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- 02.05.202212 Min.
In einem Offenen Brief wird Kanzler Olaf Scholz (SPD) für seine Besonnenheit im Ukraine-Krieg gelobt. Der von Emma-Chefin Alice Schwarzer organisierte Aufruf wird von Martin Walser, Alexander Kluge, Lars Eidinger, Juli Zeh und 22 weiteren Promis gestützt. Mehr als 160 000 Menschen haben ihn bereits bei Change.org unterschrieben. Deutschland dürfe sich durch “die Lieferung großer Mengen schwerer Waffen" nicht "selbst zur Kriegspartei machen”, heißt es da etwa. Der Kanzler solle bei seiner Position bleiben. Die war zuletzt aber mehr als umstritten. Auch dass Scholz seit Kriegsbeginn noch nicht in die Ukraine gereist ist, verstehen einige Beobachter nicht. Das will nun CDU-Chef Friedrich Merz noch diese Woche tun. "Die Innenpolitik schläft ja nicht", sagt SZ-Berlin-Korrespondent Daniel Brössler. Merz müsse sich als Oppositionsführer profilieren. Am Anfang habe Scholz eine Reise in die Ukraine vielleicht noch "ein bisschen als Symbolpolitik gesehen, als Kriegstourismus". Das habe er nicht gewollt. Es gebe aber die Vermutung, dass er das noch "zusammen mit dem französischen Präsidenten irgendwann tun wird". Grundsätzlich aber sei Scholz davon überzeugt, das er richtig handele, meint Brössler. Aber auch, dass der Kanzler "getrieben" sei. "Ich bin mir nicht sicher, ob er maßgeblich von der Debatte in Deutschland getrieben ist. Aber ganz eindeutig von den USA, aber auch von den östlichen Nato-Staaten und natürlich auch von der Ukraine". Weitere Nachrichten: Öl-Embargo, Apple droht hohe EU-Kartellstrafe. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über BR 24
- 30.04.20229 Min.
Geschichte Daily widmet sich jede Woche in fünf Folgen einem Thema, das uns auch heute betrifft. Warum ist in der Klimakrise so lange nichts passiert? Wie sahen die ersten Pornos aus? Und: Seit wann gibt es eigentlich Memes? Wir finden heraus, welche kleinen und großen historischen Momente unsere Welt geformt haben. In dieser Woche: Fünf historische Momente der Flucht. Immer Montag bis Freitag. Ein Spotify Original Podcast in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung. Hören Sie jetzt alle weiteren Folgen auf Spotify
- 29.04.202212 Min.
Wegen des russischen Angriffskriegs wird sich die Wirtschaftsleistung der Ukraine in diesem Jahr fast halbieren. Was bedeutet das für das Land und was ist davon jetzt schon zu spüren? Darüber spricht Max Hägler aus dem SZ-Ressort Wirtschaft, der gerade zehn Tage im Westen der Ukraine unterwegs war. Die ukrainische Regierung bitte die Menschen und Betriebe, weiter Geschäft zu machen, weiter zu produzieren und zu kaufen, man brauche die Steuereinnahmen. “Darauf wird wirklich hingewiesen, das ist ein Punkt. Der zweite Punkt ist sicherlich, dass Gelder aus dem Ausland kommen.” Und der dritte sei, wie Unternehmen aus dem Ausland sich verhielten, zum Beispiel die Zulieferer der deutschen Autoindustrie. Weitere Nachrichten: Razzia Deutsche Bank, Oktoberfest findet statt Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu
Der Bundestag hat am Donnerstagvormittag für die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine gestimmt. Schon vor der Abstimmung war klar: Auch die Union wird für den Vorschlag der Ampel stimmen. Trotzdem ging es im Bundestag erstmal hitzig zu. Warum und wie es weitergeht, darüber spricht Constanze von Bullion, Parlamentskorrespondentin in Berlin. Sie sagt: “Friedrich Merz hat signalisiert: Okay, wir stimmen eurem Antrag zu. Aber es gibt ja noch die 100 Milliarden Sondervermögen für Sicherheit, das die Bundesregierung angekündigt hat. Und dieser Streit ist noch lange nicht ausgestanden.” Da hebe die Union also jetzt schon die Hand, dass sie weiter mitreden wolle. Weitere Nachrichten: Scholz in Japan, 7,4% Inflation im April Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über _ Deutscher Bundestag
