1000 Antworten

SWR
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22.10.2026
Beschreibung
Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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Episoden
  1. In der Romantik herrscht besonderes Interesse am Mittelalter Seit der Romantik hatte man beim Publikum sehr viel Erfolg mit dem Mittelalter: Mittelalterromane und Mittelalterdramen entstanden. Und mit dem Film auch die Mittelalterfilme. Die hatten einen unerhörten Erfolg. Auch bei den Erklärungen für Redensarten und Sprichwörter beginnt man sehr gerne mit der schönen Einleitung "Schon im Mittelalter ..." Mittelalter umfasst rund 1.000 Jahre Da stellt sich jedoch die Frage: Welches Mittelalter denn? Wenn wir die grobe Einteilung 500 bis 1500 nehmen, sind das 1.000 Jahre. Und es ist ein Unterschied, ob etwas um 800, um 1100 oder um 1400 im Schwange ist. Da bin ich schon vorsichtig. Mit der Romantik, mit dieser starken literarischen Betonung des Mittelalters, wurden Wendungen, die im Mittelalter vorkamen, aber gar nicht so häufig waren, plötzlich wichtig und modern. Es gab auch viele bildliche Darstellungen; dadurch sind die überhaupt wieder in Schwange gekommen, nachdem sie eigentlich gar nicht mehr so beliebt gewesen waren. "Nägel mit Köpfen machen" geht zum Beispiel definitiv auf das Handwerk des Nagelschmied zurück, der einen schweren Baunagel zu schmieden hatte. Das erforderte harte und gute Arbeit. Das wurde erst um 1800 zu einer Redensart, obwohl die Grundlage dafür wesentlich älter war. Beispiel "Holzauge, sei wachsam!" Bei "Holzauge, sei wachsam" kann man klar sagen, dass es hierzu falsche Behauptungen gibt. Dass der Ausdruck nämlich von einer drehbaren Kugel in einer Schießscharte herkomme. Oder von einer Art Guckloch in Toren von Burgen. Denn diese Redensart kommt aus dem Kartenspiel; da ist sie besonders beliebt. Sie ist vor dem Zweiten Weltkrieg praktisch überhaupt nicht zu finden – vielleicht ein paar Jahre davor, aber keineswegs im Mittelalter oder auch nur im 16. der im 17. Jahrhundert. Es ist definitiv später erfunden worden. Wer Karten spielt, weiß, dass das damit einhergeht: eine ganz bestimmte Geste nämlich. Man zieht das untere Augenlid nach unten. Es ist nicht hundertprozentig möglich zu erklären, woher es wirklich kommt. Aber wenn man sich die Lexika ansieht, findet man "Holzauge" als Bezeichnung für das "Astloch" und durch das Astloch schauen. Das kommt zum Beispiel bei Friedrich Schiller in "Kabale und Liebe" vor. Und wenn du aus jedem Astloch ein Auge strecktest und vor jedem Blutstropfen Schildwache ständest ... Quelle: Miller, 1. Akt, 1. Szene: "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller Es kommt aber auch später, gerade im soldatischen Zusammenhang, bei vielen Witzen vor, wo Männer durch Bretterzäune schauen, hinter denen leicht oder gar nicht bekleidete Frauen zu sehen sind. Im Fliegerjargon war das Holzauge ein Jagdflieger, der auf seinen Rottenführer ein besonderes Auge hatte, oder auch die Kokarde an feindlichen englischen Bombern. Das alles spielt hier zusammen. Es ist wohl so, dass man mit eine Art bösem Witz darauf anspielt, dass selbst eine Holzprothesen von einem Auge, das wäre ja eigentlich ein Glasauge, selbst dieses Auge müsste wachsam sein. Gerade im Zusammenhang mit dem soldatischen Herkunftsgebiet und mit dem Jagdfliegen kann man sich vorstellen, dass das sehr leicht in das Kartenspiel und über das Kartenspiel in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist. Aber mit dem Mittelalter hat es nichts zu tun.

  2. Schildvulkane auf Hawaii Das stimmt. Denn die größten, aktivsten Vulkane der Erde sind höher als der Mount Everest. Sie befinden sich auf Hawaii. Da ist der Mauna Loa und der Mauna Kea. Die sind beide über 10.000 Meter hoch – vom Meeresboden angerechnet bis über den Meeresspiegel. Über dem Meeresspiegel sind sie etwa 4.000 Meter hoch, aber ganz flach. Man nennt sie Schildvulkane.

  3. Talg- und Fettzellen stellen im Alter andere Duftmoleküle her Im Alter verändert sich die Haut. Die Fette, die wir über die Talgdrüsen ausscheiden, verändern sich. Die Haut verliert auch an Feuchtigkeit und ist daher im Alter trockener. Damit ändert sich auch die Zusammensetzung der Düfte, die unser Körper und unsere Duftzellen abgeben. Vor allem die Talg- und Fettzellen stellen andere Duftmoleküle her. Damit bekommt man einen völlig anderen Altersduft. Man sollte schauen, dass man die Haut möglichst frisch, also sehr feucht hält und sich gut eincremt. Auch sollte man versuchen, die Kleidung öfter zu wechseln als sonst, weil sich der Geruch auch in der Kleidung festsetzt. Aber ein bestimmter Altersduft entspricht eben dem Alter und unterscheidet sich von dem Duft, den man in jungen Jahren hat und auch vom Duft der Kindheit. Körperduft hängt auch von den Hormonen ab Auch die Hormone spielen natürlich eine Rolle, denn auch die verändern sich im Alter. Der Duft ist auch hormonabhängig.

  4. Sie sollten den Perlator, also den Aufsatz am Wasserhahn, regelmäßig reinigen. Das gilt auch für den Duschkopf. Legen Sie sie dazu in Essig oder Zitronensäure und holen Sie den Kalk heraus. Säure entfernt Kalk und Mikroben Kalk ist eine wunderbare Grundlage für mikrobielles Wachstum und schafft eine große Oberfläche. Mit der Säure, die man benutzt, um den Kalk wegzumachen, holt man auch die Mikroben heraus. Auf Metallen wächst weniger mikrobieller Bewuchs als auf Kunststoffoberflächen. Wasserhähne und Duschköpfe aus Metall sind zwar teurer, aber hygienisch gesehen sind sie besser.

