viel höher. "Das ist also ein Dilemma, aus dem man im Moment einfach nicht rauskommt", sagt Hulverscheidt. Weitere Nachrichten: Brisantes Material in Trumps Villa, Premierministerin Truss tauscht Kabinett aus. Unseren Podcast “The Great Firewall” über Tiktok finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix

  13. 06.09.202212 Min.

    Fast zwei Monate nach seiner Rücktrittsankündigung erhält Boris Johnson seine Entlassungspapiere von der Queen. Zuvor äußerte er sich noch vielsagend über ein mögliches Comeback. Elizabeth II. hat dann Liz Truss, 47, zur neuen Regierungschefin ernannt. Unter May war sie Justizministerin und unter Johnson erst Ministerin für internationalen Handel und dann Außenministerin. Truss übernehme die Führung des Landes in einer großen Krise, sagt SZ-London-Korrespondent Michael Neudecker. "Bisher aber hat sie relativ wenig Anhaltspunkte geliefert, dass man sie für übermäßig kompetent halten müsste." Er sei da "sehr skeptisch". So habe Truss weder als Außenministerin noch zuvor Dinge auf den Weg gebracht, die annehmen lassen würden, dass sie die Richtige sei, das Land aus der Krise zu führen. Truss vergleiche sich gern mit ihrem Vorbild Margaret Thatcher, doch ob die Tory-Ikone der 80er Jahre noch Antworten auf Fragen von heute liefere? Mit Boris Johnson sei sie freundschaftlich verbunden. Allerdings biete auch dieses angeblich so gute Verhältnis Widersprüche. Denn andererseits tue sie so, "als würde sie gerne alles anders machen, als wäre alles, was bisher passiert ist, schlecht". Es bleibe die große Frage, ob die erklärte Konservative ideologisch oder pragmatisch reagieren werde. Im parteiinternen Wahlkampf um den Vorsitz der Tories habe sie dazu "wenig Konkretes" gesagt. "Sie hat lediglich gesagt, dass sie die Steuern senken will." Ansonsten seien da nur viele Phrasen und Floskeln zu hören gewesen. Weitere Nachrichten: Porsche geht an die Börse, Streik bei Lufthansa abgewendet. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Joschka Moravek Zusätzliches Audiomaterial über ABC News, The Telegraph

  14. 22 Stunden hat der Koalitionsausschuss aus den Spitzen von SPD, Grünen und FDP am Wochenende um ein drittes Entlastungspaket gerungen. Dann war klar: Um 65 Milliarden Euro sollen die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen wegen der gestiegenen Preise, vor allem im Energiesektor, entlastet werden. Dazu gehören Strompreisdeckel, 300 Euro Energiepreispauschale für Rentner, 200 Euro für Studierende, weniger Sozialversicherungsbeiträge für kleine Einkommen, Erhöhung des Arbeitnehmerpauschalbetrags, höheres Kindergeld, mehr Wohngeld, mehr Mieterschutz, Abschaffung der Kalten Progression. Zudem soll Anfang kommenden Jahres ein Bürgergeld von 500 Euro pro Monat Hartz IV ablösen. Tatsächlich sei es ein "wuchtiges" Entlastungspaket, sagt SZ-Parlaments-Korrespondentin Constanze von Bullion. "Mit 65 Milliarden ist das dritte entlastende Paket doppelt so groß wie die anderen beiden vorherigen zusammen." Es sei erkennbar, dass sich die Bundesregierung große Mühe gegeben habe, dass Privathaushalten nicht wegen der hohen Energiepreise in Schwierigkeiten kommen. Allerdings herrsche in Teilen auch hier wieder das Gießkannen-Prinzip, "weil es nicht gezielt die Leute in den Blick nimmt, die wenig Geld haben". So werde für alle bei den Strompreisen ein Grundbedarf beim Stromverbrauch vergünstigt. Aber künftig würden etwa sehr viel mehr Menschen mit keinem oder wenig Einkommen Wohngeld bekommen. Zudem werde mit dem Bürgergeld eine Grundsicherung für die Menschen eingeführt, die am wenigsten Geld haben. Es bleibe abzuwarten, ob diese Entlastung tatsächlich auch bei denen ankommen werde, die es dringend benötigen würden. Trotz aller Maßnahmen, sagt Bullion, könnte wohl für Leute mit geringem Einkommen "ein sehr schwieriger Winter bevorstehen". Eines der "großen Geheimnisse" bleibe auch die Finanzierung des Pakets. Grundsätzlich wolle die Bundesregierung aber dafür sorgen, "dass Energieunternehmen, die im Moment sehr viel Geld verdienen, von diesem Gewinn etwas abgeben". Der Klimaschutz, sagt Bullion, sei trotz vergünstigter Bahnfahrten und Investitionen ins Schienennetz "etwas zu kurz gekommen". Weitere Nachrichten: Liz Truss wird Nachfolgerin von Boris Johnson, Olympia-Attentat 1972: Steinmeier bittet um Vergebung. Den Link zu unserem Podcast über das Olympia-Attentat finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth _Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz, BR _

  15. 02.09.202213 Min.

