Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
237924.10.2026
Beschreibung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Sonntags bis freitags um 17 Uhr, samstags um 7 Uhr. Zusätzlich gibt es werktags um 7 Uhr ein kurzes Nachrichten-Update.
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Episoden
  1. In Syrien wird gewählt. Nach zehn Jahren blutigem Bürgerkrieg mit hunderttausenden Toten und elf Millionen Geflüchteten. Jetzt lässt sich Baschar al-Assad zum vierten Mal zum Präsidenten wählen. Die vorige Wahl vor sieben Jahren hatte er laut offiziellen Zahlen mit fast 89 Prozent der Stimmen gewonnen. Und auch die neue Abstimmung nennt die Opposition eine „Farce“. Die Wahl sei keineswegs frei, gleich und geheim, sagt auch SZ-Redakteur Moritz Baumstieger. Sie soll lediglich dazu dienen, den Präsidenten zu legitimieren. Das Regime sorge deshalb auch für eine hohe Wahlbeteiligung. Regierungskräfte kontrollieren heute rund zwei Drittel des Landes. Nur in diesen Gebieten konnten die Wähler an der Abstimmung teilnehmen. Die Opposition sei jedoch zersplittert. Doch ohne die Hilfe aus Moskau und Teheran würde das Regime in Damaskus nicht mehr existieren. Mit, aber auch ohne Assad werde Syrien keinen Frieden finden. Weitere Nachrichten: Shell muss CO2-Ausstoß drastisch reduzieren, Festnahmen bei Gondelunglück am Lago Maggiore, Amazon kauft Hollywood-Studio MGM. Den Link zu unserem Recherche-Podcast “Das Thema” über die Impfungen in Afrika finden Sie unter SZ.de/podcasts. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Felix Ogriseck Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und Twitter.

  2. Ryanair-Chef Michael O'Leary nennt es einen „Fall von staatlich unterstützter Piraterie“: Die Behörden des autoritär regierten Belarus hatten am Sonntag ein Flugzeug seiner Airline zur Landung in Minsk gezwungen. An Bord war der von Belarus gesuchte Blogger Roman Protassewitsch. Präsident Alexander Lukaschenko hat offenbar jegliche Hemmungen verloren. Die EU friert nun Konten ein, sperrt den Luftraum für Airlines aus Belarus und Fluggesellschaften der EU landen nicht mehr in Belarus. "Normal ist es nicht, wenn ein Diktator ein Flugzeug vom Himmel holt", sagt die SZ-Russland-Korrespondentin Silke Bigalke. Aber Oppositionelle werden in Belarus seit Jahren verfolgt und eingesperrt. Der erst 26 Jahre junge Protassewitsch lege sich selbst nicht fest, ob er für die Opposition oder als Journalist arbeitet. Von Polen aus habe er den Telegram-Kanal Nexta geleitet. Der Telegram-Kanal sei zu einem der meistgelesenen in Belarus geworden - und praktisch zum Mitorganisator der Demonstrationen gegen Lukaschenko im Sommer 2020. Die jüngste Aktion sei ein Signal an alle Oppositionellen, dass sie sich nirgends sicher fühlen können. Ohne die Unterstützung Moskaus habe er so eine Entscheidung kaum treffen können. Weitere Nachrichten: Vonovia und Deutsche Wohnen wollen fusionieren, Hansi Flick, wird Trainer der Fußball-Nationalmannschaft. Den Link zu unserem Podcast “An diesem Tag” finden Sie auf sz.de/podcasts oder auf Spotify. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Welt und den Twitterkanal Tikhon Dzyadko.

  3. Im WDR treffen zum ersten Mal die drei Spitzenkandidaten ums Kanzleramt aufeinander. Einen klaren Sieg kann niemand mit nach Hause nehmen. Am Donnerstag sind im Westdeutschen Rundfunk zum ersten Mal die Bewerberin Annalena Baerbock von den Grünen sowie die Bewerber Armin Laschet von CDU/CSU und der Sozialdemokrat Olaf Scholz aufeinandergetroffen. Vor allem Baerbock und Laschet gifteten sich beim Thema Klimaschutz gegenseitig an. SZ-Hauptstadtbüroleiter Nico Fried konnte nicht erkennen, dass jemand mit einem eindeutigen Sieg nach Hause gegangen wäre. Und auch Olaf Scholz schreibt er noch nicht ab. Weitere Nachrichten: Spahn mahnt zur Vorsicht trotz sinkender Inzidenz, Waffenruhe in Nahost. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Antonia Franz, Felix Ogriseck und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über WDR.

