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- 20.11.20251 min
Tumoren: breiten sich aus und sind hart Das geht auf die alten Griechen zurück. Bereits bei Hippokrates wurden solche Geschwülste mit dem griechischen Wort für Krebs bezeichnet: "Karkinos". Hippokrates erklärt das damit, dass gerade Tumoren in der Brust äußerlich gewisse Ähnlichkeiten haben mit Krebsbeinen – von der Art, wie sie sich ausbreiten, aber auch, weil Geschwülste im Vergleich zum umliegenden Gewebe ja relativ hart sind. Das ist wohl die wahrscheinliche Entstehungsgeschichte, allerdings halten sich auch die etymologischen Wörterbücher etwas bedeckt. Man weiß nicht hundertprozentig, ob Hippokrates den Begriff wirklich geprägt oder nur übernommen hat. Auf jeden Fall hat der Name der Krankheit tatsächlich mit dem Tier zu tun.
- 19.11.20252 min
Feuchtigkeit verdunstet mit der Zeit Das liegt daran, dass sich mit der Zeit die Feuchtigkeitsunterschiede zwischen dem Gebäck und der Umgebung ausgleichen. Die weichen Kekse sind weich, weil sie noch viel Feuchtigkeit enthalten, und zwar mehr Feuchtigkeit als die Luft in der Umgebung. Wenn sie lange herumliegen, verdunstet diese Feuchtigkeit und sie werden hart. Das Gleiche gilt für Brot. Frisches Brot besteht zu 40 Prozent aus Wasser; außerdem hat es noch eine Kruste. Da wandert die Feuchtigkeit zunächst von innen nach außen. Deshalb wird das Brot zwar innen zunächst härter, die Kruste aber lätschig. Im weiteren Verlauf verdunstet die Feuchtigkeit dann auch von dort, und das komplette Brot wird steinhart. Trockenes Gebäck zieht Feuchtigkeit an Genau umgekehrt ist es bei den Gebäcksorten, die von Anfang an ziemlich trocken sind, wie Zwieback, Knäckebrot oder normale Butterkekse. Die sind so trocken, dass sie – wieder in Folge des Feuchtigkeitsausgleichs – Wasser von der umgebenden Luft aufnehmen, und damit werden sie weicher. Das gilt auch besonders für Salzstangen. Hier spielt die besondere Eigenschaft des Salzes eine Rolle: Salz ist "hygroskopisch", d.h. es zieht Feuchtigkeit an. Deshalb werden Salzstangen, aber auch generell die Kruste von Laugengebäck bzw. Brezeln, so schnell weich. Bei Zucker ist es ähnlich. Zuckerkristalle ziehen auch Feuchtigkeit an, wenn auch nicht so stark wie Salz. Das führt ebenfalls dazu, dass gezuckertes Gebäck an der Oberfläche leicht weich und vor allem klebrig wird.
- 18.11.20252 min
Nein, denn der Comic vereinfacht sehr stark. In den Heften finden sich viele Bemerkungen aus den historischen Überlieferungen, aber die Kelten waren natürlich ganz anders gekleidet. Richtig ist, dass sie Hosen trugen, aber eben auch entsprechende Hemden und Mäntel. Das kommt im Comic ein bisschen kurz. Aber der soll ja auch unterhalten und nicht Geschichte unterrichten. Wie sahen die Druiden aus? Trugen sie Rauschebart und Sichel wie bei Asterix? Leider wissen wir nicht, wie ein Druide aussah. Es ist historisch überliefert, dass es Druiden gab. Wir tun uns aber sehr schwer, diese Druiden in den Gräbern nachzuweisen. Es gibt zwar ein paar Gräber, in denen man besondere medizinisch nutzbare Instrumente gefunden hat, aber wie genau ein Druide aussah, kann man aufgrund dieser wenigen Funde nicht sagen. Was weiß man über die Funktion, die die Druiden bei den Kelten hatten? Die Druiden waren Priester und Kultdiener und haben die Religion organisiert. Meist waren sie von adeliger Herkunft. Der einzige Druide, dessen Name wir kennen, ist Diviciacus – einer der großen Haeduer-Fürsten. Er ist Druide, fällt aber mit dem Schwert in der Hand – ist also auch Krieger. Die Druiden waren nicht das, was wir uns unter einem Klerus oder einer Geistlichkeit vorstellen, sondern haben aktiv am politischen Leben mitgewirkt.
- 17.11.20253 min
"Krankhafte Verbitterung": Eifersucht kommt aus dem Althochdeutschen Es gibt den alten Satz "Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft." Aber das ist nicht mehr als ein konstruiertes, wenn auch schönes Wortspiel. Wenn man nach den Wurzeln des Wortes sucht, dann liegen die in einer Zeit, in der die Begriffe "Sucht" und "Eifer" noch nicht die gleiche Bedeutung hatten wie heute. Im Althochdeutschen bedeutete "eibar" so viel wie "scharf, bitter", zum Teil auch in der Bedeutung "schmerzhaft". Und das Wort "Sucht" war ursprünglich weiter gefasst. "Suht" im Althochdeutschen war eine allgemeine Bezeichnung für Krankheit, verwandt mit dem heutigen Wort "Seuche". Der Begriff "Eifersucht" bedeutete ursprünglich also so viel wie "krankhafte Verbitterung" oder "Bitterkeit". Ähnlichkeit mit klassischem Suchtverhalten: Kontrollverlust Ob der Zustand trotzdem zu einer Art Sucht werden kann? Diese Frage stellt sich vor allem bei der krankhaften Eifersucht, bei der der Betreffende also ein wahnhaftes Misstrauen an den Tag legt und wie besessen nach Anhaltspunkten für eine mögliche Untreue sucht. Hat das was mit Sucht zu tun? Da muss man sagen: Nur sehr entfernt. Die wichtigste Ähnlichkeit mit klassischem Suchtverhalten ist der Kontrollverlust: So wie der Drogensüchtige weiß, dass er sich schadet, aber trotzdem nicht anders kann als die Droge zu konsumieren, weiß der krankhaft Eifersüchtige oft auch, dass sein Misstrauen übertrieben ist und mit der Realität wenig zu tun hat. Trotzdem kann er nicht anders. Eifersucht: keine echte Sucht, aber Verbindungen und Parallelen Die zweite Ähnlichkeit ist, dass sich der Eifersüchtige ähnlich wie der Drogenabhängige in diesen krankhaften Zustand allmählich hineinsteigert. Aber es gibt auch große Unterschiede: Der Drogenabhängige erlebt, wenn er die Droge konsumiert, vorübergehend eine Belohnung – so funktioniert ja die Abhängigkeit: über das Belohnungssystem im Gehirn. Mit der Droge aktiviert er sein Belohnungssystem – er bekommt ein kurzfristiges Hochgefühl, um dann hinterher umso tiefer abzustürzen. Die Eifersucht dagegen stellt gar keine, nicht einmal eine kurzfristige Belohnung dar; die Betroffenen leiden von Anfang an und erleben kein Hochgefühl. Das ist ein wichtiger Unterschied. Weitere Vergleiche sind schwierig, denn was genau im Gehirn bei Eifersucht passiert, ist noch nicht so genau erforscht. Weitere Ähnlichkeiten gibt es bei den Entstehungsbedingungen: Bestimmte Faktoren, die Drogensucht begünstigen, begünstigen auch krankhafte Eifersucht. Also z.B. ein schwaches Selbstwertgefühl. Man weiß auch, dass Alkoholiker eine erhöhte Anfälligkeit für krankhafte Eifersucht haben. Insofern ist Eifersucht zwar keine echte Sucht wie Drogensucht, Spielsucht oder Computersucht, aber es gibt durchaus Verbindungen und Parallelen.
