fair & female - mit Barbara Haas

Barbara Haas
289
17.10.2026
Beschreibung
Fairness, Feminismus und die Frage, wie Gesellschaft wachsen kann. Ich möchte euch jede Woche zu einem spannenden Gespräch mitnehmen, das sich um diese drei Dinge dreht und uns alle ein bisschen schlauer macht. Ich freu mich, wenn ihr mit mir dabei seid. Alles Liebe, Barbara
Häufig erwähnt
  • Fair und Female
  • Österreich
  • Wien
  • Baba
  • Europa
  • KI
  • Kleinen Zeitung
  • Euro
  • Deutschland
  • Gott
  • USA
  • Instagram
  • Graz
  • Steiermark
  • TikTok
Episoden
  1. Alle bewerten alles und jeden. Alle wollen Likes und setzen sich der Konkurrenz ganz freiwillig aus. Der Narzissmus ist das neue Normal und er zersetzt Stück für Stück unsere Gesellschaft. So lautet ihre Analyse. Die österreichische Philosophin und Autorin Isolde Charim geht mit gesellschaftlichen Phänomenen hart ins Gericht. Wir alle würden uns freiwillig diesem Narzissmus unterwerfen, weil wir an das falsche Versprechen glauben, irgendwann von der Konkurrenz erlöst zu werden. In der aktuellen Episode von "fair&female" bespreche ich mit Isolde Charim ihre Gegenwartsbeschreibung und frage kritisch nach: Stimmt es wirklich, dass wir alle Narzisstinnen und Narzissten sind? Wie kann es dann aber sein, dass Ehrenamt und Solidarität trotzdem so hoch bewertet werden und wie sieht, sollte Charim recht haben, ihre Prognose für unser gesellschaftliches Miteinander aus? Das aktuelle Buch von Isolde Charim heißt "Die Qualen des Narzissmus: Über freiwillige Unterwerfung" und ist im Paul Zsolnay Verlag erschienen.

  2. Ok, es ist gerade viel auf einmal und trotzdem wird es Wege raus geben. Aber Krise durchstehen, innovativ denken und mutig entscheiden - das geht? Ja. Warum gerade Unsicherheit jetzt ein Turbo sein kann, erklärt Extrembergsteiger und "Primus Wissensforum" Keynote-Speaker Rainer Petek. Danach geht es mit der Bestseller-Autorin Katja Porsch noch um den sehr entscheidenden Unterschied zwischen Wissen und Machen und dem Moment von Freiheit, der genau dann kommt, wenn das Leben über einem zusammengebrochen ist. Das Primus Wissensforum 2022 wird von der Kleinen Zeitung präsentiert und findet am 10. November in Graz statt. Alle Infos dazu findet ihr hier.

  3. Lukas Resetarits ist eine Instanz im heimischen Kabarett. Immer gegen Hetze, immer klar, wenn es um Rassismus oder Frauenfeindlichkeit geht und immer in einer Sprache, die verstehbar und berührbar bleibt. Sprache ist dem Wiener und Stinatzer immer wichtig gewesen, denn als er mit vier Jahren nach Wien kam, konnte er kein Wort Deutsch und in seinem Haus riefen alte Nazis: "Krowoden raus!". Ein Gespräch über den nicht ungefährlichen Heimatbegriff, über seine Zeit als Landstreicher und Obdachloser und wir besprechen auch die gesellschaftliche Frage, wann Trotz kindlich-narzsisstisch ist und wann vielleicht wirklich eine Chance auf Veränderung. Lukas Resetarits ist am 14. Oktober 75 Jahre alt geworden, sein jetzt erschienenes Buch "Krowod" (Ueberreuter Verlag). Er hat es seinem verstorbenen Bruder Willi gewidmet.

