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Bloß keine Wattestäbchen! Bitte die Ohren nicht mit Wattestäbchen reinigen, denn dabei passiert es oft, dass man das Ohrenschmalz nach hinten schiebt. Es ist besser, Ohrenschmalz bei Bedarf durch Fachleute entfernen zu lassen. Es kann sonst zu Verletzungen des Gehörgangs oder des Trommelfells kommen. Oder es kann zu einer Schwerhörigkeit führen, wenn man immer mehr Ohrenschmalz nach hinten schiebt. Ein Tropfen Olivenöl hilft Mein Tipp: Um den Gehörgang geschmeidig zu halten genügt einmal pro Woche ein Tropfen Olivenöl. Das Ohrenschmalz setzt sich dann nicht so fest.
- 12.12.20242 min
Die Astronomen waren verblüfft: Im Dezember des Jahres 1862 tauchten plötzlich Sternschnuppen auf, die es sonst um diese Zeit nie gegeben hatte. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr. Die Leuchtspuren waren jedes Mal im Sternbild Zwillinge zu sehen – Gemini lautet der Name der Zwillinge auf Latein. So kamen die Geminiden zu ihrem Namen. Quelle der Geminiden-Sternschnuppen lange unklar Normalerweise sind Sternschnuppen abgeplatzte kleinste Teilchen von locker aufgebauten Kometen. Nur bei den Geminiden fand man keinen krümelnden Kometen zu den Sternschnuppen. Über 100 Jahre lang suchten Astronomen vergebens nach der Quelle der Geminiden. Erst im Jahr 1983 fiel amerikanischen Astronomen im All ein Brocken auf, der genau auf derselben Flugbahn wie die Geminiden unterwegs war: Ein Asteroid mit Namen Phaeton. Doch die Quelle der krümeligen Geminidenschnuppen konnte dieser Asteroid eigentlich nicht sein – denn Asteroide ziehen keinen Staubschweif hinter sich her, wie das Kometen tun. Asteroid mit eisigem Kern zerkrümelt Allerdings kommt der Fels im All der Sonne alle eineinhalb Jahre so nahe, dass er an der Oberfläche mehrere hundert Grad heiß wird. Unter diesem Hitzestress könnte das Gestein an seiner Oberfläche zu kleinen Körnern und Staub zerkrümelt werden. Davon gehen Forscher mittlerweile jedenfalls aus. Und sie meinen, dass der Asteroid unter seiner staubigen und damit isolierenden Oberfläche noch eine uralte Eisschicht besitzt. Dieses Eis wird in Sonnennähe zu Gas, das dann schubweise durch die Staubschicht bricht und Gesteinskrümel mit sich hinaus ins All reißt. Daher die Staubfahne. Durch diese Staubfahne fliegt die Erde dann jedes Jahr ein Mal – und zwar immer Mitte Dezember. Dabei sammelt sie, ähnlich wie ein Wischmopp, die Staubteilchen ein. Die rasen mit 35 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre und pressen die Luft vor sich so stark zusammen, dass sie hell aufleuchtet. Wie sieht man die Geminiden am besten? Höhepunkt des Sternschnuppenfalls ist im Jahr 2024 in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Das Sternbild Zwillinge, in dessen Umfeld die Geminiden zu beobachten sind, steht gegen Mitternacht hoch am Südhimmel. Bei gutem Wetter und absoluter Dunkelheit könnten bis zu 150 Meteore pro Stunde beobachtet werden. Doch leider spielt 2024 der Mond nicht mit. In den Tagen rund um das Geminiden-Maximum steht er als hell strahlender Vollmond am Himmel und wird viele der schwachen Leuchtspuren überstrahlen. Umso wichtiger ist 2024 ein wirklich dunkler Beobachtungsort, zumal die Geminiden für Sternschnuppenverhältnisse recht langsam in die Erdatmosphäre eintauchen und deshalb nicht als lange Leuchtspuren zu sehen sind, sondern eher kurz aufblitzen. Kleiner Trost für alle, die wegen einer geschlossenen Wolkendecke 2024 nichts von den Geminiden haben: Die Geminiden besuchen uns noch das gesamte 21. Jahrhundert hindurch. Erst um das Jahr 2100 herum wird die kosmische Staubwolke, aus der sie stammen, die Erdbahn nicht mehr kreuzen. Dann wird die Geminiden-Show für alle Zeiten vorbei sein.
- 11.12.20243 min
Weihnachtsbaum: Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück Die Tradition des Weihnachtsbaums ist recht alt; einen konkreten "Erfinder" gibt es hier aber nicht. Vielmehr wachsen dabei verschiedene Traditionen zusammen. Die ältesten Nachrichten von grünen Bäumen, die man in der Weihnachtszeit aufgestellt hat, stammen aus dem Oberrheingebiet. Es gibt sowohl in Basel als auch in Straßburg, aber auch in Freiburg und in Schlettstadt Nachrichten darüber. Die reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Es wird berichtet, dass man dort sogenannte Weihnachtsmaien aufgestellt hätte. Maien, das bedeutet grüner Baum. Das können also nur Tannenbäume gewesen sein, denn sonst ist ja im Winter nichts grün. Weihnachtsmaien mit Äpfeln, Weihnachtsgestelle mit Kerzen Diese Weihnachtsmaien waren aber noch nicht mit Kerzen geschmückt, dafür aber wohl mit Äpfeln; die waren sicher als Symbol des Paradiesbaums gedacht. Die Kerzentradition kommt aus dem Norden; an der Nordseeküste hat man sogenannte Weihnachtsgestelle aufgestellt. Das waren Laubsägearbeiten, die meist biblische Szenen zeigten, etwa Adam und Eva, die am 24. Dezember Namenstag haben. Diese Weihnachtsgestelle waren mit Kerzen besteckt. Irgendwann im Lauf des 18. und ganz sicher im 19. Jahrhundert haben sich diese Traditionen der Weihnachtsgestelle mit den Kerzen und der Weihnachtsmaien aus dem Süden ohne Kerzen überlagert. Daraus ist dann unser Lichterbaum entstanden. Kurios: als Pendel von der Decke hängen In manchen Gegenden wurde der Weihnachtsbaum sogar mit der Spitze an der Decke befestigt und hing dann pendelnd im Raum.