  5. "Und die Erde war wüst und leer" Das Wort kommt aus der hebräischen Bibel, also dem "Alten Testament“, und zwar gleich aus dem zweiten Satz. Der erste lautet bekanntlich: "Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde" – "Bereschit bara Elohim et haSchamaim we‘et ha‘arez" – und dann geht es gleich weiter: "va ha‘arez hajita tohu vavohu." – "Und die Erde war wüst und leer." Dieses "wüst und leer“ ist somit nichts anderes als die Lutherübersetzung des biblischen "Tohuwabohu“ ("b“ und "v“ werden im Hebräischen durch den gleichen Buchstaben dargestellt). Bibelübersetzung: Martin Luther nahm sich sprachliche Freiheiten "Tohu“ bedeutet so viel wie "leer“, "vohu“ entspricht dem deutschen Begriff "öde" oder eben "wüst". Und das "wa“ heißt einfach nur "und“. Also eigentlich steht da, strenggenommen nicht: "Die Erde war wüst und leer", sondern umgekehrt: "leer und wüst". Aber diese Freiheit der Umstellung hat sich Martin Luther genommen. Diesen Ursprung des Ausdrucks kennen heute viele nicht mehr – heute ist Tohuwabohu einfach ein Synonym für Chaos, was ja in der Bibel auch gemeint war: Die Welt war völlig unsortiert. Es gab keine Trennung von Land und Wasser, noch nicht einmal von Licht und Finsternis. Das war das Tohuwabohu der Bibel. Sprachlich interessant ist auch, dass der Bibeltext zwei klanglich ähnliche Wörter verwendet, eben "tohu“ und "bohu“. Das ist ein sprachliches Stilmittel, ein "Homoioteleuton“ – das kennen wir im Deutschen auch in Ausdrücken wie: "Klein, aber fein“, "richtig und wichtig“, "Lug und Trug. Aber diesen Gleichklang von Tohuwavohu ins Deutsche zu übertragen, das hat selbst der sprachverliebte Martin Luther nicht geschafft. Auf "wüst“ reimt sich nun mal nichts Passendes. Wenn man es drauf anlegt, könnte man texten: Die Erde war öde und schnöde … aber das trifft nicht wirklich den Zustand des Tohubabohu.

  6. Rotes und blaues Licht unterscheiden sich in der Energiedichte, sie befinden sich jeweils auf den entgegengesetzten Seiten des Regenbogens. Blaues Licht schwingt fast doppelt so schnell wie rotes und hat eine entsprechend kürzere Wellenlänge. Und weil es schneller schwingt, sind die Lichtteilchen auch energiereicher. Trotzdem wirkt rotes Licht wärmer. Unterschied zwischen Physik und Psychologie Wie eine Farbe auf uns wirkt, hängt eben nicht davon ab, ob die entsprechenden Strahlen energiereich sind oder nicht, sondern es hängt davon ab, wie unser Gehirn Signale verarbeitet. Gerade bei Farben spielen da vermutlich auch ganz archaische Assoziationen eine Rolle. Rot, gelb und orange – das sind die Farben des Feuers, der Glut. Rot erscheint die Sonne am Abendhimmel. Und Rot ist auch die Farbe des Blutes. Blut bedeutet Wärme: Wenn uns heiß ist und die Finger warm sind, sind sie rot. Das alles war schon bei unseren frühen Vorfahren so, deshalb ist diese Assoziation rot = warm wohl ganz tief in unserem Wahrnehmungsapparat verankert. Was dagegen ist blau? Blau ist zum Beispiel das Wasser – und Wasser kühlt. Rotes Licht ist nicht nur psychologisch warm, sondern auch physikalisch warm Denken wir zum Beispiel an Infrarotlampen: Die wärmen wirklich. Das wird im medizinischen Bereich eingesetzt, während umgekehrt kein Arzt oder Ärztin daran denken würde, einen Menschen mit UV-Lampen zu behandeln. Denn UV-Licht ist aggressiv, es kann die Haut schädigen und Krebs verursachen. Das liegt daran, dass UV-Licht noch energiereicher ist als blaues Licht – die hohe Energiedichte macht das Licht so aggressiv. Umgekehrt ist Infrarotlicht physikalisch gesehen noch energieärmer als rotes Licht; trotzdem gilt Infrarotstrahlung als Wärmestrahlung. Das hat folgenden Hintergrund: Grundsätzlich hat jeder Körper eine Eigenstrahlung, und diese Eigenstrahlung hängt ausschließlich von der Temperatur ab. Deshalb kann man, selbst wenn es stockdunkel ist, mit einer Infrarotkamera warme und kalte Gegenstände unterscheiden, weil die warmen im Infrarotbereich stärker strahlen. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Temperatur eines Körpers und der Art von Strahlung, die er aussendet. Wenn etwas Zimmertemperatur hat, dann sehen wir diese Strahlung nicht, sie liegt im Infrarotbereich und infrarote Strahlung sehen unsere Augen nicht. Doch wenn die Dinge wärmer werden, verändert sich die Strahlung und verschiebt sich in den Bereich des sichtbaren Lichts – sprich, sie verschiebt sich von Infrarot zu Rot. Deshalb sind glühende Körper rot. Bei noch höheren Temperaturen würde sich die Glühfarbe wiederum ins Bläuliche verschieben, aber wenn ein Körper blau glüht, müsste er noch heißer sein als die Sonne, und im Alltag haben wir praktisch nie mit solch extrem heißen Objekten zu tun. Deshalb ist für uns eben auch Rot die Farbe warmer, glühender Körper.

  7. Raucherhusten und Kurzatmigkeit: nach etwa 9 Monaten verschwunden Das Rauchen hat viele Auswirkungen auf den Körper. Manche verschwinden, wenn man aufhört, schneller, andere brauchen länger. Recht schnell verschwinden die unmittelbaren Symptome, also der Raucherhusten und die Kurzatmigkeit. Da schafft es die Lunge innerhalb von wenigen Wochen bzw. spätestens nach neun Monaten, sich selbst zu reinigen; die Flimmerhärchen in den Lungenflügeln wachsen wieder nach. In dem Bereich kommt ein Ex-Raucher relativ schnell wieder auf den Stand eines Nicht-Rauchers. Kein erhöhtes Herzinfarktrisiko mehr nach 5 bis 6 rauchfreien Jahren Etwas länger dauert es bei den schwerwiegenderen Gesundheitsrisiken, die mit dem Rauchen verbunden sind. Es ist bekannt, dass Raucher ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Schon bei täglich fünf Zigaretten steigt dieses Risiko um 50 Prozent. Die Ursache hierfür sind Begleitstoffe im Qualm, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Wasserstoffcyanide. Die führen zu ständigen kleinen Entzündungen an den Innenwänden der Blutgefäße. Diese Stoffe machen das Blut buchstäblich dicker, zähflüssiger. Gleichzeitig steigt bei jeder Zigarette der Blutdruck – und alles zusammen steigert die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt, aber auch für Schlaganfälle. Untersuchungen zeigen: Ein 60-jähriger Raucher hat etwa das gleiche Infarktrisiko wie ein 80-jähriger Nichtraucher. Die gute Nachricht ist: Das Risiko sinkt wieder, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Auch bei ehemals starken Rauchern ist das Herz-Kreislauf-System nach 5 bis 6 rauchfreien Jahren in der Regel wieder so fit, als wenn man nie angefangenen hätte. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hat das auch eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums bestätigt: Selbst Menschen, die erst mit 60 aufhören zu rauchen, haben nach ein paar Jahren kein erhöhtes Infarktrisiko mehr. Gilt das auch für Lungenkrebs? Nein, da dauert es etwas länger. Da berufe ich mich wieder auf das DKFZ: Die Krebsforscher sagen zwar, dass nach 10 Jahren Nichtrauchen das Lungenkrebsrisiko bereits deutlich reduziert sei und nach 20 Jahren "ist das meiste weg". Aber auf das Niveau eines "Nie-Rauchers" sinkt das Risiko nicht mehr. Genetische Schäden in den Lungenzellen sind irreparabel Das leuchtet auch ein: Krebs entsteht dadurch, dass bestimmte Stoffe im Qualm – gar nicht mal das Nikotin, sondern Stoffe wie Benzol oder Formaldehyd – zu genetischen Schäden in den Lungenzellen führen. Diese Schäden sind irreparabel. Da nimmt mit jedem Jahr Rauchen das Risiko prinzipiell zu, weil die Gefahr, dass Zellen geschädigt werden, steigt. Wenn man aufhört, steigt die Gefahr zwar nicht weiter an – aber von den Zellen, die bei der Entscheidung aufzuhören bereits geschädigt waren, geht weiterhin Gefahr aus.