  4. Also, richtig Lust auf Online-Dating macht dieses Buch echt nicht. Der deutsche Comedian, Podcaster und Musiker Oliver Polak (46) beschreibt in "L'amour numèrique - und täglich grüßt die Liebesgier" (Suhrkamp) quasi ausnahmslos fürchterliche Dates - und das auf der ganzen Welt. Da gehts einmal ums Auspeitschen, dann wird er in Brasilien fast entführt und mache Frauen erscheinen erst gar nicht - obwohl der Protagonist gerade für das Date nach Paris gereist war. Doch was sagt uns diese oberflächliche Welt, in der es nicht mehr um Beziehung und noch nicht einmal um eine kleine Verbindlichkeit geht? Das habe ich mit dem deutsch-russischen Juden, der vor allem durch seinen Brachial-Humor was Antisemitismus betrifft, bekannt geworden ist, im "fair&female"-Podcast besprochen. Und Oliver Polak kommt mit seinem Episodenroman auch nach Österreich. Aber nur zu einem einzigen Termin. Am 2. November wird er aus "L'amour numèrique - und täglich grüßt die Liebesgier" im Wiener Rabenhof lesen.

  5. 1,2 Millionen Menschen hören monatlich den Podcast von Matze Hielscher. Sein "Hotel Matze" ist damit der erfolgreichste Interview-Podcast im deutschsprachigen Raum. Und doch sagt er, dass er es erstrebenswert findet, "so mittel" zu sein. Ist das kokett? Wir reden in diesem Gespräch über die Kraft des Zuhörens, über einfache Antworten, die es halt irgendwie nicht gibt und auch darüber, warum ihn vielleicht gerade seine männliche Sensibilität so erfolgreich gemacht hat. Er hat gerade jetzt sein neues Buch herausgebracht. Es heißt "Akademie meines Lebens", ist im Piper Verlag erschienen und da liest man spannende Dinge von "Tote Hosen Frontman" Campino, Autorin und Richterin Juli Zeh, Transformationsexpertin Maria Göpel oder Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach. Und für alle, die zwar wissen, dass es keine einfachen Antworten gibt, sich aber über gut recherchierte Nachrichten freuen, sei hier noch die Kleine Zeitung empfohlen. Viel Spaß beim Hören und Lesen.

  6. Die einen nennen es #QuietQuitting, die anderen sagen Dienst nach Vorschrift, die dritten kündigen ihre Jobs einfach ohne Alternative und immer mehr sind sich sicher, dass es ein gutes Arbeitsleben für möglichst viele nur mit "New Work" geben kann. Also einem Arbeitsmodell, das sich den Bedürfnissen der Menschen angleicht und nicht auf unbedingtes und ständiges Wachstum ausgelegt ist. Aber kann das denn wirklich funktionieren? Und wie sieht es mit der "faulen" Generation Z aus? Sind die jungen Menschen alle verwöhnt oder in Wahrheit einfach sorgsamer mit den eigenen Ressourcen, weil sie bei ihren Eltern schon zu oft ein "Burn Out" erlebt haben? Die Wahrheit ist: Es tut sich viel. Und das beinahe zeitgleich. Lena Marie Glaser ist keine Generation Z, sie ist ein Millennial, aber in erster Linie New Work Expertin (ihr Buch "Arbeit auf Augenhöhe" ist kürzlich bei Kremayer&Scheriau erschienen). Selbst hat sie ihren "sicheren" Job als Juristin in einem Ministerium gekündigt und nun als Gründerin ihrer eigenen Firma festgestellt, dass das neue Arbeiten viel mehr Vorteile hat, als gemeinhin bekannt. Wir nähern uns den Fragen: Kann uns eine 4-Tage-Woche aus der persönlichen Krise retten? Vielleicht sogar aus der Kapitalismus/Klima/Life-Work-Balance-Krise? Spannende Einblicke in eine Welt, die auf Eigenverantwortung und Kooperation statt strenger Hierarchie baut.