- 11.12.20242 min
Jahresring: Wechsel zwischen hellem Frühholz und dunklem Spätholz Das dachte man früher – und zwar von Tropenbäumen. Jahresringe entstehen ja durch den Wechsel der Jahreszeiten, vor allem Winter und Sommer. Dahinter steckt folgender Vorgang: Nach der Wachstumspause im Winter folgt eine Phase, in der sich von der Rinde her zunächst eine Schicht von sogenanntem Frühholz bildet. Dieses Frühholz wächst schnell. Schnell heißt, es bilden sich große Zellen mit vergleichsweise dünnen Wänden. Diese Zellen sind hell. Und daran wiederum schließt sich eine zweite langsamere Wachstumsphase an; dabei entstehen kleine Zellen mit dickeren Wänden. Diese dichtere Zellsubstanz erscheint dunkel. Eine solche Abfolge aus hellem Frühholz und dunklem Spätholz definiert einen Jahresring. Auch tropische Bäume haben Jahresringe In den Tropen sind die Wachstumsbedingungen aber ganz anders. Da gibt es keinen Winter in dem Sinn, keine echte Wachstumspause. Deshalb galt es früher als gängige Lehrmeinung, dass tropische Bäume keine oder höchstens schwach ausgeprägte Jahresringe haben. Inzwischen weiß man, dass das nicht stimmt. Manchmal sind die Jahresringe zwar mit dem Auge kaum erkennbar, sie sind aber trotzdem da. Wechsel von Regenzeiten und Trockenzeiten Auch in den Tropen herrschen ja nicht immer gleiche Bedingungen. Es gibt zwar keinen Winter und Sommer, aber es gibt oft einen Unterschied zwischen Regenzeiten und Trockenzeiten. In manchen tropischen Regionen gibt es auch zwei Regenzeiten im Jahr, sodass man keine Jahres- sondern "Halbjahres-Ringe" findet. Selbst in Gegenden wie dem Amazonasbecken, wo es praktisch jeden Tag regnet, gibt es unterschiedliche Wachstumsbedingungen zum Beispiel dadurch, dass das Wasser des Amazonas unterschiedlich hoch steht, weil er ja Wasser aus den weit entfernten Anden mit sich bringt. Wenn der Amazonas richtig Hochwasser führt und die Bäume unter Wasser sind, wachsen sie zum Teil schlechter, als wenn der Pegel niedrig ist. Und so entstehen auch dort Jahresringe. Jahresringe bei Tropenbäumen oft nur chemisch nachweisbar Warum nun glaubte man früher, dass es keine Jahresringe gibt – wenn man doch anscheinend nur genau hinschauen muss? Die Antwort: Weil man sie eben nicht immer sieht. Rein optisch sind die Ringe bei vielen tropischen Bäumen mit dem Auge nicht zu erkennen, weil die Ringe nicht farblich hervortreten, sondern sich nur bei chemischen Untersuchen zeigen. Man kann also chemisch nachweisen, dass das Holz in bestimmten Phasen schnell, in anderen langsam gewachsen ist. Beispielsweise lagern manche Bäume in der Hauptwachstumsphase besonders viel Kalzium ein. Das sieht man zwar nicht mit dem Auge, man kann es aber im Labor nachweisen..
Männer trinken mehr Alkohol als Frauen Der Durchschnittsdeutsche trinkt einen Viertelliter Bier am Tag, die Durchschnittsdeutsche dagegen gerade mal 40 ml. Bei beiden – Männlein und Weiblein – ist der Bierkonsum zwischen 18 und 24 am höchsten. Aber das Verhältnis bleibt eigentlich über verschiedene Altersgruppen relativ konstant bei ungefähr 6:1. Ganz anders beim Wein. Da ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen relativ gering. Bitterstoff PTC: Schmecker und Superschmecker Eine schlüssige Erklärung gibt es dafür nicht. Man könnte vermuten, Frauen mögen es nicht so bitter. Das lässt sich aber leicht durch ein Gegenbeispiel widerlegen, nämlich Kaffee – der ist bei Männern und Frauen fast gleich beliebt. Frauen haben auch nichts gegen Grapefruit oder Bitterschokolade – also rein am bitteren Geschmack kann die mutmaßliche Ablehnung von Frauen gegenüber Bier nicht liegen. Allerdings: Bitter ist nicht gleich Bitter. Die Geschmackszellen für Bitterstoffe unterscheiden sich. Und es gibt insbesondere eine Art von Bitterstoffen, die recht gut untersucht ist, nämlich eine Verbindung, die sich Phenylthiocarbamid nennt, oder kurz PTC. Das ist ein Bitterstoff, bei dem man herausgefunden hat, dass die Geschmacksempfindlichkeit ihm gegenüber genetisch bedingt ist. Es gibt PTC-Schmecker und Nicht-Schmecker oder sogar Superschmecker, die auf diesen Bitterstoff sehr empfindlich reagieren und das Gesicht verziehen. Unter diesen Superschmeckern sind mehr Frauen als Männer. Trotzdem ist der Unterschied nicht so groß, dass er das Geschlechter-Verhältnis 6:1 beim Bierkonsum erklären würde. Und zweitens ist dieser spezielle Bitterstoff PTC im Bier nicht drin. Insofern taugt auch das nicht als Erklärung. Sozialisierung könnte eine Rolle spielen Professor Wolfgang Meyerhof, Geschmacksforscher und Molekularbiologe am Deutschen Institut für Ernährung in Potsdam, vermutet deshalb, dass die unterschiedliche Affinität zum Bier eher etwas mit Sozialisierung zu tun hat. Dass das Bier in Männerrunden einfach mehr dazu gehört,, Bier-Werbung stärker die Männer anspricht und so weiter. Falls es doch andere biologische Gründe geben sollte, hat man sie jedenfalls offenbar noch nicht gefunden.