Der absolute Nullpunkt liegt bei -273,15° C. Das weiß man aber nicht deshalb, weil man den mal irgendwann mit einem Thermometer gemessen hätte, sondern man hat den absoluten Nullpunkt zunächst nur berechnet. Im 17. Jahrhundert beobachtete man, dass sich ein Gas, wenn man es erwärmt, ausdehnt. Wenn man es abkühlt, zieht es sich zusammen. Das folgt einem ziemlich einfachen Gesetz: je niedriger die Temperatur, desto kleiner das Volumen. Als man diesem Zusammenhang auf die Schliche kam, rechnete man aus: Wie kalt müsste das Gas denn sein, damit das Volumen auf Null zusammenschrumpft? So kam man auf einen Wert von -240°C – wohlgemerkt ohne dass man diese Temperatur auch nur annähernd irgendwo „gemessen“ hätte. Das war für das Jahr 1699 schon eine ganz gute Schätzung. Bald war aber klar, dass die Rechnung so nicht gehen kann. Denn man kann sich zwar vorstellen, dass das Volumen eines Gases schrumpft – aber dass es auf Null geht, also gar nicht mehr vorhanden ist, ist erstens unlogisch und zweitens realitätsfremd. Denn jedes Gas wird beim Abkühlen ab einer bestimmten Temperatur etwas ganz anderes machen, nämlich seinen Aggregatzustand ändern – sich also verflüssigen oder sogar gefrieren. Temperatur: Bewegung von Teilchen Man hat den absoluten Nullpunkt dann auf eine andere Art ermittelt. Temperatur ist physikalisch ein Ausdruck für die Bewegung von Teilchen – beim Gas die Bewegung der einzelnen Moleküle, in einem Festkörper das Zappeln der Atome. Alle Atome haben eine Eigenbewegung, und auch diese Eigenbewegung wird immer langsamer, je kälter es wird. So sagte man: Der absolute Nullpunkt wäre dann erreicht, wenn die Eigenbewegung aufhört, wenn sich die Atome nicht mehr bewegen, also alles total eingefroren ist. Da hat man erst mal nur rechnerisch den Wert -273,15° Celsius ermittelt. Parallel entwickelte man Verfahren, um immer kältere Temperaturen zu erreichen. Man hat Gase verflüssigt, sogar Wasserstoff und Helium, was wirklich eine große Leistung war: Man muss Helium auf 4 Grad über dem absoluten Nullpunkt – also -269° Celsius runterkühlen, damit es sich verflüssigt. Das ist gelungen. Man kann heute im Labor Temperaturen von Bruchteilen von Graden über dem absoluten Nullpunkt erzeugen. Aber man weiß auch, man kann diesem Nullpunkt zwar beliebig nahe kommen, aber erreichen kann man ihn nicht. Mehr Messgenauigkeit durch Platindraht und radioaktives Kobalt Wenn man diese Temperaturen erzeugt – woher weiß man, wie kalt das Helium ist? Wie misst man das? Das geht natürlich nicht mit der Art von Thermometern, die wir kennen. Die beruhen darauf, dass sich eine Flüssigkeit unter Temperatureinfluss ausdehnt bzw. zusammenzieht. Bei so tiefen Temperaturen ist aber Quecksilber, oder was man sonst nehmen kann, längst gefroren. Tiefere Temperaturen kann man bestimmen, indem man einen Platindraht dazu tut und den elektrischen Widerstand misst. Auch das ist ein physikalisches Gesetz: Je kälter der Draht, desto schwächer der Widerstand. Aber auch diese Methode hat Grenzen. Wenn man dem absoluten Nullpunkt schon ganz nah ist, etwa bei 0,1 Grad über dem Nullpunkt, dann nutzt man spezielle Kristalle, die radioaktives Kobalt enthalten. Das Kobalt zerfällt mit einer bestimmten Rate zu Nickel, dabei entsteht Gammastrahlung. Und je weniger Gammastrahlung man misst, desto näher ist man dem absoluten Nullpunkt gekommen.
- 06.11.20252 min
Nasse Badehosen auf zugigen Fluren und schlotternde Studenten im Keller Nein, weder Kälte noch die berüchtigte "Zugluft" lösen Erkältungen aus. Das ist durch viele Experimente belegt. Zum Beispiel gab es schon 1950 einen Versuch in England: Probanden mussten in nassen Badehosen auf einem zugigen Flur ausharren, stundenlang. In nassen Socken auf und abgehen. Anschließend infizierte der Forscher seine Versuchspersonen mit Erkältungsviren. Doch Probanden in der Kälte wurden nicht häufiger krank als Kontrollpersonen, die es warm gehabt hatten. Im selben Jahr führten amerikanische Forscher ganz ähnliche Versuche durch, um den Zusammenhang von Kälte und Erkältung zu zeigen: Spärlich bekleidete Studenten mussten in einem Keller frieren. Eine zweite Gruppe durfte immerhin Winterbekleidung tragen, musste dafür allerdings zwei Stunden in eine Kühlkammer. Das Ergebnis: Beide Gruppen zeigten keine erhöhten Erkältungsraten. Im Jahr 2005 waren es wieder britische Forscher, die Kälte als Ursache für Erkältung aufzeigen wollten. Jetzt mussten Probanden ihre Füße mit Eis unterkühlen. Eine Kontrollgruppe hatte genau gleiche Bedingungen – bis auf das Eis. Diesmal gab es in der Kältegruppe eine minimal erhöhte Erkältungsrate. Doch für einen wissenschaftlichen Beweis für Erkältung durch Kälte war das Ergebnis zu schwach. Mehr Viren in der kalten Jahreszeit unterwegs Dass es im Winter mehr Erkältungen gibt liegt daran, dass dann mehr Viren unterwegs sind. Aber das ist eher Folge der vermehrten Ansteckungen und nicht Ursache. Ein Grund für die Erkältungssaison könnte ein durch Winterdepression in dunkler Jahreszeit geschwächtes Immunsystem sein. Bewiesen ist das allerdings nicht. Nasenschleimhäute schlecht durchblutet und trocken Die plausibelste Theorie bezieht sich auf die Nase, die in der Winterluft – auf Wärmebildern kann man das erkennen – auskühlt. Die empfindlichen Schleimhäute sind in der unterkühlten Nase schlecht durchblutet. Hier zirkulieren weniger Abwehrzellen als in einer warmen Nase. So können Erkältungsviren leichter ins Gewebe eindringen. Für Empfindliche ist es also durchaus eine Option, mit einem Nasenwärmer durch die kalte Winterluft zu gehen. Auch trockene Luft in überheizten Winterräumen ist Stress für Nasenschleimhäute. Und wer mehr Zeit in Innenräumen verbringt, hat mehr Gelegenheit zum Austausch von Viren. Der Klassiker: das Wartezimmer beim Arzt. Beihilfe zur Epidemie im besonders schweren Fall. Ein gutes Argument gegen die simple Vorstellung, dass Kälte für Erkältungen verantwortlich ist, liefern Menschen, die Kälte gegen Erkältungen einsetzen. Das ist wahrlich keine Strategie für Warmduscher. Aber: Das winterliche Eisbaden – das sagen vor allem die eingefleischten Kältefans – härtet ab und schützt vor der Erkrankung. Und tatsächlich: Gezieltes Kältetraining stärkt das Immunsystem. Das ist wissenschaftlich erwiesen.