  4. Sebastian Kurz rechnet damit, dass er bald angeklagt wird. Die Ibiza-Affäre dreht sich immer mehr um die Partei des österreichischen Bundeskanzlers. Sebastian Kurz ist der Hoffnungsschimmer für viele Konservative in ganz Europa. Aber der österreichische Bundeskanzler könnte bald angeklagt werden. Es geht um Postengeschacher und absurde Whatsapp-Chats. Offenbar hatten Kurz und seine Weggefährten das Gefühl, die Republik unter sich aufteilen zu können. Die Opposition tobt, die Staatsanwaltschaft ermittelt und Wien-Korrespondentin Cathrin Kahlweit meint, so ein Skandal wäre in Deutschland unmöglich. Weitere Nachrichten: EU schließt 35-Milliarden-Vertrag mit Biontech/Pfizer, Baerbock meldet Nebeneinkünfte nach. Den angesprochenen Österreich-Newsletter finden Sie unter sz.de/oesterreich-newsletter. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Antonia Franz und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Facebook-Seite Österreichisches Bundeskanzleramt, Österreichisches Parlament.

  5. 19.05.202112 Min.

    Joachim Löw stellt den EM-Kader vor. Der Bundestrainer stapelt tief: Ein Finale wäre zwar schön, aber die Favoriten, gibt er zu, sind andere. Trotz Corona und Geisterspielen sind noch immer viele Fans von der Nationalmannschaft begeistert. Diesen Eindruck möchte zumindest der Deutsche Fußballbund (DFB) vermitteln. Nach all den Affären der vergangenen Wochen hat der Verband bei der Vorstellung des EM-Kaders ganz unterschiedliche Unterstützer per Videokonferenz zugeschaltet: Schülerinnen und Schüler, Fanbeauftragte und sogar in ein Seniorenheim wurde die Verbindung hergestellt. Der DFB will sich volksnah zeigen. Und auch dem Bundestrainer ist auf seiner Abschiedstournee wichtig, dass er die Fans begeistert. Favoriten sind andere, Auftaktgegner Frankreich zum Beispiel, stapelt Joachim Löw tief. Auch SZ-Sportredakteur Martin Schneider sagt, für die deutsche Nationalmannschaft ist entscheidend, die schwere Vorrunde zu überstehen. Weitere Nachrichten: Familienministerin Giffey tritt zurück, Einreise aus Drittstaaten für Geimpfte in EU möglich. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über DFB.

  6. 18.05.202111 Min.

    Bei pro-palästinensischen Demonstrationen kam es am Wochenende zu antisemitischen Rufen und Ausschreitungen. Von Mannheim über Frankfurt bis Berlin. Es tue allen ganz gut, mit Bescheidenheit, Neugier und einem differenzierten Blick auf den Nahen Osten ranzugehen, meint Ronen Steinke, SZ-Redakteur für Innere Sicherheit und Experte für Extremismus. Der Konflikt könne nicht von hier gelöst werden. Man müsse zu denen, die antijüdische Parolen skandierten, klare Grenzen ziehen. Auch seien es nicht alles Palästinenser, die da gerade auch vor Synagogen demonstrieren würden. Darunter seien auch viele nationalistische Türken, die sich um das Leid der Kurden wenig kümmern würden. Beteiligte Nordafrikaner machten Israel für alles Übel in ihren Ländern und auf der Welt verantwortlich. Und darunter seien auch solche, die 2015 etwa aus Syrien geflohen seien. Auch unter ihnen würden tradierte Ressentiments gepflegt, bei denen Israelis und Juden ein Synonym für “Feind” seien. Weitere Nachrichten: Impfpriorisierung wird aufgehoben, Ausnahmezustand in Ceuta, Biden legt Steuerklärung vor. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk

  7. Die Kämpfe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas gehen weiter. Israel will seinen Militäreinsatz “so lange wie nötig” weiterführen, so der Premierminister Benjamin Netanjahu. Und mittlerweile kommt es in Israel auch immer mehr zu Ausschreitungen zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung. Von der Situation vor Ort erzählt in dieser Folge der SZ-Korrespondent in Israel, Peter Münch. Er hat gerade erst das Wohnviertel in Jerusalem besucht, in dem sich der Konflikt wieder entzündet hat. Und er erklärt, wie Netanjahu den Konflikt jetzt für sich nutzen möchte. Helfen Sie uns diesen Podcast noch besser zu machen: Wir würden freuen, wenn Sie dazu bei dieser Umfrage mitmachen. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Felix Ogriseck Produktion: Benjamin Markthaler