  8. Mit Lichtgeschwindigkeit vom Objekt aufs Auge Erst mal muss das Licht vom Objekt auf die Netzhaut des Auges gelangen. Diese Zeit hängt von der Entfernung des Objekts ab. Da die Lichtgeschwindigkeit bekannt ist – 300.000 km pro Sekunde – kann man die Geschwindigkeit leicht ausrechnen. Wenn ich ein Buch lese, das 30 cm von meinem Auge weg ist, braucht das Licht den hundert millionsten Bruchteil einer Sekunde. Wenn ich einen Baum in 30 Metern Entfernung sehe, dann braucht es 100-mal länger. Vom Auge ins Gehirn dauert's: Nerven arbeiten nicht in Lichtgeschwindigkeit Das macht also einen Unterschied – aber dieser Unterschied ist eigentlich belanglos: Von besagtem Baum zu meinem Auge braucht das Licht immer noch nur eine Millionstel Sekunde und diese Zeit kann man vernachlässigen. Denn viel länger ist die Zeit, die das Signal auf dem weiteren Weg von der Netzhaut ins Gehirn braucht. Das sind nämlich 50 bis 80 Millisekunden, also nur noch etwa den zwanzigsten Teil einer Sekunde. Das heißt, die Übertragungsgeschwindigkeit in den Nerven ist viel langsamer als das Licht. Man kann das auch anders anschaulich machen: Die Zeit, die das Signal vom Objekt zum Auge braucht, fällt erst bei astronomischen Größenordnungen ins Gewicht. Ein guter Anhaltspunkt wäre ein Asteroid, der in knapp 30.000 km Entfernung an der Erde vorbei saust; das ist knapp ein Zehntel der Strecke Erde/Mond. Da kann man wirklich sagen: Das Licht braucht vom Asteroiden zum Auge ungefähr so lange wie auf den restlichen Zentimetern vom Auge zur Sehrinde im Gehirn. Wir haben nun zwei Etappen betrachtet: Etappe: Der Lichtweg vom Objekt zur Netzhaut Etappe: Die Nervenübertragung vom Auge ins Gehirn Gehirn braucht "Rechenzeit", bis ein Bild entsteht Es fehlt aber noch etwas. Denn was im Gehirn ankommt, sind unzählige elektrochemische Nervensignalen – die muss das Gehirn noch verarbeiten, um aus den vielen Signalen ein Gesamtbild zu konstruieren. Das ist also "Rechenzeit", und die dauert ungefähr nochmal so lange. Bis wir also ein Objekt wirklich erkennen, brauchen wir ungefähr 150 Millisekunden – also etwa eine Siebtel Sekunde. Und die allermeiste Zeit davon verbringt das Signal sozusagen "in unserem Kopf". Der Lichtweg vom Objekt zum Auge spielt erst eine Rolle, wenn wir zum Mond oder zu den Sternen gucken; auf der Erde ist er vernachlässigbar. Insgesamt kann man schon sagen: Unser Erleben, unsere Wahrnehmung hinkt der Wirklichkeit um mehr als eine Zehntelsekunde hinterher.

  9. Maillard-Reaktion sorgt für schmackhafte Bräune Da geht’s den Kartoffeln nicht anders als fast allen anderen Lebensmitteln, denn das gilt ja auch für Nudeln, Fleisch oder Gemüse und insbesondere Zwiebeln. Alles wird in der Pfanne oder im Ofen braun und häufig zumindest an der Oberfläche auch knusprig. Darüber denken wir meist gar nicht mehr nach, denn das ist schließlich der Inbegriff des Bratens und Backens: die leckere Bräune des Essens. Bei diesen Vorgängen läuft eine chemische Reaktion ab, die sogenannte Maillard-Reaktion. Für diese Reaktion braucht man zwei Zutaten, die in all den genannten Lebensmitteln – wenn auch in unterschiedlichen Mengenverhältnissen – enthalten sind: Zuckermoleküle vor allem in Form von Glucose – also Traubenzucker und Eiweiße bzw. Aminosäuren – also Eiweißbausteine Wenn diese beiden Ausgangssubstanzen zusammenkommen und erhitzt werden, verbinden sie sich zu größeren Molekülen. Diese Endprodukte heißen Melanoide – in dem Namen steckt das griechische Wort Melas = schwarz. Womit schon gesagt ist, dass diese Reaktionsprodukte dunkel sind – daher die Bräunung. Warum werden die Lebensmittel knusprig? Aus zwei Gründen. Zum einen verbinden sich zwei Moleküle – Zucker und Aminosäure – zu jeweils einem besonders großen Molekül. In der Chemie gilt als Faustregel: Große Moleküle machen eine organische Substanz tendenziell härter oder zumindest „weniger geschmeidig" als kleine. Und im Mund fühlt sich das dann knusprig an. Welche Rolle spielt das Öl in der Pfanne? Für die chemische Reaktion selbst ist es eigentlich nicht wichtig – es dient vor allem dazu, die Hitze zu übertragen und damit den Vorgang überhaupt auszulösen. Das Öl ist außerdem ein Geschmacksträger. Und natürlich verhindert es in vielen Fällen, dass die Sachen anbrennen. Aber die Maillard-Reaktion funktioniert auch ohne Fett: Kartoffeln werden im Ofen auch ohne Fett braun, genauso der Toast im Toaster. Frühjahrskartoffelchips enthalten mehr Acrylamid Bei der Maillard-Reaktion entstehen unter bestimmten Bedingungen allerdings neben den genannten Melanoiden auch andere Substanzen, allen voran das berüchtigte Acrylamid. Das entsteht vor allem bei großer Hitze, wenn die Ausgangssubstanzen besonders trocken sind – bestes Beispiel ist die Herstellung von Kartoffelchips, aber auch im Brot oder im Kaffee ist Acrylamid enthalten. Interessant: Eine Studie besagt, dass Kartoffelchips, die man im Frühjahr kauft, mehr Acrylamid enthalten als die, die man im Herbst kauft. Der Grund: Die Kartoffeln, die im Frühjahr zu Chips verarbeitet werden, haben bereits mehrere Monate Lagerung hinter sich, und bei der Lagerung verwandelt sich ein Teil der Stärke in Glucose. Glucose ist, wie gesagt, eine wesentliche Ausgangssubstanz für die Maillard-Reaktion – und bei der Kartoffelchips-Herstellung bedeutet mehr Glucose eben auch: mehr Acrylamid. Allerdings hat die Studie auch ergeben, dass die Kartoffelchips heute im Schnitt weniger Acrylamid enthalten als noch vor zehn Jahren. Und dass Acrylamid überhaupt gesundheitsgefährdend oder gar krebserregend ist, ist bislang noch gar nicht bewiesen.