Sonnenuntergänge tendenziell kräftiger rot und orange Egal ob die Sonne auf- oder untergeht: Es sieht auf Fotos immer spektakulär aus. Aber kann man auf Fotos tatsächlich erkennen, ob die Sonne gerade auf- oder untergeht? Jein. Man erkennt es zwar nicht an jedem einzelnen Foto, aber wenn man ganz viele Fotos von Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen vergleicht und analysiert, kann man tatsächlich eine Tendenz feststellen. Sonnenuntergang: Abends wird's dreckig Sonnenuntergänge sind nämlich in der Regel viel kräftiger rot und orange gefärbt als Sonnenaufgänge. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Luft abends in der Regel schmutziger ist als morgens. Wie kommt das? Im Laufe des Tages heizt sich die Erde auf und dadurch wird die unterste Luftschicht wärmer, dehnt sich aus und wird dadurch leichter. Leichte Luft steigt nach oben, dadurch entsteht ein Aufwind und der transportiert Aerosole, die sich in Bodennähe angesammelt haben, in die Höhe. Aerosole sind kleinste Teilchen; da ist alles dabei: Ruß aus Fabriken, aus Verbrenner-Motoren und aus Schornsteinen, aber auch kleinste Kristalle von Meeressalz und kleine Teilchen aus Saharastaub. Schmutzpartikel lassen weniger blaues Licht zu unserem Auge Bevor das Licht einer untergehenden oder aufgehenden Sonne unser Auge erreicht, muss es durch diese Luftschicht durch, also an den Aerosolen vorbei. Vereinfacht kann man sagen: Je mehr Schmutzpartikel in dieser Luftschicht sind, desto weniger blaues Licht kommt bei uns an. Denn Sonnenlicht besteht aus unterschiedlichen Farben und wenn die Luft besonders dreckig ist, also abends, wird das relativ kurzwellige blaue Licht besonders stark gestreut. Es wird also von den Aerosolen in der Luft in andere Richtungen abgelenkt, auch in Richtung Weltraum. Rotes Licht dagegen hat eine größere Wellenlänge als blaues und lässt sich von den Schmutzteilchen in der Luft weniger ablenken. Dadurch schafft es rotes Licht leichter durch die Atmosphäre und in unsere Augen. Das passiert abends noch stärker als morgens. Deshalb sind die Farben abends oft kräftiger als morgens. Ist das immer so? Nein. Die Atmosphäre ist dynamisch. Wenn es zum Beispiel kurz vor dem Sonnenuntergang geregnet hat, dann ist die Luft relativ sauber und die Farben wirken nicht viel kräftiger als morgens. Aber ganz grundsätzlich kann man sagen: Die Farben von Sonnenuntergängen sind in der Regel kräftiger als bei Sonnenaufgängen. Doppler-Effekt spielt keine Rolle – die Lichtstreuung ist's Was man immer wieder liest, ist, dass angeblich der Doppler-Effekt eine Rolle spielen soll. Man kennt das von Sirenen: Wenn ein Polizeiauto oder ein Krankenwagen auf einen zufährt, dann klingt die Sirene heller. Und wenn das Auto vorbeigefahren ist, klingt sie immer tiefer. Bei Licht ist es ähnlich: Bewegt sich eine Lichtquelle von uns weg, werden die Wellen ein kleines bisschen in die Länge gezogen, das Licht verschiebt sich ins Rote. Jetzt könnte man denken: Bei Sonnenuntergang "dreht" sich die Erde "von der Sonne weg", daher die Rotverschiebung. Theoretisch stimmt das. Aber wenn man es ausrechnet, spielt dieser Effekt faktisch keine Rolle. Denn damit dieser Effekt bei Lichtstrahlung eintritt, müsste sich die Erde viel schneller bewegen als sie es tut. Entscheidend für die leichten Farbunterschiede bei Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang ist wirklich die Lichtstreuung in der Amosphäre.
- 03.11.20252 min
Unser Gehirn besteht aus verschiedenen Bereichen. Es gibt ältere und neuere Teile. Zum Beispiel erinnern sich viele an Gerüche aus der Kindheit – die sind im Hippocampus abgespeichert. Das ist ein sehr tiefer, ursprünglicher Teil vom Gehirn. Es ist der Teil des Gehirns, der aber auch für die Bildung und das Abrufen neuer Erinnerungen zuständig ist. Bei Alzheimer-Demenz ist die Region des Hippocampus besonders früh betroffen. Musik wiederum hat die Eigenschaft, dass sie sehr stabile Erinnerungen schafft. Und die Musik, die wir so zwischen 15 und 25 gehört haben, die bleibt sehr lange im Gedächtnis erhalten. Man vermutet, dass sich in dieser Zeit die Identität maßgeblich entwickelt. Ein Mann, den ich für meine Doku getroffen habe, der gar nicht mehr wusste, wohin er gereist ist, wusste noch, wie Bob Dylan klingt und wie das Lied weitergeht. Das hängt damit zusammen, dass Erinnerungen, die schon lange her sind, also vor allem solche aus der Kindheit, oft stabiler sind und stärker in mehreren Hirnarealen verankert. – Wahrscheinlich sind sie also auch außerhalb des Hippocampus abgespeichert, weil sie über die Jahre hinweg oft wiederholt und abgespeichert wurden. Die Erinnerungen sind nicht notwendigerweise sonderlich detailreich oder lebhaft. Stattdessen wurden sie in den Wissensbestand über das eigene Leben und die Identität aufgenommen. Deshalb sind diese Gedächtnisinhalte robuster als die Erinnerungen aus der jüngeren Vergangenheit. Wenn eine Person, die an Alzheimer erkrankt ist, also jeden Morgen seit 40 Jahren dasselbe Frühstück isst, wäre das wohl eine eher stabile Erinnerung. War es ein spontanes Frühstück, wäre eine Anekdote aus den Jugendjahren wahrscheinlich viel klarer. Das ist auch ein wichtiger Hinweis auf eine therapeutische Dimension, denn wir können unser Musikgedächtnis nicht nur trainieren, indem wir Musik hören, sondern auch aktiv werden, singen, tanzen, musizieren – und auch wenn man das als Jugendlicher nicht gemacht hat, das lohnt sich in jeder Lebensphase. Was bedeutet das für die Therapie? Wir bilden ja beim Erinnern immer wieder neue Erinnerungen. Wir rufen also Dinge aus dem Gedächtnis auf, stellen uns Dinge dazu vor und speichern dann beides wieder ab. Da gibt es den Reminiszenz-Effekt. Der ist auch therapeutisch wichtig, indem Menschen, die sich an bestimmte Dinge über einen Alltagsgegenstand, ein Musikstück oder über ein Foto erinnern können, sich dann auch wieder an andere Dinge erinnern können. Auch eine gute Heimversorgung versucht darauf einzugehen, dass man dann zum Beispiel die Tapeten aus der Zeit hat oder auch Fotos von den großen Stars aus der Zeit. Insofern ist dieser Reminiszenz-Effekt therapeutisch wichtig, weil er Sicherheit und Vertrauen geben kann. Manche Alzheimer-Betroffene "springen" gedanklich zurück in die Zeit, in der sie sich noch sicher und orientiert gefühlt haben. Mehr dazu in der ARD Doku "Hirschhausen und das große Vergessen"