  7. Jemand, der hasst, will zerstören. So sieht Philosoph Konrad Paul Liessmann ein gefährliches Phänomen unserer Gesellschaft. Der viele Hass, vor allem in den sozialen Medien, ist aber auch ein vielschichtiger Ausdruck dessen, was wir alle gemeinsam aktuell erleben. Es geht um Unsicherheit, um einfache Antworten und um die Lust an der Empörung, die uns gut gefällt. In der Empörung kann man angenehm verweilen, da muss man nämlich keine Entscheidung treffen, sich also nicht für Lösungen einsetzen. Unser Gespräch ist herausfordernd, denn es soll nicht nur darum gehen, was Hass oder Wut in uns Menschen auslöst, sondern auch einen Versuch beschreiben, wie man diesen destruktiven Zustand auch wieder verlassen könnte. Als einzelner Mensch und auch als Gesellschaft. Tatsächlich kommen wir nicht nur auf die Lust am Hass, sondern auch auf die Lust, uns mit Hilfe von Ästhetik aus dem Schlamassel der reinen Gefühls-Gesellschaft wieder ein bisschen zu befreien. Von 20. bis 25. September 2022 findet bereits zum 25. Mal das Philosophikum Lech statt, das Konrad Paul Liessmann kuratiert und leitet. Und das Thema ist eben genau dieser Hass. Man geht ihm nach mit dem Untertitel "Anatomie eines elementaren Gefühls". Ebenfalls dazu erschienen ist das Buch "Der Geist im Gebirge" (Zsolnay Verlag). Es ist eine Essay-Sammlung von vielen Philosophinnen und Philosophen, die in ihren Beiträgen die unterschiedlichsten Themen des Philosophikums umreißen.

  8. Malentschi kennt beide Seiten der Social Media Medaille. Cyber Mobbing und den Ruhm, als 18-jährige Schülerin von fast 400.000 Jugendlichen auf TikTok angehimmelt zu werden. Doch wie viel Privatsphäre bleibt ihr wirklich und was sagen wichitge Kooperationspartner zu ihren queeren Outing? Ein Gespräch mit einer jungen, selbstbewussten Frau, die sich durch Mobbing nicht unterkriegen hat lassen und just auf den Sozialen Medien jetzt ein Vorbild für tausende Jugendliche geworden ist. Ich war sehr beeindruckt von der Klarheit (und ein bisschen hat sich auch meine Vorstellung von Influencerinnen verändert, ehrlich gesagt). Das ist der Instagram Account von malentschi und der hier führt zu TikTok Und das ist der TikTok Account der Kleinen Zeitung - weil auch News wollen mal anders erzählt werden. Wer es gemütlicher mag: hier gehts zur Homepage der Kleinen Zeitung

  9. Wie schutzbedürftig muss ein geflüchteter Mensch sein? Wie soll er sich verhalten, was fordern, wo sich unterordnen? Die Erwartungen der "Aufnahmegesellschaft" sind schwer zu erfüllen. Das meint Migrationsexpertin Judith Kohlenberger und erklärt es sehr differenziert in ihrem gerade erschienenen Buch "Das Fluchtparadox - über unseren widersprüchlichen Umgang mit Vertreibung und Vertriebenen" (Kremayr&Scheriau). Der Umgang mit Geflüchteten ist immer auch ein demokratiepolitischer Seismograph. „Sie werden in der Forschung oft als Kanarienvögel in der Kohlemine bezeichnet. Bergleute hatten Kanarienvögel mit um zu sehen, ob es noch genug Sauerstoff gibt. Wenn der Vogel umkippt, wird es auch bald für die Bergleute eng.“ Wie unterschiedlich Geflüchtete bewertet werden, zeige, so Kohlenberger, die Ukraine versus 2015. „Jetzt sind es jene, die man sich 2015 gewünscht hätte. Mütter, Kinder, alte Menschen. Die Gruppe wird sich aber nicht als erstes in den Arbeitsmarkt integrieren. 2015 wären es demographisch gesehen genau jene gewesen, die man für den Arbeitsmarkt benötigt. Junge, fitte Männer.“ Ist es in Ordnung, so pragmatisch zu denken? Die Expertin ist sich sicher, dass Arbeitsmigration und Fluchtmigration zusammengedacht werden müssen. „Wir wissen doch - spätestens seit Corona - wie abhängig wir von ausländischen Arbeitskräften sind. In der links geführten Debatte darf man Geflüchtete nicht als Humankapital sehen. Ich sehe das anders.“ Alle aktuellen Entwicklungen in der Flucht- und Asyldebatte könnt ihr direkt auf der Kleinen Zeitung lesen Zu einem digitalen Probe-Abo gehts hier