- 09.12.20242 min
Richtungswechsel: Orientierung zum Licht während des Wachstums Die Erklärung findet man schnell, wenn man Gelegenheit hat, Bananen beim Wachsen zuzusehen. Am Anfang, wenn die Bananen noch klein sind und zwischen den Blättern herauswachsen, wachsen sie nach unten. Wenn sie dann größer werden und die Blütenblätter abgefallen sind, wachsen sie zunehmend nach oben Richtung Licht. Das heißt, sie verändern die Richtung im Laufe des Wachstums; dadurch werden sie krumm. Man kann das auch im Laden sehen: Es gibt ja inzwischen auch bei uns diese kleinen Baby-Bananen zu kaufen. Die haben nur wenig Krümmung. Sie werden so gezüchtet, dass sie klein bleiben und damit gar keine Gelegenheit haben, während des Wachstums "ihren Kurs zu ändern". Bananen-Krümmungsvorgaben der EU sind ein Gerücht Dass Bananen nach EU-Verordnung einen bestimmten Krümmungsgrad haben müssen, ist übrigens ein Gerücht. Es gibt zwar eine Bananen-Verordnung der EU, Verordnung Nr. 1333/2011. Aber da steht nur drin, wie groß die Bananen ungefähr sein müssen, dass sie unreif geerntet werden und bei Einfuhr nach Europa nicht beschädigt sein dürfen. Über Krümmung steht da nichts. Was es mal gab, war eine Krümmungsverordnung für Gurken, aber die ist schon lange abgeschafft.
- 07.12.20243 min
Bürger, Stiftung, Testamente Für den Bau der Kirche verantwortlich war früher wie heute der jeweilige Bauherr. Im Fall des Ulmer Münsters war das z. B. die Pfarrgemeinde, die Stadtgemeinde. Die musste das Geld zusammenbringen. Bei den Kathedralkirchen musste das jeweilige Domkapitel das Geld aufbringen. In beiden Fällen waren immer Stiftungen erwartet und kamen auch. So war es z. B. beim Bau der Kathedrale von Strasbourg üblich – und das gilt auch für den mittelalterlichen Dom – das jeder Bürger, der es sich irgendwie leisten konnte, in seinem Testament einen Anteil für den Kathedralbau bestimmte. Stiftungen spielten eine große Rolle und manchmal hatten auch die Domkapitel mit der Zeit Eigenbesitz: Immobilien in der Stadt, Weinberge, Steinbrüche, Wälder. Aus deren Erträgen konnten der Kathedral- oder Kirchenbau finanziert werden. Kölner Dom: Geld aus dem Landeshaushalt ... Heute ist das bei der Erhaltung der Kirchen ähnlich vielfältig. Nehmen wir das Beispiel des Kölner Doms: Die Vollendung erfolgte unter preußischer Verwaltung, als die Rheinlande unter preußische Verwaltung kamen. Diese Verantwortung ging 1946 an das Land Nordrhein-Westfalen über. Deshalb liegt die Baulast beim Land und daher bekommen wir aus dem Landeshaushalt eine bestimmte Summe, in unserem Fall 750.000 Euro. ... private Stiftung, Verein, Bürgerinitiative – und Lottomittel Mein Etat setzt sich aus zwei Hälften zusammen: Das Erzbistum, dessen Mittelpunktskirche der Dom ist, übernimmt die eine Hälfte fast allein. Allerdings kommen noch kleinere Summen vom Metropolitankapitel und von der Stadt Köln dazu. Außerdem gibt es auch heute noch private Stiftungen, bei uns vor allen Dingen für Fenster bzw. die Wiedereinglasung der Fenster. Und wir erarbeiten uns durch Führungen auch selber einen ansehnlichen Betrag. Die andere Hälfte meines Etats kommt vom Zentraldombauverein. Heute würde man hier von einer Bürgerinitiative sprechen. Es handelt sich um einen Verein mit 14.000 Mitgliedern, der in Köln ganz wichtig ist. Diese Mitglieder spenden kleine und größere Beiträge, um die Erhaltung des Domes zu finanzieren. Darüber hinaus fließen Lottomittel in den Zentraldombauverein.
- 07.12.20242 min
Venedig schützt sich vor der Pest: Schiffsbesatzung 40 Tage isoliert In Italien gab es zwei Städte, die im Seehandel konkurrierten: Genua und Venedig. Um die Pest einzudämmen beschloss Venedig, ankommende Schiffe 40 Tage lang zu isolieren. Das heißt, die Schiffe lagen im Hafen, die Besatzung durfte aber nicht an Land. Von dieser Zahl 40 – italienisch quaranta – leitete sich die Quarantäne ab. 40: italienisch "quaranta" 40 Tage sind fast 6 Wochen – für diese Dauer gab es damals keinerlei wissenschaftliche Begründung, sie war willkürlich festgesetzt. Dahinter dürfte auch eine Art Zahlenmagie gesteckt haben. Die Zahl von 40 Tagen spielt ja schon in der Bibel und im christlichen Kalender an verschiedenen Stellen eine Rolle. Und so haben die Venezianer dann auch diese Dauer gewählt. Wenig Erfolg: Reiche kaufen sich frei Allerdings diese Maßnahme auch nicht konsequent durchgeführt und kontrolliert. Händler mit genügend Geld konnten sich auch von der Quarantäne freikaufen. So gelangte die Pest am Ende doch von Venedig über den Brenner nach Mitteleuropa. Das war der eine Weg. Der andere führte über Genua und Marseille durch das Rhone-Tal. Insgesamt starben in Europa geschätzt 25 Millionen Menschen am "Schwarzen Tod". Quarantäne ist sinnvoll, richtet sich heute aber nach der Inkubationszeit Das alles spricht aber nicht gegen Quarantänemaßnahmen, die wurden ja im Lauf der Zeit bis heute immer wieder eingesetzt, um die Ausbreitung eines Krankheitserregers zumindest zu verlangsamen. Heute bezieht sich der Begriff Quarantäne auch nicht nur auf Leute, die von irgendwo anders herkommen. Beim neuartigen Coronavirus wurden, wie in China, die Bewohner ganzer Städte unter Quarantäne gestellt. Oder, in Europa, diejenigen, die Kontakt zu bereits Infizierten hatten. Die Idee ist zwar die gleiche wie im Mittelalter, aber die konkreten Maßnahmen sind heute wissenschaftlich wesentlich besser abgesichert. Und auch wenn es noch Quarantäne heißt, werden in der Regel keine 40 Tage festgesetzt, sondern die Dauer richtet sich nach der Inkubationszeit der jeweiligen Krankheit.
