Archivradio – Geschichte im Original

SWR
1013
16.10.2026
Beschreibung
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

Noch keine Episoden ausgewertet.

Episoden
  1. Wir hören allerdings nicht die Originalrede, denn von der gibt es keine Aufzeichnung. Der Kaiser hat diese Rede aber dreieinhalb Jahre später, also einige Monate vor Kriegsende, nachaufgezeichnet. Interessant dabei: Es existiert nicht nur die Rede, sondern auch die vorausgegangenen Probeaufnahmen, in denen der Kaiser geübt hat. Im Hintergrund erkennt man die Stimme des Sprachwissenschaftlers Wilhelm Doegen, der den Kaiser bei der Rede unterstützte. So hielt er ihm etwa die Hand in den Rücken, um ihm den richtigen Abstand zum Aufnahmetrichter zu zeigen. Der Kaiser setzt mehrfach an und wird jedesmal energischer. Der Kaiser sprach von den Feinden, die dem Deutschen Reich seinen Erfolg neiden und sich nun rüsten, um es zu überfallen. Die hier vorliegende Aufnahme klingt, als ob sie direkt während der Ansprache des Kaisers aufgenommen worden wären. Tatsächlich wurde diese Aufnahme nicht zum Beginn, sondern zum Ende des Krieges erstellt. Anders als im August des Jahres 1914 gab es am Anfang des vierten Kriegsjahres jedoch wenig Anlass mehr zu kriegerischer Euphorie. Rede am 10. Januar 1918 im Berliner Schloss Bellevue nachträglich aufgezeichnet In der Zeit des Ersten Weltkriegs waren nur Studioaufnahmen, aber keine Liveaufnahmen möglich. Jedes Wort musste unmittelbar vor einem großen Trichter erzeugt werden, der richtige Abstand musste eingehalten werden. Ein regelmäßiger Rundfunkbetrieb in Deutschland fand erst ab 29.10.1923 statt. Ein interessanter Aspekt: Es existiert nicht nur die Rede, sondern auch die vorausgegangenen Probeaufnahmen, in denen der Kaiser geübt hat. Darin hört man den Kaiser, wie er mehrmals ansetzt. Sprachwissenschaftler Wilhelm Doegen unterstützt den Kaiser Wenn man genau hinhört, erkennt man im Hintergrund noch eine zweite Stimme, die dem Kaiser "Anweisungen" gibt. Das ist der Sprachwissenschaftler Wilhelm Doegen. Der hielt dem Kaiser auch die Hand in den Rücken, um ihm den richtigen Abstand zum Aufnahmetrichter zu zeigen. Doegen initiierte 1915 die Königlich Preußische Phonographische Kommission und hat viele wichtige Reden nachsprechen lassen. Hier ist zu hören, wie der Kaiser dreimal hintereinander ansetzt und er wird – vielleicht auf Anweisung von Doegen – jedesmal etwas energischer und emphatischer. Aufnahmedatum: 10.1.1918 (nachgesprochen) Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv DRA

