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2197 Folgen · Zuletzt aktualisiert am 06.11.2026
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- Der Streik der Streichholzmädchen - Der Kampf um Arbeitsschutz
17.11.2025 · 24 Min.
1888: In London streiken die Streichholzmädchen. Dieser Streik wird viel verändern für die Arbeiterklasse in der Hochphase der Industrialisierung. Initiiert von Frauen und Mädchen, die ihr Leben in den Fabriken riskierten. Doch die Geschichte war lange unentdeckt. Katharina Hübel hat eine Nachfahrin getroffen. Credits Autorin dieser Folge: Katharina Hübel Regie: Martin Trauner Es sprachen: Thomas Birnstiel, Rahel Comtesse, Shirin Lotze, Gabi Hinterstoißer Technik: Daniela Röder Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Samantha Johnson, Gründerin und Vorsitzende des Matchgirls Memorial, Urenkelin von Sarah Chapman Dr. Anna Robinson, Historikerin, University of East London Podcasttipp: Der KI-Podcast Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr – KI prägt unsere Gegenwart. Künstlich generierte Texte, Bilder und Stimmen sind überall ... und werden wöchentlich besser. Welche Auswirkungen bringt die KI in Arbeitswelt, Bildung und Gesellschaft mit sich? Wie kann man künstliche Intelligenz selbst im Alltag nutzen? Und was passiert, wenn jeder Inhalt im Internet auch ein KI-Fake sein könnte? Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub stellen sich jeden Dienstag den großen und kleinen Fragen der KI-Revolution – und trennen die Fakten vom Hype. ZUM PODCAST Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Linktipps: Samantha Johnson, die Urenkelin von Sarah Chapman, einer der Anführerinnen des Streiks der Streichholzmädchen 1888 und der Präsidentin einer der ersten Frauengewerkschaft in Großbritannien, hat das „Match Girls Memorial“ gegründet, das die Geschichte der Arbeiterinnen von Bryant und May aufarbeitet und weiterverbreitet. Sie hat auch das anonyme Grab von Sarah Chapman gefunden und für den Erhalt gekämpft. Sie möchte weitere Erinnerungsorte in London schaffen. Eine inspirierende Seite Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Die Wetterpropheten - Wie Meteorologen Sonne und Regen vorhersagen
14.11.2025 · 22 Min.
Unwetter oder Sonnenschein? Wettervorhersagen sind in den letzten Jahrzehnten immer zuverlässiger geworden. Dank des "Chaos im Wetter" werden sie allerdings immer ein Wagnis bleiben. Von Martin Schramm (BR 2018) Credits Autor dieser Folge: Martin Schramm Regie: Dorit Kreissl Es sprachen: Rahel Comtesse, Andreas Neumann, Jennifer Güzel, Clemens Nicol Technik: Andreas Lucke Redaktion: Nicole Ruchlak Interviewpartner/innen: Gerhard Lux (DWD); Hans-Joachim Koppert (DWD); Felix Ament (Professor; Universität Hamburg) Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Wetter und Wohlbefinden - Was steckt hinter Wetterfühligkeit? JETZT ANHÖREN Gutes Wetter, gute Stimmung? Klima und Charakter JETZT ANHÖREN Hitze, Hagel, Hochwasser - Städte wappnen sich für Extremwetter JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Wie die Menschen sesshaft wurden - Geschichte einer sanften Revolution
13.11.2025 · 24 Min.
Wie wurden die Menschen sesshaft? Und vor allem: Warum? Denn das Zusammenleben in größeren Gruppen bedeutete zunächst einmal vor allem eins: Probleme. Wie entstand also die Lebensweise, die unsere Welt bis heute prägt? Von Dagmar Röhrlich. Credits: Autorin dieser Folge: Dagmar Röhrlich Regie führte: Irene Schuck Es sprachen: Katja Amberger und Christian Baumann Technik: Daniela Röder Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Dr. Jens Notroff, Archäologe am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin Professor Gary Feinman, Archäologe am Field Museum in Chicago Ian Hodder, Archäologe an der Stanford University Dr. Julia Gresky vom Deutschen Archäologischen Institut in Berlin Professor Joachim Burger, Paläogenetiker an der Universität Mainz Dr. Eva Rosenstock, Bioarchäologin von der Uni Bonn Professor Arkadiusz Marciniak, Archäologe an der Adam Mickiewicz, University in Posen Dr. Paul Duffy (englisch) vom Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Kiel Zum Weiterhören: Alles Geschichte | VERSUNKENE ORTE - Uruk und wie alles begann | ARD Audiothek Eine City der Superlative: Uruk. Die Stadt war die erste Stadt der Welt - eine Megapolis mit bis zu 50 000 Menschen. Sie entstand im 5. Jahrtausend v.Chr. im Süden des heutigen Irak mit Häusern aus Lehmziegeln, Türmen und Palästen. Kanäle leiteten frisches Wasser aus dem Euphrat in die Stadt und das Abwasser wieder hinaus. Das kreative Potential war groß. Von Christine Hamel (BR 2023) https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:dfecd78b7a5b017f/ Unser Podcast-Tipp: „7 Tage wach“ - der rbb24-Podcast mit dem etwas anderen Blick auf die Woche https://1.ard.de/7TageWach?cp=RaWi Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Proteine - Was Eiweiß wirklich kann
13.11.2025 · 23 Min.
Ob vegan, Superfood oder steinzeitliche Paleo-Ernährung: Bei der Nahrungsaufnahme geht es schon lange nicht mehr ums Sattwerden. Sondern auch um Lifestyle und Trends. Aktueller Hype: Proteine! Sie sind ausgesprochen wichtig für unseren Körper, fehlen aber trotzdem hierzulande kaum jemandem. Von Daniela Remus. Credits: Autorin: Daniela Remus Regie: Christiane Klenz Es sprachen: Stefan Wilkening, Rahel Comtesse, Karin Schuhmacher Technik: Moritz Herrmann Redaktion: Iska Schreglmann Im Interview: Prof. Anja Carlsohn, Ernährungswissenschaftlerin, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg Prof. Mathias Fasshauer, Ernährungswissenschaftler, Universtiät Gießen Prof. em. Karin Michels, Epidemiologin, Universität Freiburg Prof. Christian Sina, Ernährungsmediziner, UKSH, Campus Lübeck Homepage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Thema Proteine: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ Homepage von Prof. Mathias Fasshauer, Universtiät Gießen: https://www.uni-giessen.de/en/faculties/f09/institutes/nutrition/human Homepage von Prof. Christian Sina, UKSH, Lübeck https://www.uksh.de/Ernaehrungsmedizin_Luebeck/ Homepage von Prof. Anja Carlsohn, HAW, Hamburg https://www.haw-hamburg.de/hochschule/beschaeftigte/detail/person/person/show/anja-carlsohn/ Homepage von Prof. Karin Michels, Universität Freiburg https://www.knpm-bw.de/personalisierte-praevention-mit-individualisierter-bestimmung-und-optimierung-des-darmmikrobioms-durch-ernaehrungsintervention/ Unser Podcast-Tipp: „7 Tage wach“ - der rbb24-Podcast mit dem etwas anderen Blick auf die Woche https://1.ard.de/7TageWach?cp=RaWi Hör-Tipps von Radiowissen: Radiowissen · Kann man sich glücklich essen? Von Genuss bis Gesundheit · Podcast in der ARD Audiothek https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:f4c8a829e4a962f0/ Radiowissen · Produkte aus Hafer - Eine gute Alternative? · Podcast in der ARD Audiothek https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:11e4b98cd6ddc377/ Radiowissen · Gemeinsam Essen – Mehr als ein Ritual · Podcast in der ARD Audiothek https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:a94bae2ee6de5ee1/ Radiowissen · Eine Prise Politik - Wie die Küche die Gesellschaft verändert · Podcast in der ARD Audiothek https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:d9926975b801a58a/ Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Altlasten - Das Risiko in der Erde
11.11.2025 · 23 Min.