  10. Licht aus, Stern tot Wenn man es ganz streng nimmt, dann weiß man es letztlich wirklich nicht. Die einzige Möglichkeit, wie Sterne uns sozusagen "mitteilen” können, dass sie nicht mehr existieren, ist, dass sie aufhören zu leuchten. Wenn wir uns vorstellen, ein Stern ist 1.000 Lichtjahre weg, und ist gestern erloschen, dann würden wir das auf der Erde theoretisch erst in 1.000 Jahren erfahren. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, um die Wahrscheinlichkeit abschätzen. Zum Beispiel dürften die allermeisten Sterne, die wir in der näheren Umgebung sehen – damit meine ich unsere Milchstraße – auch jetzt in diesem Moment noch existieren. Die Milchstraße hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. Wir blicken also bei der Milchstraße höchstens 100.000 Jahre in die Vergangenheit. Das klingt viel, ist aber nur ein Bruchteil der Zeit, die diese Sterne überhaupt existieren. Denn die meisten von ihnen gibt es seit Milliarden von Jahren. Das ist zehntausendmal so lang wie das Licht von ihnen zu uns braucht. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass der Stern ausgerechnet in dieser relativ kurzen Zeit erloschen ist, in der sein Licht zu uns unterwegs war, ist statistisch gesehen relativ klein. Man kann es für die einzelnen Sterne aber noch etwas genauer abschätzen. Denn Sterne haben, genau wie Menschen, einen typischen Lebenszyklus. Sie leuchten, weil sie Wasserstoff zu Helium fusionieren. Und irgendwann ist der Wasserstoff aufgebraucht. Jetzt kommt es darauf an, wie groß der Stern ist. Denn je größer der Stern, desto schneller ist der Wasserstoff "verbrannt", desto kürzer also ist die Lebenserwartung des Sterns. Größe von Sternen anhand der Leuchtkraft messen Die Astronomen können in den Himmel gucken und ermitteln: Wie groß ist der Stern? Das kann man vor allem an seiner Leuchtkraft messen. Kleine Sterne haben meist noch viel Zeit vor sich, große Sterne haben ein kurzes Leben, mit ihnen wird es bald zu Ende gehen. Und wie viel ihrer Lebenszeit schon rum ist, das lässt sich oft auch an der Farbe des Lichts ablesen. Ist das Licht rötlich, ist das Ende des Sterns näher als wenn er hell und bläulich leuchtet. Falls es also Sterne gibt, die im Moment gar nicht mehr existieren, dann eher die rötlichen? Ja, es gibt ein Paradebeispiel dafür, das ist der Stern Beteigeuze im Sternbild Orion. Der ist relativ nah, etwas mehr als 400 Lichtjahre entfernt. Und er ist sehr groß, 20 Mal so groß wie die Sonne. Die Astronomen stellen fest, dass seine Leuchtkraft seit Jahren nachlässt, das heißt, sie geben ihm nicht mehr viel Zeit. irgendwann innerhalb der nächsten 10 bis 20.000 Jahre sollte es mit ihm vorbei sein. Dann wird er sich erst mal kurz zur Supernova aufblasen und extrem hell werden. Obwohl Beteigeuze so weit weg ist, würde man das auf der Erde auf jeden Fall mitbekommen. Man sagt, das wird dann eine Lichterscheinung – vielleicht so hell wie der Mond. Aber das kann eben in 10.000 Jahren sein, vielleicht war seine Zeit auch schon gestern vorbei, nur dass wir das noch nicht mitbekommen haben, weil wir sein Licht immer noch sehen. Wir würden das dann eben erst nach 400 Jahren sehen.

  11. 23.12.2024
    4 min

    Schwerkraft wirkt gleichmäßig in alle Richtungen Wegen der Schwerkraft. Planeten und Sonnen sind entstanden, weil sich Materie zusammenballte: Kosmischer Staub und Brocken zogen sich gegenseitig an, bildeten Klumpen und je größer die Klumpen wurden, desto größer wurde jeweils ihre Schwerkraft. Und weil die Schwerkraft in alle Richtungen gleich wirkt, ist die Kugel die Form, bei der die Gravitationskräfte im Gleichgewicht sind. Zur Veranschaulichung ein Vergleich: Auf einem großen Platz in einer Stadt passiert plötzlich etwas Spannendes. Eine Akrobatikgruppe baut sich auf. Diese Attraktion "zieht" nun das Publikum "an". Was passiert? Die ersten Zuschauer ringen sich in einer ersten Reihe dicht um die Show. Alle, die nachströmen, versuchen ihrerseits, möglichst nah heranzukommen. Sie bilden nacheinander einen zweiten Ring, einen dritten und so weiter. Wenn der Platz frei zugänglich ist, also keine Hindernisse im Weg stehen, wird die Menschenmenge ziemlich kreisförmig werden. Würde nämlich der Kranz an einer Stelle etwas dünner sein, würde also eine Lücke in der Reihung entstehen, würde sie schnell geschlossen – weil jemand merken würde, dass dort ein Platz frei ist, wo man besser sieht und sich dorthin begeben würde. Man kann also sagen: Die Attraktion in der Mitte des Platzes übt eine "Anziehungskraft" aus, die bis in die letzte Reihe eine ausgleichende Wirkung hat. Genauso wirkt die Anziehungskraft eines Planeten – nur dass sich das Geschehen im dreidimensionalen Raum abspielt. Anstelle des Kreises entsteht eine Kugel. Der beschriebene Ausgleichseffekt ist dabei umso größer, je mehr Masse der Planet hat. Denn umso stärker wirkt die Gravitationskraft. Kleine Himmelskörper ähneln eher Kartoffeln Kleine Himmelskörper wie Asteroiden können ziemlich unregelmäßig sein, sie ähneln oft mehr einer Kartoffel als einer Kugel. Dagegen haben die großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun eine fast perfekte Kugelform. Erde ist keine perfekte Kugel Die Erde ähnelt zwar auch stark einer Kugel. Aber wenn man genau nachmisst, gibt es an der Oberfläche nicht nur die Gebirge, sondern schon im Schwerefeld der Erde gibt es Beulen und Huppel. Das rührt im Wesentlichen daher, dass im Erdinneren viel in Bewegung ist. Es gibt heißere und kühlere Strömungen im Erdinneren, deshalb ist die Schwerkraft von Ort zu Ort unterschiedlich, und das wirkt sich natürlich auch auf die Oberfläche aus. Deshalb ist auch der Meeresspiegel nicht überall gleich hoch. Die zweite Einschränkung ist: Die Erde ist an den Polen etwas abgeflacht. Das wiederum kommt durch die Eigenrotation: Weil sich die Erde ständig um sich selbst dreht, sorgt die Zentrifugalkraft dafür, dass die Erde am Äquator ein bisschen dicker ist.