    Am Donnerstagabend hat US-Präsident Joe Biden eine mit Spannung erwartete Wahlkampfrede gehalten. Ziemlich genau zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen, zur besten Fernsehzeit, vor historischer Kulisse: der Independence Hall in Philadelphia. Es gehe ihm um “die Seele der Nation”, sagte Biden. Er griff seinen Vorgänger Donald Trump und dessen Anhänger stark an. Sie respektierten die Verfassung nicht, sagte Biden, sie glaubten nicht an den Rechtsstaat. Und: “Sie erkennen das Resultat einer freien und fairen Wahl nicht an”. Wen Joe Biden mit dieser Rede auf seine Seite holen wollte, erklärt in dieser Folge Fabian Fellmann in Washington. Er sagt auch, dass an den Vorwürfen Bidens durchaus einiges dran ist. Trotzdem sei der Auftritt ein großes Risiko gewesen. Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen unter diesem Link. Weitere Nachrichten: Toter nach CSD in Münster; Ukrainischer Ministerpräsident in Berlin. Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über den Youtube-Kanal “The White House”

  16. Egal, ob Sie heute ins Auto gestiegen sind – oder in Zug, Bus oder U-Bahn: In ganz Deutschland zahlen wir wieder deutlich mehr, um von A nach B zu kommen. Nicht nur 9-Euro-Ticket ist vorbei, auch der Tankrabatt. Und die Benzin- und Dieselpreise sind direkt wieder gestiegen. Einzig das Fahrrad kostet heute nicht mehr als die letzten drei Monate. Und jetzt? Es wird wohl einen Nachfolger geben, zumindest für das 9-Euro-Ticket. In einem ersten Schritt wird wohl nochmal diskutiert werden, wie erfolgreich das 9-Euro-Ticket wirklich war: Immerhin 52 Millionen Menschen haben es gekauft. Der Verband der Verkehrsunternehmen hat berechnet, dass es rd. 1,8 Millionen Tonnen Klimagase eingespart haben soll, so viel wie ein Jahr Tempolimit. Aber wie genau könnte das neue Ticket funktionieren, was würde es kosten, und welche Lösungen braucht es über die Ticketfrage hinaus? Darüber spricht in dieser Folge Mobilitätsexperte Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin. Und er sagt: „Die Schwelle liegt bei neun Euro, mehr darf es nicht kosten. Außerdem darf es keine Unterschiede zwischen Städten und Regionen geben und der Fernverkehr muss auch noch rein.“ Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen unter diesem Link. Weitere Nachrichten: Omikron-Impfstoffe, Lufthansa-Streik Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über _ Mediathek Bundesregierung_

  17. Politiker aus aller Welt verneigen sich vor dem am Dienstagabend im Alter von 91 Jahren in Moskau verstorbenen Michail Gorbatschow. “Gorbatschow hat Weltgeschichte geschrieben. Er hat vorgelebt, wie ein einzelner Staatsmann die Welt zum Guten verändern kann“, erinnert Angela Merkel an ihn. Allerdings liegt Gorbatschows Traum von einem "gemeinsamen und friedlichen Haus Europas” in Trümmern. Durch Putins Angriffskrieg auf die Ukraine. Gorbatschow sei nicht als Revolutionär, sondern als strammer Kommunist ins Politbüro gekommen, sagt SZ-Redakteurin Sonja Zekri, ehemalige Russland-Korrespondentin. Die damalige Sowjetunion habe wirtschaftlich am Boden gelegen, das Wettrüsten hatte sie ausgeblutet. Eigentlich habe Gorbatschow diesen Staat mit seinem Kampf gegen Korruption und Misswirtschaft wieder in Form bringen wollen. "Daran ist er gescheitert", sagt Zekri. Neben der deutschen Wiedervereinigung bleibe, wohl oder übel, dass er den Lauf der Weltgeschichte verändert habe. "Er hat den Rüstungswettlauf eingestellt, den die Sowjetunion auch gar nicht mehr hätte weiter fortführen können." Er habe ein Mehrparteiensystem erlaubt, überhaupt Dissens, einen neuen Blick auf die Geschichte und Medienfreiheit. Vielleicht sei seine größte politische Leistung, "dass er in dem Moment, an dem er spürte, dass er im großen Stil nicht mehr gewinnen kann, eben nicht im großen Stil zu Gewalt gegriffen hat". Dass er keinen Bürgerkrieg riskiert habe, sondern friedlich abgetreten sei. Zum Tod von Michail Gorbatschow finden Sie hier einen Nachruf, eine Würdigung, einen Kommentar, Reaktionen und eine Chronologie in Bildern. Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen unter diesem Link. Weitere Nachrichten: Nachfolger für Neun-Euro-Ticket, weitere Entlastungen für Bürger, Grünen-Politiker Ströbele ist tot. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen _Zusätzliches Audiomaterial über BBC _