Als Antonio Guterres am Dienstag den Kreml besuchte, trafen zwei Welten aufeinander. Zwar nannte ihn der russische Außenminister Lawrow einen “guten Freund”. Aber weder Lawrow nahm das Wort Krieg in den Mund, noch später Staatschef Wladimir Putin. Guterres aber sprach dann deutlich von einer Invasion des Territoriums der Ukraine, die der UN-Charta widerspreche. "Es war kaum zu erwarten, dass er jetzt mit einem Waffenstillstand herauskommt und Frieden für unsere Zeit verkündet", sagt Manuel Fröhlich, Politik-Professor an der Uni Trier. Guterres habe selbst die Messlatte ziemlich niedrig gehängt, indem er sich auf humanitäre Fragen konzentriert habe. Er habe aber den Dialog gesucht um humanitäre Aktionen zu ermöglichen. "Guterres hat eher auf das Florett als auf den Degen gesetzt", meint Fröhlich. Weitere Nachrichten: Gaslieferungen aus Russland, fünf Jahre Haft für Aung San Suu Kyi. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
Bald wird Twitter wohl Elon Musk gehören. Der Tech-Milliardär will für das soziale Netzwerk 44 Milliarden Dollar zahlen. Und hat damit den Widerstand des Verwaltungsrats von Twitter gebrochen. Musk spricht von einem “außerordentlichen Potenzial” und will die Redefreiheit wahren. Viele Proteste seien auf Twitter gestartet, sagt SZ-USA-Korrespondent Jürgen Schmieder. "Es hat eine große gesellschaftliche Relevanz und reiche Leute gönnen sich gerne so eine Relevanz." Freie Rede sei ja schön und gut, aber Musk könne sich eben auch die besten Anwälte der Welt leisten, die ihn etwa bei Verleumdungen "auch mal raus pauken". Ein Mensch lege da mal 44 Milliarden Dollar für Twitter hin. "Und ab sofort bestimmt dieser Mann, was mit Twitter passiert. Also es ist völlig irre, völlig unvorstellbar, dass es sowas geben kann." Den Podcast "Geschichte Daily", der im Podcast angesprochen wurde, können Sie hier auf Spotify hören. Weitere Nachrichten: UN-Chef fordert Waffenruhe, Deutschland liefert Panzer, Karlsruhe beanstandet Bayerns Verfassungsschutz-Gesetz. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels Produktion: Jakob Arnu Töne über YouTube: TED.
- 25.04.202212 Min.
Emmanuel Macron ist Frankreichs neuer, alter Präsident. Der 44-Jährige setzte sich in der Stichwahl gegen Marine Le Pen mit 58,5 gegen 42,5 Prozent durch. Seine Bilanz unterscheide sich klar in der Innen- und Außenpolitik, sagt Marie Krpata vom Französischen Institut für internationale Beziehungen, dem größten unabhängigen französischen Think Tank für internationalen Politik. Innenpolitisch habe er vor allem für eine Politik für die Reichen gestanden. Außenpolitisch habe er als "dezidierter Pro-Europäer" glänzen können. Die Globalisierungsgegner haben sich dagegen besser von Le Pen vertreten gefühlt. Deshalb würden die Parlamentswahlen im Juni besonders spannend – und natürlich die Präsidentschaftswahlen in fünf Jahren, bei denen Macron dann nicht wieder antreten dürfe, meint Krpata. Weitere Nachrichten: Russland weist 40 deutsche Diplomaten aus, Lisa Paus neue Familienministerin, Anke Rehlinger neue Ministerpräsidentin des Saarlands. 71 Schüsse. Den Podcast über den Amoklauf von Erfurt hören Sie hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels Produktion: Justin Patchett
- 22.04.202213 Min.