  2. Das sogenannte Hörbild diente zur Einstimmung auf den Krieg. Solche Hörbilder gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Sie wurden auf Tonwalzen oder Wachsplatten festgehalten. Die Original-Aufnahme entstand zu Beginn des Ersten Weltkriegs unter dem Titel "Vaterländische Aufnahme der Deutschen Grammophon zum Besten deutscher Krieger und deren Angehörigen". Sie enthält neben Musik auch militärische Kommandos. Am Schluss hört man das Regiment singen: "Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus." Damit sollte die Aufbruchsstimmung vermittelt werden. Lieder Die Wacht am Rhein Heil dir im Siegerkranz Die Russen sind alle Verbrecher Muss i denn zum Städtele hinaus [Musik und Jubel] Bataillon! Halt! Gewehr ab! Rührt euch! Herr Oberst, ich kann es mir in dieser schweren Stunde nicht versagen im Namen der Stadt und ihrer Einwohner unserem geliebten Regiment Lebewohl zu sagen. Schwere Zeiten sind über uns hereingebrochen, Feinde ringsum. Nach vierundvierzig Jahren zwingt man uns die Waffen in die Hand um nach segensreichen Jahren des Friedens unser Hab und Gut und unsere Stellung als Großmacht zu verteidigen. Wie ein Mann hat sich Deutschland erhoben und freudig ziehen die Söhne unseres Volkes hinaus. Um in blutigen Schlachten deutsche Ehre und deutsches Eigentum zu schützen. Wir müssen siegen. Denn wir kämpfen für eine gerechte Sache. Die besten Segenswünsche begleiten unser geliebtes Regiment und wir alle wünschen in dieser weihevollen Abschiedsstunde ein frohes Wiedersehen nach siegreichem Kampf. Wir aber wollen einstimmen in den Ruf: Unser geliebtes Regiment, Hurra - Hurra / Hurra - Hurra / Hurra - Hurra [Lied: Die Wacht am Rhein] [Jubel] Mein lieber Herr Bürgermeister! Im Namen des Regiments herzlichen Dank für die freundlichen Abschiedsworte. Freudigen Herzens folgen wir dem Rufe unseres Kaisers um für das Vaterland zu kämpfen. Jeder von uns ist stolz, sein Leben für das Vaterland einzusetzen. Der langen segensreichen Friedensjahre, die wir in den Mauern der uns lieb gewordenen Stadt in inniger Harmonie mit der gesamten Bürgerschaft verbracht haben, werden wir uns stets dankbar erinnern. Jetzt ist keine Zeit für Worte, sondern durch die Tat muss bewiesen werden, dass wir für das Vaterland und den Kaiser zu kämpfen bereit sind. Mit den besten Segenswünschen für die Zukunft unserer Garnison und ihrer Einwohner ziehen wir hinaus, dem Feinde entgegen. Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: Unser oberster Kriegsherr, seine Majestät Kaiser Wilhelm der Zweite, Hurra - Hurra / Hurra - Hurra / Hurra - Hurra [Lied: Heil dir im Siegerkranz] [Zuggeräusche] [Lied: Die Russen sind alle Verbrecher] [Gelächter] Also bitte, wo soll ich das denn nun hinschreiben? Ach was, am besten Hauptlageramt Paris, wir sind ja doch bald da! [Fanfare] [Lied: Muss i denn zum Städele hinaus]

  3. Bereits kurz nach ihrer Machtergreifung im Januar 1933 legten die Nationalsozialisten die Pläne für ein "rassenreines" Deutsches Reich vor. Zu den Kernideen gehört das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", vornehmlich erdacht und konzipiert von dem Mediziner und Ministerialrat im Innenministerium Arthur Gütt. In dieser Rundfunkansprache vom 26. Juli 1933 entwickelte Gütt die Nationalsozialistische Rassenpolitik aus medizinischer Perspektive. Menschen ohne ihre Einwilligung unfruchtbar zu machen, nur weil sie einer anderen "Rasse" als der gewünschten angehören, ist laut Gütt eine "Tat der Nächstenliebe". Die Ansprache fand im Auslandssender des Deutschen Reichs statt, dem "Deutschen Kurzwellensender".

  4. Der Flugzeugabsturz einer Concorde in Paris läutet das Ende dieses Flugzeugtyps ein, auf den Frankreich so stolz war. Diese Überschallmaschine, die 1976 in Betrieb genommen wurde, die Strecke Paris – New York in 3,5 Stunden flog, allerdings auch Unmengen an Treibstoff verbrauchte. Auch am 25. Juli 2000 sollte sie diese Strecke fliegen mit hundert, überwiegend deutschen Charter-Urlaubern an Bord. Zwei Minuten nach dem Start kommt es zur Katastrophe. Passagiere bleiben nach der Katastrophe aus Nach dem Absturz stellen Air France und British Airways zunächst alle Concordeflüge ein. Kurz darauf wird den Fluggesellschaft auch die Zulassung für die Flugzeuge entzogen. Ein Jahr später finden wieder kommerzielle Flüge statt. Doch die Passagiere bleiben aus und so hat der Betrieb wirtschaftlich keine Perspektive mehr. Im November 2003 fliegt die Concorde zum allerletzten Mal.