Die Diagnose "Alzheimer" ist schon über hundert Jahre alt. Der Name geht auf den deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer zurück. Der erkannte 1906 auffällige Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und Sprachprobleme bei einer Patientin. Nach ihrem Tod fand er bei der Obduktion die heute charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn. Das war die Geburtsstunde der Diagnose "Alzheimer-Krankheit" – benannt nach ihrem Entdecker. Der Begriff "Demenz" ist noch älter als "Alzheimer". Den gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert – als Fachbegriff für den geistigen Abbau bei alten Menschen. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt Demenz nämlich so viel wie "ohne Geist" oder "Verlust des Geistes". Dass sich die verschiedenen Formen von Demenz aber auch in ihren Ursachen unterscheiden, hat die Forschung erst im Laufe des 20. Jahrhundert allmählich erkannt. Wann haben sich diese Begriffe in der Alltagssprache durchgesetzt? Das ging erst so in den 1970er- und 1980er-Jahren los. Die nicht mehr ganz Jungen unter uns werden sich erinnern: Früher hat man oft auch flapsig gesagt, jemand ist "verhuscht" oder "verkalkt" – man hat sich die Ablagerungen im Gehirn landläufig so vorgestellt wie Kalkablagerungen in Wasserleitungen. "Verkalkt" trifft es aber eigentlich nur bei einem Teil der vaskulären Demenzen, bei denen sich Kalzium abgelagert hat. Ansonsten müsste man "vereiweißt" sagen, denn es sind Proteine, die da verklumpen. Erst in den 1970er-Jahren erkannte man zum Beispiel, dass viele ältere Menschen mit sogenannter "seniler Demenz" in Wirklichkeit an Alzheimer litten. Ab den 1980er-Jahren haben auch Prominente beitragen, etwa die Schauspielerin Rita Hayworth oder der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan, der seine Alzheimer-Diagnose öffentlich gemacht hat. Mehr dazu in der ARD Doku "Hirschhausen und das große Vergessen"
- 03.11.20253 min
Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Sprache, Orientierung oder Urteilsvermögen nachlassen. Insgesamt gibt es über 50 Formen von Demenz. Alzheimer ist also nur eine Form von Demenz, aber bei weitem die häufigste. Sie macht etwa zwei Drittel aller Fälle aus. Die Krankheit tritt meist nach dem 65. Lebensjahr auf und gehört zu den neurodegenerativen Demenzen, das heißt, dass sie durch fortschreitenden Nervenzellenabbau hervorgerufen wird. Außerdem wird Alzheimer mit Beta-Amyloid und Tau-Ablagerungen im Gehirn in Verbindung gebracht, die fehlerhaft verarbeitet wurden. Die Symptome von Alzheimer sind vor allem Gedächtnis- und Orientierungsverlust und kommen meist erst schleichend mit dem Alter auf. Welche anderen Formen von Demenz gibt es noch und wie unterscheiden die sich von Alzheimer? Es gibt neben Alzheimer auch andere Formen von Demenz, die von anderen Störungen im Gehirn ausgelöst werden. Den zweitgrößten Anteil der Demenzerkrankungen nach Alzheimer machen die vaskulären Demenzen aus. Für die sind Durchblutungsstörungen im Gehirn der Auslöser, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Diese Art von Demenz tritt beispielsweise nach Schlaganfällen oder in Verbindung mit Bluthochdruck auf. Die Symptomatik beginnt je nach Ursprung oft schleichend, so wie Alzheimer auch. Es kommt aber häufig zu stufenweiser und schlagartiger Verschlechterung. Im Vordergrund stehen meist nicht Gedächtnisstörungen, sondern Verlangsamung, Denkschwierigkeiten oder Stimmungslabilität. Und es gibt auch Mischformen zwischen Alzheimer und vaskulären Demenzen, die machen etwa 10 bis 15 Prozent der primären Demenzen aus. Alle bisher genannten Demenztypen, bei denen wirklich eine Störung im Gehirn vorliegt, bezeichnet man auch als primäre Form. Das sind auch die häufigsten und grundsätzlich irreversibel. Ihr Krankheitsverlauf lässt sich oft lediglich herauszögern. Daneben gibt es aber auch sekundäre Formen von Demenz. Die machen etwa 10 Prozent der Demenzerkrankungen aus und haben den Ursprung außerhalb des Gehirns. Die werden also beispielsweise durch Stoffwechselfehler, Vitaminmangel oder Infektionen ausgelöst – das haben wir auch bei der Post-Covid-Diskussion gehabt, dass auch Virenerkrankungen das Hirn angreifen können. Sekundäre Demenzen sind behandel- und oft heilbar. Wenn die Demenzerkrankung beispielsweise auf Vitaminmangel oder Alkoholmissbrauch zurückzuführen ist, können die Demenzsymptome in manchen Fällen sogar vollständig bekämpft werden – indem man die Grunderkrankung bekämpft. Gibt es noch weitere Arten von Demenz? Es gibt eine Demenzform, die gerade besonders ins Licht der Wissenschaft rückt, das ist die Frontotemporale Demenz, auch FTD genannt. Das ist die Form von Demenz, an der auch Bruce Willis erkrankt ist. Hier bleibt das Gedächtnis noch recht lange erhalten, stattdessen verschlechtern sich hier oft Impulskontrolle, Sprache bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Wie der Name schon sagt, sterben bei dieser Krankheit vor allem Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns ab, von wo aus vor allem Emotionen und Sozialverhalten gesteuert werden. Deshalb zeigt sich hier die Symptomatik vor allem darin, dass die Krankheit das Sprachvermögen und die Persönlichkeit verändert, Betroffene werden beispielsweise vermehrt reizbar, unberechenbar, taktlos oder ungehemmt. FTD kann auch bei jüngeren Menschen auftreten – da ist die Risikogruppe zwischen 50 und 60. Können denn auch junge Menschen an Alzheimer-Demenz erkranken? Alzheimer-Demenz kommt in den allermeisten Fällen zwar erst ab dem 65. Lebensjahr vor, aber es gibt auch die sogenannte früh-beginnende Alzheimer-Demenz. Die betrifft etwa 5 bis 10 Prozent der Alzheimer-Erkrankten weltweit und kann Menschen schon in den 30ern und 40ern betreffen. Häufig hat das dann genetische Ursachen oder wird von äußeren Faktoren wie Hirnverletzungen oder Umweltfaktoren ausgelöst. Ansonsten sind die Gene nicht der entscheidende Auslöser für eine Demenz, sondern unser Lebensstil, und da kann man viel tun: Nicht rauchen, bewegen, Gemüse – wie immer – eine pflanzenbasierte Ernährung ist gut fürs Herz und gut fürs Hirn. Diabetes behandeln und hohe Blutfette senken hilft auch bei der Vorbeugung. Mehr dazu in der ARD Doku "Hirschhausen und das große Vergessen"