  10. Erst kommt der Selbstzweifel, dann der Neid. Und so richtig groß werden diese Gefühle, wenn sie mit vielen schönen Filtern durch die Sociel Media Maschine geschleudert werden. Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey kennt diese Dynamik und er spricht auch darüber. In seinem aktuellen Buch "Der will nur spielen" (Molden Verlag) beschreibt er viele dieser Gefühle genau, im Gespräch gehts dann aber noch einen Schritt weiter. Oder besser gesagt tiefer. Wie nah ist Rubey an einer bipolaren Störung, was passiert, wenn die "Dementoren", wie er sie nennt, von ihm Besitz ergreifen und wie hilft ihm Alkohol dabei, die Lautstärke im Inneren zu reduzieren. Ein sehr persönliches Gespräch. MIt einigen heiteren Momenten. Leseempfehlung: "Der will nur spielen" Tourdaten von Manuel Rubey (Lesungen und Kabarett-Abende) findet ihr hier Aktuell sieht man ihn auch im Kino. Corsage von Marie Kreutzer

  11. Lisa Eckhart (29) ist die umstrittenste Kabarettistin Österreichs. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus – vieles wir ihr vorgeworfen. Im "fair&female"-Podcast spricht sie über Freiheit als Zumutung, empört sich über politische Korrektheit und über die "ständige Suche der Menschen nach Kränkungen". Die in Leoben geborene Kabarettistin und Autorin lässt so gut wie niemanden kalt. Vor allem Lisa Eckharts Kabarettprogramme sorgen immer wieder für emotionale Debatten, denn der Vorwurf ist oft: Diese Frau bedient Vorurteile und befeuert Antisemitsimus, Rassisimus und Sexismus. Sie selbst sagt im "fair&female"-Podcast: "So wie ich jeden Applaus aus jeder Ecke nehme, so trete ich auch in jede Ecke. Es braucht sich wirklich niemand vernachlässigt fühlen." Ihre eigene Empörung richtet sich gegen die politische Korrektheit und sie ortet eine regelrecht Sucht nach Mikroaggressionen und Kränkungen. "Dass Menschen so leicht gekränkt sind, kann man vielfach deuten. Sie fordern immer Sensibilisierung von Anderen, doch eigentlich betreiben sie Selbstsensibilisierung, bei der man immer weiter nach Kränkungen sucht." Was die 29-Jährige, die nun auch Mutter ist, über Satire und Freiheit denkt und warum ihr das das exhibitionistische Zeigen ihrer Brüste beim Stillen so viel Lust bereitet, bespreche ich mit ihr in dieser Episode. Lust auf mehr Nachrichten? Dann schaut mal auf die Kleine Zeitung

  12. Keine Emanzipation in Teilzeit! Mit ihrer Streitschrift "Who cares - von der Freiheit Frau zu sein" hat Mirna Funk (41) im deutschsprachigen Raum eine neue feministische Debatte losgetreten und sich von vielen Feministinnen Kritik gefallen lassen müssen. Warum? Weil die Autorin und Kolumnistin findet, dass der "Reihenhaus-Feminismus" das einzig wichtige Thema nicht angeht: Nämlich, dass Emanzipation nur mit finanzieller Unabhängigkeit und in Vollzeit arbeitenden Frauen kommen kann. Im "fair&female" Podcast spricht sie mit Barbara Haas über ihr eigenes Leben als alleinerziehende Mutter, Vollzeit-Verdienerin und warum sie einfach nicht einstimmen will in die, wie sie sagt, "immerwährende Leidensgeschichte, in der Frauen keine Schuld tragen, nur Männer, das System, das Patriarchat und der Kapitalismus.“