  8. Pünktlich zu Pfingsten geht es langsam wieder los mit dem Tourismus. In Schleswig-Holstein beispielsweise werden ab Montag wieder viele Einrichtungen aufmachen. Im Ausland muss man aktuell auch noch genau hinschauen. Immerhin muss man nicht mehr generell in Quarantäne, wenn man wieder nach Hause kommt. “Der Sommer wird gut, er wird viel besser als der vergangene”, macht Monika Maier-Albang aus der SZ-Reiseredaktion Hoffnung. In Österreich etwa wird die Einreise zumindest für Geimpfte, Genesene und Getestete einfach. Auch Griechenland setzt stark auf diese Gruppe. “Die Griechen sind wild entschlossen, die Saison mitzunehmen.” Bei Fernreisen gebe es viel mehr Unsicherheiten. Maier-Albang empfiehlt für dieses Jahr lieber einen Europa-Urlaub mit dem Auto: etwa vom Süden Deutschlands aus in Italien, Kroatien oder vom Norden Richtung Dänemark. Weitere Nachrichten: Nahostkonflikt, Rekord-Impfungen in Deutschland. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Julia Stanton Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

  9. 12.05.202111 Min.

    Es ist ein nie dagewesener Raketenhagel, den die Menschen im Großraum von Tel Aviv da gerade erleben mussten. Seit Montagabend sind es weit mehr als 1000 Raketen, die aus dem Gazastreifen auf israelische Zivilisten abgefeuert wurden. Natürlich wehrt sich Israel: die Luftwaffe griff massiv Ziele auf palästinensischer Seite an. Etwa 50 Menschen sind dabei bislang getötet worden. Darunter nach Angaben der Armee auch mehrere ranghohe Mitglieder der islamistischen Hamas. Die palästinensische Sache ist zwar ein Teil der Identität, aber die Hamas habe kaum Sympathie in den arabischen Staaten, sagt Paul-Anton Krüger, Redakteur der SZ-Außenpolitik. Schließlich sei die Hamas ein Ableger der Muslimbruderschaft und damit erklärter innenpolitischer Gegner von Regierungen wie in Riad oder Kairo. Deshalb komme es auch zu abenteuerlichen Bündnissen wie zwischen der Hamas und Iran, obwohl die einen Sunniten und die anderen Schiiten sind. Weitere Nachrichten: Ermittlungen gegen Österreichs Kanzler, Bayern und BaWü geben alle Impfstoffe bei Hausärzten frei. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.

  10. Erst flogen Steine und Gummigeschoße in Jerusalem, dann Raketen auf Israel und Bomben auf den Gazastreifen. Im israelischen Aschkelon starben zwei Frauen, Dutzende Menschen in Gaza-Stadt. Es gebe nicht ursächlich nur einen Grund für die erneuten Auseinandersetzungen, sagt Steffen Hagemann. Er ist Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv. Die Eskalation stehen aber eindeutig im Kontext der seit mehr als 50 Jahren andauernden Besetzung weiter palästinensischer Gebiete durch die israelische Armee. Zudem gehe es nach den abgesagten Wahlen in den Palästinensergebieten auch um einen Machtkampf zwischen der PLO und der Hamas. Die Hamas versuche mit dem Beschuss Einfluss auch im Westjordanland zu gewinnen. Sie wolle sich so an die Spitze des palästinensischen Widerstandes setzt. Beim Beschuss - auch von Jerusalem - gehe es ihr dabei vor allem um die Demütigung der israelischen Regierung. Weitere Nachrichten: Tote bei Angriff auf Schule in Russland, Hoffnung auf Impfangebot für zwölf bis 18-Jährige. Die Datenrecherche zur Auswertung von fast zwölf Millionen Telegram-Nachrichten zeigt wie sich Verschwörungstheorien, Rassismus und Sexismus zu einer toxischen Mischung verbinden. Sie finden das Projekt finden Sie unter sz.de/hassmessen Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