  12. Auf Käserinde können sich Listerien bilden Aber ich fange mal mit den Ausnahmen an: Schwangere, Kleinkinder sowie ältere Menschen bzw. solche mit geschwächtem Immunsystem sollten bei Käserinde generell zurückhaltend sein, weil sich auf dieser Rinde bestimmte Listerien bilden können. Aus dem gleichen Grund wird diesen Personengruppen ja auch von Rohmilchkäse abgeraten. Für die meisten Menschen ist aber sowohl Rohmilchkäse unbedenklich als auch entsprechend die Käserinden. Paraffin- und Kunststoffüberzüge sind ungenießbar Es gibt aber bei den Rinden selbst eine Ausnahme: Käserinden, die man tatsächlich nicht mitessen sollte, erkennt man von außen in der Regel recht eindeutig: Das sind die, die mit einer wachsartigen Paraffin- oder Kunststoffschicht überzogen sind – bei Gouda oder Leerdamer findet man das, manchmal ist der Käselaib auch noch mit einer bunten Schrift bedruckt. Bei solchen Käsen mit einer künstlichen "Haut", die leicht zu erkennen ist, sollte man die Rinde nicht mitessen. Abgesehen davon müssen solche Käse auch entsprechend gekennzeichnet werden, etwa mit dem Hinweis "Rinde nicht zum Verzehr geeignet". Salz fördert die Bildung der Käserinde Alle anderen Käserinden dagegen sind – wie gesagt, für die meisten Menschen – unbedenklich. Die Käserinde entsteht in der Regel, indem der Käse bei der Herstellung mit Salz bestreut, in ein Salzbad eingelegt oder mehrmals mit Salzlake eingerieben wird. Das entzieht dem Käse an der Oberfläche Wasser und dadurch entsteht diese dichte Rinde. Rinde beim Käse hat mehrere Funktionen Sie schützt das Innere des Käses vor Austrocknung Sie schützt den Käse vor unerwünschtem Pilzbefall Das Salzbad verbessert das Aroma – die Rinde wirkt also aromatisch in den Käse hinein Rinde von Schimmelkäse ist immer essbar Mitgegessen werden können auch alle Rinden von Schimmelkäse – also Camembert, Brie oder Blauschimmelkäse. Auch wenn sie sich pelzig anfühlen: Das sind zwar Schimmelpilze, aber keine giftigen. Das Gleiche gilt für Käse mit einer Rotschmierenrinde – zum Beispiel Münsterkäse oder Limburger. Hier wird die Rinde mit – ebenfalls ungiftigen – Bakterienkulturen bestrichen, das gehört einfach zum Aroma. Jede Käseoberfläche, die aus aromatischen Gründen behandelt wurde, ob mit Schimmelpilzen, Bakterien oder auch mit Asche, können gesunde Erwachsene bedenkenlos essen. Konservierungsstoff und Antimykotikum: Vorsicht bei Natamycin Es gibt allerdings manche Käse, die zusätzlich mit einem Konservierungsstoff behandelt werden, nämlich mit Natamycin. Diese Behandlung soll verhindern, dass sich giftiger Schimmelbefall bildet – den kann es ja neben den gewünschten, aromatischen Schimmelpilzen auch mal geben; das will man durch die Natamycin-Behandlung vermeiden. Natamycin ist an sich gesundheitlich unbedenklich – sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es passiert einem nichts, wenn man das isst. Aber: Natamycin ist ein Antimykotikum, das auch gegen Pilzerkrankungen eingesetzt wird. Und wenn wir unnötig viel davon zu uns nehmen, könnte das die Gefahr erhöhen, dass Pilze resistent werden. Deshalb liest man manchmal die Empfehlung, bei solchen Käsesorten trotzdem die Rinde einen halben Zentimeter dick abzuschneiden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält das aber für übertrieben. Die Gefahr, dass sich durch den Verzehr von Käserinde Natamycin-resistente Pilze bilden, sei vernachlässigbar. In jedem Fall aber müssen Käse, die mit Natamycin behandelt werden, entsprechend gekennzeichnet werden, zum Beispiel durch den Hinweis "enthält Konservierungsstoffe". Das gilt übrigens auch für unverpackten Käse. Biokäse wird übrigens grundsätzlich nicht mit Natamycin behandelt. Fazit: Wenn man nicht zu einer Risikogruppe gehört und wenn es keinen Hinweis gibt, dass die Käserinde nicht zum Verzehr geeignet ist, kann man sie in der Regel bedenkenlos mitessen.

  13. 20.12.2024
    2 min

    Es ist ein bekanntes Phänomen, dass es bei der Kombination "Wein im Käsefondue" zur Klumpenbildung kommt und leider keine homogene Masse entsteht. Denn der Käse besteht im Wesentlichen aus Milchproteinen. Das Hauptprotein nennt man Kasein; da steckt das Wort "Käse" drin. Kasein ist sehr stark wasserhassend. Es besteht aus vielen Aminosäuren, die das Wasser gar nicht mögen. Die mögen viel lieber Fett. Zu viel Wasser im Fondue sorgt für Klumpen Wenn man den Käse schmilzt, ist fast kein Wasser mehr drin. Dann kann sich eine homogene Masse bilden, ähnlich einem Teig. Wenn Sie nun aber Wein zum Käse geben, ist wieder zu viel Wasser enthalten. Dann klumpen die hydrophoben Aminosäuren, die also das Wasser nicht mögen, zusammen. Etwas Schnaps kann helfen Ein bisschen Schnaps kann dann helfen. Man kann etwas Kirschwasser in das Fondue geben, denn der Schnaps hat mehr Alkohol als der Wein – und Alkohol wirkt fettlösend.

  14. 19.12.2024
    4 min

    Urmenschen: Faustkeil und Jagd erfordern Denkvermögen Es ist keine Frage, ob, sondern was man ohne Sprache denken kann. Wenn wir in der Menschheitsgeschichte zurückgehen, dann hat sich Sprache, wie wir sie heute kennen, frühestens vor etwa 200.000 Jahren entwickelt. Da waren unsere direkten Vorfahren noch alle in Afrika; und in Europa waren schon die frühen Neandertaler unterwegs. Aber bereits Millionen Jahre vorher haben die Urmenschen Werkzeuge benutzt, die sie selber hergestellt haben, allen voran natürlich die Faustkeile. Um einen Faustkeil herzustellen, muss man schon ein bisschen was denken. Die frühen Menschen haben auch schon in Gruppen Tiere gejagt. Auch dabei mussten sie systematisch vorgehen; das erfordert ebenfalls Denken. Auch Babys denken. Aber was genau? Man kann sich der Frage nähern, wenn man sich statt der frühen Menschheit die frühe Kindheit ansieht: Wir alle würden vermutlich einem kleinen Baby, auch wenn es erst ein paar Monate alt ist und nicht sprechen kann, zubilligen, dass es irgendetwas denkt; dass irgendetwas in seinem Kopf vorgeht. Die Frage ist eben: Was? Schnürsenkel binden: erfordert Grips, aber keine Sprache Oder betrachten wir uns einmal selbst: Was denken wir denn so den lieben langen Tag lang? Wir denken viel in Bildern und Vorstellungen, die eigentlich keine Sprache benötigen. Wenn Sie an Ihren Urlaub zurückdenken, werden Sie das nicht in Worten tun, sondern in Bildern. Es gibt auch komplizierte Gedanken, bei denen die Sprache herzlich wenig taugt. Das wird schnell klar, wenn Sie sich vorstellen, Sie müssten jemandem nur mit Worten erklären, wie man einen Schnürsenkel bindet oder wie man auf dem Fahrrad das Gleichgewicht hält. Solche Dinge erfordern Grips, aber nicht unbedingt Sprache. Die hohe Form der Abstraktion Andererseits gibt es natürlich bestimmte Formen des Denkens, bestimmte kognitive Leistungen, die ganz klar an Sprache gebunden sind. Das betrifft alles Abstrakte, alles, was man eben nicht in Bildern denken kann, und damit natürlich auch einen großen Teil von wissenschaftlichem Denken. Wir können also davon ausgehen, dass kleine Kinder auch ohne Sprache eine Art intuitive Physik haben: Sie wissen und lernen zu verstehen, dass ein Schnuller, den man loslässt, auf den Boden fällt. Dazu brauchen sie keine Sprache. Sprache ist aber nötig, um aus diesem oder ähnlichen Vorgängen eine Gravitationskraft oder etwas noch Komplizierteres wie einen Energieerhaltungssatz abzuleiten. Denn Wörter wie Kraft und Energie sind hochabstrakte Begriffe. Abstrakt heißt dabei: Wir stellen Analogien her. Und da hilft uns die Sprache ganz wesentlich, indem sie uns die Möglichkeit gibt, z.T. ganz unterschiedliche Phänomene wie heißes Wasser oder die Bewegung von Körpern mit den gleichen Begriffen zu beschreiben – in dem Fall "Energie" – und auf diese Weise Beziehungen zwischen Dingen herzustellen, die wir sonst nie in Verbindung bringen würden. Das ist die hohe Form der Abstraktion. Bildliche Verneinung eines Sachverhalts ist nicht vorstellbar Man kann aber auch viel einfacher bei der ganz elementaren Logik ansetzen. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich folgenden Satz vor Ihrem geistigen Auge vor: "Ich fahre heute nicht mit dem Auto zur Arbeit." Was sehen sie vor ihren Augen? Vermutlich sich selbst, wie Sie mit dem Auto zur Arbeit fahren. Wir können uns einen Sachverhalt bildlich vorstellen, aber wir können uns nicht die Verneinung eines Sachverhalts vorstellen. D.h. um so einen einfachen logischen Vorgang wie Negation "denken" zu können, scheinen wir die Sprache dann doch zu gebrauchen.

  15. Gefühl von Nähe durch regelmäßige Medien-Kontakte und lockere Atmosphäre In den 1950ern haben sich Menschen bereits eine ganz ähnliche Frage gestellt. Ihnen ging es dabei allerdings noch nicht um Influencer, wie wir sie heute kennen, sondern um Fernsehstars. Denn damals gab es immer mehr Menschen, die einen Fernseher hatten. In den Fernsehshows standen vor allem einzelne Personen im Mittelpunkt. Das waren zum Beispiel Moderatorinnen und Moderatoren in einer Talkshow. Oder auch fiktive Personen in Filmen. Und damals hat man schon festgestellt: Die Menschen vor dem Fernseher hatten das Gefühl, eine Beziehung mit den prominenten oder fiktiven Personen zu haben. Die Zuschauenden fühlten sich durch den regelmäßigen Kontakt und die vermittelte lockere Atmosphäre den Prominenten so nahe, als ob sie wirklich miteinander befreundet wären. "Parasoziale Interaktion": Phänomen bereits seit den 1950ern bekannt Diese Erkenntnis formulierten 1956 zwei Amerikaner – Donald Horton und R. Richard Wohl. Sie nannten den Effekt "parasoziale Interaktion". Diese Studie ist bis heute die Grundlage für das Erforschen solcher Beziehungen. Besonders spannend war die Erkenntnis auch deshalb, weil eigentlich angenommen wurde, dass Zuschauer sich sehr stark mit den Figuren aus dem Fernsehen identifizieren, sich also an ihre Stelle denken. Das ist aber weniger der Fall als angenommen. Sie verhalten sich eher so, als seien diese Figuren reale Freundinnen und Freunde. Gefühlte Nähe, ausgelöst durch Bindungshormon Oxytocin, bleibt eine Illusion Und so ist es auch heute mit Influencern. Auch zu denen bauen viele Menschen eine "parasoziale Beziehung" auf. Ein wichtiger Unterschied zu Beziehungen mit realen Freundinnen und Freunden ist, dass die Interaktion meist nicht wechselseitig ist. Die gefühlte Nähe ist eine Illusion. Doch die Hormone, die diese Gefühle auslösen, sind ganz real. Das sogenannte Bindungshormon Oxytocin wird bei persönlichen Kontakten zwischen Menschen freigesetzt und sorgt für ein Gefühl von Bindung und Vertrauen. Dieses Oxytocin wird auch bei parasozialen Beziehungen und Interaktionen freigesetzt. Was die Fernsehstars früher machten, um das Gefühl von Intimität aufkommen zu lassen, machen auch die Influencer heute: Ihre Sprache, die lockere Haltung und ihre Spontanität wirken wie in einer privaten Unterhaltung. Influencer und Fan: Social Media ermöglicht wechselseitige Beziehungen Was sich jedoch seit den 1950ern geändert hat: Durch die sozialen Medien kann manchmal aus einer einseitigen Beziehung auch eine wechselseitige werden. In Kommentaren unter YouTube-Videos, TikToks oder Posts auf Instagram schreiben die Fans mit ihren Idolen. Aber häufig bleibt ein solcher Kommentar auch unbeantwortet. Dass Influencer häufig sehr private Einblicke in ihren Alltag geben – oder es zumindest vorgeben – spielt beim Aufbau von parasozialen Beziehungen auch eine wichtige Rolle. Allerdings sollte klar sein: Sobald wir Medien nutzen, interagieren wir parasozial mit den Influencern, Fernsehstars und fiktiven Figuren. Beziehung ohne Verpflichtungen Ob daraus eine parasoziale Beziehung entsteht, hängt auch von der Persönlichkeit derer ab, die die Medien nutzen. Man hat herausgefunden: Menschen, die eher introvertiert sind oder weniger reale soziale Kontakte haben, neigen eher zu parasozialen Beziehungen. Solche Beziehungen haben nämlich einen Vorteil: Es sind Beziehungen ohne Verpflichtungen. Man hat das Gefühl, "Freunde" zu haben, ohne dass es mit irgendeiner Verantwortung verbunden wäre. Gleichzeitig ist der Influencer ein scheinbar verlässlicher Beziehungspartner in einer Welt voller Veränderungen und vermittelt so ein Stück Stabilität. Darum ist eine parasoziale Beziehung für alle Menschen relevant, egal wie alt sie sind. Doch besonders interessant sind diese Beziehungen für Menschen, die Orientierung in einer unsicheren Phase suchen, also zum Beispiel für Jugendliche in der Pubertät.

  16. Die zwei Seiten der Seife Schaum ist zum Beispiel im Spül- oder Badewasser eine Ansammlung von Seifenblasen. Für eine Seifenblase brauchen wir Seife, oder auch Tenside, wie sie im Spülmittel enthalten sind. Was ist das besondere an Tensiden? Wir wissen, dass es zwei verschiedene Arten von Flüssigkeiten gibt: solche, die sich gut mit Wasser vermischen – Alkohol zum Beispiel – und solche, die sich gar nicht mit Wasser vermischen – dazu gehört Fett und Speiseöl. Die Seifen oder Tenside haben nun die Besonderheit, dass sie zwei Seiten haben: Eine "wasserliebende" Seite und eine eher "fettige" Seite, die sich vom Wasser abwendet. Wenn man einen Tropfen Spülmittel ins Wasser gibt, dann breitet sich der sofort als ganz dünner Film über die Wasseroberfläche aus. Bei diesem Seifen-Film zeigt nun die wasserliebende Seite der einzelnen Moleküle nach unten zum Wasser, und die fettige Seite zeigt weg vom Wasser, also nach oben. Wenn wir diese Oberfläche aufmischen, entsteht der Schaum in Form vieler Seifenblasen. Seifenblasenhaut besteht aus drei Schichten: Seife – Wasser – Seife Das kann man sich veranschaulichen, wenn man an die Seifenblasen denkt, die Kinder erzeugen: Sie tauchen den "Blasring" ins Seifenwasser, sodass sich in dem Ring eine dünne Haut aus Seifenwasser bildet. Der Unterschied zur Oberfläche des Spülwassers ist, dass bei der Haut im Blasring der Seifenfilm das Wasser von beiden Seiten umgibt – wie bei einem Sandwich. Außen ist der Seifenfilm, innen das Wasser. Und wenn man reinpustet, entsteht die Seifenblase. Die Haut einer Seifenblase besteht also aus drei Schichten: Innen und außen die Seife, also das Tensid, dazwischen das Wasser. Dass das eine fast perfekte Kugel wird, liegt daran, dass eine Kugel die sparsamste Form ist: Bei einer bestimmten Menge an eingeschlossener Luft benötigt eine Kugel die geringste Oberfläche. Funktioniert auch ohne pusten: Bläschen in Schaumbad und Spülwasser Wenn man Wasser einlässt, bringt man die Seifenwasseroberfläche in Unruhe. Dabei gelangt Luft unter die Wasseroberfläche. Diese Luft bleibt dort nicht lange, sondern steigt in Form von Blasen auf. Wenn diese Luftblasen die Wasseroberfläche durchdringen, machen sie das Gleiche, wie wenn man Seifenblasen pustet: Sie nehmen den Seifenwasserfilm an der Oberfläche mit und formen ihn zu einer Blase. Sparsame Natur: gemeinsame Grenzen bilden statt einzelner Kugeln Der Schaum besteht nun allerdings nicht aus schönen Kugeln. Das liegt daran, dass beim Schaum die vielen Seifenblasen, die zunächst entstehen, sofort zusammenwachsen. Und dann geht die Natur wieder sparsam vor. Sparsam heißt, dass die vielen Seifenblasen versuchen, gemeinsame Grenzen zu bilden. Und so entstehen viele unregelmäßig geformte Blasen im Schaum. Wenn die Blase platzt Dass der Schaum wieder verschwindet, liegt daran, dass die Haut der Bläschen nun mal aus Seifenwasser besteht. Dieses Seifenwasser fließt langsam nach unten, sodass die Blasen zerfallen. Beim Bierschaum sind Eiweiße im Spiel Beim Bierschaum ist das physikalische Prinzip ähnlich, allerdings entsteht da der Schaum nicht nur durch Unruhe an der Bieroberfläche im Glas, sondern durch die aufsteigenden Luftbläschen. Bier enthält ja Kohlensäure. Diese Luftbläschen führen beim Aufsteigen eiweißhaltige Substanzen mit, die im Bier sind. Das ist der zweite Unterschied: Die Haut der Bläschen im Bierschaum besteht nicht aus Seifenwasser, sondern aus einer eiweißhaltigen Substanz. Das ist bei Lebensmitteln fast immer so. Wenn wir Reis kochen oder Eier schlagen – fast immer, wenn es beim Kochen schäumt, sind Eiweiße im Spiel. Aber die Physik ist die Gleiche.

  17. Honigkuchen, Pfefferkuchen, Lebkuchen Man braucht nur auf einen der beliebten Weihnachtsmärkte zu gehen, um sie zu sehen. Freilich muss es einer mit traditionellem Angebot sein wie beispielsweise der Nürnberger Christkindlesmarkt. Hier gibt es noch Honigkuchen in Hülle und Fülle und in vielerlei Formen zu kaufen. Bekannter sind sie allerdings unter dem Namen Pfefferkuchen oder Lebkuchen. Immer geht es um ein Gebäck, das üblicherweise mit Honig sowie Gewürzen wie Zimt, Anis, Nelken, Piment und Kardamom verfeinert ist. Besonders zu Weihnachten diente es als Geschenk für Kinder und andere Naschkatzen. Wirkt leider dümmlich: Dauergrinsen Eine der beliebtesten Formen dafür war ein Pferd, nicht selten als Schaukelpferd dargestellt. Und den Kopf dieser leckeren Honigkuchenpferde ziert bis heute ein lustiges Dauergrinsen aus weißem Zuckerguss. So ein Grinsen lässt Menschen aber leider nicht fröhlich, sondern eben nur dümmlich oder gar frech aussehen.