Die ersten Monate in der neuen Bundesregierung sind vorbei. Jetzt trifft sich die FDP in Berlin zu ihrem Bundesparteitag. Und das ohne ihren Parteichef Christian Lindner, der sich wegen einer Corona-Infektion gerade in Washington in Quarantäne befindet. Er kann nur digital zugeschaltet werden und so versuchen, die Debatten zu fokussieren. Im Kern des Parteitags steht dabei ein Antrag, der sich mit dem Krieg in der Ukraine befasst. Konkret: Mit der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine sowie der Energieversorgung in Deutschland. "Das wird mit Sicherheit den Parteitag dominieren", sagt SZ-Korrespondentin Henrike Roßbach. Im Hintergrund spiele auch eine Rolle, dass im Mai zwei Landtagswahlen anstehen - und zwar in zwei Bundesländern, Nordrhein-Westfahlen und Schleswig-Holstein, in denen die FDP aktuell mitregiert. Dafür sei auch relevant, welche Themen aktuell für die Partei zu kurz kommen. Den Podcast "Geschichte Daily", der im Podcast angesprochen wurde, können Sie hier auf Spotify hören. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler Produktion: Justin Patchett
Emmanuel Macron oder Marine Le Pen. Der amtierende Präsident oder die rechtsaußen Politikerin. Das ist die Entscheidung, die die Französinnen und Franzosen am Sonntag in der Stichwahl treffen müssen. Der Präsidentschaftswahlkampf ist gerade also in seiner heißesten Phase. Am Mittwochabend gab es dann noch das erste und einzige TV-Duell vor der Wahl. SZ-Autor Nils Minkmar hat das Duell verfolgt und findet, dass trotz anfänglicher Schwierigkeiten, Macron klar gewonnen hat: „Der entscheidende Punkt war meines Erachtens der Kredit aus Russland, den Marine Le Pen aufgenommen hat, um ihre Partei zu finanzieren. Das war der Punkt, zu dem sie wenig sagen konnte. Und den hat Macron doch sehr klar herausgestellt und auf die mangelnde finanzielle Unabhängigkeit von Marine Le Pen hingewiesen.“ Marine Le Pen habe an vielen Stellen „präsidial“ gewirkt und sich als „Mutter der Nation“ präsentiert. Dennoch seien ihre rechtsextremen Positionen auch immer wieder angeklungen, beispielsweise als es um das Kopftuchverbot im öffentlichen Raum ging. In den Prognosen liegt Macron aktuell vor Le Pen, Minkmar sagt im Podcast aber, das heiße trotzdem noch nichts: „Vor der Wahl von Donald Trump und vor der Brexit-Abstimmung waren wir auch so sicher, dass das nicht schiefgeht. Ich bin erst am Sonntagabend so richtig beruhigt.“ Weitere Meldungen: Stahlwerk in Mariupol soll doch nicht gestürmt werden; Regierung plant Ringtausch von Panzern. Den Quoted Medienpodcast finden Sie in allen gängigen Podcastplayern und auch unter sz.de/podcast. Moderation, Redaktion: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Benjamin Markthaler Produktion: Justin Patchett Töne über TF1.
- 20.04.202212 Min.
Die Stadt Lwiw liegt ganz im Westen der Ukraine, nur 75 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Obwohl auch Lwiw schon mehrmals von Bomben getroffen wurde, galt die Stadt im Krieg bisher trotzdem als recht sicherer Ort. Bis sich am Montag einer der schwersten Angriffe bisher ereignete. Wie ist die Stimmung also vor Ort in Lwiw? Das erzählt in dieser Folge Jan Heidtmann, der für die SZ aktuell aus Lwiw berichtet. Er erzählt von einer erstaunlichen Gelassenheit in der Zivilbevölkerung, seinem Besuch an einem Ort, der von einer Bombe getroffen wurde, und einer „geistigen Mobilmachung“ in Lwiw. Weitere Meldungen: Kritik an Scholz; Baerbock im Baltikum; Rücktritt von Hennig-Wellsow. Den Text über den Einbruch ins Grüne Gewölbe finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler Produktion: Jakob Arnu
- 19.04.202212 Min.
Am Montagabend veröffentlicht Wolodimir Selenskij wieder eine Videobotschaft. Er könne jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, so der ukrainische Präsident. Ein Angriff, der schon seit längerem erwartet wurde, weil Russland unter anderem Truppen aus dem Norden der Ukraine weiter in den Süden verlegt hatte. Doch wie könnten die kommenden Tage und Wochen aussehen? „Nach Einschätzung von Militärexperten wird Russland wesentlich stärker als bisher in die Fläche gehen“, sagt Paul-Anton Krüger, Sicherheitsexperte der SZ. Er erwartet das sogenannte „Gefecht der verbundenen Waffen“. Was das bedeutet und wieso der 9. Mai 2022 ein entscheidender Tag sein könnte, erklärt er in dieser Folge. Zum Weiterlesen: Hier finden Sie den Text mit wichtigen Fragen und Antworten zu den Waffenlieferungen in die Ukraine. Weitere Meldungen: Kampf um Mariupol; Sinkende Corona-Zahlen; IWF-Prognosen zur Weltwirtschaft. Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über das Büro des ukrainischen Präsidenten.