  11. Jetzt hat auch die SPD ganz offiziell einen Kanzlerkandidaten: Dass es Olaf Scholz wird, war lange klar, am Sonntag wurde er jetzt auch auf einem digitalen Parteitag mit 96,2 Prozent gewählt. Seine zentralen Wahlkampfthemen: "Mobilität, Klima, Digitalisierung und Gesundheit." Und er will Kanzler werden. Doch danach sieht es zumindest momentan so gar nicht aus. Bringt dieser Parteitag die Wende für die SPD? Die Partei versuche sich neu zu erfinden und habe eine überzeugendes Programm vorgelegt. Aber Hartz IV klebe noch immer bleischwer am Image der SPD - und an der Biografie von Scholz. Mit ihm trete ein Spitzenkandidat an, der damals alles mitgetragen - und der deshalb ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. "20 Jahre im Geschäft: Scholz bleibt Scholz", sagt Mike Szymanski aus dem SZ-Hauptstadtbüro. Begeisterungsstürme entfache der Finanzminister nicht. Er sei eher "dröge und sachlich". "Scholz sei nicht der beste Kandidat, sondern der einzige." Tatsächlich aber habe es aber wohl keine personelle Alternative zu ihm als Kanzklerkandidaten gegeben. Möglichweise könne ihm aber die Wärme der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Wahlkampf helfen. Weitere Nachrichten: Wissler und Bartsch sind Linke-Spitzenkandidaten, Priorisierung für Johnson & Johnson aufgehoben. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über SPD Bundesparteitag.

  12. Gerade hat die US-Regierung unter Joe Biden eine radikale Wende verkündet: Im Rahmen der Welthandelsorganisation sind die Vereinigten Staaten jetzt für die zeitweise Aussetzung der Patente für Impfstoffe gegen Corona. Ein Vorschlag, den die Weltgesundheitsorganisation “als historischer Meilenstein” feiert. Doch einer, der vor allem von Ländern blockiert wird, in denen die Pharmaindustrie stark ist. Und so ist auch die Bundesregierung skeptisch. Das Wirtschaftssystem basiert eben in weiten Teilen der Welt auf dem Eigentumsrecht, sagt der Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion Marc Beise. Er zweifelt daran, dass dieser Schritt mehr Medikamente auf den Markt bringen würde. Denn es sei nicht so einfach, nur die Patente zur Verfügung zu stellen. Dafür sei vielmehr ein großes, kompliziertes “Ökosystem” im Zusammenspiel von vielen Spezialisten nötig. Gebildet und unterstützt von einem Fond, in den die reichen Staaten Milliarden einzahlen könnten. In den USA gebe es eine Initiative für einen “weltweiten Marshallplan fürs Impfen”. Und auch er unterstütze eine kleine schlagkräftige Einheit aus Fachleuten und sehr viel Geld im Rücken, wie die, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder wirtschaftlich auf die Beine gebracht habe. Weitere Nachrichten: Aktuelle Corona-Lage, NSU 2.0: Vorwürfe gegen Bayerns Justiz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.

  13. 06.05.202111 Min.

    Umweltministerin Svenja Schulze und Finanzminister Olaf Scholz von der SPD haben am Mittwoch eine Verschärfung des Klimaschutzgesetzes vorgestellt. 2045 - also schon 5 Jahre früher als bisher geplant, soll Deutschland klimaneutral werden. Und auch die Zwischenziele sind jetzt ehrgeiziger als vorher. Ganz freiwillig war dieses Engagement für das Klima aber nicht. Vergangene Woche hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das aktuelle Klimaschutzgesetz der Bundesregierung nicht weit genug geht. An diesem Donnerstag hat dann auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Ziele auf dem Petersberger Klimadialog vorgestellt. Sie forderte internationale Solidarität ein, um eine weltweite Klimaneutralität zu erreichen. SZ-Redakteur Michael Bauchmüller hält die deutsche Klimaneutralität bis 2045 für realistisch, aber "es ist wirklich ein Kraftakt". Noch scheinen ihm die Maßnahmen zu abstrakt, es bräuchte jetzt konkrete Konzepte statt "Wohlfühl-Klimaschutz". Weitere Nachrichten: Lockerungen für Geimpfte und Genesene, Impfschutz-Patente. Den SZ-Geld-Newsletter können Sie hier abonnieren. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Redaktion: Julia Stanton, Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terberl Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und SZ-Livestream.