  18. Mit fast 820 Stunden Sonnenschein ist dieser Sommer der “sonnigste Sommer", seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951. Und er zählt nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu den vier wärmsten seit Beginn dieser Aufzeichnungen 1881. Laut den Angaben aus Offenbach war es mit einem Temperaturdurchschnitt von 19,2 Grad Celsius 2022 auch heißer als in den meisten Jahren zuvor. Dieses über längere Zeit extreme Wetter ist ein Grund zur Besorgnis, sagt der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Abermals seien "in einigen Bereichen neue Rekorde aufgestellt" worden. "Seit über 70 Jahren gab es im Sommer noch nie so viel Sonnenschein wie dieses Jahr." Und auch bei der Trockenheit seien regional Rekorde gebrochen worden. Vor allem für die Mitte Deutschlands "war es wirklich der extrem trockenste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen" und "einer der heißesten Sommer, den wir bisher erlebt haben in Deutschland". Ein einzelnes Ereignis sei noch kein Beleg für den Klimawandel, sagt Friedrich. Aber natürlich erkenne man einen Trend: "Seit Jahrzehnten wird es immer wärmer in Deutschland." Die Häufung von extremen Dürren und Hitzewellen mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius sei "ein eindeutiges Indiz, dass hier die Klimaerwärmung schon zugeschlagen hat". Auch der Starkregen der vergangenen Tage bringe den Böden jetzt relativ wenig. Der trockene, harte Boden könne diese Wassermassen in kurzer Zeit gar nicht aufnehmen. Bei steigender Hitze werde es sich vor allem in Ballungsräumen auch in Deutschland nochmals deutlich aufheizen. "Gerade für die ältere Bevölkerung ist eine Hitzewelle in der Stadt dramatisch und gefährlich." Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen unter diesem Link. Weitere Nachrichten: Pakistan braucht Hilfe für Wiederaufbau, Inflation nähert sich Acht-Prozent-Marke, Firma soll Giftstoffe nach Russland geliefert haben. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau, ZDF, Welt

  19. Diese Woche ist nicht nur Kabinettsklausur, mit dem September beginnt auch der Herbst. Und die zweite Hälfte vom Herbst ist in Deutschland ja oft schon so kalt, dass man gern die Heizung anmachen möchte. Wie soll man all die Probleme, die damit in diesem Jahr zusammenhängen, jetzt also ganz schnell lösen? Die SPD hat im Vorfeld zur Kabinettsklausur ihre Ideen für ein weiteres Hilfspaket in Umlauf gebracht: Eine Strom- und Gaspreisbremse. Das heißt, der Grundbedarf soll günstig bleiben für alle. Erst wer über den Grundbedarf hinaus Energie braucht, soll die hohen Preise zahlen müssen. Nur wie hoch setzt man diesen Grundbedarf an? Keine einfache Frage, auf die die SPD noch keine Antwort hat. Zusätzlich will sie besonders bedürftige Gruppen wie Geringverdiener, Studierende und Rentner mit Direktzahlungen entlasten. Außerdem soll Mieterinnen und Mietern nicht gekündigt werden dürfen, wenn sie ihre Nebenkosten nicht bezahlen können. Und auf das 9 Euro Ticket soll ein 49 Euro Ticket folgen. Welche dieser Ideen bringen am meisten – und warum gibt es in der Ampel im Moment so starke Reibereien. Darüber spricht Henrike Roßbach, stellvertretende Leiterin des SZ-Parlamentsbüros in Berlin. Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen unter diesem Link. Weitere Nachrichten: Sinkende Gaspreise, Scholz-Rede in Prag Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über _ heute Journal, ZDF

  20. Diese Woche ist es ein halbes Jahr her, dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist. Mit dramatischen Folgen für die Ukrainerinnen und Ukrainer und für die russischen Soldaten. Aber auch für viele Länder weltweit. Aber wie geht es eigentlich den Russinnen und Russen mittlerweile? Seit dem Wochenende dürfte viele von ihnen, zumindest in Moskau, das Attentat auf die 29-jährige Darja Dugina beschäftigen. Wer könnte hinter dem Attentat auf die rechtsextreme Nationalistin stecken und mit welchem Ziel? Darüber und über den Moskauer Alltag spricht Silke Bigalke, SZ-Russland-Korrespondentin. Sie sagt: “Wir sehen, wie der Anschlag auf diese Propagandistin jetzt instrumentalisiert wird.” Duginas Tod sei sofort von den Kriegsbefürworter genutzt worden, um zu sagen: Jetzt müsse man der Ukraine gegenüber erst recht Härte zeigen. Weitere Nachrichten: AKW in Saporischschja, Russen fackeln Gas ab Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Benjamin Markthaler _Zusätzliches Audiomaterial über _ NYT, The Daily Podcast