  13. Andere mögen ja vielleicht eine extralange Sommerpause machen, ich aber mach nur einen kurzen break und schenke euch dafür in meinem Urlaub eine kleine Audio Sommer-Reise. Ein best of der letzten 36 Episoden ist angesichts von so vielen unterschiedlichen Gästen auch für mich echt unmöglich, aber was ich euch heute zum Hören gebe, sind vier Stimmen, die sich zum Thema Mann sein, Frau sein, trans sein und der Unmöglichkeit, politisch korrekt zu sein Gedanken machen. Viel Spaß mit Paul Pizzera, Julia Brandner, Matthias Strolz und Steffi Stankovic. Und nächstes Mal gibts wieder ganz frischen Stoff. Kleiner Spolier: Es geht um radikale Gleichstellung mit einer beeindruckenden Frau, die das auch radikal ernst meint.

  14. Paula Dorten ist 16 Jahre alt, seit zwei Jahren schon engagiert sie sich als Klimaaktivistin bei "Fridays for Future" und sie weiß, dass nicht mehr viel Zeit ist, um die Welt noch zu retten. "Wir haben nur noch bis 2029, und daher kann ich nicht warten, bis ich CEO oder Politikerin werde, um selbst gestalten zu können, ich muss auf die Straße, ich muss mir Gehör verschaffen." Doch dieser unbedingte Antrieb kostet auch eigene Ressourcen. Denn das Gefühl, einfach nie genug getan zu haben, diese Erschöpfung kennt Paula Dorten genauso. Mittlerweile gibt es einen Fachausdruck für jenen Zustand, in den vor allem junge Menschen, und in der Klimabewegung besonders oft Frauen, kippen: activist burnout. In dieser Episode spricht Paula Dorten, die gerade erste mit ORF-Meteorologe Marcus Wadsak ein Klimamanifest "Die letzte Generation" veröffentlicht hat, wie es ihr als junge Frau geht, die an diese Erschöpfungsgrenze leider immer öfter stößt.Und warum sie trotzdem nicht aufhören kann, optimistisch zu bleiben und weiterhin an die Zukunft ihrer Generation zu glauben.

  15. Den Spruch hab ich auf der Instagram-Seite von Unverschwendet gefunden und so geht er: Kübel' den Schönheitswahn, nicht dein Obst und Gemüse." Er stammt von einer Aktion des WWF und die Botschaft ist, dass 40% der weltweit produzierten Lebensmittel nie gegessen werden. Weil sie in der Tonne landen. Cornelia Diesenreiter hat aus genau diesem Grund ein Start-Up gegründet, nämlich eben Unverschwendet und hat sich gemeinsam mit ihrem Bruder Andreas ein ambitioniertes und großes Ziel gesetzt. Sie wollen Obst und Gemüse retten, dabei nachhaltig wirtschaften, mit ihrem Business ihrem Leben einen Sinn geben UND das Ganze soll trotzdem erfolgreich sein. Aber geht das? Und wenn ja, wie? Ich hab mit Cornelia ein Gespräch über Visionen und Umwege geführt und darüber, dass gerade auch das Thema Nachhaltigkeit von manchen zur eigenen Identitätspolitik verwendet wird - und damit oft Schaden anrichtet, weil dann nur noch die scheinbare moralische Überlegenheit zählt und das hilft dem wichtigen Anliegen leider gar nicht. Dieser Podcast ist Teil der Sommerserie der Kleinen Zeitung. Unter dem Titel "Nur Mut! Das Leben neu denken" laden wir spannende und ungewöhnliche Gesprächspartner:innen ein, um neue und optimistische Perspektiven in einer unsicheren Zeit zu zeigen.