Die Ukraine und Russland werden auch die “Kornkammer der Welt” genannt. Die Böden dort sind besonders fruchtbar und deshalb wird sehr viel Getreide angebaut, vor allem Weizen und Mais. Diese Nahrungsmittel werden dann in die ganze Welt, aber vor allem auch in den Nahen Osten und in Teile Afrikas und Asiens exportiert. Aber seit dem 24. Februar ist nichts mehr wie vorher. Die Lebensmittel aus der Region werden wegen des Kriegs in der Ukraine und wegen Handelsbeschränkungen mit Russland teilweise nicht mehr geliefert. Und die Preise für Nahrungsmittel steigen weltweit. Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms in Berlin, warnt vor schlimmen Folgen, vor allem in den ärmsten Ländern der Welt. Dort müssten viele Familien schon jetzt bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. “Das heißt, wenn dann die Preise weiter steigen kann man nicht mehr irgendwo anders sparen, sondern ist an der Grenze angekommen,” so Frick. Kurzfristig müssten deshalb dringend die Weltmärkte offen gehalten werden. Frick sagt außerdem: Reiche Länder wie Deutschland sollten jetzt keine Hamsterkäufe machen und dadurch die Preise weiter hochtreiben. Langfristig müssten die Länder, in denen der Hunger besonders groß ist, aber vor allem befähigt werden, wieder selbst mehr Nahrungsmittel anzubauen. Weitere Nachrichten: Paus wird neue Familienministerin, Musk will Twitter übernehmen. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Auswärtiges Amt.
- 13.04.202212 Min.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll bitte nicht nach Kiew kommen, er sei gerade kein willkommener Gast. So hat ihm das die ukrainische Regierung offenbar ausrichten lassen, wie am späten Dienstagnachmittag bekannt wurde. Wie es zu dieser diplomatisch delikaten Situation gekommen ist – und was sie für das deutsch-ukrainische Verhältnis bedeutet: Darüber spricht in dieser Folge Daniel Brössler, der für die SZ in Berlin das Kanzleramt und den Bundespräsidenten beobachtet. Brössler sagt, menschlich könne man die Ausladung nachvollziehen. Aber er glaube, "dass es politisch und diplomatisch ein Fehler ist. Weil es nicht gut ist, wenn man im Krieg ist mit Russland, sozusagen auf dem Präsentierteller zu zeigen, dass es eben auch Streit innerhalb Europas gibt und dass man auch im Konflikt mit Deutschland ist." Weitere Nachrichten: Reaktion und Reisepläne Scholz, Nato-Beitritt Finnland Unseren neuen Podcast "Geschichte Daily", diese Woche über die Geschichte der Umweltbewegung, finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
Am Montag ist die Grünen-Politikerin Anne Spiegel als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. Der Druck sei zu hoch geworden, sagt sie. Wegen eines langen Frankreich-Urlaubs kurz nach der Flutkatastrophe im letzten Sommer wurde sie zuletzt stark kritisiert. SZ-Parlamentskorrespondentin Angelika Slavik sagt, der Rücktritt sei spätestens am Montag unvermeidbar geworden: “Es war klar, dass es für die Ministerin Spiegel keine Zukunft mehr geben wird.” Auch die emotionale Pressekonferenz am Sonntag habe Spiegel “in der Summe geschadet”, so Slavik. Spitzenpolitik sei für das Privatleben eine Zumutung. Aber familiäre Probleme und Überlastung rechtfertigten keine Lügen. Spiegel hatte behauptet, bei Kabinettssitzungen nach der Flutkatastrophe digital zugeschaltet gewesen zu sein, was sich als falsch herausgestellt hat. Für die Grünen sei die Situation nun sehr schwierig, weil die Suche nach einer Nachfolge für Spiegel sehr kompliziert sei, so Slavik. Bis Ende der Woche wollen die Grünen eine neue Familienministerin benennen. Weitere Nachrichten: Putin weiter siegessicher, Ausschussvorsitzende reisen in die Ukraine Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über WELT, ARD.
- 11.04.202212 Min.