Altlasten gibt es zu Hunderttausenden in Deutschland. Soll das Grundstück wieder bebaut werden, muss saniert werden - mit Hilfe von chemischer Technologie, Bakterien oder durch den Austausch des Erdreichs. Von Hellmuth Nordwig. Credits Autor dieser Folge: Hellmuth Nordwig Regie: Sabine Kienhöfer Es sprach: Rahel Comtesse Technik: Susanne Harasim Redaktion: Iska Schreglmann Im Interview: Uwe Dannwolf, RiskCom GmbH, Großweil Michael Kremer, Gesellschaft zur Altlastsanierung in Bayern Dr. Claus Haslauer, Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung, Universität Stuttgart Prof. Michael Schloter, Helmholtz-Zentrum München Zum Weiterhören: Spannende Berichte über aktuelle Forschung und Kontroversen aus allen relevanten Bereichen wie Medizin, Klima, Astronomie, Technik und Gesellschaft gibt es bei IQ - Wissenschaft und Forschung: BAYERN 2 | IQ - WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. DAS KALENDERBLATT Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Wolken - Wetterboten am Himmel
11.11.2025 · 25 Min.
Kaum ein Phänomen beeinflusst unser Leben so wie sie. Generationen von Künstlern und Forschern haben sich an ihrem flüchtigen Wesen abgearbeitet, trotzdem bergen sie viele Geheimnisse. Wie entstehen Wolken? Und wie verändern sie sich durch den Klimawandel? Von Roana Brogsitter. Credits: Autorin: Roana Brogsitter Redaktion: Iska Schreglmann Regie: Christiane Klenz Technik: Tim Höfer Es sprachen: Ditte Ferrigan, Thomas Loibl und Jerzy May Unsere GesprächspartnerInnen: Dr. Tina Jurkat-Witschas, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Physik der Atmosphäre Dr. Ulrich Blahak, Diplometeorologe und Senior Scientist beim Deutschen Wetterdienst Prof. Bjorn Stevens, Leiter Abteilung Atmosphäre im Erdsystem, Max-Planck-Institut für Meteorologie Zum Weiterhören: Wetterballons - Datenspione des Himmels Mit unbemannten Ballonen spionieren Wetterforscher die Atmosphäre aus. Die so gewonnenen Daten werden für präzisere Wettervorhersagen genutzt. Bis heute sind die Wetterballone unersetzlich. Welche Geheimnisse entlocken sie der Atmosphäre? Und: Können Sie auch für andere Zwecke missbraucht werden? https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:62a96231046b1992/ Hagel und Klimawandel - Geschosse aus Eis Hagelschläge können extreme Schäden verursachen. Die oft mehrere Zentimeter großen Geschosse aus Eis zerstören Ernten, beschädigen Fahrzeuge und Gebäude. Wenn der Klimawandel nicht eingedämmt wird, werden langfristig schwere Hagelschläge zunehmen. https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:edce336829adca74/ Hochwasserschutz - Polder, Deiche, mobile Wände Wenn der Flusspegel steigt, können Polder die Wassermassen aufnehmen. Doch es gibt zu wenige - stattdessen zwängen Deiche die Flüsse ein. Mit mobilen Wänden versuchen Städte sich vor Hochwasser zu schützen. https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:75163abfc719b478/ Weiterführende Links: Der Internationale Wolkenatlas der WMO https://cloudatlas.wmo.int/en/home.html Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt https://www.dlr.de/de Deutscher Wetterdienst https://www.dwd.de/DE/Home/home_node.html Unser Podcast-Tipp für euch: SR kultur | Fragen an den Autor | ARD Audiothek Was treibt die klügsten Köpfe unserer Zeit an? Welche Ideen stecken in den wichtigsten neuen Sachbüchern - und was bedeuten sie für unseren Alltag? Autorinnen und Autoren sprechen über ihre Recherchen, ihre Motivation und über das, was zwischen den Zeilen steht. ZUM PODCAST: https://kurz.sr.de/FadA Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Steven Spielberg - Die Erfindung des Blockbusters
10.11.2025 · 24 Min.
"Der weiße Hai" ist der Beginn der modernen Blockbuster-Ära in Hollywood, 1975. Steven Spielberg gilt als empathisches Regie-Wunderkind, der das Publikum mit "E.T." und "Jurassic Park" ins Staunen versetzt, aber auch Persönliches wie "Schindlers Liste" und "Die Fabelmans" auf die Leinwand bringt. Von Florian Kummert. Credits: Autor: Florian Kummert Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Katja Amberger und Stefan Merki Technik: Andreas Lucke Redaktion: Katharina Hübel Im Interview: Rainer Rother, ehem. künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek in Berlin & Berlinale-Retrospektive Michael „Bully“ Herbig, Schauspieler & Regisseur Jörg Liemann und Jörg Breitenfeld, Autoren von „Steven Spielberg – Tiefenscharfe Analysen“ Unser Film- und Podcast-Tipp: Das Dokudrama “Nürnberg 45 – im Angesicht des Bösen” in der ARD Mediathek: https://1.ard.de/nuernberg-45 Spannende Podcasts rund um die Nürnberger Prozesse im Feed von „ Alles Geschichte – Der History-Podcast“ in der ARD Audiothek: https://1.ard.de/alles-geschichte-nuernberg Weitere Podcast-Empfehlungen: Film Noir – Düsternis auf der Leinwand Geschichten voller Gier, Lust und Mord, in denen die Moral als erstes auf der Strecke bleibt – das ist Film Noir. Kein Genre, eher ein Gefühlszustand, der das US-Kino der 1940er und 1950er Jahre geprägt hat. Bei Radiowissen: https://www.br.de/mediathek/podcast/radiowissen/film-noir-duesternis-auf-der-leinwand/2092923 Vom Comic ins Kino – Konjunktur der Superhelden DC und Marvel – das sind die US-Comic-Verlage, die seit 1939 die Bild-Geschichten von Superhelden wie Superman und Batman, die Fantastischen Vier oder Spiderman veröffentlichen. Ob als Comic oder Film – die Abenteuer faszinieren bis heute. Hier geht’s zu dieser Folge Radiowissen: https://www.br.de/mediathek/podcast/radiowissen/vom-comic-ins-kino-konjunktur-der-superhelden/2102693 Weiterführende Links: Hier geht’s zur Shoah Foundation, die 1994 von Steven Spielberg gegründet wurde, die zahlreiche Zeitzeugen-Interviews mit Holocaust-Überlebenden dokumentiert und archiviert: https://sfi.usc.edu/ Hier geht’s zum Buch „Steven Spielberg – Tiefenscharfe Analysen“, das in unserer Radiowissen-Folge zu Spielberg erwähnt wird: https://stevenspielbergchroniken.de/ Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Die deutsche Revolution von 1848 - Für Demokratie und Nationalstaat
07.11.2025 · 23 Min.
Im Frühjahr 1848 wurde das monarchisch geprägte Europa von revolutionären Unruhen erschüttert. Auch in den deutschen Staaten führten Massenarmut, bürgerliches Emanzipationsstreben und der Wunsch nach einem Nationalstaat zu einem Angriff auf die monarchischen Autoritäten, den diese aber letztendlich niederschlugen. Credits Autor/in dieser Folge: Renate Eichmeier Regie: Susi Weichselbaumer Es sprachen: Christian Baumann, Christiane Roßbach Technik: Gerhard Wicho Redaktion: Thomas Morawetz Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Interviewpartnerin: Prof. Dr. Sabine Freitag, Universität Bamberg, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Bayerns König Ludwig I. - Vorwärts, vorwärts sollst du schauen! JETZT ANHÖREN Vormärz und Junges Deutschland - Zwischen den Revolutionen JETZT ANHÖREN 1848 - Die Revolution, die keine war? JETZT ANHÖREN Biedermeier - Rückzug ins Private JETZT ANHÖREN Linktipps: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundrunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Literaturtipps: Freitag, Sabine: Achtundvierziger. Lebensbilder aus der deutschen Revolution 1848/49. München, 1997. (Spannende biographische Studien zu einzelnen Beteiligten). Hachtmann, Rüdiger: Berlin 1848. Eine Politik- und Gesellschaftsgeschichte der Revolution. Bonn 1997. (Detailreiche und umfassende Darstellung der Ereignisse in Berlin). Jansen, Christian; Mergel, Thomas: Die Revolutionen von 1848/49. (Sammlung von Essays zu verschiedenen Themen/Fragestellungen bezüglich der Ereignisse 1848/49). Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN
- Gemeinsam Essen – Mehr als ein Ritual
06.11.2025 · 24 Min.
Das gemeinsame Essen ist wie das Lagerfeuer, um das sich unsere Urahnen versammelten. Beim Essen werden Geschichten erzählt, Verträge besiegelt, Kinder erzogen, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gefeiert. Es wird gelacht, gestritten und geschmollt. Constanze Alvarez über ein uraltes Ritual, das unser Leben Tag für Tag begleitet. (BR 2024) Credits Autorin dieser Folge: Constanze Alvarez Regie: Ron Schickler Es sprachen: Hemma Michel, Ron Schickler Technik: Simon Lobenhofer / Atrium Studios Redaktion: Bernhard Kastner Im Interview: Daniel Kofahl, Ernährungssoziologe Christine Ordnung, Familientherapeutin und Buch-Autorin Prof. Eva Barlösius, Soziologin, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Literaturhinweise: Christine Ordnung mit Georg Cadeggianini, "Familie am Tisch: Für ein neues Miteinander – beim Essen und darüber hinaus". Wie sich Stress am Familientisch vermeiden lässt und was Eltern über sich selbst, ihre Werte und ihre Kindheit lernen können. Witold Szablowski,"Die Köche des Kreml: Wie Russland mit Essen Politik macht". Spannendes Buch über die Geschichte der Sowjetunion bzw. Russland, betrachtet aus der Perspektive der Köche und Küchengehilfen der Machthaber. Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Kein Stress beim Essen: Kinder müssen nicht alles probieren | Psychologie | Verstehen | ARD alpha Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: Zusp. 1 Szene Familie am Tisch Alle: "Kommt ´ne Schnecke um die Ecke, singt ein Lied, guten Appetit!" Mutter: "Herr, Frau, Piep!" Kind: "Nein, warum Herr Frau Piep? Das ist doch altmodisch!" SPRECHERIN: Eine Familie beim Abendessen. Nennen wir sie Familie Schnabel. Vater, Mutter, Kind, eine Nachbarin ist spontan zu Gast. Im Ofen: Eine Pizza. Die ganze Küche duftet danach. Selbstgemachter Teig. Die Stimmung ist gelöst, ein Traum, wie aus einer Werbung. Danach sehnen sich doch die meisten Menschen. Nach einem harmonischen Essen, bei dem sich die Familienmitglieder Zeit füreinander nehmen, das Essen genießen und sich miteinander austauschen… Oder? Zusp. 2 Szene Familie am Tisch Vater: "Schrei nicht so laut, ich brauche Ruhe, ich habe gerade meine Steuererklärung gemacht und gekocht, und überhaupt…" blenden mit MUSIK Looming Shadow (light) 00:19min SPRECHERIN: Da haben wir´s: Unsere Vorstellung eines idyllischen Essens hat wenig mit dem Alltag zu tun. Und trotzdem ist dieser Augenblick, an dem sich mehrere Menschen gemeinsam an einen Tisch setzen, enorm wichtig, und das gilt nicht nur für Familien. Warum eigentlich? Das hat viele Gründe. Der erste und möglicherweise wichtigste, ist, weil gemeinsam Essen uns einander näherbringt, weil es unsere Beziehung stärkt, unser Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Das ist seit Beginn der Menschheitsgeschichte so, erklärt Eva Barlösius, Professorin für Soziologie an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover: Zusp. 3 Eva Barlösius … Es hat damit zu tun, dass Menschen nicht allein überleben konnten. Also (..), Sie können heute mit ihrem Geld an die Supermarktkasse gehen, und sie können sich alles das kaufen, was sie zum Essen brauchen. In der Geschichte der Menschheit war das immer eine gemeinsame Arbeit, die man machen musste. Das konnte niemand alleine machen. Also, das heißt, im Grunde genommen hat diese Notwendigkeit, sich ernähren zu müssen, von Anfang an einen sozialen Zusammenhang konstituiert. SPRECHERIN: Ein Tier erjagen, Beeren oder Wurzeln sammeln, die Feuerstelle bewachen – Essen zubereiten war immer schon ein kollektiver Prozess, bei dem jeder und jede seine Aufgabe hatte. Und auch wenn wir uns über derlei heute keine Gedanken mehr machen brauchen, schwingt diese Erfahrung aus der Urzeit auch heute noch mit. MUSIK Endagered 00:43min SPRECHERIN Dabei ist Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme, es mit Emotionen verknüpft und besitzt eine soziale Funktion. Von Anfang an, wenn ein Neugeborenes gestillt wird, entsteht eine Bindung und damit das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Später, wenn die Kinder groß werden, legen wir Wert darauf, dass sie alles Mögliche allein bewältigen – sich alleine anziehen, alleine auf die Toilette gehen, alleine Schlafen – nur beim Essen, da ist es uns wichtig, dass sie lernen, dass das Essen etwas Gemeinsames ist. Zusp. 4 Szene Familie am Tisch Alle durcheinander: "Habt ihr schon gehört? Im Eisladen gibt es jetzt Hunde-Eis!" "Hunde-Eis?" "Im Patagon?" "Und wie soll das sein? Eis mit Fleischgeschmack?" "Mit Fleisch-Käse-Apfelgeschmack…"
- Krieg oder Frieden – Ist der Mensch zur Gewalt verurteilt?
06.11.2025 · 24 Min.
Kriege und Gewalt begleiten die Menschheitsgeschichte. Liegt dem eine biologische Basis zugrunde? Sind destruktive Kräfte der Psyche stärker als konstruktive? Antworten der evolutionären Anthropologie und der Psychoanalyse geben tiefere Einblicke. Credits: Autorin: Inka Kübel Redaktion: Bernhard Kastner Regie: Frank Halbach Erzählerin: Katja Bürkle Zitator 1 & 3: Peter Weiß Zitatorin: Rahel Comtesse Zitator 2: Carsten Fabian (PS, VA) Interviews mit: Prof. Hans-Jürgen Wirth, Psychoanalytiker und Soziologe Prof. Carel van Schaik, Evolutionsbiologe, Anthropologe Literatur: Carel van Schaik, Kai Michel: Menschsein. Rowohlt, 2023. Gut verständliche Erläuterung über den Untergrund unserer menschlichen Konstitution und welche Konsequenzen wir gesellschaftlich daraus ziehen sollten. Harald Meller, Kai Michel, Carel van Schaik: Die Evolution der Gewalt. Dtv, 2024. Zeigt gut verständlich, warum der Mensch prinzipiell eher friedlich als kriegerisch ist und wie 99 Prozent der Menschheitsgeschichte nicht Krieg geführt wurde, sondern sich erst mit dem Sesshaftwerden sich als machtvolle Option zur Durchsetzung von Interessen entwickelt hat. Hans-Jürgen Wirth: Gefühle machen Politik. Psychosozial-Verlag 2022. Wirth zeigt an verschiedenen Etappen und Themen bis hin zur „Zeitenwende“, wie sehr Emotionen politische Entscheidungen beeinflussen und wie wichtig es wäre, Empathie und Gefühlen wie Mitleid und Hoffnung mehr Raum in der politischen Gestaltung zu geben. Horst E.Richter: Zur Psychologie des Friedens, Rowohlt, 1984 Olaf Müller: Pazifismus. Reclam, 2022 Albert Einstein, Sigmund Freud: Warum Krieg?, Diogenes 1972 Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur, Reclam 2016 Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Rowohlt, 2022 Franz-Stefan Gady: Die Rückkehr des Krieges, Quadriga 2024 Radiowissen-Links: Frieden - Persönliche Sehnsucht - Politische Utopie Frieden ist ein großes Ideal, ein alter Menschheitstraum - und mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er schafft die Konflikte nicht aus der Welt, sondern hegt sie ein. Von Beate Meierfrankenfeld. Freuds Psychoanalyse - Die relativierte Revolution Seit ihren Anfängen sind die Heilungserfolge der Psychoanalyse umstritten. Dennoch scheint die moderne Hirnforschung vieles von dem zu bestätigen, was Freud vermutete, aber noch nicht nachweisen konnte. Albert Einstein - Porträt eines Genies Einstein warf das physikalische Weltbild seiner Zeit so gründlich über den Haufen, dass Physiker bis heute noch voller Bewunderung für ihn sind. Autor: Florian Hildebrand Weiterführender Link: Können wir uns Pazifismus noch leisten? Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen. Den Text gibt es hier: Radiowissen-Manuskripte
- Was Hüte verraten – Eine Kulturgeschichte der Kopfbedeckung
05.11.2025 · 23 Min.
Hüte schützen nicht nur vor Sonne und Regen. Sie machen auch größer und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Einst drückten sie den sozialen Status einer Person aus, standen für politische oder religiöse Überzeugungen. Und heute? Credits: Autorin dieser Folge: Julie Metzdorf Regie: Kirsten Böttcher Es sprach: Caroline Ebner Technik: Redaktion: Susanne Poelchau Im Interview: Johannes Pietsch, Bayerisches Nationalmuseum Kathrin Felle, Hutmuseum Lindenberg Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischer Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Die Geschichte der guten Mutter - Ein mächtiger Mythos (3/3)
05.11.2025 · 23 Min.
Unser heutiges Ideal der sich naturgemäß aufopfernden "guten Mutter" ist historisch gewachsen: es geht auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Wie hat es sich seitdem halten können? Und was sagt die Naturwissenschaft zur Annahme, die Mütterlichkeit entspränge der Natur der Frau? Teil 3 unserer Reise durch die "Geschichte der guten Mutter". Credits Autorin dieser Folge: Karin Becker Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Caroline Ebner, Julia Fischer, Sisi Forster, Peter Weiß Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Yvonne Maier und Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Brigitte Röder, Basel Marina Ahne Prof. Barbara Vinken, München Prof. Ute Planert, Köln Literatur: Katharina Rebay-Salisbury: Familien in der Urgeschichte. In: beziehungsweise. Informationsdienst des Österreichischen Instituts für Familienforschung. 2024. Kurzer Aufsatz zum Einstieg, der auch zeigt: wie funktioniert Mutterschafts- und Familienforschung für eine Zeit, die so lange her ist? Brigitte Röder: Die Vergegenwärtigung der Urzeit: eine Kolonialisierung der Urgeschichte? In: Die Kolonialisierung der Vergangenheit. 2023 Aufsatz zum Metathema: Instrumentalisierung der Urgeschichte für heutige Anliegen. Marina Ahne: Mythos Mutter. Die Frau als Mutter in der Gesellschaft. WBG 2022. Überblick über die Bedingungen des Mutterseins in Vergangenheit und Gegenwart, der immer wieder auf Widersprüche zwischen dem Idealbild, das wir sehen wollen, und den vielfältigeren Realitäten des Mutterseins stößt. Hören Sie hier Teil 1 der Geschichte der guten Mutter und hier geht es zu Teil 2 Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Diplomatie - Die Kunst, nur die halbe Wahrheit zu sagen
04.11.2025 · 23 Min.
Kaum ein Beruf der Neuzeit ist so geheimnisumwittert, wie der des Diplomaten. Im Vergleich scheint selbst die Tätigkeit eines Spions greifbarer. Dabei handelt es sich beim Diplomaten schlicht um einen Mann (heutzutage auch eine Frau) mit Ausbildungsberuf und Beamtenstatus. Aber Bildung, Wortgewandtheit, Diskretion, der vollendet höfliche Stil - so Vieles am Diplomaten lädt zur Glorifizierung ein, dass man darüber fast seine (oder ihre) Aufgabe vergessen könnte: zu verhandeln. Ob es um den Frieden zwischen Ländern geht, um gedeihliche Beziehungen oder die Notwendigkeit, Unangenehmes möglichst geschickt mitzuteilen, stets ist die Kunst gefragt, die Wahrheit so zu sagen, dass sie zwar verstanden wird, aber nicht verletzt. Autorin: Anja Mösing (BR 2013) Credits Autorin dieser Folge: Anja Mösing Regie: Anja Mösing, Sabine Kienhöfer Es sprachen: Andreas Neumann, Friedrich Schloffer, Gert Heidenreich Technik: Christine Gamel, Christiane Schmidbauer-Huber Redaktion: Brigitte Reimer, Thomas Morawetz Das Manuskript zur Folge gibt es HIER. Interviewpartner/innen: Anuschka Tischer, priv. Dozentin für Neuere Geschichte, Univ.Marbach; Gudrun Steinacker, Diplomatin im auswärtigen Dienst Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Sein Gesicht wahren - Philosophische Gedanken JETZT ANHÖREN Protokoll und Etikette - Anleitungen zum guten Auftritt JETZT ANHÖREN Was ist Wahrheit? - Philosophische Annäherungen JETZT ANHÖREN Linktipps: Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir: ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. DAS KALENDERBLATT Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks. EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN
- Die Geschichte der guten Mutter - Die Erfindung der Mütterlichkeit (2/3)
04.11.2025 · 22 Min.
Dass Frauen Mütter werden können, daraus wurden lange Zeit ganz andere und meist weniger umfassende Ansprüche an die Frauen abgeleitet, als heute. Unser Idealbild der sich für ihre Kinder aufopfernden, liebenden Mutter entstand erst Ende des 18. Jahrhunderts. Wie kam es dazu? Teil 2 unserer Reise durch die "Geschichte der guten Mutter". Von Karin Becker Credits Autorin dieser Folge: Karin Becker Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Caroline Ebner, Julia Fischer, Sisi Forster, Peter Weiß Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Yvonne Maier und Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Brigitte Röder, Basel Marina Ahne Prof. Barbara Vinken, München Prof. Ute Planert, Köln Literatur: Katharina Rebay-Salisbury: Familien in der Urgeschichte. In: beziehungsweise. Informationsdienst des Österreichischen Instituts für Familienforschung. 2024. Kurzer Aufsatz zum Einstieg, der auch zeigt: wie funktioniert Mutterschafts- und Familienforschung für eine Zeit, die so lange her ist? Brigitte Röder: Die Vergegenwärtigung der Urzeit: eine Kolonialisierung der Urgeschichte? In: Die Kolonialisierung der Vergangenheit. 2023 Aufsatz zum Metathema: Instrumentalisierung der Urgeschichte für heutige Anliegen. Marina Ahne: Mythos Mutter. Die Frau als Mutter in der Gesellschaft. WBG 2022. Überblick über die Bedingungen des Mutterseins in Vergangenheit und Gegenwart, der immer wieder auf Widersprüche zwischen dem Idealbild, das wir sehen wollen, und den vielfältigeren Realitäten des Mutterseins stößt. Zu Teil 1 der Geschichte der guten Mutter kommen Sie hier, und zu Teil 3 dieses großen Mythos hier Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Ölpest und die Folgen - Wie steht es um das Ökosystem?
03.11.2025 · 24 Min.
Nach Ölkatastrophen gehen apokalyptisch anmutende Bilder um Welt: Schwärme toter Fische am Strand, Vögel mit verklebten Flügeln im Todeskampf. Kann sich das Ökosystem jemals von Havarien wie des Tankers Exxon Valdez oder der Bohrplattform Deepwater Horizon erholen? Es hängt von mehreren Faktoren ab, ob und wie sich die Umwelt von einer Ölpest erhol: Wind, Wetter und Meerestemperatur spielen ebenso eine Rolle wie das Tempo und der Umfang von Bekämpfungsmaßnahmen. Von Lukas Grasberger Credits Autor dieser Folge: Lukas Grasberger Regie: Irene Schuck Es sprachen: Berenike Beschle, Christian Baumann Technik: Daniela Röder Redaktion: Nicole Ruchlak Im Interview: Erik Johnson, Ph.D. Vogelschutzorganisation Audubon, Louisiana; Manfred Santen, Diplom-Chemiker, Team Meeresschutz bei Greenpeace; Ron Heintz, Ph.D., Forschungsdirektor Stika Sound Science Center, Alaska Jürgen Rullkötter, em. Prof. am Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Universität Oldenburg; Prof. Steve Murawski, Meeresbiologe an der University of South Florida, St. Petersburg Und noch eine besondere Empfehlung der Redaktion: Die Klimakrise ist da und zwar mit voller Wucht - aber es gibt auch viele Ideen für ihre Lösungen! Der Podcast nimmt uns mit zu Menschen, die sie bereits ausprobieren oder sie sogar längst erfolgreich umsetzen. JETZT ENTDECKEN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Die Geschichte der guten Mutter - War das schon immer so? (1/3)
03.11.2025 · 22 Min.
Eine "gute Mutter" zu sein, das bedeutete in der Geschichte oft alles andere, als überbordende Liebe, Zurückstellen der Arbeit und komplette Konzentration auf das Kind. Der Blick zurück zeigt: Unser heutiges Idealbild der sich aufopfernden Mutter ist jung. Und der Satz "Das war schon immer so" falsch. Teil 1 unserer Reise durch die "Geschichte der guten Mutter". Von Karin Becker Credits Autorin dieser Folge: Karin Becker Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Caroline Ebner, Julia Fischer, Sisi Forster, Peter Weiß Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Yvonne Maier und Nicole Ruchlak Im Interview: Prof. Brigitte Röder, Basel Marina Ahne Prof. Barbara Vinken, München Prof. Ute Planert, Köln Literatur: Katharina Rebay-Salisbury: Familien in der Urgeschichte. In: beziehungsweise. Informationsdienst des Österreichischen Instituts für Familienforschung. 2024. Kurzer Aufsatz zum Einstieg, der auch zeigt: wie funktioniert Mutterschafts- und Familienforschung für eine Zeit, die so lange her ist? Brigitte Röder: Die Vergegenwärtigung der Urzeit: eine Kolonialisierung der Urgeschichte? In: Die Kolonialisierung der Vergangenheit. 2023 Aufsatz zum Metathema: Instrumentalisierung der Urgeschichte für heutige Anliegen. Marina Ahne: Mythos Mutter. Die Frau als Mutter in der Gesellschaft. WBG 2022. Überblick über die Bedingungen des Mutterseins in Vergangenheit und Gegenwart, der immer wieder auf Widersprüche zwischen dem Idealbild, das wir sehen wollen, und den vielfältigeren Realitäten des Mutterseins stößt. Hören Sie Teil 2 Der Geschichte der guten Mutter, und zu Teil 3 aus unserem Dreiteiler zu diesem mächtigen Mythos geht es hier Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
- Halloween - "Keltischer Kult" oder Grusel-Event?
31.10.2025 · 22 Min.
Brauch oder Event? Die "Gruselnacht" vom 31. Oktober auf den 1. November wird von der Jugend mittlerweile ausgiebig gefeiert. Das geht angeblich auf keltische Ursprünge zurück. Doch wissenschaftlich belegbar ist das nicht. Von Carola Zinner (BR 2020) Credits Autorin dieser Folge: Carola Zinner Regie: Eva Demmelhuber Es sprachen: Ruth Geiersberger, Jerzy May Technik: Monika Gsaenger Redaktion: Bernhard Kastner Diese hörenswerten Folgen von Radiowissen könnten Sie auch interessieren: "Jetzt schlägt's aber dreizehn!" - Die Geschichte des Aberglaubens JETZT ANHÖREN Angst vor der Dunkelheit - Was die Finsternis unheimlich macht JETZT ANHÖREN Der Teufel hat viele Namen - Der Mythos vom Bösen JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Linktipps: Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. Radiowissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | Radiowissen JETZT ENTDECKEN
- Totenkult und Religion - Bestattungsrituale in den Weltreligionen
31.10.2025 · 23 Min.
In Europa ist die Feuerbestattung mittlerweile die vorherrschende Bestattungsform. Dabei sehen die monotheistischen Religionen vor, die Toten in der Erde zu bestatten, um ihre Wiederaufstehung nicht zu gefährden. Autorin: Daniela Remus (BR 2020) Credits Autorin dieser Folge: Daniela Remus Regie: Silke Wolfrum Es sprachen: Caroline Ebner, Jerzy May Technik: Susanne Herzig Redaktion: Bernhard Kastner Im Interview: Norbert Fischer (Professor; Kulturanthropologe, Universität Hamburg); Christa Frateantonio (Dr.; Religionswissenschaftlerin, Leibniz Universität Hannover); Netanel Olhoeft (Institut für jüdische Theologie, Rabbiner, Universität Potsdam); Paula Schrode (Professorin; Religionswissenschaftlerin, Universität Bayreuth) Diese hörenswerten Folgen von radioWissen könnten Sie auch interessieren: Wie der Tod in die Welt kam - Mythen und die große Menschheitsfrage JETZT ANHÖREN Totenkult und Religion - Bestattungsrituale in den Weltreligionen JETZT ANHÖREN Vorstellungen vom Danach - Weiterleben, Wiedergeburt oder Rückkehr? JETZT ANHÖREN Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN
- Angst vor der Dunkelheit - Was die Finsternis unheimlich macht
30.10.2025 · 20 Min.
Fast jedes Kind kennt sie: die Angst vor der Dunkelheit, ein kulturübergreifendes Phänomen. Ohne sich mithilfe des Sehsinns orientieren zu können, tauchen die Menschen in eine Sphäre der Unsicherheit, viele fühlen sich unheimlichen Phantasien preisgegeben. Warum ist das so? RadioWissen ist der Angst vor der Dunkelheit auf der Spur. (BR 2021) Autorin: Susanne Hofmann Credits Autorin dieser Folge: Susanne Hofmann Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Christian Baumann, Katja Amberger, Peter Lersch, Thomas Birnstiel, Chonstanze Fennel Technik: Viktor Verres Redaktion: Iska Schreglmann Im Interview: Eva-Maria Fassot, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in der Hochschulambulanz der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Carina Breidenbach, Dozentin der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der LMU München – Promotion zu „Poetiken der Angst und Paranoia in Textens des 20. und 21. Jahrhunderts“. Prof. Ulrich Bröckling, Professor für Kultursoziologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de. RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek: ARD Audiothek | RadioWissen JETZT ENTDECKEN Das vollständige Manuskript gibt es HIER. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript: Musik: Bitter intrigues 0‘49 1. ZUSPIELUNG Kinder (kürzbar) „Ich hab Angst, wenn es in meinem Zimmer knackst und ich bin allein im dunkeln Zimmer … Da trägt mich Papa immer ins Bett und da lassen sie die Tür ein bisschen offen, weil es mir dann zu dunkel ist – und dann kommt ein bisschen Licht rein in dein Zimmer – weil ich denk immer, dass dann Geister kommen – ganz gruselig! – da will ich lieber immer wach bleiben“ Hanna: oder abends allein draußen, da hab ich schon mehr Angst, weil da können auch Füchse zum Beispiel ERZÄHLER Die Angst vor der Dunkelheit oder vor dem, was da im Dunkeln alles lauern könnte, ist eine Angst, die Kinder für gewöhnlich im Alter von drei bis vier Jahren entwickeln. Diese Angst steckt uns seit Millionen von Jahren quasi in den Knochen, sie ist ein Erbe der Evolution, erklärt Diplompsychologin Eva-Maria Fassot [französische Aussprache] von der Universität Freiburg. 2. ZUSPIELUNG Fassot 00:10 „Wenn man sich überlegt, wie unsere Vorfahren gelebt haben, dann ist es schon so, dass Angst vor Dunkelheit sicherlich einen Anpassungsvorteil früher mit sich gebracht hat. Es macht heutzutage bestimmt nicht mehr so viel Sinn. Aber wenn Sie jetzt sich heutzutage auf eine Safari begeben oder im Outback sind, ist es sicherlich immer noch empfehlenswert, wenn Sie vor Dunkelheit eher Angst haben. Also Angst vor Dunkelheit hat ursprünglich bestimmten evolutionären Vorteil gebracht.“ Musik: Z8023888135 Cold analysis 0‘28 ERZÄHLERIN Unsere frühen Vorfahren waren Raubtieren, die in der Dunkelheit lauerten, weitgehend hilflos ausgeliefert. Nur wer ein gut funktionierendes inneres Alarmsystem besaß und auf Gefahren schnell durch Flucht oder Kampf reagierte, sicherte das Überleben seiner Gene. Ebenso lebensrettend konnten in der Frühzeit des Menschen andere Ängste wirken, die Furcht vor Schlangen zum Beispiel oder vor Spinnen. ERZÄHLER Auch diese Empfindungen sind nach Meinung einiger Wissenschaftler seitdem biologisch in uns angelegt, sie sind eine anthropologische Konstante und leben in vielen von uns bis heute fort – obwohl sie streng genommen in einer weitgehend ausgeleuchteten, schlangenfreien zivilisierten Welt keinen Nutzen mehr für uns haben, also eigentlich irrational sind. Reale Gefahren des modernen Lebens, wie den Straßenverkehr oder Ernährungsfehler, unterschätzen dagegen die meisten, weil sie sich davor nicht instinktiv fürchten. Musik: Misjudgement 0‘39 ERZÄHLERIN Die Angst vor der Dunkelheit hängt natürlich auch eng damit zusammen, wie wir Menschen uns in unserer Umwelt orientieren. Unsere Sinne sind für Aktivitäten bei Helligkeit optimiert – tagsüber können wir uns gut durch das Sehen orientieren. Sinne, die nachts von Vorteil sind, wie das Hören, Riechen und Tasten, sind beim Menschen im Vergleich zu vielen Tieren dagegen weniger ausgebildet. Und das hat Folgen, meint die Literaturwissenschaftlerin Carina Breidenbach von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie arbeitet an ihrer Dissertation zum Thema „Angst in der erzählenden Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts“ – dort nimmt die Angst vor der Dunkelheit einen breiten Raum ein. 3. ZUSPIELUNG Breidenbach 2.58 „Kurz gesagt, stellt uns die Dunkelheit vor ein epistemologisches Problem. Also ein Problem, was mit unserem Wissen oder mit unserer Erkenntnis der Welt zu tun hat. Als Menschen können wir nicht so besonders gut hören. Wir können nicht so gut riechen wie Hunde. Das heißt, wir orientieren uns in erster Linie eben mit unserem Sehsinn. Und beherrschen dadurch auch die Natur, können uns orientieren. Und wenn es dunkel ist und uns eben diese Fähigkeit genommen wird, sind wir erst mal hilflos, fühlen uns ausgeliefert.“ ERZÄHLER Deshalb ist die Dunkelheit für uns Menschen eine Sphäre der Unsicherheit und des Kontrollverlusts. Zumindest ist dies die eine Seite der Dunkelheit. Dass die Dunkelheit andererseits auch anziehen und faszinieren kann, was sich gerade auch in der Literatur spiegelt – dazu später mehr. Musik: Incorrectness 0‘25 ERZÄHLERIN Vor allem der Dunkelheit außerhalb des Hauses zu begegnen, löst bei vielen Menschen zumindest Unbehagen aus. Insbesondere Frauen nehmen lieber Umwege entlang hell beleuchteter Straßen in Kauf, als durch finstere Unterführungen oder auf unbeleuchteten Wegen zu laufen – auch aus Angst vor Kriminalität. 4. ZUSPIELUNG Bröckling 1:44 „Was hier festzustellen ist, ist dass die Angst, an solchen Orten Opfer eines Verbrechens zu werden, überfallen zu werden, etwa sehr viel größer ist als die tatsächlich vorkommenden Straftaten an solchen Orten.“ ERZÄHLER Beobachtet Ulrich Bröckling, Professor für Kultursoziologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. 5. ZUSPIELUNG Bröckling 1:44 „Also Kriminalitäts-Furcht und das tatsächliche Kriminalitätsaufkommen weichen oft voneinander ab. Das zeigt auch, dass Furcht oder Angst oft eine Eigendynamik entwickeln.“ ERZÄHLERIN So haben 2015 britische Wissenschaftler von der London School of Hygiene (Aussprache englisch) in einer großen Studie anhand von 62 Städten untersucht, welche Folgen es hat, wenn man das Licht in einzelnen Stadtvierteln oder Straßen nachts löscht. Das Ergebnis: Es wurden im Dunkeln nicht mehr Verbrechen verübt als bei mehr Helligkeit. Der Mitautor Dr. Phil Edwards (von der London School of Hygiene) plädierte daher dafür, künftig an der Straßenbeleuchtung zu sparen – immerhin würden dafür im Jahr rund 300 Millionen Pfund alleine in Großbritannien ausgegeben. ZITATOR „In einer Zeit, in der die Behörden Ausgabenkürzungen vornehmen müssen, zeigen unsere Ergebnisse, dass bei sorgsam abgeschätzten Risiken die Straßenbeleuchtung ohne Zunahme an Unfällen und Kriminalität reduziert werden kann." Musik: Nebulous thoughts 0‘20 ZITATOR/ZITATORIN - Collage Das bleibt im Dunkeln – schwarzer Peter – schwarze Magie – schwarze Kassen – das Dunkelfeld müssen wir erhellen – da sieht es zappenduster aus! – finstere Gestalten – dunkle Mächte – das Darknet – Dunkeldeutschland ERZÄHLER Im deutschen Sprachgebrauch schwingt bei der Dunkelheit und dem Dunklen im Allgemeinen etwas Negatives mit – oft steht es für Gefahr, Bedrohung, das Unheimliche. Redewendungen wie „im Dunkeln tappen“ oder „im Dunkeln bleiben“ verweisen auf die Dunkelheit als eine Sphäre der Unwissenheit, einen Raum, der sich der Erkenntnis entzieht. Musik: Bright ideas 0‘16 ZITATOR/ZITATORIN - Collage Da muss Licht ins Dunkel – endlich, ein Licht am Ende des Tunnels! – da ist mir ein Licht aufgegangen – das war die Erleuchtung – Licht am Horizont – das Glück erhellte ihr Gesicht – er ist ein helles Köpfchen ERZÄHLERIN Das Licht und das Helle dagegen sind im Deutschen meist positiv besetzt: Es steht für Aufklärung, für Erkenntnis und, im weiteren Sinne, für Wissen und Beherrschung der Natur, analysiert die Literaturwissenschaftlerin Carina Breidenbach von der Ludwig-Maxilimians Universität in München: 6. ZUSPIELUNG Breidenbach 20.00 „Das Gute und das Böse sind natürlich immer mit diesen Lichtmetaphern irgendwie verbunden. Also die Schattenseite der menschlichen Natur ist irgendwie das Irrationale, Unkontrollierbare Unbewusste. Dunkle Machenschaften haben meistens mit Gewalt und Bedrohung zu tun. Eine Lichtgestalt ist in der Regel was Gutes und Positives, während ein schwarzes Schaf auf dem negativen Ende des Spektrums angeordnet ist. Hell und dunkel als Metaphern für Gut und Böse und für Wissen und Unwissen, das findet man auch in unserer Alltagssprache überall und natürlich ganz besonders deutlich in dieser Epochenbezeichnung „Aufklärung“, also die Epoche, wo es eben zu dieser noch verstärkten Beherrschung der Natur durch die menschliche Ratio, durch die Wissenschaft kam. Da hat man diese Metapher des Lichts für das Wissen noch mal ganz deutlich.“ ERZÄHLER Die Assoziation der Dunkelheit mit der Sünde, ja dem Bösen schlechthin auf der einen, und die Assoziation des Lichts mit dem Guten auf der anderen Seite finden sich schon in der Bibel, genauer in der Schöpfungsgeschichte. Musik: In the shadows 0‘23 ZITATOR „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebt über dem Wasser, und Gott sprach, es werde Licht, und es ward Licht.“ ERZÄHLERIN Indem Gott spricht: „Es werde Licht“, kommt Licht in die Welt, die bis dahin aus Finsternis besteht. Im Johannes-Evangelium wird dann Jesus selbst mit dem Licht identifiziert, das die Dunkelheit erhellt. Suspended transucent 0‘16 ZITATOR „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ 7. ZUSPIELUNG Breidenbach 18:00 „Also, man hat im Christentum schon ganz früh diese Assoziation von Licht und Gutem und Gott - und der Dunkelheit mit dem Bösen. Gerade im Mittelalter dann ist es natürlich besonders präsent. Also der Teufel hat ja zum Beispiel den Beinamen Fürst der Finsternis, und auch die ganzen Geschöpfe im Gefolge des Teufels, Hexen und so weiter, sind natürlich alle mit der Sphäre des Bösen und Teuflischen und des Dunklen irgendwie verbunden.“ ERZÄHLER Sagt die Literaturwissenschaftlerin Carina Breidenbach. Sie sieht in der basalen menschlichen Angst vor der eigenen Hilflosigkeit im Dunkeln den Ursprung dieses hell-dunkel-Topos – der sich übrigens in vielen Schöpfungsgeschichten und Mythen wiederfindet. 8. ZUSPIELUNG Breidenbach 10:00 „Geschichten werden erzählt, um etwas zu vertreiben, im harmlosesten, aber nicht unwichtigsten Fall: die Zeit, sonst und schwerwiegender: die Furcht. Also eine Funktion von Geschichtenerzählen, von Mythen, von Literatur kann eben sein: diese unkontrollierbare Natur, unsere Erfahrungen damit irgendwie handhabbar zu machen. ERZÄHLERIN So sah es der Philosoph Hans Blumenberg, der sich in seiner „Arbeit am Mythos“ der Funktion und Wirkung von Mythen oder, allgemeiner, der Literatur widmete. Beides, die Dunkelheit wie die Angst davor haben keine klaren Konturen – gerade deshalb fordern sie den Menschen heraus. Carina Breidenbach: 9. ZUSPIELUNG Breidenbach 13:55 „Es gibt in der Existenzphilosophie eine wichtige Unterscheidung zwischen Angst und Furcht. … Angst ist unbestimmt… also man hat dieses unwohle Gefühl, weiß aber nicht, was bedroht mich da eigentlich? Es könnte irgendwie alles oder nichts sein, und die Furcht ist eben auf der anderen Seite angesiedelt. Die ist bestimmt, weil man da ein Objekt hat, was man identifizieren kann, zum Beispiel wildes Tier oder ein bedrohlicher Mensch. Und die Furcht ist eben einfacher zu bewältigen. Man kann den Gegner bekämpfen oder man kann weglaufen. Bei der Angst ist es eben nicht der Fall. Man kann sie eigentlich nicht auflösen. Man weiß nicht, … was steht mir da eigentlich gegenüber? Und die Dunkelheit ist natürlich gerade diese Sphäre der Unbestimmtheit und das Nichts, wo wir tatsächlich diese Angst irgendwie empfinden, man beschreibt Angst manchmal als frei flottierend, sie hat irgendwie kein Objekt, man weiß nicht so richtig, wann sie anfängt und aufhört, und das macht es eben gerade so unmöglich, irgendwie mit ihr umzugehen.“ Musik: Constant fear red 0‘33 ERZÄHLER In den Augen des Philosophen Hans Blumenberg erzeugen Menschen vor allem deshalb Kultur, um ihre vage, existentielle Angst in den Griff zu bekommen. In Erzählungen bekommt das Unbenennbare, Abstrakte Furchterregende eine Gestalt, einen Namen. In dieser konkreten Form können die Leserinnen und Leser Ängste, so auch die Angst vor der Dunkelheit, dann bewältigen – eine wichtige Funktion der Literatur. 10. ZUSPIELUNG Breidenbach 08:56 „Ein Genre, was zum Beispiel diese Funktion sehr sichtbar erfüllt, ist natürlich das Märchen, der dunkle Wald im Märchen ist ja auch so ein Topos. Also Hänsel und Gretel gehen durch den dunklen Wald, Rotkäppchen trifft im Dunkeln bald auf den bösen Wolf. Und diese diffuse Angst, die wir als Menschen verspüren, in einer Umwelt, die wir halt nicht komplett kontrollieren können, die wird halt in so einer Märchenhandlung, in so einem sehr einfachen Narrativ, irgendwie greifbar und bearbeitbar und handhabbar und dadurch irgendwie auch ab-erzählbar.“ ERZÄHLERIN Märchen hatten vor allem früher fast immer auch eine pädagogische Funktion. So funktionalisieren einige Märchen und Mythen die Angst vor dem Dunkeln auch, um Kinder zum richtigen Verhalten zu erziehen. 11. ZUSPIELUNG Breidenbach 23:00 „Es gibt im englischsprachigen Raum die Figur des sogenannten Bogeyman, im Deutschen haben wir den Butzemann, … oder auch den schwarzen Mann. Also das sind eben diese Gestalten, die eigentlich nur im Dunkeln rauskommen und Kinder, die sich nicht benehmen, irgendwie entführen oder auffressen. … also dieser Kinderschreck, mit dem man Kinder dazu bringt, nach der Dämmerung nicht mehr alleine draußen rumzulaufen.“ Musik: Sonate für Klavier 0‘30 ERZÄHLER In der Epoche der Romantik tritt die Dunkelheit sozusagen ins literarische Rampenlicht. Ihr kommt nun eine besondere Bedeutung zu – auch als Gegenpol zur vorangegangenen Epoche der Aufklärung mit ihrer Betonung der Ratio. In der Nacht offenbarte sich den Romantikern die menschliche Natur mitsamt dem Unterbewusstsein. 12. ZUSPIELUNG Breidenbach 24:23 „Es gibt eine Unterströmung in der Romantik, die sich schwarze Romantik nennt, also Tieck, E.T.A. Hoffmann gehören dazu, die sich eben mit dieser Nachtseite der menschlichen Natur sehr stark auseinandersetzen, also das, was die Aufklärung eigentlich versucht hat, auszumerzen und auszuschließen, also das Triebhafte im Menschen, das Irrationale, das Unkontrollierbare, Wahnsinn, das Böse sind eben Themen, die eine große Faszination ausstrahlen in der schwarzen Romantik, und die Dunkelheit und so etwas wie unterirdische Bergwerke stehen da eben oft für das Unbewusste und das Irrationale im Menschen also, da hat man diese Nachtseite der menschlichen Natur.“ ERZÄHLERIN Carina Breidenbach beobachtet, dass die Angst vor der Dunkelheit in der Literatur in dem Moment eine Hoch-Zeit erlebt, in dem die Menschen damals anfangen, die Nacht mit künstlichem Licht zu erhellen, die Wohnungen mit Kerzen- und Gaslicht beleuchten und in den Städten Straßenlaternen aufstellen. Als es also im wirklichen Leben allmählich heller wird, wird es in der Literatur dunkler: Ende des 18. Jahrhunderts entsteht das Genre der sogenannten Gothic Novel, des Schauerromans, der auch in Deutschland von Autoren wie E.T.A. Hoffmann mit seinen „Nachtstücken“ aufgegriffen wird. Darin verschwimmen die Grenzen zwischen dem Realistischen und dem Phantastischen. Musik: Intermezzo (3) 0‘33 ERZÄHLER Ein Meister der Schauerliteratur ist der US-amerikanische Autor Edgar Allan Poe – auch er zelebriert die Schrecken der Dunkelheit, zum Beispiel in der Kurzgeschichte „Die Grube und das Pendel“. Darin geht es um einen Gefangenen, der zum Tode verurteilt wird, in Ohnmacht fällt und in einem stockfinsteren Kerker erwacht. ZITATOR 2 „Die hohen Kerzen versanken ins Nichts, ihre Flammen loschen aus. Schwarze Finsternis siegte. Alle Empfindungen ging unter in einem tollen, rasenden Sturz, als falle die Seele in den Hades. Dann war meine Welt nur Schweigen und Stille und Nacht. Ich hätte gern die Augen geöffnet, aber ich wagte es nicht. Ich fürchtete den ersten Blick auf meine Umgebung. Es war nicht Furcht, etwas Entsetzliches zu erblicken, sondern das Grauen nichts zu sehen. Endlich, mit wilder Verzweiflung im Herzen öffnete ich schnell die Augen. Meine schlimmsten Ahnungen bestätigten sich. Schwarze, ewige Nacht umgab mich.“ 13. ZUSPIELUNG Breidenbach ca 7:00 „In dem Moment, wo wir die Dunkelheit beherrschen können, zu dem Ausmaß, dass sie uns nicht mehr wirklich bedroht im echten Leben, da wird sie Gegenstand der Literatur, die eben auch Lust erzeugen kann, wo wir eben Erfahrungen machen können, die wir im Alltagsleben nicht machen können, wo wir eben nicht gefährdet sind und dann immer in diesem geschützten Raum der Fiktion bleiben, und nach der Lektüre eines Schauerromans kann man natürlich das Licht einfach wieder anknipsen, wenn man Angst hat und genau da eben diese ja diese Möglichkeit, dieses angenehmen Schauers, dieses wohligen Gruselns möglich.“ ERZÄHLERIN Nicht nur in der Literatur ist die Dunkelheit nicht immer eindeutig negativ besetzt. Vielmehr ist sie ein zutiefst ambivalentes Phänomen, beobachtet auch der Kultursoziologe Ulrich Bröckling von der Universität Freiburg. 14. ZUSPIELUNG Bröckling 11:20 „Dunkelheit hat auch ihren Reiz. Im Dunkeln kann man eben auch Dinge tun, ohne dass man dabei von anderen beobachtet wird … Die Dunkelheit übt eine große Faszination aus. Auch diese Seite sollten wir nicht vergessen. Und die Dunkelheit ist schließlich auch etwas, was Gelegenheiten schafft. Also im Dunkeln kann man dann vielleicht auch Dinge tun, bei denen man nicht nur nicht beobachtet werden möchte, sondern bei denen man vielleicht doch etwas tut, was nicht erlaubt oder was nicht den Werten entspricht, und manchmal … kommt uns die Dunkelheit auch zu Hilfe.“ Musik: Foreboding fate 0‘21 ERZÄHLER Nicht nur Liebende und Verbrecher, sondern im Grunde jede und jeder von uns kann in die Dunkelheit eintauchen, eine ganz eigene Sphäre, in der die Regeln des helllichten Tages ihre Gültigkeit verlieren. Die Dunkelheit bildet so eine Art Schutzraum. Ulrich Bröckling: 15. ZUSPIELUNG Bröckling 2:41 „Die Dunkelheit ist etwas, was uns auch einen Rückzug ermöglicht. Nicht umsonst ist die Zeit, in der wir schlafen, häufig eben verbunden mit Dunkelheit. Und wenn es draußen noch hell ist, ziehen wir jedenfalls die Rollladen runter oder … verdunkeln den Raum, in dem wir uns bewegen, um uns zurückzuziehen können, um besser einschlafen, besser schlafen zu können. Also die Dunkelheit ist auch etwas, was mit Ruhe, mit Reizarmut verbunden ist, was uns von den vielen Eindrücken, die uns den ganzen Tag begleiten, temporär entlastet.“ ERZÄHLERIN Heute, wo zumindest die Städte nachts fast taghell beleuchtet sind, taucht so etwas wie eine neue Sehnsucht nach der Dunkelheit auf. Man spricht von Lichtverschmutzung und sucht die „richtige“ Dunkelheit, die oft nur noch auf dem Land, abseits der Siedlungen zu finden ist. Carina Breidenbach: 16. ZUSPIELUNG Breidenbach 27.58 „Und es gibt solche Phänomene, wie zum Beispiel das Dark Dining, also … dass man ins Restaurant geht, wo es dunkel ist und dann im Dunkeln isst, wo man sich fragt, warum tut man sich sowas an? Aber da ist eben die Dunkelheit irgendwie ja so eine Sehnsuchtsraum, beim Dark Dining verbunden mit so einer Vorstellung von gesteigerter Sinneserfahrung. Wenn es dunkel ist und man nichts mehr sieht, dann kann man besser schmecken und besser riechen und besser hören.“ Musik: Where the darkness is 0‘34 ERZÄHLER Obwohl der Mensch der Moderne die Dunkelheit aus seinem Leben weitgehend verbannt hat, es also immer weniger Gelegenheiten gibt, sich vor ihr zu fürchten – so wird die Dunkelheit für den Menschen vermutlich immer eines bleiben: Faszinosum und Projektionsraum für die Phantasie.
- Erbsen und Mathematik - Gregor Mendel, Vater der Genetik
30.10.2025 · 21 Min.
Er war ein Genie - doch seine Zeitgenossen haben das nicht erkannt. Dem Augustiner-Mönch gelang die Anwendung der Mathematik auf die Biologie. Heute stehen seine Vererbungsregeln in jedem Biologiebuch. Von Renate Ell. Credits: Autorin: Renate Ell Redaktion: Dr. Gerda Kuhn Im Interview: Prof. Dr. Staffan Müller-Wille, Universität Exeter Silvia Eckert-Wagner, Pöttmes, Urururgroßnichte von G. Mendel