  14. In sozialen Brennpunkten verbreitet sich das Coronavirus gerade schneller als in teureren Stadtvierteln. Einige Kommunen und Bundesländer wollen das jetzt ändern: Berlin hat Maßnahmen angekündigt, Rheinland-Pfalz und auch Nordrhein-Westfalen. Im letzteren läuft seit Montag schon ein Modellversuch im Kölner Stadtteil Chorweiler. Menschen dort werden schnell und unkompliziert an einer mobilen Impfstation geimpft. Wie gut das Projekt anläuft und warum die Inzidenzwerte gerade in sozialen Brennpunkten so hoch sind, erklärt in dieser Folge Christian Wernicke. Er ist SZ-Korrespondent in NRW. Das angesprochene Video zu Impfungen finden Sie hier Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Lars Langenau, Julia Stanton Zusätzliches Audiomaterial über den Landtag von Nordrhein-Westfalen.

  15. Bereits am Donnerstag diskutiert der Bundestag darüber. Am Freitag der Bundesrat. Und am Wochenende könnte bundesweit für Geimpfte und von Corona Genesene zumindest ein Teil der Normalität zurückkehren. Auch die Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen sollen für vollständig Geimpfte dann nicht mehr gelten. Noch sind diese Lockerungen dann nur Wenigen und vor allem Älteren vorbehalten. Ist das alles sinnvoll? Rechtlich seien diese Lockerungen zwingend, sagt der SZ-Korrespondent am Karlsruher Bundesverfassungsgericht, Wolfgang Janisch. Freiheiten könnten nur beschränkt werden, wenn es dafür eine Rechtfertigung gibt. Wenn aber das Infektionsrisiko zurückgegangen sei, müsse man die Freiheiten selbstverständlich wieder zurückgeben. Den Vorwurf, dass jetzt eine Art Impfpflicht durch die Hintertür komme, deutet der Jurist anders. Man könne Erleichterungen für Geimpfte in einer Übergangszeit durchaus auch als positiven Anreiz für Impfskeptiker sehen. Wenn aber ein Großteil der Menschen geimpft sei, würden die Maßnahmen eh wegfallen. Weitere Nachrichten: Tourismus in Bayern, Festnahme “NSU 2.0”, Zunahme politisch motivierte Kriminalität. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundespressekonferenz.

  16. Die Pressefreiheit ist weltweit bedroht. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” führt auf, dass sie in fast drei Viertel der Länder der Welt zumindest bedeutend eingeschränkt ist. Nicht nur in totalitären, repressive Staaten wie Nordkorea oder Eritrea, sondern auch in den USA, Großbritannien - und Deutschland. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ ist die Bundesrepublik von Platz 11 auf Platz 13 abgerutscht. Besonders in Zeiten der Pandemie sei es nicht leicht, aus den Gerichtssälen zu berichten, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Auch würde vor allem Rechtsextremisten die Verfahren oft genug als Bühne nutzen - und wie auch auf Pegida- oder Corona-Demonstrationen offen drohen. Auf Bedrohungen per Mail reagiere sie inzwischen immer öfter mit Anzeigen. Problematisch sei inzwischen aber auch der Druck, den Anwälte gegen Journalisten ausüben würden. Doch wenn sie sich einschüchtern lasse, dann habe sie ihren Beruf verfehlt, meint Ramelsberger. Journalisten sollten “nicht auf einem Stuhl oder schon gar nicht auf einem Schoß sitzen, sondern zwischen den Stühlen”. Hier der Link zum Schul-Projekt “Journalismus macht Schule”. Antworten auf häufig gestellte Fragen der Leserinnen und Leser und Positionen der SZ finden Sie hier und in der Zeitung auf der Seite des Leserforums. Weitere Nachrichten: Lockerungen für Geimpfte, Oktoberfest-Absage, BKA zerschlägt Kinderpornografie-Plattform, DFB-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk

  17. Die Zahl der Covid-Intensivpatienten nimmt sehr leicht ab. Trotzdem bleibt die Situation ernst. Ein Gespräch mit einer Intensivpflegerin und einem Chefarzt. Wochenlang ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten immer weiter gestiegen. Die Notfallmediziner haben wieder und wieder gewarnt: Es brauche strengere Maßnahmen, sonst drohe das Gesundheitssystem zusammenzubrechen. Erst jetzt geht die Zahl leicht zurück. Für Entspannung sorgt das aber nicht, erklären die Intensivkrankenpflegerin Katrin Rutten und der Ärztliche Direktor des Rotkreuzklinikums in München Marcus Hentrich. Weitere Themen: Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12, Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz, Massenpanik in Israel. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.