Am Sonntag hat Frankreich gewählt. Wie erwartet wird es noch eine Stichwahl geben. Und wie erwartet heißen die beiden Kandidaten, die dann gegeneinander antreten müssen: Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Was passiert nun in den zwei Wochen bis dahin und wie stehen die Chancen für die beiden? Darüber spricht in dieser Folge Thomas Kirchner, Frankreich- und Europa-Experte, der für die SZ gerade aus Paris berichtet. Er sagt: "Ich glaube, dass Macron knapp gewinnen wird, aber eben knapp." Macron sage selbst: "Er muss jetzt wirklich kämpfen, sonst wachen die Menschen am 25. April in einem völlig anderen Land auf." Weitere Nachrichten: Baerbock fordert schwere Waffen für Ukraine, Nehammer bei Putin, Anne Spiegel tritt zurück Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über AFP, LeHuffPost, Marine Le Pen via Youtube.
Am Sonntag wählt Frankreich eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Oder bleibt es doch der alte? Emmanuel Macron liegt in den Umfragen vorne – aber es ist knapp. Die rechtsextreme Marine le Pen hat aufgeschlossen, so dass es dann in gut zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen könnte. Wer wird Frankreichs nächstes Staatsoberhaupt – und was bedeutet das für Europa? Darüber spricht in dieser Folge Nadia Pantel, SZ-Korrespondentin in Frankreich. Sie sagt: "Frankreich ist ja der wichtigste Partner von Deutschland und auch gemeinsam mit Berlin der Taktgeber der EU. Le Pen aber will gemeinsam mit Viktor Orbán in Ungarn und der PiS in Polen die EU zurückbauen. Das heißt, das hätte direkte Auswirkungen für die EU und für Deutschland, wenn Marine Le Pen Präsidentin wird." Weitere Nachrichten: Lauterbach befürchtet Corona-Maßnahmen im Herbst, Angriff auf Bahnhof Ostukraine
Olaf Scholz hat angekündigt, weitere Waffen in die Ukraine zu liefern. Im Bundestag sagte der Kanzler am Mittwoch, dass alles, was “sinnvoll ist und schnell wirkt”, geliefert werden soll. Und auch der ukrainische Außenminister Kuleba hat am Donnerstag in Brüssel betont, wie wichtig Waffen aus Nato-Ländern für die Ukraine sind. Aber um welche Waffen geht es jetzt konkret? Paul-Anton Krüger, SZ-Experte für internationale Sicherheit, sagt: “Es geht jetzt um eine andere Qualität von militärischer Ausrüstung. Großgerät, Luftabwehrsysteme größerer Reichweiten und gepanzerte Fahrzeuge.” Krüger sagt, dass die Ukraine jetzt in eine neue Phase des Kriegs eintritt: Eine Schlacht um die Region Donbass. “Da wird man mit leichten Panzerabwehrwaffen oder schultergestützten Flugabwehrraketen alleine wahrscheinlich einen russischen Vorstoß nur sehr schwer aufhalten können”, so Krüger. Deshalb ziehe auch die Bundesregierung jetzt in Erwägung, diese schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Link zu den von Ferrero zurückgerufenen Produkten: https://www.sueddeutsche.de/panorama/ferrero-rueckruf-produkte-salmonellen-verdacht-1.5562326 Weitere Nachrichten: Impfpflicht scheitert im Bundestag, Ferrero ruft Produkte zurück. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, Deutscher Bundestag.