- 06.12.20243 min
Zusammengefasst kann man sagen: weil unser Gesicht ohnehin relativ kälteunempfindlich ist. Gänsehaut entsteht, weil sich um jede unserer Haarwurzeln herum ein kleiner Muskel befindet, der sogenannte Haarbalgmuskel. Wenn der sich zusammenzieht, erhebt sich der Haarfollikel, also die Einstülpung, in die das Haar eingebettet ist. Die Folge: das Haar steht ab. Auslöser für Gänsehaut: Kälte und Angst Die wichtigste Ursache für Gänsehaut ist Kälte. Bei Kälte sorgt die Gänsehaut zum einen dafür, dass diese Muskeln aktiviert werden, und Muskelaktivität erzeugt immer ein bisschen Wärme. Außerdem sorgt die Gänsehaut dafür, dass die Haare abstehen. Dadurch wurde ursprünglich das Haar oder Fell etwas fülliger. Beim Menschen ist das leider nicht mehr der Fall – da passiert eher das Gegenteil: Wenn unsere wenigen Körperhaare abstehen, hat der kalte Wind im Zweifel noch leichteres Spiel – aber das ist nun mal ein Erbe der Evolution. Ein zweiter Auslöser für Gänsehaut ist Angst. Hier sagt die gängige Theorie: Die Gänsehaut war für unsere Vorfahren dann nützlich, wenn man einem feindlichen Tier oder auch Artgenossen gegenübersteht. Denn wenn sich die Haare aufstellen, wirkt man ein bisschen größer und bedrohlicher. Und wenn das dazu führt, dass das feindliche Gegenüber einen nicht angreift, kann das ein Überlebensvorteil sein. Gesicht ist weniger kälteempfindlich Aber das war eine sekundäre Funktion, die ursprüngliche Funktion der Gänsehaut war wirklich die Reaktion auf Kälte. Vor dem Hintergrund wird vielleicht klarer, warum wir im Gesicht normalerweise keine Gänsehaut kriegen: Das Gesicht ist eh schon abgehärtet. Weil weite Teile des Gesichts kaum behaart sind – und das ist ja bei Affen auch schon so – ist das Gesicht nicht so kälteempfindlich wie der Rest des Körpers. Deswegen ist es die letzte Stelle des Körpers, die wir im Winter verhüllen würden – nach den Händen. Und deshalb hat die Evolution es sozusagen gar nicht für nötig befunden, uns im Gesicht und auf den Händen mit der Option der Gänsehaut zu versorgen. Das heißt, die Haarbalgmuskeln im Gesicht sind zurückgebildet. Sie sind nicht ganz weg, deshalb bekommen manche Menschen noch eine abgeschwächte Form von Gänsehaut im Gesicht, aber längst nicht so ausgeprägt wie an Armen oder Beinen.
"Morgen kommt der Weihnachtsmann" erschien schon 1837 Keineswegs wurde er von Coca-Cola erfunden. Schon vor 180 Jahren kannte und besang man ihn in Deutschland mit Hoffmann von Fallerslebens (1798 - 1874) "Morgen kommt der Weihnachtsmann". Redewendungen beeinflusste er allerdings erst um 1900. Dabei ging es um sein Aussehen und um seine vom Nikolaus geerbte Tätigkeit als Geschenkebringer. So nannten Kartenspieler einen dicken Stich "Weihnachtsmann" oder kommentierten besonders solche von mehr als dreißig Punkten mit den Worten "Der Weihnachtsmann war da!" Da er traditionell mit einem Sack auf dem Rücken dargestellt wurde, mussten sich Bucklige die Verspottung als "Weihnachtsmann" gefallen lassen, ebenso natürlich Vollbartträger, weil die starke Gesichtsbehaarung zu dem Mann einfach dazugehörte. Glaube an den Weihnachtsmann als Symbol für Naivität Warum man aber Dumme und Beschränkte mit "Du bist mir aber ein Weihnachtsmann!" beschimpft? Das erscheint bei einer so positiv besetzten Figur doch seltsam. Es liegt an einer Zweistufenentwicklung. Naiven oder blöden Menschen sagte man ebenfalls seit etwa 1900 schon: "Du glaubst wohl noch an den Weihnachtsmann!" Das taten ja nur kleine Kinder. Von dieser Beschimpfung aus übertrug man kühn die Dummheit der Naiven auf das Objekt ihres kindlichen Glaubens selbst. Es könnte auch noch hineinspielen, dass man in Literatur, Kaufhäusern, Filmen, Familien den Weihnachtsmann zumeist als einen eher einfachen, älteren Mann präsentierte, den Intelligenz nicht gerade auszeichnete, eher sogar eine gewisse Zerstreutheit und nachlässige Gutmütigkeit.