  5. 21 Menschen sterben in einer Massenpanik auf der Duisburger Loveparade im Juli 2010. Es gab schon vorher Warnungen, dass das Gelände möglicherweise nicht sicher sein könnte. Die Veranstalter ließen die Loveparade dennoch stattfinden. Sie gehörte schließlich zum Programm des europäischen Kulturhauptstadt-Jahres. Am Abend des 24. Juli, es war ein Samstag, dann dieser Bericht. Kritik an OB und Veranstaltungschef In der Folge gab es massive Kritik am damaligen Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Veranstaltungschef Rainer Schaller. Doch sie trugen vor allem die politische Verantwortung. Ermittlungsverfahren eingestellt Ermittelt wurde ab dem Jahr 2017 gegen zehn Beschuldigte, die unmittelbar mit der Planung befasst waren. Doch im Frühjahr 2020, während der Corona-Krise, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, da zehn Jahre nach dem Glück die Verjährungsfrist endet. Es war absehbar, dass der Prozess nicht mehr vorher hätte abgeschlossen werden können.

  6. Ende 1993 kommen kolumbianische Sicherheitskräfte zusammen mit US-Drogenfahndern dem Kokainboss Pablo Escobar auf die Spur. Mithilfe abgehörter Telefonate können sie ihn in einer Wohnung in Medellin orten. Escobar wird auf der Flucht erschossen Wenige Tage zuvor hatte Escobars Ehefrau zusammen mit den Kindern versucht, nach Deutschland zu fliehen, um sich vor Escobars Konkurrenten vom Cali-Kartell in Sicherheit zu bringen. Sie wurde aber am Frankfurter Flughafen festgehalten und wieder nach Kolumbien abgeschoben. Drei Tage später gelingt es den Sicherheitskräften, Escobar zu finden und in seine Wohnung einzudringen. Er versucht zu fliehen und wird dabei erschossen.

  7. Drogenboss Pablo Escobar sorgt sich um das Wohl seiner Familie 1993 bekämpfen sich in Kolumbien die rivalisierenden Drogenkartelle bis aufs Blut. Pablo Escobar, Begründer und Chef des berüchtigten Medellin-Kartells, versucht, seine Familie im Ausland in Sicherheit zu bringen, um sie vor den Killern des Cali-Kartells zu schützen. Die Familie Escobars fliegt ausgerechnet in die Bundesrepublik. Dort will sie aber niemand haben, aus Angst, dass der Drogenkrieg sich auf Deutschland ausweitet. Das Bundesinnenministerium reagiert schnell. Familie Escobar muss noch am selben Abend zurückfliegen. Escobar wird unvorsichtig Pablo Escobar selbst ist extrem verärgert, dass seine Familie zurück nach Kolumbien muss. Aus seinem Versteck in Medellin telefoniert er hin und her – was ihm schließlich zum Verhängnis wird. Drei Tage später ist er tot.

  8. Insasse Escobar koordiniert Drogengeschäfte und Auftragsmorde Ein Jahr hat es Drogenboss Pablo Escobar in dem von ihm selbst gebauten Luxus-Gefängnis ausgehalten, doch die Dreistigkeit, mit der er von dort offenbar seine Geschäfte weiterbetreibt und Menschen ermorden lässt, geht der Regierung zu weit. Wenig Lust auf ein staatliches Gefängnis Die Regierung beschließt, Escobar in ein staatliches Gefängnis zu verlegen. Doch obwohl das Gelände von hunderten Soldaten umstellt ist, gelingt Escobar am 23. Juli 1992 die Flucht. Doch ein Jahr später finden die Sicherheitskräfte ihn erneut. Beim Versuch, ihnen zu entkommen, wird er getötet.

  9. Anfang der 1990er-Jahre war der Kolumbianer Pablo Escobar der mächtigste Drogenboss der Welt. In den vorausgegangenen 15 Jahren hatte er die Kokainproduktion industrialisiert, das Medellín-Kartell aufgebaut und er war Schätzungen zufolge damals der reichste Mensch auf der Erde. Escobar: Mord, Bestechung und grenzenlose Skrupellosigkeit Seine Skrupellosigkeit war so grenzenlos wie sein Ehrgeiz. Zahllose Polizisten und Politiker wurden bestochen oder ermordet. Kolumbien verwandelte sich faktisch in ein Bürgerkriegsland, in dem sich Armee und Drogenmafia bekämpften. Auch US-Präsident George Bush erklärte Escobar zum Staatsfeind Nummer 1. 1991 schließlich kam es zu Friedensverhandlungen zwischen Escobar und der Regierung mit einer kuriosen Abmachung: Escobar stellt sich der Polizei und kommt ins Gefängnis – in ein Privat-Gefängnis, das er zuvor selbst nach seinem Geschmack hat bauen lassen, und das er zwar nicht verlassen darf, wo er aber letztlich machen kann, was er will.