Am Montag hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach noch verkündet, dass die bislang verpflichtende Isolation bei einer Infektion mit Corona ab Mai entfallen soll. Die Gesundheitsämter seien überlastet und könnten eh nicht mehr kontrollieren, ob die Isolation eingehalten wird. Deshalb sei eine Isolation nach dem positiven Test ab jetzt zwar eine dringende Empfehlung, aber keine Pflicht mehr. Am Dienstagabend dann die Kehrtwende: Lauterbach verkündet in der Talkshow von Markus Lanz, dass er einen Fehler gemacht habe und es doch weiter eine Isolationspflicht von fünf Tagen für Infizierte geben soll. Im Podcast spricht SZ-Gesundheitsexperte Werner Bartens über diese "180-Grad-Wende" des Ministers: "Da kann man sagen, das war jetzt ein verspäteter Aprilscherz. Wenn gerade so jemand, der für so viel Gründlichkeit und Genauigkeit und Wissenschaftlichkeit steht wie Karl Lauterbach, was erklärt und dann am nächsten Tag wieder zurücknimmt." Es erzeuge aber auch Respekt, dass Lauterbach seinen Fehler eingestanden habe. Mit der aktuellen Corona-Politik in Deutschland ist Bartens dennoch nicht zufrieden: "Es wird jetzt so getan, als ob die Pandemie handstreichartig beendet ist. Dass man per Dekret verkündet: Das war's jetzt, Schluss damit." Das sei aber nicht der Fall. Im Podcast spricht sich Bartens auch für eine Impfpflicht ab 18 Jahren und nicht erst ab 60 aus. Über diese Form der Impfpflicht soll am Donnerstag im Bundestag abgestimmt werden. Weitere Nachrichten: Scholz spricht im Bundestag über das Massaker in Butscha. Den Podcast Geschichte Daily können Sie hier auf Spotify hören. Moderation, Redaktion: Antonia Franz Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Weiteres Audiomaterial über dpa und ZDF.
- 05.04.202212 Min.
Eine kleine Familie liegt tot auf einer Straße in der Ukraine. Getötet beim Versuch vor russischen Granaten zu fliehen. Anfang März hat die New York Times auf ihrer Titelseite dieses Bild veröffentlicht - und damit weltweit eine Debatte ausgelöst: Welche Bilder sollen - oder dürfen Medien zeigen? Wie vom Krieg berichten? Gerade hat der Deutsche Presserat dazu aufgerufen, “sorgsam” mit der Auswahl solcher Fotos umzugehen. Vor der Veröffentlichung sei, “zwischen dem Informationsinteresse der Leserschaft und den Interessen von Opfern und deren Angehörigen abzuwägen”. "Wir müssen uns bewusst machen, dass es in der Ethik in dem Sinn keinen Gesetzgeber gibt, der etwas verbietet oder erlaubt, der einzige Gesetzgeber sind wir selbst", sagt Claudia Paganini, Professorin für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München. In erster Linie gehe es um die "Persönlichkeitsrechte der Opfer". Es gebe auch viele andere objektive Blickwinkel, "die auch die Destruktivität und die Brutalität des Krieges zeigen". Journalismus dürfe nicht "in Aktivismus abgleiten". Wenn man die ikonographischen Bilder des 20. und 21. Jahrhunderts betrachte, dann falle ihr auf, dass es oftmals "gar nicht unbedingt brutale oder spektakuläre Bilder" waren. Bei 9/11 sei beispielsweise das Bild von Feuerwehrleuten im Gedächtnis, die eine Fahne am Ground Zero hissen. Es habe weniger mit den Bildern selbst zu tun, als mit den Emotionen innerhalb der Gesellschaft. Weitere Nachrichten: Von der Leyen und Borrell reisen nach Kiew, Kritik an Fall der Isolationspflicht, Griechenland tilgt Schulden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum dritten und letzte Teil des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett
- 04.04.202211 Min.
Einen Monat lang war die Kleinstadt Butscha, eine Vorortgemeinde von Kiew mit fast 27 000 Einwohnern, unter russischer Besatzung. Vergangene Woche dann haben sich die Russen zurückgezogen. Videoaufnahmen zeigen apokalyptische Szenen: Dutzende Leichen liegen am Straßenrand. Einige mit Kopfschuss, mit Folterspuren - und gefesselten Händen auf dem Rücken. Hunderte verscharrt in Massengräbern. Moskau aber behauptet, die Bilder seien gefälscht. Die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch hat Sonntag einen Bericht veröffentlicht, der weitere Fälle dokumentiert. "Es braucht jetzt schnell eine unabhängige Untersuchung und Aufklärung durch die Vereinten Nationen", fordert Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor von Human Rights Watch. Die Bilder von dort würden denen aus dem Zweiten Weltkrieg gleichen, nur in Farbe. Michalski stellt allerdings den Gebrauch der Wörter "Genozid" oder "Völkermord" infrage. Unstrittig aber sei: "Es sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Und der Menschenrechtler sagt, dass man diese Bilder zeigen müsse, "damit es nicht noch öfter passiert" Weitere Nachrichten: Friedensverhandlungen auf der Kippe, Orbán gewinnt Wahl in Ungarn. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über dpa.



