- 06.12.20241 min
Früher als nicht passend empfunden Diese Redewendung ist schon sehr alt; sie ist spätestens im 15. Jahrhundert gebräuchlich. Damals sagte man es noch ein bisschen anders: "Das reimt sich wie Faust und Auge". Und Faust und Auge – das reimt sich weder wie "Haus, Maus, aus" noch passt es zusammen. Reimen heißt durchaus auch zusammenpassen.Damals war die Sache also eindeutig: Es passt nicht. Die harte Faust, das zarte Auge. Ironische Verwendung seit dem 17. Jahrhundert Damit hat man dann aber gespielt und die Redensart ironisch verwendet, zum Beispiel bei Abraham a Sancta Clara, also im 17. Jahrhundert. Wenn man also den richtigen ironischen Ton verwendet, dann kann man auch das Gegenteil damit meinen. Passt: heute fast immer positiv interpretiert Wenn ich heute z.B. in Schulen unterwegs bin, um Kindern etwas über Redensarten und Sprichwörter zu erzählen, dann haben die fast nur noch die positive Bedeutung im Sinn. Und als ich einmal mit der Boxsportlerin Regina Halmich beim Mittagsbuffet saß, da sagte die: "Das ist doch auf jeden Fall gut, wenn ich jemandem mit der Faust aufs Auge haue. Das ist ein wirkungsvoller Schlag."
- 06.12.20242 min
Das hört man immer wieder, ist aber erwiesenermaßen falsch. Die Haare wachsen an der Haarwurzel, also im Körper, unterhalb der Hautoberfläche. Und was ich mit meinem Haar außerhalb des Körpers mache, interessiert die Haarwurzel nicht; sie bekommt davon auch nichts mit. Haare – tote Materie ohne Informationsfluss Haare sind tote Materie. Daher fließt auch keine Information von der Haarspitze zurück in die Haarwurzel. Anders ist das etwa bei einem Grashalm: Ein Grashalm ist lebendes Material. Wenn ich ihn abschneide, wächst er zwar nicht unbedingt schneller, bildet aber unterirdisch mehr Seitentriebe; ein gemähter Rasen wächst dadurch dichter. Bei den Haaren ist das nicht so. Die verzweigen sich bekanntlich auch nicht, sie spalten sich höchstens mal auf, wenn sie allzu lang und brüchig werden. Nach der Rasur sind nachwachsende Haare oft dicker Warum sich das Gerücht von den nach der Rasur schneller wachsenden Haaren trotzdem so hartnäckig hält, hat vielleicht folgenden Hintergrund: Wenn Haare nach dem Rasieren nachwachsen, fühlen es sich oft rau an und die nachwachsenden Haare sind oft dicker und sehen dunkler aus als vorher, vor allem nach einer Erstrasur. Das hat aber folgenden Hintergrund: Wenn sich ein junger Mann zum ersten Mal rasiert, sind die jungen Barthaare an der Spitze noch relativ dünn und weich. Wenn er dieses Haar aber an einer relativ dicken Stelle abschneidet, sieht das nachwachsende Haar kräftiger aus als vorher . Das heißt aber nicht, dass es schneller wächst.
- 05.12.20243 min
Satelliten und GPS kommen bei der Vermessung zum Einsatz Heute kann man das mit Satelliten und GPS ziemlich genau messen, aber diese Höhenmessungen per Satellit gibt es erst seit den 1990er-Jahren. Gute Ergebnisse früher durch Luftdruckmessung und Winkelberechnung Schon früher waren aber die Höhen der Berge bereits recht genau auf den Karten verzeichnet. Dabei kamen drei Methoden vor allem zum Einsatz: Die erste ist die Luftdruckmessung. Es ist bekannt, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Wenn man den Luftdruck sehr genau misst, kann man damit oft auf ein bis zwei Meter genau die Höhe bestimmen. Die zweite Methode ist die Landvermessung. Die ist richtig aufwendig und wird nur alle paar Jahrzehnte gemacht. Dabei nimmt man einen Ausgangsnullpunkt an der Meeresküste. Von dort wird ein engmaschiges Netz von Nivellementpunkten gelegt. Die Nivelliergeräte, die man dazu braucht, hat jeder schon mal gesehen; die werden auch bei Straßenbauarbeiten verwendet. Das sind diese Zielfernrohre, die auf einem Stativ montiert sind. Diese Fernrohre sind immer horizontal gerichtet. Ein Arbeiter stellt sich an eine Stelle und richtet das Fernrohr zu seinem Kollegen, der 50 Meter weiter steht und eine Messlatte neben sich hat. So können die beiden den Höhenunterschied zwischen diesen beiden Punkten feststellen. Auf diese Weise kann man sich in mühsamer Kleinarbeit ein Messnetz legen – von der Küste bis ins Landesinnere. Bei steilen Bergen kommt eine weitere Technik zum Einsatz: Man kann Höhen durch Winkelberechnungen bestimmen. Dabei peilt man die Spitze an, liest den Winkel ab und kann dann mit Sinus, Cosinus und so weiter die Höhe des angepeilten Berges ausrechnen. Bei sehr hohen Bergen helfen Geokoordinaten und Luftaufnahmen Allerdings funktioniert das nur, wenn man die horizontale Entfernung zwischen den Punkten kennt. Wenn man sich in frühere Zeiten zurückversetzt, ist das bei sehr hohen Bergen eine Herausforderung: Es geht entweder, wenn man die genauen Geokoordinaten kennt oder Luftaufnahmen zur Verfügung hat; die konnte man früher ja auch schon mit Flugzeugen machen. Bevor es Flugzeuge gab, war das allerdings schwierig, deshalb hat man da diese Peilmessungen immer von verschiedenen Punkten aus rund um den Berg durchgeführt. So hatte man mehr Daten, aus denen sich die Berghöhe ableiten ließ. Auf diese Weise hat man schon 1856 die Höhe des Mount Everests auf knapp 10 Meter genau gemessen – obwohl damals noch niemand auf dem Berg stand. Schweizer und Franzosen definieren die Meereshöhe anders als die Deutschen Unser NN – unser Normalnull – in Deutschland ist traditionell der Meeresspiegel in Amsterdam, genauer: das mittlere Hochwasser. Die Schweizer und Franzosen orientieren sich aber am Meeresspiegel in Marseille. Der Unterschied beträgt dabei nur 27 cm. Das kann aber zu Pannen führen wie vor einigen Jahren am Hochrhein in Laufenburg, wo vom Schweizer Rheinufer aufs badische Rheinufer eine Brücke gebaut wurde. Die Ingenieure haben diesen Unterschied von 27 cm beim Bau der Brücke zwar berücksichtigt; dummerweise haben sie dabei aber die Vorzeichen vertauscht. So hatten sie plötzlich einen halben Meter Unterschied zwischen der Brückenführung auf der badischen und der Schweizer Seite. Das wäre ein bisschen blöd gewesen, deshalb mussten sie auf beiden Seiten nachträglich Korrekturen anbringen.
- 05.12.20243 min
Man könnte fast sagen: Sie machen das wie ein klassischer Farbfernseher. Da entsteht die Farbe im Bild durch die Farbmischung: Auf einem Fernsehbildschirm gibt es rote, grüne und blaue Bildpunkte, die je nach Bedarf zu einer Farbe gemischt werden. Haut besteht aus verschiedenen Zelltypen Die Haut des Chamäleons besteht aus verschiedenen Zelltypen mit jeweils unterschiedlichen Farbstoffen. Es gibt Hautzellen mit rötlich-gelben Pigmenten, Carotin beispielsweise. Dann gibt es einen zweiten Zelltyp, der enthält dunkle, braune Farbstoffe, sogenannte Melanine. Beim dritten Zelltyp ist es etwas anders. Der enthält nicht direkt einen Farbstoff, aber dafür bestimmte Kristalle, die das Licht nach Bedarf unterschiedlich stark brechen oder reflektieren können. Dadurch kann das Chamäleon einen bläulichen Farbton erzeugen. Das ist so ähnlich wie beim Himmel und dem Meer, die blau erscheinen, obwohl kein blauer Farbstoff drin ist; dieser Effekt entsteht rein durch Lichtbrechung. Auch das Chamäleon hat Zellen, die das Licht so brechen können, dass ein bläulicher Eindruck entsteht. Und das, zusammen mit den rötlichen und den bräunlichen Pigmenten, gibt ihm ein breites Spektrum an Farben. Es sind nicht alle Farben möglich, rosa zum Beispiel ist etwas schwierig, aber das Spektrum ist doch recht groß. Verteilung des Farbstoffs innerhalb der Zellen ändert sich beim Farbwechsel Das An- und Abschalten der Farben funktioniert auf sehr raffiniert Weise: Die Menge des jeweiligen Farbstoffs in den Zellen verändert sich gar nicht. Was sich verändert, ist, wie sich der Farbstoff in der Zelle verteilt. Das heißt, wenn das Chamäleon eine rot-gelbe Farbe annehmen soll, dann breiten sich diese entsprechenden Farbstoffe in ihren Zellen schön aus. Wenn dieser Rot-Gelb-Ton abgeschaltet werden soll, dann gibt es ein Nervensignal, das diese Hautzellen ansteuert. Dieser Nervenimpuls sorgt dann dafür, dass der Farbstoff in der Zelle nicht verschwindet, aber sich zusammenzieht, zusammenballt, also nur noch einen kleinen Punkt in der Zelle ausmacht und nach außen keine Wirkung mehr hat. Signal zum Farbwechsel kommt über Nervenimpulse Aber wissen nun die Hautzellen, welche Farbe gefrade gefragt ist? Die Hautzellen bekommen die Signale über Nervenimpulse. Der Vorteil ist, dass das sehr schnell geht, wie ein Reflex. Das heißt, in Bruchteilen von Sekunden können sie die Farbe ändern. Nicht Tarnung, sondern Kommunikation steht im Vordergrund Anders als man immer glaubt, dient die Färbung nicht in erster Linie der Tarnung. Die wichtigste Funktion der Färbung ist eigentlich die Kommunikation mit anderen Tieren. Das kann man beobachten, wenn man fragt, wann sich die Farbe von Chamäleons am schnellsten ändert. Das tun sie nicht, wenn die Umgebung wechselt, sondern wenn sie einem Artgenossen begegnen; dann geht das ruck, zuck! Sie benutzen die Farbe auch zur Temperaturregelung. Also wenn es ihnen etwas zu kalt ist und sie es etwas wärmer brauchen, wird die Haut dunkler, sodass sie mehr Sonnenwärme absorbiert.
- 05.12.20242 min
Material für Intelligenztest muss grundsätzlich bekannt sein Intelligenztests sind nach einem bestimmen Schema aufgebaut. Sie enthalten Material, das jeder kennt, beziehungsweise darf man nur Intelligenztests bei Menschen vorgeben, die das Material kennen: Zahlen, Buchstaben, Wörter. Dann aber muss man dieses Material auf neue Art und Weise kombinieren, zum Beispiel Zahlenreihenfolgen feststellen: In der Schule hat man natürlich mit Zahlen gerechnet – subtrahiert, addiert, multipliziert, dividiert. Im Test gilt es, Zahlenreihen fortzusetzen, zum Beispiel 2, 3, 5, 9 und so weiter. Man muss also schauen, was als nächstes kommt oder welche Gemeinsamkeiten zwischen Begriffen bestehen, die man bisher nicht gesehen hat. Daraus wird der Intelligenzquotient abgeleitet? Ja. Wichtig dabei ist, dass der Intelligenzquotient kein absoluter Wert ist. Ich kann nicht sagen, dass jemand 0 Intelligenz hat, sondern das ist immer im Vergleich zu einer Gruppe zu sehen, die vorher definiert wurde. Die mittlere Anzahl der Aufgaben, die in einer Gruppe gelöst wird, setzt man gleich mit dem Intelligenzquotienten 100. Wer mehr Aufgaben gelöst hat als der Durchschnitt, der ist eben etwas überdurchschnittlich intelligent. Und wer sehr viel mehr als der Durchschnitt gelöst hat, ist hochbegabt. Intelligenz ist ein relativer Wert Wenn es also nur einen einzigen Menschen auf der Welt gäbe, dann könnte man sein Gewicht und seine Größe feststellen, indem man ihn mit anderen Gegenständen vergleicht. Intelligenz kann man aber nur messen, wenn man Menschen mit anderen Menschen vergleicht. Sie ist also ein relativer Wert.
- 04.12.20243 min
Weit gefasster "Schul"-Begriff: Faustkeil herstellen, Mammut jagen, Acker bestellen Es hat vermutlich niemand die Schule in dem Sinn erfunden, wie man Glühbirnen erfindet oder Blitzableiter. Sondern das hat sich allmählich entwickelt. Denn letztlich von dem Moment an, in dem es so etwas wie Kultur gab – wo also Menschen nicht nur ihre angeborenen Fähigkeiten benutzten, sondern wo man auch bestimmte Errungenschaften, Fähigkeiten, Techniken von einer Generation an die nächste weitergab – muss es ja jemanden gegeben haben, der dieses Wissen weitergegeben und den Kindern gezeigt hat, wie man einen Faustkeil herstellt, wie man ein Mammut jagt oder, später, wie man einen Acker bestellt. Das waren vielleicht die Eltern oder aber bestimmte Spezialisten in der Gemeinschaft, die etwas besonders gut konnten. Die Frage ist, ob man das schon als "Schule" bezeichnet. Erste Schulen bei den Sumerern Wenn man von Schule im engeren Sinn spricht, also einer Einrichtung, in der Kinder a) gemeinsam und b) regelmäßig unterrichtet werden, wo sie also zu bestimmten Zeiten hingehen, selbst da weiß man weiß nur: Es gab solche Schulen bereits bei den Sumerern. Das heißt im 3. bis 4. Jahrtausend vor Christus. Das weiß man aus alten Texten. Dummerweise hatten aber die Sumerer die Schrift damals gerade erst erfunden. Es ist also kein Wunder, dass in früheren Texten keine Schulen erwähnt sind, einfach weil es vorher gar keine Texte gab. Aber man kann immerhin sagen: In dem Moment, in dem die Schrift erfunden war, gab es bereits Schulen. Die ältesten Zeugnisse stammen hier aus der Fundstätte bei Mari, das liegt am Euphrat, an der syrisch-irakischen Grenze. Da hat man Ziegelkonstruktionen gefunden, die aussehen, als könnten es Schulbänke gewesen sein. Und aus späterer Zeit datieren dort auch Schrifttafeln, die sich jedenfalls so lesen, als seien es Schultexte. Aber das ist natürlich immer Deutungssache – klar ist nur: Schulen gibt es schon sehr lange. Schulpflicht ab 1717 in Preußen Die Schulpflicht kam erst sehr viel später. Das entscheidende Datum ist das Jahr 1717. Da hat Friedrich Wilhelm I. die allgemeine Schulpflicht in Preußen eingeführt. Hier ein Zitat, leicht gekürzt, aus dem Generaledikt des preußischen Königs: "Wir vernehmen missfällig und wird verschiedentlich von den Inspectoren und Predigern bei uns geklaget, daß die Eltern absonderlich auf dem Lande, in Schickung ihrer Kinder zur Schule sich sehr säumig erzeigen, und dadurch die arme Jugend in große Unwissenheit, sowohl was das Lesen, Schreiben und Rechnen betrifft, als auch in denen zu ihrem Heil und Seligkeit dienenden höchstnötigen Stücken aufwachsen lassen. Weshalb wir um diesem höchst verderblichen Übel auf einmal abzuhelfen in Gnaden resolviret dieses Unser General-Edict ergehen zu lassen und darum allergnädigst und ernstlich zu verordnen, daß hinkünfftig an denen Orten, wo Schulen sein, die Eltern bei nachdrücklicher Straffe gehalten sein sollen, Ihre Kinder gegen zwei Dreier wochentliches Schul-Geld von einem jeden Kinde, im Winter täglich und im Sommer, wann die Eltern die Kinder bei ihrer Wirtschaft benötigt sein, zum wenigsten ein oder zweimal die Woche, ... in die Schul zu schicken. Falls aber die Eltern das Vermögen nicht hätten: So wollen Wir, daß solche zwei Dreier aus jedes Orts Allmosen bezahlet werden sollen." Quelle: Friedrich Wilhelm I. Das galt zunächst nur in Preußen, aber diese Einführung einer Schulpflicht war Vorbild für die anderen deutschen Landesteile, die später nachzogen. Und auch für das Ausland.
Grün steht für Positives Die Farbe Grün ist eine wunderbare Farbe, die ich über den grünen Klee loben könnte. Oder ich könnte sagen: "Ach du grüne Neune" oder "auf keinen grünen Zweig kommen". Das Grün steht eher für etwas Positives. Für das Grünen im Frühjahr etwa, wenn die Natur wieder ausschlägt. Das ist alles sehr positiv. Jemandem grün sein kommt auch von dieser positiven Bedeutung der Farbe. Wenn ich jemandem grün bin, dann bin ich ihm gegenüber sozusagen wachstumsorientiert, es ist in einen positiven Bereich hineingehend. "Komm an meine grüne Seite" sagt man ja auch. Das kommt wirklich aus dieser landwirtschaftlich geprägten Zeit, in der das Grünen eine unglaublich starke Wirkung hatte, gerade auch im Vergleich zu heutigen Zeiten, wo uns das nicht mehr so wichtig ist. Aber wenn man bedenkt, dass gerade im Mittelalter und etwas später Zwischeneiszeiten existierten – da war das Grünen ein ganz wunderbarer Vorgang und deswegen fast durchweg positiv besetzt. Dasselbe in Grün ist Jacke wie Hose: ununterscheidbar Das Gleiche in Grün oder dasselbe in Grün hat einen anderen Hintergrund; hier geht es um Kleidung. Wenn man den Rock und die zugehörige Hose oder die Weste und den Rock aus dem gleichen Stoff hatte, sagte man: Das ist das Gleiche in Grün. Warum nun gerade Grün? Das war einfach eine der beliebten Farben und man sagte dazu, das ist Jacke wie Hose, also eigentlich das Gleiche, es ist ununterscheidbar.
Auf der einen Seite steht eine bedingungslose Unterwerfung nach dem Motto: "Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein." Wenn man ein römischer Freund war, musste man mit den Römern auch durch dick und dünn gehen. Wenn man dagegen kein römischer Freund war, war das ziemlich ungemütlich. Römisches Reich: Aufgaben mussten delegiert werden Nachdem die Römer ihre Herrschaft aber wirklich etabliert hatten, bliebt ihnen nichts andere übrig, als sehr vieles abzugeben und Aufgaben zu delegieren. Denn Sie müssen bedenken, dass das Römische Reich riesengroß war. Es reichte von Schottland bis in die arabische Wüste, nach Nordafrika usw. Dieses große Gebiet war mit vormodernen Mitteln nicht so einfach zu beherrschen. Darum mussten die Untertanen das Reich unterstützen. So haben die Römer quasi das Prinzip der Subsidiarität erfunden. Das heißt, sehr viele Dinge wurden an der Basis erledigt, und zwar von sich weitestgehend selbst organisierenden Gemeinden und Städten, von denen es heute ja noch sehr viele gibt. Und die Zentrale, der Kaiser oder die Statthalter, griffen eigentlich nur ein, wenn es Probleme gab. Hat sich diese Subsidiarität bis in das moderne Europa erhalten? Ja, durchaus. Man spricht ja in der EU vom Subsidiaritätsprinzip. Ich glaube, da könnte man von den Römern noch einiges lernen.
- 03.12.20241 min
Herkunft nicht eindeutig zu klären Die Redewendung ist tatsächlich etwas seltsam. Man hat viel darüber nachgedacht und es gab sogar ein Lied, das nach dem Mauerbau in der DDR in Auftrag gegeben wurde mit genau diesem Text: Klappe zu, Affe tot – als hätte man den Weltfrieden mit dem Mauerbau gerettet. Es gibt aber die Überlegung, dass es vielleicht mit dem Affen gar nichts zu tun hat. Auch in anderen Redewendungen kommt der "Affe" vor. Es geht aber um das niederdeutsche "Apel", was so viel wie "offen" bedeutet. Man könnte daher denken, dass es vielleicht so viel heißt wie "ganz zu". Also: Klappe zu und "apel tot" im Sinne von: Das Offene ist auch nicht mehr offen. Das wäre eine doppelt verschlossene Sache, eine, die wirklich ganz abgeschlossen ist. Wurzeln möglicherweise im Niederdeutschen Ich muss aber zugeben, dass es sich um eine Redewendung handelt, über die die Gelehrten streiten. Das ist gar nicht so selten. Wenn man sich überlegt, dass auch diese Redewendung relativ alt ist, dann kann das irgendwann einmal jemand aufgebracht haben, der natürlich genau wusste, warum, und sein Umfeld wusste das auch. Aber die haben das nicht immer aufgeschrieben. Es kann also mit dem Niederdeutschen zu tun haben, aber es ist nicht so ganz klar zu entscheiden, ob es wirklich das Niederdeutsche ist oder nicht.
- 01.12.20242 min
Auge bleibt bis ins junge Erwachsenenalter anpassungsfähig Plastizität, also sich anpassen – das macht das Auge bis zum jungen Erwachsenenalter, also 23 bis 25 Jahre, sehr gut. Früher hat man gedacht, das sei mit zwölf Jahren vorbei. Aber unsere Studie hat ergeben, dass es auch etwas ausmacht, ob man zum Beispiel studiert – oder einen Beruf hat, bei dem man nur wenig liest. Es gab immer wieder Hinweise, dass es möglich sein könnte, die Sehschärfe durch spezielle Augenübungen zu verbessern. Es zeigte sich aber, dass man nur gelernt hatte, mit einem bestimmten Test umzugehen. Irgendwann kennt man die Reihen auswendig – dann geht’s auch ohne Brille besser. Wer eine Brille für die Ferne braucht, hat die Erfahrung sicher schon mal gemacht: Wenn man im Schwimmbad einen Tag lang die Brille nicht trägt, hat man das Gefühl, dass man sie eigentlich gar nicht so sehr braucht. Wenn man aber nachmisst, ist die Sehschärfe nicht besser geworden. Frische Luft und Augenübungen tun gut Das heißt aber nicht, dass wir nichts für unsere Augen tun sollen. Den Augen tut es gut, wenn man viel draußen ist. Draußen ist die Luft viel feuchter als drinnen; das verträgt man besser. Wenn man am Bildschirm sitzt, sollte man immer wieder Pausen und Augenübungen machen: mal nach links, rechts, hoch und runter schauen, mal bewusst zwinkern. Das tut den Augen gut. Die Sehschärfe kann man dadurch allerdings nicht über das Maximum hinausbringen, was man bereits hat.



