Schreiben mit dem Stift aktiviert das Gehirn Wenn wir mit der Hand schreiben, passiert im Gehirn mehr, als wenn wir nur tippen. Denn über 30 Muskeln und 15 Gelenke arbeiten dabei zusammen – das ist echte Feinarbeit für unser Gehirn. Und genau diese Bewegung hilft uns beim Merken. Die Schreibbewegungen aktivieren das feinmotorische Areal und das visuelle Gedächtnis. Das Gehirn muss viel tun. Wir können uns deshalb gut an den Text erinnern. Wenig los im Gehirn: Getipptes A unterscheidet sich nicht sehr vom getippten Z Wenn wir Maus und Tastatur benutzen, sind die Bewegungen einfach und wiederholen sich. Egal, ob wir ein A oder ein Z tippen: Die Bewegung ist immer gleich und im Gehirn ist weniger los. Wenn wir also beim Schreiben gleichförmige, repetitive Bewegungen ausführen, merken wir uns den Text nicht so gut. Embodied Cognition: Denken, Fühlen und Bewegung hängen eng zusammen Für den positiven Merkeffekt ist es nicht notwendig, analog mit Stift und Papier zu schreiben. Denn es geht um die Motorik. Und die kann man genauso gut mit einem digitalen Stift auf einem Tablet ausführen. Hauptsache die Hand ist so richtig in Bewegung. Forscher sprechen dabei von "Embodied Cognition". Das bedeutet: Denken, Fühlen und Bewegen hängen eng zusammen. Somit ist nicht nur die Schreibbewegung für unseren Merkprozesses relevant Auch das Gefühl, den Stift in der Hand zu halten und übers Papier zu streichen, hilft beim Erinnern. Noch besser können wir uns Dinge merken, wenn Gefühle im Spiel sind, denn starke Emotionen setzen Hormone und Botenstoffe frei und im Gehirn ist wieder richtig was los. Genau das hilft beim Erinnern. Beim Lesen längerer Texte analog wohl vorteilhafter als digital Aber wie ist das beim Lesen? In Deutschland ist das noch wenig erforscht. Doch es gibt Hinweise: Wer sich in einen längeren Text vertiefen will, kommt mit Papier besser klar. Das zeigt auch der Alltag: Besonders junge Leute greifen gerne zum "echten" Buch. Das überrascht. Schließlich ist das genau die Generation, die für lange Bildschirmzeiten bekannt ist. Für kurze Texte oder zum schnellen Überfliegen macht es keinen Unterschied. Da ist digital genauso gut wie gedruckt. Wir halten fest: Wenn man sich an etwas erinnern will, sollte man lieber kritzeln statt tippen und blättern statt scrollen.
Globaler Ausgleich Einen messbaren Unterschied bzw. einen, der sich auf uns auswirkt, machen die jahreszeitlichen Schwankungen nicht aus. Aber es ist trotzdem eine interessante, wenn auch eher mathematisch-spielerische Frage. Denn es stimmt: Wenn es weniger Grün gibt, dann produzieren die Pflanzen im Schnitt weniger Sauerstoff. Die Frage ist, ob sich das auswirkt. Da gibt es mehrere Antworten. Die eine ist: Wenn man die ganze Erde betrachtet, dann gleicht sich das etwas aus, denn wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist, ist auf der Südhalbkugel Sommer. Zumindest rein rechnerisch dürfte die Erde global im Großen und Ganzen nicht mehr oder weniger Sauerstoff im Winter oder im Sommer produzieren. Tag-Nacht-Schwankung größer als die zwischen Sommer und Winter Aber wie sieht es lokal aus, wenn man durch den Park läuft? Gibt es da mehr Sauerstoff oder weniger? Hier spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Denn nicht nur die Pflanzen produzieren Sauerstoff, sondern Sauerstoff wird auch verbraucht. Von Pflanzen, von Tieren und von Mikroorganismen im Boden. Deren Aktivität ist im Winter aber auch reduziert. Das heißt, die Pflanzen produzieren zwar ein bisschen weniger Sauerstoff, aber es wird auch ein bisschen weniger Sauerstoff verbraucht. Das gleicht sich aus. Vor allem aber: Dieser gesamte Sauerstoffwechsel der Biosphäre ist, gemessen an dem, wie viel Sauerstoff überhaupt in der Atmosphäre ist, minimal. Wir haben 21 Prozent Sauerstoff in der Atmosphäre. Und was wir täglich davon umsetzen – rein in die Pflanzen, raus aus den Pflanzen – das ist vernachlässigbar. Letztlich sind die Schwankungen zwischen Tag und Nacht – nachts verbrauchen Pflanzen ja auch Sauerstoff – größer als die zwischen den Jahreszeiten. Aber trotzdem ist es ein schönes Rechenspiel. Wenn Ihnen also das nächste Mal beim Laufen im Winter die Luft wegbleibt, dann können Sie es leider nicht mehr auf die Bäume schieben, die im Winter weniger Sauerstoff produzieren.
- 30.10.20253 min
Gleichgewicht bei Wachszufuhr erforderlich Wenn es nicht der Wind ist, dann kommt das Flackern meist daher, dass an der Flamme ein Ungleichgewicht zwischen Verbrennung und Brennstoffnachschub besteht. Auslöser ist dabei häufig ein zu langer Docht. Eine Kerze funktioniert ja so: Die Flamme erhitzt das Wachs im Docht, das dann in der Flamme verdampft und vor allem verbrennt – das Gelbe in der Flamme ist ja nichts anderes als die verglühenden Wachsteilchen. Das Wachs, das verbrennt, wird ersetzt durch nachströmendes flüssiges Wachs von unten. Im idealen Fall, bei einer ruhigen Kerze, besteht dann ein Gleichgewicht: Die Flamme verbrennt immer gerade so viel Wachs, wie nachströmt. Zum Flackern kommt es, wenn dieses Gleichgewicht gestört ist. Wachsdefizit löst Flackern aus Nehmen wir an, der Docht ist zu lang: Dann kann eine Situation entstehen, in der die Flamme eine relativ große Menge Brennstoff zur Verfügung hat, nämlich alles Wachs, was sich in dem langen Docht befindet. Wenn sie viel Brennstoff hat, flammt sie stärker auf. Weil dadurch aber in kurzer Zeit viel Wachs verbrannt wird, entsteht in dem langen Docht ein Defizit, denn das flüssige Wachs kann von unten gar nicht so schnell durch den langen Docht nachströmen – und plötzlich ist die Flamme unterversorgt, bricht kurzfristig zusammen, wird also sichtbar schwächer. In der Zwischenzeit strömt aber weiter flüssiges Wachs in den Docht, und so wird aus dem Defizit an Wachs im Docht kurz darauf wieder ein Überschuss. Die Flamme flammt erneut auf, und so geht das hin und her – das ist vergleichbar mit dem Stottern eines Automotors, der nicht richtig eingestellt ist. Docht kürzen hilft nur kurzfristig Man kann Abhilfe schaffen, indem man den Docht ein bisschen kürzt. Aber das hilft oft nur kurzfristig, denn bei den Kerzen, bei denen das einmal passiert, dass der Docht zu lang wird, passiert das in der Regel immer wieder, weil die Dicke des Dochts nicht optimal gewählt ist. Kerze ins Gefrierfach Unter bestimmten Umständen kann es helfen, die Kerze vor dem Anzünden ins Gefrierfach zu legen. Denn wenn die Kerze kalt ist, braucht das Wachs mehr Energie, um zu schmelzen. So strömt auch nicht so viel Wachs in den Docht nach; die Kerze brennt langsamer ab. Im besten Fall kommt dadurch das Verhältnis von Verbrennung und nachströmendem Wachs wieder ins Gleichgewicht, sodass die Kerze nicht mehr flackert. Aber eine Garantie ist das nicht.
- 29.10.20252 min
Wenn es juckt, kommunizieren die Zellen Menschliche Zellen kommunizieren miteinander, und das Jucken ist im Grunde das "Rauschen" in dieser Kommunikation – gerade, wenn sich Zellen neu bilden. Die Situation: Die Haut ist verletzt, Zellen sind zerstört. Die Wunde hat geblutet, jetzt ist das Blut geronnen, Gewebezellen bilden sich neu. Doch sie müssen sich abstimmen, damit das neue Gewebe eine Struktur bekommt mit Oberhaut und Unterhaut und so weiter. Dazu muss jede neue Zelle wissen: Welcher Typ von Zelle soll ich werden? Wann soll ich aufhören, mich zu vermehren? Dazu tauschen die Zellen Signale aus, und das läuft über chemische Botenstoffe. Die wiederum reizen bestimmte Nervenrezeptoren an der Haut. Beim Gehirn kommt das als "Jucken" an. Jucken kann ein wichtiges Signal sein – oder einfach nur lästig Doch warum hat es die Natur so eingerichtet, dass Wunden jucken? Denn es führt ja dazu, dass wir uns kratzen, was aber für die Wundheilung meist nicht gut ist. Insofern hat das Jucken vordergründig keinen "Sinn". Aber es juckt ja nicht nur, wenn Wunden heilen, sondern auch z. B. wenn die Haut von Flöhen oder Läusen befallen ist. Auch hier weist das Jucken darauf hin, dass irgendwas an der Haut nicht in Ordnung ist. Wenn unsere Vorfahren darauf mit Kratzen reagierten, haben sie unter Umständen Ungeziefer an der Haut entfernt. Insofern ist der Juckreiz an sich schon ein sinnvolles Alarmsystem. Der Preis dafür ist aber, dass es manchmal auch dann juckt – wie im Fall der Wunden – wenn es überhaupt nichts bringt, wenn es einfach nur lästig ist.
- 28.10.20251 min
Zusammenkneifen der Augen beim Niesen ist ein Reflex Vermutlich, damit keine Krankheitserreger in die Augen gelangen. Es ist schwierig nachzuweisen, warum sich in der Evolution bestimmte Dinge entwickelt haben. Denn die Evolution ist ja kein denkendes Wesen, ist kein Ingenieur, den man fragen kann, was er sich bei einer bestimmten Vorrichtung gedacht hat. Man kann davon ausgehen: Dass wir die Augen beim Niesen reflexhaft zusammenkneifen – gar nicht anders können – hat sich sicher nicht ohne Grund so entwickelt. Zwei mögliche Erklärungen Was aber ist der Nutzen heute? Vor allem zwei Gründe werden immer wieder diskutiert: Beim Niesen entsteht ein enormer Druck. Um diesem Druck entgegenzuwirken, schließen wir die Augen. Wir würden damit sozusagen verhindern, dass die Augäpfel aus der Augenhöhle gedrückt werden. Die meisten Experten halten diese Erklärung allerdings für ziemlich unwahrscheinlich. Denn die Augen sind zwar mit den Atemwegen verbunden, allerdings nur über den schmalen Tränenkanal; über den kann dieser Druck gar nicht so schnell ans Auge abgeführt werden. Das Zukneifen der Augen verhindert, dass Krankheitserreger, die wir herausniesen, in die Augen gelangen. Diese Erklärung halten die meisten Experten für plausibler.
- 26.10.20252 min
Duftmoleküle schwirren durch die Luft Alles was riecht, gibt Düfte in Form von winzigen Molekülen in die Luft ab, die wie Staubkörner überall herumschwirren. Beim Einatmen gelangen mit unserer Atemluft die Duftmoleküle in unsere Nase. In der obersten Etage befinden sich die Riechzellen. Davon hat der Mensch 20 Millionen. Jede dieser Riechzellen hat einen kleinen Nervenfortsatz, der durch den Schädelknochen hindurch in unser Gehirn zieht. Darum hat der Schädel auch kleine Löcher. Kontaktaufnahme mit Riechzelle nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip Wenn nun ein Duftmolekül wie zum Beispiel der Vanille in der Luft herumschwirrt, dann würde dieses Duftmolekül Kontakt mit einer der Riechzellen aufnehmen. Die Riechzellen sind Spezialisten: Die einen haben sich auf Vanille spezialisiert, die anderen auf Moschus und die Dritten auf Buttersäure. Sie besitzen Sensoren bzw. Rezeptoren, wie wir die nennen – das sind die "Schlösser". Und das Duftmolekül ist der passende Schlüssel dazu. Wenn also das Vanilleschloss aufgesperrt wird, sendet die Zelle ein Signal ins Gehirn und sagt: "Ich, die Vanillezelle, habe ein Molekül gerochen! Jetzt ist Vanille in der Luft." Wie funktioniert der Geruchssinn bei Duftkombinationen? Wenn man einen Wein hat, dann sind da vielleicht schon 100 verschiedene Zellentypen im Einsatz. Insgesamt haben wir 350 verschiedene; damit decken wir die ganze Duftwelt ab. Wie viele unterschiedliche Gerüche können wir wahrnehmen? Bei 350 unterschiedlichen Geruchsrezeptoren ist die Kombination unendlich groß. Es ist ähnlich wie beim Alphabet: Wir haben 350 "Buchstaben" zur Verfügung. Und die "Duftwörter" können 100 oder 150 Buchstaben lang sein; so viele verschiedene Duftstoffe können also zusammengemischt sein. Und damit haben wir natürlich eine unglaubliche Zahl von Möglichkeiten, verschiedene Düfte wahrzunehmen.
Deutschland von Ost nach West: gute halbe Stunde Unterschied beim Sonnenstand Es kommt darauf an, wo in Deutschland man lebt. Wir haben alle mal in der Schule gelernt: Mittags um 12 Uhr steht die Sonne am höchsten. Die Wahrheit ist: Das stimmt fast nirgends in Deutschland. Im Sommer trifft das für keinen einzigen Ort zu, im Winter nur für eine Stadt. Ich sage gleich, welche. In Deutschland gilt überall die gleiche Zeit, wir haben nur eine Zeitzone fürs ganze Land. Das ist im Winter die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) und im Sommer die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Allerdings erreicht die Sonne keineswegs überall gleichzeitig ihren Höchststand. Denn die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Deshalb sind die östlichsten Gegenden Deutschlands den westlichsten Zipfeln eine gute halbe Stunde voraus, was den Sonnenstand betrifft. Die Sonne geht im Osten früher auf, erreicht früher ihren Höchststand und geht früher unter. Sonne erreicht im Winter in Greenwich um 12 Uhr ihren Höchststand Wie weit östlich ein Ort liegt, kommt im Längengrad zum Ausdruck. Die Längengrade oder "Meridiane" sind die gedachten Linien, die vom Nordpol zum Südpol verlaufen. Die Zählung beginnt in Greenwich (London): Durch das Observatorium in Greenwich läuft der sogenannte Nullmeridian. Dort hat die Sonne nach britischer Zeit tatsächlich mittags um 12 Uhr ihren höchsten Punkt erreicht, jedenfalls in der Winterzeit. Dort beginnt also die Zählung der Längengrade nach Osten und nach Westen, in beide Richtungen jeweils 180 Grad. Deutschland erstreckt sich über 9 Längengrade Geht man also auf dem Globus vom Nullmeridian nach Osten, dann stößt man beim 6. Längengrad auf die westlichste Ecke Deutschlands; die liegt bei Aachen. Die östlichste Ecke bei Görlitz liegt auf dem 15. Längengrad. Deutschland erstreckt sich also von West nach Ost über 9 Längengrade. Das bedeutet: Überall in Deutschland gilt dieselbe vereinheitliche Uhrzeit. Doch die entspricht fast nirgends der natürlichen Sonnenzeit am jeweiligen Ort. Also der Zeit, die gelten würde, wenn man sich dort streng nach der Sonne richten würde. Diese natürliche Sonnenzeit, die dem wahren Sonnenstand entspricht, heißt deshalb auch wahre Ortszeit. Die Erde dreht sich 15° pro Stunde Jetzt habe ich gesagt: Die östliche Gegend in Deutschland liegt bei Görlitz auf dem 15. östlichen Längengrad. Dieser Längengrad ist deshalb interessant, weil der 15. Längengrad quasi die zentrale Achse der Mitteleuropäischen Zeitzone ist und 15 Längengrade auf dem Globus genau einer Stunde Zeitverschiebung entsprechen. Das kommt daher: Ein Kreis hat 360°, also hat auch die Erde 360 Längengrade – eben von London aus je 180 nach Osten und nach Westen. Wenn sich die Erde einmal um sich selbst gedreht hat, also einmal um 360°, dann ist ein Tag vergangen, also 24 Stunden. So kann man leicht ausrechnen: 360° geteilt durch 24 Stunden macht 15° pro Stunde. Die Erde dreht sich also in jeder Stunde 15 Grad weiter. Das heißt umgekehrt: Immer, wenn man sich 15 Längengrade weiter nach Osten bewegt, ist man eine Stunde weiter, was den Sonnenstand betrifft. 15. Längengrad berührt Deutschland in Görlitz und Neißeaue Und das bedeutet: Wenn der Nullmeridian in Greenwich der Mittelpunkt der englischen Ortszeit ist – dann bildet der 15. östliche Längengrad die zentrale Achse unserer Zeitzone, der Mitteleuropäischen Zeit. Dieser 15. Längengrad berührt Deutschland aber nur ganz im Osten, eben in Görlitz und in der kleinen Nachbargemeinde Neißeaue. Das sind die einzigen Orte in Deutschland, in denen im Winter wirklich die Sonne genau mittags um 12 Uhr Ortszeit am höchsten steht. (Es gibt noch kleinere Schwankungen, die lassen wir hier aber außen vor. Wer sich dafür interessiert, findet sie unter dem Stichwort "Zeitgleichung") Ansonsten zieht sich der 15. Längengrad in unseren Breiten vor allem durch Polen, Tschechien und Österreich. Linie Aurich – Dortmund – Pirmasens Im Rest von Deutschland – westlich von Görlitz – hinkt die Uhrzeit dem Sonnenstand immer hinterher: Die Sonne erreicht fast überall erst nach 12 Uhr ihren höchsten Punkt. Es gibt sogar Gegenden im Westen Deutschlands, die astronomisch eigentlich schon näher an der Greenwich-Zeit sind, also an der Londoner Ortszeit. Welche das sind, kann man leicht ermitteln. Denn wenn 15 Längengrade einer Stunde entsprechen, dann entspricht eine halbe Stunde 7,5°. Der Längengrad 7,5° zieht sich von Ostfriesland bei Aurich über Dortmund bis in die Pfalz bei Pirmasens. Alles, was westlich dieser Linie liegt, ist, was den Sonnenstand betrifft, näher an Greenwich als an Görlitz. Gäbe es keine Ländergrenzen, würde man diese Orte also eher der britischen Zeit zuordnen. Doch im deutschen Westen hört die Mitteleuropäische Zeit noch gar nicht auf. Frankreich und Spanien benutzen sie ebenfalls, obwohl sie geografisch größtenteils in der britischen Zeitzone zuzuordnen wären. MESZ entspricht der mittleren Sonnenzeit in Kiew Bisher haben wir nur über den Winter geredet. Im Sommer, wenn die Uhren eine Stunde vorgestellt sind, ist es noch krasser. Dann gibt es in Deutschland keinen einzigen Ort mehr, in dem die Sonne mittags um 12 Uhr am höchsten steht, sondern frühestens um 13 Uhr. In Aachen ist der Sonnenhöchststand im Sommer fast um 13:40 Uhr. Der Grund: Unsere Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) entspricht dem, was im Winter die Osteuropäische Zeit ist. Die entspricht dann nicht mehr dem Sonnenstand in Görlitz, sondern dem in Kiew. Das gilt wieder nicht nur für uns, sondern auch die Uhren im Westen Spaniens zeigen immer Sommer eine Zeit an, die dem Sonnenstand in der zentralen Ukraine entsprechen.
- 23.10.20253 min
Neulich hatten wir mal die Frage: Wie schnell fällt ein Mensch vom Himmel? Die Antwort war: 200 km/h, in Extremfällen sogar 500 km/h. Davon ist ein Regentropfen weit entfernt, und zwar aus zwei Gründen: Er ist viel kleiner und leichter – dadurch erfährt er einen deutlich höheren relativen Luftwiderstand. Und wenn er doch mal größer ist und schneller werden könnte, wird der Tropfen genau durch diesen Luftwiderstand in einer Weise verformt, die ihn eher noch weiter abbremst. Die Tropfenform ist ein Mythos Das hat nichts mit der sogenannten "Tropfenform" zu tun – dass also Regentropfen unten rund sind und oben spitz, so wie das Tropfensymbol auf der Wetterkarte. So sehen Tropfen höchstens mal kurz aus, wenn der Wasserhahn ganz langsam tropft. Im Normalfall aber sind kleine Tropfen kugelrund, und größere werden durch das Fallen von unten plattgedrückt. Sie gehen in die Breite – und eben das bremst sie noch weiter. So kommt es, dass Regentropfen ungefähr zehnmal langsamer fallen als Menschen im freien Fall. So ein typischer Topfen mit 1 bis 2 Millimetern Durchmesser hat eine Geschwindigkeit von, ganz grob, 20 Stundenkilometern. Aber das hängt eben vor allem von der Größe ab. Bei Niesel- oder Sprühregen sind die Tropfen klein und langsam, fallen vielleicht nur mit fünf Stundenkilometern. Bei einem Gewitter- oder Platzregen sind sie groß und etwas schneller und können 30 bis 40 Stundenkilometer erreichen. Es hängt auch von den Windverhältnissen ab. Je nachdem, wie der Wind weht – aufwärts oder abwärts – kann er die Regentropfen bremsen oder beschleunigen. Wie lang ist so ein Tropfen unterwegs? Das hängt davon ab, wie hoch er startet. Nehmen wir an, der Tropfen fällt aus einer typischen Stratuswolke; die hängen relativ tief auf 1.000 Meter Höhe. Wenn wir von einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern ausgehen, dann braucht er ganz grob 3 Minuten. Wenn die Wolke höher hängt, entsprechend länger.