  18. Öl und Wasser unterscheiden sich in ihrer Viskosität Der Eindruck entsteht dadurch, dass Wasser in der Natur häufiger plätschert als Öl. Wasser ist laut in der Brandung, in Wasserfällen – da gibt es keine Entsprechung mit Öl. Wasser kann auch laut sein, wenn man duscht oder mit einem Schlauch irgendwohin spritzt – das macht man mit Öl in der Regel nicht. Insofern lässt sich die Frage zum Teil dadurch erklären, dass man selten in einer Situation ist, in der Öl Krach machen könnte. Richtig ist aber auch: Wenn wir statt mit Wasser mit Salatöl duschen würden oder mit einem Schlauch Öl gegen eine Wand spritzen würden, gäbe das durchaus ein Geräusch, wäre aber sicher etwas leiser. Wenn man Öl aus einer Flasche in den Abguss schüttet (was man natürlich aus Umweltgründen nicht tun sollte), wäre das Geräusch deutlich leiser, als wenn man Wasser auskippt. Das wiederum hängt mit einer physikalischen Eigenschaft zusammen, in der sich Wasser und Öl wesentlich unterscheiden, nämlich der Viskosität. Viskosität ist das, was man im Alltag als Zähflüssigkeit bezeichnet Öl ist viskoser – also zähflüssiger – als Wasser, weil sich die einzelnen Ölteilchen im flüssigen Öl stärker aneinander reiben. Wasser besteht aus H2O, es ist ein relativ kleines Molekül. Öl besteht aus längeren Kohlenwasserstoffketten. Wenn die sich als Flüssigkeit bewegen, reiben sie sich stärker aneinander. Diese Reibung bremst zum einen den "Fluss" der Flüssigkeit, deshalb fließt sie "zäh". Das bedeutet, dass sie Energie aus der Flüssigkeit nimmt. Während also ein fallender Tropfen Wasser beim Aufprallen so richtig kräftig platscht, verteilt sich beim Öl die Energie gewissermaßen in der Flüssigkeit – das bremst sofort die Bewegung und dadurch entsteht auch weniger Geräusch. Wenn man die Viskosität in Zahlen ausdrückt, dann ist Olivenöl z.B. hundertmal viskoser als Wasser. Honig ist sogar 10.000 Mal viskoser. Aber das Beispiel Honig zeigt auch: Es kommt stark auf die Temperatur an. Wenn man Honig erhitzt, wird er immer flüssiger. Das gilt für eigentlich alle Flüssigkeiten, ob Honig, Öl oder Wasser. Je wärmer sie sind, desto geringer wird die Viskosität. Auch wenn wir es nicht merken: Selbst Wasser ist in der Nähe des Gefrierpunkts fast doppelt so zähflüssig wie bei Zimmertemperatur – nur ist Wasser eben generell so "fluide", dass wir diesen Unterschied im Alltag kaum wahrnehmen. Aber wenn man es genau misst, dann ist auch heißes Wasser, wenn man damit herumspritzt, lauter als kaltes.

  19. Mehr als ein Loriot-Zitat Nach Wilhelm Busch ist es erst wieder Loriot gelungen, als Künstler mit geflügelten Worten in allen Schichten volkstümlich zu werden. "Nicht nur zur Weihnachtszeit" hat zwar durch Bölls Satire eine neue, drohende Bedeutung bekommen, doch ist die Redewendung deutlich weniger populär als "Früher war mehr Lametta!" Opa Hoppenstedts Stoßseufzer Das muss man aus den Zeitumständen heraus verstehen, denn so etwa ab 1960 setzte sich die Überzeugung durch, man solle es mal "ohne viel Lametta" versuchen. "Ohne viel Lametta" hatte als Redensart fürs Schlichte aber keine Chance gegen Opa Hoppenstedts Stoßseufzer, der bis heute deutschlandweit Heiterkeit auslöst. Ähnlich die Ankündigung "Dicki möchte ein Gedicht aufsagen." Oder das Gedicht selbst: "Zicke Zacke, Hühnerkacke." Oder: "Ach, Kinder, ist das gemütlich!" – und "Es hat Puff gemacht." gehören ebenfalls zum Vorrat adventlichen Frohsinns. Billige Stanniolstreifen als Eiszapfenersatz "Weihnachten bei den Hoppenstedts" ist selbst schon sprichwörtlich geworden, während Lametta seine unangefochtene Stellung am Weihnachtsbaum und im Volksmund nicht erfolgreich verteidigen konnte. Zu billig wirkten die Stanniolstreifen am Baum als Ersatz für Eiszapfen aus Glas. Ordensträger – mit Lametta behängt Freilich hält sich weiterhin in der Soldatensprache die Bezeichnung "Lametta" und "viel Lametta" für den Behang von Ordensträgern. Auch die Dekoration selbst, die Litzen, Orden, Schützenschnüre, heißt so. Mitte der 1930er-Jahre wurde bereits die Parodie eines durch Claire Waldoff interpretierten Liedes beliebt, die Hermann Görings Ordensprunksucht durch den Kakao zog: Rechts Lametta, links Lametta, Und der Bauch wird imma fetta, Und in Preußen ist er Meester – Hermann heeßt er! Quelle: Lied von Claire Waldoff Weil es sich um Dekoration handelte, die man oft als billig, protzig, altmodisch und damit verzichtbar empfand, ergab sich die abfällige Redewendung "das ganze Lametta" für überflüssigen Kram jeder Art.

  20. Im letzten Stück wird die Schneeflocke als guter Freund dargestellt, der zu Besuch kommt und den man gern hat. Es klingt fast, als wäre die Schneeflocke ein Individuum. Tatsächlich soll sogar jede Schneeflocke einzigartig sein und keine wie die andere. Aber stimmt das wirklich? Wie unterschiedlich sind Schneeflocken? Um das herauszufinden, lohnt es sich zu verstehen, wie Schneeflocken überhaupt entstehen. Der erste Eiskristall In den meisten Fällen bilden sich Schneeflocken mithilfe von Staubpartikeln in der Luft. Wasser unter null Grad gefriert nämlich nicht automatisch. Es braucht einen sogenannten Kristallisationskeim, um den es fest werden kann. Der ist häufig ein Staubpartikel. Wenn unterkühlte Tröpfchen in den Wolken auf solche Staubpartikel treffen, gefrieren sie an ihnen und es entstehen Eiskristalle. Ein Eiskristall, der für den Menschen sichtbar ist, besteht bereits aus einer Trilliarde Wassermolekülen, einer unvorstellbar großen Anzahl. Die Schneeflocke formt sich Am ersten Eiskristall gefrieren dann weitere Wassertröpfchen. Die Eiskristalle bilden so kleine Formen – zum Beispiel Plättchen, Nadeln oder Sterne. Dabei gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Moleküle zusammenfinden können. Es ist deshalb fast unmöglich, dass es zwei identische Schneeflocken gibt. Irgendwann sind die Schneeflocken so groß und schwer, dass sie zur Erde fallen. Sie können dabei bis zu drei Stunden unterwegs sein. Auf ihrer Reise wird ihre Form noch weiter verändert, denn die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur beeinflussen die Gestalt der Schneeflocke. Nicht identisch, aber ähnlich Trotzdem sehen sich viele Schneeflocken sehr ähnlich, wenn sie bei uns ankommen. Fast alle besitzen beispielsweise eine sechseckige Grundstruktur. Das hängt mit dem Aufbau der Wassermoleküle zusammen. Die einzelnen Atome im Wassermolekül sind nämlich unterschiedlich geladen und ordnen sich daher in einem speziellen Winkel an. Einige Forscher haben sogar schon versucht, die verschiedenen Formen von Schneeflocken zu kategorisieren. Doch trotz aller Ähnlichkeit gilt: Jede Schneeflocke ist einzigartig. Und je genauer man hinschaut, desto mehr Besonderheiten kann man sehen.