  10. Rundfunk braucht föderale Strukturen Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hält Hans Bredow einen Vortrag an einer deutschen Universität. Ausführlich erzählt er, wie der Rundfunk in Deutschland zwischen den Weltkriegen entstanden ist – und welche Lehren sich daraus für den neu aufzubauenden Rundfunk der Nachkriegszeit ergeben. Er betont, dass es eine föderale Struktur braucht, um die kulturelle Vielfalt im Land abzubilden. Und dass der Rundfunk nicht von Reklame leben soll. Tag der Machtergreifung Hitlers: Staatssekretär Hans Bredow tritt zurück Interessant im folgenden Vortrag ist, dass er die Rundfunksituation in der NS-Zeit praktisch komplett ausklammert. Vielleicht, weil Bredow, der den Rundfunk in der Weimarer Zeit aufgebaut hat, von 1933 bis 1945 selbst buchstäblich außen vor war: Am Tag der Machtergreifung Hitlers, dem 30. Januar 1933, war er von seinem Amt als Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen zurückgetreten. 16 Monate verbrachte er in der NS-Zeit im Gefängnis Berlin-Moabit. Er wollte in die USA ausreisen, was ihm verweigert wurde. Umso mehr bringt er hier im Vortrag seine Freude zum Ausdruck, nach dem Krieg endlich wieder an einer Universität sprechen zu dürfen. Die einleitende Worte spicht der Medienjournalist und Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Rundfunkkunde Kurt Wagenführ – der später das bis heute bestehende Hans-Bredow-Institut in Hamburg mitbegründet hat. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  11. Als Thomas Edison am 18. Juli 1877 den ersten Phonographen erfand, ging es ihm noch nicht um Aufnahmen für die Ewigkeit, sondern primär um das Festhalten und Wiedergeben von Sprachnachrichten, etwa aus einem Telefon – eine Erfindung, die noch ganz jung und Edison natürlich vertraut war. Rekonstruiert: Edisons Phonograph zeichnet 1878 Kindergedicht auf Bei seinem ersten geglückten Versuch mit dem Phonographen nahm Edison ein Kindergedicht auf: "Mary had a little lamb" – Mary hatte ein kleines Lamm. Mary had a little lamb, Its fleece was white as snow, yeah. Everywhere the child went, The little lamb was sure to go, yeah. Der Phonograph bestand aus einer Zylinder-Walze, die mit einer Zinnfolie überzogen war. Edison sprach in einen Trichter, die Ton-Schwingungen übertrugen sich über eine Membran auf eine Nadel und von der Nadel wiederum auf die sich drehende Walze. Diese erste Aufnahme ist allerdings nicht erhalten, denn das Zinn nutzte sich beim mehrmaligen Abspielen schnell ab. Im Folgejahr 1878 präsentierte Edison seine Erfindung bei verschiedenen Gelegenheiten. Davon sind Zinnfolien erhalten, die sich lange nicht mehr abspielen ließen. Doch es gibt eine Zinnfolie aus dieser Zeit, bei der es Forschern aus Kalifornien 2012 gelang, einen Teil der Folie optisch abzutasten, daraus ein 3D-Bild der Rinnen zu erstellen und mithilfe eines Computers daraus den Ton zu rekonstruieren. Heraus kam: Mary had a little lamb. Der Sprecher ist in diesem Fall nicht Thomas Edison, sondern vermutlich ein Journalist namens Thomas Mason. 1888: älteste in der ursprünglichen Form erhaltene Sprachaufnahme Aus dem Juni 1888 wiederum stammt eine Aufnahme, auf der Edison selbst zu hören ist. Ein Jahr zuvor hatte er nämlich das Zinn durch Wachs ersetzt, was deutlich länger hielt. Dies ist also die älteste Sprachaufnahme, die in der ursprünglichen Form erhalten ist. Edison diktiert eine fiktive Sprachnachricht an einen gewissen Mr. Blaine und zählt darin die Etappen einer Weltreise auf. "Uh, now, Mr. Blaine, as you've been nearly around the world, I'll take you 'round the world on the phonograph. I'll not charge you anything. I'll take you on a steamer, eh, a Cunard steamer to Liverpool, and from Liverpool to London, from London on the London and Brighton Railroad to Brighton, and from Brighton we'll go on those little two-cent steamers across the English Channel to Calais. And from Calais we'll go on the chemin du fer du nord . I can't give you the exact Parisian pronunciation of this railroad, but I guess you'll understand it. We'll get into Paris and make for the, uh, Grand Hotel. And then in the morning we'll go to our bankers and get you some money on our letters of credit. And then we'll go and stay around Paris for about two weeks and go to Berlin. After we've stayed about two, three days in Berlin and got the blues, why, we'll go to St. Petersburg. And St. Petersburg we'll go to Moscow, and from Moscow back by the same route to Berlin. And from Berlin we'll go to Vienna and from Vienna to Budapest to see the Hungarians. And then most people would go to Monte Carlo. But we'll not go to Monte Carlo, we'll go to Munich, or München. I believe they call it München. But that's not a very nice name to me. I like to call it Munich. Well, then from Munich we'll go to Milan. Milan we'll go to Rome. Rome we'll go across the Mediterranean Sea. I don't know but what I'm a little out of my geography, we'll go to Alexandria. Alexandria through the Suez Canal to the Red Sea, into the Bay of Bengal. And then to Bombay. Bombay we'll probably get the cholera, and stay at the hospital two, three months and have lots of fun. And then we'll go to Calcutta, Calcutta to Singapore on the Malay archipelago. And then to Hong Kong [Husten]. Hong Kong to Tokyo, Tokyo on a Pacific Mail Steamship Company to San Francisco, San Francisco to Ogden, Ogden to Laramie, Laramie to Cheyenne, Cheyenne to Omaha, Omaha to Chicago, Chicago through Pittsburgh, Harrisburg, Philadelphia, New York. Now, Mr. Blaine, won't you say a few words on another cylinder so my young man can bring it over to the laboratory. I want to put it through a process to get several hundred duplicate cylinders so other peopl e can hear what you say. Uh, goodbye, Edison."

  12. Édouard-Léon Scott de Martinville erfand 1857 den Phonautographen Thomas Alva Edison war zwar der erste Erfinder, der 1877 bewusst menschliche Sprache aufgenommen hat, um sie hinterher wiederzugeben – und zwar mithilfe des von ihm erfundenen Phonographen. Doch 2008 wurde ein 17 Jahre älteres Tondokument rekonstruiert. Es geht auf den Pariser Drucker und Buchhändler Édouard-Léon Scott de Martinville zurück. Er hat 1857 ebenfalls ein Gerät gefunden, das er Phonautograph nennt. Sein Ziel war es gar nicht, Sprache aufzunehmen, um sie wiederzugeben. Er wollte lediglich Klang visuell aufzeichnen. Dazu benutzte er rußgeschwärztes Papier, das auf eine Walze montiert war. Er sprach in einen Schalltrichter mit einer Membran am Ende. Die Schwingungen der Membran übertrugen sich auf eine Schweinsborste, die wiederum Linien in den Papierruß kratzte. Forscher rekonstruieren den Klang eines Liedes und die Stimme des Erfinders Etwa ein Dutzend dieser Phonautogramme lagern im Institut de France. Das älteste ist vom 9. April 1860. 150 Jahre später wird der Historiker David Giovannoni auf diese Papiere aufmerksam und informiert zwei Experten am Lawrence Berkeley National Laboratory, Earl Cornell und Carl Haber. Denn sie haben eine Methode entwickelt, solche alten "Tonträger" mit optischen Verfahren abzutasten und so per Computer den Klang zu rekonstruieren. Das gelingt ihnen 2008 auch mit dem ältesten dieser Phonautogramme. Es handelt sich um das französische Volkslied "Au clair de la lune". Ein Problem dabei: Scott de Martinville hatte nicht festgehalten, wie schnell er die Walze gedreht hat. Die erste Fassung, die die Forscher rekonstruierten, entspricht zwar dem Tempo, in dem das Lied normalerweise gesungen wird. Die Stimme ist aber für einen Mann viel zu hoch. Da Scott de Martinville aber vermutlich seine eigene Stimme zu Papier brachte, produzierten die Wissenschaftler noch eine langsamere Fassung, von der sie denken, dass sie dem ursprünglichen Klang näher kommt. Vermutlich, so spekulieren sie, habe Scott de Martinville bewusst langsam und deutlich gesungen. Scott de Martinville hat später Edison beschuldigt, bei der Erfindung des Phonographen auf seine frühe Erfindung zurückgegriffen zu haben. Den gleichen Experten, die Scott de Martinvilles Stimme rekonstruiert haben, ist es 2012 auch gelungen, eine frühe Aufnahme von Thomas Edison wieder hörbar zu machen. Auch sie findet sich im SWR2 Archivradio.

  13. Jahrhunderthochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Juli 2021: Allein im Ahrtal in und am Rand der Eifel sterben 133 Menschen. Die Katastrophe kündigte sich schon am Montag, den 12. Juli 2021, an, als der Deutsche Wetterdienst vor Überflutungen warnte. Allerdings bleiben die Warnungen diffus. Zwischenzeitlich nimmt der Wetterdienst seine Niederschlagsprognose auch etwas zurück. Doch am 14. Juli abends steigt der Pegel in Altenahr so stark an, dass bereits der Strom ausfällt. Tote, Vermisste, zerstörte Häuser, Schlamm und Müll Am 15. Juli hat es zwar aufgehört zu regnen. Doch die Pegel steigen weiter und das Ausmaß der Katastrophe beginnt sich abzuzeichnen. In Ahrweiler ist auch SWR3-Reporter Gregor Glöckner aufgewachsen. Als ihn die Nachrichten erreichen, fährt er sofort in seine Heimat zu seiner Familie, schildert aber auch im Programm seine Eindrücke. Er bleibt im Haus seiner Eltern. Zwei Tage später, am 17. Juli, schildert er, wie sich die Situation inzwischen entwickelt hat. Täglich berichten die Radiowellen über die Flutkatastrophe, in SWR3 ist sie von Beginn an täglich Thema in der Morningshow. Es ist der 20. Juli 2021, der Montag nach der Flut. In Bad Neuenahr-Ahrweiler sind die Straßen, die noch existieren, weitestgehend unpassierbar. Überall ist Schlamm, angeschwemmter Müll und das, was die Menschen aus ihren zerstörten Häusern vor die Tür werfen. Zwischen all den Trümmern suchen Helfertrupps nach Überlebenden. Auch in einer Tiefgarage. Mit Anglerhosen waten sie durch hüfthohes Wasser. Und das nach vier Tagen Dauereinsatz der Hochleistungspumpen. Tag 7 nach der Katastrophe: Shuttle-Service für Hilfswillige An den ersten Tagen und dem Wochenende sind so viele freiwillige Helfer aus der gesamten Republik gekommen, dass die Einsatz- und Rettungskräfte sie nicht zielführend im Katastrophengebiet verteilen konnten. Sie haben sie oft wieder weggeschickt, damit sie nicht im Weg stehen. Aus dem Nichts organisieren deshalb zwei Ahrweiler Unternehmer einen Shuttle-Service. Der bringt Hilfswillige gezielt dahin, wo sie helfen können. Darüber berichtet Steffi Lingscheidt am Dienstag dem 21. Juli – Tag 7 der Katastrophe. Tag 8: provisorische Kinderbetreuung dank Nachbarschaftshilfe Mittwoch, 22. Juli 2021: Weiter herrscht Ausnahmezustand. Die Supermärkte und Tankstellen in der näheren Umgebung sind noch immer geschlossen. Aber trotz des verehrenden Ausmaßes sind nicht alle Häuser betroffen. Zwei junge Familien aus Heimersheim blieben verschont. Während die Männer ihren Nachbarn helfen, bauen die jungen Erzieherinnen und Mütter, in Absprache mit der Kreisverwaltung, eine Kinder-Not-Unterkunft auf. Hier können Kinder die Katastrophe spielend verarbeiten. Totalschaden bei 95 Prozent der Winzer Direkt Montags nach der verheerenden Flut kommen immer mehr professionelle Helfer aus anderen Kreisen, um ihre Kollegen zu unterstützen. Ein Weinfassbauer prüft, wie viel Existenzgrundlage in den Weinkellern der Ahr-Winzer geblieben ist. Fast 95 Prozent der Winzer vermelden praktisch einen Totalschaden.

  14. Am 3. Juli 1931 wird Max Schmeling zum zweiten Mal Schwergewichtsweltmeister im Boxen und im Anschluss zum Weltmeister aller Klassen erklärt. In Cleveland besiegt er den US-Amerikaner Young Stribling durch technischen K. o. Schmeling reist zurück und kommt zehn Tage nach dem Sieg mit dem Schiff – der Europa – in Bremerhaven an. Dort wird ihm ein großer Empfang bereitet.

  15. Um die österreichisch-ungarischen Streitkräfte an der Ostfront zu unterstützen, wurden Anfang 1915 deutsche Truppen in die ungarischen Karpaten befohlen. Am 8. Juli 1915 wurden die Armeen umorganisiert. Die wesentlichen Unternehmungen dieser Heeresgruppe waren die Beendigung der Offensive in Polen, das Aufhalten der russischen Brussilow-Offensive 1916 und im März 1918 ein tiefer Vorstoß nach Russland hinein bis Kiew. Auftrag des Kaisers Von Linsingen erklärt, dass der Kaiser ihn beauftragt habe, am 12. Juli 1915 die nach dem polnisch-ukrainischen Fluss Bug benannte Bugarmee zu übernehmen. Am 31. März 1918 wurde die Heeresgruppe ebenso wie das Oberkommando der Bug-Armee aufgelöst. Aufnahmedatum: 17.3.1918 (nachgesprochen) Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

  16. Bespitzelte Ärzte: angeblich cholerische Anfälle und Affären Inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi gab es in allen gesellschaftlichen Schichten. In der folgenden Aufnahme äußert sich ein Arzt, der offenbar in der Chirurgie eines Berliner Krankenhaus arbeitet, über seine dortigen Kollegen. Der eine ist angeblich cholerisch und lässt Führungsqualitäten vermissen; der andere habe wegen einer Affäre mit einer 20 Jahre jüngeren Frau an Prestige verloren. Undatiertes Tonprotokoll aus den späten 1980ern Die Aufnahme stammt vermutlich aus den späten 1980er-Jahren und fand sich auf einer undatierten Kompaktkassette in der Stasi-Unterlagenbehörde. Sie war nur für den internen Gebrauch der Stasi bestimmt und ist ein typisches Dokument von Spitzelarbeit in gehobenen Positionen. Die Aufnahme enthält zahlreiche Pieptöne, die im Original nicht enthalten sind. Sie wurden von der Stasi-Unterlagenbehörde nachträglich eingefügt, um die Anonymität und die Persönlichkeitsrechte möglicher Opfer und anderer Beteiligter zu schützen.

  17. Ein – offenbar – Facharzt der DDR besucht 1989, einige Wochen vor dem Mauerfall, den Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie im französischen Nizza. Er berichtet darüber aber auch als informeller Mitarbeiter der Stasi in Form eines Tonbandprotokolls. Der Name des Informanten ist unbekannt. DDR-Wissenschaft auf Kongress in Frankreich schwach vertreten Er schildert, wie stark die bundesdeutsche und wie schwach die DDR-Wissenschaft auf dem Kongress vertreten ist. Er erzählt, wie ihn bundesdeutsche Kollegen auf die jüngsten Entwicklungen in der DDR ansprachen, teils einfach interessiert, teils provokativ. Begegnung mit ehemaligem DDR-Bürger Prof. Bernd Heublein Und er berichtet von der kurzen Begegnung mit dem ehemaligen DDR-Wissenschaftler Prof. Bernd Heublein, einst Kardiologe an der Charité in Ost-Berlin und eine Koryphäe des Ostblocks, der drei Jahre zuvor die DDR verlassen hat. Am Ende spricht sich der Informant für eine stärkere Zusammenarbeit mit den bundesdeutschen Kollegen aus. Die Aufnahme stammt aus der Stasi-Unterlagenbehörde. Er spricht zurückgenommen und verhalten, nur für den internen Gebrauch.

  18. Fünf Spieler der Deutschen Nationalmannschaft 1954 kamen vom 1. FC Kaiserslautern, unter ihnen Kapitän Fritz Walter. Drei Tage nach dem WM-Sieg in Bern kehren die Spieler nach Kaiserslautern zurück, werden gebührend empfangen, und Fritz Walter bedankt sich – auf seine Art.

  19. Im Juni 1972 besucht der kubanische Staatschef Fidel Castro mehrere sozialistische "Bruderstaaten" in Europa, darunter die DDR. Bei seinem Treffen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker überreicht er als Geschenk eine Insel – genauer: Eine Landkarte Kubas mit einer Insel, die Castro nach dem deutschen Kommunistenführer Ernst Thälmann benennen ließ. Thälmann war Vorsitzender der KP in der Weimarer Republik und Anhänger Stalins. Er wurde von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet. Die Ernst-Thälmann-Insel existiert bis heute. Am 19. Juni 1972 überträgt der Rundfunk der DDR das Treffen zwischen Castro und Honecker und deren Verlautbarungen.

  20. Der Sozialreformer Lujo Brentano pocht auf die 1916 noch junge deutsche Einheit, die auch nach dem Krieg zentrales Interesse der Politik bleiben soll. Die Rede stammt vom August 1916, wurde aber zwei Jahre später im Juli 1918 von ihm nachgesprochen und aufgezeichnet. "Unser wertvollstes Kriegsziel ist die innere Einigung des deutschen Volks" "Die größte Sicherheit für die Zukunft des Deutschen Reiches liegt allerdings nicht in der Durchsetzung dieser oder jener Friedens[...]. Sie ist allein dann gegeben, wenn die innere Einigkeit, die durch die von außen uns drohende Gefahr hergestellt worden ist, auch nach deren Beseitigung fortdauert. Am 1. August sind es zwei Jahre gewesen, dass der Kaiser das Wort gesprochen hat: "In dem bevorstehenden Kampfe kenne ich in meinem Volk keine Parteien mehr gibt, es gibt unter uns nur noch Deutsche." Die Aufgabe, die gestellt war, war zu groß, als dass sie mit den Klassen, die bisher maßgebend gewesen waren, gelöst werden konnte. Die staatlichen Klassen zu schwach waren, die Zucht ist der Kaiser mit der Nation [?]. Mit dieser Zuversicht, dass die Nation die Aufgabe lösen werde, sind wir ins Feld gezogen. "Das ganze deutsche Volk" ist unser Schlachtruf gewesen. Er hat uns stark gemacht und mit ihm haben wir bisher gesiegt und nur mit ihm werden wir weiter siegen. Der Reichskanzler aber, der uns das Versprechen gegeben hat, dass auch nach Wiederkehr des Friedens jene Ungleichheit in der Behandlung der Parteien, die unser inneres politisches Leben schon lange vergiftet hat, aufhören soll, hat uns damit ein Kriegsziel gesteckt, das alle übrigen Kriegsziele weit überstrahlt. Er hat uns die Aussicht eröffnet auf einen besseren und edleren Tag, der unserem Volk in Zukunft aufgehen soll. Auf eine Zukunft, in der auch die breite Masse des Volks Anteil haben soll an den Früchten des Siegs, der ja recht eigentlich ein Sieg des Volkes sein wird. Gelingt es, dieses Ziel zu erreichen, so wird es aller Opfer wert sein, die das deutsche Volk in diesem Kriege gebracht hat und bringt. [...] dem deutschen Volke dieser Siegespreis, so wird es keinen Feind mehr geben, der ihm widersteht. Unser wertvollstes Kriegsziel ist die innere Einigung des deutschen Volks und die damit gegebene Behauptung unseres Vaterlands gegenüber jedweder Übermacht.“ Lujo Brentano Lujo Brentano (1844 - 1931) war Nationalökonom und Sozialreformer. Er gehörte zu den Unterzeichnern des "Manifests der 93" ("Aufruf an die Kulturwelt"). Darin werden die Vorwürfe der Kriegsgegner Deutschlands bestritten. Brentano distanzierte sich allerdings später wieder davon, wie andere Unterzeichner auch hätte er den Text bei Zusage der Zustimmung nicht gekannt. Brentanos Einfluss reicht bis in die Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialen Marktwirtschaft, Theodor Heuss war u.a. einer seiner Studenten. Aufnahmedatum: 2.7.1918 (nachgesprochen) Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)