  18. 29.04.202114 Min.

    In den USA krempelt Joe Biden viel um, außenpolitisch ist er um Zusammenarbeit bemüht. Beim Impfen gilt aber ein altes Trump-Prinzip: America First. 100 Tage ist Joe Biden nun im Amt. Innenpolitisch, das sagen viele Beobachter, legt er ein rasantes Tempo vor: Die USA impfen in großer Geschwindigkeit, die Wirtschaft zieht kräftig an und die Regierung schenkt jedem US-Bürger 1400 Dollar. Aber wie sieht es denn außenpolitisch aus? Sind die USA wirklich zurück? Auch hier hat Biden für viel Aufsehen gesorgt: Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen, klare Abgrenzung gegenüber Russland und China. US-Korrespondent Hubert Wetzel spricht über die Unterschiede zwischen Bidens und Trumps Außenpolitik - und deren Gemeinsamkeiten. Weitere Themen: Karlsruhe erklärt Klimaschutzgesetz für in Teilen verfassungswidrig, Neuinfektionen in Deutschland nehmen ab. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über US Congress.

  19. Die offiziellen Zahlen machen demütig: Am Mittwoch wurden in Indien 360.960 Corona-Infektionen neu gemeldet. Inzwischen sind es fast 18 Millionen nachgewiesene Fälle, die weltweit zweitmeisten Infektionen nach den USA. Mit offiziell annähernd 3300 neuen Toten an einem Tag wurde die Schwelle von 200 000 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus überschritten. Traurige Rekorde. Die Zahlen sind nicht besonders valide, sagt SZ-Asienkorrespondent David Peifer. Sowohl die Infektionen als auch die Anzahl der Toten seien eher geschönt oder “milde interpretiert”. Es werde in Indien nicht flächendeckend oder auch gar nicht getestet. Und wo getestet werde, da komme etwa einer von drei Covid-Tests positiv zurück. Das Gesundheitssystem sei in vielen Teilen des Landes bereits kollabiert. Der erneute Ausbruch vor allem in Städten wie Neu-Delhi hat laut Pfeifer mit den weitgehenden Lockerungen der Schutzmaßnahmen zu tun. Die Regierung habe fälschlich angenommen, das Virus schon fast besiegt zu haben. Doch dann hätten sich religiöse Massenfeste zu Superspreader-Events entwickelt. Weitere Nachrichten:Streit über Rechte für Geimpfte, Verfassungsschutz beobachtet "Querdenker", EU-Parlament bestätigt Brexit-Handelspakt. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Carina Seeburg, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk

  20. 27.04.202111 Min.

    Nach der Blamage um die schnell wieder einkassierte “Osterruhe” hatten sich am Montagnachmittag Bund und Länder zu einem Impfgipfel verabredet. Das Ergebnis: Die Impfpriorisierung wird bald aufgehoben und dann gibt es auch mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene vom Coronavirus. Auch nimmt die Impfkampagne in Deutschland endlich Fahrt auf - und manche Hausärzte sind inzwischen "am Oberrand unserer Belastungsgrenze", wie die Virologin Nasim Motamedi aus einer Allgemeinarztpraxis bei München sagt. Geimpfte sollten schnell ihre Freiheiten zurück bekommen, meint Werner Bartens aus der SZ-Wissenredaktion. Auch sei es jetzt "höchste Zeit", in den Altersheimen mit Lockerungen zu beginnen. Grundsätzlich seien die Hausärzte zu spät in die Impfkampagne eingebunden worden, kritisiert Bartens. Aber jetzt seien "erstaunliche Fortschritte" zu verzeichnen. Ein befreundeter Impfarzt habe ihm gesagt: “Impfen macht glücklich, geimpft werden macht glücklich.” Täglich würden gerade ein Prozent der Bevölkerung geimpft. Bereits 24 Prozent seien es bis dato. Bis spätestens Pfingsten müssten also dringend mehr Freiheiten für Geimpfte und Genese gewährt werden. Ab spätestens Juli könne man wieder zuversichtlich sein. Registrierungen und Infos kostenfrei unter der Bundeshotline 116117 oder unter www.impfterminservice.de. Weitere Nachrichten: Bayern hebt Impfpriorisierung früher auf, Lockdown in der Türkei, Nagelsmann wird neuer Bayern-Trainer. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk