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Am Dienstag gab es kurzfristig eine Sitzung des US-Untersuchungsausschusses zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021. Mit einer Zeugin, deren Aussagen es in sich haben. Die Ex-Mitarbeiterin Cassidy Hutchinson hat geschildert, dass Donald Trump sich offenbar nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2020 um jeden Preis die Macht sichern wollte. Er soll etwa einem Fahrer ins Lenkrad gegriffen haben, damit der ihn zu den Ausschreitungen ans Kapitol bringt, wo der US-Präsident sich an die Spitze einer gewalttätigen Bewegung stellen wollte. Schon lange sei geplant gewesen, am 6. Januar zum Kapitol zu gehen. Trump habe gewusst, dass seine Anhänger dort schwere Waffen tragen – und sie trotzdem aufgehetzt. SZ-Korrespondent Fabian Fellmann hält die Aussagen von Hutchinson für glaubwürdig. Sie habe große Risiken auf sich genommen, diese Aussage zu machen. Weil Trump-Anhänger und Verbündete sie nun bedrohen. Für Fellmann ist klar: “Trump und seine Leute planten einen Putsch und sie planten auch einen Putsch mit gewaltsamen Mitteln.” Strafrechtlich belangt werden könne Trump allerdings allein aufgrund der Aussagen von Hutchinson wahrscheinlich aber noch nicht. Weitere Nachrichten: Bundesregierung will Flughafenchaos mildern, Nato beschließt neues strategisches Konzept Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über January6thCommittee
- 28.06.202211 Min.
Zum Abschluss des G7-Gipfels in Elmau hat Kanzler Olaf Scholz „die große Kraft demokratischer Bündnisse“ betont. Es sei aber auch wichtig gewesen, dass die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte nicht unter sich geblieben seien, sondern Länder wie Indien, Indonesien, Argentinien, Senegal und Südafrika an den Tisch geholt hätten. Scholz stellte drei zentrale Botschaften des Gipfels vor: Solidarische Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine, der gemeinsame Kampf gegen Hunger und die Gründung eines Klimaclubs mit Ländern, die wie Deutschland beim Klimaschutz vorangehen wollen. “Der mit Abstand wichtigste Punkt ist sicher die Unterstützung für die Ukraine”, sagt SZ-Korrespondent Paul-Anton Krüger. So werde das Land mit 29,5 Milliarden Dollar im laufenden Haushalt unterstützt. Zudem werde man Kiew langfristig beim Wiederaufbau helfen und kurzfristig weitere humanitäre Hilfe leisten. Auch wollen die G7-Teilnehmer der Ukraine helfen, ihren Weizen zu exportieren. Bei dem Klimaclub habe Scholz betont, dass dies auf “keinen Fall ein exklusiver Club sein” soll. Er wolle da so viele Länder wie möglich einbinden. Weitere Nachrichten: Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine, Tote Migranten in Texas in Lastwagen entdeckt, EU-Staaten beraten über Verbrennerverbot. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix
Am Sonntag haben die USA, die EU, Kanada, Großbritannien und Japan verkündet, dass sie 600 Milliarden Dollar weltweit in Infrastrukturprojekte investieren werden, als demokratische Alternative zu Chinas Seidenstraßenprojekt. Montagvormittag wurde der ukrainische Präsident den Gipfelteilnehmern per Video zugeschaltet. Selenskij hat man weiter Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert und will ihm beim Export von Getreide helfen. Außerdem bringen die G7-Staaten neue Sanktionen gegen den Kreml auf den Weg. Dann kam Besuch aus Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien. Damit wollen die G7-Staaten den Eindruck vermeiden, “man wäre hier ein exklusiver Club der Reichen”, sagt SZ-Politikredakteur Thomas Hummel. Aus Elmau wolle man “Zeichen der Geschlossenheit” gegen Russlands Krieg gegen die Ukraine senden. Aber auch als Signal an China, dass es mit seiner neuen Seidenstraße noch erhebliche Konkurrenz aus den demokratischen Industriestaaten bekommen wird. Zudem wollen die reichen Staaten mit Finanzhilfen das Welternährungsprogramm unterstützen, um Hungersnöte wegen ausbleibender Weizenlieferungen aus der Ukraine abzumildern. Zudem hat Kanzler Scholz den Regierungschefs seine Idee eines “Klimaclubs” unterbreitet. All das sei die Suche nach (neuen) Partnerschaften. Weitere Nachrichten: Nato erhöht schnelle Einsatztruppe, Austritte katholische Kirche. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett _Zusätzliches Audiomaterial über ZDF _
- 24.06.202214 Min.