  16. Es fängt an wie ein lustiges Video-Spiel und endet als radikale Verschwörungstheorie oder als politische Troll-Kampagne. Desinformation ist in Zeiten der Krisenhäufung ein immer stärker werdendes Mittel, um Gesellschaften ins Wanken zu bringen. Und diese Art von Information passiert immer häufiger auf eine sehr leicht zu konsumierende Art, die oft witzig oder satirisch anmutet. Diese systematischen Fake-News helfen aber nicht nur den politischen Rändern, sondern - wie im Fall Russlands - auch ganzen Staaten, um die eigene Propaganda-Erzählung möglichst reichweitenstark fortzuschreiben. Was aber passiert genau, vom ersten verspielten Video-Beitrag bis zur Radikalisierung? Die österreichische Terrorismusforscherin Julia Ebner hat sich jahrelang undercover in radikalen Netzwerken eingeschleust - von islamistisch bis rechtsradikal, bei Live-Demos und analogen Netzwerktreffen sowie in Form von Online-Aktivismus. Im aktuellen "fair&female"-Podcast gehen wir mit Ebner, die am strategischen Institut für Dialog in London arbeitet, der Frage nach: Wem nützten Fake-News? Welche Gruppen sind aktuell aktiv in Österreich? Und wem soll Desinformation schaden? Hier findet ihr den sehenswerten Tedx-Talk der London Business School von Julia Ebner Und hier findet ihr den aktuell laufenden Echtzeit-Recherche-Podcast "Troll Army - Russlands Krieg im Internet"

  17. Eigentlich hat alles mit dem 11. September angefangen. All die Corona-Proteste und die Erzählungen von einem kruden Bill Gates-Plan wurden tatsächlich nicht nur von der Covid-Pandemie ausgelöst, sondern waren auch das Ergebnis einer Idee Jahre vorher. Nämlich jener Idee, die Terroranschläge auf das World Trade Center 2001 wären ein "Inside-Job" gewesen. Diese Entwicklung ist wichtig zu beachten, wenn man sich Ken Jebsen ansieht, der eine extrem steile Karriere vom einstig gefeierten Radio-Moderator direkt ins Herz der Corona-Verschwörer*innen genommen hat. Ich spreche in dieser Episode mit dem Journalist und Autor Khesrau Behroz, der mit seinem Podcast "Cui Bono. WTF happened to Ken Jebsen" die Geschichte und die Mechanismen hinter dem Verschwörungserzähler Jebsen aufdeckt, aber auch zeigt, wie schnell aus einem coolen Typ ein wirklich gefährlicher Gesellschafts-Zersetzer werden kann. Khesrau Behroz hat gemeinsam mit einem großen Rechercheteam mehr als ein Jahr an diesem sechsteiligen Podcast gearbeitet - und diese journalistische Arbeit wurde zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Podcasts des letzten Jahres. Mehr als vier Millionen Mal downgeloaded und auch schon mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt sogar mit dem Grimme Award 2022. Hier könnt ihr direkt in den Cui bono-Podcast reinhören. Und wenn euch interessiert, warum Desinformation ein so gefährliches wie erfolgreiches Mittel ist, um Gesellschaft zu zersetzen, dann spoilere ich schon mal auf die nächste Episode. Da spreche ich mit Terrorismusforscherin Julia Ebner genau darüber. Und in dieser Folge wird es dann auch stärker um Österreich gehen und um eine Art von Parallel-Gesellschaften, die so gut wie immer im Darknet ihren Anfang nehmen. Bis dahin informiert euch gerne dort, wo Journalismus transparent gehalten wird und Geschichten einen Recherchehintergrund haben - nämlich auf der Kleinen Zeitung.

  18. Fast schon legendär war sein Rap-Up mit der genervten Aussage von Lukas Resetarits zu Beginn der Covid-Krise. "Es is eh scho wurscht" meinte dieser in der ZIB2 auf die Frage, ob der Rücktritt Ulrike Lunaceks der Kulturbranche schaden würde. Der Rap-Up des österreichischen Rappers "Scheibsta" wurde daraufhin zum geheimen Sommerhit mit einer Kernaussage, die in diesen Monaten viele mitfühlen konnten. Das musikalisch und künstlerisch Besondere an diesem und noch vielen anderen Rap-Ups von "Scheibsta" aber war und ist: Er schafft es tatsächlich, innerhalb weniger Stunden einen Song zu texten, zu produzieren und bei FM4 auf Sendung zu bringen. Und zwar um 6 Uhr morgends und ohne Vorbereitung. Wir sprechen also in dieser Episode mit Scheibsta (aka Philipp Scheiblbrandner) über Kreativität und stellen die Frage, wann die schlauen und schnellen Programme namens künstliche Intelligenz solch eine kreative Höchstleistung in den Schatten stellen werden. Ach ja: Wir hören auch noch in den "neuen" Song von "Nirvana" rein. Journalistische Informationen - von echten Menschen recherchiert und geschrieben, lest ihr bei uns auf der Kleinen Zeitung

  19. Stern, Unterstrich, Doppelpunkt oder überhaupt das ganz hässliche Binnen-I? Wer übers Gendern redet, merkt schnell, das Thema polarisiert und hat scheinbar nur zwei klare Lager: Jene, die es als Grundstein für eine gerechtere Gesellschaft sehen und oft sehr hart und kämpferisch einfordern und jene, die es aus diversen Gründen ablehnen, aber auch argumentieren, dass die Diskussion darüber nicht nur nervt, sondern von echten Ungleichheitsthemen ablenkt. Was sagt die Gender & Diversity Expertin dazu? Und warum ist Sprache nur einer von vielen Bausteinen, wenn wir tatsächlich ein bisschen mehr Fairness in unserer Welt haben wollen? Dr. Marita Haas ist Unternehmensberaterin und - no na - für das Gendern, aber relevanter findet sie die richtigen Strukturen in Unternehmen. Wir klären, warum sie die vielfach (auch bei mir) so beliebten Frauennetzwerke rundherum ablehnt, wie man Boni in Firmen besser verteilen könnte und dass Gleichberechtigung in der Gesellschaft, aber eben auch in Unternehmen dafür sorgt, die so begehrte GenZ ins Boot zu holen. Hier gibts noch eine Lese-Empfehlung von Dr. Marita Haas Und hier empfehle ich euch noch unsere Podcast-Seite mit besonderem Spotlight auf die aktuelle Folge des "Ist das gesund?"-Podcasts, in dem sich meine Kollegin Martina Marx dem Tabuthema der stillenden Mütter angenähert hat. Spannend. Alle Infos aus der Welt und aus eurer Region gibt es 24/7 digital auf der Kleinen Zeitung

  20. Kann man die Welt über Modelle besser verstehen? Niki Popper meint, es sei insgesamt nie ganz leicht, die Welt zu verstehen, aber „Modelle ermöglichen uns in manchen Bereichen die Essenz rauszuziehen. Ich kann einen Fokus darauflegen, was ich mir anschaue und anderes weglassen.“ Wichtiger Nachsatz: „Modelle bilden aber nie die Realität ab, es sind eben immer nur Modelle.“ Man könne sich der komplexen Welt damit also schrittweise nähern. Der österreichische Simulationsforscher Dr. Niki Popper (48) ist spätestens seit Beginn der Covid-Pandemie jedem und jeder bekannt. Seine Modelle und Simulationen waren und sind Diskussionsgrundlage für politische und gesellschaftliche Entscheidungen, die Kompetenz im Bereich des Gesundheitswesens hat er sich - gemeinsam mit seinem Team - schon seit vielen Jahren aufgebaut. Nur so war es überhaupt möglich, rasch in das Thema Covid einzusteigen. Doch Modelle können nicht nur hilfreich sein, wenn es um Auswirkungen von Maßnahmen bei einer Pandemie geht. Auch große Herausforderungen, wie der Umgang mit der Klimakrise und Themen wie Mobilität oder Bodenversiegelung können mithilfe von Simulationen einen demokratischen Diskurs anstoßen. Sein Buch "Ich simuliere nur" ist gerade im Amalthea Verlag erschienen. Und in der aktuellen Ausgabe der Kleinen Zeitung könnt ihr die Essenz unseres Gespräches auch noch mal nachlesen.