- 22.10.20253 min
Forschung zum Alleinessen: Folgen für die Gesundheit sind individuell Dem Magen und dem Darm ist natürlich egal, ob beim Essen neben uns jemand sitzt oder nicht. Schlagzeilen darüber, dass allein essen ungesund sei, liest man dennoch immer öfter. Ganz abzuweisen sind diese Aussagen jedenfalls nicht. Die Forschung weiß: Ob allein essen ungesund wirkt, entscheidet sich am persönlichen Kontext. Alleinessen wird zum beliebten Trend Im Bordbistro des ICE, in der Mittagspause im Homeoffice oder noch schnell vor dem Schlafengehen. Fest steht: Wir essen immer häufiger allein. Das ist lästig und ungesund, aber wen wundert‘s, werden manche sagen. Die moderne Arbeitswelt und Social Distancing zwingen uns ja dazu. Nicht ganz, sagen die anderen: Allein essen vermag ganz eigene kulinarische Erfahrungen zu ermöglichen. Das berichten zumindest zahlreiche Internetblogs. Mit der nötigen Portion Achtsamkeit heißt Alleinessen dann auf einmal "Solo-Dining" und wird zum beliebten Trend. Nicht mal davor, allein ins Restaurant zu gehen, wird sich noch gescheut. Das zeigen Daten von Online-Reservierungsportalen. Gesundheitliche Bedenken? Eher nicht, sagen die Blogger. Es kommt auf unsere Ernährungsgewohnheiten an Systematische Forschung dazu gibt es allerdings auch. Die sagt: Ob allein essen der Gesundheit schadet, hängt zunächst davon ab, wie wir uns ernähren. Eher gesund oder nicht so gesund eben. Das fand eine Studie heraus. Man konnte zeigen, dass Personen, die sich insgesamt gesund ernähren, das auch beim Alleinessen tun. Wer sich jedoch überwiegend ungesund ernährt, tut das sowohl allein als auch in Gesellschaft. Diese Menschen essen zudem häufig allein und unregelmäßig. Dafür, dass Menschen mit ungesunder Ernährung öfter allein essen, lassen sich bisher nur schwer gemeingültige Aussagen formulieren. Es ist nämlich selbst im Einzelfall nicht immer zu klären, was zuerst da war: Das Alleinessen oder die ungesunde Ernährung. Wenn andere nicht dabei sind, fällt es mir schließlich leichter, meiner sündigen Phantasie, zwei Eisbecher mit Sahne hintereinander zu verdrücken, Taten folgen zu lassen. Hin und wieder ist das gesundheitlich kein Problem. Wird diese Vorliebe allerdings zwanghaft, dann esse ich auch bevorzugt allein, um dem Verlangen nachzugehen. Ein Teufelskreis. Ein Zusammenhang zwischen Alleinessen und Erkrankungen ist erwiesen Legt man eine Studie an, bei der viele Menschen befragt werden, kann man einen solchen Effekt auf die Gesundheit tatsächlich nachweisen. Eine viel beachtete Studie aus Südkorea fand Folgendes heraus: Verglichen mit Personen, die immer mit anderen essen, sind Personen, die oft allein essen, häufiger fettleibig und haben öfter einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Diese Menschen sind damit auch anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ II. Indem es ein ungesundes Essverhalten begünstigt, kann Alleinessen somit tatsächlich krank machen. Mögliche Folgen auch für die psychische Gesundheit – aber es bleibt komplex Auch eine Wirkung auf das psychische Wohlbefinden gibt es. Denn Alleinessen setzt ja das Alleinsein voraus. Ein ebenfalls zunächst bedenkenloser Zustand. Unfreiwillig allein zu sein – und allein essen ist ja ein Merkmal davon – kann allerdings nachweislich einsam machen. Auf Dauer ist auch das ungesund. All das passiert aber nicht ohne Weiteres. Schadhafte Essverhalten oder gar Essstörungen sind komplex in ihrer Entstehung und häufiges Alleinessen ist dabei nur eine von vielen möglichen Zutaten. Hier gilt: Genauso, wie jeder Mensch unterschiedlich gern mit sich allein ist, hängt auch das Verhältnis zum Alleinessen von persönlichen Einstellungen und der jeweiligen Esskultur ab. Zum Beispiel: Für junge Erwachsene in Frankreich hat das gemeinsame Essen den größten Stellenwert. Jungen Erwachsenen in Deutschland ist das gemeinsame Kochen am wichtigsten. In den meisten Esskulturen haben junge Menschen heute aber insgesamt weniger Vorbehalte, allein zu essen, als ältere. Das erklärt warum der Trend zum Alleinessen vor allem in der jüngeren Generation beliebt ist. Ist gemeinsam essen immer gesünder? Quatsch mit Soße Wie individuell das Ganze ist, wird zuletzt am Wissenstand über gemeinsames Essen nochmal deutlicher. Hier weiß man, dass gemeinsame Mahlzeiten länger dauern, meistens fetthaltiger sind und öfter aus Fleisch bestehen als die, die man allein isst. Auch die Portionen sind größer. Zwangsläufig gesünder ist gemeinsam essen also nicht. In Gesellschaft zu essen und unter Leuten zu sein spricht jedoch auch für ein großes soziales Netz und das, so weiß man, ist wiederum gut für die Gesundheit. Fazit Ob das Dinner for one ungesund ist, bleibt von Mensch zu Mensch unterschiedlich zu bewerten. Als freiwilliger Trend ist allein essen unproblematisch. Ungewollt oder unter Zwang kann das allerdings ungesund sein.
Disney-Zeichner sparten Zeit Viele Comicfiguren haben nur einen Daumen und drei weitere Finger. Natürlich sind vier Finger leichter zu zeichnen, aber das ist nicht der einzige Grund. Denn bei Comic-Heften wäre das wirklich ein vernachlässigbarer Aufwand. Ich habe mal zwei Comic-Zeichner gefragt – nämlich Markus Witzel ("Mawil") und Felix Görmann ("Flix"). Die haben mir erklärt, dass die Tradition der "vier Finger" auf die frühen Zeichentrickfilme der 1920er- und 1930er-Jahre zurückgeht, vor allem auf die alten Disneyfilme. Die waren ja, verglichen mit heutigen Animationsfilmen, noch sehr einfach gezeichnet. Und da die Zeichner für die Filme viele Bildabfolgen zeichnen mussten, haben sie tatsächlich Zeit gespart, wenn sie einen Finger weggelassen haben. Für alle wesentlichen Ausdrucksformen reichen vier Finger Man kann über die Gestik mit Daumen und Zeigefinger schon ziemlich viel ausdrücken, den Mittelfinger bräuchte man nur für irgendwelche obszönen Gesten, als Stinkefinger, der aber in diesen klassischen Comics nicht vorkommt. Mit den Trickfilmen hat das also angefangen – und später haben die Figuren die vier Finger beibehalten. Heute hat der Verzicht auf einen Finger oft stilistische Gründe. Man findet die 4-Finger-Hand vor allem bei den Figuren, die eher skizzenhaft gezeichnet sind, wie ein Cartoon. Auch Calvin aus "Calvin und Hobbes" hat nur vier Finger. Ebenso "Hägar der Schreckliche". In diesen Fällen, so sagen mir die Comic-Experten, würde es sogar überladen oder unharmonisch aussehen, wenn eine an sich einfache, knubbelige Figur plötzlich fünf filigrane Finger hätte. Bei den Comics dagegen, die schon aufwändiger gezeichnet sind und mehr von den Details leben, haben die Figuren dann meist auch fünf Finger. Asterix zum Beispiel hat fünf Finger. Tim aus "Tim und Struppi" hat ebenfalls fünf Finger, weil Hergé ein sehr genauer Zeichner war.



