Ab Sonntag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der größten westlichen Industrienationen in Bayern. Schloss Elmau im "Postkarten-Oberbayern" hat sich bereits 2015 als Tagungsort bewährt, sagt der SZ-Korrespondent für Oberbayern, Matthias Köpf. Damit könne man auch außerhalb von Bayern Werbung machen: "Für Deutschland, für diesen Gipfel." Elmau liege sehr abgeschieden in einem Hochtal auf ungefähr 1000 Höhenmetern und sei "unter Sicherheitsaspekten sehr gut abzuriegeln". Wegen der Präsenz von Zehntausenden Polizisten und einem 16 Kilometer langen Zaun sei die Gegend gerade aber auch in einer "Art Belagerungszustand". Größere Proteste würden von Globalisierungskritikern und Klimaaktivisten erwartet. Der Großteil dieser Demonstranten aber werde "durchaus bürgerlich sein", sagt Köpf. Zu den Organisatoren der Proteste gehörten auch Misereor, Bund Naturschutz und Attac. Da sich aber auch Autonome einfinden würden, seien Gewalttaten zumindest in München "nicht unbedingt von vornherein ausgeschlossen". Weitere Nachrichten: Paragraf 219a wird abgeschafft, Supreme Court kippt Abtreibungsrecht, Corona-Bürgertests kosten drei Euro, Weizen als Waffe. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über den offiziellen Twitter-Account der deutsche G7-Präsidentschaft
- 23.06.202213 Min.
An diesem Donnerstag und Freitag findet in Brüssel ein wichtiger EU- Gipfel statt. Dabei entscheiden die Staats- und Regierungschefs der EU auch über den Beitrittskandidatenstatus für die Ukraine. SZ-Korrespondent Florian Hassel in Kiew erwartet, dass die Entscheidung positiv ausfällt, die Ukraine also den Kandidatenstatus bekommt. Aber er sagt auch: Rein formell gesehen ist die Ukraine nicht bereit für den EU-Beitrittsprozess. Es gebe noch große Probleme bei der Korruption und der Rechtsstaatlichkeit des Landes. Die Ukraine bemühe sich zwar um Reformen, aber “die Verabschiedung von Gesetzen und die Gründung von Behörden ist eine Sache. Ob sie dann funktionieren, eine andere.” Gleichzeitig sagt Hassel auch: Ein Beitrittskandidatenstatus hätte eine große symbolische Wirkung für die Ukraine. Die Perspektive Richtung Europa würde vielen Menschen “Mut und Motivation” geben. Weitere Nachrichten: Habeck ruft Stufe 2 des Notfallplan Gas aus. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, Instagram
Seit Samstag ist die 15. Documenta für das Publikum geöffnet. Diesmal sind etwa 1700 Aktivisten an der weltweit bekannten Kunstausstellung beteiligt. Sie sollen die Welt aus Sicht des globalen Südens beleuchten. Kuratiert wird die Ausstellung dieses Mal vom indonesischen Künstlerkollektiv ruangrupa. Doch das hat jetzt für einen Antisemitismus-Eklat gesorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagt: “Kritik an Israel ist erlaubt, doch wo Kritik an Israel umschlägt in die Fragestellung seiner Existenz, da ist eben die Grenze überschritten.“ In der Nacht zum Samstag war das höchst umstrittene Stoffbild “People's Justice“ in Kassel enthüllt worden. Am Dienstag wurde das Werk entfernt. "Es ist ein volksverhetzendes Motiv, das in Deutschland nicht gezeigt werden darf”, meint auch SZ-Feuilleton-Redakteurin Catrin Lorch. "Klarer Antisemitismus", sagt Lorch. Für sie ist das einer der größten Kunstskandale in der neueren deutschen Geschichte. Aber das habe man bereits im Vorfeld wissen können - es sei also wohl ein "Kontrollverlust mit Vorsatz" gewesen. Weitere Nachrichten: Erdbeben in Afghanistan, Scholz zu G7-Treffen, Wahl von Ataman zur Antidiskriminierungsbeauftragten verzögert. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über HR und Tagesschau
- 21.06.202213 Min.
Eine Steigerung des Lohns von sieben oder acht Prozent will die IG Metall für die etwa vier Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie erreichen. Schließlich gehe es der Branche so gut wie lange nicht mehr - und es sei auch eine Frage der Gerechtigkeit. SZ-Wirtschaftsredakteur Alexander Hagelüken hält die Forderung der Gewerkschaft für angemessen und mit Signalwirkung für andere Branchen. So habe es seit vier Jahren kaum Lohnerhöhungen gegeben. Verteilt auf zwei Jahre sei die Forderung "gar nicht mehr so hoch". Viele Firmen würden nach Corona wieder gute Gewinne machen. Die Metall- und Elektroindustrie habe derzeit "einen Auftragsbestand, der so hoch ist, wie er noch nie war". Deshalb könne man auch für gute Arbeit auch gutes Geld fordert. Auch würden die Arbeitgeber derzeit händeringend nach Arbeitskräften suchen, deshalb werden sie sich in den kommenden Jahren "noch stärker um ihre Mitarbeiter bemühen müssen". Weitere Nachrichten: BDI senkt Konjunkturprognose, Gericht stärkt Passagierrechte. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa, ZDF
- 20.06.202214 Min.
Am Samstag sind Tino Chrupalla und Alice Weidel an die Spitze der AfD gewählt worden. Doch am Sonntagnachmittag führt ein außenpolitischer Antrag zum abrupten Ende des dreitägigen Parteitags der AfD im sächsischen Riesa. In ihm wurde unter anderem eine "einvernehmliche Auflösung der EU“ gefordert. Die Europäische Union wird darin als "fehlgeleitetes und dysfunktionales politisches Gebilde“ bezeichnet. Auf diesen Parteitagen "geht es eigentlich immer rund", sagt SZ-Parlamentsredakteur Markus Balser. "Aber diesmal war es selbst für AfD-Verhältnisse ein ziemlich bizarres Ende". Bei den inhaltlichen Debatten gerieten sich die Delegierten dann aber völlig in die Haare. Mitinitiiert wurde der Antrag vom Rechtsextremisten Björn Höcke. Tradition in der AfD sei, "dass die Partei mit jedem Parteitag einen Schritt nach rechts geht". Diesmal aber sei es nicht bei einem Schritt geblieben: "das war ein richtiger Erdrutsch". Die Rechten "haben in der Führungsspitze inzwischen das Ruder übernommen". Weitere Nachrichten: Macron im Parlament ohne Mehrheit, Belgien gibt Kongo Zahn von Lumumba zurück. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Tami Holderried, Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix
Die Staatschefs von Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien sind dafür, dass die Ukraine den Status als Beitrittskandidat für die EU bekommt. Das haben sie bei ihrem Besuch in der Ukraine verkündet. Und Olaf Scholz will sich persönlich dafür stark machen, dass das klappt. Am heutigen Freitag hat jetzt auch die EU Kommission den Vorschlag offiziell für gut befunden. Jetzt kommt es auf die Beratungen auf dem EU-Gipfel kommende Woche an. Wird Scholz die Hoffnungen, die er in der Ukraine geweckt hat, einlösen können? Und wird diese Reise für die Lage der Ukraine im Krieg am Ende wirklich einen Unterschied machen? Darüber spricht Daniel Brössler aus dem SZ-Parlamentsbüro in Berlin, der Scholz auf seiner Reise begleitet hat. Natürlich sei die Ukraine heute überhaupt noch nicht vorbereitet für einen EU-Beitritt, sagt Brössler. “Aber ich finde, was man in den vergangenen Monaten gesehen hat, ist, dass dieser Staat ja in der schlimmstmöglichen Situation funktioniert hat, dass die Bürger zu diesem Land stehen und es verteidigen wollen, dass sie die Demokratie verteidigen wollen.” Und das sei, so Brössler, mehr, als man über so manches Mitgliedsland der EU manchmal sagen könne. Weitere Nachrichten: Lauterbachs Corona-Plan, AfD-Parteitag, Auslieferung Assange Die zweite Staffel vom Wirecard Podcast finden Sie hier. Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Imanuel Pedersen und sein Findus _Zusätzliches Audiomaterial über _ Tagesthemen, Phoenix
- 15.06.202212 Min.
Alles wird teurer. Bei fast acht Prozent liegt die Inflation in Deutschland gerade. Laut statistischem Bundesamt gab es in Westdeutschland seit einem halben Menschenleben noch nie solche Inflationsraten wie jetzt. Und laut Prognosen wird das auch auf absehbare Zeit nicht besser. Der Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie sind zwei der Hauptgründe. In manchen Ländern wird selbst Brot gerade so teuer, dass immer mehr Familien an Hunger leiden. Und überall belastet die Inflation vor allem die Schichten mit niedrigem Einkommen. Gerade für die stark gestiegenen Energiepreise sollte man sich Geld zurücklegen, empfiehlt SZ-Wirtschaftsredakteur Bastian Brinkmann. "Der Schock wird auf jeden Fall kommen." Wenn man viel Geld habe, dann spüre man die Inflation kaum. Aber Menschen mit niedrigerem Einkommen helfe gerade nur, "weniger zu konsumieren". Also etwa weniger oder kein Fleisch zu essen oder im Winter die Temperatur ein, zwei Grad runter zu drehen. Oder man verlange mehr Geld vom Arbeitgeber. "Putins Krieg macht uns alle in Deutschland ärmer." Wie die Einbußen aber genau verteilt werden, sei "eine Frage der Gerechtigkeit". Immerhin habe die Europäische Zentralbank jetzt angekündigt, den Leitzins zu erhöhen. Weitere Nachrichten: Bundesverfassungsgericht rügt Merkel, Habeck: Drosselung russischer Gaslieferung ist politisch motiviert. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix, BR 24, Tagesschau und ZDF
Neue Dokumente lassen nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR eine Masken-Großbestellung des Bundesgesundheitsministeriums beim Schweizer Handelsunternehmen Emix in einem immer fragwürdigen Licht erscheinen. Nicht nur der Preis des Deals wirft Fragen auf, sondern auch der Zeitpunkt, sagt SZ-Redakteur Klaus Ott. Mit einer Provision von 48 Millionen Euro haben von solchen Deals auch die Vermittler Andrea Tandler und ihr Partner Darius N. profitiert. Tandler hatte den direkten Kontakt in Spahns Ministerium über einen CSU-Kanal hergestellt. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen des Verdachts der Bestechung. Den Podcast zu den Maskendeals unseres Rechereche-Podcasts "Das Thema" finden Sie hier: SZ.de/das-thema. Weitere Nachrichten: Grüne EU-Taxonomie für Atom- und Kernkraft auf Eis, "Judensau" ist Mahnmal statt Schandmahl. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu
- 13.06.202210 Min.
Der Effekt des am 1. Juni eingeführten Tankrabatts ist weitgehend verpufft. Inzwischen unterstützt auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) den Vorschlag von Wirtschaftsminister Robert Habeck: Weil die Öl-Konzerne die Steuersenkung nicht genügend an die Verbraucher weitergeben würden, will Habeck das Kartellrecht verschärfen. Für Tomaso Duso vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist das ein eher langwieriges Projekt. Der Ölpreis sei an sich gestiegen und werde an die Kundinnen und Kunden weitergegeben, meint Duso. Das Scheitern sei absehbar gewesen – eben weil die Ölkonzerne die Marktmacht haben. In so einer Krisensituation müsse man Ärmeren etwa mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale helfen, so der Professor für empirische Industrieökonomie an der TU Berlin. Aber gerade in der Klimakrise sei es ein falsches Signal die Benzinpreise zu senken. Deshalb finde er es richtig, dass diese Preise hoch bleiben, "um zu signalisieren, dass man sein Verhalten vielleicht doch ändern soll." Weitere Nachrichten: Missbrauchsstudie im Bistum Münster, Parlamentswahl in Frankreich. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Deutschlandfunk und ARD
- 10.06.202212 Min.
Seit Monaten ermittelt ein Parlamentsausschuss im US-Kongress, wie es am 6. Januar 2021 zum Sturm auf das Kapitol gekommen ist. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat er nun erstmals eine öffentliche Anhörung abgehalten. Mit schockierenden Bildern und deutlichen Aussagen: Die Gewalt in Washington D.C. sei der "Höhepunkt eines Putschversuchs" gewesen, stellte etwa der demokratische Leiter des Ausschusses, Bennie Thompson, fest. Die Anhörung sei sehr professionell vorbereitet gewesen, sagt SZ-Experte Reymer Klüver in dieser Folge. Ein eigens eingestellter Fernsehproduzent habe für Bilder gesorgt, die ein Millionenpublikum erreichten. Die Vorwürfe gegen Ex-Präsident Donald Trump seien schwer, allerdings auch lange bekannt. Im Kern gehe es bei den Anhörungen jetzt daher auch um etwas anderes: Um den Wahlkampf. Weitere Nachrichten: Bundesrat-Beschlüsse; schwarz-grüne Koalition in NRW. Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über das January 6th Committee auf Twitter
Der Sommer galt in den letzten zwei Jahren als Corona-Pause. Die könnte in diesem Jahr aber deutlich früher vorbei sein: Denn eine neue Omikron-Variante sorgt bereits jetzt für steigende Zahlen in Portugal. Berit Uhlmann aus der SZ-Wissensredaktion rechnet damit, dass sich BA.5 schon im Spätsommer bei uns ausbreiten könnte. Die Variante gilt als extrem ansteckend, verursacht aber wohl meist milde Verläufe. Grund zur Sorge sei laut Uhlmann vor allem, dass BA.5 den bestehenden Immunschutz umgehen kann. Impfstoffe, die speziell auf Omikron zugeschnitten sind, seien aber wahrscheinlich frühestens ab Herbst verfügbar. Die ersten Studien des Herstellers Moderna ließen noch Fragen offen, unter anderem wie lange der Impfschutz der neuen Booster tatsächlich hält. Weitere Nachrichten: Staatsanwaltschaft über Amokfahrt in Berlin, EZB plant Zinswende. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über jung&naiv
- 08.06.202212 Min.
Hält die EU ihren Klima-Kurs - trotz der hohen Energiepreise und dem Krieg in der Ukraine? Eine aktuelle Abstimmung im Parlament zeigt, wie schwierig es gerade ist, die nötigen Kompromisse zu finden. Das EU-Parlament stimmt an diesem Mittwoch über Gesetzesentwürfe ab, die den Klimaschutz für die nächsten Jahrzehnte deutlich voranbringen sollen. Das Paket trägt den Namen "Fit for 55" - weil dadurch die CO2-Emissionen von 1990 bis 2030 um 55 Prozent sinken sollen. Das Paket ist ein wichtiger Schritt, damit die EU bis 2050 wie geplant klimaneutral werden kann. SZ-Korrespondent Björn Finke erklärt, welche Veränderungen es durch die Gesetze geben wird - und welches Abstimmungsergebnis auch ihn überrascht hat. Weitere Nachrichten: Auto fährt in Berlin in Menschenmenge, Corona-Expertenrat empfiehlt frühzeitige Vorbereitung. Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu
Es war knapp, aber Boris Johnson hat das Misstrauensvotum gegen ihn überstanden. Obwohl ihm nur noch 59 Prozent seiner Partei das Vertrauen aussprechen. Und auch seine Beliebtheitswerte in der Bevölkerung sinken. Alexander Mühlauer, SZ-Korrespondent in London sagt: “Der britische Premier ist angezählt!” Viele Britinnen und Briten hätten den Eindruck, dass der Premier eher kurzfristig “an die nächste Schlagzeile” denke, statt an langfristige strategische Projekte. Mühlauer schließt auch ein zweites Misstrauensvotum noch in diesem Jahr nicht aus. Dass Johnson zurücktritt, das erwartet Mühlauer aber nicht. Für Großbritannien bedeute die Situation, dass der Ausnahmezustand weitergeht – nach sechs unruhigen Jahren wegen des Brexits. Weitere Nachrichten: Ermittlungen gegen Bahn-Mitarbeitende nach Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen, Links- und Rechtsextremismus in Deutschland steigt. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Channel 4 News und Guardian News
Ungarn hat in den letzten Tagen gleich zweimal damit gedroht, das geplante neue Sanktionspaket der EU gegen Russland zu blockieren. Und damit auch zweimal Zugeständnisse rausgeholt. Erst eine Ausnahme beim Ölembargo. Ungarn bezieht also erstmal weiterhin per Pipeline russisches Öl. Und am Donnerstag hat Viktor Orbán außerdem erreicht, dass Patriarch Kyrill von Sanktionen verschont bleibt. Europa oder Russland: Auf welcher Seite steht Viktor Orbán wirklich? Und hat die EU keine andere Option als immer wieder einzulenken? Darüber spricht in dieser Folge Cathrin Kahlweit, SZ-Korrespondentin für Mittel- und Osteuropa. “Es gibt zurzeit nicht viele Möglichkeiten, wie die EU Orbán einhegen kann”, sagt Kahlweit, “außer übers Geld.” Orbán erpresse die EU mit Vetos und die ihn mit Geld. Wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen. Sie brauchen dafür nur fünf bis zehn Minuten. Weitere Nachrichten: 100 Tage Ukraine-Krieg, Mindestlohn, Zugunglück. Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried, Antonia Franz Produktion: Jakob Arnu
70 Jahre Queen Elizabeth. Das feiern die Britinnen und Briten dieses Wochenende. An Lebensjahren bringt es Elizabeth sogar auf 96. Die Queen, die gibt es für die meisten Menschen also schon immer. Und deshalb ist unvorstellbar, dass sie eines Tages nicht mehr da sein könnte. Wird die britische Monarchie, an der es ja auch viel Kritik gibt, das dann überstehen? Darüber spricht in dieser Folge Michael Neudecker, der das Spektakel um das Thronjubiläum in London für die SZ verfolgt. Die Zahl derjenigen, die eine Republik wollen, keine Monarchie, steige stetig, sagt Neudecker. Aber: "Ich glaube nicht, dass die Monarchie nach Elizabeth abgeschafft wird.” Dann werde Charles König. “Aber über die Jahrzehnte ist es durchaus denkbar, dass sich die Monarchie stark verändern wird.” In unserem Podcast Geschichte Daily geht es diese Woche um die Gay Rights-Bewegung. Weitere Nachrichten: Keine EU-Sanktionen gegen Kyrill, BVerfG zu Immobilien bei Hartz IV. Wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen. Sie brauchen dafür nur fünf bis zehn Minuten. Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen _Zusätzliches Audiomaterial über _ BBC
- 01.06.202211 Min.
Für Millionen Menschen in Deutschland greifen seit dem 1. Juni Entlastungen im Verkehr: Im ÖPNV mit dem 9-Euro-Ticket - und im Individualverkehr mit dem Tankrabatt. Durch die Senkung der Energiesteuer werden für drei Monate auch niedrigere Preise für Benzin und Diesel erwartet. Der Tankrabatt bringe in erster Linie Menschen etwas, "die viel Auto fahren", sagt SZ-Mobilitäts-Expertin Christina Kunkel. Sie kritisiert "die typische Klientelpolitik der FDP". Außerdem sagt sie: "Ökologisch ist das natürlich eine Katastrophe". Wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen. Sie brauchen dafür nur fünf bis zehn Minuten. Weitere Nachrichten: Deutschland und USA liefern Ukraine hochmoderne Waffen, Vonovia kündigt Mieterhöhungen an. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix
- 31.05.202211 Min.
Die EU hat das sechste Sanktionspaket gegen das kriegerische Russland beschlossen. Dies sei ein "ambitionierter Plan der Europäischen Union, sich schneller als erwartet von russischen Erdöl-Importen freizumachen", meint SZ-Brüssel-Korrespondent Björn Finke. Für ein echtes Öl-Embargo seien sehr viele Kompromisse geschlossen worden, vor allem mit Viktor Orban, dem ungarischen Ministerpräsidenten. Ungarn habe "eine Ausnahme" erreichen können: Die Druschba-Pipeline, die Ungarn und seine Nachbarn Slowakei und Tschechien mit russischem Öl versorge, soll weiter liefern dürfen. Auch gibt Finke folgendes zu bedenken: "Kurzfristig könnte Putin sogar profitieren, weil durch diese Ankündigung der Ölpreis steigt." Weitere Nachrichten: Rhein neuen Regierungschef von Hessen, Razzia bei Deutscher Bank und DWS. Wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer Podcast-Umfrage teilnehmen. Sie brauchen dafür nur fünf bis zehn Minuten. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über EU




















